Kategorie: Medizin

Medizin im Gesundheits-Magazin.net

Die Medizin begleitet uns ein ganzes Leben lang. Wir erblicken mit medizinischer Hilfe das Licht der Welt und für viele endet das Leben auch in einem Krankenhaus. In der heutigen Zeit ist die Medizin sehr vielseitig, denn neben der klassischen Medizin spielt auch die alternative Medizin eine immer größere Rolle. Viele Menschen wollen sich nämlich nicht mehr hochmoderner Gerätemedizin anvertrauen und auch keine Medikamente aus dem Chemielabor mehr schlucken, sie wollen stattdessen eine sanfte gut verträgliche medizinische Betreuung und sie möchten Medikamente nehmen, die pflanzlichen Ursprungs sind. Das ist ein Grund, warum immer mehr Ärzte auch Naturheilkunde anbieten und auch wenn diese Behandlungen von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden, die Patienten sind gerne bereit, dafür selbst aufzukommen.

Kaum jemand geht gerne zum Arzt, aber wenn es unumgänglich ist, dann sollte man die moderne Medizin in Anspruch nehmen, denn sie kann heute viel bewirken. Noch nie waren Menschen medizinisch so gut versorgt wie heute und für fast jede Krankheit gibt es die passende Behandlung, Impfungen, Therapien oder die entsprechenden Medikamente. Leider ist die medizinische Versorgung nicht überall so gut wie in Deutschland, denn noch immer gibt es Länder, in denen die Menschen vom medizinischen Fortschritt nicht profitieren können. Die jüngste Ebola Epidemie hat einmal mehr gezeigt, dass die Weltgesundheitsorganisation WHO noch sehr viel tun muss, um auch den Menschen in der Dritten Welt, in den Entwicklungs- und Schwellenländern auf Dauer medizinisch helfen zu können. In einer modernen und hoch technisierten Welt sollte es möglich sein, dass alle Menschen überall auf der Welt Zugang zur modernen Medizin haben.

  • Künstliche Haut – neue Hoffnung für Verbrennungsopfer

    Künstliche Haut – neue Hoffnung für Verbrennungsopfer

    Wer sich schon einmal an heißem Wasser oder an einem heißen Topf verbrannt hat, der weiß, wie schmerzhaft diese Verletzungen sind. Verbrennungen gehören nicht nur zu den schmerzhaften und langwierigen Verletzungen, sie zeichnen die Betroffenen auch für ihr ganzes Leben. Verbrennungen lassen die Haut stark vernarben und das führt nicht nur zu optischen Beeinträchtigungen, sondern auch zu motorischen Problemen. Bislang konnten Chirurgen nur versuchen, die verbrannten Hautflächen mit Eigenhaut zu behandeln, aber bei dieser Methode blieben immer Narben. Jetzt gibt es eine künstliche Haut, die Verbrennungsopfern Hoffnung macht.

    Künstliche Haut züchten

    Zellbiologen forschen schon seit einigen Jahren daran, künstliche Haut herzustellen, die auch bei großflächigen Verbrennungen zum Einsatz kommen kann. Jetzt ist es gelungen, diese künstliche Haut zu züchten, und zwar in großen Mengen und dazu auch noch vollautomatisch. Die künstliche Haut wird aber nicht nur Verbrennungsopfern helfen, sie ist auch für die Kosmetikindustrie von großem Interesse, denn künstliche Haut bietet die Möglichkeit, neue Produkte auch ohne Tierversuche schnell und einfach zu testen.

    Die Nachteile der eigenen Haut

    Verletzten mit Verbrennungen wurden bisher kleine gesunde Hautstücke entnommen, dann wie ein Netz geweitet oder in kleine Stücke geschnitten. Während einer Operation wurden diese Stücke dann auf die verbrannte Haut gelegt. So wächst die Haut an, aber was bleibt, das sind unschöne Narben. Auch die sogenannte Spalthaut, bei der eine dünne Hautschicht zum Beispiel von der Kopfhaut des Patienten abrasiert wird, hinterlässt Narben. Die transplantierte Haut vernarbt aber nicht nur, sie schrumpft auch, denn sie ist zu dünn, und das bereitet den Patienten große Probleme.

    Große Erfolge

    Dem Zellbiologen Ernst Reimann und seinem Team in der chirurgischen Abteilung im Universitäts-Kinderspital in Zürich ist es nun gelungen, eine komplexe künstliche Haut in einem Labor zu züchten. Diese künstliche Haut besteht aus zehn mal zehn großen Hautstücken aus Ober- und Unterhaut, die Stammzellen, Pigmentzellen und auch Blutgefäße enthalten. Schon die vorklinischen Studien mit Mäusen und Ratten zeigten, wie effektiv diese künstliche Haut ist und Ernst Reimann ist sich sicher, dass dieser Effekt auch bei Menschen erfolgreich sein wird. Acht Kinder wurden im Kinderspital in Zürich bereits mit der künstlichen Haut behandelt, und obwohl die klinischen Tests noch laufen, hat sich bereits eine Firma gefunden, die die individuell angepassten Hauttransplantate auf den Markt bringen möchte.

    Ein großer Bedarf

    Es besteht ein sehr großer Bedarf an künstlicher Haut, die bei Verbrennungsopfern für eine bessere Wundheilung ohne Narben sorgt. Tierversuche könnten bald der Vergangenheit angehören, denn an der Haut, die eine exakte Kopie der menschlichen Haut ist, können Versuche vorgenommen werden, ob neue kosmetische Produkte, aber auch ob Wasch- und Reinigungsprodukte allergische Reaktionen hervorrufen. Da es seit März 2013 verboten ist, an Tieren zu testen, kann die Industrie jetzt auf künstliche Haut zurückgreifen.

    Bild: © Depositphotos.com / valuavitaly

  • Proteste gegen die Klinikreform werden lauter

    Proteste gegen die Klinikreform werden lauter

    Die Große Koalition in Berlin plant eine weitreichende Klinikreform und die Krankenhäuser sind damit ganz und gar nicht einverstanden. Sie haben an einem bundesweiten Aktionstag darauf hingewiesen, dass der Gesetzesentwurf des Bundesgesundheitsministers Hermann Gröhe nicht nur für Ärzte und Pflegepersonal Nachteile haben wird, sondern dass besonders die Patienten darunter leiden werden. Die Krankenhäuser bemängeln, dass die geplante Klinikreform die Unterfinanzierung der Kliniken nicht lösen wird, aber es gibt noch andere Kritikpunkte, auf die der Präsident der Bundesärztekammer Frank Ulrich Montgomery hinwies.

    Klinikreform – Eine Strukturreform

    Die geplante Klinikreform, über die im Bundestag momentan beraten wird, sieht unter anderem vor, dass es Strukturreformen geben wird. Im Klartext heißt das, Krankenhäuser, die Überkapazitäten haben, müssen diese abbauen, außerdem werden die Kliniken in Zukunft nicht mehr nur nach ihrer Quantität, sondern vielmehr nach ihrer Qualität beurteilt werden. Außerdem soll es mehr Geld für neue Pflegestellen geben. Gröhes Pläne versprechen keine Lösung der Probleme, kritisierte Montgomery, und für viele Kliniken stehe nichts weniger als ihre Existenz auf dem Spiel. Viel wichtiger seien neue Stellen für Ärzte und Pflegepersonal sowie ein finanzieller Ausgleich für tarifliche Steigerungen, zudem müssten die einzelnen Länder mehr investieren.

    Hilfe für die Ärzte

    Auch vom Hartmannbund und vom Marburger Bund kommt massive Kritik an der geplanten Klinikreform. Rudolf Henke, der Vorsitzende des Marburger Bundes, sieht in der Klinikreform keine Lösung auf Dauer, wenn es um die finanziellen Probleme der Krankenhäuser geht, die wirtschaftlich gefährdet sind. Die Klinikreform wird vielmehr zu einer Unterfinanzierung führen und damit folglich auch zu einer Unterbesetzung, was wiederum für die Beschäftigen eine weitere gesundheitliche Belastung darstellt. Klaus Reinhardt, der Chef des Hartmannbundes fordert die Koalition auf, den Gesetzesentwurf zu korrigieren, damit besonders die Ärzte ihrer verantwortungsvollen Arbeit unter einigermaßen zumutbaren Bedingungen weiter nachgehen können.

    Die Reform ist notwendig

    Es gibt aber nicht nur Stimmen gegen die Pläne einer Klinikreform, vor allem die Krankenkassen befürworten die Pläne von Hermann Gröhe. So sagte der Vorstandsvorsitzende der Barmer Ersatzkasse Christoph Straub, der Minister solle sich an den geplanten Kurs halten und nicht unter den kritischen Stimmen und dem lautstarken Protest einknicken. Die Wünsche der Krankenhäuser seien ein großer Kostenfaktor für die Krankenkassen, ohne dass dabei an die bessere Versorgung der Patienten gedacht werde. Die Klinikreform sei dringend notwendig, damit die Qualitätsziele nicht verpasst und die Kosten nicht noch weiter aus dem Ruder laufen.

    Verschiedene Ansichten

    Die Opposition im Bundestag sieht in der Klinikreform eine so wörtlich „gefährliche Frechheit“, besonders gegenüber den Pflegekräften, die schon heute jeden Tag am Limit arbeiten. Gefährlich ist die geplante Reform auch für die Patienten, die, wenn die Reform kommen sollte, noch schlechter verpflegt werden, als das bisher schon der Fall ist. Die SPD sagte jetzt zu, dass sie sich um eine Verbesserung der Vorlage bemühen will.

    Bild: © Depositphotos.com / sudok1

  • Pflegende Angehörige gehen ein gesundheitliches Risiko ein

    Pflegende Angehörige gehen ein gesundheitliches Risiko ein

    Viele möchten ihre Eltern oder Großeltern nicht in ein Heim geben, wenn sie pflegebedürftig werden, andere können sich aus finanziellen Gründen kein Pflegeheim leisten und müssen ihre Angehörigen zu Hause pflegen. Wer sich für die häusliche Pflege entscheidet, der sollte sich über die Belastung im Klaren sein, denn eine neue Studie, die von der DAK in Auftrag gegeben wurde, zeigt, dass rund die Hälfte aller pflegenden Angehörigen unter psychischen Problemen leiden.

    Schlafstörungen und Depressionen

    Für die Studie der DAK wurden die Daten von 12.000 Mitgliedern ausgewertet, die zu Hause ein Familienmitglied pflegen. 20 % der pflegenden Angehörigen litt demnach unter massiven Schlaf- und Angststörungen, aber auch unter Depressionen. Fast alle, die zu Hause pflegen, müssen um 10 % häufiger wegen psychischer Probleme behandelt werden als diejenigen, deren Angehörige in einem Heim betreut werden, bei der Diagnose Depressionen sind es rund 8 % mehr. Es sind aber nicht nur mentale Probleme, die pflegende Angehörige belastet, auch körperlich kommen die meisten schnell an ihre Grenzen. Jeder Sechste, der einen Angehörigen pflegt, klagt über Rückenschmerzen und Muskelprobleme.

    Pflegende Angehörige einfach überfordert

    Laut der DAK Studie schätzt mehr als die Hälfte der pflegenden Angehörigen die persönliche Belastung als hoch oder sogar als sehr hoch ein. 50 % fühlen sich körperlich besonders belastet, 68 % empfinden die psychische Belastung als zu hoch und bei 71 % ist der zeitliche Aufwand eine große Belastung. Aber selbst wenn die Probleme mit der häuslichen Pflege groß sind, nutzen nur wenige das Angebot und nehmen externe Hilfe in Anspruch. So wissen zum Beispiel nur zwei von drei pflegenden Angehörigen, dass es das von der Pflegekasse bezahlte Angebot der sogenannten Verhinderungspflege gibt, und nur ein Fünftel der Betroffenen hat dieses Angebot bereits genutzt.

    Aus der Studie der DAK geht auch hervor, dass es zu 90 % Frauen sind, die Angehörige pflegen. Ein Drittel der pflegenden Frauen sind noch berufstätig, ein Fünftel hat sogar eine Vollzeitstellung.

    Pflegende Angehörige – Die Politik ist gefordert

    Seit Jahren fordert die Deutsche Stiftung Patientenschutz von der Bundesregierung, pflegende Angehörige besser und effektiver zu unterstützen. Eugen Brysch, der Vorstand der Stiftung möchte, dass alle, die ihre Eltern oder ihre Großeltern zu Hause pflegen, ähnlich wie Eltern behandelt werden und dass es ein Konzept wie das Elterngeld geben muss. Die momentanen gesetzlichen Angebote bei der Pflege sind nach Ansicht von Brysch nichts weiter als Symbolpolitik und Lippenbekenntnisse, denen keine Taten folgen. Brysch kritisiert aber auch, dass die Politik zwar Angebote macht, aber schon bei der Gesetzgebung davon ausgeht, dass sie kaum jemand in Anspruch nimmt. Das zuständige Bundesministerium schätzt, dass sich in einem Zeitraum von drei Jahren nur ein halbes Prozent aller 1,25 Millionen Menschen in Deutschland, die einen Angehörigen pflegen, sich vom Job freistellen lassen.

    Bild: © Depositphotos.com / alexraths

  • Akupunktur – wie Nadeln helfen können

    Akupunktur – wie Nadeln helfen können

    Kaum eine andere Heilmethode ist so alt wie die Akupunktur. In China haben Heiler Menschen schon vor 3000 Jahren mit Nadeln behandelt, aber erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kam die traditionelle Akupunktur auch nach Europa. Heute findet diese sanfte Form der Schmerzbehandlung immer mehr Anhänger und wird immer öfter ergänzend zur Schulmedizin angewandt. Allerdings ist Akupunktur keine ganzheitliche Lösung für alle medizinischen Probleme, aber besonders in der Schmerztherapie werden mit den Nadeln beachtliche Erfolge erzielt.

    Was ist Akupunktur?

    Der Begriff Akupunktur kommt aus der lateinischen Sprache, acus bedeutet Nadel und punctio so viel wie stechen. Akupunktur basiert auf der traditionellen asiatischen Vorstellung, dass der Mensch von einer bestimmten Lebensenergie mit Namen Qi durchflossen wird. Diese Energie fließt über Leitbahnen, die sogenannten Meridiane und ist an 700 Punkten unter der Hautoberfläche erreichbar. 400 dieser Punkte können mit Akupunkturnadeln erreicht werden. In der chinesischen Medizin ist der Mensch nur dann wirklich gesund, wenn die Energieströme harmonisch fließen, aber wenn das Qi gestört ist, was bei Hitze, Kälte, bei falscher Ernährung oder auch bei seelischem Stress der Fall ist, dann kommt es zu Schmerzen und auch zu Krankheiten. Mithilfe von Akupunktur sollen die Blockaden im Fluss des Qi aufgehoben werden. In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) sind die Organe keine festen anatomischen Einheiten, sie sind vielmehr eine Art Funktionskreise, die Zusammenhänge beschreiben. Ein Beispiel ist das Immunsystem, das keinem Organ zugeordnet werden kann.

    Was passiert bei einer Akupunkturbehandlung?

    Was genau im Körper passiert, wenn er mit Akupunkturnadeln behandelt wird, das konnte die Schulmedizin bis heute noch nicht feststellen. Aber es gibt einige interessante Studie, die herausgefunden hat, dass es beim Stich mit einer Akupunkturnadel im Gehirn zu einer größeren Ausschüttung von Substanzen kommt, die zum einen Schmerzen stillen und zum anderen die Stimmung aufhellen. Zu diesen als Glückshormone bekannten Substanzen gehören auch Serotonine und Endorphine.

    Die Behandlung mit Akupunktur

    Bei einer Behandlung mit Akupunkturnadeln werden dem Patienten je nach Bereich, kleine, sterile Einmal-Nadeln in die Haut gestochen. Diese Nadeln sind speziell geschliffen, damit der Patient keine Schmerzen verspürt. Möglich ist aber ein leichter Einstichschmerz, der aber schwächer ist als zum Beispiel der Einstich einer Spritze. Nach einer gewissen Zeit verspürt der Patient dann ein dumpfes Wärme- oder auch Schwergefühl rund um die Einstichstelle. Jede Nadel verbleibt in der Regel zwischen 20 und 30 Minuten in der Haut, und wenn es darum geht, bestimmte Reaktionen zu erzielen, dann werden besondere Techniken der Stimulierung vorgenommen. So können die Nadeln vor der Behandlung erwärmt werden, aber auch eine unterschwellige Stimulanz mit Reizstrom ist im Rahmen einer Akupunkturbehandlung möglich. Es gibt zudem auch erweiterte Verfahren wie die Akupressur, bei der die Akupunkturstellen mit den Fingern massiert werden. Bei der Laser-Akupunktur wird ein bestimmter Punkt nicht mit einer Nadel, sondern mit einem Laserimpuls behandelt.

    Bei welchen Beschwerden hilft Akupunktur?

    Laut der sogenannten Indikationsliste der Weltgesundheitsorganisation WHO kann Akupunktur nicht nur bei chronischen Schmerzen hilfreich sein, sondern auch bei Allergien, bei Problemen mit dem Magen-Darm-Trakt und bei Erkrankungen der Atemwege. In den letzten Wochen der Schwangerschaft können Akupunkturnadeln dafür sorgen, dass der Geburtsvorgang verkürzt wird und selbst bei Operationen sind die Nadeln schon als eine Art Betäubungsmittel zum Einsatz gekommen. Mehrere Studien haben zudem nachgewiesen, dass Akupunktur bei Übelkeit und Erbrechen zum Beispiel in den ersten Monaten einer Schwangerschaft hilft, und auch bei Arthrose in den Knie- und Ellbogengelenken hat sich Akupunktur bewährt. Kopf- und Rückenschmerzen können durch Akupunktur gelindert werden und auch bei Heuschnupfen sind die kleinen Nadeln eine große Hilfe. Allergisches Asthma, Tennisarm oder auch Menstruationsschmerzen – für alle diese Beschwerden ist Akupunktur eine sehr gute Alternative zur klassischen Schul- und Schmerzmedizin.

    Bild: © Depositphotos.com / yanc

  • Blutdrucksenker können das Diabetes-Risiko senken

    Blutdrucksenker können das Diabetes-Risiko senken

    Wie hoch oder wie niedrig der gesunde Blutdruck sein sollte, darüber streiten sich Experten nicht erst seit gestern. Es ist aber eine Tatsache, dass ein zu hoher Blutdruck gefährliche Folgen haben kann, und dass immer mehr Menschen unter einem zu hohen Blutdruck leiden. Mit den entsprechenden Medikamenten kann der Blutdruck auf ein gesundes Niveau gesenkt werden, und wenn die Medikamente statt am Morgen am Abend eingenommen werden, dann schützen sie sogar vor Diabetes. Zu diesem Ergebnis kam jetzt eine viel beachtete Studie aus Spanien.

    In der Nacht deutlich niedriger Blutdruck

    Für die Studie, die von spanischen Wissenschaftlern und Ärzten durchgeführt wurde, nahmen die Probanden ihre blutdrucksenkenden Mittel vor dem Schlafengehen ein. Im Vergleich zu den Studienteilnehmern, die ihre Mittel am Morgen einnahmen, war der Blutdruck in der Nacht deutlich besser gesunken. In der Gruppe, die ihr Blutdruckmittel am Abend eingenommen hatte, stellte sich der sogenannte „Non-Dipping“ Effekt ein, bei dem sich der Blutdruck über Nacht um zehn Prozent mehr absinkt als das am Tag der Fall ist. Während der Studie machten die Forscher der University of Vigo aber noch eine weitere Entdeckung.

    Effektiv im Kampf gegen Diabetes

    Nicht nur der Blutdruck sank besser, wenn die Studienteilnehmer ihr Medikament am Abend eingenommen hatten, auch das Risiko an Diabetes zu erkranken, konnte um mehr als die Hälfte gesenkt werden. Der Effekt konnte sowohl mit einem ACE-Hemmer als auch mit einem Beta-Blocker nachgewiesen werden. Der Grund für diesen Effekt liegt in der Wirkung der Medikamente in Verbindung mit einem bestimmten Hormon. Die blutdrucksenkenden Mittel blockieren dieses Hormon, das normalerweise daran schuld ist, dass sich die Gefäße verengen. Das wiederum führt zu einem erhöhten Blutdruck und es kommt zu einer verstärkten Freisetzung von Glukose aus der Leber. Damit wird das Insulin weniger empfindlich und der Blutzuckerspiegel steigt an. Alle, die ihre Medikamente zur Blutdrucksenkung am Abend einnehmen, setzen sich also keiner Gefahr aus, das Diabetesrisiko zu steigern.

    Vorher mit dem Arzt sprechen

    Wer schon seit längerer Zeit ein Mittel zur Senkung des Blutdrucks immer nach dem Frühstück einnimmt, der sollte mit seinem Arzt darüber sprechen, ob es sinnvoll ist, die Einnahme auf den Abend zu verlegen. Das gilt besonders für die Patienten, die einen ständig erhöhten Blutdruck haben und die am Tag arbeiten müssen. In diesem Fall ist es nicht immer zu empfehlen, die Einnahmezeit zu verändern. Alle, die ein erhöhtes Risiko haben, an Diabetes zu erkranken, weil es vielleicht in der Familie schon Fälle von Zucker gab, sie sind hingegen gut beraten, das blutdrucksenkende Mittel am Abend statt am Morgen zu nehmen. So lässt sich die Gefahr minimieren, an Diabetes zu erkranken. Wenn Beta-Blocker oder ACE-Hemmer hoch dosiert sind, dann kann auch eine Einnahme am Morgen und am Abend in Erwägung gezogen werden.

    Bild: © Depositphotos.com / imagepointfr

  • Wiederbelebung – es kommt auf jede Minute an

    Wiederbelebung – es kommt auf jede Minute an

    Am 19. September beginnt die bundesweite Woche der Wiederbelebung, die noch bis zum 26. September dauern wird. In dieser Aktionswoche möchte die Deutsche Herzstiftung die Menschen darauf aufmerksam machen, wie wichtig es ist, sich mit der Wiederbelebung nach einem Herzstillstand auszukennen. Die Deutsche Herzstiftung möchte aber auch erreichen, dass jeder weiß, wie man sich richtig verhält, wenn es darum geht, ein Menschenleben zu retten und Erste Hilfe zu leisten. Was ist zu tun, wenn es zu einem Kollaps kommt und eine Wiederbelebung notwendig wird?

    Wiederbelebung – Schnell handeln

    Nur die Wenigsten können sich noch an den Erste-Hilfe-Kurs erinnern, der anlässlich der Führerscheinprüfung gemacht werden musste. Kommt es aber zum Herzstillstand, dann bleibt keine Zeit mehr, sich die richtige Wiederbelebung ins Gedächtnis zu rufen, dann ist schnelles Handeln gefragt. Die Wiederbelebung ist die einzige Maßnahme, um ein Leben zu retten, und deshalb muss jeder Handgriff sitzen. Kommt es zum Kollaps, dann sollte zunächst überprüft werden, ob der Betroffene überhaupt ansprechbar ist. Lautes Rufen und auch kräftiges Schütteln an den Schultern gibt darüber Auskunft, ob es zur Bewusstlosigkeit gekommen ist. Wenn der Betroffene nicht reagiert, dann muss so schnell wie möglich der Notarzt alarmiert werden.

    Sofortmaßnahmen einleiten

    Bis der Notarztwagen eintrifft, vergeht wertvolle Zeit und wer vor Ort ist, der kann mit einer Wiederbelebung den Betroffenen stabilisieren, bis die Rettung eintrifft. So muss die Atmung überprüft werden und dazu sollte der Patient auf den Rücken gelegt werden. Der Kopf wird überstreckt und das Kinn muss angehoben werden. Wenn der Betroffene nach Luft schnappt oder röchelt, dann ist das keine normale Atmung und es muss mit der Wiederbelebung begonnen werden. Um eine Herzdruckmassage richtig durchführen zu können, kniet der Helfer seitlich neben dem Bewusstlosen und legt dann beide Handballen übereinander genau auf die Stelle, wo sich die Brustwarzen und das Brustbein kreuzen. Anschließend wird der Brustkorb mindestens einhundertmal pro Minute fünf Zentimeter tief in Richtung der Wirbelsäule gedrückt. Diese Wiederbelebung muss so lange praktiziert werden, bis die Rettung eintrifft. Sind mehrere Helfer vor Ort, dann sollte man sich abwechseln, denn eine Herzdruckmassage ist anstrengend und erfordert viel Kraft.

    Keine Mund-zu-Mund-Beatmung machen

    In Filmen wird immer wieder gezeigt, wie Menschen mit einer Mund-zu-Mund-Beatmung ins Leben zurückgeholt werden, in der Realität ist diese Form der Wiederbelebung aber nicht zu empfehlen. Sind die Helfer jedoch geschult und kennen sich mit der Wiederbelebung aus, dann sollten im Wechsel nach 30 Herzdruckmassagen immer zwei Beatmungen von Mund zu Mund durchgeführt werden. Ist ein Defibrillator in der Nähe, wie das zum Beispiel in vielen öffentlichen Gebäuden oder auch in vielen Banken der Fall ist, dann kann die Wiederbelebung damit durchgeführt werden, denn wenn das Herz geschockt wird, dann steigen die Überlebenschancen um ein Vielfaches.

    Bild: © Depositphotos.com / sudok1