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  • Intervall-Fasten – die neue Erfolgsdiät?

    Intervall-Fasten – die neue Erfolgsdiät?

    Printen und Lebkuchen, Dominosteine und Marzipankartoffeln, Stollen und hausgemachte Plätzchen – Weihnachten ist nicht das Fest des Schenkens, sondern auch des Schlemmens. Auch wer das ganze Jahr über auf seine Figur achtet, der lässt es sich zu Weihnachten so richtig schmecken, aber nach den Feiertagen kommt für die meisten das große Erwachen. Wenn die Waage mal wieder in die falsche Richtung zeigt, dann wird es höchste Zeit für eine Diät. Aktuell heißt die neue Wunderdiät Intervall-Fasten. Mit dem herkömmlichen, klassischen Fasten hat das Intervall-Fasten nur wenig zu tun, trotzdem verspricht diese Diät große Erfolge.

    Intervall-Fasten oder die 5:2-Diät

    Was muss man sich unter Intervall-Fasten vorstellen? Streng genommen besteht diese Diät aus Intervallen, in denen normal und in denen weniger gegessen wird. Den Beinamen 5:2-Diät trägt das Intervall-Fasten zu Recht, denn an fünf Tagen in der Woche wird wie gewohnt gegessen, an zwei Tagen aber nehmen Frauen nur 500 und Männer nur 600 Kalorien zu sich. Ein weiterer wichtiger Aspekt beim Fasten in Intervallen ist, dass an den normalen Tagen zwischen den Mahlzeiten mindestens vier, besser noch fünf Stunden liegen sollten.

    Die Pausen unbedingt einhalten

    Wird zwischen zwei Mahlzeiten etwas gegessen, dann gehen die Kohlehydrate, die sich im Zucker befinden, ohne Umwege direkt ins Blut. In der Folge steigt dann der Blutzuckerspiegel an, der Körper merkt sich die wahre Schwemme an Zucker und beginnt damit, Insulin auszuschütten. Das führt zu Heißhungerattacken bei allen Menschen, die zu einer Unterzuckerung neigen. Es gibt noch einen weiteren Grund, die Pausen zwischen den Mahlzeiten einzuhalten, denn während dieser Phasen bekommt der Körper die Gelegenheit, überschüssiges Fett wieder abzubauen. Das funktioniert immer nur dann, wenn der Organismus nicht mit der Ausschüttung von Insulin beschäftigt ist.

    Intervall-Fasten und die positiven Effekte

    Wer sich für das Intervall-Fasten entscheidet, der kann nicht nur die Pfunde zum Schmelzen bringen, sondern auch effektiv etwas für seinen Stoffwechsel tun. Bei dieser besonderen Form der Diät sind die Phasen, in denen gehungert wird, nur von kurzer Dauer. Das hat gleich mehrere Vorteile, denn zum einen wird der Stoffwechsel nicht unnötig gedrosselt und zum anderen wird keine wichtige Muskelmasse abgebaut. Das wiederum vermeidet den bekannten und berüchtigten Jo-Jo-Effekt, zudem sind der Blutzucker und auch der Insulinspiegel immer im Gleichgewicht. Das macht es dem Körper deutlich einfacher, seine Reserven an Fett zu verbrennen.

    Was ist zu beachten?

    Da nicht jeder das Fasten verträgt, ist es wichtig, vor der Diät einen Arzt aufzusuchen. Besonders wichtig ist das für Diabetiker, denn für Menschen, die unter Diabetes leiden, gelten andere Regeln, wenn es ums Fasten geht. Forscher an der Universität im österreichischen Graz untersuchen derzeit, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Intervall-Fasten und einem Anti-Aging Effekt gibt. Tierversuche sahen in der Vergangenheit schon recht vielversprechend aus, denn es zeigte sich, dass die Tiere bei einer abgewandelten Form des Intervall-Fastens, nämlich beim Alternate Day Fasting, (an einem Tag wird gegessen, am anderen Tag nicht), eine höhere Lebenserwartung hatten. Als Grund für dieses längere Leben sehen die Grazer Forscher eine sogenannte Autophagie, einen Reinigungsprozess der Körperzellen, der nur beim Fasten stattfindet. Bei diesem Prozess findet ein Selbstverdauungsprogramm statt, das den Körper sowohl entgiftet, als auch reinigt.

    Ein Diättrend aus England

    Das Fasten in Intervallen wurde von einem Arzt und Journalisten aus England erfunden. Michael Mosley landete mit seinem Buch „The Fast Diet“ einen echten Bestseller auf dem britischen Büchermarkt, und bis heute haben vier von zehn Briten die Diät schon ausprobiert. Mosley ist kein Theoretiker, denn er hatte selbst lange Jahre mit seinem Gewicht zu kämpfen und verlor durch die 5:2-Diät in nur drei Monaten acht Kilogramm an Gewicht, und auch die Vorstufe zur Diabetes, die bei ihm diagnostiziert wurde, verschwand völlig.

    Bild: © Depositphotos.com / nicoletaionescu

  • Kommt bald die Teil-Krankschreibung für Arbeitnehmer?

    Kommt bald die Teil-Krankschreibung für Arbeitnehmer?

    Die Krankenkassen sind einmal mehr in Geldnot und müssen sich etwas einfallen lassen, um die seit Jahren kontinuierlich steigenden Ausgaben zu bremsen. Da sich die Lage der Kassen aufgrund der stetig steigenden Zahl an Asylanten in der Zukunft noch weiter verschärfen wird, ist guter Rat teuer. Jetzt gibt es erste Stimmen, die das Krankengeld von Grund auf reformieren wollen. Mit dieser Reform wird es dann möglich sein, dass Arbeitnehmer nicht mehr zu 100 %, sondern nur noch zu 75 % oder nur zu 50 % krankgeschrieben werden können.

    Welchen Kosten verursacht die Arbeitsunfähigkeit?

    Jeder, der arbeiten geht, wird auch irgendwann einmal krankgeschrieben. Eine Grippe, eine Erkältung oder auch ein verrenkter Wirbel sorgen dafür, dass das Bett gehütet werden muss und der Arzt schreibt seinen Patienten in diesen und vielen anderen Fällen für einen bestimmten Zeitraum krank. Bisher sieht es so aus, dass jeder Arbeitnehmer im Krankheitsfall für einen Zeitraum von sechs Wochen seinen Lohn oder sein Gehalt weiter bekommt. Ist der Arbeitnehmer länger als sechs Wochen krank, dann zahlen die Krankenkassen das Krankengeld. Die Ausgaben für dieses Krankengeld lagen im vergangenen Jahr bei fast elf Milliarden Euro. Diese Summe ist die höchste, die jemals an Krankengeld von den Kassen bezahlt wurde, aber das soll jetzt anders werden.

    Mit der Teil-Krankschreibung die Kosten senken

    Die Kosten müssen gesenkt werden – darüber sind sich alle Krankenkassen einig. Sie verweisen darauf, dass sowohl die Zahl der Beschäftigten, die Lebensarbeitszeit und auch die Löhne in den letzten Jahren deutlich gestiegen sind und dass dies die Gründe für die immer weiter steigenden Ausgaben sind. Aber auch die Zunahme an psychischen Krankheiten ist stark gestiegen und auch das kostet die Krankenkassen immer mehr Geld. Nach dem Vorbild der skandinavischen Länder soll es jetzt auch in Deutschland eine Teil-Krankschreibung geben, denn auf diese Weise kann sehr viel Geld gespart werden.

    Wie funktioniert die Teil-Krankschreibung?

    In Deutschland gibt es bei der Krankschreibung das „Alles-oder-Nichts“ Prinzip, denn wer krank ist, der darf nicht arbeiten. Bei der Teil-Krankschreibung sieht das anders aus, denn wenn der Arbeitnehmer nur zum Teil krankgeschrieben wird, kann er seiner Arbeit zum Teil noch nachgehen. Je nach Art der Krankheit kann der Arbeitnehmer bei einer Teil-Krankschreibung entweder noch zu 50 % oder aber zu 75 % seiner Arbeit nachgehen. In der Praxis würde das bedeuten: Wer mit einer Erkältung oder mit einem verstauchten Fußknöchel liegen muss, der könnte für seine Firma noch am Telefon oder per Laptop arbeiten. Je nachdem, wie viele Stunden er am Tag arbeiten kann, schreibt ihn dann der Arzt bei einer Teil-Krankschreibung nur für einige Stunden des Tages krank.

    Bessere Präventionen anbieten

    Während der Gesundheitsminister Hermann Gröhe schon über die Teil-Krankschreibung nachdenkt, sind Kritiker der Meinung, es sollte auch nach Alternativen gesucht werden. So steht unter anderem eine bessere Prävention einmal mehr im Mittelpunkt. Wenn Krankheiten nämlich früher und besser erkrankt werden, müssen sie auch nicht mehr so intensiv behandelt werden und die Betroffenen feiern nicht mehr so lange krank. Das gilt im Speziellen für die steigende Zahl der Arbeitnehmer, die psychisch krank sind und zum Beispiel unter einem Burn-out-Syndrom leiden. Es sind besonders die psychischen Erkrankungen, die oft viel zu spät erkannt und dann behandelt werden, denn je länger es dauert, bis die Erkrankung erkannt wird, umso schwerer und langwieriger ist später eine adäquate Behandlung, die viel Geld kostet. Hier sehen die Gegner der Teil-Krankschreibung eine große Chance für die Krankenkassen, Geld einzusparen. Auch dass die Ausgaben für das gesetzliche Krankengeld im letzten Quartal erfahrungsgemäß immer wieder abflachen, gibt den Kritikern recht, wenn sie fordern, dass die Kassen zunächst einmal darüber nachdenken sollten, ob es nicht noch andere Alternativen zur teilweisen Krankschreibung gibt.

    Bild: © Depositphotos.com / mreco99

  • Neue Studien zeigen, wie der Herpesvirus funktioniert

    Neue Studien zeigen, wie der Herpesvirus funktioniert

    Sie sind für die Betroffenen nicht nur schmerzhaft, sondern auch peinlich – Herpesbläschen, die sich wie aus dem Nichts auf der Oberlippe bilden. Bislang wurde die Entstehung dieser Bläschen mit einer Störung im Immunsystem in Zusammenhang gebracht, jetzt konnten Wissenschaftler aus den USA den Herpesvirus entschlüsseln und zum ersten Mal erklären, welcher Mechanismus sich dahinter verbirgt. Das macht es einfacher, ein effektives Medikament zu finden, was den Herpesvirus auf Dauer ausschalten kann.

    Der Herpesvirus und sein rätselhaftes Auftreten

    In Deutschland leiden mehr als 80 % der Erwachsenen unter Herpesbläschen. Sie sind mit dem Herpesvirus infiziert, aber nicht bei allen bilden sich die juckenden unangenehmen kleinen Blasen am Mund. Wer aber anfällig ist, der muss immer wieder mit Schüben leben, die besonders dann auftreten, wenn der Alltag mal wieder hektisch und stressig wird. Der Herpesvirus nistet sich an den feinen Enden der Nerven unter der Haut an und ist dort latent zu finden. Wenn die T-Zellen, die ein Teil des Immunsystems sind, den Herpesvirus in Schach halten, dann haben die Bläschen keine Chancen, aber wenn es zu Stress kommt, dann wird der Virus aufgeweckt, er beginnt sich zu vermehren und schon entstehen die unschönen kleinen Blasen auf der Lippe. Warum das Immunsystem plötzlich unaufmerksam wird, das war lange Zeit ein Rätsel, jetzt aber sind die Forscher der University of North Carolina dem Geheimnis auf die Spur gekommen.

    Warum das Herpesvirus sich bei Stress vermehrt

    Die Wissenschaftler der Uni in North Carolina konnten an Tests mit Mäusen nachweisen, dass Stresshormone den Herpesvirus „aufwecken“ und ihn zur Vermehrung anregen. Für das Immunsystem passiert das offenbar so überraschend, dass es keine Möglichkeit mehr hat, sich dagegen zu wehren. Die Mäuse wurden vor den Versuchsreihen mit Stresshormonen behandelt und dann massiv unter Stress gesetzt. Alle behandelten Tiere reagierten gleich, das Virus wurde geweckt und die Tiere bekamen die typischen Herpesbläschen. Die Studie konnte erstmals zeigen, was genau sich während einer Stressphase in einer Nervenzelle abspielt. Die Wissenschaftler haben das Geschehen mit dem Umlegen eines Schalters verglichen, denn wenn der Schalter durch die Stresshormone umgelegt wird, dann ist das ein Signal für den Virus, sich explosionsartig zu vermehren.

    Gibt es bald ein wirksames Medikament?

    Gegen Herpes ist bislang noch kein Kraut gewachsen. Es gibt zwar Salben und Cremes, die dabei helfen die Bläschen auszutrocknen, aller leider immer noch kein Mittel, um die Entstehung der Bläschen zu verhindern. Die US-Forscher haben bei ihren Versuchsreihen einen Hemmstoff erarbeitet, denn sie auf die Nervenfasern gegeben haben. Das Ergebnis war erstaunlich, denn als Stresshormone dazugegeben wurden, konnten sich die Herpesviren nicht mehr vermehren und sie fielen wieder in ihre Ruhephase. Auch wenn die Mäuse anschließend wieder unter Stress gesetzt wurden, kam es zu keinem Ausbruch des Virus. Das ist für die Wissenschaftler der Beweis, dass es eine Möglichkeit gibt, die Viren dauerhaft in Schach zu halten. Die weitere Forschung muss nun zeigen, ob sich die Erfolge nur auf Mäuse beschränken, oder ob sich beim Menschen der gleiche positive Effekt auslösen lässt. Bis es allerdings ein wirksames Medikament gibt, werden wohl noch einige Jahre vergehen.

    Nicht nur für Menschen gefährlich

    Der römische Kaiser Tiberius hatte es nicht gerne, wenn bei offiziellen Zeremonien oder anderen Anlässe geküsst wurde, denn er wollte Herpesbläschen auf jeden Fall vermeiden. Die Bläschen sind zwar relativ harmlos, aber wer sie einmal hat, der wird sie sein Leben lang nicht mehr los. Gefährlich ist der Herpesvirus hingegen für ungeborene und neugeborene Kinder sowie für einige Tierarten. So ist das Virus zum Beispiel für die europäische Auster eine Gefahr, und französische Austernzüchter mussten in den vergangenen Jahren um ihren Bestand fürchten, weil viele der Muscheln mit dem Virus infiziert waren.

    Bild: © Depositphotos.com / imagepointfr

  • Hebammen – mehr als nur Geburtshelferinnen

    Hebammen – mehr als nur Geburtshelferinnen

    Nicht jede Frau kann sich mit dem Gedanken anfreunden, ihr Kind in einer modernen, medizinisch-technisch hoch gerüsteten Klinik zur Welt zu bringen. Immer mehr Frauen wünschen sich eine natürliche Geburt in einer ansprechenden Atmosphäre und wählen deshalb eine Geburt, die nur von einer Hebamme geleitet wird. Der Beruf der Hebamme ist einer der ältesten Berufe der Welt, und bis heute sind Hebammen mehr als nur Geburtshelferinnen, sie sind vielmehr Vertrauenspersonen, die Mütter und auch Kinder vor, während und nach der Geburt betreuen.

    Von der Wehfrau zur Hebamme

    Hebammen sind auf Wandmalereien aus dem dritten Jahrtausend vor Christus zu sehen, und auch im Alten Testament wird die Hebamme bereits erwähnt. In der Antike durften nur die Frauen, die selbst nicht mehr im gebärfähigen Alter waren, den Beruf der Hebamme ausüben, denn nur so konnte sichergestellt werden, dass sie jederzeit zur Verfügung standen, um Geburtshilfe zu leisten. Im Mittelalter waren Wehfrauen, wie die Hebammen damals noch hießen, durch einen Eid verpflichtet, das Kind unmittelbar nach der Geburt taufen zu lassen und wenn ein behindertes Kind zur Welt kam, die Mutter bei der Obrigkeit anzuzeigen. Seit 1452 gibt es eine einheitliche Verordnung für Hebammen und seit 1491 müssen Hebammen eine Ausbildung nachweisen können, um selbstständig eine Entbindung durchführen zu dürfen.

    Hebammen in der heutigen Zeit

    Das heutige Berufsbild der Hebamme hat sich im Laufe der Jahrhunderte kaum verändert. Bis heute beraten und betreuen Hebammen die Schwangerschaft, die Geburt, das Wochenbett und auch die Stillzeit. Frauen, die in einem Geburtshaus oder im eigenen Zuhause entbinden wollen, sollten früh mit einer Hebamme Kontakt aufnehmen, denn nur wenn die Hebamme die Frau durch die gesamte Schwangerschaft begleitet, dann kennt sie alle wichtigen Parameter und kann später entsprechend sicher die Geburt leiten. Die Hebamme steht ihren Patientinnen in der Klinik Tag und Nacht zur Verfügung, zudem begleitet sie die Frauen im Geburtshaus in einer vertrauensvollen Atmosphäre durch die Geburt. Sie steht der Gebärenden außerdem bei einer ambulanten Geburt in der Klinik zur Seite und sie entbindet auch bei der Patientin zu Hause, wenn diese im Kreise ihrer Familie ihr Kind zur Welt bringen möchte.

    Welchen Hebammenleistungen können Frauen in Anspruch nehmen?

    Jede Frau hat das Recht, die Arbeit einer Hebamme in Anspruch zu nehmen. Unabhängig wie die Frau entbunden hat, kann eine Hebamme bis zu zehn Tage nach der Entbindung ins Haus kommen, und die Besuche bis zur zwölften Woche nach der Geburt werden von den Krankenkassen bezahlt. Bis das Kind acht Wochen alt ist, gibt es zudem den Anspruch auf eine Stillberatung durch die Hebamme und wenn der Hausarzt oder der Kinderarzt der Ansicht sind, dass Mutter und Kind über den gesetzlichen Rahmen hinaus von einer Hebamme betreut werden müssen, dann muss ebenfalls die Krankenkasse zahlen. Zu den Aufgaben einer Hebamme nach der Geburt gehören unter anderem:

    • Die medizinische Versorgung des kindlichen Nabels
    • Ernährungsberatung und Pflegeanleitung
    • Informationen und Anleitungen zum Stillen
    • Untersuchung und Kontrolle der Wundheilung bei Kaiserschnitten und Dammschnitten
    • Informationen zu allen wichtigen Impfungen
    • Beurteilung des allgemeinen Zustandes des Kindes
    • Kontrolle der Gebärmutter und Übungen für die Rückbildung

    Die Haftpflichtversicherung für Hebammen

    Eine Hebamme, die freiberuflich arbeitet oder ein Geburtshaus führt, muss haftpflichtversichert sein, denn wenn es zu Komplikationen oder zu schwerwiegenden Problemen während der Geburt kommt, dann übernimmt die Haftpflichtversicherung alle anfallenden Kosten, zum Beispiel, wenn es zu Streitigkeiten vor Gericht kommt. Allerdings sind die Prämien der Haftpflichtversicherung für Hebammen in den letzten Jahren in astronomische Höhen gestiegen. Zahlte eine niedergelassene Hebamme 1981 noch eine Prämie von 30,68 DM, so stieg der Beitrag 2010 auf 3689,- Euro. Seit 2014 zahlt eine freiberuflich arbeitende Hebamme 5302,- Euro für die Haftpflichtversicherung, was das Ende für viele Geburtshäuser war.

    Bild: © Depositphotos.com / lucidwaters

  • Social Freezing – ein neuer Trend?

    Social Freezing – ein neuer Trend?

    Viele Frauen wünschen sich ein Baby, doch oftmals ist der richtige Zeitpunkt noch nicht erreicht. Sei es aus persönlichen oder beruflichen Gründen – daher schieben einige Frauen ihren Kinderwunsch bisweilen auf unbestimmte Zeit nach hinten. Wer hier jedoch nicht aufpasst, kann den „richtigen Zeitpunkt“ ganz einfach verpassen und hat mit Anfang 40 schließlich kein Glück, auf natürlichem Wege schwanger zu werden. Denn mit zunehmendem Alter nimmt einerseits die Fruchtbarkeit bei Frauen rapide ab und andererseits die Häufigkeit von Fehlern im Erbgut, die zu Krankheiten und Behinderungen des Kindes oder aber einem natürlichen Abgang zu Beginn einer Schwangerschaft führen können, zu.

    Als neuer Trend scheint daher Social Freezing für Frauen, die entweder zunächst Karriere machen möchten oder die einfach nicht den passenden Partner gefunden haben, eine optimale Lösung zu sein, um trotzdem nicht auf Nachwuchs verzichten zu müssen. Erst kürzlich sorgten sowohl Facebook als auch Apple für Aufsehen, als sie verkündeten, ihren Mitarbeiterinnen eine solche Behandlung zu finanzieren. Doch wie genau funktioniert Social Freezing eigentlich und wer ist die Zielgruppe dieser Methode?

    Auf Eis gelegt – die moderne Familienplanung?

    Das sogenannte Social Freezing bietet vor allem Frauen zwischen 35 und 40 Jahren mittlerweile auch in Deutschland die Möglichkeit, unbefruchtete Eizellen für einen späteren Kinderwunsch einfrieren zu lassen. Jedoch ist die Entnahme reifer Eizellen bei Weitem nicht so einfach wie die Samenspende für Männer.

    Beim Social Freezing wird zunächst ähnlich wie bei der künstlichen Befruchtung vorgegangen. Über zehn Tage hinweg werden der Frau Hormone gespritzt, die die Eizellreifung anregen – im Anschluss daran findet die Entnahme der gebildeten Eizellen über die Vagina statt. Durch die vorangehende Hormonbehandlung kann es bei den Frauen in seltenen Fällen zu Nebenwirkungen wie starken Stimmungsschwankungen oder auch Übelkeit kommen.

    Nun findet im Anschluss an die Entnahme der Eizellen allerdings keine Befruchtung dieser Zellen statt (wie bei der künstlichen Befruchtung), stattdessen werden die Eizellen bei minus 180 Grad Celsius schockgefroren und in speziellen Kyrotanks durch den Einsatz von flüssigem Stickstoff gelagert. Hierfür gibt es in Deutschland private Anbieter, wie z.B. die Eizellbank Seracell Freezing aus Rostock, die die Zellen gegen eine monatliche Gebühr beliebig lange lagern. Die Spende von Eizellen ist hingegen zumindest in Deutschland gesetzlich verboten, aus diesem Grund haben Frauen lediglich die Möglichkeit, ihre Eizellen für den eigenen Gebrauch einfrieren zu lassen.

    Wer entscheidet sich für Social Freezing?

    Die Methode des Eizelleneinfrierens war zumindest in Deutschland zunächst Frauen vorbehalten, die sich aufgrund einer Krebserkrankung einer Chemotherapie unterziehen mussten – denn auf diese Weise konnten die entnommenen Zellen vor den zerstörenden Chemikalien geschützt werden, sodass ein Kinderwunsch nach überstandener Krankheit mit besseren Chancen erfüllt werden konnte. Doch mittlerweile ist das Einfrieren von Eizellen auch aus den bereits genannten sozialen Gründen möglich – damit steht es der modernen Frau vollkommen frei, sich für eine neue Art der Familienplanung zu entscheiden.

    Aktuell ist das Social Freezing in Deutschland allerdings noch wenig verbreitet; das liegt zum einen wohl daran, dass dieser Trend erst vor nicht allzu langer Zeit auch hier angekommen ist. Zum anderen fehlt bisher eine grundlegende Aufklärung über die Möglichkeiten dieser Art der Familienplanung. Generell scheint jedoch ein Großteil der deutschen Frauen dem Social Freezing gegenüber offen eingestellt zu sein.

    So äußerten sich laut einer Umfrage von Seracell über die Hälfte der 1400 befragten Mütter in der „Family & Life“ Studie positiv gegenüber Social Freezing. Nur etwa 14 Prozent der Frauen lehnten das Einfrieren von Eizellen generell ab, knapp drei Prozent würden sich ein Verbot wünschen.

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  • Die Syphilis ist wieder auf dem Vormarsch

    Die Syphilis ist wieder auf dem Vormarsch

    Syphilis – gibt es diese Krankheit überhaupt noch? Der Dichter Heinrich Heine, der Philosoph Friedrich Nietzsche oder auch der Komponist Franz Schubert starb an der Krankheit, die man früher die französische Krankheit nannte. Erst 1905 gelang es zwei Berliner Ärzten, der Lustseuche auf die Spur zu kommen, denn sie entdeckten den Erreger der Geschlechtskrankheit, die für die Dauer von fünf Jahrhunderten Europa fest im Griff hatte. Ihren Namen bekam die Syphilis allerdings schon 1530, als ein Arzt aus Italien ein Gedicht schrieb, in dem er von einem Hirten mit Namen Syphilus erzählte, der ein lasterhaftes Leben führte und dafür mit einer schrecklichen Krankheit bestraft wurde.

    Die Syphilis ist wieder da

    Lange Jahre war es ruhig um die Geschlechtskrankheit, die im Mittelalter den Charakter einer Seuche hatte. In den 1980er und 1990er Jahren bestimmte mit Aids eine andere Geschlechtskrankheit die Schlagzeilen und die Syphilis geriet ein wenig Vergessenheit. Jetzt ist sie wieder da, denn alleine im vergangenen Jahr zählte das Robert-Koch-Institut 5722 Neuerkrankungen. Seit fünf Jahren steigen die Zahlen kontinuierlich an und es sind vor allem Männer aus der Schwulenszene, die sich anstecken. In 85 % der registrierten Fälle ist der sexuelle Kontakt zwischen Männern der Auslöser für eine Infektion. Vor allem in den großen Städten wie zum Beispiel Berlin, stieg die Zahl der Neuerkrankungen auf 31 auf 100.000 Einwohner. Nach Berlin ist Hamburg eine neue Hochburg der Syphilis, denn dort gibt es seit 2014 knapp 20 neue Erkrankungen auf 100.000 Einwohner.

    Das Chamäleon unter den Geschlechtskrankheiten

    In der Medizin gilt die Syphilis als Chamäleon unter den Geschlechtskrankheiten, denn die typischen Symptome sind lange Zeit weder spürbar noch sichtbar. Da die Krankheit keinerlei Schmerzen verursacht, merken die Infizierten über einen sehr langen Zeitraum überhaupt nicht, dass sie schwer krank sind. Die Syphilis weiß sich geschickt zu tarnen, und genau das macht sie so gefährlich. Wenn sich die ersten Symptome zeigen, dann kann es für eine Behandlung schon zu spät sein. In nur etwa einem Drittel aller Fälle wird die Krankheit in einem frühen Stadium festgestellt und kann dann erfolgreich mit Antibiotika behandelt werden. Das Robert-Koch-Institut rät daher allen Personen, die gefährdet sind, einmal im Jahr zu einer Routineuntersuchung zu gehen, aber diese Vorsorgeuntersuchungen werden von den Krankenkassen nicht bezahlt, die Kassen bezahlen immer erst dann, wenn sich die ersten Symptome zeigen.

    Warum HIV-Infizierte besonders gefährdet sind

    Neue Studien zeigen, dass viele Infizierte auch unter HIV leiden und das hat seine Gründe. Viele homosexuelle Männer, die von ihrer Infektion mit Aids wissen, haben häufig ungeschützten Sex mit anderen Männern, die ebenfalls HIV-positiv sind. An eine Infektion mit Lues denken die wenigsten und wenn doch, dann wird die Syphilis als das „kleinere Übel“ betrachtet. Das ist ein großer Fehler, denn die Franzosenkrankheit ist wie gesagt, sehr tückisch und verläuft in Schüben. Drei bis fünf Jahre kann es dauern, bis die Krankheit ausbricht und dieser Zeit beginnt der Erreger damit, die Knochen, die Gelenke und schließlich auch lebenswichtigen Organe anzugreifen.

    Wie verläuft die Syphilis?

    Die ersten Anzeichen, dass es zu einer Ansteckung gekommen ist, sind eher harmlos. Im Genitalbereich sind kleine unscheinbare Geschwüre zu sehen, die nicht schmerzen und daher auch wenig beachtet werden. Im zweiten Schub, der bei vielen Infizierten neun bis zehn Wochen nach der Ansteckung erfolgt, zeigen sich dann rote Flecken, die sich auf dem ganzen Körper verteilen. Diese Flecken verschwinden aber wieder, und dann vergehen Jahre, bevor die Krankheit sich wieder bemerkbar macht. Im letzten Stadium kommt es dann zu Lähmungen und das Bakterium dringt bis ins Gehirn vor. Während die Kranken im 19. Jahrhundert mit hochgiftigem Quecksilber behandelt wurden, setzt die Medizin heute auf Antibiotika, um die Krankheit zu bekämpfen.

    Bild: © Depositphotos.com / DmytroKozak