Schlagwort: Anfall

  • Omega-3-Fettsäuren – mehr als ein Placebo?

    Omega-3-Fettsäuren – mehr als ein Placebo?

    Alle, die sich gesund ernähren wollen, die kommen an den Omega-3-Fettsäuren nicht vorbei. Fett spielt in der Ernährung eine wichtige Rolle, aber nicht alle Fette sind auch wirklich gesund. Essen wir zu viel Fett, dann macht sich das auf den Hüften bemerkbar und die Gefahr von Krankheiten wie Diabetes, Herzinfarkt und Schlaganfall steigt an. Es sollten „gute“ Fette sein, und hier kommen die Omega-3-Fettsäuren ins Spiel, denn diese Form von Fett gilt als besonders bekömmlich und als sehr gesund. Aber ist das wirklich so, oder haben die Omega-3-Fettsäuren letztendlich nur den berühmten Placebo-Effekt?

    Gesunde und ungesunde Fette

    Die unterschiedlichen Fette werden in Gruppen aufgeteilt, und zwar in gesättigte, einfach ungesättigte und mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Tierische Fette, wie sie in der Wurst, im Schmalz, in der Butter und in der Wurst vorkommen, sind gesättigt und damit nicht so gesund wie ungesättigte Fettsäuren. Einfach ungesättigte Fettsäuren finden sich vor allem in Pflanzenölen wie Raps- oder Olivenöl, und als besonders gesund gelten die mehrfach ungesättigten Fettsäuren, zu denen auch die Omega-3-Fettsäuren gehören. Der Hauptlieferant für Omega-3-Fettsäuren ist Fisch oder besser gesagt das Fischöl aus Kaltwasserfischen. Wer sich gesund ernähren will, der muss mehrmals in der Woche Fisch essen, um die Menge an Omega-3-Fettsäuren zu bekommen, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken kann.

    Was können Omega-3-Fettsäuren bewirken?

    Zu den positiven Eigenschaften von Omega-3-Fettsäuren gehört die Prävention von Herz- und Kreislauferkrankungen, Omega-3-Fettsäuren können aber auch Menschen helfen, die unter Rheuma leiden. Die gesunden Fettsäuren steigern zudem die Leistungen des Gehirns und wirken sich positiv auf das Immunsystem aus. Um allerdings einen positiven Effekt erzielen zu können, muss die Dosierung stimmen, denn wenn das nicht der Fall ist, kann der Placebo-Effekt wirklich eintreten. Wie wirksam Omega-3-Fettsäuren sind, darüber streiten sich die Experten bis heute, denn wer zu wenig davon zu sich nimmt, der erzielt so gut wie gar keinen Effekt. Es sollten schon mehr als 1 Gramm täglich der gesunden Fettsäuren sein, damit Omega-3-Fettsäuren ihre gesunden Eigenschaften entfalten können.

    Welche Nahrungsmittel enthalten viele Omega-3-Fettsäuren?

    Eine der wichtigsten Quellen für Omega-3-Fettsäuren sind Fische. Besonders der Hering und die Makrele, aber auch Edelfische wie Lachs und Thunfisch sind gute Lieferanten für die gesunden Fettsäuren. Auch in Lein-, Raps- und Sojaöl sind viele mehrfach ungesättigte Fettsäuren zu finden. Wer diese Öle für die Zubereitung von Speisen nutzt, der steht immer auf der richtigen Seite.

    Auf die Dosierung kommt es an

    Wie schon erwähnt, ist 1 Gramm die Grenze, denn wer weniger Omega-3-Fettsäuren zu sich nimmt, der erzielt kaum positive Effekte für seine Gesundheit. Es sollten mindestens 2 Gramm sein, um der Gesundheit etwas Gutes zu tun. Ernährungsexperten empfehlen Omega-3-Fettsäuren in Form von Fischöl zu sich zu nehmen. Dies kann in Form von Kapseln oder reinem Fischöl geschehen. Um den gewünschten Effekt zu erzielen müssen ca. 6-8 Fischölkapseln oder ein Esslöffel eines natürlichen Fischöls pro Tag eingenommen werden. Wie sehr die Menge die Gesundheit beeinflusst, das wird auch in einer Studie der Universität von Southampton deutlich. Professor Philip Calder und sein Team haben Omega-3-Fettsäuren vor allem in Hinsicht auf ihre entzündungshemmenden Eigenschaften untersucht und kamen zu erstaunlichen Ergebnissen. Der Körper produziert bei Entzündungen ein bestimmtes Hormon, mit dem Namen Prostaglandin Typ 2 und wenn der Körper Omega-3-Fettsäuren in einer ausreichenden Menge bekommt, dann reduziert sich automatisch die Produktion des Hormons. Bei Studienteilnehmern, die für die Untersuchung ein Placebo bekommen haben, wurde eine Reduzierung des Hormons von zehn Prozent nachgewiesen. Bei Probanden, die nur 1 g Omega-3-Fettsäuren bekamen, gab es keine erkennbaren Unterschiede und nur bei den Studienteilnehmern, die über zwei Gramm Omega-3-Fettsäuren bekamen, stellte sich eine deutliche Verbesserung ein. Damit weist die Studie nach, dass es bei Omega-3-Fettsäuren auf die Dosierung ankommt – mindestens 2 g Omega-3-Fettsäuren pro Tag.

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  • Salzwasser trinken – alles andere als gesund

    Salzwasser trinken – alles andere als gesund

    Es gibt eine ganz einfache und zudem sehr günstige Methode, um gesund und fit zu bleiben – das behauptet das amerikanische Gesundheitsportal „Sun-Gazing“. Diese Methode ist wirklich ganz einfach, ob sie jedoch gesund ist, das ist eine andere Frage. Ärzte warnen jetzt davor, sieben Tage lang jeden Morgen auf nüchternem Magen ein Glas lauwarmes Wasser mit Salz zu trinken.

    Keine wissenschaftlichen Beweise

    Das US-Gesundheitsportal weist darauf hin, dass das Glas Wasser den Körper entgiftet und zur allgemeinen Stärkung der Gesundheit beiträgt. Mediziner sehen das kritisch, denn es gibt bislang keine Beweise für diese These und auch keine wissenschaftlichen Arbeiten, die nachweisen können, dass Salzwasser tatsächlich einen Effekt hat, der der Gesundheit zu Gute kommt. Im Gegenteil, Mediziner weisen darauf hin, dass der Konsum an Salz in der heutigen Gesellschaft schon deutlich zu hoch ist. Mehr als fünf Gramm pro Tag ist akzeptabel, alles, was darüber hinaus geht, schadet auf lange Sicht gesehen nur der Gesundheit.

    Schädlich für den Blutdruck

    Das amerikanische Gesundheitsportal rät dazu, einen halben Teelöffel Salz in 250 Millilitern Wasser aufzulösen und dann in kleinen Schlucken zu trinken. Wer diese Sole-Kur eine Woche durchhält, der kann einen zu hohen Blutdruck senken und zudem dafür sorgen, dass sich der Blutdruck auf ein normales Maß einpendelt. Auch das ist purer Blödsinn, sagen deutsche Ärzte, denn das Gegenteil ist der Fall. Wer zu viel Salz zu sich nimmt, der riskiert einen zu hohen Blutdruck und damit auch Gefahren, wie zum Beispiel einen Schlaganfall. Die Ärzte warnen ausdrücklich davor, die Sole-Kur zu machen, wenn man einen zu hohen Blutdruck hat.

    Einfach, aber gefährlich

    Auch wenn diese Salzkur einfach und preisgünstig ist, schadet sie dennoch der Gesundheit. Nicht immer sind es die vermeintlichen Hausmittel, die die Gesundheit positiv beeinflussen. Ein Glas Wasser mit Salz gehört definitiv nicht zu diesen Hausmitteln.

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  • Schlafapnoe – gefährliche Atemaussetzer in der Nacht

    Schlafapnoe – gefährliche Atemaussetzer in der Nacht

    Viele Menschen wissen nicht, in welcher akuten Gefahr sie sich während der Nacht befinden, denn eine sogenannte Schlafapnoe bleibt oft unbemerkt. Die Atmung setzt dann für wenige Sekunden aus und während dieser Pausen nimmt der Sauerstoffgehalt im Blut immer wieder gefährlich ab. Zwar werden die Betroffenen kurz wach, wenn der Körper Alarm schlägt, aber die wenigsten können sich am Tag an diese Aufwachphasen erinnern. Eine Schlafapnoe bleibt trotzdem nicht unbemerkt, denn wer in der Nacht immer wieder aufwacht, weil die Atmung aussetzt, der ist am Tag zwangsläufig müde und unkonzentriert.

    Was sind die Ursachen für eine Schlafapnoe?

    Rund vier Prozent der Männer und zwei Prozent der Frauen in Deutschland leiden unter Schlafapnoe, und viele wissen es nicht einmal. Eine Ursache für die Atemaussetzer in der Nacht sind verengte Atemwege oder der Atemmuskel ist kurzzeitig nicht mehr in der Lage, mit dem Gehirn zu kommunizieren. Wer schnarcht, der muss mit einer Schlafapnoe rechnen und auch Menschen, die stark übergewichtig sind, leiden unter den Atemaussetzern während der Nacht. Die häufigste Form ist aber die obstruktive Schlafapnoe, die sogenannte OSA. Sie entsteht immer dann, wenn die Atemwege verengt sind und die Kraft der Muskeln nicht mehr ausreicht, um Luft zu holen. Bei dem Versuch Luft zu holen, wird der Widerstand in den Atemwegen so groß, dass es schließlich zu einer Atempause kommt. 80 % der Betroffenen, die unter einer Schlafapnoe leiden, haben Adipositas, sie sind fettsüchtig und ihr großes Körpergewicht sorgt über kurz oder lang dafür, dass sich die Atemwege so verengen, dass es zu Aussetzern beim Atmen kommt.

    Welchen Folgen kann eine Schlafapnoe haben?

    Bei Menschen, die unter Schlafapnoe leiden, setzt der Atem immer wieder für einen Zeitraum zwischen 20 und 30 Sekunden aus, nicht selten kann ein solcher Aussetzer aber auch über eine Minute anhalten. Meist ist es der Partner, der die Aussetzer bemerkt, und zwar immer dann, wenn das Schnarchen plötzlich abbricht und Stille herrscht. Die Betroffenen merken erst am nächsten Tag, dass die Nacht unruhig war, denn sie sind müde, sie können sich nicht mehr konzentrieren und nicken oftmals für mehrere Sekunden ein. Neben einer starken Tagesmüdigkeit kann es aber auch zu Bluthochdruck, zu Herzrhythmusstörungen, zu einem Schlaganfall oder zu einem Herzinfarkt kommen. Viele Betroffene leiden unter Bluthochdruck, denn immer wenn der Körper durch die Atemaussetzer unter Stress kommt, dann wird das autonome Nervensystem aktiv und das treibt dann den Blutdruck nach oben.

    Hilfe aus dem Schlaflabor

    Eine Schlafapnoe ist eine leise, aber eine große Gefahr. Wenn die Atempausen mehr als zehnmal in einer Stunde auftreten und länger als zehn Sekunden dauern, dann wird es Zeit, in ein Schlaflabor zu gehen und eine Atemtherapie zu machen. Nur ein Schlaflabor kann festgestellt werden, wie gefährlich eine Schlafapnoe wirklich ist, denn dort werden die Betroffenen während des Schlafes beobachtet und kontrolliert. Wer mehr über die persönliche Gefahr durch eine Schlafapnoe wissen möchte, der kann zum Beispiel einen einfachen Stresstest machen und so sehen, ob eine Gefährdung besteht. Aber ein Schlaflabor kann nicht nur feststellen, ob eine Schlafapnoe vorliegt, ein Schlaflabor wie das ambulante Schlafzentrum Osnabrück, bietet auch die Möglichkeit einer Therapie an. Schlafstörungen und eine Schlafapnoe können nicht nur die Gesundheit gefährden, sie beeinträchtigen auch das alltägliche Leben nachhaltig.

    Wie kann eine Schlafapnoe therapiert werden?

    Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie eine Schlafapnoe behandelt und therapiert werden kann. Handelt es sich um eine leichte Form, dann kann es schon hilfreich sein, ein paar Kilogramm abzunehmen. Auch der Verzicht auf Alkohol und Nikotin kann helfen, damit es nachts nicht zu Atemaussetzern kommt. Wer ruhig schlafen will, der sollte die Rückenlage vermeiden und auch spezielle Bissschienen können bei einer Schlafapnoe helfen.

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  • Plötzliche Ohnmacht – die Angst, die Kontrolle zu verlieren

    Plötzliche Ohnmacht – die Angst, die Kontrolle zu verlieren

    Man kennt das aus vielen Filmen, immer wenn die Situation für die Hauptdarstellerin besonders heikel oder dramatisch wird, dann sinkt sie gekonnt in Ohnmacht. Das, was im Film immer so harmlos aussieht, ist in der Realität für diejenigen, die betroffen sind, alles andere als angenehm. Zwar ist eine plötzliche Ohnmacht in den meisten Fällen harmlos, aber es ist kein gutes Gefühl, das Bewusstsein und damit auch die Kontrolle zu verlieren. Was löst eine Ohnmacht aus und kann man sich davor überhaupt wappnen?

    Welche Ursache kann eine plötzliche Ohnmacht haben?

    Auch die plötzliche Ohnmacht hat einen medizinischen Namen und dieser lautet Synkope. Ärzte sprechen immer dann von einer Synkope, wenn es sich um einen kurzen Ohnmachtsanfall handelt, der nicht länger als ein paar Sekunden dauert. Ausgelöst wird diese kurze Bewusstlosigkeit von einer Durchblutungsstörung im Gehirn, die Ursachen für den Blackout sind aber vielfältig. Ein zu niedriger Blutdruck kann eine plötzliche Ohnmacht zur Folge haben, aber auch eine Schwangerschaft kann eine Synkope auslösen. Nicht immer sind die Ursachen harmloser Natur, hinter einer Ohnmacht kann auch eine ernsthafte Erkrankung stecken.

    Die vier verschiedenen Arten der Ohnmacht

    Wer meint, eine Ohnmacht ist einfach nur ein kurzer Moment der Bewusstlosigkeit, der irrt sich, denn aus medizinischer Sicht gibt es vier verschiedene Arten einer Ohnmacht:

    • Die zerebrovaskuläre Synkope
    • Die vasovagale Synkope
    • Die orthostatische Synkope
    • Die kardiale Synkope

    Die häufigste Form, die eine plötzliche Ohnmacht auslöst, ist die orthostatische Synkope, die immer dann eintritt, wenn der Kreislauf für einen kurzen Moment zusammenbricht. Der Mangel an Flüssigkeit kann diese Ohnmacht auslösen, auch wer einen niedrigen Blutdruck hat und dann von einer liegenden oder sitzenden Position zu schnell aufsteht, der muss damit rechnen, umzufallen. In diesem Augenblick sackt das Blut in die Beingefäße und das Gehirn bekommt nicht mehr genug Sauerstoff. Kommt es zu einer vasovagalen Synkope, dann ist eine starke Reflexreaktion des Körpers die Ursache. Stress, Angst, heftige Schmerzen und Kälte, aber auch Freude oder eine schlechte Nachricht können für eine solche plötzliche Ohnmacht sorgen.

    Die gefährliche Variante

    Wer vor Freude in Ohnmacht fällt, der wird die kurze Bewusstlosigkeit wahrscheinlich gerne in Kauf nehmen. Wenn es sich jedoch um eine kardiale Synkope handelt, dann wird es gefährlich. Eine solche Ohnmacht wird immer von einer Störung der Herzfunktion ausgelöst, vielfach sind es Herzrhythmusstörungen, die einen gefährlichen Einfluss auf den Blutkreislauf haben. Auch eine Veränderung in der Struktur des Herzgewebes kann eine plötzliche Ohnmacht auslösen. Das Gefährliche ist hierbei, dass das Herz während einer kardialen Synkope einfach stehenbleibt. Meist geschieht das ohne vorherige Anzeichen und nicht alle wachen aus dieser Ohnmacht wieder auf. Wenn das der Fall ist, dann handelt es sich um den plötzlichen Herztod, auch Sekundentod genannt.

    Das Anzapfphänomen

    Die zerebrovaskuläre Synkope wird auch das Anzapfphänomen genannt und kommt nicht so häufig vor. Bei einem Anzapfphänomen handelt es sich um den Verschluss eines Gefäßes im Gehirn, was zu einer Unterversorgung mit Sauerstoff im umliegenden Gewebe führt. Dieses Gewebe sucht sofort nach einer anderen Sauerstoffquelle und zapft einfach ein anderes Gefäß in der Nähe an. Wird aber Blut aus einem anderen Gefäß abgezapft, dann entsteht auch dort eine Unterversorgung und es kommt zu einer kurzen Ohnmacht. Ganz so harmlos wie es klingt, ist eine zerebrovaskuläre Synkope leider nicht, denn ein Gefäßverschluss im Gehirn kann schwerwiegende Folgen haben.

    Wie sollte man bei einer Ohnmacht reagieren?

    Auf eine plötzliche Ohnmacht kann keiner reagieren, aber es gibt Anzeichen, die auf eine Ohnmacht hinweisen. Übelkeit oder Schweißausbrüche gehören dazu, aber auch Ohrensausen, Sehstörungen oder ein Schwindelgefühl. Wenn diese Symptome auftreten, dann ist es wichtig, den Kopf flach und die Beine hoch zu lagern, damit das Blut zurück in den Kopf fließen kann.

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  • Vorhofflimmern – ein Vorbote für Schlaganfälle

    Vorhofflimmern – ein Vorbote für Schlaganfälle

    Rund 1,8 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Herzrhythmusstörungen und die meisten wissen es noch nicht einmal. Besonders häufig ist das sogenannte Vorhofflimmern, ein Warnzeichen, was niemand auf die leichte Schulter nehmen sollte, denn Vorhofflimmern kann ein Vorbote für einen drohenden Schlaganfall sein. Aber wie entsteht dieses besondere Flimmern und was macht es so gefährlich? Warum sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen und gibt es eine Therapie, die das Flimmern beendet?

    Wie gefährlich ist ein Vorhofflimmern?

    Ein gesundes Herz schlägt rund 70 Mal in einer Minute, wenn es aber zu einem Vorhofflimmern kommt, dann erhöht sich die Zahl auf 150 Herzschläge in der Minute. Das stellt eine sehr große Belastung für den Herzmuskel und die reduzierte Pumpleistung des Herzens dar, für die Betroffenen bedeutet es ein stetiges Absinken der Leistungsfähigkeit. Anders als das deutlich gefährlichere Kammerflimmern führt das Vorhofflimmern nicht sofort zum Tod, aber in den Herzvorhöfen kann sich leicht ein Gerinnsel bilden, das schließlich in die Blutbahn gelangt und zum Gehirn wandern kann. Wird dann ein Gefäß verstopft, dann kommt es zu einem Schlaganfall. Über ein Drittel der Schlaganfälle geht heute auf ein Vorhofflimmern zurück.

    Die typischen Anzeichen des Vorhofflimmerns

    Das Herz rast und stolpert, es kommt zu Atemnot, zu starken Angstgefühlen, der Puls wird unregelmäßig und den Betroffenen wird schwindelig – das alles sind die typischen Anzeichen für diese besondere Form einer Herzrhythmusstörung. Die Betroffenen fühlen sich ohne erkennbaren äußeren Grund plötzlich krank, sie haben das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren und nicht selten auch Todesangst. Oft wird das gefährliche Flimmern mit einem Herzinfarkt verwechselt, und auch wenn es vielleicht seltsam klingt, aber wer mit der Verdachtsdiagnose Infarkt in ein Krankenhaus eingeliefert wird, der hat großes Glück. Bei einem EKG wird das Flimmern meist sehr schnell erkannt, und der Betroffene bekommt sofort die notwendige Therapie, die ihn in den meisten Fällen vor einem Schlaganfall bewahrt.

    Welche Ursachen gibt es?

    Wie alle Herzerkrankungen, so gibt es auch für das Vorhofflimmern verschiedene Ursachen. Die häufigste Ursache ist Bluthochdruck, dann folgt das Alter. Auch eine angeborene Herzmuskelschwäche, eine koronale Erkrankung des Herzens, ein Herzklappenfehler und auch eine Herzmuskelentzündung, wie sie sehr häufig nach einer nicht auskurierten Erkältung oder Grippe auftritt, kann ein Auslöser für diese Form der Herzrhythmusstörung sein. Menschen, die unter Diabetes leiden, starkes Übergewicht haben oder regelmäßig viel Alkohol trinken, müssen damit rechnen, dass ihr Herz ihnen auf diese Weise Probleme macht.

    Welche Behandlungen und Therapien sind möglich?

    Wenn die Rhythmusstörung rechtzeitig erkannt wird, dann kann sie erfolgreich mit Medikamenten behandelt werden. Wird sie aber zu spät erkannt, dann ist es schwer, einen normalen Sinusrhythmus, also einen normalen Herzrhythmus wieder herzustellen. In akuten Fällen ist eine elektrische Kardioversion, der sogenannte Elektroschock ein bewährtes Mittel, um das Herz wieder normal schlagen zu lassen. Ähnlich wie bei einem lebensgefährlichen Herzstillstand, so wird der Patient auch beim Vorhofflimmern unter Narkose kurz geschockt, und anschließend beginnt das Herz wieder im richtigen Rhythmus zu schlagen. Bevor geschockt wird, überzeugt sich der Arzt mittels einer Ultraschalluntersuchung aber davon, dass sich in den Herzvorhöfen kein Gerinnsel gebildet hat. Um ganz sicher zu gehen, wird eine Echokardiografie gemacht, bei der eine Ultraschallsonde mit einem sehr dünnen biegsamen Schlauch durch die Speiseröhre bis ans Herz geschoben wird. Zusätzlich bekommen die Betroffenen blutverdünnende Medikamente, die die Bildung eines Gerinnsels verhindern oder hemmen sollen. Nicht immer gelingt es, den Herzrhythmus wieder in einen normalen Bereich zu bekommen. In diesen Fällen werden die Ärzte versuchen, die Pulsfrequenz im Ruhezustand unter 110 oder noch besser unter 70 Schläge in der Minute zu bekommen. Um das zu erreichen, werden dem Patienten spezielle Medikamente verabreicht, wie zum Beispiel Betablocker oder auch Digitalis.

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  • Fieber – Alles über Fieber

    Fieber – Alles über Fieber

    Fieber- eine natürliche Abwehrreaktion des Körpers

    Der Ursprung des Begriffs Fieber ist im Lateinischen zu suchen. Dort steht „febris“ für Hitze. Fieber entwickeln die meisten lebenden Organismen als Mechanismus zur Abwehr von eingedrungenen Keimen. Es ist also ein Hilfsmittel des Immunsystems.

    Welcher Temperaturbereich als Fieber bezeichnet wird, hängt direkt von der normalen Basaltemperatur der einzelnen Organismen ab. Beim Menschen spricht man dann von Fieber, wenn die Kerntemperatur des Körpers höher als 38 Grad Celsius oder nach dem angloamerikanischen Maßsystem von 100,4 Grad Fahrenheit ist. Beim Schwein beispielsweise liegt die normale Körpertemperatur zwischen 39 und knapp 40 Grad Celsius. Deshalb beginnt dort das Fieber erst ab 40,5 Grad Celsius.

    Durch Fieber wird die Aktivität einiger Neuronen im Hypothalamus gesteigert, von denen ein knappes Drittel empfänglich für Wärme ist. Sie steuern dann die Wärmeabgabe des Körpers, über die eine Regulation der Körpertemperatur erzielt wird. Sie werden in ihrer Tätigkeit durch Pyrogene gehemmt. Zur Zirkulation von Pyrogenen im Körper kommt es dann, wenn an irgendeiner Stelle entzündliche Prozesse ablaufen. Dabei werden so genannte Akute-Phase-Proteine frei gesetzt, die zur Gruppe der Pyrogene gehören.

    Bleibt die Frage, wie es der menschliche Körper schafft, das Fieber auf einen Wert zu begrenzen, der ihm selbst nicht gefährlich werden kann. Diese Reaktion erfolgt üblicherweise, wenn eine Kerntemperatur von 41 Grad Celsius oder 105,8 Grad Fahrenheit erreicht ist. Dafür sind einerseits zwei Interleukine und andererseits Prostaglandin-Derivate sowie Epoxyeicosatriensäuren verantwortlich. Ein Zusammenspiel mit Hormonen wie Vasopressin, Melanocortin und Glukokortoide mit diversen Neurotransmittern ist bei der natürlichen Begrenzung von Fieber ebenfalls zu beobachten.

    Klinische Studien haben belegt, dass es nicht immer Sinn macht, das Fieber rigoros zu bekämpfen. Vor allem bei Infektionen mit Viren, Bakterien und anderen Parasiten ist das Phänomen zu beobachten, dass die Krankheitsverläufe unter Fieber verkürzt und abgeschwächt werden können. Auch die Überlebensrate kann durch einen Verzicht auf die künstliche Senkung von Fieber beispielsweise bei einer von Bakterien oder Pilzen verursachten Sepsis erhöht werden.

    Wichtiges über Fieber:

    Fieber ist kein Symptom, vor dem man sich fürchten müsste. Es ist eine ganz normale Abwehrreaktion des Körpers, die dazu dient, die Aktionsfähigkeit des Immunsystems zu steigern. Bevor lebensgefährliche Kerntemperaturen erreicht werden, setzen normalerweise körpereigene Regelprozesse ein, die eine Selbstschädigung verhindern. Damit kann Fieber nicht zu den Ursachen von Krankheiten gerechnet werden, sondern stellt immer ein Begleitsymptom dar, das von den Abwehrmechanismen des Körpers verursacht und deshalb auch nicht unterdrückt werden sollte. Doch dazu ist eine umfangreiche Aufklärung wichtig, da vor allem von den Angehörigen kranker Menschen Fieber als zusätzliche Gefahr betrachtet wird. Wir geben Ihnen ein paar nützliche Informationen, die es Ihnen leichter machen, das Symptom Fieber als natürliche Antwort des Körpers auf Eindringlinge zu betrachten.

    Kinder und Fieber – Was ist zu beachten?

    Vor allem kleine Kinder sind noch nicht in der Lage, genau angeben zu können, wo ihnen etwas weh tut. Ihnen fehlen auch noch die sprachlichen Fähigkeiten, um andere Begleitsymptome zu schildern. Deshalb gehören Kinder mit Fieber immer zur Kontrolle zum Arzt. Hinzu kommt, dass Kinder mit Fieber bis zum sechsten Lebensjahr auch zu Fieberkrämpfen neigen, die sogar lebensbedrohliche Zustände auslösen können. Deshalb ist hier seitens der Eltern eine engmaschige Überwachung der Kinder selbst und der Entwicklung ihrer Körpertemperatur notwendig.

    Oftmals tritt das Fieber bei Kindern auch unterwegs auf, wenn man gerade kein Thermometer zur Hand hat. Dann hat man einerseits die Möglichkeit, sich an die nächste Apotheke zu wenden. Andererseits sollte man die Begleitsymptome von Fieber bei Kindern kennen. Die Stirn und der Nacken können schon heiß sein, während das Kind noch kalte Hände und Füße hat. Auch ein Anstieg der Atemfrequenz und der Pulsfrequenz deuten auf Fieber bei Kindern hin. Nach der „Liebermeister-Regel“ kann man davon ausgehen, dass die einem um zehn Schläge pro Minute erhöhtem Puls eine Erhöhung der Körpertemperatur um etwa ein Grad Celsius vorliegt.

    Spröde Lippen, eine trockene Zunge und eine rapide Gewichtsabnahme zeigen an, dass dem Körper der Kinder bei Fieber zu wenig Flüssigkeit zugeführt wird. Das ist insbesondere dann gefährlich, wenn das Fieber bei Kindern im Zusammenhang mit Durchfall auftritt, da dieser zu einer zusätzlichen Austrocknung des Körpers führt. Das kann man auch mit einem einfachen Test heraus finden, indem man kurz auf den Handrücken drückt oder die Haut zwischen Daumen und Zeigefinger leicht zusammen kneift. Bleiben die Delle auf dem Handrücken oder die Falte länger als zwei Sekunden, hat die Austrocknung bereits begonnen.

    Schüttelfrost als Begleiterscheinung bei Fieber

    Der Schüttelfrost wird vom Mediziner als Febris undularis bezeichnet und kann sowohl bei Zuständen mit als auch ohne Fieber auftreten. Beim Schüttelfrost findet eine kurztaktige Anspannung und Erschlaffung der Muskeln statt. In der Hauptsache sind davon die Rückenmuskulatur, die Oberschenkenmuskulatur oder die Kaumuskeln betroffen.

    Der Schüttelfrost ist ein Bestandteil der möglichen Reaktionen des menschlichen Immunsystems auf diverse Infektionen und Entzündungen. Durch die in kurzen Intervallen stattfindende Muskelkontraktion werden der Stoffwechsel des Körpers und dort insbesondere die Energiegewinnung angeregt. Dabei besteht die Zielstellung des Immunsystems darin, die Körpertemperatur zu steigern. Die stattfindenden Abläufe sind mit denen vergleichbar, die dann auftreten, wenn es zu einem Muskelzittern bei einer beginnenden Unterkühlung kommt.

    Ausgelöst wird der Schüttelfrost durch die Pyrogene. Im menschlichen Körper sind gramnegative und grampositive Pyrogene zu finden, die durch bakterielle Infektionen dorthin gelangen. Myxoviren dagegen sorgen für die Zirkulation von Viruspyrogenen. Eine dritte Gruppe stellen die Pyrogene dar, die durch Infektionen mit Pilzen in den Körper gelangen. Über Laboruntersuchungen muss zuerst einmal abgeklärt werden, um welche Art von Pyrogenen es sich handelt, bevor gegen den Schüttelfrost eine Therapie gestartet werden kann.

    Doch für Schüttelfrost kann es auch andere Ursachen geben. Er kann durch Entzugserscheinungen bei einer stofflichen Abhängigkeit begründet sein. Auch auf Erregungszustände reagiert der Körper häufig mit Schüttelfrost. Hinzu kommen Fehlfunktionen der Schilddrüse, die für das Auftreten von Schüttelfrost verantwortlich sein können. Die Zufuhr von Wärme ist das einfachste Mittel, einen Anfall von Schüttelfrost zu beenden. Ist er besonders stark, kann unter klinischen Bedingungen auch ein schnell wirkendes Muskelrelaxan verabreicht werden.

    Richtig Fieber messen

    Zum Fieber Messen können verschiedene Stellen des menschlichen Körpers verwendet werden. Bevorzugt erfolgt die Messung in Körperhöhlen und –zugängen wie dem Ohr, dem Mund, dem After oder bei den Mädchen in der Scheide. Dort können die genauesten Messwerte erreicht werden. Aber auch die Leistenbeuge und die Achselhöhle werden zum Fieber Messen genutzt, weil sie am leichtesten zugänglich sind.

    Je nach dem Ort der Messung müssen auf die ermittelten Werte unterschiedliche Differenzen aufgeschlagen werden. So beträgt die Differenz zwischen dem Messwert in der Achselhöhle und der tatsächlichen Kerntemperatur etwa ein halbes Grad Celsius, was zum Messwert hinzu gerechnet werden muss. Erfolgt die Messung von Fieber unter der Zunge, sollte man von Minus-Differenzen zwischen 0,3 und 0,5 Grad Celsius ausgehen. Bei der Messung im Ohr sind es in der Regel Fehler in der Handhabung, die zu Differenzen führen.

    Beim Fieber Messen gibt es mehrere Techniken. Das gläserne Thermometer mit Quecksilberfüllung hat auf Grund der davon ausgehenden Gefahren inzwischen ausgedient. Sie dürfen auf Grund der aktuellen Gesetzgebung in Europa nur noch für wissenschaftliche und medizinische Zwecke verkauft werden. Statt des Quecksilbers verwenden moderne Thermometer das als nicht giftig eingestufte Gallium oder eingefärbten Alkohol. Gallium-Thermometer haben dabei den Vorteil, dass der Höchstwert bis zum Herunterschütteln erhalten bleibt.

    Auf dem Vormarsch ist das Fieber Messen mit digitalen Thermometern. Hier schlägt der Vorteil zu Buche, dass die Messwerte schneller zur Verfügung stehen. Sie sind bruchfest und signalisieren das Ende des Messvorgangs. Außerdem bieten viele Modelle die Möglichkeit, Messergebnisse zum Verfolgen des Verlaufs auch speichern zu können. Die neueste Errungenschaft beim Fieber Messen sind Infrarotthermometer, die vor allem für die Messung der Körpertemperatur im Ohr zur Anwendung kommen.

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