Schlagwort: Angehörigen

  • Das richtige Pflegeheim finden

    Warum viele Bewohner im Rollstuhl ein Alarmsignal sein können

    Baierbrunn (ots) – Bei der Suche nach einem geeigneten Pflegeheim für einen Angehörigen sollte man sich weder nur auf den sogenannten Pflege-TÜV noch auf die Selbstdarstellung des Hauses im Internet oder einem Prospekt verlassen. Am besten macht man sich selbst ein Bild von der Einrichtung: Ein wichtiges Detail beispielsweise ist, ob viele Bewohner des Pflegeheims im Rollstuhl sitzen, wie das Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“ berichtet. „Die meisten brauchen nämlich keinen“, sagt Professorin Angelika Zegelin, Pflegewissenschaftlerin der Universität Witten. Das Personal könnte mit den Bewohnern auch gehen, doch dafür fehlt ihnen oft die Zeit. Das hat Folgen: „Wenn die Menschen nicht mehr stehen, verlieren sie ihre Muskelkraft. Sie werden buchstäblich ins Bett gepflegt“, so Zegelin. Nicht nur körperlich, auch geistig sollten die Bewohner stimuliert werden. „Das Schlimmste im Heim ist, wenn die Menschen so versorgt werden, dass sie nicht mehr gefordert sind“, warnt die Expertin. „Das führt zu einem mentalen und körperlichen Verfall. Und das geht schnell.“ 

    Dieser Beitrag ist nur mit Quellenangabe zur Veröffentlichung frei. 

    Das Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“ 1/2016 A liegt in den meisten Apotheken aus und wird ohne Zuzahlung zur Gesundheitsberatung an Kunden abgegeben. 

     

    Pressekontakt: Ruth Pirhalla Tel. 089 / 744 33 123 Fax 089 / 744 33 459 E-Mail: pirhalla@wortundbildverlag.de www.wortundbildverlag.de www.apotheken-umschau.de

    Quelle: http://www.presseportal.de/pm/52678/3220809
  • Pflegekurse führen ein stiefmütterliches Dasein

    Experten raten pflegenden Angehörigen dringend zu Fortbildungen

    Baierbrunn (ots) – Nur die Minderheit aller pflegenden Angehörigen in Deutschland, 18 Prozent aller Anspruchsberechtigten, nutzt die Chance, sich fortzubilden, obwohl die Pflegekassen die Kurskosten übernehmen. „Pflegekurse führen ein stiefmütterliches Dasein“, kritisiert Professor Frank Weidner, Leiter des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung in Köln, in der „Apotheken Umschau“. Nicht nur fehlende Informationen, sondern auch das unsystematische Angebot sind wohl verantwortlich. Viele Menschen haben zudem weder die Zeit noch die Energie für Pflegekurse. Fachleute raten jedoch dringend zur Teilnahme. Fachliches Know-how und die Möglichkeit zum Gedankenaustausch mit anderen Betroffenen kann die Last entscheidend vermindern. Die meisten Kurse führen Wohlfahrtsverbände wie das Deutsche Rote Kreuz, die Caritas, die Diakonie und die Arbeiterwohlfahrt durch. 

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    Quelle: http://www.presseportal.de/pm/52678/3213870
  • Fieber – Alles über Fieber

    Fieber – Alles über Fieber

    Fieber- eine natürliche Abwehrreaktion des Körpers

    Der Ursprung des Begriffs Fieber ist im Lateinischen zu suchen. Dort steht „febris“ für Hitze. Fieber entwickeln die meisten lebenden Organismen als Mechanismus zur Abwehr von eingedrungenen Keimen. Es ist also ein Hilfsmittel des Immunsystems.

    Welcher Temperaturbereich als Fieber bezeichnet wird, hängt direkt von der normalen Basaltemperatur der einzelnen Organismen ab. Beim Menschen spricht man dann von Fieber, wenn die Kerntemperatur des Körpers höher als 38 Grad Celsius oder nach dem angloamerikanischen Maßsystem von 100,4 Grad Fahrenheit ist. Beim Schwein beispielsweise liegt die normale Körpertemperatur zwischen 39 und knapp 40 Grad Celsius. Deshalb beginnt dort das Fieber erst ab 40,5 Grad Celsius.

    Durch Fieber wird die Aktivität einiger Neuronen im Hypothalamus gesteigert, von denen ein knappes Drittel empfänglich für Wärme ist. Sie steuern dann die Wärmeabgabe des Körpers, über die eine Regulation der Körpertemperatur erzielt wird. Sie werden in ihrer Tätigkeit durch Pyrogene gehemmt. Zur Zirkulation von Pyrogenen im Körper kommt es dann, wenn an irgendeiner Stelle entzündliche Prozesse ablaufen. Dabei werden so genannte Akute-Phase-Proteine frei gesetzt, die zur Gruppe der Pyrogene gehören.

    Bleibt die Frage, wie es der menschliche Körper schafft, das Fieber auf einen Wert zu begrenzen, der ihm selbst nicht gefährlich werden kann. Diese Reaktion erfolgt üblicherweise, wenn eine Kerntemperatur von 41 Grad Celsius oder 105,8 Grad Fahrenheit erreicht ist. Dafür sind einerseits zwei Interleukine und andererseits Prostaglandin-Derivate sowie Epoxyeicosatriensäuren verantwortlich. Ein Zusammenspiel mit Hormonen wie Vasopressin, Melanocortin und Glukokortoide mit diversen Neurotransmittern ist bei der natürlichen Begrenzung von Fieber ebenfalls zu beobachten.

    Klinische Studien haben belegt, dass es nicht immer Sinn macht, das Fieber rigoros zu bekämpfen. Vor allem bei Infektionen mit Viren, Bakterien und anderen Parasiten ist das Phänomen zu beobachten, dass die Krankheitsverläufe unter Fieber verkürzt und abgeschwächt werden können. Auch die Überlebensrate kann durch einen Verzicht auf die künstliche Senkung von Fieber beispielsweise bei einer von Bakterien oder Pilzen verursachten Sepsis erhöht werden.

    Wichtiges über Fieber:

    Fieber ist kein Symptom, vor dem man sich fürchten müsste. Es ist eine ganz normale Abwehrreaktion des Körpers, die dazu dient, die Aktionsfähigkeit des Immunsystems zu steigern. Bevor lebensgefährliche Kerntemperaturen erreicht werden, setzen normalerweise körpereigene Regelprozesse ein, die eine Selbstschädigung verhindern. Damit kann Fieber nicht zu den Ursachen von Krankheiten gerechnet werden, sondern stellt immer ein Begleitsymptom dar, das von den Abwehrmechanismen des Körpers verursacht und deshalb auch nicht unterdrückt werden sollte. Doch dazu ist eine umfangreiche Aufklärung wichtig, da vor allem von den Angehörigen kranker Menschen Fieber als zusätzliche Gefahr betrachtet wird. Wir geben Ihnen ein paar nützliche Informationen, die es Ihnen leichter machen, das Symptom Fieber als natürliche Antwort des Körpers auf Eindringlinge zu betrachten.

    Kinder und Fieber – Was ist zu beachten?

    Vor allem kleine Kinder sind noch nicht in der Lage, genau angeben zu können, wo ihnen etwas weh tut. Ihnen fehlen auch noch die sprachlichen Fähigkeiten, um andere Begleitsymptome zu schildern. Deshalb gehören Kinder mit Fieber immer zur Kontrolle zum Arzt. Hinzu kommt, dass Kinder mit Fieber bis zum sechsten Lebensjahr auch zu Fieberkrämpfen neigen, die sogar lebensbedrohliche Zustände auslösen können. Deshalb ist hier seitens der Eltern eine engmaschige Überwachung der Kinder selbst und der Entwicklung ihrer Körpertemperatur notwendig.

    Oftmals tritt das Fieber bei Kindern auch unterwegs auf, wenn man gerade kein Thermometer zur Hand hat. Dann hat man einerseits die Möglichkeit, sich an die nächste Apotheke zu wenden. Andererseits sollte man die Begleitsymptome von Fieber bei Kindern kennen. Die Stirn und der Nacken können schon heiß sein, während das Kind noch kalte Hände und Füße hat. Auch ein Anstieg der Atemfrequenz und der Pulsfrequenz deuten auf Fieber bei Kindern hin. Nach der „Liebermeister-Regel“ kann man davon ausgehen, dass die einem um zehn Schläge pro Minute erhöhtem Puls eine Erhöhung der Körpertemperatur um etwa ein Grad Celsius vorliegt.

    Spröde Lippen, eine trockene Zunge und eine rapide Gewichtsabnahme zeigen an, dass dem Körper der Kinder bei Fieber zu wenig Flüssigkeit zugeführt wird. Das ist insbesondere dann gefährlich, wenn das Fieber bei Kindern im Zusammenhang mit Durchfall auftritt, da dieser zu einer zusätzlichen Austrocknung des Körpers führt. Das kann man auch mit einem einfachen Test heraus finden, indem man kurz auf den Handrücken drückt oder die Haut zwischen Daumen und Zeigefinger leicht zusammen kneift. Bleiben die Delle auf dem Handrücken oder die Falte länger als zwei Sekunden, hat die Austrocknung bereits begonnen.

    Schüttelfrost als Begleiterscheinung bei Fieber

    Der Schüttelfrost wird vom Mediziner als Febris undularis bezeichnet und kann sowohl bei Zuständen mit als auch ohne Fieber auftreten. Beim Schüttelfrost findet eine kurztaktige Anspannung und Erschlaffung der Muskeln statt. In der Hauptsache sind davon die Rückenmuskulatur, die Oberschenkenmuskulatur oder die Kaumuskeln betroffen.

    Der Schüttelfrost ist ein Bestandteil der möglichen Reaktionen des menschlichen Immunsystems auf diverse Infektionen und Entzündungen. Durch die in kurzen Intervallen stattfindende Muskelkontraktion werden der Stoffwechsel des Körpers und dort insbesondere die Energiegewinnung angeregt. Dabei besteht die Zielstellung des Immunsystems darin, die Körpertemperatur zu steigern. Die stattfindenden Abläufe sind mit denen vergleichbar, die dann auftreten, wenn es zu einem Muskelzittern bei einer beginnenden Unterkühlung kommt.

    Ausgelöst wird der Schüttelfrost durch die Pyrogene. Im menschlichen Körper sind gramnegative und grampositive Pyrogene zu finden, die durch bakterielle Infektionen dorthin gelangen. Myxoviren dagegen sorgen für die Zirkulation von Viruspyrogenen. Eine dritte Gruppe stellen die Pyrogene dar, die durch Infektionen mit Pilzen in den Körper gelangen. Über Laboruntersuchungen muss zuerst einmal abgeklärt werden, um welche Art von Pyrogenen es sich handelt, bevor gegen den Schüttelfrost eine Therapie gestartet werden kann.

    Doch für Schüttelfrost kann es auch andere Ursachen geben. Er kann durch Entzugserscheinungen bei einer stofflichen Abhängigkeit begründet sein. Auch auf Erregungszustände reagiert der Körper häufig mit Schüttelfrost. Hinzu kommen Fehlfunktionen der Schilddrüse, die für das Auftreten von Schüttelfrost verantwortlich sein können. Die Zufuhr von Wärme ist das einfachste Mittel, einen Anfall von Schüttelfrost zu beenden. Ist er besonders stark, kann unter klinischen Bedingungen auch ein schnell wirkendes Muskelrelaxan verabreicht werden.

    Richtig Fieber messen

    Zum Fieber Messen können verschiedene Stellen des menschlichen Körpers verwendet werden. Bevorzugt erfolgt die Messung in Körperhöhlen und –zugängen wie dem Ohr, dem Mund, dem After oder bei den Mädchen in der Scheide. Dort können die genauesten Messwerte erreicht werden. Aber auch die Leistenbeuge und die Achselhöhle werden zum Fieber Messen genutzt, weil sie am leichtesten zugänglich sind.

    Je nach dem Ort der Messung müssen auf die ermittelten Werte unterschiedliche Differenzen aufgeschlagen werden. So beträgt die Differenz zwischen dem Messwert in der Achselhöhle und der tatsächlichen Kerntemperatur etwa ein halbes Grad Celsius, was zum Messwert hinzu gerechnet werden muss. Erfolgt die Messung von Fieber unter der Zunge, sollte man von Minus-Differenzen zwischen 0,3 und 0,5 Grad Celsius ausgehen. Bei der Messung im Ohr sind es in der Regel Fehler in der Handhabung, die zu Differenzen führen.

    Beim Fieber Messen gibt es mehrere Techniken. Das gläserne Thermometer mit Quecksilberfüllung hat auf Grund der davon ausgehenden Gefahren inzwischen ausgedient. Sie dürfen auf Grund der aktuellen Gesetzgebung in Europa nur noch für wissenschaftliche und medizinische Zwecke verkauft werden. Statt des Quecksilbers verwenden moderne Thermometer das als nicht giftig eingestufte Gallium oder eingefärbten Alkohol. Gallium-Thermometer haben dabei den Vorteil, dass der Höchstwert bis zum Herunterschütteln erhalten bleibt.

    Auf dem Vormarsch ist das Fieber Messen mit digitalen Thermometern. Hier schlägt der Vorteil zu Buche, dass die Messwerte schneller zur Verfügung stehen. Sie sind bruchfest und signalisieren das Ende des Messvorgangs. Außerdem bieten viele Modelle die Möglichkeit, Messergebnisse zum Verfolgen des Verlaufs auch speichern zu können. Die neueste Errungenschaft beim Fieber Messen sind Infrarotthermometer, die vor allem für die Messung der Körpertemperatur im Ohr zur Anwendung kommen.

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  • Reha – Hilfe für den Weg zurück ins Leben

    Reha – Hilfe für den Weg zurück ins Leben

    Reha ist die Abkürzung für Rehabilitation und Rehabilitation bedeutet so viel wie wiederbefähigen oder wiederherstellen. Viele Menschen, die lange krank waren oder einen schweren Unfall hatten, gehen nach dem Aufenthalt in einer Klinik in die Reha und versuchen dort die volle Leistungsfähigkeit wieder zu erlangen. Reha bedeutet aber nicht nur, körperlich und mental wieder fit zu werden, Reha bedeutet auch wieder Anschluss an das gesellschaftliche und berufliche Leben zu finden.

    Die Geschichte der Reha

    Maßnahmen für die gesundheitliche Versorgung nach einer Krankheit oder nach einem Unfall sind nicht neu, denn genau genommen gab es die Reha schon vor über 90 Jahren. Es waren die Soldaten des Ersten Weltkrieges, die nach einer Verwundung durch medizinische Behandlungen über den Aufenthalt im Lazarett hinaus weiter gepflegt wurden. Damals gab es den Begriff Reha allerdings noch nicht, vielmehr machten die Soldaten eine Kur und lernten dort unter anderem mit künstlichen Gliedmaßen zurechtzukommen, oder sie kurierten ein psychisches Leiden aus, wie zum Beispiel ein an der Front erlittenes Trauma. Anstelle einer Kur ist heute die Reha getreten, die sich im Unterschied zu einer Kur immer individuell um einen Patienten kümmert und deren Maßnahmen gezielt eingesetzt werden.

    Die Reha kämpft mit Vorurteilen

    Obwohl die Reha in den vergangenen Jahren immer mehr zu einer stützenden Säule im Gesundheitswesen geworden ist, und muss die Reha trotzdem immer noch mit vielen Vorurteilen kämpfen. Reha bringt nicht viel, so heißt eines dieser Vorurteile, und auch, dass die Reha für Mediziner zu einer Art Sackgasse wird, ist in diesem Zusammenhang zu hören. Beide Vorurteile stimmen nicht, denn wie wirksam eine Reha ist, das ist wissenschaftlich bewiesen und auch die Effektivität kann immer wieder dokumentiert werden. Auch das Vorurteil, dass eine Reha nicht selten in einer Sackgasse endet, kann so nicht stehenbleiben, denn in Zeiten des demografischen Wandels und einer immer älter werdenden Gesellschaft sorgen Rehamaßnahmen dafür, dass viele ältere Menschen ihr Leben selbstbestimmt führen können.

    Wie effektiv ist eine Reha?

    Für viele Menschen, die krank waren oder einen Unfall hatten, beginnt mit der Reha der eigentliche Weg zurück ins Leben. In einer Reha nehmen sich die Ärzte und Pfleger Zeit für die Patienten, sie trainieren mit den Patienten und sorgen so dafür, dass die Patienten wieder ein normales Leben führen können. Ganz gleich, ob es sich um eine Reha nach einem Oberschenkelhalsbruch oder um eine Reha nach einem Burnout handelt, der Heilungsprozess beginnt für viele erst mit der Reha. Rehamaßnahmen greifen aber nicht nur in einer entsprechenden Klinik, auch zu Hause ist eine Reha möglich.

    Zuhause wieder gesund werden

    Vor allem ältere Menschen möchten so lange es geht in ihrer vertrauten Umgebung bleiben, und mit den richtigen Hilfsmitteln ist das heute auch ohne Probleme möglich. Zu diesen Hilfsmitteln gehören zum Beispiel Rollatoren, Pflegesessel, Rollstühle, aber auch medizinische Geräte und Hygieneartikel. Das alles und viel mehr kann heute schnell und einfach im Internet beispielsweise auf der Seite myreha.com bestellt werden. Auch wer seine Angehörigen zu Hause pflegen möchte, der findet auf dieser Seite viele Hilfsmittel, die den Alltag einfacher machen. Die Auswahl reicht vom Pflegebett über Inhalationsgeräte und Geräte um den Blutzuckerspiegel zu messen, bis hin zu Duschhilfen, Matratzen und Kompressionsstrümpfen. Reha zuhause bedeutet für die Betroffenen, dass sie sind nicht auf fremde Menschen angewiesen sind, sondern von den Menschen gepflegt werden, denen sie vertrauen. Wer die Mutter oder den Großvater bei sich zu Hause pflegt, der ist dank vieler verschiedener Hilfsmittel nicht alleine und kann die oftmals schwere Last einfacher bewältigen. Moderne Rehamaßnahmen sind immer eine große Hilfe und sie sind ein sehr wichtiger Schritt in ein angenehmes und vor allem in ein in jeder Hinsicht wieder selbstbestimmtes Leben.

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  • Pflegende Angehörige gehen ein gesundheitliches Risiko ein

    Pflegende Angehörige gehen ein gesundheitliches Risiko ein

    Viele möchten ihre Eltern oder Großeltern nicht in ein Heim geben, wenn sie pflegebedürftig werden, andere können sich aus finanziellen Gründen kein Pflegeheim leisten und müssen ihre Angehörigen zu Hause pflegen. Wer sich für die häusliche Pflege entscheidet, der sollte sich über die Belastung im Klaren sein, denn eine neue Studie, die von der DAK in Auftrag gegeben wurde, zeigt, dass rund die Hälfte aller pflegenden Angehörigen unter psychischen Problemen leiden.

    Schlafstörungen und Depressionen

    Für die Studie der DAK wurden die Daten von 12.000 Mitgliedern ausgewertet, die zu Hause ein Familienmitglied pflegen. 20 % der pflegenden Angehörigen litt demnach unter massiven Schlaf- und Angststörungen, aber auch unter Depressionen. Fast alle, die zu Hause pflegen, müssen um 10 % häufiger wegen psychischer Probleme behandelt werden als diejenigen, deren Angehörige in einem Heim betreut werden, bei der Diagnose Depressionen sind es rund 8 % mehr. Es sind aber nicht nur mentale Probleme, die pflegende Angehörige belastet, auch körperlich kommen die meisten schnell an ihre Grenzen. Jeder Sechste, der einen Angehörigen pflegt, klagt über Rückenschmerzen und Muskelprobleme.

    Pflegende Angehörige einfach überfordert

    Laut der DAK Studie schätzt mehr als die Hälfte der pflegenden Angehörigen die persönliche Belastung als hoch oder sogar als sehr hoch ein. 50 % fühlen sich körperlich besonders belastet, 68 % empfinden die psychische Belastung als zu hoch und bei 71 % ist der zeitliche Aufwand eine große Belastung. Aber selbst wenn die Probleme mit der häuslichen Pflege groß sind, nutzen nur wenige das Angebot und nehmen externe Hilfe in Anspruch. So wissen zum Beispiel nur zwei von drei pflegenden Angehörigen, dass es das von der Pflegekasse bezahlte Angebot der sogenannten Verhinderungspflege gibt, und nur ein Fünftel der Betroffenen hat dieses Angebot bereits genutzt.

    Aus der Studie der DAK geht auch hervor, dass es zu 90 % Frauen sind, die Angehörige pflegen. Ein Drittel der pflegenden Frauen sind noch berufstätig, ein Fünftel hat sogar eine Vollzeitstellung.

    Pflegende Angehörige – Die Politik ist gefordert

    Seit Jahren fordert die Deutsche Stiftung Patientenschutz von der Bundesregierung, pflegende Angehörige besser und effektiver zu unterstützen. Eugen Brysch, der Vorstand der Stiftung möchte, dass alle, die ihre Eltern oder ihre Großeltern zu Hause pflegen, ähnlich wie Eltern behandelt werden und dass es ein Konzept wie das Elterngeld geben muss. Die momentanen gesetzlichen Angebote bei der Pflege sind nach Ansicht von Brysch nichts weiter als Symbolpolitik und Lippenbekenntnisse, denen keine Taten folgen. Brysch kritisiert aber auch, dass die Politik zwar Angebote macht, aber schon bei der Gesetzgebung davon ausgeht, dass sie kaum jemand in Anspruch nimmt. Das zuständige Bundesministerium schätzt, dass sich in einem Zeitraum von drei Jahren nur ein halbes Prozent aller 1,25 Millionen Menschen in Deutschland, die einen Angehörigen pflegen, sich vom Job freistellen lassen.

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  • Pflegende Angehörige besser gegen Arbeitslosigkeit abgesichert

    TK-Chef Baas begrüßt Pflegereform

    Hamburg (ots) – Mit der aktuellen Pflegereform will der Gesetzgeber Menschen, die ein Familienmitglied pflegen, besser sozial absichern. Beispielsweise sollen sie künftig automatisch gegen Arbeitslosigkeit versichert sein. „Dieses Maßnahmenpaket ist ein wichtiger Schritt für diejenigen, die im Moment den Löwenanteil der pflegerischen Versorgung in Deutschland leisten“, erklärt Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse (TK). „Denn Pflegeaufgaben zu übernehmen, wirkt sich auf das Berufsleben aus.“ 

    In der TK-Pflegestudie geben drei von zehn berufstätigen Befragten an, die Arbeitszeit reduziert zu haben, weil jemand in der Familie oder im engeren Umfeld pflegebedürftig geworden ist. Unter den nicht erwerbstätigen Befragten hat jeder Neunte aufgrund der Pflegetätigkeit den Beruf sogar komplett aufgegeben. 

    „Wer in der Familie Verantwortung übernimmt, darf keine sozialen Nachteile dadurch haben“, so Baas. „Wir müssen verhindern, dass jemand selbst hilfebedürftig wird, weil er durch die Pflegetätigkeit oder danach seinen Job verloren hat.“ 

    Um pflegende Angehörige zu entlasten, bietet die Pflegeversicherung schon jetzt zahlreiche Leistungen. Baas: „Hier navigieren wir unsere Versicherten durch einen Dschungel von Angeboten, nicht alle sind gleichermaßen bekannt. Eine gute Beratung ist dabei die Grundlage für eine mündige Entscheidung.“ Bisher war im Leistungskatalog der Pflegeversicherung streng genommen nur eine Beratung für Pflegebedürftige vorgesehen. Künftig sollen nun auch Pflegepersonen rechtlich verbindlich einen Anspruch haben. „Diese Neuregelung entspricht der Versorgungsrealität und orientiert sich zu hundert Prozent an der der Praxis.“ 

    Über den zweiten Teil der Pflegereform beraten heute parallel Bundestag und Bundesrat. 

    Hinweis zur TK-Pflegestudie: 

    Im Auftrag der TK hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Juli und August des Vorjahres insgesamt 1.007 pflegende Angehörige in persönlichen Interviews befragt. Die Studie „Pflegen: Belastung und sozialer Zusammenhalt. Eine Befragung zur Situation von pflegenden Angehörigen“ ist in der Reihe WINEG Wissen erschienen. Sie steht unter www.tk.de (Webcode 700088) zum Download zur Verfügung. Hier finden sich auch weitere Infos zur Versorgung Älterer und zur Pflegereform, Infografiken sowie honorarfreie Pressefotos. 

     

    Pressekontakt: TK-Pressestelle Teresa Urban Tel. 040 – 69 09 21 21 E-Mail: teresa.urban@tk.de www.newsroom.tk.de www.twitter.com/TK_Presse

    Quelle: http://www.presseportal.de/pm/6910/3131306