Schlagwort: Appendizitis

  • Blinddarm Schmerzen: Warnsignale und Diagnose

    Blinddarm Schmerzen: Warnsignale und Diagnose

    Ist das winzige Anhängsel am Blindarmabschnitt des Dickdarms, Appendix oder auch Wurmfortsatz genannt, entzündet, treten bei Kindern und bei Erwachsenen massive Befindlichkeitsstörungen auf. Diese können von krampfhaften, auch stechenden Schmerzen im Unterleib bis  hin zu Fieber, Übelkeit mit Erbrechen reichen. Schuld an diesem Übel ist eine nachhaltige Verstopfung durch Kotsteine, welche zu Sekretstau, Bakterienbildung und schließlich zur späteren Blinddarmentzündung führen können.

    Blinddarmschmerzen müssen sich hierbei nicht immer in der rechten Seite der Leistengegend manifestieren. Diese können sich mitunter auch, gerade bei erwachsenen Personen, spielverkehrt (linke Leistengegend) oder rund um den Bauchnabel zeigen. Ob und wann eine Appendizitis (Blinddarmentzündung) ausbricht, kann die beste Vorsorgeuntersuchung nicht vorhersehen. Oft tritt diese Erkrankung völlig unerwartet in den Abend- oder Nachtstunden auf. Aber auch tagsüber konnte ein Ausbruch dieser Krankheit schon beobachtet werden. Voranzeichen gibt es relativ selten. Zudem darf keinesfalls vergessen werden, dass es sich bei den beschriebenen Beschwerden durchaus auch um ein anderes, ähnlich gelagertes Gebrechen handeln kann. Nicht gerade selten werden Darmentzündung und Eileiterschwangerschaft mit einer Appendizitis verwechselt. Auch Zerrungen in Leistengegend, Leisten- oder Nabelbruch verursachen  Schmerzen, welche denen einer Blinddarmentzündung ähneln.

    Blinddarm Schmerzen: Untersuchung und medizinische Maßnahmen

    Um eine echte Blinddarmentzündung dingfest zu machen, bedarf es eines Arztbesuchs. Dieser fordert den Patienten zu einem fundierten „Schmerztest“ auf. Hierbei legt der behandelnde Arzt seine Hand sacht auf den Unterleib des Patienten und fordert diesen auf, sein Bein mit angewinkeltem Knie zu heben. Bereitet dieser Test dem Leidenden Qualen, ist dies schon ein erster Hinweis auf eine eventuelle Erkrankung des Blinddarms. Eine anschließende Prüfung der Entzündungswerte und eine Ultraschalluntersuchung bringen den Mediziner auf die wohl richtige Spur. Auch das sanfte Abtasten des gesamten Leibes ist von höchster Wichtigkeit. Liegen nach der Blutuntersuchung erhöhte Entzündungswerte vor, zeigt das Ultraschallbild ein entzündetes Anhängsel des Blindarms an, ist die Bauchdecke des Patienten gehärtet, klagt dieser zudem über Übelkeit, Erbrechen, Fieber und bohrende Schmerzen, liegt der Verdacht auf  eine waschechte Appendizitis sehr nah. Vorsorgehalber wird jeder gute Mediziner den Patienten ohne Umwege oder Zeitverlust ins Krankenhaus überweisen. Dort wird der Klagende beobachtet, erneut untersucht und bei lebensgefährlicher Entwicklung auch notfallmäßig am Blinddarm operiert!

    Blinddarm Schmerzen: Komplikationen und Nachsorge

    Wird eine Blinddarmentzündung nicht rechtzeitig entdeckt, wächst die Gefahr eines lebensbedrohenden Blinddarmdurchbruchs (Perforation). Bei dieser extremen Gefährdung für Leib und Wohl ergießen sich Darminhalt, als auch Bakterien in die Bauchhöhle. Es besteht höchste Lebensgefahr! Gerade bei altersschwachen Menschen und Kleinkindern muss mit eventuell aufkommenden Komplikationen gerechnet werden. Bei rechtzeitiger Diagnosestellung ist die Prognose aber recht günstig. Der anstehende, notwendige operative Eingriff (Appendektomie) dauert im Normalfall nicht länger als 20 Minuten. Die OP selbst kennt heutzutage zwei erfolgreiche Verfahren:

    • Wurmfortsatzentfernung mittels Bauchspiegelung (laparoskopische Appendektomie)
    • „Schnittverfahren“. Es erfolgt ein sechs Zentimeter langer Schnitt. Der Chirurg klemmt die zuführenden Gefäße ab und beseitigt sauber den entzündeten Wurmfortsatz.

    Liegen keine bekannten Vorerkrankungen, Altersschwäche oder ähnliches vor, heilt die Operationswunde recht schnell und ohne weitere Probleme ab. Der anschließende Rekonvaleszenz-Zeitraum sollte etwa 14 Tage betragen.

    Der untersuchende Arzt wägt zunächst immer Nutzen und Risiko ab. Kleinkinder werden fast ausschließlich unter Vollnarkose operiert und genauestens beobachtet.

    Blinddarm Schmerzen: Chronisch oder akut

    Wichtig zu erwähnen ist, dass Blinddarm Schmerzen typisch, aber auch schleichend oder permanent wiederkehrend in Erscheinung treten können. Dies macht eine eindeutige Diagnosestellung oft richtig schwierig. Es existieren zwei verschiedene Formen von Blinddarm Schmerzen. Die akute und die chronische. Kurz auftretende, nach einer kleinen Ruhephase immer wiederkehrende Schmerzen sprechen für die chronische Variante. Sie ist besonders gefährlich, weil sie ganz plötzlich (teilweise sogar ohne Fieberaufkommen) in einen dramatischen Blinddarmdurchbruch umschlagen kann. Die akute Phase weist fast immer alle beobachteten Symptome (hohes Fieber, Brechreiz, Erbrechen, Mattigkeit, Schmerzen (Bauchnabel, Leistengegend) auf einmal auf und erfordert meistens eine schnelle operative Intervention.

    Aufgepasst: Auch leichte Blinddarmreizungen dürfen nicht auf die leichte Schulter genommen werden und sollten vorsorglich unter ärztlicher Beobachtung bleiben!

    Bild: © Depositphotos.com / starast

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  • Blinddarmentzündung – schnelle Hilfe rettet Leben

    Blinddarmentzündung – schnelle Hilfe rettet Leben

    Sie tritt häufiger bei jungen als bei älteren Menschen auf und wenn sie diagnostiziert wird, dann ist immer Eile geboten – die Blinddarmentzündung. Die Blinddarmentzündung oder Appendizitis gehört zu den sehr häufig auftretenden Krankheiten, die mit unzweifelhaften Symptomen auf sich aufmerksam macht. Starke Schmerzen im unteren Bauchbereich, Übelkeit und Erbrechen sind ein sicheres Zeichen dafür, dass der Blinddarm entzündet sein könnte. Wer diese Symptome verspürt, der sollte auf jeden Fall zu einem Arzt gehen.

    Bilddarmentzündung – Der entzündete Wurmfortsatz

    Der Name Blinddarmentzündung ist irreführend, denn nicht der Blinddarm selbst ist entzündet, es ist vielmehr der Wurmfortsatz, der am Blinddarm hängt, der für Probleme sorgt. Ein Fremdkörper wie zum Beispiel ein Kirschkern oder auch ein Klumpen Kaugummi können für eine Entzündung des Wurmfortsatzes sorgen, aber auch wenn der kleine Fortsatz abknickt, dann kann das zu einer Entzündung führen. Vielfach lässt sich die Ursache für eine Blinddarmentzündung aber nicht mehr nachweisen.

    Die Diagnose einer Bilddarmentzündung

    Wenn man mit diesen typischen Beschwerden zum Arzt geht, dann hat der Arzt mehrere Möglichkeiten, eine genaue Diagnose zu stellen. Eine Ultraschalluntersuchung bringt ebenso Gewissheit wie auch das Abtasten des Unterbauchs. Es gibt charakteristische Druckpunkte, die auf eine Blinddarmentzündung hinweisen und auch der sogenannte Loslassschmerz zeigt dem Arzt, ob der Wurmfortsatz entzündet ist oder nicht. Wenn es mit den klassischen Methoden keine eindeutige Diagnose gibt, dann kann eine Bauchspiegelung helfen. In der Regel wird dem Patienten auch Blut abgenommen und untersucht. Wenn sich viele weiße Blutkörperchen finden, dann deutet das ebenfalls auf eine Blinddarmentzündung hin.

    Der Verlauf einer Blinddarmentzündung

    Blinddarmentzündungen können eine sehr lange Vorlaufzeit haben, ohne dass eine eindeutige Diagnose gestellt werden kann. Viele fühlen sich über Wochen nicht so recht wohl, sie klagen über Schmerzen im Bauchraum, die dann aber wieder verschwinden. Auch das Gefühl der Übelkeit kann plötzlich wieder nachlassen. Da die Symptome immer wieder auftreten und dann wieder verschwinden, gehen die meisten Menschen nicht direkt zum Arzt, sondern vermuten hinter ihren Beschwerden einen verdorbenen Magen.

    Wie gefährlich die Entzündung aber wirklich sein kann, das hängt vom Stadium der Krankheit ab. Wer zu lange wartet, der riskiert einen Durchbruch des Wurmfortsatzes. Ist das der Fall, dann ist schnelle Hilfe lebensrettend, denn wenn der Wurmfortsatz perforiert ist, kann es zu einer Entzündung des Bauchfells kommen. Auch eine Lähmung des Darms kann die Folge sein, wenn eine Blinddarmentzündung nicht rechtzeitig erkannt wird, und bei Menschen die unter Morbus Crohn, einer chronischen Entzündung des Darms leiden, kann ein entzündeter Wurmfortsatz sogar lebensgefährlich sein.

    Die Therapie einer Blinddarmentzündung

    Wer mit Unterbauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und auch leichtem Fieber ins Krankenhaus kommt, der wird zunächst einmal nur beobachtet. Der Patient darf während dieser Zeit nichts essen, damit der Darm zur Ruhe kommt, denn das erleichtert die Diagnose. Handelt es sich tatsächlich um eine Blinddarmentzündung, dann gibt es nur eine Möglichkeit und das ist die Operation. Wurde in früheren Zeiten eine sogenannte offene Operation durchgeführt, so greifen die Chirurgen von heute nicht mehr so häufig zum Skalpell, sondern nehmen das Endoskop. Bei diesen minimal-invasiven Operationsmethoden wird die Bauchdecke nicht mehr mit einem Schnitt geöffnet, der Arzt führt vielmehr durch drei winzige Schnitte das Endoskop ein und entfernt dann behutsam den entzündenden Wurmfortsatz. Diese „Schlüssellochchirurgie“ ist für den Patienten weniger belastend und dabei kann sogar auf eine Vollnarkose verzichtet werden. Leider hat die Laparoskopie einen entscheidenden Nachteil: Sie ist deutlich teurer als ein normaler chirurgischer Eingriff und wird deshalb von den Krankenkassen nicht so gerne gesehen.