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  • Frische Luft in Flaschen – Chinas Mittel gegen Smog

    Frische Luft in Flaschen – Chinas Mittel gegen Smog

    Der Umweltgipfel in Paris ist gerade zu Ende gegangen, da meldet China Smogalarm und empfiehlt seinen Bürgern, doch besser zu Hause zu bleiben. Umweltverbände sprechen von der schlechtesten Luftqualität, die es jemals in China gegeben hat, denn in Großstädten wie Peking oder Shenyang wurden bis zu 1400 Mikrogramm des besonders gefährlichen Feinstaubs PM2.5 gemessen, dass 50-fache dessen, was die WHO als Obergrenze angibt. Aber viele Chinesen wissen sich zu helfen, sie kaufen frische Luft in Flaschen, die aus dem sauberen Kanada importiert wird.

    Smog als Todesursache

    Umweltverschmutzung und der daraus resultierende Smog macht den Chinesen gesundheitlich immer mehr zu schaffen. Die Zahl derjenigen, die an Krebs, an einem Herzinfarkt oder an einem Schlaganfall sterben, steigt stetig an, aber die Regierung ignoriert dieses große Problem. Zwar versuchen die jeweiligen Bezirksregierungen der schlechten Luft Herr zu werden, aber sie stehen auf verlorenem Posten. In den Wintermonaten werden die Heizungssysteme in den Millionenstädten hochgefahren und das sorgt für Smog, der es den Bewohnern unmöglich macht, weiter als 100 m zu sehen oder tief durchzuatmen. Die Augen brennen, der Rachen schmerzt und viele kaufen deshalb eine Atemmaske, um wenigstens das Gefühl zu haben, sich gegen die buchstäblich dicke Luft schützen zu können. Die Bezirksregierungen rufen die Anwohner auf, die Autos stehen zu lassen und stattdessen mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren, und sie schließen die Schulen, damit wenigstens die Kinder nicht die lebensgefährliche Luft einatmen müssen.

    Mit importierter Luft gegen den Smog

    Auch wenn es wie eine aberwitzige Idee klingt, aber die Chinesen kaufen frische Luft, die in Kanada abgefüllt wurde und meinen, so dem Smog, der sie tagtäglich umgibt, entkommen zu können. Vor allem in der Hauptstadt Peking, das zum zweiten Mal in diesem Jahr in einer dichten, ungesunden Suppe aus Smog versinkt, steigt die Nachfrage nach frischer Luft in Flaschen sprunghaft an. Auf die Idee, frische Luft in Flaschen zu füllen, kam ein Kanadier mit Namen Moses Lam. Seit gut zwei Monaten verkauft er seine Sprühflaschen randvoll mit sauberer kanadischer Luft an die Volksrepublik, und hat seitdem eine mehr als lukrative Einnahmequelle für sich entdeckt. Umgerechnet 22 Euro kostet eine Flasche mit 7,7 Litern garantiert sauberer Luft aus den Rocky Mountains, und 4000 dieser Frischluftflaschen hat Moses Lam bereits nach Fernost versandt. Eigentlich war die Idee, frische Luft in Flaschen zu füllen, eine Schnapsidee, aber als die ersten 500 Flaschen, die Lam bei eBay anbot, in nur wenigen Tagen vergriffen waren, wurde daraus eine Geschäftsidee.

    Frische Luft – der Luxus gegen Smog

    Während die überwiegende Mehrheit der Chinesen weiter im Smog leben und die schlechte Luft ungefiltert einatmen muss, kann sich die chinesische Oberklasse den Luxus leisten, kanadische Luft in Flaschen zu atmen. Es sind vor allem Frauen, die es sich leisten können, Frischluftflaschen zu kaufen, die 50-mal so viel kosten wie eine Flasche Mineralwasser. Sie verwenden die Luft aus Kanada bei sich zu Hause oder verschenken sie an Freunde. Aktuell ist es im Trend, bei einer Party eine Flasche frische Luft dabei zu haben, um seine Freunde damit zu besprühen.

    Ein Problem und keine Lösung

    Braunkohle ist der Klimakiller Nummer eins weltweit, aber Länder wie China sind auf diese ungesunde Art der Energieversorgung angewiesen. Zum Heizen, aber vor allem auch für die Gewinnung von Strom setzt China nach wie vor auf Braunkohle und das führt besonders in der kalten Jahreszeit zu starkem Smog. Die einzige Hoffnung für die leidgeplagten Chinesen in den großen Städten ist das Wetter, denn wenn der Wind dreht und dann aus einer günstigen Richtung weht, dann können die Menschen in den Millionenstädten vorsichtig durchatmen. Leider sieht es im Moment nicht nach einer Wetterveränderung aus.

    Bild: © Depositphotos.com / tomwang

  • Intervall-Fasten – die neue Erfolgsdiät?

    Intervall-Fasten – die neue Erfolgsdiät?

    Printen und Lebkuchen, Dominosteine und Marzipankartoffeln, Stollen und hausgemachte Plätzchen – Weihnachten ist nicht das Fest des Schenkens, sondern auch des Schlemmens. Auch wer das ganze Jahr über auf seine Figur achtet, der lässt es sich zu Weihnachten so richtig schmecken, aber nach den Feiertagen kommt für die meisten das große Erwachen. Wenn die Waage mal wieder in die falsche Richtung zeigt, dann wird es höchste Zeit für eine Diät. Aktuell heißt die neue Wunderdiät Intervall-Fasten. Mit dem herkömmlichen, klassischen Fasten hat das Intervall-Fasten nur wenig zu tun, trotzdem verspricht diese Diät große Erfolge.

    Intervall-Fasten oder die 5:2-Diät

    Was muss man sich unter Intervall-Fasten vorstellen? Streng genommen besteht diese Diät aus Intervallen, in denen normal und in denen weniger gegessen wird. Den Beinamen 5:2-Diät trägt das Intervall-Fasten zu Recht, denn an fünf Tagen in der Woche wird wie gewohnt gegessen, an zwei Tagen aber nehmen Frauen nur 500 und Männer nur 600 Kalorien zu sich. Ein weiterer wichtiger Aspekt beim Fasten in Intervallen ist, dass an den normalen Tagen zwischen den Mahlzeiten mindestens vier, besser noch fünf Stunden liegen sollten.

    Die Pausen unbedingt einhalten

    Wird zwischen zwei Mahlzeiten etwas gegessen, dann gehen die Kohlehydrate, die sich im Zucker befinden, ohne Umwege direkt ins Blut. In der Folge steigt dann der Blutzuckerspiegel an, der Körper merkt sich die wahre Schwemme an Zucker und beginnt damit, Insulin auszuschütten. Das führt zu Heißhungerattacken bei allen Menschen, die zu einer Unterzuckerung neigen. Es gibt noch einen weiteren Grund, die Pausen zwischen den Mahlzeiten einzuhalten, denn während dieser Phasen bekommt der Körper die Gelegenheit, überschüssiges Fett wieder abzubauen. Das funktioniert immer nur dann, wenn der Organismus nicht mit der Ausschüttung von Insulin beschäftigt ist.

    Intervall-Fasten und die positiven Effekte

    Wer sich für das Intervall-Fasten entscheidet, der kann nicht nur die Pfunde zum Schmelzen bringen, sondern auch effektiv etwas für seinen Stoffwechsel tun. Bei dieser besonderen Form der Diät sind die Phasen, in denen gehungert wird, nur von kurzer Dauer. Das hat gleich mehrere Vorteile, denn zum einen wird der Stoffwechsel nicht unnötig gedrosselt und zum anderen wird keine wichtige Muskelmasse abgebaut. Das wiederum vermeidet den bekannten und berüchtigten Jo-Jo-Effekt, zudem sind der Blutzucker und auch der Insulinspiegel immer im Gleichgewicht. Das macht es dem Körper deutlich einfacher, seine Reserven an Fett zu verbrennen.

    Was ist zu beachten?

    Da nicht jeder das Fasten verträgt, ist es wichtig, vor der Diät einen Arzt aufzusuchen. Besonders wichtig ist das für Diabetiker, denn für Menschen, die unter Diabetes leiden, gelten andere Regeln, wenn es ums Fasten geht. Forscher an der Universität im österreichischen Graz untersuchen derzeit, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Intervall-Fasten und einem Anti-Aging Effekt gibt. Tierversuche sahen in der Vergangenheit schon recht vielversprechend aus, denn es zeigte sich, dass die Tiere bei einer abgewandelten Form des Intervall-Fastens, nämlich beim Alternate Day Fasting, (an einem Tag wird gegessen, am anderen Tag nicht), eine höhere Lebenserwartung hatten. Als Grund für dieses längere Leben sehen die Grazer Forscher eine sogenannte Autophagie, einen Reinigungsprozess der Körperzellen, der nur beim Fasten stattfindet. Bei diesem Prozess findet ein Selbstverdauungsprogramm statt, das den Körper sowohl entgiftet, als auch reinigt.

    Ein Diättrend aus England

    Das Fasten in Intervallen wurde von einem Arzt und Journalisten aus England erfunden. Michael Mosley landete mit seinem Buch „The Fast Diet“ einen echten Bestseller auf dem britischen Büchermarkt, und bis heute haben vier von zehn Briten die Diät schon ausprobiert. Mosley ist kein Theoretiker, denn er hatte selbst lange Jahre mit seinem Gewicht zu kämpfen und verlor durch die 5:2-Diät in nur drei Monaten acht Kilogramm an Gewicht, und auch die Vorstufe zur Diabetes, die bei ihm diagnostiziert wurde, verschwand völlig.

    Bild: © Depositphotos.com / nicoletaionescu

  • Wann ist eine Schwangerschaft eine Risikoschwangerschaft?

    Wann ist eine Schwangerschaft eine Risikoschwangerschaft?

    Geburten und Schwangerschaften sind heute so sicher wie nie, trotzdem steigt die Zahl der Risikoschwangerschaften. Das passt irgendwie nicht zusammen, aber die Diagnosezahlen bestätigten diese These. So werden heute rund 75 % aller Schwangerschaften als Risikoschwangerschaften eingestuft und die Zahlen steigen stetig weiter an. Rund Dreiviertel aller Schwangeren muss während der 40 Wochen intensiv medizinisch betreut werden und steht unter permanenter Beobachtung. Wenn es aber um Komplikationen während der Schwangerschaft geht, dann hat Deutschland einen historischen Tiefstand und das wirft die Frage auf, ob die reale Abnahme von Gefahren zu einer unverhältnismäßig hohen Wahrnehmung von rein theoretischen Risiken führt?

    Die Mütter werden älter

    Noch vor 30 Jahren wurden Frauen, die mit 30 Jahren ihr erstes Kind bekamen, als späte Erstgebärende bezeichnet, mittlerweile sind das alle Frauen, die 35 Jahre oder älter sind, wenn sie ihr erstes Kind bekommen. Je älter die Frau, umso wahrscheinlicher ist auch eine Risikoschwangerschaft und da immer mehr Frauen sich zunächst auf eine berufliche Karriere konzentrieren und erst spät ein Baby bekommen, steigt das Risiko, dass es während der Schwangerschaft zu Komplikationen kommt. Ein großes Problem, das eine Schwangerschaft zu einer Risikoschwangerschaft macht, ist Diabetes mellitus, denn diese besondere Form der Schwangerschaft birgt immer die Gefahr von Fehl- oder Frühgeburten.

    Wie wird eine Risikoschwangerschaft definiert?

    Ein Expertengremium hat jetzt die typischen Krankheiten und Gefahren, die zu einer Risikoschwangerschaft führen, zu einem Katalog zusammengefasst. So werden im Mutterpass die Risiken in die Kategorien A und B unterteilt. Unter die Kategorie A fallen Krankheiten wie Diabetes, und auch ein starkes Übergewicht der Mutter kann zu einer Risikoschwangerschaft führen. In der Kategorie B sind alle die Krankheiten und Probleme zusammengefasst, die während der Schwangerschaft entstehen. Dazu gehören unter anderem Blutungen, Plazentastörungen oder auch starke Wassereinlagerungen, zum Beispiel in den Beinen. Mehrlingsschwangerschaften sind immer riskant, aber auch wenn es schon eine Fehl- oder Frühgeburt gab, dann wird das als Risikoschwangerschaft eingestuft.

    Welche Gründe für eine Risikoschwangerschaft gibt es?

    Eine Risikoschwangerschaft kann viele verschiedene Gründe haben. Eines der größten Probleme ist die Frühgeburt. Wissenschaftler gehen davon aus, dass der weibliche Körper im Zuge der Evolution so angelegt wurde, eine Schwangerschaft immer dann zu beenden, wenn Gefahr droht. Zu einer Frühgeburt kann aber auch Bluthochdruck oder eine Infektion führen. Präeklampsie ist ein weiterer Grund für eine Frühgeburt, besonders bei älteren Frauen steigt das Risiko stark an, dass die Schwangerschaft weit vor dem errechneten Termin zu Ende geht. Fehlbildungen des Kindes können ein weiterer Grund für eine Fehl- oder Frühgeburt sein. Ärzte und Krankenkassen sind natürlich darum bemüht, dass das Kind gesund, munter und termingerecht auf die Welt kommt, denn je unreifer ein Kind geboren wird, umso schwerer sind die Folgeschäden, die auftreten können. Zwar können heute Frühchen, die 1000 Gramm wiegen, dank der modernen Intensivmedizin überleben, aber durch die Einstufung einer riskanten Schwangerschaft steigt die Wahrscheinlichkeit, dass das Kind pünktlich und mit Normalgewicht geboren wird.

    Gründliche Untersuchungen

    Wird eine Schwangerschaft als riskant eingestuft, dann heißt das für den Arzt, dass seine Untersuchungen mehr als gründlich sein müssen. Alle relevanten Befunde werden genaustens kontrolliert und protokolliert, Probleme werden früh behandelt und wenn der Arzt der Meinung ist, dass mehr als drei Ultraschalluntersuchungen notwendig ist, dann werden diese auch von den Krankenkassen bezahlt. Das Budget, das die Krankenkassen für die Schwangerschaftsuntersuchungen vorsieht, muss sich bei einer Risikoschwangerschaft aber nicht automatisch erhöhen, nur wenn besondere Untersuchungen wie beispielsweise eine Untersuchung des Fruchtwassers gemacht werden müssen, dann muss das von der Kasse bewilligt werden. Die Kassen achten allerdings darauf, dass für die Ärzte kein allzu großer wirtschaftlicher Anreiz entsteht, zudem bedarf es fundierter medizinischer Befunde, bevor eine solche Untersuchung auch bewilligt wird.

    Bild: © Depositphotos.com / poznyakov

  • Ritalin – immer mehr Zweifel am ADHS-Medikament

    Ritalin – immer mehr Zweifel am ADHS-Medikament

    ADHS – diese vier Buchstaben stehen für die sogenannte Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung, vereinfacht auch die Zappelphilipp-Krankheit genannt. Meist sind es Kinder, die unter ADHS leiden und für die kleinen Patienten gibt es eine Art Wundermittel: Ritalin. Das beliebte ADHS-Medikament soll den Kindern zu mehr Ausdauer verhelfen und ihren ausgeprägten Bewegungsdrang eindämmen, ihr zuweilen impulsives Verhalten stoppen und sie emotional wieder stabilisieren. Ritalin ist ein echter Kassenschlager, aber es gibt einen Haken, da die eigentlichen Ursachen von ADHS bis heute unbekannt sind, kann Ritalin nur die Symptome behandeln, aber nicht den Ursprung, was für eine erfolgreiche Therapie aber zwingend notwendig wäre.

    Ritalin verliert an Glanz

    Ritalin oder genauer gesagt der Wirkstoff Methylphenidat geraten immer mehr in die Kritik, und eine neue Studie aus Dänemark trägt nicht eben dazu bei, den ohnehin schon zweifelhaften Ruf von Ritalin wieder aufzupeppen. Der Leiter der Studie, Professor Ole Jakob Storebo bestätigt Ritalin zwar, dass es zu einer wenn auch nur geringen Verbesserung der Symptome führt, aber auf der anderen Seite müssen die Patienten auch mit massiven Nebenwirkungen wie Appetitlosigkeit und Schlafstörungen rechnen. Wissenschaftler raten dazu, Ritalin mit Vorsicht zu genießen und die möglichen Risiken gegen den Nutzen abzuwägen.

    Ärzte verschreiben immer weniger Ritalin

    Seit Jahren steht Ritalin ganz weit oben auf der Liste der am meisten verschriebenen Medikamente. Es war fast schon ein Trend, Ritalin einzunehmen, aber mit diesem Trend ist es jetzt offenbar vorbei, denn die Ärzte verschreiben immer weniger Ritalin. Der Rückgang lässt sich schon seit zwei Jahren beobachten, denn wurden 2013 pro Jahr in Deutschland noch 1803 Kilogramm verordnet, so waren es im folgenden Jahr nur noch 1716 Kilogramm. Das ist ein Rückgang von fünf Prozent und der Trend geht weiter nach unten. Als Grund für den Rückgang nennt Karl Broich, der Präsident des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte, kurz BfArM, die schon vor einigen Jahren beschlossenen Beschränkungen bei der Verschreibung des ADHS-Medikamentes. Die strengen Vorgaben für die Verschreibung von Ritalin gibt es seit 2010, und damals zeigte sich, dass der Hype um Ritalin sehr schnell nachließ.

    Nach wie vor umstritten

    Immer mehr Ärzte stehen Ritalin kritisch gegenüber. Sie bemängeln unter anderem, dass eine ADHS Störung immer noch viel zu schnell und zu häufig diagnostiziert wird. So wird die Diagnose ADHS zum Beispiel sehr oft bei Kindern gestellt, die zu früh eingeschult wurden und daher zwangsläufig durch ein unreifes Verhalten auffallen. Ein Kritikpunkt ist auch, dass Eltern zu schnell zu Ritalin greifen, ohne vorher auch andere Therapiemöglichkeiten auszuloten. Aktuell sind 250.000 Kinder in Deutschland von ADHS betroffen, Jungen viermal so oft wie Mädchen. Ob die Zahl steigt oder vielleicht sogar fällt, darüber gibt es keine gesicherten Angaben. Experten vermuten, dass die Zahl der ADHS Diagnosen eher steigen wird, auch weil es ein Medikament wie Ritalin gibt, das den Eltern suggeriert, alle Probleme schnell und einfach lösen zu können.

    Welche Alternativen zu Ritalin gibt es?

    Nicht nur viele Eltern, auch Lehrer und Erzieher sehen in Ritalin eine Art Allheilmittel, denn es macht aus verhaltensauffälligen Kindern angepasste Kinder. Ritalin als Lifestyle Medikament zu bezeichnen, würde vielleicht etwas zu weit führen, aber die Tatsache, dass alternative ADHS Therapien relativ selten genutzt werden, legt diese Vermutung nahe. Dabei gibt es einige sehr effektive Therapien für ADHS Kinder, wie zum Beispiel diverse Verhaltenstherapien oder auch das sogenannte Neurofeedback. Viele Kinder- und Jugendpsychiatrien bieten heute das Neurofeedback als ADHS Therapie an und die Erfolge können sich sehen lassen. Die betroffenen Kinder lernen am Computerbildschirm, ihre Gedanken zu fokussieren, ihre Erregung unter Kontrolle zu bekommen und sich auf den Punkt zu konzentrieren. Die Helfer der Kinder sind Autos oder Flugzeuge, die über Messelektroden am Kopf befestigt und nur mit den Hirnströmen bewegt werden.

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  • Die Interior-Diät – mit der richtigen Einrichtung abnehmen

    Die Interior-Diät – mit der richtigen Einrichtung abnehmen

    Wer sich fragt, was die Einrichtung mit dem Abnehmen zu tun hat, der hat wahrscheinlich noch nie etwas von der Interior-Diät gehört. In den USA, dem Mutterland aller verrückten Diäten, gibt es bereits mehrere Studien zu dieser neuen Diät, bei der die Einrichtung der Küche eine ganz entscheidende Rolle spielt. Aber keine Angst, für die Interior-Diät muss sich keiner eine neue Küche zulegen, wenn er abnehmen will, es kommt bei dieser Diät vielmehr darauf an, was in der Küche wo platziert wird.

    Die Studie zur Interior-Diät

    Wie viel Einfluss hat die Einrichtung der Küche auf das Essverhalten der Bewohner? Dieser Frage sind die Wissenschaftler und Studenten der Cornell Universität in Ithaca im Staat New York nachgegangen. Für die Langzeitstudie wurden 500 Frauen und ihr Essverhalten im Bezug auf die Einrichtung ihrer Küchen beobachtet. Die Forscher wollten herausfinden, wie sich die Gestaltung der Küche auf das Gewicht auswirkt und haben die Probandinnen gefragt, welche Lebensmittel sie wo in der Küche platziert haben. Die Ergebnisse waren überraschend. Alle Frauen, in deren Küche auf der Arbeitsplatte oder auf dem Esstisch frisches Obst stand, wogen im Schnitt sechs Kilogramm weniger als die Frauen, bei denen das nicht der Fall war. Die Frauen, die in ihrer Küche Kalorienbomben wie stark zuckerhaltige Softgetränke griffbereit auf der Arbeitsplatte stehen hatten, brachten durchschnittlich elf Kilogramm mehr auf die Waage als die Frauen, bei denen am gleichen Platz Mineralwasser stand.

    Was ist bei der Interior-Diät wichtig?

    Im Grunde funktioniert die Interior-Diät sehr einfach und niemand muss seine Küche neu einrichten, wenn er mit der Interior-Diät abnehmen will. Der Trick ist simpel, denn alles, was dick macht, sollte nach Möglichkeit in den Schränken verschwinden, alles, was zu einer gesunden und ausgewogenen Ernährung gehört, sollte gut sichtbar und in Augenhöhe platziert werden. Die Forscher aus New York sind zu dem Ergebnis gekommen, dass derjenige, der Appetit verspürt, eher zu Lebensmitteln greift, die in seiner Reichweite liegen und nicht einen Schrank öffnet, um sich einen Snack zu holen. Wichtig ist bei der Interior-Diät aber auch, dass die Arbeitsflächen gut aufgeräumt und sauber sind, denn das macht Lust aufs Kochen, und wer selbst kocht, der greift im Supermarkt automatisch weniger zu Fertiggerichten, die nicht gerade als Schlankmacher bekannt sind.

    Die Küche gründlich aufräumen

    Auch wenn es eine Studie zur Interior-Diät gibt, wissenschaftlich erwiesen ist es nicht, inwiefern sich die Gestaltung der Küche auf das Gewicht auswirkt. Trotzdem kann es hilfreich sein, die Küche einmal gründlich aufzuräumen und auszumisten. In den meisten Küchen schlummern viele Lebensmittel, die irgendwann einmal gekauft und dann vergessen wurden. Wer ganz bewusst seine Schränke inspiziert, der wird mit Erstaunen feststellen, was im Laufe der Zeit alles eingekauft wurde. Vor allem Süßigkeiten sind in den meisten Küchen in großen Mengen zu finden und diese Süßigkeiten sollten gesammelt und dann an einem Platz im Schrank verstaut werden, der beim Öffnen der Schranktür nicht direkt ins Auge fällt. Alles, was gesund ist, sollte hingegen offen in der Küche stehen.

    Einfrieren statt aufessen

    Ein weiterer Punkt, der bei der Interior-Diät eine Rolle spielt, ist das Einfrieren von Lebensmitteln. Es kann immer mal vorkommen, dass zu viel gekocht wurde. Es ist ein Fehler, das, was bei Mittagessen übrig geblieben ist, am Abend noch zu essen. Sinnvoller ist es, die Reste einfach einzufrieren, denn so verschwindet das Essen aus dem Blickfeld und man hat immer eine Portion in Reserve, die aufgetaut werden kann, wenn mal keine Zeit fürs Kochen bleibt. Auch vermeintlich gesunde Nahrungsmittel wie Cornflakes oder Müsli sollten nicht offen in der Küche stehen, sondern in einem Schrank verschwinden, denn dann fällt es leichter, sich für ein wirklich gesundes Frühstück zu entscheiden.

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  • Traurig oder depressiv – 15 Zeichen für Depressionen

    Traurig oder depressiv – 15 Zeichen für Depressionen

    Eine Depression hat viele Gesichter und viele, die sich nicht wohlfühlen, wissen nicht, ob sie nur traurig sind oder ob sie bereits eine Depression haben. Depressionen lassen sich nicht so leicht durchschauen, denn die Symptome sind nicht nur seelisch, sie sind auch körperlich spürbar. Experten haben jetzt eine Art Katalog zusammengestellt, worauf Menschen achten sollten, die sich nicht sicher sind, ob sie wirklich an einer Depression erkrankt sind. Diese Selbstdiagnose ersetzt zwar nicht den Arzt, aber die Auflistung der möglichen Beschwerden macht es den Betroffenen leichter, die Anzeichen schneller und besser deuten zu können.

    Depressionen und ihre Symptome

    Ist es eine Depression oder bin ich einfach nur schlecht drauf? Wer sich diese Frage stellt, der hat meist schon mit einer depressiven Störung zu kämpfen. Der Berufsverband der Deutschen Psychologen und Psychologinnen hat einen Katalog zusammenstellt, in dem auch die folgenden psychischen Symptome zu finden sind:

    • Freudlosigkeit
    • Antriebslosigkeit
    • Unlust sexueller Natur
    • Angstgefühle
    • ein geringes Selbstbewusstsein
    • eine schlechte Konzentrationsfähigkeit
    • unbegründete Schuldgefühle

    Depressionen können aber nicht nur psychische, sondern auch unterschiedlichen physische Symptome haben. Dazu gehören:

    • Das Gefühl weicher Knie
    • Starkes Herzklopfen bis hin zu Herzrasen
    • Schwindelgefühle
    • Appetitlosigkeit
    • Ein zu hoher Adrenalinspiegel
    • Beschwerden beim Atmen und ein Druckgefühl in der Brust
    • Eventuell auch Sehstörungen
    • Schlafstörungen

    Depressionen entstehen, wenn das Gehirn zu wenig Serotonin bekommt, denn dieser Botenstoff ist dazu da, Glücksgefühle auszulösen. Ein Mangel an Serotonin macht sich durch Angst oder auch durch Aggressionen bemerkbar und schlägt sich dann in Depressionen nieder.

    Können Depressionen selbst diagnostiziert werden?

    Die meisten Menschen, die unter Depressionen leiden, fühlen sich nicht nur seelisch, sondern auch körperlich krank. Sie haben vor vielen Situationen unbegründete Angst und diese Angst kann schnell zu einer Panik mit Herzrasen führen, keine Seltenheit sind zudem Symptome, wie sie bei einem Herzinfarkt auftreten. Depressionen äußern sich aber auch in einer permanenten inneren Anspannung. Wer vielleicht vorher schon mit körperlichen Beschwerden wie schmerzenden Gelenken zu tun hatte, der wird diese Beschwerden während einer Depression noch deutlich stärker wahrnehmen. Betroffene, die mit Rückenschmerzen zu kämpfen haben, werden diese Schmerzen in einer depressiven Stimmung als unerträglich empfinden. Wer diese Symptome verspürt, der kann davon ausgehen, eine Depression zu haben, es gibt aber noch mehr Anzeichen, an denen Depressionen selbst diagnostiziert werden können. Wer beispielsweise keine Lust mehr verspürt aus dem Haus zu gehen und immer wieder Ausreden erfindet, um nicht mit Freunden ausgehen zu müssen, der sollte sich ehrlich fragen, woher diese Unlust kommt. Wenn sich die Stimmung innerhalb von 14 Tagen nicht zum Positiven verändert, dann handelt es sich um eine depressive Phase und es wird Zeit, über einen Arztbesuch nachzudenken.

    Was können Betroffene tun?

    Wer die Anzeichen einer Depression verspürt, der sollte zunächst nach der Ursache suchen. Gab es einen Trauerfall in der Familie oder im Freundeskreis? Gibt es Stress im Job, persönlichen Kummer oder gab es eine Trennung? Nicht jedes negative Erlebnis führt auch automatisch zu einer Depression, aber wenn die Symptome nicht verschwinden, dann wird es bedenklich und ein Arzt sollte um Rat gefragt werden. In Deutschland leben rund fünf Millionen Menschen mit Depressionen, das zeigen die neusten Daten der Deutschen Depressionshilfe. Die Webseite der Depressionshilfe kann eine erste Anlaufstelle sein, denn dort können alle einen Selbsttest machen, die das Gefühl haben, unter einer Depression zu leiden. Dieser Test kann den depressiven Verdacht entweder bestätigen, aber auch ausräumen. Bestätigt sich die Vermutung, dass es sich um eine Depression handelt, dann bietet die Deutsche Depressionshilfe eine telefonische Beratung an. Im Rahmen einer Beratung können sich die Betroffenen außerdem informieren, an wen sie sich für eine Behandlung wenden können und wie diese gezielte Behandlung gegen Depressionen aussieht.

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