Schlagwort: Bakterien

  • Mundtrockenheit – eine unangenehme Erkrankung

    Mundtrockenheit – eine unangenehme Erkrankung

    Jeder hat schon einmal die eine oder andere Situation erlebt, in der der Mund vermeintlich austrocknet und ein pelziges Gefühl am Gaumen bleibt. Der Mediziner spricht in diesem Fall von der sogenannten Mundtrockenheit, auch Xerostomie, genannt. Die Ursachen sind vielfältig, meist aber rasch wieder zu beheben.

    Hauptursache Flüssigkeitsmangel

    Meistens entsteht die Mundtrockenheit, wenn jemand zu wenig Flüssigkeit zu sich nimmt. Damit ist auch klar, dass bei Zufuhr von Wasser oder anderen Getränken das Gefühl schnell wieder vergeht und die Trockenheit behoben ist. Wer bei sportlicher Betätigung über das pelzige Gefühl im Mund klagt, der sollte sich selbst genau beobachten. Eventuell atmet er während der Belastung durch den Mund und nicht durch die Nase, womit eine Erklärung gefunden ist. Natürlich kann auch hier Flüssigkeitsmangel als Ursache vorliegen, womit auch in diesem Fall mit Trinken das Problem gelöst ist und die Speicheldrüsen wieder genügend Speichel produzieren.

    Altersbedingte unterschiedliche Ursachen als Auslöser

    Auch bei einer starken Erkältung kann es zu einer Xerostomie kommen. Ursache ist auch hier meist das Verhalten, dass man nicht durch die Nase, sondern den Mund atmet. Viele ältere Menschen klagen ebenfalls über die Trockenheit im Mundbereich, wobei hier nur selten eine Ursache wie ein schlecht sitzender Zahnersatz oder aber mangelnde Mundhygiene vorliegen. Denn es ist einfach die Natur der Sache, dass im Alter weniger Speichel hergestellt wird und es damit zu dieser unangenehmen Begleiterscheinung kommt. Meist hilft auch hier, wenn die Trinkmenge entsprechend erhöht und damit das Flüssigkeitsdefizit ausgeglichen wird.

    Der Gang zum Arzt ist nicht zwingend notwendig

    Die Mundtrockenheit an sich ist kein Grund, einen Arzt aufzusuchen. Erst wenn sie gemeinsam mit Sprachschwierigkeiten, Kauproblemen oder Schluckbeschwerden auftritt, ist eine medizinische Diagnose notwendig. Auch das Auftreten mit weiteren Symptomen wie häufigem Harndrang oder starkem Durst und Gliederschmerzen, sind Gründe, sich medizinischen Rat zu holen. Ansonsten kann man der Mundtrockenheit auf unterschiedliche Weise selbst entgegen wirken. Wichtig ist in jedem Fall, die Speichelbildung zu fördern, was am besten durch Lutschen eines sauren Drops oder aber Kauen von Kaugummi geschieht.

    Ausreichend Trinken sorgt für notwendige Befeuchtung

    Wichtig ist natürlich, dass der Mundraum gut befeuchtet ist. Das kann man am besten durch Trinken von Mineralwasser, Wasser oder zuckerfreiem Tee bewerkstelligen. Kaffee und koffeinhaltige Getränke sind in sparsamer Menge zu konsumieren, da sie aufgrund der Säure die Trockenheit im Mundbereich eher fördern. Wer raucht, sollte den Tabakkonsum besser einstellen, da dadurch die Mundhöhle noch trockener wird. Wer zu Hausmitteln greifen möchte, der sollte Speisen mit scharfen Gewürzen wie Cayennepfeffer essen. Dieses Gewürz hat die Eigenschaft, die Speichelbildung anzuregen. Während der Nacht kann es auch unterstützend wirken, wenn der Betroffene ein feuchtes Tuch auf die Heizung legt. Auch das wirkt einem stärkeren Austrocknen des Mundes entgegen. Wer aufgrund der Einnahme von Medikamenten die Mundtrockenheit entwickelt, kann mit seinem Arzt entsprechende Rücksprache halten und sollte auf ein anderes Präparat mit dem gleichen Wirkstoff umsteigen. Xerostomie infolge einer Grippeerkrankung oder eines grippalen Infektes sollte während des Krankheitsverlaufs einfach mit viel Trinken behandelt werden. Normalerweise verschwindet mit dem Schnupfen, Husten und der Heiserkeit auch das trockene Gefühl im Mund wieder.

    Selbstgemachte Mundspülung hilft

    Ein probates Mittel, um gegen die Mundtrockenheit vorzugehen, ist das regelmäßige Gurgeln mit einer Mundspülung. Die kann ohne weiteres selbst hergestellt werden. Man nimmt dazu einfach eine Tasse mit lauwarmen Wasser und gibt einen halben Teelöffel Bikarbonat und einen halben Teelöffel Salz dazu. Morgens und abends sollte man damit vor dem Zähneputzen gurgeln. Die Spülung neutralisiert nämlich die Säuren im Mundraum und bekämpft gleichzeitig schädliche Keime. Klar ist auch, dass eine konsequente Mundhygiene eine wichtige Rolle spielt. Denn da es dabei an Speichel weitgehend mangelt, sind die Zähne höherer Gefahr durch Bakterienbefall ausgesetzt. Neben dem zweimal täglichen Zähneputzen sollte auch Zahnseide zur Reinigung der Zwischenräume zur Anwendung kommen.

    Bild: © Depositphotos.com / Wisky

  • Bakterienalarm im Schwimmbad

    Bakterienalarm im Schwimmbad

    Was kann an heißen Tagen schöner sein, als ins Schwimmbad zu gehen und sich in die erfrischend kühlen Fluten zu stürzen? Immer wenn die Sonne vom Himmel knallt, dann lockt das Freibad mit Abkühlung, aber so ganz ungefährlich ist der Spaß in den meisten Freibädern leider nicht, denn im Wasser lauern unsichtbare Feinde, die das Vergnügen trüben können – Bakterien. Viele werden jetzt vielleicht sagen: Bakterien im Wasser sind überhaupt kein Thema, denn schließlich ist das Wasser im Schwimmbad gechlort, aber auch wenn das Wasser mit Chlor behandelt wurde, heißt das leider noch lange nicht, dass das Wasser auch wirklich frei von Keimen ist.

    Nur mit Schwimmbrille

    Augenärzte weisen jedes Jahr in den Sommermonaten immer wieder darauf hin, dass im Wasser Bakterien sind, die es besonders auf die Augen abgesehen haben. Auch wenn das Wasser regelmäßig ausgetauscht und mit Chlor versetzt wird, es gibt Keime, die sind resistent gegen Chlor. Diese Keime können zusammen mit winzigen Schmutzpartikeln die Hornhaut des Auges angreifen und über die Bindehaut in das Auge eindringen. Ist das einmal geschehen, dann kommt es nicht selten zu unangenehmen Entzündungen der Bindehaut und das kann sehr schmerzhaft sein. Alle, die gerne im Schwimmbad sind, sollten auf jeden Fall eine Schwimmbrille tragen, denn die eng anliegende Brille sorgt dafür, das sich keine schädlichen Eindringlinge im Auge verirren können.

    Die schmerzhaften Folgen

    Auch wenn das Wasser im Freibad gechlort ist, kann man darin trotzdem noch Schweiß, Urin und vor allem Schmutz finden. Wenn das alles zusammen auftritt, dann kommt es zu einer chemischen Verbindung. Diese Verbindung sorgt nach Ansicht der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft dafür, dass der Tränenfilm, der das Auge eigentlich schützen soll, angegriffen wird. Die Folge sind stark gerötete Augen, die brennen und ohne Unterlass tränen. In der Regel klingen diese Symptome schon nach wenigen Stunden wieder vollkommen ab, aber alle, die empfindliche Augen haben, müssen einen Augenarzt aufsuchen, der dann Tropfen verschreibt, die das Brennen und Tränen lindern.

    Wichtig für Kontaktlinsenträger

    Gegenüber Brillenträgern haben alle diejenigen die Kontaktlinsen tragen, im Schwimmbad einen großen Vorteil, denn sie können auch noch im Wasser klar sehen. Aber auch Kontaktlinsenträger müssen beim Besuch des Freibades aufpassen, denn im Wasser saugen sich die Linsen am Auge fest und das kann im schlimmsten Fall zu Abschürfungen auf der empfindlichen Hornhaut führen. Eine andere Gefahr sind Pilze und Keime wie Akanthamöben, die sich vom Träger unbemerkt in der Kontaktlinse einnisten und dort auch vermehren. Ist das der Fall, dann kann es unter Umständen sogar zu bleibenden Sehschäden und zur völligen Erblindung kommen. Um das zu vermeiden, sind auch die Träger von Kontaktlinsen immer gut beraten, beim Schwimmen im Freibad eine Schwimmbrille zu tragen, die möglichst eng anliegt.

    Die Wasserqualität entscheidet

    Jedes Freibad wird von sich behaupten, sauberes und keimfreies Wasser zu haben. Bei den meisten Bädern ist das auch der Fall, aber nicht überall wird auf Sauberkeit großen Wert gelegt. Wer wissen möchte, ob das Freibad vor Ort wirklich sauber ist, der kann das schnell und einfach im Internet erfahren, denn dort werden auch Freibäder auf ihre Qualität getestet.

    Bild: © Depositphotos.com / cookelma

  • Warum zu fettes Essen für Darm und Gehirn gefährlich ist

    Warum zu fettes Essen für Darm und Gehirn gefährlich ist

    Obwohl ein oder auch zwei Pommes frites zum Probieren voll und ganz ausreichen würden, können die meisten Menschen nicht widerstehen und essen die ganze Portion Pommes samt Mayonnaise und Ketchup auf. Warum essen wir immer mehr als wir eigentlich wollen und warum wird weiter gegessen, auch wenn der Magen schon lange signalisiert hat, dass er satt ist? Viele haben mit Übergewicht zu kämpfen und essen trotzdem viel zu viel. Die Erklärung für dieses eigentlich sehr unvernünftige Verhalten war lange im Dunkeln, jetzt ist eine neue Studie aus den USA dem Geheimnis auf die Spur gekommen.

    Die Wirkung aufs Gehirn

    Alle, die sich fettreich ernähren, sorgen mit dieser Ernährung dafür, dass sich die Signalwege zum Gehirn verändern. Durch bestimmte Signale wird verhindert, dass sich die Fähigkeit aufbaut, die dem Magen zu verstehen gibt: Ich bin jetzt satt. Diese Entdeckung machten die Wissenschaftler und Forscher bei Ratten, und zwar im Rahmen einer Studie an der Universität von Denver. Die Nagetiere wurden systematisch auf eine fettreiche Ernährung umgestellt und schon bildeten sich in ihrem Gehirn bestimmte Schaltkreise, die das Gefühl des Sattseins komplett unterdrückt haben. Veterinärmediziner, die die Ratten in diesem Zusammenhang beobachtet haben, stellten fest, dass eine Ernährung mit zu viel Fett, die zudem unausgewogen ist, Entzündungen in der Gehirnregion auslösen kann, die für das Essverhalten zuständig ist. Auf diese Weise geht das Gefühl satt zu sein, verloren, und dieser Effekt sorgt nicht nur bei Ratten, sondern auch bei Menschen für krankhaftes Übergewicht.

    Die Wirkung auf den Darm

    Auch der Darm wird bei dauerhaftem fetten Essen in Mitleidenschaft gezogen. Alle, die sich ausgewogen und ohne zu viel Fett ernähren, sorgen dafür, dass die Bakterien in der Darmflora immer im Gleichgewicht bleiben. Es gibt zwar immer mal wieder Veränderungen, aber mit gesundem und fettarmen Essen bleibt die natürliche Balance der Bakterien im grünen Bereich. Als die Wissenschaftler für die Studie aber damit begannen, die Ratten sehr fettreich zu ernähren, kam es zu einer deutlichen Veränderung der Darmflora. Diese Veränderung hatte zur Folge, dass sich bei den Nagern Entzündungen einstellten, und was noch gravierender war, es wurden auch Nervenzellen geschädigt. Außerdem beobachteten die Forscher, dass die Verbindung zwischen dem Gehirn und dem Darm gestört wurde.

    Gesund und ausgewogen essen

    Wie sich die fehlende Kommunikation zwischen Gehirn und Darm auf Dauer auswirkt, das bleibt abzuwarten. Weitere Studien sollen auch abklären, ob die Veränderungen, die zu fettes Essen im Darm auslösen, auf Dauer bleiben und ob eine Umkehr möglich ist. Wer gesund leben möchte, der sollte sich immer vor Augen halten, dass die Komponenten im Körper eine Art Symbiose bilden, die ständig miteinander vernetzt sind und ständig kommunizieren. Wird nur einer dieser Komponenten überfordert, dann gerät das ganze System aus dem Gleichgewicht und das kann, wie bei zu fettem Essen, gefährliche Folgen haben.

    Fett ist ein Geschmacksträger und das macht es so schwer, zu fettigem Essen nein zu sagen. Wer sich jedoch vorstellt, was im Darm und auch im Gehirn geschieht, wenn zu fett gegessen wird, dem fällt es leichter, zu verzichten.

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  • Entzündungen dürfen keinesfalls unterschätzt werden

    Entzündungen dürfen keinesfalls unterschätzt werden

    Typische Merkmale wie Rötungen, Schwellungen oder auch Eiterbildung – das ist das, was die meisten im Kopf haben, wenn es um Entzündungen geht. Diese sind gut behandelbar und auch schnell wieder abgeklungen. Dennoch ist das Krankheitsbild nicht zu unterschätzen.

    Wie kommt es zu einer Entzündung?

    Fast jedes Organ bzw. jeder Körperbereich kann eine Entzündung ausprägen. Sogenannte akute Entzündungen sind etwa die Blinddarmentzündung, die Nasennebenhöhlenentzündung oder aber die Sehnenscheidenentzündung. Zu einer Entzündung kommt es immer dann im Körper, wenn eine Gewebeverletzung oder Reizung entsteht. Egal wo diese entsteht, löst sie eine Entzündungsreaktion im Körper aus. Die Auslöser der Entzündung können vielfältig sein, immer liegt aber eine Schädigung oder Reizung des Gewebes vor. Ob nun Prellung oder Zerrung nach einem Sturz, Fremdkörper wie ein Holzsplitter, Stoffwechselabbauprodukte wie Harnsäurekristalle oder pathogene Mikroorganismen wie Bakterien oder Pilze, sie alle können die Ursache für die Erkrankung sein.

    Symptome sind gut erkennbar

    Wer an einer Entzündung leidet, der tut dies unter den charakteristischen Symptomen wie einer Rötung der betroffenen Hautstelle, Schwellung und Schmerzen. Meist kommt auch noch Fieber dazu. Klar ist, dass bei einer Entzündung eines Organs diese nicht unmittelbar in oder unter der Haut auftritt und damit nicht sichtbar ist. Entzündungen sind selbst keine Krankheiten, lösen aber eine Abwehrreaktion des Körpers aus und setzen damit den Heilprozess in Gang.

    Was passiert bei einer Entzündung im Körper?

    Der Körper wird sofort aktiv, wenn ein Gewebe verletzt oder gereizt ist. Ist zusätzlich ein Blutgefäß beschädigt, wird der Blutklebestoff Fibrin eingesetzt um die Wunde abzudichten. Dies funktioniert so, dass an der betroffenen Stelle ein Netz quasi aufgezogen wird, in dem Blutplättchen und rote Blutkörperchen hängen bleiben. So gerinnt das Blut, wobei unmittelbar nach Blutungsstopp ein Enzym im Körper frei gesetzt wird, um die Gerinnung wieder zu stoppen. Sind Bakterien eingedrungen und muss verletztes und damit abgestorbenes Gewebe entfernt werden, kommen sogenannte Makrophage oder Fresszellen im Körper zum Einsatz. Da zugleich die Durchlässigkeit der Blutgefäße erhöht wird, kommt es in der Umgebung der verletzten Stelle zu einer Rötung und meist auch zu einer Schwellung. Zeitgleich wie die Makrophagen ihre Tätigkeit verrichten, beginnt bereits der neue Zellaufbau an der betroffenen Stelle.

    Warum sind Entzündungen schmerzhaft?

    Jeder, der schon einmal an einer Entzündung gelitten hat, weiß, dass dies eine äußerst schmerzhafte Erfahrung ist. Und genau das kann zwei Ursachen haben. Denn entweder die Nervenzelle an der betroffenen Stelle selbst ist verletzt oder die entstandene Schwellung drückt auf naheliegende Nerven. Hauptursache ist jedoch die Ausschüttung ganz bestimmter Schmerzbotenstoffe, die auch Prostaglandine, Histamin oder Bradykinin genannt werden. So weh diese auch tun, erfüllen sie dennoch eine wichtige Aufgabe. Denn sie sorgen für Aufmerksamkeit, dass im oder am Körper etwas nicht stimmt, etwa ein Gewebe verletzt wurde. Sobald die Entzündung abnimmt, werden auch die Botenstoffe abgelöst, und zwar durch Enzyme, womit auch der Schmerz wieder vorbei ist.

    Akute Entzündungen sofort behandeln

    Einige Entzündungsvarianten müssen sofort ärztlich bzw. therapeutisch behandelt werden. Dies wären etwa eine akute Lungenentzündung, eine Blinddarmentzündung. Bei weniger schwer wiegenden Ausprägungen genügt es meist, wenn der Körper während des selbstständigen Heilungsprozesses entsprechend unterstützt wird. Eine Kühlung der betroffenen Stelle hilft hier ebenso wie eine Entlastung des Verdauungssystems und viel Ruhe. Zusätzlich sollte der Betroffene viel trinken und zwar am besten Wasser. Um die Ausscheidung entzündungsbedingter Abfallprodukte im Körper zu beschleunigen, hilft es wenn viel basischer Tee getrunken wird.

    Schwerwiegende Entzündungen medikamentös behandeln

    Um zu verhindern, dass Entzündungen chronisch werden oder aber einfach dann, wenn der Körper mit der Abwehr nicht alleine fertig wird, kann der Betroffene mit Antibiotika behandelt werden. Dies ist vor allem dann entscheidend, wenn Bakterien Auslöser für die Erkrankung sind. Bei Verletzungen, die eine Entzündung der betroffenen Stelle nach sich ziehen, ist auch immer auf die Wirkung der Tetanusimpfung zu achten.

    Bild: © Depositphotos.com / tab62

  • Das hilft gegen lästige Gelsen an lauen Sommerabenden

    Das hilft gegen lästige Gelsen an lauen Sommerabenden

    Viele nervt schon das surrende Geräuscht der kleinen Biester – und stechen sie dann einmal zu, wird es noch unangenehmer. Gelsen, Stechmücken oder Moskitos – wie immer sie auch genannt werden, es gibt mehr als 40 Arten von ihnen. Doch was hilft wirklich gegen die Plagegeister an milden Sommerabenden?

    Gelsenplage ja oder sein?

    Das hängt ganz von den Wetterbedingungen im Frühjahr ab. Denn gibt es da viel Feuchtigkeit und ist der Sommer dann lange hieß, bestehen nahezu perfekte Bedingungen für eine Gelsenplage. Vor allem die heftigen Regenfälle Ende Mai und Anfang Juni lieferten ideale Brutvoraussetzungen für die Gelsen. Derzeit schlüpfen sie aus den Larven und werden manchmal zu echten Plage.

    Gefahr für die Gesundheit?

    Grundsätzlich wird der Juckreiz, den viele nach einem Gelsenstich spüren, von den Proteinen ausgelöst, die von der Stechmücke in die Saugstelle eingespritzt wird. Dies soll das Gerinnen des Blutes unterbinden. Körpereigenes Histamin, das in der Folge ausgeschüttet wird, sorgt für den Knubbel, der kurz nach einem Gelsenstich sichtbar wird. In hiesigen Breitengraden sind alle Symptome des Insektenstiches jedoch harmlos und sind nur in Ausnahmefällen eine Gefahr. In anderen Weltregionen sieht es da schon anders aus, da können mit der Speichelübertragung beim Stich durchaus Viren, Bakterien oder Parasiten übertragen werden. Vor allem Asien und Afrika sind hier Gefahrenzonen, von denen Reisende oft nach einem Insektenstich mit Malaria, Gelbfieber, Dengue-Fieber oder dem West-Nil-Fieber retour kommen.

    Gelsenstecker sind in ihrer Zusammensetzung umstritten

    Auf dem Markt gibt es mittlerweile unzählige Schutzmittel und Systeme, um sich gegen die Plagegeister zu wehren. Doch einige davon sind sowohl in ihrer Wirkung als auch in ihrer Zusammensetzung durchaus umstritten. Gels und Lotionen sind oft mit Diethyltoluamid und Icaridin versetzt, die keinesfalls über einen längeren Zeitraum verwendet werden sollen. Auch Gelsenschutzstecker sind nicht wirksam, denn das im Raum frei gesetzte Insektizid reizt bestenfalls die Augen und Schleimhäute, aber weniger die Gelsen.

    Gelsenschutz ohne Chemiekeule

    Wesentlich effektiver und ohne Bedenken in der Anwendung sind da die guten alten Fliegengitter. Diese haben sogar den Nebeneffekt, dass auch andere Insekten wie Wespen, Hornissen oder Fliegen bequem draußen gehalten werden. Neuere Konstruktionen, die im Fachhandel erhältlich sind, schützen zusätzlich vor Pollen und Grassamen, womit Allergikern generell geholfen ist und sommerliches Schlafen mit geöffnetem Fenster wieder einwandfrei möglich wird.

    Terrasse, Balkon und Garten entsprechend gelsenfrei optimieren

    Klar ist, dass stehende Gewässer – egal welcher Größe – den Mücken als hervorragende Brutstätte dienen. Deshalb sollten beim Kampf gegen die Gelsen auf sämtliche Vorrichtungen wie Regentonnen, Gießwasser, kleine Teiche und Lacken, Bedacht genommen werden. Sie sollten zumindest entsprechend abgedeckt werden, um zu verhindern, dass die Plagegeister ihre Brut in unmittelbarer Nähe zum Haus und womöglich zum Schlafzimmer ablegen. Als weitere Maßnahmen kann man Stechmücken-Larven hervorragend und sehr wirkungsvoll in der Regentonne oder im Gartenteich mit Tabletten bekämpfen. Die Methode ist auch umwelttechnisch absolut bedenkenlos in der Anwendung, denn als Wirkstoff kommt ein ganz spezieller Bazillus zum Einsatz. Er hört auf den klingenden Namen Bacillus thuringensis israelensis, kurz Bti. In heimischen Baumärkten gibt es das mikrobiologische Mittel entweder als Tablette oder flüssig. Damit kann es sogar großflächig zur Mückenbekämpfung angewandt werden. Nachdem ausschließlich gewisse Mückenarten auf das Mittel negativ reagieren, liegt es auf der Hand, dass es für andere Tiere im Garten oder Menschen absolut unbedenklich ist. Das Wasser aus der Tonne kann sogar später als Blumengießmittel verwendet werden – absolut ohne Bedenken.

    Nach dem Stich

    Und wenn die Biester doch zugestochen haben, hilft eigentlich nur eines: Kühlen, kühlen und nochmals Kühlen. Je nach Lage am Körper kann der Betroffene einfach kalt duschen oder Arm, Hand oder Fuß unter den kalten Wasserstrahl halten. Eine kühlende und gleichzeitig abschwellende Wirkung hat ein Umschlag mit Essigsaurer-Tonerde. Damit wird auch der Knubbel an der Einstichstelle nicht ganz so groß und klingt nach kurzer Zeit wieder ab.

    Bild: © Depositphotos.com / spline_x

  • Herpangina – die unbekannte Kinderkrankheit

    Herpangina – die unbekannte Kinderkrankheit

    Wenn Kinder Fieber bekommen, über Bauchschmerzen und Schluckbeschwerden klagen, dann vermuten Eltern meist richtig, dass es sich um eine Kinderkrankheit handeln kann. Wenn sich zu diesen Symptomen dann auch noch Übelkeit und Bläschen im Mund gesellen, dann liegt der Verdacht nahe, dass sich das Kind mit Herpangina angesteckt haben könnte. Herpangina, die mit medizinischen Namen auch die Zahorsky-Krankheit genannt wird, ist eine meist harmlos verlaufende Virusinfektion. Sie verdankt ihren Namen den zwei bis drei Millimeter großen Bläschen, die das Aussehen von Lippenherpes haben, sich aber im hinteren Rachenraum befinden, wo sie für Probleme beim Schlucken sorgen und eine Mandelentzündung auslösen.

    Wie werden die Viren übertragen?

    Coxsackie-A-Viren – so heißen die Überträger der Herpangina, die vor allem im Trinkwasser, aber auch in verunreinigten Lebensmitteln zu finden sind. Die Viren suchen sich zunächst einen Ort im Körper, der drei Eigenschaften mitbringen muss, damit sich die Viren auch wirklich wohlfühlen: Er muss möglichst dunkel, feucht und dazu auch noch angenehm warm sein. Die besten Voraussetzungen bieten daher der Mund-Rachenraum und auch der Darm, und genau in diesen beiden Bereichen entsteht bedingt durch die Viren, die Herpangina. In sehr seltenen Fällen wandern die Viren auch durch den Körper und gelangen auf den Blutbahnen zu den Organen, wo sie dann Symptome hervorrufen. Gefährlich wird es, wenn das Virus zu den Hirnhäuten oder zum Gehirn selbst gelangt, denn das kann Entzündungen auslösen.

    Herpangina Symptome?

    Zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch der Herpangina vergehen in der Regel zwischen zwei und sechs Tage, und damit hat die Krankheit anders als viele andere Kinderkrankheiten, eine relativ kurze Inkubationszeit. Zu den ersten Symptomen gehören hohes Fieber und ein schlechtes Allgemeinbefinden. Die kleinen Patienten haben das Gefühl, als wäre ihr hinterer Rachenraum mit Samt ausgeschlagen, was von der Entzündung herrührt. Die nächsten Symptome sind die charakteristischen Bläschen, die der Krankheit ihren Namen geben. Diese Bläschen, die schnell als störend empfunden werden, platzen nach wenigen Stunden auf und werden dann zu schmerzhaften Geschwüren. Jetzt kommen auch Übelkeit und starke Bauchschmerzen dazu und der Rachen schmerzt bei jedem Schlucken. Nach einer, aber spätestens nach zwei Wochen, klingt die Herpangina dann wieder ab.

    Welche Therapien gibt es?

    Wenn der Arzt anhand der Symptome seine Diagnose stellt, dann können nur die Beschwerden gelindert werden, eine Therapie gegen die Kinderkrankheit gibt es bis heute leider nicht. Um es den kleinen Patienten so einfach und erträglich wie möglich zu machen, helfen folgende Maßnahmen:

    • Keine sauren oder scharf gewürzten Speisen
    • Viel Flüssigkeit, am besten geeignet sind Milch, Trinkjoghurt, Suppe oder eine milde Brühe
    • Keine Fruchtsäfte, denn die Fruchtsäure verstärkt den Schmerz im Mund und im Rachen
    • Dreimal täglich mit Salbei- oder Malventee gurgeln
    • Bei starken Schmerzen kann der Arzt ein leichtes Narkotikum verschreiben, wie Paracetamol oder Ibuprofen

    Zum Gurgeln eigenen sich auch ätherische Öle, auch Honig ist ein gutes Mittel, um die Schmerzen zu lindern und die Entzündung zu hemmen. Wenn sich gelbliche Beläge auf der Zunge bilden, dann kann das ein Zeichen für eine zusätzliche Infektion mit Bakterien sein, in diesem Fall wird der Arzt ein Antibiotikum verschreiben.

    Sollte das Kind über starke Kopfschmerzen klagen, benommen wirken oder auch wenn der Nacken steif wird, dann muss sofort ein Krankenhaus aufgesucht werden, denn es besteht der Verdacht, dass es sich um eine Ausbreitung der Infektion und eventuell auch um eine Hirnhautentzündung handeln könnte.

    Varianten der Herpangina

    Nicht selten kommt es bei kleinen Kindern im Zusammenhang mit der Herpangina zur sogenannten Hand-Mund-Fuß-Krankheit, die durch eine Untergruppe der Herpangina Viren ausgelöst wird. Bei diese Variante der Kinderkrankheit zeigen sich die Bläschen auch an Händen und Füßen, sowie am oder im Mund. Dazu kommt leichtes Fieber, aber das Wohlbefinden wird kaum beeinträchtigt.

    Bild: © Depositphotos.com / imagepointfr

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