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  • Lasern gegen Kurzsichtigkeit – moderne Alternative zur Brille

    Lasern gegen Kurzsichtigkeit – moderne Alternative zur Brille

    Die Myopie, besser bekannt unter dem Namen Kurzsichtigkeit, ist die am häufigsten auftretende Sehschwäche. Anders als bei der Weitsichtigkeit, die meist erst im Alter auftritt, werden junge Menschen schon im Teenageralter kurzsichtig oder erben diese Sehschwäche. Selbst wenn es ein wenig paradox klingt, aber wer kurzsichtig ist, der kann Objekte in der Ferne nicht mehr klar erkennen, nur auf kurze Distanz funktionieren die Augen noch einwandfrei. Normalerweise tragen Menschen, die kurzsichtig sind, entweder eine Brille oder Kontaktlinsen, es gibt aber eine gute Alternative zu diesen klassischen Sehhilfen – den Laserstrahl.

    Wie entsteht Kurzsichtigkeit?

    Bei Menschen, die unter Kurzsichtigkeit leiden, ist entweder der Augapfel zu lang geraten oder die Linse bricht das Licht nicht richtig, was zur Folge hat, dass es vor der Netzhaut zusammengefasst wird. Ganz gleich, um welche Form es sich handelt, das Zentrum des gebrochenen Lichts, das durch die Pupille in das Auge fällt, wird nicht perfekt auf die Netzhaut, sondern davor fokussiert. Auf diese Weise wird alles, was weiter entfernt ist, nur noch verschwommen gesehen. Kurzsichtigkeit ist zu rund 80 % vererblich, in vielen Fällen wird die Fehlsichtigkeit schon ab dem zehnten Lebensjahr festgestellt und bis zum 25. Lebensjahr verstärkt sich die Kurzsichtigkeit dann noch.

    Welche Symptome gibt es?

    Da Kurzsichtigkeit schon in jungen Jahren auftritt, merken die Betroffenen schon in der Schule, dass mit ihrem Sehen etwas nicht stimmt. Wer in der Klasse weiter hinten sitzt und das, was auf der Tafel steht, nur noch verschwommen erkennen kann, der ist in der Regel kurzsichtig. Auch beim Autofahren macht sich die Kurzsichtigkeit schnell bemerkbar, wenn zum Beispiel die Straßenschilder in der Entfernung nicht mehr entziffert werden können. Ein Sehtest beim Optiker oder bei einem Augenarzt kann schnell für Gewissheit sorgen, und zwar durch ein sogenanntes Refraktionsmessgerät, mit dem die Brechkraft des Auges gemessen wird. Auf diese Weise wird auch der Dioptrienwert festgestellt, und so kann anschließend eine Brille mit der passenden Sehschärfe angefertigt werden.

    Die Behandlungsmethoden?

    Die Ursache der Kurzsichtigkeit kann nicht behandelt werden, aber es gibt Möglichkeiten, die Sehschwäche zu korrigieren. Das kann durch eine Brille passieren, durch Kontaktlinsen oder durch einen Eingriff mit dem Laserstrahl. Die Brille ist die bekannteste Therapieform bei Kurzsichtigkeit, aber nicht jeder kann sich mit dem Gedanken anfreunden, ständig eine Brille tragen zu müssen und auch die Handhabung von Kontaktlinsen ist nicht jedermanns Sache. Wer trotz seiner Sehschwäche auf die klassischen Sehhilfen verzichten will, der wird nach einer Laser-OP nie wieder eine Brille oder Kontaktlinsen tragen müssen.

    Welche Laser-OP Methoden werden angeboten?

    Für eine Augen-OP mittels Laser gibt es in Deutschland zwei verschiedene Möglichkeiten, das Femto LASIK-Verfahren und das Lasek/PRK-Verfahren. Das Lasek/PRK-Verfahren ist das Verfahren mit der längeren Geschichte, es gilt aber bis heute als eine sehr zuverlässige Methode, die besonders schonend ist. Moderner ist das Femto LASIK-Verfahren, das für seine große Präzision, seine hohe Genauigkeit und seine Flexibilität bekannt ist.

    Was passiert bei einer Laser-OP?

    Die meisten Menschen, die ihre Kurzsichtigkeit durch eine Laser-OP beheben lassen, möchten eine möglichst schonende Behandlung. Zu empfehlen ist hier die Laser/PRK-Operation, denn bei diesem innovativen Eingriff wird es möglich, auch die Patienten zu behandeln, deren Hornhautdicke eher gering ist. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass auch Patienten mit einem hohen Dioptrienwert ohne Probleme behandelt werden können. Besonders präzise ist die Femto Lasik-Behandlung, ein kleiner Eingriff, der kurzsichtigen Menschen wieder zu gutem Sehen verhilft. Bei dieser Behandlung wird die Hornhaut nicht mehr manuell abgetragen, die Hornhautschichten werden vielmehr mit einem Femtosekundenlaser entfernt. Das ist für das Auge besonders schonend und die Patienten können schon unmittelbar nach dem Eingriff wieder klar in die Ferne sehen und brauchen keine Brille mehr.

    Bild: © Depositphotos.com / minervastock

  • Rosacea – eine weitverbreitete Hautkrankheit

    Rosacea – eine weitverbreitete Hautkrankheit

    Wer nach einem Spaziergang bei klirrender Kälte und strahlend blauem Himmel mit rot gefärbten Wangen nach Hause kommt, der hat den vermeintlich sichtbaren Beweis dafür, wie gesund dieser Winterspaziergang war. Rote Wangen sind nach wie vor ein Zeichen für Gesundheit, aber nicht in jedem Fall ist diese Gesichtsfärbung auch harmlos, dahinter kann sich auch die Hautkrankheit Rosacea verbergen. Rosacea ist weit verbreitet, rund vier Millionen Deutsche leiden darunter und viele wissen nicht einmal, dass ihre Haut krank ist, wenn sie dauerhaft rote Backen haben.

    Rosacea – eine wenig bekannte Hautkrankheit

    Rosacea ist auch unter dem Namen Kupferrose bekannt und tritt in der Regel bei Erwachsenen zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr auf. Laut des Vereins Deutsche Rosacea Hilfe e. V. sind mehr Frauen als Männer von der Krankheit betroffen, die der Akne ähnelt. Bei vier Millionen Deutschen wurde die Hautkrankheit bislang diagnostiziert, die Dunkelziffer dürfte aber um einiges höher sein. Die Kupferrose oder auch Erwachsenen-Akne wird vielfach nicht erkannt und nur jeder Zehnte, der darunter leidet, geht auch zu einem Dermatologen. Dass die Krankheit so selten erkannt wird, liegt vor allem daran, dass sie immer individuell verläuft, und genau das macht die Diagnose so kompliziert.

    Welche Symptome gibt es?

    Wer öfter rote Wangen hat, der wird das nicht mit einer Hautkrankheit in Verbindung bringen, zumal die auffällige Gesichtsrötung am Anfang sehr schnell wieder verschwindet. Rosacea beginnt meist mit einer nur leichten Rötung des Gesichtes, dem sogenannte Flush. Die Rötung zeigt sich und verschwindet dann nach wenigen Stunden wieder. Im späteren Verlauf kommt die Rötung immer öfter oder sie bleibt auf Dauer. Die feinen Äderchen in der Gesichtshaut treten deutlich hervor, und die Haut beginnt zu jucken, zu brennen, sie schuppt und wird trocken. Ein typisches Symptom ist, dass zusammen mit der Rötung Pickel auftreten, und es kann in einigen Fällen auch zu einem Anschwellen oder sogar zu Hautwucherungen kommen. Die Betroffenen bekommen ein Rhinophym, eine unschöne Knollennase. Dieses Symptom tritt überwiegend bei Männern auf.

    Was ist der Auslöser?

    Warum es zu Rosacea kommt, ist aus medizinischer Sicht noch immer nicht vollständig geklärt. Es gibt aber Vermutungen, wonach eine genetische Veranlagung Rosacea auslösen kann. Möglich ist jedoch auch eine Unterversorgung der Blutgefäße in der Gesichtshaut. Hautmilben kommen als Auslöser ebenso infrage wie auch Alkohol, zu viel Stress, zu scharfes Essen, und Temperaturschwankungen, auch Kosmetik und Sport können schuld an der Hauterkrankung sein. So weiten Kälte und auch Hitze die Blutgefäße und das löst dann eine Gesichtsrötung aus. Da Rosacea immer in Intervallen auftritt, kommen bei einem akuten Schub mehrere Auslöser infrage.

    Ist Rosacea heilbar?

    Rosacea ist bislang nicht heilbar, aber es ist wichtig, dass sich die Betroffenen so früh wie möglich behandeln lassen. Geschieht das nicht, dann bleibt es leider nicht bei der vermeintlich harmlosen Rötung im Gesicht, denn die Krankheit kann zu Pusteln führen, die sich entzünden können. Spezielle Medikamente und Cremes helfen dabei, die Symptome zu lindern und zu verringern. Nicht selten gelingt es sogar, die Rötung wenigstens vorübergehend komplett abheilen zu lassen. Wichtig ist dabei aber, dass die Auslöser bekannt sind. Wer die Kupferrose erfolgreich behandeln will, der muss vor allen Dingen viel Geduld mitbringen, denn es dauert einige Zeit, bis sich die Krankheit spürbar verbessert und abheilt. Besonders Frauen leiden unter der Gesichtsrötung, aber es gibt heute spezielle Kosmetikprodukte, mit denen die Röte abgedeckt werden kann. Herkömmliche Kosmetik ist nicht zu empfehlen, denn in dieser Kosmetik ist Parfüm enthalten, was für die empfindliche Gesichtshaut nicht gesund ist. Auch Bio-Kosmetik ist eine Möglichkeit, um die Rötungen im Gesicht abzudecken, da diese Kosmetik ganz ohne Zusatzstoffe, Parfüm und Alkohol auskommt. Welche Kosmetik hier infrage kommt, das kann der Hautarzt sagen.

    Bild: © Depositphotos.com / panicAttack

  • Krank über die Feiertage – warum das gefährlich werden kann

    Krank über die Feiertage – warum das gefährlich werden kann

    Krank zu sein ist nicht angenehm, aber über die Feiertage krank zu werden, das kann unter Umständen sogar richtig gefährlich werden. Die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr sind denkbar ungünstig für alle, die sich verletzen oder krank werden, denn die ärztliche Versorgung an den Feiertagen lässt bundesweit sehr zu wünschen übrig. Wenn es sich irgendwie verhindern lässt, dann sollte man mit einem verdorbenen Magen oder einem anderen Unwohlsein nicht ins Krankenhaus gehen, denn das kann sehr gefährlich werden.

    Überfüllte Notaufnahmen

    Die Notaufnahmen der deutschen Krankenhäuser sind ohnehin chronisch überlastet, aber über die Feiertage ist dort die Hölle los. Stundenlange Wartezeiten sind keine Seltenheit und auch die Gefahr der fehlerhaften Behandlungen steigt über die Feiertage drastisch an. Nicht umsonst sterben zwischen Weihnachten und Neujahr überdurchschnittlich viele Menschen, die Ursache liegt vor allem an der unzureichenden medizinischen Versorgung. In Deutschland fehlen erfahrene Ärzte, deshalb sind in den Notaufnahmen der Kliniken in der Regel junge Assistenzärzte zu finden, die frisch von der Universität kommen. Diesen Ärzten fehlt es nicht nur an Erfahrung, sie sind auch hilflos und vollkommen überlastet, angesichts der vielen Patienten, die über die Feiertage in den Notaufnahmen sitzen. Ober- und Chefärzte sind zwischen Weihnachten und Neujahr nur selten in der Notfallambulanz zu finden, sie schicken stattdessen die jungen Kollegen an die Front, die noch keine Familien haben.

    30 % mehr Patienten über die Feiertage

    Zwischen Weihnachten und Neujahr sind in den Notaufnahmen der Krankenhäuser rund 30 % mehr Patienten zu finden, als das an normalen Tagen der Fall ist. Eltern mit ihren Kindern sind dort ebenso zu finden wie auch Menschen, die zu Weihnachten einfach nur zu viel gegessen und getrunken haben. Gallenschmerzen und Magendrücken gehören zu den am häufigsten behandelten Krankheiten über die Feiertage, aber auch schwer kranke Menschen finden sich in den Notaufnahmen ein. Es sind meist Krebskranke, die Weihnachten gerne zu Hause bei der Familie verbringen möchten, aber deren Zustand sich dann so sehr verschlechtert hat, dass sie wieder ins Krankenhaus müssen. Es ist diese Mischung aus leichten und schweren Fällen, die die Situation in den Notaufnahmen noch verschärft, denn Assistenzärzten fehlt die nötige Erfahrung, die ernsten Erkrankungen von den harmlosen gesundheitlichen Problemen zu unterscheiden und entsprechend zu behandeln.

    Der Bereitschaftsdienst – nicht viel besser

    Wer über die Feiertage krank wird, der hat neben den Notaufnahmen noch eine andere Möglichkeit, medizinische Hilfe zu finden. Es gibt den Bereitschaftsdienst der niedergelassenen Ärzte, aber der ist über Weihnachten und Neujahr nicht sonderlich gut besetzt. So gibt es zum Beispiel in der Millionenstadt Berlin nur eine einzige allgemeinmedizinische Praxis, die in diesen Tagen Bereitschaft hat. Allerdings schließt diese Praxis am Wochenende um 22:00 Uhr, wer danach krank wird, der hat Pech und muss in eine der überfüllten Notaufnahmen gehen. Zwar gibt es die bundesweit gültige Rufnummer 116 117, unter der jeder erfragen kann, wo es einen ärztlichen Bereitschaftsdienst gibt, aber man muss Glück haben, eine offene Praxis in der näheren Umgebung zu finden. Wer auf dem Land wohnt, der muss lange Anfahrtswege in die nächst größere Stadt in Kauf nehmen.

    Unterfinanzierte Rettungsstellen

    Die deutschen Rettungsstellen wie die Notaufnahmen der Krankenhäuser sind permanent in Finanznot. Sie haben kein eigenes Budget und müssen von den anderen Abteilungen der Kliniken mitfinanziert werden. Die innere oder auch die chirurgische Abteilung benötigen naturgemäß ein großes Budget und das wirkt sich nachteilig auf die Notaufnahmen aus. In der Folge muss nicht nur bei der Ausstattung kräftig gespart werden, auch bei den Kosten für das medizinische Personal sieht es schlecht aus.

    Wer über die Festtage gesund bleiben will, der sollte nicht zu fett essen, nicht zu viel trinken und seinem Magen öfter mal eine Pause gönnen.

    Bild: © Depositphotos.com / Feverpitch

  • Kopfschmerzen – die lange vernachlässigte Volkskrankheit

    Kopfschmerzen – die lange vernachlässigte Volkskrankheit

    Keine andere Krankheit ist so weit verbreitet und kommt in so vielen verschiedenen Formen vor, wie Kopfschmerzen. Es gibt 367 Arten von Schmerzen, die den Kopf betreffen und lange Zeit wurde das Leiden, das so viele Menschen quält, sowohl von den Ärzten als auch von den Wissenschaftlern vernachlässigt. Erst jetzt gibt es eine Vielzahl von Therapieansätzen und neue Behandlungsmethoden, die eine Besserung versprechen, aber nicht immer wird das Angebot von denjenigen auch wirklich angenommen, die unter ständigen Schmerzen im Kopf klagen.

    Therapieplätze und Ambulanzen gegen Kopfschmerzen

    Immer mehr Kliniken nehmen heute die Patienten ernst, die über Kopfschmerzen klagen und richten entsprechende Ambulanzen und Therapiezentren ein. So zum Beispiel auch die Charité in Berlin, in der es eine Kopfschmerzambulanz gibt, in der einen Psychologen und Schmerztherapeuten als Ansprechpartner für Patienten mit starken Schmerzen gibt. Das Zentrum in der Berliner Charité bietet neben einer Ambulanz auch eine fünftägige Therapie mit Entspannungsübungen, zudem können Kopfschmerzpatienten dort auch den richtigen Umgang mit Medikamenten lernen. Aufgenommen werden allerdings nur acht Patienten im Monat und nur eine Krankenkasse, die AOK, bezahlt die Therapie. Alle anderen Kassen sehen keine Veranlassung, die Kosten zu übernehmen, denn es handelt sich schließlich „nur“ um Kopfschmerzen.

    Die Krankheit, die verharmlost wird

    Im Zusammenhang mit Kopfschmerzen ist immer das Wörtchen nur zu hören, denn auch wenn die Schmerzen stark sind und die Betroffenen sehr darunter leiden, werden sie selten ernst genommen. Dabei leiden 70 % der Deutschen (54 Millionen) unter nervenden Kopfschmerzen. Die Hälfte der Betroffenen klagt dabei über Spannungsschmerzen, nur in acht Prozent aller Fälle stecken ernsthafte Erkrankungen dahinter. Alarmierend ist die Zahl von 44 % der Kinder und Jugendlichen zwischen drei und 17, die davon betroffen sind, und diese Zahl steigt noch kontinuierlich an. Heute werden schon kleine Kinder behandelt, weil sie regelmäßig über Schmerzen im Kopf klagen. Trotzdem bekommen diese Kinder von den Eltern, aber auch von den Lehrern, Erziehern und Ärzten viel zu oft den Satz, zu hören: Stell dich nicht so an, es sind nur Kopfschmerzen.

    Migräne – die ganz besonderen Kopfschmerzen

    Eine besondere schmerzhafte Form von Kopfschmerz ist die Migräne. Rund 100.000 Menschen in Deutschland werden tagtäglich von einer so heftigen Migräne attackiert, dass sie nicht zur Arbeit gehen können. Neben den hämmernden, bohrenden und ziehenden Schmerzen im Kopf gesellen sich bei einer Migräne noch Erbrechen, Schwindelanfälle, Übelkeit und Sehstörungen dazu, was die Qualen um ein Vielfaches verstärkt. 22 % der Männer und 32 % der Frauen sind von Migräne betroffen, besonders heftig treten die Attacken an den Wochenenden auf. In den Apotheken klingeln die Kassen, denn pro Jahr nehmen die Deutschen mehr als drei Milliarden Tabletten gegen ihre Migräne oder den Kopfschmerz. Rund 85 % nehmen nach eigenen Angaben sogar täglich ein Medikament ein, um die Schmerzen zu lindern.

    Die neue Volkskrankheit

    Es gibt eine Reihe von Volkskrankheiten, aber keine trifft so viele Menschen und kommt so häufig vor wie Kopfschmerzen. Trotzdem spielen die 367 verschiedenen Kopfschmerzarten nach wie vor nur eine untergeordnete Rolle. Wie unbedeutend die Schmerzen im Kopf aus der Sicht der Wissenschaft sind, das beweist auch der Bericht zur „Gesundheit der Deutschen“, den das Robert-Koch-Institut jedes Jahr der Bundesregierung vorlegt. In diesem 500 Seiten umfassenden Bericht kommen die Migräne und der Kopfschmerz im Allgemeinen überhaupt nicht vor. Schuld daran ist die Tatsache, dass Schmerzen im Kopf in all ihrer Vielfalt nicht als eine eigenständige Krankheit anerkannt werden, denn wenn sie das wären, dann würde zumindest der Versuch unternommen, sie in den Griff zu bekommen. Jedoch sind auch Fortschritte erzielt worden, denn es gibt heute eine Vielfalt von unterschiedlichen Therapien und auch immer mehr Schmerzzentren, in denen sich die Betroffenen behandeln lassen können.

    Bild: © Depositphotos.com / monkeybusiness

  • Hypochonder – wie gesund sind die eingebildeten Kranken?

    Hypochonder – wie gesund sind die eingebildeten Kranken?

    Was ist der Unterschied zwischen einem Simulanten und einem Hypochonder? Während der Simulant eine Krankheit nur vortäuscht, ist der Hypochonder felsenfest davon überzeugt, tatsächlich krank zu sein. Wer unter Hypochondrie leidet, der lebt mit der ständigen Angst, todkrank zu sein, selbst dann, wenn der behandelnde Arzt dem Patienten versichert, dass er vollkommen gesund ist. Einen Hypochonder als einen Spinner und einen eingebildeten Kranken zu bezeichnen, wäre falsch, denn Hypochonder sind wirklich krank, wenn auch nicht körperlich.

    Die Angst vor der Krankheit

    In Deutschland leben rund 800.000 Menschen mit Hypochondrie. Diese Menschen leben in einem permanenten Angstzustand und 80 % sind sich sicher, an Krebs zu leiden. Besonders häufig glauben Hypochonder, dass sie einen Gehirntumor, Haut- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs haben. Die restlichen 20 % sind davon überzeugt, ein neurologisches Leiden wie zum Beispiel ALS zu haben. Herzinfarkte oder Schlaganfälle sind auf der Skala der eingebildeten Krankheiten erst sehr weit unten zu finden. Die Gedanken derjenigen, die an Hypochondrie leiden, kreisen Tag und Nacht um die Krankheit. Alles, was nicht „normal“ aussieht oder sich anders als sonst anfühlt, wird sofort als Symptom für eine schwere oder sogar tödliche Krankheit bewertet, es muss beobachtet und schließlich von einem Arzt abgeklärt werden.

    Hypochonder ticken anders

    Jeder Mensch kennt das Gefühl, dass körperlich irgendetwas nicht stimmt, man wacht am Morgen auf und der Hals oder der Kopf schmerzen ohne ersichtlichen Grund. Die meisten Menschen gehen mit diesen Schmerzen rational um, sie überlegen, ob eine Erkältung vielleicht der Grund sein kann und nehmen ein Mittel ein, wenn die Schmerzen unangenehm sind. Im Laufe des Tages verschwinden die Beschwerden entweder komplett oder es zeigt sich, dass tatsächlich eine Erkältung der Grund war. Die Erkältung wird dann entsprechend behandelt und nach einer Woche ist alles vergessen. Bei einem Hypochonder sieht das alles ein wenig anders aus, denn sein erster Gedanke ist nicht etwa eine harmlose Erkältung, er geht davon aus, dass Krebs an seinen Schmerzen schuld ist. Die belegte Zunge deutet auf Krebs in der Mundhöhle hin und hinter den Halsschmerzen steckt ein bösartiger Tumor im Kehlkopf. Kopfschmerzen werden mit Hirntumoren in Zusammenhang gebracht und ein Erkältungshusten ist für einen Menschen, der unter Hypochondrie leidet, ein Anzeichen für Lungenkrebs.

    Die Ursachen für Hypochondrie

    Wie werden Menschen zu Hypochondern? Die meisten Menschen, die an Hypochondrie leiden, hatten schon in der Kindheit diffuse Ängste vor Krankheiten. Häufig sind diese einbildenden Kranken in ihrem Elternhaus überbehütet und auch der Tod eines geliebten Menschen kann die Krankheit auslösen. Ausgelöst wird Hypochondrie dann in späteren Jahren durch einen sogenannten Trigger, wie zum Beispiel einen zu hohen Stresspegel. Bei einigen kann auch eine Routineuntersuchung beim Arzt die Krankheit Hypochondrie auslösen. Wenn der Arzt beispielsweise geschwollene Lymphdrüsen diagnostiziert, dann kann das ein Zeichen für Krebs sein, sich aber ebenso gut als vollkommen harmlos erweisen. Menschen, die unter Hypochondrie leiden, bekommen in dieser Situation Todesangst, denn für sie gibt es keine andere Diagnose als Krebs. Die Angst bleibt, selbst wenn das Untersuchungsergebnis etwas ganz anderes sagt und der Patient nachweislich völlig gesund ist.

    Hypochondrie ist heilbar

    Lange Zeit galten Menschen, die unter Hypochondrie leiden, als nicht behandelbar, heute gibt es die Konfrontationstherapie und die kognitive Verhaltenstherapie, mit denen gute Erfolge erzielt werden. Die meisten eingebildeten Kranken sprechen sehr gut auf diese Therapien an, aber es gibt natürlich auch hier sogenannte Non-Responder, Patienten, die auf die Therapien nicht ansprechen. Vor allem mit der Konfrontationstherapie, bei der sich die Patienten mit ihrer Angst und ihrem irrationalen Verhalten direkt auseinandersetzen müssen, werden große Erfolge erzielt. Sie lernen in der Therapie ihre Risiken besser einzuschätzen und die Signale, die ihr Körper aussendet, besser zu bewerten.

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  • Agoraphobie – eine neue Therapie verspricht Hilfe

    Agoraphobie – eine neue Therapie verspricht Hilfe

    Das Wort Agora bedeutet aus dem Altgriechischen übersetzt so viel wie Markt oder Platz, das Wort Phobie kommt aus der lateinischen Sprache und heißt übersetzt Angst. Nimmt man diese beiden Worte zusammen, dann entsteht Agoraphobie oder übersetzt Platzangst, eine Krankheit, an der in der heutigen Zeit immer mehr Menschen erkranken. Menschen, die unter Agoraphobie leiden, sind nicht in der Lage, mit der U-Bahn oder mit dem Aufzug zu fahren, sie können keine großen Menschenansammlungen ertragen und geschlossene Räume sind für sie tabu. Jetzt gibt es eine neue Therapie, die allen, die unter Platzangst leiden, Heilung verspricht.

    Agoraphobie – die Angst ausgeliefert zu sein

    Menschen, die unter Agoraphobie leiden, haben panische Angst davor, einer Situation ausgesetzt zu sein, die sie nicht mehr kontrollieren können. Der zentrale Punkt der Platzangst ist, dass die Betroffenen sich zunehmend unsicher fühlen, sie sehen keinen Weg mehr flüchten zu können, und das verstärkt ihre Panik noch. Diese Panik macht sich immer dann besonders stark bemerkbar, wenn die Betroffenen nicht mehr ins Geschehen eingreifen können, etwa wenn sich eine U-Bahn oder ein Aufzug in Bewegung setzen, dann wird eine Flucht unmöglich und die Angst erreicht ihren Höhepunkt. Menschen, die unter einer Agoraphobie leiden, verlassen in einem späten Stadium der Krankheit das Haus nicht mehr, sie brechen soziale Kontakte ab und vereinsamen immer mehr.

    Die körperlichen Symptome einer Agoraphobie

    Wer unter Agoraphobie leidet, der lebt mit einem immer größer werdenden psychischen Druck, zu dem sich dann auch körperliche Symptome gesellen. Das Herz rast, die Betroffenen spüren nicht selten heftige Schmerzen in der Brust, sie geraten in Atemnot und müssen mit einem Schwindelgefühl kämpfen. Diese Symptome werden als lebensbedrohlich wahrgenommen, vor allem die Schmerzen in der Brust steigern die Angst vor einem plötzlichen Herzinfarkt bis zu einer echten Panikattacke. In der Folge haben die Betroffenen keine eigentliche Agoraphobie mehr, sie haben vielmehr große Angst, wieder eine körperlich spürbar Angstattacke zu erleiden, sie haben, wie es Sigmund Freud einmal so treffend ausgedrückt hat, Angst vor der Angst. Diese Angst lähmt und wer unter Agoraphobie leidet, der wird auch in den Erholungsphasen keine Ruhe mehr finden, denn es bleibt immer die große Angst, dass wieder eine ähnliche Situation auftreten könnte.

    Ist die kognitive Therapie hilfreich?

    Außenstehende können sich die Probleme und die Ängste nicht vorstellen und sie auch nicht nachvollziehen. Das treibt die Betroffenen letztendlich in eine immer größer werdende Isolation, denn sie finden niemanden, der sie und ihre Krankheit auch nur annähernd verstehen kann. Alle, die erste Symptome einer Agoraphobie erkennen, sollten daher nicht lange zögern, sondern sich möglichst schnell an einen Psychotherapeuten wenden und sich behandeln lassen. Die größten Erfolge verspricht eine sogenannte kognitive Verhaltenstherapie, denn diese Form der Therapie setzt darauf, dem Betroffenen das Vertrauen in sich selbst zurückzugeben. Die Angstpatienten lernen, dass der Kopf dem Körper wieder vertrauen kann, ein wichtiger Baustein der Therapie ist aber auch die Fähigkeit, die Panik zu beherrschen. Mehr Selbstbewusstsein bedeutet mehr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und mehr Selbstvertrauen, sich auch kritischen Situationen zu stellen.

    Das Konfrontationstraining

    Eine andere Form der Therapie ist das Konfrontationstraining, bei dem sich die Betroffenen ganz bewusst einer angstauslösenden Situation stellen müssen. Viele Therapeuten setzen auf diese Therapie und fahren mit ihren Patienten zum Beispiel U-Bahn oder Fahrstuhl. Wenn sich die Betroffenen der Angst stellen müssen, dann lernen sie, mit der vermeintlichen Gefahr umzugehen. Bei vielen Patienten schlägt diese Therapieform gut an, denn sie erleben, dass die Situationen nicht wirklich bedrohlich werden, auch wenn sie nicht kontrollierbar sind. In der Folge klingen die Symptome ab, die Betroffenen können wieder durchatmen und erleben zum ersten Mal dass das, wovor sie große Angst hatten, auf einmal harmlos ist.

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