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  • Das Broken-Heart-Syndrom – wenn das Herz im Stress ist

    Das Broken-Heart-Syndrom – wenn das Herz im Stress ist

    Wie eng die Psyche und der Körper miteinander verbunden sind, das zeigt sich sehr deutlich besonders am sogenannten Broken-Heart-Syndrom. Vom Syndrom des gebrochenen Herzens wird immer wieder im Zusammenhang mit Liebeskummer gesprochen, aber das Broken-Heart-Syndrom tritt nicht nur dann auf, wenn eine Liebe unglücklich verläuft, es kann auch bei großem Stress, bei extremer Angst und auch bei Trauer zum Broken-Heart-Syndrom kommen. Nicht selten wird das Broken-Heart-Syndrom aber auch mit dem sehr viel gefährlichen Herzinfarkt verwechselt, da die Symptome ähnlich sind, und meist kann erst ein EKG Aufschluss genau darüber Auskunft geben, um was es sich handelt.

    Das EKG bringt Klarheit

    Die Symptome ähneln sich, denn wie bei einem Herzinfarkt, so fühlen auch diejenigen, die ein Broken-Heart-Syndrom erleiden, quälende Schmerzen in der Brust, sie haben starke Probleme mit der Atmung und bekommen Todesangst. Erst beim EKG kann der Arzt sehen, ob es ein Broken-Heart-Syndrom oder tatsächlich ein Herzinfarkt ist. Bei einem Broken-Heart-Syndrom schlägt das Herz in der Spitze mit verminderter Leistung und die Form der linken Herzkammer ist verändert, anders als das bei einem Infarkt der Fall ist. In der Regel sieht der Arzt diese Veränderungen schon beim EKG oder bei einer Ultraschalluntersuchung, wenn der Befund aber nicht eindeutig ist, dann kann eine letztendlich nur eine Herzkatheteruntersuchung Klarheit bringen.

    Broken-Heart-Syndrom – Eine Überflutung des Herzmuskels

    Ärzte sprechen beim Broken-Heart-Syndrom auch von Stress-Kardiomyopathie, denn Stress ist einer der Hauptgründe, warum es überhaupt zu diesem Syndrom kommt. Forscher vermuten, dass eine extreme psychische oder körperliche Belastung das Broken-Heart-Syndrom auslösen kann, wenn zum Beispiel das vegetative Nervensystem zu stark aktiviert wird. Das führt dann zu einer Überreizung der Herzwand, und das besonders in der Nähe der Herzspitze. Zudem werden massiv Stresshormone ins Blut abgegeben und das einströmende Kalzium in den Zellen sorgt schließlich für eine Verkrampfung des Herzmuskels, was dann zu heftigen Schmerzen und zu Luftnot führt. Kein anderes akutes Krankheitsbild zeigt in dieser Deutlichkeit, wie eng doch Körper und Seele miteinander verbunden sind.

    Ältere Frauen sind besonders gefährdet

    Das Broken-Heart-Syndrom trifft meist ältere Frauen, die die Menopause bereits hinter sich haben und die durch einen schweren Schicksalsschlag, wie zum Beispiel durch den Tod des Ehemanns, starken psychischen Belastungen und Stress ausgesetzt sind. Es gibt jedoch auch Fälle, in denen junge Frauen nach einem heftigen Streit mit dem Partner mit dem Broken-Heart-Syndrom in die Notaufnahme eingeliefert wurden. Aber es gibt noch andere Gründe für eine Stress-Myokardiopathie, beispielsweise die Angst vor einen großen operativen Eingriff oder die Diagnose Krebs, sogar vor einem Besuch beim Zahnarzt kann es zum Broken-Heart-Syndrom kommen.

    Wie wird ein Broken-Heart-Syndrom behandelt?

    Bei ca. zwei Prozent der Patienten, die mit einem Verdacht auf Herzinfarkt in die Klinik kommen, handelt es sich nach einer genauen Untersuchung um das Broken-Heart-Syndrom. Die Dunkelziffer dürfte aber weitaus höher sein, weil das Syndrom nicht immer erkannt wird. Eine gründliche Untersuchung ist jedoch für die richtige Therapie entscheidend. Bei einem Herzinfarkt müssen die Ärzte ein Gerinnsel behandeln, das den Blutfluss blockiert, bei der Behandlung des Broken-Heart-Syndroms geht es aber darum, die Stresshormone zu bekämpfen, die außer Kontrolle geraten sind. In der Regel werden Betablocker gegeben, die das Herz beruhigen sollen, aber auch die Behandlung mit einem Beruhigungsmittel erzielt meist den gewünschten Erfolg. Die Betroffenen werden zudem einige Tage auf der Intensivstation überwacht, denn es besteht immer die Gefahr, dass die Patienten in einen Schockzustand rutschen, dass der Kreislauf zusammenbricht und dass es zu einem Multiorganversagen kommt.

    Das Broken-Heart-Syndrom verursacht anders als ein akuter Herzinfarkt, keine bleibenden Schäden bei den Patienten, in der Regel erholen sie sich sehr schnell wieder. Wenn das EKG unauffällig bleibt, dann besteht keine Gefahr mehr und die Patienten können nach Hause entlassen werden.

    Bild: © Depositphotos.com / Garsya

  • Infektionen mit dem Helicobacter Virus immer behandeln lassen

    Infektionen mit dem Helicobacter Virus immer behandeln lassen

    Jeder hat schon einmal Magenschmerzen gehabt, die dann nach wenigen Tagen wieder verschwinden. Falsches oder verdorbenes Essen kann ebenso auf den Magen schlagen wie auch Stress, Sorgen, Ärger und Kummer. Wenn die Magenprobleme aber nicht nach wenigen Tagen wieder verschwinden, sondern über Wochen andauern, dann ist eine Infektion mit dem Helicobacter Virus nicht auszuschließen, und wenn das der Fall ist, dann sollte etwas gegen dieses Virus unternommen werden. Selbst wenn das Helicobacter Virus an sich harmlos ist, unbehandelt kann es zu einer großen Gefahr werden.

    Helicobacter Virus – Eine Fliege ist der Übeltäter

    Magenschleimhautentzündung und Zwölffingerdarmgeschwüre, Sodbrennen und Magenkrebs – für alle diese Erkrankungen kann das Helicobacter Virus verantwortlich sein. Der Magenkeim wird unter anderem durch harmlose Stubenfliegen oder genauer gesagt durch deren Kot übertragen. Setzt sich die Fliege zum Beispiel auf ein Stück Kuchen und macht dort ihr Geschäft, das mit dem Helicobacter Virus infiziert ist, dann wandert der Virus mit dem Kuchen in den Magen des Menschen und greift dort die Schleimhaut an. Was den Helicobacter Virus so tückisch macht, ist die Tatsache, dass sich eine harmlose Infektion nur sehr schwer von einer gefährlichen Infektion unterscheiden lässt. Wer den Keim in sich trägt und ihn nicht behandeln lässt, der läuft Gefahr, schwer zu erkranken und damit auch andere Menschen anzustecken.

    Jede Infektion muss behandelt werden

    Nach neusten Erkenntnissen waren Ärzte davor, den Magenkeim nicht behandeln zu lassen, aber leider ist eine effektive Behandlung nicht immer ganz so einfach. Es gibt zwar eine sogenannte Triple-Therapie, die aus einem Magensäurehemmer und unterschiedlichen Antibiotika besteht, aber diese Methode wirkt nicht bei jedem Patienten. Neue Studien, die jetzt auf dem Kongress der Viszeralmedizin vorgestellt wurden, zeigen, dass eine Vierfachtherapie effektiver ist als die Triple-Therapie mit den bisher bekannten Mitteln wie Clarithromycin, Amoxicillin und Metronidazol. Mit einer Vierfachtherapie kann der Helicobacter Virus in bis zu 90 % der Fälle erfolgreich behandelt werden. Noch in diesem Jahr wird zudem von der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen eine neue Leitlinie zum Thema Helicobacter pylori herausgegeben, an der sich Ärzte über die neuen Therapien informieren können. Dort werden auch die neuen Behandlungsmethoden vorgestellt und zusammengefasst.

    Sofort untersuchen lassen

    Wenn die Magenschmerzen nicht vom falschen Essen kommen und auch wenn mit der Seele alles in Ordnung ist, dann sollte bei länger anhaltenden Schmerzen der Arzt aufgesucht werden. Mithilfe einer Magenspiegelung kann der Arzt das Helicobacter Virus schnell und einfach nachweisen und dann die richtige Therapie sofort einleiten. Bei den meisten Patienten, die unter dem Virus gelitten haben, kommt es zu keiner erneuten Infektion, denn offenbar ist der Körper nach einer erfolgreichen Behandlung immun gegen den Virus. Wird das Virus nicht behandelt, dann kann es im schlimmsten Fall sogar zu Magenkrebs kommen.

    Bild: © Depositphotos.com / DmytroKozak

  • Dornwarzen – unangenehm, aber harmlos

    Dornwarzen – unangenehm, aber harmlos

    Dornwarzen oder Stechwarzen sind harmlos, aber diejenigen, die eine solche Warze haben, wollen sie so schnell wie eben möglich wieder loswerden. Das hat seinen Grund, denn Dornwarzen entstehen mit Vorliebe unter dem Fuß und an den Stellen, an denen besonders viel Druck ausgeübt wird. Für die Betroffenen bedeutet das, sie haben eine vollkommen harmlose Warze unter dem Fuß, aber beim Gehen und Stehen trotzdem große Schmerzen. Dornwarzen entstehen durch eine Infektion mit dem sogenannten humanen Papillomavirus. Das Virus dringt durch kleine Verletzungen oder Risse in den Fuß ein und es können Wochen oder sogar Monate vergehen, bis sich die Dornwarze bildet.

    Achtung Ansteckungsgefahr

    Die Viren, die Dornwarzen auslösen, halten sich bevorzugt in einer warmen und feuchten Umgebung auf, wie zum Beispiel in einem Schwimmbad, in Umkleideräumen oder in Duschräumen. Es reicht schon aus, eine kleine Wunde am Fuß oder auch Schweißfüße zu haben, um eine Infektion auszulösen, die aber nicht in allen Fällen auch zu einer Dornwarze führt. Viele bemerken es auch gar nicht, dass sich eine Warze gebildet hat, aber in den meisten Fällen verursachen Dornwarzen Schmerzen. Dornwarzen sind grau oder auch bräunlich-gelb und meist flach, in der Regel bilden sie sich an den Zehen, am Fußballen oder auch an der Ferse. Wenn sie unter dem Fuß zu finden sind, dann machen sie besonders viel Probleme, denn durch den permanenten Druck beim Gehen oder Stehen wachsen die dornähnlichen Fortsätze der Warze nach innen, was dann zu Schmerzen führt.

    Was sind Mosaikwarzen?

    Dornwarzen können nicht nur nach unten, sondern auch nach oben wachsen. Wenn das der Fall ist, dann bilden sich sogenannte Mosaikwarzen auf dem Fuß, die leider nicht einzeln, sondern in großer Zahl auftreten. Diese Warzen können zu einer beträchtlichen Größe anwachsen, die meisten sind aber nicht größer als ein Stecknadelkopf. Auch wenn Mosaikwarzen keine typischen Druckschmerzen verursachen, wie das bei Dornwarzen unter dem Fuß der Fall ist, unangenehm sind diese Warzen trotzdem. Je nach Größe der Warze kann es passieren, dass die Schuhe Druck ausüben, was dann wiederum Schmerzen auslöst.

    Wie werden Dornwarzen behandelt?

    Dornwarzen können auf unterschiedliche Art behandelt werden und nicht immer ist ein Besuch bei einem Arzt erforderlich. Vielfach verschwinden die Warzen von ganz alleine wieder, aber wenn die Schmerzen zu groß werden, dann gibt es in der Apotheke verschiedene Mittel, um die Dornwarzen schnell und schonend wieder zu entfernen. Zu den frei verkäuflichen Mitteln gehören Tinkturen, die die Hornhaut aufweichen, die Warze löst sich dann nach einigen Tagen von selbst auf. Auch eine Kältebehandlung durch spezielle Warzenpflaster ist ein effektives Mittel. Dornwarzen selbst zu behandeln, kann allerdings langwierig sein, denn je nach Behandlungsart dauert es zwölf Wochen, bis die Warze vollständig verschwunden ist.

    Wann sollte ein Arzt die Dornwarzen entfernen?

    Wenn die Selbstbehandlung nicht funktioniert, dann sollte ein Arzt die Warze entfernen. Der Arzt benutzt entweder flüssigen Stickstoff, den Laser oder entfernt die Dornwarze mithilfe des Skalpells. Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, geschädigten Nerven im Fuß oder auch alle, die unter Durchblutungsstörungen in den Füßen leiden, sollten Dornwarzen nicht selbst therapieren, sondern immer einen Arzt aufsuchen. Das gilt ganz besonders für Menschen, die unter Diabetes leiden, denn in diesem Fall kann eine Selbstbehandlung gefährlich werden. Auch Versuche, die Dornwarze mit der Hilfe eines Hornhauthobels zu entfernen, sind nicht zu empfehlen, denn das kann zu schweren Verletzungen führen.

    Wie kann man vorbeugen?

    Damit erst gar keine Dornwarzen entstehen können, ist es ratsam, im Schwimmbad, in öffentlichen Duschräumen oder auch in der Sauna Badelatschen zu tragen. Auch ein desinfizierendes Fußbad nach dem Besuch des Schwimmbads ist eine effektive Möglichkeit, um Dornwarzen zu verhindern. Grundsätzlich gilt, je besser die Fußhygiene, umso größer ist die Chance, keine Dornwarze zu bekommen.

    Bild: © Depositphotos.com / Australis

  • Abbaubare Implantate – eine Entlastung für den Körper

    Abbaubare Implantate – eine Entlastung für den Körper

    Eine Schraube, die das Schultergelenk zusammenhält, Nägel, die das Schienbein fixieren und ein Stent, der nach einem Herzinfarkt eingesetzt wurde – diese „Ersatzteile“ sind sehr hilfreich, aber sie bergen auch Gefahren. Normalerweise müssen Implantate nach einer gewissen Zeit wieder entfernt werden, aber das geschieht nicht immer. Verbleiben die Implantate im Körper, dann kann es passieren, dass sie auf Wanderschaft gehen und dann zu Entzündungen im Gewebe führen, die schnell chronisch werden können. Jetzt gibt es abbaubare Implantate, die sich einfach auflösen und keine Folgeoperationen mehr notwendig machen.

    Implantate aus Magnesium

    Die neuen abbaubaren Implantate wurden vom Austrian Institute of Technology entwickelt und stellen eine Art Meilenstein im Bereich der Implantate dar. Abbaubare Implantate bestehen aus einer Magnesium-Legierung, die neben Magnesium auch kleine Mengen von Zink und Kalzium enthalten. Damit ist ein Implantat aus natürlichen Mineralstoffen entstanden, die auch im Körper vorkommen. Die Wissenschaftler aus Österreich haben ganz bewusst auf Stoffe verzichtet, die im Körper nicht vorkommen und daher auch nicht mehr abgebaut werden können. Was aber besonders wichtig ist, abbaubare Implantate enthalten kein Aluminium mehr, denn das Metall steht im Verdacht, Alzheimer auszulösen.

    Abbaubare Implantate sind schon im Einsatz

    Die ersten Implantate, die der Körper wieder abbauen kann, wurden bereits mit großem Erfolg getestet. In ersten klinischen Studien wurde aber auch klar, dass mineralische Implantate noch nicht die Festigkeit haben, wie sie die Implantate aus Metall haben. Ein großer Vorteil gegenüber Metallimplantaten aber besteht darin, dass die abbaubaren Implantate eine größere Flexibilität in der Bewegung haben. Das kommt vor allem den Patienten zu Gute, die mit einem Implantat in einem Gelenk leben müssen. Neue Modelle zeigen außerdem bei der Festigkeit kaum noch Unterschiede zu den Implantaten, die wie bisher aus Titan bestehen.

    Viele Vorteile

    Für die Herzchirurgie und auch die Orthopädie sind die abbaubaren Implantate eine sehr große Hilfe. Wenn zum Beispiel nach einem Herzinfarkt sogenannte Stents zum Einsatz kommen, dann lösen sich diese nach einer gewissen Zeit einfach auf und verschwinden. Anders als bei Implantaten aus Metall gibt es keine Folgeoperationen mehr, denn diese OPs sind nicht selten schwierig, wenn das Implantat mit dem Gewebe stark verwachsen ist und sich Narbengewebe gebildet hat. Da die neuen Implantate sich beim Aussehen und bei der Handhabung von den klassischen Metallmodellen kaum unterscheiden, müssen sich die behandelnden Ärzte auch nicht umstellen.

    Kurz vor der Zulassung

    Es dauert nicht mehr allzu lange, dann werden abbaubare Implantate auch in deutschen Operationssälen zugelassen. Die klinische Phase ist bereits abgeschlossen und die Hersteller der neuen Implantate warten jetzt nur noch darauf, dass es eine Zulassung gibt. Dieser Zulassung wird aber nichts im Wege stehen, da die abbaubaren Implantate dabei helfen, viel Geld zu sparen und für den Patienten auch besser verträglich sind.

    Bild: © Depositphotos.com / plepraisaeng

  • Mehrlingsgeburt in Mexiko – Sieben auf einen Streich

    Mehrlingsgeburt in Mexiko – Sieben auf einen Streich

    Immer wieder sorgen Mehrlingsgeburten für Schlagzeilen, wie zum Beispiel die Geburt der Vierlinge in Berlin, die von einer 64 Jahre alten Frau zur Welt gebracht wurden. Jetzt meldet Mexiko eine Mehrlingsgeburt und hier waren es gleich sieben Babys, von denen eines aber unmittelbar nach der Geburt bereits verstorben ist. Auch die Frau aus Mexiko hatte sich einer Fruchtbarkeitsbehandlung unterzogen und die Kinder kamen in der 26. Schwangerschaftswoche per Kaiserschnitt auf die Welt.

    Mehrlingsgeburt – Die Ärzte kämpfen

    Es war das erste Mal, dass in Mexiko eine Frau gleich sieben Kinder auf einmal geboren hat. Die Geburt in der mexikanischen Stadt Guanajuato war dramatisch, denn die sieben Babys mussten 14 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin mit einem Notkaiserschnitt auf die Welt geholt werden. Bei der 30 Jahre alten Mutter hatten die Wehen eingesetzt und die Ärzte haben versucht, die Geburt der Kinder noch bis zu 29. Woche zu verzögern, um den Kindern eine bessere Überlebenschance zu geben. Jetzt müssen sie um das Leben der drei Mädchen und der drei Jungen kämpfen. Sie liegen zusammen mit der Mutter in einem Krankenhaus in der Provinzhauptstadt Celaya und werden künstlich beatmet. Das „schwerste“ Kind wiegt 650 Gramm, das leichteste 550 Gramm. Ein Mädchen, das nur 450 Gramm auf die Waage brachte, starb kurz nach der Geburt an Herzstillstand.

    Wie sinnvoll sind Fruchtbarkeitsbehandlungen?

    Dass es nach Fruchtbarkeitsbehandlungen immer wieder eine Mehrlingsgeburt gibt, das ist bekannt, aber nach der Geburt der Siebenlinge in Mexiko stellt sich vielen Medizinern wieder die Frage, ob es sinnvoll ist, eine Mehrlingsgeburt in dieser Größenordnung möglich zu machen. Die moderne Medizin ist heute in der Lage, auch Kinder mit einem Geburtsgewicht unter 500 Gramm adäquat auf Intensivstationen zu behandeln, aber ob man den Kindern und auch den Eltern damit einen großen Gefallen erweist, ist höchst fraglich. Bei extrem kleinen Kindern, wie es jetzt auch in Mexiko der Fall ist, kann man nicht absehen, wie sich die Kinder entwickeln werden. Nicht selten kommt es zu Hirnschäden und die Kinder bleiben zum Beispiel ihr Leben lang blind oder geistig behindert.

    Unerfahrene Ärzte

    Mehrlingsgeburten sind keine Seltenheit mehr, immer mehr Frauen bekommen mehr als zwei Kinder nach einer Fruchtbarkeitsbehandlung. Schuld an dieser Entwicklung sind vielfach zu unerfahrene Ärzte. Erfahrene Reproduktionsmediziner fordern jetzt eine bessere und fundiertere Ausbildung. Das Problem ist, dass praktisch jeder Arzt eine Fruchtbarkeitsbehandlung durchführen darf. Heute kommen rund 2.000 Kinder im Jahr zur Welt, deren Mütter sich einer Fruchtbarkeitsbehandlung unterzogen haben, und fast jede dritte Geburt ist eine Mehrlingsgeburt mit Zwillingen oder sogar Drillingen. In diesen Zahlen sind aber nicht die Mehrlingsgeburten enthalten, die durch andere Techniken in der Fortpflanzungsmedizin gezeugt wurden, zum Beispiel durch eine hormonelle Stimulanz der Eierstöcke oder durch Medikamente, die die Reifung der Eizellen aktivieren.

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  • Blutvergiftung – nur schnelle Hilfe kann Leben retten

    Blutvergiftung – nur schnelle Hilfe kann Leben retten

    Noch immer hat eine Sepsis, eine Blutvergiftung nichts von ihren Schrecken verloren, denn wenn eine Blutvergiftung diagnostiziert wird, dann kommt es auf jede Minute an. Noch vor wenigen Jahren gehörte die Blutvergiftung zu den häufigsten Todesursachen, aber durch eine deutlich bessere Schulung vor allem der Notfallmediziner, konnte die Todesrate heute gesenkt werden. Trotzdem ist die Gefahr noch immer nicht gebannt, denn fast jeder dritte Fall von Sepsis endet nach wie vor mit dem Tod. Diese Rate von 30 % könnte nach Ansicht von Experten aber sinken, wenn die Ärzte auch in den Krankenhäusern besser geschult würden.

    Was ist eine Blutvergiftung?

    Eine Sepsis entsteht immer dann, wenn Bakterien und Pilze in eine offene Wunde eindringen können. Das setzt dann die körpereigene Abwehr außer Gefecht und der Körper beginnt damit, das eigene Gewebe zu zerstören. Dabei werden innerer Organe massiv beschädigt und das führt schließlich zum Tod. Jedes Jahr erleiden in Deutschland rund 175.000 Menschen eine Blutvergiftung, und die Tendenz ist steigend. Zieht sich ein Kind eine Sepsis zu, dann geht es um jede Minute, denn der kindliche Kreislauf kann der Infektion durch Bakterien nicht lange standhalten, nur eine gezielte Behandlung kann sein Leben retten. Die ersten Anzeichen einer Blutvergiftung sind hohes Fieber, Abgeschlagenheit und ein Anstieg der Herz- und Atemfrequenz. Patienten, die diese Symptome haben, sollten auf jeden Fall auch auf eine Sepsis untersucht werden, denn wenn das nicht passiert und wertvolle Zeit verloren geht, dann kann es zu spät sein.

    Besonders Kinder sind gefährdet

    Aktuell ist die Sepsis die zweithäufigste Todesursache bei Kindern, und in fast allen Bundesländern liegt die Zahl der Sterblichkeit bei 10 %. Niedersachsen wollte das so nicht mehr hinnehmen und begann damit, seine Ärzte und Rettungssanitäter gezielt zu schulen. Diese Maßnahme wurde ein großer Erfolg, denn die Sterblichkeitsrate bei Kindern mit einer Blutvergiftung sank im norddeutschen Bundesland auf nur noch zwei Prozent. Das hat Vorbildcharakter. Niedersachsen fordert nun die anderen Bundesländer auf, ebenfalls bessere Schulungen anzubieten, um so mehr Leben retten zu können.

    Gut behandelbar

    Eine Blutvergiftung ist zwar sehr gefährlich, aber sie lässt sich auch gut behandeln. Das Problem ist allerdings, dass eine Sepsis oftmals viel zu spät erkannt wird. Eine Stunde kann bei der Behandlung einer Blutvergiftung eine entscheidende Rolle spielen, ob der Patient überlebt oder nicht. Bei Kindern wird sofort mit der Behandlung begonnen, die in der Regel aus hoch dosierten Antibiotika besteht. In Niedersachsen wurde jetzt eine Art Netzwerk aufgebaut, in dem unter anderem auch Notärzte rund um die Uhr im Einsatz sind. Spezialisten können nach Bedarf eingeflogen werden und es gibt die Möglichkeit von Videoschaltungen, um Ärzten vor Ort helfen zu können. Auch eine gezielte Weiterbildung steht in Niedersachsen bei der Behandlung von Blutvergiftungen im Fokus.

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