Schlagwort: Behandlung

  • Phimose – ein oft verschwiegenes Leiden

    Phimose – ein oft verschwiegenes Leiden

    Fast alle männlichen Babys kommen mit einer Phimose zur Welt. Das ist jedoch nichts Ungewöhnliches, denn erst am Ende des ersten Lebensjahres lässt sich bei der Hälfte der Jungen die Vorhaut über den Penis zurückschieben. Im Alter von drei Jahren haben rund 80 % keine Probleme mit der Vorhaut und bis zur Pubertät ist bei 99 % der jungen Männer die Phimose kein Thema mehr. Bleibt das eine Prozent, und bei diesen Männern, bei denen sich die Vorhaut nicht schieben lässt, gibt es einige, die einfach stumm leiden, weil sie sich schämen, einen Arzt aufzusuchen, der das Problem schnell und ohne Komplikationen beheben kann.

    Was ist eine Phimose?

    Normalerweise können Männer die Vorhaut ohne Probleme über den Penis nach hinten schieben. Bei einer Phimose ist das nicht möglich, denn die Vorhaut ist mit dem Penis verwachsen. Diese Verwachsung sorgt nicht nur für eine unzureichende Hygiene, sondern kann auch Entzündungen zur Folge haben. Das Wasserlassen ist bei einer Phimose beeinträchtigt und auch beim Sex kann es zu Schmerzen kommen. Diese Erfahrung musste auch der französische König Ludwig XVI. machen, dessen Ehe mit Marie Antoinette aufgrund einer Phimose neun Jahre kinderlos blieb, bis sein Schwager, der Kaiser von Österreich ihn dazu überredete, sich endlich operieren zu lassen.

    Viele Männer, die keinen Arzt aufsuchen wollen, versuchen nicht selten die Vorhaut mit Gewalt über den Penis zu ziehen, und das kann gefährliche Folgen haben. Wenn die Phimose selbst behandelt wird, dann wird die Eichel ringförmig abgeschnürt und das schränkt den Blutzufluss ein. In der Folge schwillt die Eichel unförmig an und das Ganze bekommt das Aussehen eines spanischen Kragens, was auch der Beiname der sogenannten Paraphimose ist. Wenn das der Fall ist, dann muss ohne Verzögerung ein Arzt aufgesucht werden, denn sonst kann diese Form der Phimose schlimme Folgen haben.

    Welche Symptome gibt es?

    Woran erkennt Mann eine Phimose? Zum einen, wenn die Vorhaut gar nicht oder nur unter starken Schmerzen über die Eichel geschoben werden kann. Auch wenn der Penis häufiger entzündet ist, dann kann es sich um eine Phimose handeln, und wenn der Urinstrahl schwächer wird oder in nur eine Richtung abweicht, auch dann kann es sich um eine Phimose handeln. Zu den Symptomen, die erst später auftreten, gehört eine Erektion, die Schmerzen bereitet und auch das Urinieren wird mit der Zeit immer schwerer. Nicht selten treten auch Infektionen des Harnweges auf.

    Wenn diese Symptome zusammen oder auch einzeln auftreten, dann ist der Gang zum Arzt unaufschiebbar.

    Wie sieht die Behandlung aus?

    Der Arzt wird zunächst den Penis untersuchen und wenn die Phimose noch nicht allzu weit ausgebildet ist, dann ist oftmals kein operativer Eingriff nötig, hier kann eine Salbe hilfreich sein, die Kortison enthält. Ist die Phimose aber stark ausgeprägt, dann gibt es nur als Alternative die Operation, der Arzt muss eine Beschneidung vornehmen. Allerdings raten Ärzte davon ab, diese Beschneidung vor Vollendung des zweiten Lebensjahres machen zu lassen, da sich die meisten Phimosen von ganz alleine wieder lösen.

    Bei Kindern wird der Eingriff, bei dem die Vorhaut entfernt wird, unter Vollnarkose vorgenommen, bei erwachsenen Männern reicht in der Regel eine lokale Narkose aus. Je nachdem wie der Patient es wünscht, wird die Vorhaut entweder komplett oder nur teilweise entfernt. Viele Männer möchten jedoch die vollständige Entfernung der Vorhaut, weil es die Sexualität positiv beeinflussen kann.

    Eine Paraphimose muss sofort behandelt werden, denn sonst kann es zu gefährlichen Durchblutungsstörungen kommen. Der Arzt wird unter örtlicher Betäubung zunächst versuchen, die Schwellung zu massieren und dann die Vorhaut zurückzuschieben. Gelingt das nicht, dann muss die eingeschnürte Vorhaut abgeschnitten werden.

    Vorbeugende Maßnahmen gegen eine Phimose gibt es leider nicht.

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  • Kopfschmerztabletten können dauerhafte Schmerzen auslösen

    Kopfschmerztabletten können dauerhafte Schmerzen auslösen

    Viele Menschen nehmen Kopfschmerztabletten, aber nur die wenigsten wissen, dass eine Einnahme von Kopfschmerztabletten über einen längeren Zeitraum wieder Kopfschmerzen auslöst, die nicht selten stärker sind als die Schmerzen, gegen die das Mittel eingenommen wurde. Vor allem Wirkstoffe wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen und auch Paracetamol sind dafür verantwortlich, wenn es zu dumpfen und drückenden Schmerzen im Kopf kommt. Besonders oft sind diejenigen betroffen, die unter Migräne leiden und daher viel und oft zu Kopfschmerztabletten greifen. Vor allem wenn spezielle Migräne Mittel eingenommen werden, dann kann es zu sehr schmerzhaften Attacken kommen.

    Eine Pause einlegen

    Die dauerhafte Einnahme von Migräne- oder Kopfschmerztabletten kann schnell zu einer Art Teufelskreis führen. Das Mittel wird genommen, wenn die Kopfschmerzen auftreten, aber nach relativ kurzer Zeit ist der Schmerz omnipräsent und es müssen mehr Tabletten eingenommen werden, immer in der Hoffnung, dass der Schmerz verschwindet. Das ist bei längerer Einnahme nicht mehr der Fall, denn die vermeintlichen Helfer entpuppen sich als diejenigen, die den Schmerz erst auslösen. Immer dann, wenn sich dauerhafte Schmerzen im Kopf einstellen, dann muss eine Pause eingelegt werden, die mindestens zwei Wochen dauern sollte. In etwa 80 % der Fälle geht es den Betroffenen dann deutlich besser und die Kopfschmerzen sind verschwunden.

    Ist das nicht der Fall, dann sollte ein Facharzt aufgesucht werden, der der Ursache der Kopfschmerzen auf den Grund geht und dann eine entsprechende Therapie einleitet.

    Kopfschmerztabletten richtig einnehmen

    Wer bei gelegentlichen Kopfschmerzen mal eine Tablette nimmt, der muss nicht befürchten, dass die Schmerzen durch die Einnahme schlimmer werden. Ohne Anweisung des Arztes sollten Kopfschmerztabletten und auch spezielle Mittel gegen Migräne jedoch nicht häufiger als zehnmal im Monat eingenommen werden. Auch wer länger als drei Tage hintereinander zur Kopfschmerztablette greift, der sollte sich nicht wundern, wenn der Schmerz nicht verschwindet, sondern im Gegenteil noch stärker wird.

    Einfache Mittel gegen Kopfschmerzen und Migräne

    Wer häufig Kopfschmerzen hat, der kann mit einfachen Mitteln dagegen ankämpfen. So kann es zum Beispiel helfen, regelmäßig mit dem Rad zu fahren, spazieren zu gehen oder ein- bis zweimal pro Woche zu schwimmen. Auch wenn die Migräne es zulässt, dann kann sportliche Betätigung hilfreich sein. Alle, die unter starken Migräneattacken leiden, sind gut beraten nicht nur sportlich aktiv zu werden, sondern auch ein Training zur Entspannung der Muskeln zu machen. Mit progressiver Muskelentspannung kann der Dauerkopfschmerz wirkungsvoll bekämpft werden.

    Migräne muss nicht zwangsläufig mit Medikamenten behandelt werden. Besonders dann, wenn sich nach der Einnahme der Medikamente keine dauerhafte Besserung gibt, sollten sich die Betroffenen für eine Alternative entscheiden. Akupunktur kann eine dieser Alternativen sein, denn Akupunktur wird von den meisten Patienten sehr gut vertragen und hat keine schädlichen Nebenwirkungen, wie das bei Medikamenten der Fall ist. Der Nachteil bei einer Akupunkturbehandlung ist aber, dass sie in den meisten Fällen aus eigener Tasche bezahlt werden muss. Nur wenn die Migräneattacken so schlimm sind, dass sie das tägliche Leben nachhaltig beeinflussen, weil die Betroffenen zum Beispiel nicht mehr arbeiten gehen können, dann übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für eine alternative Behandlung. Auch Patienten, die keine starken Medikamente vertragen können, bekommen eine alternative Therapie von der Krankenkasse bezahlt.

    Kopfschmerzen und auch Migräne haben sich in den letzten Jahren zu einer Art Volkskrankheit entwickelt. Mittlerweile ist die Migräne die am häufigsten auftretende neurologische Erkrankung in Deutschland, an der bis zu 14 % der Frauen und 8 % der Männer leiden. Wer häufig Kopfschmerzen hat und wenn die Schmerzen trotz der Einnahme von Kopfschmerztabletten nicht verschwinden, dann ist ein Besuch beim Arzt zu empfehlen, um die Ursache der Schmerzen zu klären. Die Tabletten einfach weiter einzunehmen und zu hoffen, dass die Schmerzen dann verschwinden, kann ein Fehler sein.

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  • Gürtelrose – schmerzhaft aber behandelbar

    Gürtelrose – schmerzhaft aber behandelbar

    Mit einem Gürtel und einer Rose hat die Gürtelrose nur sehr entfernt zu tun. Ihren Namen verdankt die Virusinfektion den Anzeichen auf der Haut, und zwar auf der Körperpartie, wo normalerweise der Gürtel sitzt, und weil der Ausschlag mit ein wenig Fantasie an eine Rose erinnert. Eine Gürtelrose wird durch ein Virus, das sogenannte Varizella-Zoster-Virus ausgelöst, sie ist sehr schmerzhaft, aber sie lässt sich heute gut behandeln. Es gibt einige Therapien, die dafür sorgen, dass die Beschwerden gelindert werden und die Heilung beschleunigt wird.

    Welche Symptome hat eine Gürtelrose?

    Ärzte nennen die Gürtelrose etwas salopp auch Herpes Zoster. Zu den ersten Symptomen gehört ein Hautausschlag, auf dem sich kleine Bläschen bilden und der sich zunächst streifenförmig in Höhe der Hüfte zeigt. Der Grund für den Ausschlag ist in den Nervenbahnen zu finden, in die sich der Virus einnistet, und nicht selten ist es der gleiche Virus, der auch die Windpocken auslöst. Wer als Kind die Windpocken hatte, der wird die äußeren Symptome schnell wieder los, aber der Virus bleibt im Körper. Im Alter, wenn das Immunsystem nicht mehr so sicher und gut funktioniert, dann kann es ein, dass der Virus wieder zum Leben erwacht und dann eine Gürtelrose auslöst.

    Trifft die Gürtelrose einen älteren Menschen, dann löst sie in der Regel starke Schmerzen aus und die Beschwerden können lange andauern. Für die Heilung ist es von entscheidender Bedeutung, wie früh die Gürtelrose erkannt wird. Wird sie früh diagnostiziert, dann kann die entsprechende Behandlung schnell eingeleitet werden und die Krankheit ebenso schnell auch ausheilen.

    Welche Therapien gibt es?

    Treten die typischen Symptome auf, dann sollte man keine Zeit verlieren und sofort einen Arzt aufsuchen. In den meisten Fällen bekommen die Patienten dann Medikamente, die die Schmerzen lindern und eine Creme, die verhindert, dass sich die Viren weiter ausbreiten können. Mit der richtigen Therapie verschwinden die Bläschen, die die Schmerzen verursachen, recht schnell wieder und der Ausbruch der Gürtelrose wird abgebremst.

    Wichtig ist aber, dass die Betroffenen spätestens zwei bis maximal drei Tage, nachdem die ersten Symptome aufgetreten sind, zu einem Arzt gehen. Patienten, die noch keine 50 Jahre alt sind, bekommen in der Regel eine leichte Form der Gürtelrose, die sehr gut mit einer antiviralen Therapie behandelt werden kann. Bei älteren Menschen reicht diese Therapie oftmals nicht aus, und der Arzt wird versuchen, mit Infusionen zu helfen.

    Wie gefährlich ist eine Gürtelrose?

    In sehr seltenen Fällen entwickelt sich eine Gürtelrose zu einer schwerwiegenden Erkrankung. Immer dann, wenn die Nerven im Gehirn betroffen sind, dann kann es passieren, dass das Auge oder das Ohr betroffen sind. Wenn die Regenbogenhaut oder die Hornhaut des Auges betroffen sind, dann kann es zu Sehstörung und im schlimmsten Fall sogar zur Erblindung kommen. Eine Gürtelrose, die aufs Ohr schlägt, kann eine Gesichtslähmung zur Folge haben.

    Bei Menschen, die unter einer ausgeprägten Immunschwäche leiden, wie das zum Beispiel bei HIV Patienten der Fall ist, betrifft die Gürtelrose nicht nur die Haut, sie kann auch die inneren Organe angreifen und dann wird die Krankheit lebensbedrohlich. Sehr selten kann sich aus einer Gürtelrose auch eine Hirnhautentzündung entwickeln. Eine Gürtelrose tritt meist nur einmalig auf und ist, wenn die Behandlung anschlägt, nach vier Wochen ausgeheilt.

    Kann man vorbeugen?

    Um erst gar nicht an einer Gürtelrose zu erkranken, gibt es einige präventive Maßnahmen. Dazu gehört das Vermeiden von Stress und auch zu viele Sonnenbäder sind schädlich, denn die Wärme auf der Haut kann den Virus aktivieren und die Gürtelrose bricht aus. Wer als Kind gegen die Windpocken geimpft wurde, ist leider nicht immun, aber wenn es zu einer Gürtelrose kommt, dann ist ein Ausbruch seltener und weniger schwer als bei denjenigen, die nicht geimpft wurden.

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  • Schnelle Hilfe bei akuter Depression

    Schnelle Hilfe bei akuter Depression

    Nicht nur wenn es um Verletzungen geht, dann ist schnelle Hilfe notwendig, auch bei Menschen, die unter Depressionen oder anderen psychischen Notfällen leiden, ist schnelle und vor allem professionelle Hilfe sehr wichtig. Aber es kann dauern, bis es einen Platz für die Therapie gibt. Um diese Lücke zu schließen, gibt es jetzt in vielen Krankenhäusern vermehrt Notfall-Ambulanzen für psychisch Kranke. Alle, die schnelle Hilfe benötigen, können sich an ihre Krankenkasse wenden, denn die Kassen haben Adressen, wo es eine Notfall-Ambulanz in der Nähe gibt, wo psychisch kranke Menschen schnell und unkompliziert Hilfe bekommen.

    Schnelle Hilfe

    Eine akute Depression kann sehr gefährlich werden, denn es besteht bei vielen Patienten die große Gefahr, dass sie versuchen sich selbst zu töten. Wer einen akuten depressiven Schub hat, der braucht schnelle Hilfe, nicht selten geht es dabei um Minuten. Mit dem Angebot vieler Krankenhäuser, die eine notärztliche Hilfe anbieten, kann vielen Patienten geholfen werden. Aber nicht nur die Krankenhäuser bieten eine psychologische Notfallhilfe an, auch kommunale Stellen, Kirchen und die Wohlfahrtsverbände haben sich auf diese besondere Form der Notfallhilfe eingestellt.

    Auch wenn es um die Unterstützung und die Orientierung für psychisch Kranke geht, gibt es jetzt Hilfe, und zwar durch die Patientenberatungsstellen sowie den Sozialpsychiatrischen Dienst, den es für den Notfall in jeder größeren Stadt in Deutschland gibt.

    Behandlung in der privaten Praxis

    Bislang war es kaum möglich, an den Sonn- und Feiertagen oder auch an den Wochenenden schnelle Hilfe in der privaten Praxis zu bekommen, denn niedergelassene Psychologen und Psychiater haben keine Notfallpraxis, wie das bei anderen Ärzten der Fall ist. Jetzt gibt es aber die Möglichkeit, auch in einer privaten Praxis schnelle Hilfe zu bekommen, wenn sich eine Therapie nicht mehr aufschieben lässt. Welcher Facharzt schnell helfen kann, auch das können Patienten bei ihrer Krankenkasse erfahren.

    Oft ist es schon ein Gespräch, das den Betroffenen in einer akuten Situation helfen kann. Wer bei einem akuten psychischen Notfall in die normale Ambulanz kommt, der muss damit rechnen, dass er hier lediglich eine Spritze bekommt, für eine gezielte Behandlung sind die Notfallmediziner in den Krankenhäusern entweder gar nicht oder nur sehr unzureichend ausgebildet.

    Nicht nur für Notfälle

    Die Wartezeiten für eine psychologische Behandlung sind unter Umständen sehr lang, nicht selten warten die Patienten drei Monate und mehr auf einen Termin. Vor allem für alle diejenigen, die noch nie in Behandlung waren und medikamentös nicht eingestellt sind, kann die lange Wartezeit zur Qual werden. In diesen Fällen ist es gut zu wissen, dass es eine Ambulanz für den Notfall gibt, wo geschulte Mitarbeiter und Fachärzte helfen können.

    Aber nicht nur für den akuten Notfall ist es wichtig, einen adäquaten Ansprechpartner zu haben, denn wenn zwischen zwei Behandlungen der Zeitraum von einem Vierteljahr liegt, dann kann es durchaus passieren, dass Hilfe benötigt wird. Wenn das der Fall ist, dann können sich die Betroffenen an ihre Krankenkasse wenden und sich die Adresse einer Notfall-Ambulanz geben lassen.

    Keine Dauerlösung

    Der Gang zu einer psychischen Notfall-Ambulanz ist keine dauerhafte Lösung, denn wenn es um schwerwiegende Probleme geht, dann ist die Notfall-Ambulanz ist, wie der Name es schon sagt, nur eine Notlösung. Menschen mit psychischen Problemen müssen eine individuelle und gezielte Therapie machen, um ihre Krankheit in den Griff zu bekommen. Die Angst, die viele Betroffenen haben, dass es im Notfall keine Hilfe gibt, wird ihnen durch das neue Angebot der psychiatrischen Ambulanzen genommen.

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  • Alternative Gesundheit – Heilpraktiker mehr als ein Trend

    Alternative Gesundheit – Heilpraktiker mehr als ein Trend

    Die moderne Medizin ist technisch auf dem neusten Stand, sie ist effizient und effektiv, aber leider auch allzu oft unpersönlich und kalt. Auch wenn die moderne Medizin heute vieles erreicht hat, sie kommt nicht bei allen gut an. Deshalb können sich auch die Heilpraktiker über mangelnden Zulauf nicht beklagen, denn der Trend geht mehr und mehr zur natürlichen Medizin, weg von der Apparatemedizin und der Chemie, stattdessen hin zu natürlichen Arzneimitteln und alternativen Heilmethoden.

    Wer heilt, hat Recht

    Heiler gab es schon immer und bis heute haben Heiler oder Schamanen bei vielen Völkern einen besseren Ruf als der moderne Arzt. Das Wissen über die Heilkraft der Natur zu nutzen, um damit Menschen zu helfen, das gab es schon in der Antike, denn schon damals gab es Heiler. Im Mittelalter lebten Frauen gefährlich, die den Beruf der Heilerin hatten, denn ihnen wurde nachgesagt, dass sie mit dem Teufel im Bunde waren. Heute gibt es den Beruf des Heilpraktikers, aber nur wenige Patienten wissen, dass es den Beruf des Heilpraktikers streng genommen überhaupt nicht gibt und das jeder, der einige Regeln und Gesetze einhält, sich Heilpraktiker nennen kann.

    Wer heilt, hat Recht, besagt ein Sprichwort, und es ist tatsächlich so, dass es den meisten Menschen die zu einem Heilpraktiker gehen, ganz gleich ist, ob dieser Heilpraktiker eine gute Ausbildung hat, Hauptsache ist, dass die von ihm vorgeschlagenen Therapien und Behandlungsmethoden auch funktionieren.

    Wer darf sich Heilpraktiker nennen?

    Die Berufsbezeichnung Heilpraktiker dürfen alle diejenigen tragen, die eine Prüfung durch ein staatliches Gesundheitsamt bestanden haben und denen attestiert wird, dass sie „keine Gefahr für die Volksgesundheit“ darstellen. Um sich Heilpraktiker nennen zu können, muss man Kenntnisse und auch Praxiserfahrung in Naturheilkunde vorweisen können, aber sich auch in naturheilkundlichen Methoden auskennen, zudem sind medizinische Kenntnisse über den menschlichen Organismus erforderlich. Um als Heilpraktiker arbeiten zu können, muss man über die möglichen Risiken Bescheid wissen und vor allem erkennen können, wo die Grenzen der Behandlung sind. Staatlich geregelt ist eine Ausbildung zum Heilpraktiker nicht, und es ist auch keine Pflicht, eine spezielle Schule zu besuchen.

    Aber es gibt bestimmte Voraussetzungen. So müssen alle, die den Beruf des Heilpraktikers ausüben wollen, mindestens 25 Jahre alt sein, sie müssen wenigstens einen Hauptschulabschluss nachweisen können und im polizeilichen Führungszeugnis dürfen keine schwerwiegenden Verfehlungen zu finden sein.

    Wo werden Heilpraktiker ausgebildet?

    Die meisten Menschen, die Heilpraktiker werden möchten, besuchen eine Schule für Naturheilkunde und lernen dort die allgemeinen Grundlagen der Gesundheit mit alternativer Medizin, auch die große Vielfalt, die die einzelnen Verfahren bieten. Je nach Interesse können sich die zukünftigen Heilpraktiker dann spezialisieren, und zum Beispiel die traditionelle chinesische Medizin oder aber die Homöopathie als Schwerpunkt auswählen. Mit dem Ablegen einer mündlichen und schriftlichen Prüfung ist es aber noch nicht getan, denn für Heilpraktiker besteht eine Pflicht zur Weiterbildung, die von einigen Verbänden in Deutschland auch zertifiziert wird.

    Anders als ein Arzt, der sich aufgrund seiner Ausbildung Facharzt nennen kann, darf sich ein Heilpraktiker, der sich beispielsweise auf die Osteopathie spezialisiert hat, nicht unter der Berufsbezeichnung Osteopath niederlassen. Erlaubt ist nur ein niedergelassener Heilpraktiker, der aber damit werben kann, als Osteopath zu arbeiten.

    Wie Ärzte, so darf auch ein Heilpraktiker bei bestimmten Therapien und Behandlungen mit den gesetzlichen und den privaten Krankenkassen zusammenarbeiten und seine Gebühren über die Gebührenverordnung für Heilpraktiker abrechnen.

    Die Grenzen erkennen

    Über Heilpraktiker wird immer wieder kontrovers diskutiert, denn nicht überall haben Heilpraktiker ein gutes Image. Die negativen Schlagzeilen entstehen immer dann, wenn ein Heilpraktiker seine Grenzen überschreitet und sich um Kranke kümmert, denen nur von einem Arzt geholfen werden kann. So kommt es immer wieder vor, dass eine ärztliche Behandlung zu spät kommt, weil ein Heilpraktiker zu lange versuchen hat, zu helfen.

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  • Kinderlähmung – die fast vergessene Krankheit

    Kinderlähmung – die fast vergessene Krankheit

    Schluckimpfung ist süß, Kinderlähmung ist grausam – mit diesem eindringlichen Slogan wurde in den 1960er und 1970er Jahren für die Polio Impfung geworben. Die Werbung hatte Erfolg, denn zumindest in Deutschland ging die Zahl der Polioinfektionen drastisch zurück. Leider ist das nicht überall so, denn trotz einer effektiven Impfung gibt es heute immer noch weltweit viele Fälle von Kinderlähmung, einer Krankheit, die vielfach unterschätzt wird und die doch so gefährlich ist. Besonders in den Entwicklungsländern und den Ländern der Dritten Welt kommt es immer noch zu Massenerkrankungen und die Weltgesundheitsorganisation WHO hat es sich zum Ziel gesetzt, auch diese Länder gänzlich poliofrei zu machen.

    Was ist Kinderlähmung?

    Kinderlähmung oder Polio ist eine hoch ansteckende Virusinfektion, bei der die Viren vor allem Teile des Rückenmarks und damit den Bewegungsapparat befallen. Das führt in ungünstigen Fällen zu einer Lähmung oder sogar zum Tod. Übertragen wird Kinderlähmung entweder durch Fäkalien oder oral, also durch die Nahrung. Die Infizierten scheiden die Krankheitserreger durch den Kot aus und die Viren wandern dann bedingt durch mangelnde Hygiene ins Wasser oder aber in die Nahrung, wo sie aufgenommen werden, was dann zur Erkrankung führt.

    Aber nicht jede Infektion mit dem Erreger führt auch zu einer klassischen Kinderlähmung, in 95 % aller Fälle verläuft die Infektion unbemerkt und ohne Folgen. In den restlichen 5 % entwickelt sich aber eine Erkrankung und es hängt immer vom Verlauf der Erkrankung ab, wie heftig der Ausbruch ist. Zu Beginn einer Polio-Infektion gibt es kaum Beschwerden und auch keine nennenswerten Symptome, der Infizierte fühlt sich nach zwei Wochen wieder gesund. Ärzte sprechen von einer abortiven Phase. Wenn aber das zentrale Nervensystem von den Viren befallen wird, dann entsteht eine sogenannte aseptische Kinderlähmung und hier zeigen sich dann die ersten typischen Symptome.

    Welche Symptome gibt es?

    Plötzlich auftretendes sehr hohes Fieber kann ein erstes Anzeichen für eine Polio-Infektion sein. Rückenschmerzen kommen dazu, aber auch Muskelschmerzen und eine hohe Sensibilität gegenüber äußeren Reizen wie zum Beispiel grellem Licht, das in den Augen schmerzt, gehören ebenfalls zu den klassischen Symptomen einer Kinderlähmung. Ein besonders markantes Zeichen ist aber die Nackensteifigkeit, denn der Betroffene kann seinen Nacken nicht mehr bewegen.

    Ist das zentrale Nervensystem betroffen und haben die Viren das Gehirn und das Rückenmark erreicht, dann hinterlässt die Krankheit in den allermeisten Fällen auch bleibende Schäden wie eine schwere Lähmung und nicht selten führt die Kinderlähmung dann auch zum Tod.

    Welche Therapien gegen Kinderlähmung gibt es?

    Die Kinderlähmung kann im klassischen Sinne nicht behandelt werden, alles was getan werden kann, ist den Krankheitsverlauf und die Krankheit selbst zu lindern. Es gibt keine Medikamente gegen Polio und keine Möglichkeit, den Erreger direkt zu bekämpfen. Für die Betroffenen ist es aber wichtig, dass sie das Bett hüten, auch dann, wenn nur ein Verdacht besteht, dass es sich um eine Polio-Infektion handeln könnte. Die Lagerung spielt eine wichtige Rolle, denn die Kranken sollten möglichst so gelagert werden, dass sich die Muskeln entspannen können, um das Risiko einer Lähmung zu minimieren. Krankengymnastik ist hilfreich, um den Körper beweglich zu halten, in schweren Fällen ist auch eine maschinelle Beatmung und damit eine intensive medizinische Behandlung notwendig.

    Kinderlähmung vorbeugen

    Der beste Schutz gegen die Kinderlähmung ist die Impfung, denn nur die Impfung kann verhindern, dass die Krankheit, die bis heute überwiegend Kinder betrifft, nicht ausbrechen kann. Konsequente Massenimpfungen haben in den letzten Jahren dafür gesorgt, dass Polio weitgehend ausgerottet werden konnte. Aber es gibt bis heute Risikogebiete wie zum Beispiel Nigeria, Pakistan und auch Afghanistan, in denen die Kinderlähmung in regelmäßigen Abständen immer wieder auftritt. Wer in diese Länder reisen will und nicht gegen Polio geimpft ist, der sollte die Impfung unbedingt nachholen.

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