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  • Herzinfarkt – Erkennen, Handeln, Behandeln

    Herzinfarkt – Erkennen, Handeln, Behandeln

    Herzinfarkt – Wie erkennt man einen Herzinfarkt

    Definition und Beschreibung

    Nicht jeder Herzanfall ist auch gleich ein Herzinfarkt. Den Vorläufer bezeichnet der Arzt als Angina-pectoris-Anfall. Kommt es jedoch zum Myokardinfarkt, denn handelt es sich um ein Ereignis, das sofortiger Rettungsmaßnahmen bedarf. Ein akuter Herzinfarkt ist lebensbedrohlich! Während eines Infarktes sterben Teile des Herzmuskels ab.

     

    Risikofaktoren, die einen Herzinfarkt begünstigen:

    • Bluthochdruck
    • Rauchen
    • Alkoholmissbrauch
    • Drogenkonsum
    • Diabetes mellitus
    • Schlaganfall
    • Übergewicht
    • falsche Ernährung
    • Bewegungsmangel
    • familiäre Vorbelastung durch Herzkreislauferkrankungen, Schlaganfall, Infarkt
    • erblich bedingte oder erworbene Fettstoffwechsel-Störung (zu hohes LDL, IDL sowie Triglyceride bei niedrigem HDL – Cholesterin- und Blutfettwerte)
    • Stress, plötzliche starke Belastungen bei starken Schwankungen des Blutdrucks

    Herzinfarkt – Ursachen und Symptome

    Fast die Hälfte aller Infarkte ereignen sich zwischen 06:00 und 10:00 Uhr und montags eher als an den anderen Tagen.

    Die meisten Patienten haben vor dem Infarkt bereits Herzbeschwerden, z. B. eine koronare Herzkrankheit. Ein Viertel aller Infarkte verläuft beschwerdearm bis beschwerdefrei. Gründe für den Herzfinfarkt können mehr als 20 Minuten bestehende Durchblutungsstörungen, Blutgerinnsel und arteriosklerotisch (Arterienverkalkung) bedingte Gefäßverengungen sein.

    Bei diesen Anzeichen für einen Herzinfarkt sollten Sie unbedingt sofort die Nr. 112 (Rettungsdienst) anrufen:

    • starke Schmerzen von über 5 Minuten Dauer, die auch ausstrahlen (in Arme, Schultern, Rücken, den Oberbauch oder in Kiefer und Hals)
    • massive Enge, starker Druck, Einschneidegefühl im Herzbereich
    • starkes Brennen, Stechen, reißende Schmerzen
    • Luftnot, Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit, Erbrechen (häufiger bei Frauen als bei Männern) in bisher noch nicht dagewesenem Ausmaß
    • kalte, fahle Haut, Angstschweiß, kalter Schweißausbruch, Todesangst
    • allgemeine Erschöpfung, Schlafstörungen, Magenverstimmungen
    • Herzrhythmusstörungen, unregelmäßiger, schneller Puls

    Diagnose und Verlauf eines Herzinfarkts

    Für die Diagnose von Herzinfarkten gibt es verschiedene Verfahren. EKG-Veränderungen (ST-Streckenhebung, nach 1-2 Tagen Q-Zacken), Laboruntersuchungen (Troponinwert erhöht) sowie makroskopische und mikroskopische Gewebsveränderungen sind Zeichen eines Myokarinfarktes. Im Labor zeigen sich neben dem Troponin weitere Enzyme und Eiweiße, die nach einem Infarkt verstärkt im Blut nachweisbar sind, z. B. der Herzmarker Glycogenphosphrylase BB. Außerdem deutet eine Schmerzdauer über 20 Minuten auf einen Herzinfarkt hin.

    Ein Herzultraschall (Echokardiografie) zeigt typische Wandbewegungsstörungen im betroffenen Bereich. Beim Abhören treten Rasselgeräusche über der Lunge auf sowie ein dritter Herzton. Auffällige Herzgeräusche deuten auf Entzündungen oder Insuffizienzen hin. Ein Belastungs-EKG nach der Akutphase sowie ein Langzeit-EKG decken Durchblutungsstörungen im Herzmuskel sowie Herzrhythmusstörungen auf.

    Mit der Angiografie zur Gefäßdarstellung der Herzkranzgefäße bei einer Herzkatheter-Untersuchung spüren die Ärzte Verengungen oder Gefäßverschlüsse auf. Gleichzeitig können die Gefäße mittels Ballonkatheter aufgedehnt werden.

    Wird beim Verdacht auf einen Herzinfarkt nicht sofort der Notarzt gerufen, so kann das Ereignis zum Tode führen! Der Herzinfarkt ist in den Industriestaaten Todesursache Nummer Eins. Schlimmstenfalls treten gefährliche Rhythmusstörungen, wie Kammerflimmern, Hezrasen und unregelmäßiger Puls auf, es kommt zum Zusammenbruch mit Bewusstlosigkeit und Herz-Kreislauf-Stillstand.

    Allgemein bekannte Behandlungsmethoden eines Herzinfarks

    Unverzüglich muss der Notarzt informiert werden. Ohne zu zögern 112 anrufen, Infarktverdacht äußern und niemals selbst den Betroffenen mit dem Auto in die Klinik bringen. Es könnte sein, dass der Patient unterwegs zusammenbricht! Innerhalb der ersten Zeit nach dem Infarkt bis zu einer Stunde sind die Gefahren Kammerflimmern und Herzstillstand am größten. Ersthelfer oder Rettungsdienste müssen dann wiederbeleben (meist mit Defibrillation), um eine Mangelversorgung des Gehirns mit Folgeschäden oder den Tod zu vermeiden.

    Wird die Behandlung innerhalb der ersten Stunde eingeleitet, kann mittels Lyse (Medikament löst Blutgrinnsel auf) oder Herzkatheter der Gefäßverschluss fast komplett beseitigt werden. Mit einem Ballonkatheter wird das Gefäß aufgedehnt und ein Stent (Röhrchen) eingesetzt.

    Wenn die ST-Hebung beim Infarkt im EKG nicht nachgewiesen wurde, dann ist eine Lysetherapie eine Gegenanzeige (nicht durchführbar) und der Nutzen von Herzkatheter und Stent nicht nachgewiesen.

    Medikamente, die Nitroglycerin enthalten, bessern die Beschwerden. Außerdem dienen die Medikamente der Sauerstofffversorgung, der Blutgerinnsel-Vermeidung und der Beseitigung der Schmerzen. Über eine Maske oder Nasensonde gibt man Sauerstoff. Gegen die Beschwerden helfen ASS, Morphinpräparade, Heparinspritzen.

    In der akuten Phase werden Betroffene mittels EKG-Monitoring auf der Intensivstation überwacht. Am nächsten Tag erfolgt die Mobilisation und nach ungefähr einer Woche werden die Patienten entlassen. Die Normalisierung des Zustandes kann bis zu drei Wochen dauern, dann sind gewohnte Aktivitäten im Alltag wieder möglich.

    Lebenslang sollten Medikamente eingenommen werden (Betablocker, ACE-Hemmer, ASS, Statine, Prasugrel oder Clopidogrel). Implantierte Defibrillatoren schützen bei eingeschränkter Herzpumpfunktion vor plötzlichem Herztod. Risikofaktoren sind zu minimieren. Gezieltes Ausdauertraining nach ärztlichem Rat stärkt das Herz. Kuren, Physiotherapie, Schulungen und Beratung dienen dem kompletten Wiedereinstieg in den Alltag.

  • Fruchtzucker-Unverträglichkeit: Was ist das eigentlich?

    Fruchtzucker-Unverträglichkeit: Was ist das eigentlich?

    Fruchtzucker-Unverträglichkeit oder auch Fruktose-Intoleranz ist weitaus weniger bekannt als Milchzucker-Unverträglichkeit. Dennoch gibt es erstaunlich viele Menschen die Fruchtzucker(Fruktose) nur in kleinsten Mengen vertragen. Das die Fruchtzucker-Unverträglichkeit nicht so von medialem Interesse profitiert wie die Milchzucker-Unverträglichkeit, mag wohl daran liegen, dass die Angaben zur Fruchtzucker-Unverträglichkeit weniger verlässlich sind.

    Was passiert im Körper bei einer Fruktose-Intoleranz?

    Der menschliche Darm beinhaltet kleine Transporteiweiße. Über diese sogenannten Transporteiweiße gelangen die Nährstoffe schließlich vom Innern des Darms in die Blutbahn. Auf diesem Wege gelangt auch die Glukose, den meisten besser bekannt als Traubenzucker oder Fruchtzucker, in das Innere des Körpers. Es können selbstverständlich nicht unbegrenzte Mengen transportiert werden und daraus ergibt sich dann jeden Tatsache das jeder Mensch eben nur eine ganz bestimmte Menge an Fruchtzucker verträgt.

    In manchen Fällen kann es aber vorkommen, dass die Transporteiweiße nicht richtig funktionieren und daher weniger Fruktose verarbeiten als es bei einem gesunden Menschen der Fall wäre. In diesem Fall ist dann die Rede von einer Fruktose-Malabsorbation. Fruktose-Malabsorbation bedeutet nichts anderes als eine eingeschränkte Fruchtzuckeraufnahme. Der Begriff der Fruchtzucker-Unverträglichkeit kommt aus dem Umgangssprachgebrauch und bedeutet, dass die betroffene Person den aufgenommenen Fruchtzucker nicht gut verträgt beziehungsweise mit Beschwerden auf den Verzehr reagiert.

    Es ist aktuell allerdings noch nicht bekannt welche Ursachen für die Entstehung einer Fruktose-Intoleranz verantwortlich sind. So wird zum Beispiel vermutet, dass im Laufe des Lebens die Funktion des entsprechenden Transporters nachlässt. Ein weiterer Faktor der für die Zunahme von Fruktose-Unverträglichkeiten verantwortlich sein könnte ist, dass die Menschen bedingt durch Süssungsmittel, dem Verzehr von Softdrinks und Light-Produkten, deutlich mehr Fruchtzucker zu sich nehmen, als dies noch vor einigen Jahren der Fall war.

    Symptome einer Fruchtzucker-Unverträglichkeit

    • Blähungen und Durchfall sind die häufigsten Anzeichen bei einer Fruchtzucker-Unverträglichkeit. Weitere mögliche Symptome wären außerdem:
    • Aufstoßen
    • Völlegefühl
    • Übelkeit
    • Bauchschmerzen

    Diagnose: Fruktose-Intoleranz

    Bis die Diagnose der Fruchtzucker-Unverträglichkeit letztendlich feststeht, haben die Betroffenen nicht selten eine jahrelange Odyssee hinter sich. Viele Ärzte werden oft jahrelang immer wieder aufgesucht und es wird mit den teilweise sehr unangenehmen Beschwerden gekämpft und gelebt. Die Schwierigkeit bei der Diagnose der Fruchtzucker-Unverträglichkeit liegt in den unspezifischen Symptomen, die nicht zwangsläufig nur auf eine Fruktose-Intoleranz schließen lassen. So könnten die Symptome einer Fruchtzucker-Unverträglichkeit beispielsweise auch auf eine Milchzucker-Unverträglichkeit, auf eine entzündliche Darmkrankheit oder aber eben auf einen Reizdarm hindeuten. In manchen Fällen ist aber auch ganz einfach nur die Ernährung schuld. Wer im Übermaß Hülsenfrüchte, Produkte aus Kohl und Zwiebeln konsumiert der leidet eben auch nicht unerheblich an Blähungen.

    Liegt die Vermutung nahe, dass eine Fruchtzucker-Unverträglichkeit vorliegt dann kann ein entsprechender Test Aufschluss geben. Hierbei handelt es sich um einen Atemtest. Hierfür wird dem Patient eine Fruchtzuckerlösung, auf nüchternem Magen, verabreicht. In bestimmten Abständen wird dann in ein entsprechendes Gerät gepustet. Während diesem Vorgang misst das Gerät den Wasserstoffgehalt in der Atemluft. Übersteigen diese Werte eine bestimmte Obergrenze und treten in Kombination dazu auch noch entsprechende Beschwerden auf, dann ist eine Fruktose-Intoleranz bestätigt.

    Therapie bei einer Fruchtzucker-Unverträglichkeit

    Betroffene tun gut daran eine Ernährungsberatung aufzusuchen. So kommt man als Laie erst gar nicht in Versuchung Experimente durchzuführen oder eigenständig irgendwelche Verbotslisten zu erstellen. Viele Patienten die an Fruktose-Intoleranz leiden versuchen zudem den Fruchtzucker komplett von ihrem Ernährungsplan zu streichen. Dies ist der vollkommen falsche Weg, denn hier fehlen auf lange Sicht gesehen irgendwann wichtige Nährstoffe. Einzige Ausnahme ist, wenn eine hereditäre Fruktose-Intoleranz vorliegt.

    In Zusammenarbeit mit einem Ernährungsberater hingegen wird besprochen wie sich der Patient jetzt und auf lange Sicht gesehen ernähren soll. In der Regel beginnt die Therapie mit einer Phase die sich über 2-4 Wochen erstreckt. In dieser Phase soll der Patient weitestgehend auf die Aufnahme von Fruchtzucker verzichten und in einer Art Tagebuch vermerken was gegessen wurde und wie das Befinden nach dem Verzehr ist. Daran schließt sich die sogenannte Testphase an. Während dieser Phase nimmt der Betroffene allmählich wieder Lebensmittel zu sich die Fruchtzucker enthalten. Zu Beginn natürlich nur solche die lediglich einen geringen Anteil an Fruchtzucker aufweisen. Die Aufgabe ist es nun zu erkennen welche Lebensmittel gut vertagen und welche eben weniger gut vertragen werden. Auch hierbei hilft wieder ein Ernährungstagebuch.

    Danach überprüft der Ernährungsberater ob durch die angepasste Ernährung eine ausreichende Versorgung mit allen wichtigen Nährstoffen gewährleistet ist oder ob es gegebenenfalls zu einer Mangelversorgung kommen kann. In den meisten Fällen können Personen, die mithilfe eines Ernährungsberater, herausgefunden haben welche Lebensmittel sie trotz Fuchtzucker-Unverträglichkeit gut vertragen weitestgehend beschwerdefrei leben.