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  • Epilepsie im Kindesalter

    Epilepsie im Kindesalter

    Epilepsie, die im Kindesalter oder auch im Jugendalter auftritt, kann immer eine eigenständige Erkrankung sein. Allerdings kann es sich bei einer Epilepsie im Kindesalter ebenso um eine entzündliche oder genetisch bedingte Erkrankung handeln. Einer Epilepsie wird in aller Regel eine Erkrankung des zentralen Nervensystems verstanden.

    Warum tritt eine Epilepsie im Kindesalter auf?

    In einigen Fällen tritt eine Epilepsie im Kinderalter auf Grund von seltenen neurologischen Erkrankungen auf. Diese gehen mit epileptischen Anfällen einher und bedürfen einer vielschichtigen diagnostischen Abklärung. Bei denselben gilt es zu berücksichtigen, dass es eine große Anzahl an unterschiedlichen Arten von epileptischen Anfällen im Kinderalter gibt. Diese sind im Allgemeinen fast nicht wahrnehmbar, weshalb diese während der Diagnostik nicht selten übersehen werden. Kommt es im Kindesalter zum Eintreten von Epilepsie oder ähnlichen Erkrankungen des zentralen Nervensystems, welche von epileptischen Anfällen gekennzeichnet sind, können die Folgen daraus in Entwicklungsstörungen bestehen. Dazu gehören unter anderem Beeinträchtigungen

    • der Aufmerksamkeit
    • der Gedächtnisleistung
    • des Reaktionsvermögens.

    Aus diesem Grunde ist es immer erforderlich, umfassende Tests psychologischer wie auch neurologischer Natur durchführen zu lassen. Nur so können eventuelle Verzögerungen im Bereich der Entwicklung festgestellt und therapiert werden.

    Häufigkeit einer Epilepsie im Kindesalter

    Rund ein halbes Prozent aller Kinder ist von einer Epilepsie im Kindesalter betroffen. Zwei Drittel aller hiervon betroffenen Kinder haben trotzdem eine völlig normale geistige Entwicklung. Dennoch muss des Öfteren bei einer Epilepsie, die im Kindesalter auftritt mit einer Intelligenzminderung eines IQs von unter 70 gerechnet werden. Für die Diagnostik einer Epilepsie im Kindesalter sind

    • eine vollständige neurologische, pädiatrische Untersuchung sowie
    • die Einbeziehung der Familienanamnese

    erforderlich.

    Unterschiedliche Formen einer Epilepsie im Kindesalter

    Tritt eine Epilepsie im Kindesalter oder im Jugendalter erstmalig auf, gibt es verschiedene Formen:

    • Kindliche Absence Epilepsie – CAE
    • Landau-Kleffner-Syndrom
    • Panayiotopoulos-Syndrom
    • Rolando-Epilepsie

    Kindliche Absence Epilepsie

    Die am häufigsten auftretende Form einer Epilepsie im Kindesalter ist die kindliche Absence Epilepsie. Diese nimmt in einem Alter zwischen fünf und sieben Jahren ihren Anfang. Als Ursache dieser Form der Epilepsie im Kindesalter spielen die Gene eine Rolle. Welche Gene hieran beteiligt sind, konnte bislang jedoch noch nicht geklärt werden. Charakteristisch für die Anfälle sind mit einem Schlag auftretende Aussetzer des Bewusstseins beim Kind, wobei die geöffneten Augen starr sind. Die Dauer der Anfälle hält für etwa vier bis 20 Sekunden an. Anfälle können jeden Tag und sehr häufig – zwischen zehn- und 100mal je Tag – auftreten. Dank der typischen Veränderungen des EEG gestaltet sich die Diagnostik relativ einfach. Die kindliche Absence Epilepsie hat eine recht gute Prognose, verschwindet sie doch für gewöhnlich spätestens mit Eintreten des zwölften Lebensjahres.

    Landau-Kleffner-Syndrom

    Bei dem Landau-Kleffner-Syndrom handelt es sich um eine Epilepsie, die im Kindesalter von fünf bis sieben Jahren auftritt. Diese Epilepsieform ist eher selten und geht mit einer Sprachstörung einher. Kinder, die vom Landau-Kleffner-Syndrom betroffen sind, reagieren in der Regel nicht auf Ansprache. Die Symptomatik beginnt schleichend und nimmt stetig zu. Die auftretenden Anfälle dieser Form der Epilepsie im Kindesalter treten gehäuft in der Nacht auf. Viele betroffene Kinder entwickeln zusätzlich Störungen im Verhalten und im Bereich der geistigen Entwicklung. Mit einem Verschwinden der Sprachstörungen und epileptischen Anfälle kann ab einem Alter von 15 Jahren gerechnet werden. Rund die Hälfte aller Betroffenen führt im Erwachsenenalter ein normales Leben.

    Panayiotopoulos-Syndrom

    Das Panayiotopoulos-Syndrom ist eine sehr oft anzutreffende Form der Epilepsie im Kindesalter. Die fokalen Anfälle betreffen zum größten Teil das vegetative Nervensystem. Rund drei Viertel der Kinder leiden unter

    • Blässe
    • Erbrechen
    • Übelkeit.

    Im Verlaufe eines epileptischen Anfalls bleibt zunächst das Bewusstsein erhalten, kann jedoch im weiteren Verlauf verloren gehen. Es ist ein Zur-Seite-Drehen der Augen mit erweiterten Pupillen feststellbar. Die Anfälle weisen eine relativ lange Dauer bis zu einigen Stunden auf. Die Prognose bei dieser speziellen Form der Epilepsie im Kindesalter ist relativ günstig. Etwa die Hälfte aller Kinder, die vom Panayiotopoulos-Symptom betroffen sind, haben nur zwischen einem und fünf Anfälle. Innerhalb von zwei Jahren ist mit einer Stabilisierung der Erkrankung zu rechnen.

    Rolando-Epilepsie

    Eine weitere Form der Epilepsie, die im Kindesalter auftreten kann, die die Rolando-Epilepsie. Hierbei handelt es sich um eine gutartige Form der Epilepsie, die zwischen dem dritten und dem 13. Lebensjahr in Erscheinung tritt. Bei der Rolando-Epilepsie handelt es sich um die am häufigsten auftretende Form einer Epilepsie im Kindesalter. Die fokalen Anfälle treten vorwiegend nachts auf und weisen keine Bewusstseinsstörung auf. Viele Kinder verspüren Missempfindungen im Bereich einer Gesichts- oder Mundhälfte. Die auftretenden Anfälle dieser Epilepsie im Kindesalter gehen in aller Regel bis zum 20. Lebensjahr wieder zurück. Mit bleibenden neurologischen Störungen muss nicht gerechnet werden. Im Allgemeinen ist die Rolando-Epilepsie vererbt. Rund 50 Prozent aller an dieser Form der Epilepsie im Kindesalter erkrankten Personen haben Verwandte, die ebenfalls an Epilepsie leiden.

    Bild: © Depositphotos.com / drnn

  • Tropenkrankheit Gelbfieber – Lebensgefahr durch Mückenstiche

    Tropenkrankheit Gelbfieber – Lebensgefahr durch Mückenstiche

    Noch nie war Reisen so einfach wie heute, wir steigen in ein Flugzeug und kommen nur Stunden später an den exotischsten Plätzen der Welt an. Aber selbst wenn der Strand noch so schön und der Urwald noch so faszinierend sind, es lauern viele Gefahren. Eine dieser Gefahren trägt den wohlklingenden Namen Aedes aegypti oder Ägyptische Tigermücke, ein kleines unscheinbares Insekt, das eine lebensgefährliche Krankheit auslösen kann – Gelbfieber. Ein einziger Stich der Mücke reicht, um das Virus der Tropenkrankheit Gelbfieber auszulösen, eine Krankheit, an der jeder zweite Patient stirbt.

    Die Tropenkrankheit Gelbfieber – eine globale Krankheit

    Schätzungen zufolge erkranken jedes Jahr weltweit rund 200.000 Menschen an der Tropenkrankheit Gelbfieber und 30.000 Menschen sterben daran. 90 % aller Erkrankungen werden aus Afrika gemeldet, aber auch in Südamerika ist Gelbfieber ein sehr großes Problem. Auch wenn nur der Verdacht einer Infektion besteht, dann muss das den Gesundheitsbehörden gemeldet werden, trotzdem geht die Weltgesundheitsorganisation WHO von einer sehr großen Dunkelziffer aus. Besonders in den Ländern der Dritten Welt, in denen es an medizinischer Infrastruktur fehlt, wird die Tropenkrankheit Gelbfieber entweder nicht richtig erkannt oder die Krankheitsfälle werden nicht gemeldet. Wer seine Ferien in Südamerika oder in Afrika verbringen will, der sollte sich auf jeden Fall vorher erkundigen, ob eine Impfung notwendig ist.

    Welche Symptome gibt es?

    Die Tropenkrankheit Gelbfieber wird in zwei Arten unterschieden, dem Dschungel-Gelbfieber und dem Stadt-Gelbfieber. Gemeinsam haben beide Arten aber die Symptome, die sich meist drei bis sechs Tage nach der Ansteckung zeigen. In 85 % aller Fälle nimmt die Erkrankung einen eher milden Verlauf und die Symptome entsprechen hier denen einer Grippe und die Betroffenen fühlen sich nach wenigen Tagen wieder wohl. In den restlichen 15 % nimmt die Tropenkrankheit Gelbfieber aber einen schweren Verlauf. Besonders gefährlich ist das Versagen von Leber und Nieren, was schließlich zu einem kompletten Organversagen und damit zum Tod führt. In den leichten Fällen haben die Patienten Kopf-, Glieder- und Muskelschmerzen, Übelkeit und Erbrechen sowie Schüttelfrost, ebenso gehört Fieber von bis zu 40° Grad zu den Symptomen des Gelbfiebers.

    Der Krankheitsverlauf in schweren Fällen

    Kommt es zu einem schweren Verlauf, dann gibt es zwei Krankheitsphasen. In der ersten Phase sind es wieder grippeähnliche Symptome, in der zweiten Phase kommen aber Durchfall, das Erbrechen von Galle, sehr starker Durst, Blutungen des Gaumens und eine Gelbsucht dazu. Die Patienten können kaum oder gar kein Wasser mehr lassen, die Haut und die Schleimhäute bluten, der Durchfall ist blutig und das Erbrochene hat das Aussehen von Kaffeesatz. In der Folge kann es bedingt durch den hohen Verlust an Flüssigkeit zu einem lebensbedrohlichen Schock kommen, und auch akutes Nierenversagen gehört zu den Symptomen der zweiten Phase. Der Tod tritt meistens am sechsten oder siebten Tag ein, entweder durch einen Zusammenbruch des Kreislaufs oder durch das Versagen der Nieren.

    Wie wird Gelbfieber behandelt?

    Es gibt bis heute keine wirksame Therapie gegen die Tropenkrankheit Gelbfieber, behandelt werden können nur die Symptome. Antivirale Mittel helfen nicht und gegen den Erreger gibt es kein Medikament. Die Ärzte werden zunächst versuchen, mit Infusionen den Verlust an Flüssigkeit auszugleichen und das Fieber zu senken. Zudem wird die Atmung unterstützt, wenn es nötig ist, auch durch eine Intubation. Antibiotika kommen zum Einsatz, um eine zusätzliche Infektion durch Bakterien zu verhindern und die Patienten müssen auf einer Intensivstation behandelt werden.

    Um eine Infektion mit Gelbfieber zu vermeiden, ist eine Impfung zwingend notwendig und in einigen Ländern sogar vorgeschrieben. Neben einer Impfung sollte man auf Reisen nach Afrika und Südamerika für einen effektiven Mückenschutz sorgen. Am Tag sorgen Mückenschutzmittel für die Tropen und helle lange Kleidung für Schutz, in der Nacht sollte es ein imprägniertes Moskitonetz über dem Bett sein.

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  • Sind Querschnittlähmungen bald heilbar?

    Sind Querschnittlähmungen bald heilbar?

    Die Diagnose Querschnittslähmung ist immer ein Schock, da Lähmungen dieser Art in den meisten Fällen nicht heilbar sind. 30 Jahre dauert die Forschung bereits, jetzt hat ein Neurologe ein neues Medikament getestet, das die Nervenfasern im Rückenmark nachwachsen lässt. Ist das der ersehnte Durchbruch, auf den so viele Menschen, die im Rollstuhl sitzen, so lange gewartet haben?

    Eine große Hoffnung

    Martin Schwab ist Neurologe mit einer Professur für Hirnforschung in Zürich und er ist der Mann, der für alle Menschen mit einer Querschnittslähmung als sehr große Hoffnung gilt. Schwab hat nach jahrelanger Forschung einen Wirkstoff entwickelt, der die durch einen Unfall zerstörten Nervenfasern nachwachsen lässt. Mit der Einnahme dieses Medikamentes sollen Unfallopfer die Beine wieder spüren und auch wieder gehen können.

    Sofort nach dem Unfall

    Damit das Mittel seine gewünschte Wirkung erzielen kann, muss es so schnell wie möglich nach einem Unfall verabreicht werden, denn wenn es wirken soll, dann sind die ersten Wochen entscheidend. Menschen, die schon lange im Rollstuhl sitzen, wird das Mittel nicht mehr helfen können, aber es ist für diejenigen eine Hoffnung, die in Zukunft schwer verunglücken. Jedes Jahr gibt es in Deutschland 1800 neue Fälle von Querschnittslähmung. Bei dieser Diagnose sind die Nervenverbindungen zwischen dem Körper und dem Gehirn so schwer geschädigt, dass die Betroffenen vom Bauchnabel abwärts gelähmt sind.

    Erfolgreiche Versuche

    Das von Martin Schwab entwickelte Medikament ist eine sogenannte Antikörper-Substanz, die sich „Anti-Nogo-A“ nennt und die schon an Ratten, Mäusen und Makaken erfolgreich getestet wurde. Im kommenden Herbst soll die zweite Phase der Studie beginnen und es werden schon Vorbereitungen getroffen, um das Mittel an sieben Krankenhäusern in fünf Ländern an Patienten zu testen. Experten sehen in Martin Schwab einen Pionier auf dem Gebiet der Querschnittslähmung und auch Neurologen in Deutschland sind jetzt schon sehr gespannt, wie die Tests ausgehen werden.

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  • Hyposensibilisierung gegen Allergie – effektive Immuntherapie?

    Hyposensibilisierung gegen Allergie – effektive Immuntherapie?

    Wenn die Temperaturen wieder ansteigen, dann fliegen auch wieder die Pollen durch die Luft. Für Millionen Menschen bedeutet das, sie können den Frühling und den Sommer nur eingeschränkt genießen, weil ihnen eine Allergie das Leben schwer macht. Tränende Augen, eine stets laufende Nase und das ständige Gefühl von Müdigkeit sind nicht eben das, was man sich unter Frühlingsgefühlen vorstellt. Um diesem Dilemma zu entgehen, entscheiden sich immer mehr Betroffene für eine Hyposensibilisierung gegen die Allergie. Aber wie sinnvoll und effektiv ist diese „Impfung“ gegen Allergien und kommt sie für jeden Allergiker infrage?

    Wie funktioniert eine Hyposensibilisierung gegen die Allergie?

    Eine Hyposensibilisierung gegen die Allergie ist eine Immuntherapie gegen Allergien, die durch Antikörper der Klasse E hervorgerufen werden. Streng genommen handelt es sich dabei nicht um eine klassische Impfung, denn anders als bei einer Impfung wird nicht sofort ein Schutz aufgebaut, die Immuntherapie dauert länger. In der Regel spritzt der Arzt für die Dauer von drei Jahren jeden Monat ein sogenanntes Allergenextrakt in das Fettgewebe unter die Haut des Oberarms. Zu Beginn der Therapie wird die Dosis des Allergens jede Woche erhöht, denn nur auf diese Weise kann sich das Immunsystem an das Allergen gewöhnen. In der Folge lassen die Reaktionen beim Kontakt mit dem jeweiligen Allergen nach und die Entstehung von Folgeerkrankungen wie zum Beispiel Asthma, werden vermieden.

    Für wenn kommt eine Hyposensibilisierung infrage?

    Eine Hyposensibilisierung gegen die Allergie wird vor allem bei einer Unverträglichkeit gegen Pollen, Hausstaubmilben, Schimmelpilze und auch gegen eine Allergie gegen Insektengifte eingesetzt. Diese Hyposensibilisierung gegen die Allergie ist immer dann sinnvoll, wenn sich der Auslöser der Allergie nicht vermeiden lässt, wie das bei Hausstaubmilben der Fall ist. Auch dann, wenn die Betroffenen besonders schwer unter den allergischen Reaktionen leiden und wenn der Nutzen einer Therapie größer ist als das Risiko, dann kommt eine Hyposensibilisierung gegen die Allergie infrage. Sinnvoll ist eine Immuntherapie ebenfalls, wenn sich die Allergie mit Medikamenten nur sehr schwer oder gar nicht mehr behandeln lässt.

    Die erste Phase der Behandlung

    Bevor der Arzt mit einer Hyposensibilisierung gegen die Allergie beginnt, wird er einen Allergietest machen, um zu erfahren, auf welche Stoffe der Patient besonders heftig reagiert. Handelt es sich um ein Allergen, dem der Betroffene ständig ausgesetzt ist, dann wird die Hyposensibilisierung gegen die Allergie gestartet. Reagiert der Patient jedoch auf ein Allergen, das sich vermeiden lässt, wie beispielsweise Hunde- oder Katzenhaare, dann kommt eine Hyposensibilisierung nicht infrage. Das gilt auch für Patienten, die gegen ein bestimmtes Nahrungsmittel allergisch sind. Eine Hyposensibilisierung wird in zwei Phasen eingeteilt. Sie beginnt mit der Anfangsbehandlung oder Steigerungsphase, bei der der Arzt einmal in der Woche ein Allergenextrakt subkutan, also unter die Haut spritzt. Die Dosis wird von Woche zu Woche bis zur maximalen Dosis gesteigert. Wenn der Patient die Therapie ohne Nebenwirkungen verträgt, dann folgt die zweite Phase der Behandlung.

    Die zweite Phase

    Während der zweiten Phase, der sogenannten Erhaltungstherapie, spritzt der Arzt nur noch einmal im Monat das Allergenextrakt unter die Haut oberhalb des Ellenbogens, um das Immunsystem an den Stoff zu gewöhnen und um das Allergen zu stabilisieren. Die Erhaltungsphase dauert drei Jahre lang, dann sollte der Patient beschwerdefrei sein. Neben der klassischen Immuntherapie gibt es noch die sogenannte präsaisonale Therapie oder Kurzzeittherapie, in der die Patienten nur einige Spritzen bekommen, zum Beispiel während der Pollenflugsaison. Diese Form der Sensibilisierung wird einmal im Jahr über einen Zeitraum von drei Jahren angewandt. Noch relativ neu ist die sublinguale Immuntherapie, kurz SLIT genannt. Bei dieser Therapie muss der Patient selbst jeden Tag Tropfen oder eine Tablette auf der Zunge platzieren, ein paar Minuten warten und sie dann schlucken.

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  • Immer mehr Menschen leiden unter Depressionen

    Immer mehr Menschen leiden unter Depressionen

    Die WHO ist besorgt, denn die Zahl der Menschen, die unter Depressionen leiden, steigt stetig an. Weltweit sind heute rund zehn Prozent von Angstzuständen und Depressionen betroffen, das sind 615 Millionen Menschen. Die Zahlen steigen aber weiter, denn die Welt befindet sich aktuell in Krisenzeiten und das macht immer mehr Menschen zu schaffen.

    Schwere wirtschaftliche Schäden

    Die Weltgesundheitsorganisation und die Weltbank treffen sich in dieser Woche in der amerikanischen Hauptstadt Washington zu einer Konferenz, bei der es unter anderem auch um die wirtschaftlichen Schäden geht, die die steigende Zahl an Depressionen verursacht. Experten vermuten Schäden in Höhe von 1000 Milliarden US-Dollar, die jedes Jahr durch Fehlzeiten im Beruf, durch Produktionsausfälle und auch durch Unfälle der Mitarbeiter verursacht werden. Die WHO fordert, dass Menschen mit Depressionen medizinisch besser behandelt werden und effektive Behandlungsmethoden für alle Betroffenen.

    Zu wenig Geld

    Durchschnittlich werden in den Ländern rund drei Prozent des Gesundheitsbudgets für die Behandlung von Depressionen ausgegeben, in ärmeren Staaten und in den meisten Entwicklungsländern liegt die Zahl sogar nur bei rund einem Prozent. Das große Problem, was die WHO jetzt auf viele Länder weltweit zukommen sieht, ist, dass die Zahl der depressiven Patienten, bedingt durch die diversen Krisen, drastisch ansteigen wird.

    Zu viele Krisen

    Der Bürgerkrieg in Syrien, die steigende Zahl der Flüchtlinge, die vermehrte Kriminalität in den Großstädten – das alles sind Sorgen, die Menschen in eine Depression treiben können. Aber auch die Menschen, die aus den Kriegs- und Krisengebieten fliehen, leiden zunehmend unter Angststörungen und unter Depressionen, die behandelt werden müssen. Sorgen macht der WHO die große Zahl von Kindern und Jugendlichen, die traumatisiert sind und dringend behandelt werden müssen. Geschätzt wird, dass rund 20 % der Flüchtlinge, die aus Syrien nach Europa kommen, ein Problem mit Depressionen oder Angst haben, und diesen Menschen muss daher schnell geholfen werden.

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  • Infektion mit Chlamydien – Geschlechtskrankheit und Folgen

    Infektion mit Chlamydien – Geschlechtskrankheit und Folgen

    Eine Infektion mit Chlamydien ist die häufigste Form der Geschlechtskrankheiten. Betroffen sind vor allem die Geschlechtsorgane, aber auch die Atemwege und die Augen können von dieser Krankheit befallen sein, die von Bakterien ausgelöst wird. Chlamydien sind, wenn sie rechtzeitig und richtig behandelt werden, heilbar, aber es kann auch zu schwerwiegenden Komplikationen kommen. Daher sollte eine Chlamydien-Infektion auf jeden Fall von einem Arzt behandelt werden.

    Eine Infektion und drei Erreger

    Für eine Infektion mit Chlamydien gibt es drei verschiedene Verursacher: Chlamydia trachomatis, Chlamydia pneumoniae und Chlamydia psittaci. Diese drei Erreger teilen sich dann noch einmal in verschiedene Untergruppen. So kann Chlamydia pneumoniae Infektionen der Atemwege auslösen, während Chlamydia trachomatis in erster Linie die Geschlechtsorgane, aber auch die Augen betreffen kann. Die drei Erreger und ihre zahlreichen Untergruppen haben nur eines gemeinsam, die Inkubationszeit, also die Zeit, in der die Chlamydien-Erreger ansteckend sind, in der Regel sind das ein bis vier Wochen.

    Eine unterschätzte Gefahr

    Die meisten Menschen haben nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr Angst, sich mit dem HIV-Erreger oder mit Syphilis infiziert zu haben, nur die wenigsten denken dabei an eine Infektion mit Chlamydien. Wie hoch die Zahl der Infektionen ist, lässt sich leider nur sehr schwer schätzen, denn in Deutschland müssen diese Infektionen nicht dem Gesundheitsamt gemeldet werden. Eine Ausnahme bildet aber das Land Sachsen, denn dort werden die Fälle seit 2001 ohne die Nennung des Patientennamens gemeldet. Eine Infektion mit Chlamydien ist eine unterschätzte Gefahr, denn in Deutschland stecken sich jedes Jahr rund sechs Prozent Frauen und Männer mit Chlamydien an. Vor allem junge Frauen zwischen 16 und 19 Jahren sind betroffen, bei den männlichen Patienten ist es die Gruppe zwischen 20 und 24 Jahren, weltweit schätzt die WHO die Zahl der Infizierten auf über 100 Millionen Menschen.

    Welche Symptome hat eine Infektion mit Chlamydien?

    Welche Symptome bei einer Infektion mit Chlamydien auftreten können, das richtet sich immer nach der jeweiligen Körperregion, die von der Infektion betroffen ist. In 80 % aller Fälle, in denen Frauen infiziert wurden, spüren die Betroffenen gar keine Symptome, bei den Männern sind es rund 50 %. Zu den häufigsten Symptomen gehören Schmierblutungen, die darauf hindeuten, dass die Gebärmutter von der Infektion betroffen ist. Im weiteren Verlauf können Schmerzen im Becken und Unterbauch dazukommen, aber auch Fieber und eine Schwellung des Unterbauches sind möglich. Krämpfe, Juckreiz und auch ein blutiger Stuhl sind Symptome, die im Rahmen einer Infektion mit Chlamydien auftreten können. Wenn die Erreger das Auge befallen, dann sind Bindehautentzündungen die Folge, zudem sind die Augen stark gerötet und es kommt zu eitrig-schleimigen Absonderungen.

    Welche Folgen kann eine Infektion haben?

    Eine Infektion mit Chlamydien kann weitreichende Folgen für die Gesundheit haben. Eine Lungenentzündung kann die Folge einer Chlamydien-Infektion sein, wobei auch die Nasennebenhöhlen und die Bronchien in Mittelleidenschaft gezogen werden. Gefährlich ist auch eine sogenannte Ornithose, bei der die Patienten plötzlich sehr hohes Fieber, starke Kopf- und Muskelschmerzen und Schüttelfrost bekommen, nicht selten zeigt sich auch ein Ausschlag auf der Haut und es kommt zu einem anhaltenden Reizhusten. Betrifft die Infektion mit Chlamydien die Augen, dann kann das im schlimmsten Fall zur völligen Erblindung führen. Bei schwangeren Frauen kann es zu einer Fehlgeburt kommen, auch die Gefahr, dass das Kind krank oder behindert zur Welt kommt, ist bei einer Chlamydien-Infektion sehr groß.

    Wie wird die Infektion behandelt?

    Wenn der Verdacht auf eine Infektion mit Chlamydien besteht, dann muss unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden. Frauen wenden sich an einen Gynäkologen, Männer an einen Urologen. Um die Erreger nachweisen zu können, muss eine Blutuntersuchung gemacht werden. Zur Behandlung der Infektion werden Antibiotika eingesetzt, wobei der Sexualpartner ebenfalls behandelt werden muss, um weiteren Infektionen effektiv vorzubeugen.

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