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  • Depressionen – Männer und Frauen leiden verschieden

    Depressionen – Männer und Frauen leiden verschieden

    Eine Depression weist im Anfangsstadium meist unterschiedliche psychische und körperliche Störungen auf. Antriebslosigkeit, Verdauungsstörungen oder Schlafstörungen sind die häufigsten Merkmale. Millionen Menschen leiden weltweit an Depressionen. Frauen leiden häufiger an dieser Krankheit als Männer. Leider erkranken auch immer mehr Kinder an Depressionen. Man geht derzeit davon aus, dass die Anlage zu dieser Krankheit erblich geschaffen wird.

    Das Risiko einer erneuten Erkrankung, nach einer Depression, ist sehr hoch.  Oftmals spielen auch Selbstmordgedanken eine große Rolle im Zusammenhang mit Depressionen.

    Jährlich sterben in Deutschland  zwischen 9.000 und 10.000 Menschen durch Suizid. Häufiger sind hier allerdings Männer betroffen. Doch auch Frauen unternehmen öfter einen Selbstmordversuch.
    Bei der Art des Suizid kann man Unterschiede erkennen. Männer wählen oftmals die härtere Methode, während sich die Frauen eher für die Überdosis Tabletten entscheiden.

    Arten der Depression

    Es gibt verschiedene Arten von Depressionen. Man unterscheidet hier zwischen den unipolaren, den bipolaren affektiven Depressionen, den Winterdepressionen, sowie der Dysthymie und der Zyklothymie.

    Unipolare Depression

    Die unipolare Depression, auch einpolige Depression genannt, ist die häufigste Erkrankung. Die Patienten leiden ausschließlich depressiv, weisen aber keine manische Krankheitsphase auf. Die typischen Zeichen für diese Art von Depressionen sind Schlafstörungen, Niedergeschlagenheit, frühes Aufwachen und morgendliche Unruhe.

    Bipolare affektive Depression

    Bei der bipolaren affektiven Depression wechseln sich depressive und manische Lebensphasen ab. Befinden sich die Betroffenen in der Manie Phase, neigen sie dazu, sich selbst und ihre Fähigkeiten zu überschätzen. Sie erzeugen ein übertriebenes Selbstverständnis.  Es gibt Menschen, die in dieser Phase in der Lage sind mehrere Nächte hintereinander wach zu bleiben oder durchzuarbeiten, ohne dabei müde zu werden.

    Winterdepressionen

    Die Winterdepression ist  eine saisonale Depression, die vielen Menschen geläufig ist. Sie kann regelmäßig in den Herbst- und Wintermonaten auftreten. Im Frühling und im Sommer verschwinden diese Depressionen.  Hier ist weniger eine depressive Verstimmung zu spüren. Die Betroffenen fühlen sich im Winter energielos.

    Dysthymie

    Ähnlich wie die unipolare Depression zeigt sich das Erscheinungsbild der Dysthymie. Die depressiven Symptome sind allerdings nicht so stark ausgeprägt.  Die Dysthymie macht sich leider schon im Jugendalter bemerkbar und erstreckt sich chronisch über viele Lebensabschnitte.

    Zyklothymie

    Das bipolare Gegenstück zur einpoligen Dysthymie ist die Zyklothomie. In dieser leichten Form der Depression wechseln sich manische und depressive Phasen ab.

    Leiden Männer weniger unter Depressionen als Frauen?

    Männer schenken in erster Linie den körperlichen Symptomen Beachtung. Daher ist es schwieriger bei Männern Depressionen zu erkennen. Männern stellen Kummer und Selbstzweifel bewusst in den Hintergrund und reagieren in Problemsituationen schneller aggressiv. Frauen hingegen sind eher erschöpft und gedämpft und sprechen offener über ihre Probleme oder Stimmungsschwankungen.

    Da Frauen offenen sind, werden Depressionen bei Frauen öfter diagnostiziert.  Daher lässt sich gar nicht genau sagen, ob Männer weniger an Depressionen leiden als Frauen. Die Psychologie geht derzeit davon aus, dass bei Frauen ihr eher passives Verhalten schneller zu der Diagnose Depression führt.  Der Mann wird von klein auf eher dahinerzogen, Probleme aktiv zu klären.  Der Unterschied ist zwar zum heutigen Zeitpunkt nicht mehr besonders groß, aber trotzdem neigen Frauen häufiger dazu, Probleme eher mit Schuldgefühlen und Depressionen zu klären, anstatt nach Lösungsansätzen zu suchen, die ggf. etwas ungemütlich sein könnten.

    Überforderung im Alltag

    Frauen sind in der heutigen Zeit eher Hausfrau, Mutter und Karrierefrau in einer Person. Durch diese moderne gesellschaftliche Stellung der Frau kommt es häufig zu vermehrtem Auftreten von Depressionen. Die Frau geht täglich zur Arbeit , führt den Haushalt und schafft es zu dem noch ihre Kinder zu erziehen. Da die Frau im Vergleich zum Mann nicht dieselben Karrierechancen hat und zu dem die Mehrfachbelastung auf ihren Schultern trägt, kommt es bei Frauen häufiger vor, dass sie an Depressionen leiden.

    Monatlich durchlebt jede Frau im gebärfähigen Alter (häufig auch schon vorher oder noch danach) ein hormonelles Durcheinander. Vor ihrer Periode verändert sich der gesamte  Hormonhaushalt der Frau. Dies kann häufig auch zu Depressionen führen.  Die Abkürzung „PMS“ steht für Prämenstruelles Syndrom. Dies bedeutet, dass die Frau in dieser Zeit anfälliger ist und durch das kurzzeitige Hormonchaos eine Depression ausgelöst werden kann.  Warum dies bei Frauen so ist, konnte bis heute nicht festgestellt werden.  Ärzte glauben, dass es sich um eine genetische Veranlagung handelt, wenn man durch Stress und diese hormonelle kurzfristige Veränderung an einer Depression leidet.

    Typisch weibliche Ursachen für Depressionen

    Depressionen nach der Menopause

    Die letzte spontane Menstruation der Frau wird auch als Menopause bezeichnet.  Nach der letzten Menstruation endet die Fruchtbarkeit der Frau und ihr Östrogenspiegel sinkt. Das Hormon Östrogen dient dazu, die Konzentration von unterschiedlichen Botenstoffen des Gehirns zu erhöhen. Botenstoffe sind beispielsweise Noradrenalin, Dopamin und Acetylcholin oder auch Serotin. Verringert sich der Östrogenspiegel, wird auch die Serotonin Wirkung verringert. Durch diese Veränderungen können Depressionen hervorgerufen werden. Oftmals handelt es sich hier um Stimmungsschwankungen, die durch Hormonpräparate behoben werden können.

    Wochenbettdepression

    Die Wochenbettdepressionen wird auch postnatale Depression genannt und tritt nach der Geburt auf. Sie führt zu leichten Verstimmungen, die bei vielen Frauen auftreten.  Viele Mütter fallen aufgrund der zahlreichen hormonellen Umstellungen und durch die neue Verantwortung, die ihnen auferlegt wird, in kurzzeitige Depressionen.  Eine Wochendepression wird erst dann bedenklich, wenn sie länger als zwei Wochen anhält.

    Depressionen bei Frauen therapieren

    Pflanzliche Mittel wie beispielsweise Johanniskraut lassen sich bei leichten Depressionen gut einsetzen. Handelt es sich aber um mittelschwere oder gar schwere Depressionen, sollte unbedingt mit Antidepressiva gearbeitet werden. Befindet sich die Frau in den Wechseljahren, kann das Antidepressivum auch mit zusätzlichen Hormonpräparaten kombiniert werden.  Zusätzlich werden auch Schlafmittel und Mittel die die Beruhigung fördern eingesetzt.  So findet der Betroffene schneller seine innere Ruhe. Dies ist besonders in der Anfangsphase der Therapie förderlich.  Die Medikamente sollten allerdings nicht länger als zwei bis drei Wochen genommen werden, da man sonst abhängig davon werden kann.

    Es kommt natürlich darauf an, welche Verordnungen der Arzt trifft. Nicht jede Tablette macht auch automatisch abhängig. Dabei sollte auf mögliche andere Erkrankungen, Vorerkrankungen, eventuelle bisherige Süchte und Probleme geachtet werden. Heutzutage gibt es zahlreiche moderne Medikamente, bei denen die Gefahr einer Abhängigkeit gering bis gar nicht gegeben ist. Dann können oder müssen manche Antidepressiva auch über einen längeren Zeitraum genommen werden, oft einige Monate oder sogar Jahre. Sind die Depressionen symptomatisch für eine andere Erkrankung, dann behandelt der erfahrene Facharzt diese Krankheit. Bei Schizophrenie oder Borderline etwa ist in den meisten Fällen eine lebenslange Einnahme von Medikamenten notwendig.

    Männer nehmen Depressionen anders wahr

    Depressionen zeigen sich bei Männern und Frauen in Regel immer durch Antriebslosigkeit, Schlafstörungen, negative Gedanken und Niedergeschlagenheit.  Männer weisen allerdings, häufiger als Frauen, ein erhöhtes Potential an Aggressivität auf.  Sie sind in ihrem Handeln gereizt, rasten bei Kleinigkeiten aus oder neigen zu übertriebenem Handeln. Gleich nach ihrer Tat bereuen sie diese wieder. Beobachtet man an sich ein solches Verhalten, sollte man prüfen, ob es sich um eine schleichende Depression handelt.  Viele Männer neigen zu „Ärger – Attacken“. Diese Situation ist für Außenstehende und auch für die Betroffenen übertrieben und unpassend. Doch was passiert in diesen Momente? Der Herzschlag erhöht sich, teilweise tritt Herzrasen auf, man bekommt Atemnot oder Beklemmungsgefühle oder auch Körperregionen beginnen zu schmerzen.

    Lassen sich die Schmerzen nicht behandeln, ist die Diagnose „Depression“ naheliegend.  Schnelles Aufbrausen, Reizbarkeit, Neigung zu Vorwürfen oder auch Wutanfälle, Risikobereitschaft und schnelles Aufbrausen sind bei Männern mit Depressionen nicht selten. Männer mit Depressionen haben oftmals eine erhöhte Bereitschaft zu Straftaten, neigen zu übermäßigem Genuss an Alkohol, können ihr Sozialverhalten nicht anpassen, haben einen Zustand der allgemeinen Unzufriedenheit, konsumieren Nikotin und finden aus ihrer Traurigkeit nicht heraus. Durch den Verlust von Interessen, Schmerzen ohne körperliche Ursachen oder auch die Schuldgefühle und Versagensängste kommt es zum Suizidgedanken.

    Depressionen und Selbstmord

    Nicht jede Depression ist lebensbedrohlich, aber etwa 15 % der Betroffenen  nehmen sich das Leben. Es gibt zwischen den Geschlechtern keinen Unterschied, was den Gedanken angeht. Männern gelingt ein Selbstmordversuch allerdings häufiger. Grund hierfür ist, dass es Frauen leichter fällt über ihre Ängste und Probleme zu reden.  Männern fällt dies schwerer. Leiden sie unter psychischen Problemen, nutzen sie oftmals die Ausrede, dass sie an Müdigkeit oder Schlaflosigkeit leiden.  Sie sind beim Arzt nicht immer ehrlich. Ein Arzt kann die Depression dann nur durch gezieltes Fragen erkennen.

    Ein weiteres Problem ist, dass Männer eher dazu neigen, die Behandlungen vorzeitig abzubrechen. Der Grund hierfür liegt darin, dass Männer keine Schwäche zu lassen und sie die Erkrankung Depression nicht akzeptieren. Als Folge des Abbruchs ereignet sich ein heftiger Rückfall. Aber Männerdepressionen können auch mit Psychotherapie und mit Medikamenten behandelt werden.

  • Heuschnupfen – der ständige Kampf mit den Pollen

    Heuschnupfen – der ständige Kampf mit den Pollen

    Es ist Frühling und alles in uns schreit danach die Sonne und nicht zuletzt die frisch erwachte Natur zu genießen. Wenn der Schnee endgültig verschwindet, Schlitten und Ski ihr Sommerquartier in Garagen und Kellern einnehmen und wärmere Temperaturen zum Genießen der frischen Frühjahrsluft einladen, beginnt für eine nicht unwesentliche Gruppe Menschen auch die Zeit der triefenden Nasen, zugeschwollen Augen und der entzündeten Bindehäute. Die Beschwerden sind so facettenreich wie die Farbenpracht der Natur: Bis hin zu starken asthmatischen Problemen leiden Heuschnupfengeplagte mitunter an Symptomen, die den Alltag zur Qual machen können.

    Doch nicht nur mit dem Frühling und der ersten Blüten- und Gräserpracht des Jahres gehen die typischen Symptome einer saisonalen allergischen Rhinitis einher. Auch im Herbst quälen so manchen die Pollen der Saisongräser und –blüten.

    Die saisonale allergische Rhinitis – wenn die Blütenpracht zum Albtraum wird

    Die Medizin fasst unter der Bezeichnung Heuschnupfen (auch allergische Rhinitis) die überempfindliche Reaktion des Immunsystems zusammen, die durch die Eiweiße in verschiedenen Pflanzenpollen ausgelöst werden.

    Das empfindliche und komplexe System aus Zellen und Eiweißen des menschlichen Körpers ist in diesen Fällen gestört. Anstatt seiner eigentlichen Aufgabe, dem Bekämpfen schädlicher Krankheitserreger, nachzukommen, geht das Immunsystem bei Heuschnupfenpatienten auch gegen die Eiweiße der Blüten- und Gräserpollen vor. Diese sind zwar keineswegs als schädlich für den menschlichen Organismus einzustufen, doch durch eine Fehlfunktion des körpereigenen Abwehrsystems werden auch diese Eiweiße fälschlicherweise als gefährlich deklariert und dementsprechend bekämpft. Die Folge sind erkältungs- oder grippeartige Symptome.

    Einer von fünf Deutschen leidet unter einer derartigen Überempfindlichkeit. Damit zählt Heuschnupfen zu den statistisch gesehen häufigsten Allergien.

    Das Ausmaß der auftretenden Symptome ist dabei jedoch überaus unterschiedlich. Während mancher mit tränenden Augen und einer entzündeten Nasenschleimhaut zu kämpfen hat, müssen andere mit Medikamenten gegen asthmatische Anfälle vorgehen. Eine genauere Diagnose ist vor allem dann erforderlich, wenn der vermeintliche Heuschnupfen über das gesamte Jahr hinweg auftritt. Dann könnte statt der Allergie gegen Pollen beziehungsweise deren Eiweiße, auch eine allgemeinere Allergie, beispielsweise gegen Hausstaub oder Milben, die Ursache sein.

    Heuschnupfen – banales „Wehwehchen“ oder ernst zu nehmende Erkrankung?

    Der Heuschnupfen gehört zu den wohl am ehesten unterschätzten Erkrankungen unserer Zeit. Die Symptome jedoch können Betroffenen stark zusetzen, den Alltag enorm einschränken und sogar Depressionen auslösen. Hinzu kommt die wachsende Gefahr eines, wie er von Medizinern genannt wird, „Etagenwechsels“. Dabei klingen die typischen Symptome in den Nasennebenhöhlen und Schleimhäute meist ab – allerdings entwickelt sich in diesen Fällen häufig ein allergisches Asthma. Die Beschwerden verschwinden demnach nicht, sondern wechseln lediglich den Wirkungskreis, bis sie im schlimmsten Fall die Atemwege beeinträchtigen.

    Ursachen des Heuschnupfens – vererbt oder provoziert?

    Klare Fakten zur Ursache einer Heuschnupfenerkrankung gibt es bislang nicht. Allerdings werden anhand von Statistiken und medizinischen Beobachtungen Vermutungen angestellt.

    1. Theorie Vererbung:
    • Leidet kein Familienmitglied unter Heuschnupfen, wird eine 10 bis 15-prozentige Wahrscheinlichkeit angegeben, dass Kinder unter einer Pollen-Allergie leiden.
    • Sollte ein Elternteil oder eines der Geschwister unter Beschwerden leiden, steigt die Wahrscheinlichkeit auf 25 bis 30 Prozent.
    • Sind beide Eltern allergisch, steht die 40 bis 60-prozentige Wahrscheinlichkeit im Raum, dass auch das Kind allergisch reagiert.

     

    1. Theorie Hygienewahn als Auslöser:

    Bereits längere Zeit ist in Fachkreisen der ausgeprägte Hang zur übermäßigen Hygiene bei Säuglingen und Kleinkindern ein kontrovers diskutiertes Thema. Insbesondere bezüglich allergischer Reaktionen wird hier vermutet, dass die fehlende Forderung des Immunsystems in jungen Jahren die Wahrscheinlichkeit später Allergien zu entwickeln fördert. Fehlende Abwehrkräfte oder auch die falsche Konditionierung des Immunsystems kann, so die Expertenmeinungen, Allergien begünstigen.

    In welchen Fällen einer dieser beiden Auslöser in Frage kommt, ist schwer zu sagen. Die Forschung arbeitet jedoch daran herauszufinden, welche Auslöser Allergien im Allgemeinen auslösen, um auf diesem Wege eine noch effektivere Behandlung finden zu können. Die Pharmazie sowie die Naturheilkunde bieten bereits eine Palette wirkungsvoller Mittel zur Bekämpfung der typischen Symptome, so dass auch Heuschnupfengeplagte dem Frühling mehr oder weniger entspannt entgegentreten können.

  • Die Brust für die Krebsfrüherkennung richtig abtasten

    Die Brust für die Krebsfrüherkennung richtig abtasten

    Brustkrebs ist die am häufigsten vorkommende Krebsart bei Frauen und es gibt wohl kaum eine Frau, die die Diagnose Brustkrebs nicht fürchtet. Vor allem Frauen, die in der Familie schon Fälle von Brustkrebserkrankungen hatten, sollten sich regelmäßig untersuchen lassen und auch die Brust alle vier Wochen selbst abtasten. Nur wenn der Krebs frühzeitig erkannt wird, dann sind auch die Chancen auf Heilung groß, und deshalb sollte das Abtasten der Brust eine Selbstverständlichkeit sein.

    Wie erkennt man eine Verhärtung in der Brust?brust-richtig-abtasten-brustkrebs

    Frauenärzte raten besonders Frauen zwischen 25 und 30 Jahren, ihre Brust alle vier Wochen selbst abzutasten, um nach möglichen Verhärtungen zu suchen. Unter einer Verhärtung verstehen Mediziner eine harte Stelle, die sich wie eine Kirsche oder wie die Oberfläche eines Golfballs anfühlt und die sich nicht bewegen lässt. Um diese Verhärtungen zu ertasten, gibt es eine besondere Technik, die schnell zu erlernen ist.

    Richtig abtasten

    Wird die linke Brust untersucht, dann sollte man dazu die rechte Hand benutzen und für die rechte Brust die linke Hand. Zunächst tastet die Hand den oberen äußeren Bereich der Brust ab. Mit mehreren Fingern und mit leicht kreisenden Bewegungen geht es dann langsam in Richtung der Brustwarze. Diese Untersuchung sollte nach Möglichkeit im Stehen gemacht werden, wenn der untere Teil der Brust abgetastet wird, dann sollte man sich allerdings entspannt hinlegen.

    Auch der untere Teil der Brust wird mit leicht kreisenden Bewegungen und sanftem Tasten mit mehreren Fingern untersucht. Hier ist es aber auch sehr wichtig, dass auch die Achselhöhlen mit untersucht werden, denn wenn es nach der Statistik geht, dann sind die meisten sogenannten Mammakarzinome in den Achselhöhlen zu finden. Werden die Achselhöhlen abgetastet, dann ist es wichtig, dass man darauf achtet, ob eventuell die Lymphknoten größer sind oder sich hart anfühlen.

    brust-richtig-abtasten-brustkrebsWoman examining her breastWoman examining her breast

    Woman placing her arms on her head while standing in front of a machine in an examination roomWann sollte die Brust abgetastet werden?

    Die Brust kann natürlich zu jeder beliebigen Zeit abgetastet werden, aber am besten eignet sich die Zeit kurz nach der Menstruation, denn dann ist die Brust besonders weich. Viele Frauen benutzen nach dem Baden eine Körperlotion und das macht das Abtasten noch einfacher. Wenn eine Verhärtung ertastet wird, dann sollte man keine Zeit verlieren und sofort einen Arzt aufsuchen. Viele Frauen zögern in dieser Situation, weil sie panische Angst davor haben, dass sie an Brustkrebs erkrankt sind. Diese Haltung ist gefährlich, denn wenn die Behandlung früh beginnen kann, dann steigen die Chancen, dass der Krebs auch erfolgreich behandelt werden kann.

    Welche Untersuchungsmethoden gibt es?

    Der Frauenarzt wird zunächst die Brust gründlich und fachkundig abtasten und dann vielleicht auch einen ersten Ultraschall machen. Für weitere Untersuchungen geht es dann in die Klinik oder in ein Mammografiezentrum, wo ein Scan der betroffenen Brust gemacht wird. Ist das Ergebnis einer Mammografie nicht eindeutig, dann wird in den meisten Fällen eine Kernspintomografie gemacht und um ganz sicher zu gehen, kann die Klinik auch eine Biopsie durchführen.

    Bei dieser Untersuchung werden der Patientin unter Narkose Gewebeproben aus der Brust entnommen, die dann sofort untersucht werden. An diesen Gewebeproben können die Ärzte sehen, wie groß der Tumor ist und wie weit er sich schon ausgebreitet hat. In seltenen Fällen wird dann direkt operiert und die befallene Brust wird abgenommen.

    Woman undergoing mammography scan assisted by male doctor

    Keine Panik

    Ein Knoten in der Brust muss nicht zwangsläufig auch Krebs sein, in den meisten Fällen haben die Verhärtungen eine harmlose Ursache. So können zum Beispiel verhärtete Milchdrüsen schuld daran sein, dass eine Verhärtung in der Brust tastbar ist. Frauen, die eine harte Stelle an ihrer Brust ertasten, sollten deshalb auch nicht gleich panisch werden, sondern ihren Arzt anrufen, die Situation schildern und dann sofort in die Praxis fahren, um sich ausführlich untersuchen zu lassen.

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  • Milchallergie oder Laktoseintoleranz

    Milchallergie oder Laktoseintoleranz

    Milchallergie oder Laktoseintoleranz – wo ist der Unterschied?

    Immer mehr Menschen können keine Milch mehr trinken oder Milchprodukte wie Käse, Joghurt oder Kefir vertragen. Schuld daran kann eine Laktoseintoleranz oder aber eine Milchallergie sein. Immer wenn es nach dem Genuss von Milch zu schmerzhaften Bauchkrämpfen oder zu Durchfall kommt, dann liegt entweder eine Milchallergie vor, oder derjenige leidet unter einer Laktoseintoleranz. Aber wo ist der Unterschied zwischen einer Milchallergie und einer Intoleranz gegenüber Laktose und wie kann der Arzt feststellen, um welche Form der Milchunverträglichkeit es sich tatsächlich handelt? Wie gefährlich ist eine Milchallergie und was kann man gegen eine Milchallergie tun, und was hilft bei einer Laktoseintoleranz?

    Welche Milchallergie Symptome gibt es und ist eine Milchallergie immer gleichbedeutend mit einer Kuhmilchallergie? Es gibt viele Fragen zu diesem Thema, aber auch immer die richtigen Antworten.

    Was ist eine Milchallergie?

    Von einer Milchallergie oder eine Kuhmilchallergie kann jeder betroffen sein, auch diejenigen, die eine Laktoseintoleranz haben. Eine Milchallergie oder Kuhmilchallergie kann schon bei Babys auftreten, sie wird aber im Säuglingsalter selten sofort erkannt. Die Milchallergie Symptome sind vor allem für ein Baby sehr schmerzhaft und bis die Ursache erkannt wird, können nicht selten viele Wochen vergehen. Im Erwachsenenalter ist eine Milchallergie ebenfalls keine Seltenheit, auch bei Menschen, die in ihrem bisherigen Leben noch nie Schwierigkeiten mit Milch hatten.

    Allerdings sind erwachsene Menschen eher selten von einer Milchallergie oder einer Kuhmilchallergie betroffen, eine Intoleranz gegen Laktose kommt hingegen deutlich öfter bei Erwachsenen vor, dafür weniger bei Kindern. Alle, die eine Milchallergie oder auch eine Kuhmilchallergie haben, sind im Grund durchaus in der Lage, Produkte aus Milch zu verdauen. Aber da ist noch das Immunsystem, das sich entschieden dagegen wehrt, wenn es Milch bekommt und es wird alles versuchen, den Eindringling wieder loszuwerden. Wenn eine Milchallergie diagnostiziert wird, dann reagiert der Körper nicht auf den Milchzucker, wie das bei einer Intoleranz gegen Laktose der Fall ist, der Körper reagiert vielmehr auf die in der Milch enthaltene Eiweiße, die Proteine.

    So wird eine Immunreaktion ausgelöst und die Milchallergie Symptome, die sich beim Genuss von Milch und Milchprodukten bemerkbar machen, sind immer sehr unterschiedlich und individuell. Je nach Ausprägung und Schwere der Milchallergie oder der Kuhmilchallergie, haben die einen mehr und die anderen weniger Milchallergie Symptome.

    Welche Milchallergie Symptome gibt es?

    Es ist für den Arzt nicht immer einfach, eine Milchallergie festzustellen, denn vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern können die Milchallergie Symptome sehr unterschiedlich sein. Die Milchallergie Symptome oder auch die Kuhmilchallergie Symptome treten meist nicht sofort, sondern entweder nach einigen Minuten oder sogar erst nach einigen Stunden auf. Zu diesen Milchallergie Symptomen gehören unter anderem:

    • Ein Anschwellen der Haut und der Schleimhäute im Gesicht oder auch im Rachen. Im Rachen stellt sich dann ein sogenanntes Kloßgefühl ein, also ein Gefühl, einen Kloß im Hals zu haben, den man nicht hinunterschlucken kann.
    • Ein Asthmaanfall und Atemnot können zu den Milchallergie Symptomen gehören
    • Durchfall, Übelkeit und auch Erbrechen sind Milchallergie Symptome
    • Blassrote Haut, rote Hautausschläge bis hin zur Nesselsucht können ebenfalls zu den Milchallergie Symptomen gehören.

    Eine Milchallergie oder auch eine Kuhmilchallergie kann, wenn es schlimm kommt, zu einem lebensgefährlichen anaphylaktischen Schock führen. Aber das ist zum Glück nicht allzu oft der Fall, sondern tritt nur bei fünf bis zehn Prozent der Patienten auf, die unter einer Milchallergie leiden. Neben den bereits beschriebenen Milchallergie Symptomen treten bei einem anaphylaktischen Schock zusätzlich noch schwere Kreislaufstörungen auf, die wenn nicht sofort ärztliche Hilfe kommt, auch zu einem Zusammenbruch des Kreislaufs und damit zu Herzversagen führen können.

    Welche Alternativen zur Kuhmilch gibt es?

    Es gibt Milchallergie Symptome, die treten erst mit einer gewissen Verzögerung auf. Der zeitliche Rahmen für diese Milchallergie Symptome bewegt sich dabei zwischen einigen Stunden und sogar mehreren Wochen, nachdem die Milch getrunken oder ein Milchprodukt gegessen wurde. Das können zum Beispiel schwere Durchfälle sein, die sich erst nach Wochen bemerkbar machen, denn erst dann reagiert der Körper auf den Genuss von Milch allergisch, wenn die Schleimhaut des Darms angegriffen wird.

    In den meisten Fällen handelt es sich bei einer Milchallergie um eine Kuhmilchallergie, und die Betroffenen reagieren nicht allergisch, wenn sie die Milch von einem Schaf oder einer Ziege zu sich nehmen. Schafs- und Ziegenmilch ist allerdings eine Frage des Geschmacks, aber wer gerne Milch trinkt und nicht darauf verzichten möchte, der muss wohl oder übel auf Ziegenmilch oder Schafsmilch zurückgreifen, denn um die Milchallergie Symptome zu vermeiden, muss die Milch von der Kuh strikt vermieden werden.

    Großes Pech haben allerdings diejenigen, die gegen das sogenannte Kasein allergisch sind, denn wenn das der Fall ist, dann kann es nicht nur zu einer Kuhmilchallergie kommen, dann reagiert der Körper auch auf den Genuss von Ziegenmilch und der Milch vom Schaf. Eine gute Übersicht über die verschiedenen Bestandteile der unterschiedlichen Milchsorten und ihre Unverträglichkeiten kann man im Internet finden. Wir haben ein Interessanten Anbieter zum Test von Milchintoleranz gefunden.

    Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

    Da eine Milchallergie oder eine Kuhmilchallergie andere Vorgänge im Körper auslöst als eine Laktoseintoleranz, muss eine Milchallergie auch anders behandelt werden. Eine echte und damit vererbte Intoleranz gegen Laktose ist eine chronische Erkrankung, die nicht geheilt werden kann, das ist bei einer Milchallergie aber durchaus möglich. Das kann durch eine Desensibilisierung gelingen, bei der der Körper und vor allem das Immunsystem langsam an die Milch gewöhnt werden. Auf diese Weise kann eine Milchallergie wie viele andere Allergien, im Laufe der Zeit überwunden werden.

    Je nach Schwere der Milchallergie kann dieser Prozess zwischen anderthalb und zwei Jahren dauern. Zu Beginn einer Behandlung steht aber ein striktes Verbot für Milch und auch für Produkte aus Milch wie Käse, Butter, Joghurt oder auch Dickmilch und Kefir. Dieses Verbot haben die Milchallergie und auch die Laktoseintoleranz gemeinsam, aber anders als bei der Intoleranz gegen Laktose, verschwinden die Milchallergie Symptome mit der Zeit. Am Ende der Behandlung ist der Patient in der Regel frei von Beschwerden und kann wieder Milch trinken und Milchprodukte essen.

    Wer den Eindruck hat, dass eventuell eine Milchallergie oder eine spezielle Kuhmilchallergie vorliegen könnte, der sollte schnell zu einem Arzt gehen, der durch verschiedene Tests feststellen kann, ob es sich tatsächlich um eine Milchallergie oder um eine Kuhmilchallergie handelt.

    Bildquelle: Depositphotos.com // elemak

  • Essstörung (Ursachen und Allgemeines)

    Essstörung (Ursachen und Allgemeines)

    Essstörung

    Als Oberbegriff beinhaltet Essstörung sowohl Magersucht, Bulimie als auch Fresssucht. Es ist schwierig, eine Essstörung zu erkennen, weil der Unterschied zwischen normalem Essverhalten und Störung kaum merklich ist. Es gibt auch vorübergehendes Essverhalten, welches nur zeitweise auftritt. Dann muss die betroffene Person nicht zwangsläufig unter einer Essstörung leiden. Erst wenn über mehrere Monate ein ungewöhnliches Verhaltensmuster zu erkennen ist, spricht man von einer Essstörung.

    Ursachen von Essstörungen

    Es sind nicht immer Stoffwechselprobleme, welche daran schuld sind, dass jemand übermäßig dünn oder dick ist. In fast allen Fällen sind die Probleme hausgemacht. Man weiß heute, dass auch die Vererbung eine große Rolle spielt.

    Ursächlich für eine Essstörung ist aber auch das Schönheitsideal, welches durch die superschlanken Topmodels verkörpert wird. Der Zwang, solche dünnen Körper auch zu besitzen führt bei dem einen in die Magersucht, beim anderen in die Ess-Brech-Sucht oder aber es werden Diäten durchgeführt, die teils gefährlich sind und vor allem den unerwünschten Jojo-Effekt zur Folge haben können.

    Die Ursachen von Essstörungen liegen aber häufig auch in einer gestörten Wahrnehmung des eigenen Körpers. Menschen finden sich viel zu dick, obwohl sie bereits sehr dünn sind. Bei Männern kommt noch der zwanghafte Wunsch nach einem muskulösen Körper hinzu, weshalb viele exzessiv Sport treiben.

    Bei der Bulimie ist es das schlechte Gewissen, welches nach einer Fressorgie die Frauen dazu bringt, die vielen Kalorien wieder zu erbrechen. Eine Adipositas per magna kann wiederum viele andere Ursachen haben. Zum Beispiel stecken hier wie bei vielen anderen Essstörungen die Sehnsucht nach Liebe und Anerkennung hinter der Krankheit. Meist bekommen Menschen mit vermindertem Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein Essstörungen. Einige wollen aber auch bewusst unansehnlich wirken, z. B., weil sie sich damit vor sexuellen Übergriffen schützen wollen.

    Wenn man eine Essstörung diagnostiziert, muss man genau die Persönlichkeit der Betroffenen beleuchten. Gibt es private Probleme, Stress oder Leistungsdruck, handelt es sich um so genannte Frustesser oder eher Frust-Nahrungsverweigerer. Beide Phänomene sind in unserer Gesellschaft leider häufig anzutreffen.

    Bildquelle: Depositphotos.com // Jeanette.Dietl

     

  • Die körperlichen Reaktionen bei Angst

    Die körperlichen Reaktionen bei Angst

    Angststörung Symptome:

    Hierbei unterscheidet man zwischen den normalen Reaktionen aufgrund einer realen oder fantasierten Gefahr, welche im Ernstfall entweder die körperliche/seelische Gesundheit oder im Extremfall das Überleben sichern. Dazu zählen z. B. Flucht oder Kampf.

    Reaktionen:

    • erhöhte Aufmerksamkeit, Muskelanspannung, Reaktionsgeschwindigkeit, Herzfrequenz und Blutdruck
    • Pupillen weiten sich, Sinne (Sehen und Hören) werden geschärft, weil die jeweiligen Nerven empfindlicher werden.
    • in den Muskeln wird Energie bereitgestellt
    • schnellere, flachere Atmung, Atemnot
    • Zittern, Schwitzen, Schwindelgefühl
    • Übelkeit
    • Hemmung von Blasen-, Darm- und Magenfunktionen während des Zustands der Angst
    • körperliche Zeichen: Zittern, Schwindelgefühl, Schwitzen
    • im Schweiß werden Moleküle freigesetzt, damit andere Menschen die Angst riechen können, was bei ihnen unbewusst Alarmbereitschaft auslöst
    • charakteristische Mimik, Gestik, Sprache mit der Bitte um Schutz (sozialer Sinn)

    Angst zeigt sich immer in diesen körperlichen Ausdrucksformen, entweder in einzelnen Reaktionen oder in allen. Dabei gibt es keine Unterschiede zwischen realer Bedrohung oder Panikattacke. Häufig entwickeln sich aus solchen Angststörungen auch chronische Schmerzen. Jeder Vierte, der darunter leidet, ist auch von Schmerzen betroffen.

    Gesunde Menschen stellen sich ihren Ängsten, doch wer unter Panikstörungen leidet, schafft dies nicht aus eigener Kraft. Die Psychotherapie kennt viele Lösungsansätze, um den Betroffenen zu helfen, damit sie entweder ihre Angststörung verlieren oder zumindest die Reaktionen darauf vermindern können. Dabei setzt man z. B. auf eine Kombination aus Verhaltenstherapie, Gesprächstherapie und medikamentöser Behandlung.

    Panikattackenpanikattaken

    Panikattacken haben für Betroffene einen bedrohlichen Aspekt. Sie können tagsüber auftreten, wenn man unerwartet mit einer angstauslösenden Situation konfrontiert wird. Meist jedoch treten diese Zustände nachts auf, häufig in Verbindung mit vorausgegangenen Alpträumen. Der Mensch fühlt sich bei einer Panikattacke den körperlichen Symptomen hilflos ausgeliefert.

    Panikattacken Symptome

    • Attacken scheinen den Brustkorb einzuschnüren
    • kalter Schweiß bricht aus oder man ist schweißgebadet
    • das Herz rast oder der Puls ist kaum fühlbar
    • die Atmung geht schnell und flach in kurzen Stößen
    • man erblasst
    • Bauchschmerzen, Krämpfe gesellen sich hinzu
    • man fühlt sich allgemein unwohl oder Betroffenen wird übel
    • Brechreiz bis zum Erbrechen
    • starke Unruhe, Zittern am ganzen Körper
    • plötzliches Frösteln

    So bedrohlich sich eine Panikattacke anfühlt, so wenig lebensbedrohend ist sie. Versteht der Betroffene, dass die Attacke zwar unangenehm, aber nicht gefährlich ist, dann ist dies häufig schon ein großer Schritt auf dem Weg zur Besserung.

    Ein kaum zu durchbrechender Kreislauf entsteht, wenn man Angst vor Panikattacken bekommt. Schon vor dem Schlafengehen befürchtet man, einen Anfall zu erleiden und prompt kommt dieser dann auch. Jeden Abend gehen Betroffene dann mit der Furcht ins Bett. Doch je mehr man sich vor dem Anfall fürchtet, umso eher tritt er auf. Gegen die Hilflosigkeit bei einer Panikattacke gibt es aber Möglichkeiten. Wenn der Anfall Betroffene tagsüber ereilt, gibt es noch mehr Möglichkeiten als nachts, ihm mit Ruhe und Gelassenheit zu begegnen.

    Angstzustände Symptome

    Zwischen Angstzuständen und Angststörungen besteht ein Unterschied. Angstzustände sind gelegentliche Anfälle, die sich später in einer Angststörung verfestigen (manifestieren) können. Egal, ob reale Angst oder Furcht vor Angstzuständen, die Reaktionen sind die gleichen. Die meisten von uns kennen Angstzustände, wenn sie in eine (vermeintlich) bedrohliche Situation kommen. Plötzlich und unerwartet wird einem übel, es treten Schwindelzustände auf und man fühlt sich allgemein unwohl. Brechreiz bis hin zum Erbrechen kann auftreten, aber ebenso gut Durchfall oder Verstopfungen.

    Kopf- oder Bauchschmerzen gehören ebenfalls zu den Symptomen, die bei stärkeren Angszuständen eintreten können, jedoch ohne organische Ursache. Schweißausbrüche, Zittern, Enge in der Brust, Herzrasen, Erhöhung der Atemfrequenz und Muskelanspannung sowie innere Unruhe zeigen dem Betroffenen deutlich die Zeichen für Angstzustände. Ein entsprechend erschrockener Gesichtsausdruck bzw. eine angstverzerrte Mimik, verbunden mit aufgerissenen Augen und geweiteten Pupillen zeigt dem Gegenüber, dass hier jemand panische Angst hat.

    Gegen die Attacken helfen Ablenkungsmanöver. Man kann eine gute Freundin bzw. einen guten Freund anrufen. Vielleicht vereinbart man auch mit einer Vertrauensperson, die bei Tag und in der Nacht erreichbar bleibt, dass immer angerufen wird, wenn Panik ausbricht. Durch das Reden wird die auslösende Situation entschärft. Auch andere Ablenkungen, wie Malen, Basteln, durch die Wohnung laufen, ein Buch lesen oder spazieren gehen, können hilfreich sein.

    Prüfungsangst Therapiepruefungsangst-symptome

    Betroffene müssen zunächst erkennen, dass es weniger die Angst vor der Prüfung selbst bzw. dem Scheitern in einer Prüfung ist, als die Angst vor der Prüfungsangst, die sie lähmt. Schlechte Erfahrungen in bisherigen Prüfungen können den Angstzustand verstärken. Aber auch die Vorstellung, man könnte versagen oder man weiß nicht alles, die Prüfer könnten streng sein usw. kann dazu führen, dass man Prüfungsangst bekommen.

    Hier setzt die Verhaltenstherapie an. Es sind nämlich nicht nur bewusste Faktoren, die Ängste in uns auslösen, sondern vielmehr auch viele unbewusste oder unterbewusste Einflüsse. Die Therapien zielen meist auf kognitive Fähigkeiten der Menschen ab, wie das Lernen, den Umgang mit anderen Menschen, den Aufbau von Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl, die Wahrnehmung und viele weitere Kognitionen.

    Meist wird eine kognitive Verhaltenstherapie mit einer Konfrontationstherapie kombiniert. Diese Therapien bieten hohe Erfolgschancen. Darüber hinaus gibt es viele homöopathische Mittel, welche den Prüfling beruhigen, ohne ihn ruhigzustellen. Prüfungsangst kann also am besten gelindert oder geheilt werden, wenn mehrere Behandlungen zusammenspielen. Auf Psychopharmaka muss nicht in jedem Fall zurückgegriffen werden, denn diese Medikamente sind zwar hilfreich, aber häufig auch stark mit Nebenwirkungen behaftet.

    Therapeuten setzen häufig auch auf verschiedene Ablenkungsmanöver, wie z. B. Sport, Spaziergänge, Beschäftigungstherapien und natürlich eine ordentliche Vorbereitung auf die Prüfung in Form des Lernens. Positives Denken und das ständige Manifestieren von so genannten Affirmationen: „Ganz ruhig, ich schaffe das.“ helfen in vielen Fällen auch gegen die Prüfungsangst bzw. die Furcht vor der Prüfungsangst.

    Prüfungsangst Homöopathie

    Prüfungsangst mit Homöopathie zu begegnen halten viele für faulen Zauber. Dabei kann schon die Plazebo-Wirkung von Mitteln bewirken, dass man sich ruhiger und besser fühlt. D. h., es reicht oft, ein „Notfallmedikament“ mit sich zu führen, welches man im Fall der Fälle einnehmen könnte – und es dann meist oft gar nicht braucht. Auch der Glaube an das Mittel kann Berge versetzen. Doch nicht zuletzt gibt es eine Vielzahl homöopathischer Präparate, die bei Prüfungsangst und anderen Angstzuständen helfen können.

    Neben dem bekannten und vielfach beschworenen Baldriantee und dem oft diskutierten Johanniskraut können professionelle Unterstützung eines Psychologen oder Coaches, autogenes Traning, progressive Muskelentspannung oder Meditationstechniken. Empfohlen werden als Tipps reichlich Wasser zu trinken, sich die Nieren zu halten oder den Zeigefinger zu massieren. Auch Fingerübungen, wie „Däumchen drehen“ oder Anstupsen der Fingerkuppen der Reihe nach an die Fingerkuppe des Daumens stellt eine Übung zur Verbesserung der Konzentration dar.

    Als homöopathische Mittel werden empfohlen:

    – Argentum nitricum D12, 2 x täglich 5 Globuli, Beginn: drei Tage vor einer Prüfung bei  Aufgeregtheit, Bauchweh und Durchfall

    – Gelsemium D12, ebenfalls 2 x täglich 5 Globuli bei Schwäche, Zittern, Benommenheit und Lähmungsgefühlen

    – Blackout oder Durchfälle während und Diarrhoe nach der Prüfung, Kopfschmerzen, starkes Herzklopfen, schnellen Puls und rote Flecken können durch Strophantus vermindert werden, was in den Potzenzen von D4 bis D12 empfohlen wird. Im Akutfall werden 3 x täglich 5 Globuli
    Alle diese Zeichen können auf eine Prüfungsangst hinweisen und sollten sehr ernst genommen werden, denn es handelt sich um eine anerkannte Krankheit und keinesfalls um eine kurzfristige Laune des Schülers bzw. Prüflings, z. B. weil er einfach nur zu faul zum Lernen war.

    Test zur Prüfungsangst

    Um herauszufinden, ob man unter Prüfungsangst leidet, gibt es einen Test. Unter anderem werden hier Fragen gestellt, ob der Proband unter starker innerer Unruhe leidet, ob er angespannt ist, nicht  ein- oder durchschlafen kann, unter Kopfschmerzen, Nackenverspannungen und/oder Magen-Darm-Beschwerden leidet.

    Weitere Symptome, die abgefragt werden können, sind Müdig- und Mattigkeit, erhöhter Blutdruck, Schwindelgefühle, Zittern, Erröten und/oder Schwitzen, Kloß im Hals sowie Schluckbeschwerden, rasche, flache Atmung, häufiger Drang zum Wasserlassen oder Durchfall. Selbst ein Blackout, eine zittrige Stimme oder Stottern können Symptome von Prüfungsangst sein, die es herauszufinden gilt.

    Ziel ist es, zu ermitteln, was dem Betroffenen Angst macht und ihm Tipps an die Hand zu geben, wie er sie überwindet. Dazu ist es wichtig, ehrlich und gewissenhaft den Test auszufüllen. Beim Beantworten sollte ohne zu zögern die erstbeste passende Antwort gegeben werden. Im Ergebnis können dann gezielt Möglichkeiten erarbeitet werden, die Situation Prüfung angstfrei zu meistern.

    Wer vor Prüfungen Angst hat, der behindert sich selbst. Betroffene stellen ihre Fähigkeiten in Frage, sie wollen alles perfekt machen. Von diesen Gedanken ist es wichtig, sich zu verabschieden. Niemand lacht einen Prüfling aus, nur weil er vielleicht nicht bestanden hat. Er ist dadurch auch kein Versager und seine Familie sowie der Prüfer werden ihn weiterhin mögen. Negative Überlegungen halten Prüflinge vom Lernen ab. Hier hilft es, den Stoff in kleine Portionen einzuteilen und auch genügend Pausen einzuplanen, in denen man abschalten und entspannen kann. Man muss nicht alles wissen, um eine Prüfung zu bestehen.

    Auch die Note „Vier“ steht für eine bestandene Prüfung, also sollte man sich nicht überfordern. Später fragt meist sowieso niemand mehr, mit welchen Zensuren die Prüfung abgeschlossen wurde, was zählt ist ein erfolgreicher Abschluss. Notfalls kann man nicht bestandene Tests auch später noch einmal wiederholen. Eine professionelle Unterstützung kann helfen, die Prüfungsangst zu überwinden.

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