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  • Hornhauttransplantation – ein Fisch kann das Augenlicht retten

    Hornhauttransplantation – ein Fisch kann das Augenlicht retten

    Jedes Jahr können 100.000 Menschen weltweit dank einer Hornhauttransplantation wieder sehen. Da die Keratoplastik eine Erfolgsquote von bis zu 95 % hat, ist sie die erfolgreichste Transplantationsmethode der Welt. Es gibt jedoch ein Problem, es fehlen Spender. Bislang wurde für eine Hornhauttransplantation die Hornhaut von Verstorbenen verwendet, da die Zahl der Spender aber immer weiter zurückgeht, muss sich die Medizin etwas einfallen lassen. Bei der Suche nach einer geeigneten Alternative stießen die Forscher jetzt auf einen kleinen unscheinbaren Fisch, dessen Schuppen die Rettung für alle sein können, die wieder sehen möchten.

    Die Hornhaut – eine ganz besondere Haut

    Die Cornea, wie die Hornhaut medizinisch heißt, hat salopp gesagt, für das Auge die Funktion einer Windschutzscheibe. Diese äußere, transparente Haut ist sehr berührungsempfindlich und besteht aus mehreren Zelllagen, die aber nur 0,6 mm dünn sind. Diese Zelllagen weisen jedoch eine biologische Besonderheit auf, denn sie haben keine Blutgefäße, sie werden vielmehr von einem System aus Gefäßen in der Nachbarschaft ernährt. So kommen die Nährstoffe unter anderem aus dem Tränenfilm auf der Vorderseite und dem sogenannten Kammerwasser auf der Rückseite der Hornhaut. Alle Medikamente, die in der Blutbahn zirkulieren, können die Hornhaut nur schwer erreichen, aber das hat einen großen Vorteil. Da es keine Gefäße und auch keinen Kontakt zu den Immunzellen gibt, kommt es bei einer Hornhauttransplantation kaum zu Abstoßreaktionen gegen die fremde Hornhaut. Die Immunabwehr des Empfängers erkennt und bekämpft das fremde Gewebe daher nicht.

    Wann ist eine Hornhauttransplantation erforderlich?

    Immer wenn die Hornhaut verletzt wird, sich eintrübt oder Vernarbungen aufweist, dann kann eine Hornhauttransplantation dafür sorgen, dass das Sehvermögen erhalten bleibt. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO leiden weltweit rund zehn Millionen Menschen unter einer Erkrankung der Hornhaut, sie sind sehbehindert oder sogar komplett blind. Bei einem Grauen Star ist eine Hornhauttransplantation eine Hilfe, um das Sehvermögen wieder zu erlangen, wie auch bei Verletzungen oder Verätzungen der Hornhaut. Unter Vollnarkose wird die gesunde, klare Hornhaut dem Empfänger eingepflanzt. Während der Operation wird die verletzte oder kranke Hornhaut zunächst in kleinen Scheibchen von sieben bis acht Millimeter Durchmesser abgeschliffen und dann durch die fremde Hornhaut ersetzt. Schon kurz nach der Operation kann der Patient deutlich besser sehen und nach wenigen Wochen ist die Sehkraft dann wieder hergestellt.

    Fischschuppen ersetzen die Hornhaut

    Der Tilapia-Fisch lebt bevorzugt in asiatischen und lateinamerikanischen Gewässern, er ist sehr schmackhaft und er hat ganz besondere Schuppen. Diese Schuppen enthalten einen Rohstoff, der eine Hornhauttransplantation auch ohne einen menschlichen Spender möglich macht. Die Schuppen des Fisches bestehen beinahe ausschließlich aus einem Kollagen, was der menschlichen Hornhaut sehr ähnlich ist. Wissenschaftler aus Taiwan sind auf die Idee gekommen, die Schuppen des Fisches aus der Familie der Buntbarsche als Hornhaut zu verpflanzen. Die ersten Tierversuche waren sehr vielversprechend, denn die fremde Hornhaut wurde gut angenommen und es gab kaum Abstoßungsreaktionen.

    Von der Fischschuppe zur Hornhaut

    Für eine Hornhauttransplantation müssen die Fischschuppen zunächst gründlich mit Salpeter- und Essigsäure gereinigt, entkernt und dann entkalkt werden. Dann werden die Nukleinsäuren DNS und RNS vollständig entfernt, denn das minimiert das Risiko, dass bei einer Hornhauttransplantation Viren, Bakterien oder auch Parasiten auf die Hornhaut gelangen. So entsteht bei der sogenannten BioCornea eine sehr hohe Durchlässigkeit für Sauerstoff und Licht, die beste Voraussetzung für eine künstliche Hornhaut. Noch ist die Alternative zur Spenderhornhaut kein Massenprodukt und noch immer werden viele Menschen erblinden, weil es nicht genug Spender gibt. Wer seine Hornhaut nach dem Tod spenden möchte, der sollte einen Organspendeausweis haben, denn nur dann kann die Hornhaut noch bis zu 72 Stunden nach dem Tod für eine Transplantation entnommen werden. Die Hornhaut des Verstorbenen wird dann durch eine Kunststoffschale ersetzt, damit ein Abschiednehmen am offenen Sarg möglich ist.

    Bild: © Depositphotos.com / Rangizzz

  • Die Haut – ein ganz besonderes Organ

    Die Haut – ein ganz besonderes Organ

    Sie ist Sinnesorgan, Schutzschild und Stimmungsbarometer, sie regelt die Temperatur und die Feuchtigkeit, sie kann samtweich, aber auch rau, glatt oder faltig sein – unsere Haut. Die Haut ist das größte Organ des menschlichen Körpers, zwei Millionen Hautzellen schützen uns vor Krankheitserregern, vor gefährlichen UV-Strahlen, vor Hitze und Kälte. Die Haut ermöglicht zudem einen feinen Tastsinn, sie macht es möglich, dass wir Schmerzen und Temperaturen empfinden, und Hautgefäße sowie die Drüsen sind immer aktiv, um die Körperwärme im Gleichgewicht zu halten.

    Funktion und Aufbau der Haut

    Die menschliche Haut besteht aus drei Schichten, von denen jede eine eigene Aufgabe hat. Da gibt es die Oberhaut, die Epidermis, dann die Lederhaut, die Dermis und die Unterhaut, die Subkutis. Die Oberhaut ist die schützenden äußere Hülle, eine Hornschicht, die ständig damit beschäftigt ist, Krankheitserreger abzuwehren. Alle vier Wochen erlebt die Oberhaut, die mit nur 0,1 Millimeter so dünn wie ein Blatt Papier ist, eine Art Metamorphose, denn sie erneuert sich komplett. Deutlich dicker ist da schon die zweite Schicht, die Lederhaut. Sie ist viel robuster als die dünne Oberhaut und in ihr verbergen sich Lymph- und Blutgefäße, durch die es uns möglich wird, Schmerzen, Druck, Berührungen und Temperatur zu fühlen. Die Unterhaut besteht hauptsächlich aus Fettgewebe, das dem Körper als Energiespeicher und als Schutz gegen Kälte dient. In der unteren Hautschicht finden sich auch Talgdrüsen, die dafür zuständig sind, einen Schutzfilm auf der Hautoberfläche herzustellen. Dazu kommen die Schweißdrüsen, die den Wärmeaustausch regeln und auch bei der Abwehr von Schädlingen aller Art helfen.

    Was sich auf der Haut alles ablesen lässt

    Die Haut ist ein sehr sensibles Sinnesorgan und über sie lässt sich zum Beispiel das Alter eines Menschen, aber auch sein Lebensstil und seine momentane Gefühlslage deutlich ablesen. „Das geht mir unter die Haut“, so heißt es, wenn es zu einer emotionalen Reaktion kommt und auch die berühmte „Gänsehaut“ ist eine Reaktion auf etwas, was die Oberhaut im ersten Moment nicht verarbeiten kann. Eine durchfeierte Nacht lässt sich an der Haut ebenso schnell ablesen, wie auch ein Sonnenbad, das viel zu lange gedauert hat. Raucher haben ein schlechtes Hautbild und auch Alkohol hinterlässt unübersehbare Spuren. Das falsche Essen sorgt für Pickel und Mitesser, aber auch zu viel Schokolade und wenig Schlaf zeichnen ein schlechtes Hautbild.

    Die richtige Pflege

    Was lange halten und für lange Zeit gut aussehen soll, das muss auch entsprechend gepflegt werden. Wer also auch noch im Alter gut aussehen möchte, der muss seine Haut pflegen, um sich in ihr wohlfühlen zu können. Ist sie zu trocken, dann braucht sie besonders viel Feuchtigkeit, ist sie zu fettig, dann sollte die Hautpflege ebenfalls angepasst werden. Was alle Hauttypen gemeinsam haben, das ist das Bedürfnis nach Feuchtigkeit, denn schädliche Umwelteinflüsse, Heizungsluft, feiner Staub, Sonne und Stress sorgen dafür, dass die Oberhaut ständig leidet. Ihr wird wichtige Feuchtigkeit entzogen, und zwar so schnell, dass die obere Hautschicht nicht mehr die Zeit hat, sich zu regenerieren. Daher sollte täglich eine milde Reinigungsmilch oder ein reinigendes Gesichtswasser aufgetragen werden, um die feinen Poren von Schmutz und Staub zu befreien. Wer zu Mitessern oder zu anderen Hautunreinheiten neigt, der sollte antibakterielle Pflegemittel verwenden und damit die Gesichtshaut nicht spannt oder juckt, sind reichhaltige Cremes und Lotionen aus Mandel- oder Pflaumenkernöl eine gute Pflege.

    Hautkrankheiten vermeiden

    Hautkrankheiten wie Akne, Neurodermitis, Schuppenflechte oder Warzen sind nicht nur unschön, sie können auch für den Körper gefährlich werden. Experten sind sich heute sicher, dass viele Hautkrankheiten durch Stress entstehen. Wer gesund bleiben will, der sollte auch seinen Lebensstil überdenken. Wenn es zu einem veränderten Hautbild kommt, dann ist es immer eine gute Entscheidung einen Dermatologen, einen Hautarzt aufzusuchen.

    Bild: © Depositphotos.com / megija

  • 8 Diät-Mythen – was ist wahr und was ist Unsinn?

    8 Diät-Mythen – was ist wahr und was ist Unsinn?

    Wenn die Hose zwickt, die Waage mal wieder in die falsche Richtung zeigt und die Laune auf den Tiefpunkt sinkt – dann wird es Zeit für eine Diät, um die überflüssigen Pfunde wieder loszuwerden. Diäten gibt es viele, aber nicht jeder kann sich damit anfreunden, über Wochen auf Kohlehydrate zu verzichten, Kalorien zu zählen, nur Kohlsuppe oder hart gekochte Eier zu essen. Viele versuchen daher auf eigene Faust abzunehmen, ohne festes Konzept oder exakten Diätplan. In diesem Zusammenhang kommen immer wieder Diät-Mythen ins Spiel, von denen viele nicht der Wahrheit entsprechen. Hier nun die acht größten Diät-Mythen und was dahinter steckt:

    • Wer Sport treibt, nimmt immer ab

    Eine der größten Diät-Mythen ist, dass jeder, der viel Sport treibt, auch automatisch abnimmt. Wahr ist, dass bei sportlichen Aktivitäten Kalorien verbrannt und die Muskeln gestärkt werden, aber Sport alleine macht nicht schlank. Vor allem dann nicht, wenn man sich nach der Runde auf dem Rad mit einer Pizza belohnt.

    • Zartbitterschokolade ist nicht figurgefährlich

    Der Verzicht auf Süßigkeiten macht den meisten Diätwilligen schwer zu schaffen. Vielleicht gehört deshalb der Satz „Zartbitterschokolade macht nicht dick“, zu den beliebtesten Diät-Mythen. An diesem Mythos ist was dran, denn durch den leicht bitteren Geschmack setzt der Sättigungs-Effekt schneller ein und man isst weniger, jedoch durch die Kakaobutter hat Zartbitterschokolade ebenso viele Kalorien wie Vollmilchschokolade.

    • Weniger essen – schneller abnehmen

    Eine der größten Diät-Mythen lautet: Wer weniger isst, nimmt schneller ab. Leider stimmt das nicht, denn wer seinen Körper zum Abnehmen zwingen will, der versetzt ihn in permanente Alarmbereitschaft und greift seine Reserven an, schließlich kommt es zu Mangelerscheinungen. Zudem kommt es zu einem Jo-Jo-Effekt, denn wer großen Hunger hat, der wird auch viel essen.

    • Das Abendessen weglassen

    Wer nicht mehr zu Abend isst, nimmt garantiert ab – so lautet eine der hartnäckigsten Diät-Mythen. Das Abendessen entscheidet aber leider nicht darüber, ob eine Diät gelingt oder nicht, was zählt, ist die Zahl der Kalorien, die über den Tag verteilt gegessen wurden. Alles, was der Körper nicht verwerten kann, legt er in Fettpolstern an, auch ohne Abendessen.

    • Obst essen macht schlank

    Obst hat kaum Kalorien, es ist gesund und es macht vor allen Dingen schlank, wer allerdings bei einer Diät nur auf Obst setzt, der wird sich wundern. Besonders Früchte wie Pfirsiche, Nektarinen und auch Fruchtsäfte enthalten jede Menge Fruchtzucker, was sich auf der Waage sehr schnell negativ bemerkbar macht.

    • Light Produkte machen schlank

    Light ist IN. Zum modernen Diät-Mythos gehört daher auch die Aussage, dass alles, was Light ist, auch schlank macht. Die vermeintlich perfekten Alternativen zur normalen Nahrung sind eine Mogelpackung, denn das fehlende Fett wird durch Dickmacher wie Zucker, künstliche Aromastoffe und Bindemittel ersetzt. Nur so bekommen Light-Produkte erst Geschmack, gesund sind sie deshalb aber nicht.

    • Ananas ist ein Fettkiller

    Ananas sind ohne Zweifel gesund, aber wer auf Ananas vertraut, um abzunehmen, der wird enttäuscht. Es gehört zu den Diät-Mythen, dass das in Ananas enthaltene Enzym Bromelain die Verbrennung des überschüssigen Körperfetts ankurbelt. Zahlreiche Studien konnten dafür bisher noch keinen Beweis finden. Ananas hat aber, ähnlich wie auch Spargel, eine harntreibende Wirkung.

    • Auf Fett verzichten

    Wer Fett isst, der wird auch fett, aber ganz ohne Fett geht es leider nicht. Fett hat zwar eine sehr hohe Energiedichte, aber im Vergleich zu Eiweiß ist Fett ein echtes Leichtgewicht. Fett erleichtert den Blutfluss und schützt so vor schädlichen Ablagerungen in den Blutgefäßen, es stärkt das Immunsystem und beugt effektiv Entzündungen vor. Es sollte aber gutes Fett sein, zum Beispiel Raps- oder Olivenöl oder fettreicher Fisch, wie Lachs, Makrele oder Hering.

    Diät-Mythen sollten für alle, die ernsthaft abnehmen wollen, kein Thema sein. Besser ist ein Plan für eine ausgewogene Ernährung.

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  • Was passiert bei einer Fruchtwasseruntersuchung?

    Was passiert bei einer Fruchtwasseruntersuchung?

    Jede Frau möchte, dass ihr Kind gesund zur Welt kommt. Um sicher zu stellen, dass es dem Kind auch wirklich gut geht, bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen der werdenden Mutter regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und drei Untersuchungen per Ultraschall. Normalerweise reichen diese umfangreichen Untersuchungen auch aus, aber wenn eine werdende Mutter älter als 35 Jahre oder jünger als 18 Jahre ist, dann empfehlen die Ärzte eine weitergehende Untersuchung, die sogenannte Amniozentese, eine Fruchtwasseruntersuchung.

    Das Verfahren

    Um genetisch bedingte Krankheiten oder Chromosomenabweichungen untersuchen zu können, ist die Fruchtwasseruntersuchung ein bewährtes Mittel. Bei einer Fruchtwasserpunktion wird vom Arzt eine sehr dünne hohle Nadel durch die Wand der Gebärmutter in die Fruchtblase eingeführt. Dort wird eine kleine Menge, ca. 15 bis 20 ml Fruchtwasser entnommen, das dann auf eventuelle Abnormitäten untersucht wird. Der komplette Eingriff wird immer per Ultraschall überwacht und ambulant durchgeführt. Da die Untersuchung keine Schmerzen verursacht, ist auch keine lokale Betäubung notwendig. Anschließend werden die Zellen, die sich im Fruchtwasser befinden, in einem Labor vermehrt und dann auf die Struktur und die Anzahl der Chromosomen untersucht. Zusätzlich kann auch eine Konzentration des speziellen Eiweißes Alpha-Fetoprotein untersucht werden. Diese Untersuchung dient auch der DNA-Analyse, wenn zum Beispiel die Vaterschaft festgestellt werden soll.

    Wann ist eine Fruchtwasseruntersuchung sinnvoll?

    Eine Fruchtwasserpunktion wird immer dann empfohlen, wenn sich im ersten Trimester der Schwangerschaft oder bei der Ultraschalluntersuchung Auffälligkeiten ergeben haben. Nur durch eine Fruchtwasseruntersuchung kann geklärt werden, ob es eine Abweichung in den Chromosomen gibt und ob das Kind an einem offenen Rücken leidet, der sogenannten Spina bifida. Wenn es in der Familie genetisch bedingte Krankheiten wie Erkrankungen der Muskeln oder des Stoffwechsels gibt, dann lässt sich durch eine DNA-Analyse klären, ob das Kind auch von dieser Krankheit betroffen ist. Sinnvoll ist eine Fruchtwasseruntersuchung auch dann, wenn die Mutter bereits ein behindertes Kind oder ein Kind mit einem neuralen Defekt zur Welt gebracht hat oder eine Fehlgeburt aufgrund eines Gendefektes hatte.

    Welche Gefahren birgt eine Fruchtwasseruntersuchung?

    Auch wenn eine Untersuchung des Fruchtwassers eine bewährte Methode ist, es gibt trotzdem einige Aspekte, über die sich die werdende Mutter im Klaren sein sollte. So kann es unter anderem zu leichten Blutungen kommen und das Risiko, eine Fehlgeburt zu erleiden, liegt nach der Untersuchung zwischen 0,5 und einem Prozent. Nach der Fruchtwasseruntersuchung sollte sich die Schwangere noch einige Tage schonen, denn auf diese Weise kann das Risiko gemindert werden. Als eine große Belastung empfinden viele Frauen hingegen die oftmals lange Wartezeit, bis die Befunde eintreffen. Zudem kommt die Gewissheit, dass es keine Möglichkeit der Therapie für das Kind gibt, wenn die Befunde positiv sein sollten. Auch unklare Befunde sind möglich, was es für die Eltern nicht eben einfach macht, denn sie müssen bis zur Geburt ihres Kindes warten oder eine weitere Fruchtwasserpunktion machen lassen, die dann hoffentlich Klarheit bringt.

    Wann sollte die Untersuchung stattfinden?

    Um aussagefähige Befunde zu bekommen, empfehlen Ärzte eine Untersuchung des Fruchtwassers zwischen der 14. und der 20. Schwangerschaftswoche durchführen zu lassen. In der Regel treffen dann nach zwei Wochen die Ergebnisse ein. In ganz besonderen Fällen kann auf Anraten des Arztes auch ein Schnelltest, der sogenannte FISH-Test gemacht werden, hier liegen die Ergebnisse schon nach zwei Tagen vor. Bei einem Schnelltest wird unter anderem die Zahl der Chromosomen 13, 18 und 21 ermittelt, es ist aber auch möglich, das Geschlecht des Kindes zu bestimmen. Einen Haken gibt es allerdings, denn der FISH-Test ist nicht zu 100 % sicher. Um Sicherheit zu bekommen, müssten die Zellen in Langzeit-Kulturen angelegt und immer wieder überprüft werden. Der Schnelltest wird von den gesetzlichen Krankenkassen nicht bezahlt, die Kosten für eine Fruchtwasseruntersuchung werden hingegen in voller Höhe von den Kassen übernommen.

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  • Noroviren – effektiv und gefährlich

    Noroviren – effektiv und gefährlich

    Jeden Winter füllen sich die Wartezimmer und die Notaufnahmen mit Menschen, denen es gar nicht gut geht. Sie leiden unter Durchfall und schwallartigem Erbrechen, sie fühlen sich krank und wissen nicht, um welche Krankheit es sich handelt. Ein Blick auf das Blutbild sorgt allerdings sehr schnell für Gewissheit – die Krankheit oder besser gesagt, die Ursache für die Erkrankung heißt Noroviren. Die Viren, die besonders in der kalten Jahreszeit sehr umtriebig sind, befallen jedes Jahr Tausende von Menschen und da das Virus hochansteckend ist, breitet es sich in rasanter Geschwindigkeit aus.

    Noroviren – die perfekten Krankheitserreger

    Das Norovirus bringt alles mit, was ein lästiger Krankheitserreger haben sollte: Es ist ansteckend, es ist sehr widerstandsfähig, es hält sich sehr lange und wenn es einen in der Familie erwischt, dann legt es sehr bald auch alle anderen Familienmitglieder flach. Noroviren sind überall zu finden, sie halten sich auf Spielzeug, auf Türklinken oder auf den Griffen von Einkaufswagen mehrere Tage lang. Selbst wenn sie einfroren werden, dann sind sie nach dem Auftauen wieder munter, und auch Hitze von bis zu 60° Grad Celsius macht dem Norovirus nichts aus. Selbst zwei Wochen nach dem Ausbruch der Krankheit werden die Viren noch über den Stuhlgang ausgeschieden und wenn 100 Virenpartikel im Umlauf sind, dann braucht es nur zehn davon, um krank zu werden. Normalerweise müssen es schon mehr als eine Million Partikel eines Virus sein, um überhaupt eine Krankheit auszulösen, dass Norovirus bildet eine einzigartige Ausnahme, was es besonders gefährlich macht.

    Überall im Einsatz

    Warum sich das Norovirus den Winter für seinen Auftritt ausgesucht hat, das gibt der Wissenschaft bis heute Rätsel auf. Das Virus ist zwar das ganze Jahr über da, aber zu bestimmten Zeiten steigt die Zahl der Infektionen deutlich an. Kleine Kinder unter fünf Jahren sind besonders häufig betroffen, denn die Kleinsten nehmen gerne alles in den Mund, und da ist gelegentlich auch mal ein Norovirus dabei. Ältere Menschen gehören zur zweiten bevorzugten Gruppe der Viren, denn ihr Immunsystem ist nicht mehr so stark und sie leben in Gemeinschaftsunterkünften wie Seniorenheimen oder auf Pflegestationen. Generell gilt, wo Menschen eng beieinander leben, haben die Noroviren leichtes Spiel. 2012 sorgte ein chinesischer Lebensmittelhersteller für einen massiven Ausbruch von Noroviren in Ostdeutschland, als er Erdbeeren mit dem resistenten Erreger verschickte und 11.000 Schulkinder krank wurden. Das Virus ließ sich anstandslos verpacken, verschiffen, dann lagern und der Caterer, der die Schule mit Essen versorgte, konnte nicht ahnen, was er da an viele Schulen geliefert hat.

    Eine hohe Dunkelziffer

    Jedes Jahr werden umfangreiche Untersuchungen zum Thema Norovirus gemacht und dabei zeigt sich, dass die Menschen in den neuen Bundesländern deutlich häufiger infiziert werden, als die Bürger in den alten Bundesländern. Der Grund für dieses Ost-Westgefälle liegt darin, dass im Westen mehr Laboruntersuchungen gemacht werden und die Dunkelziffer im Osten sehr viel höher ist. Kinder leiden öfter mal unter Erbrechen und Durchfall, aber nicht immer gehen die Eltern mit ihrem Nachwuchs auch zu einem Arzt, um die Ursache zu erfahren.

    Gibt es eine Impfung gegen Noroviren?

    Anders als bei den ebenfalls unangenehmen Rotaviren, gibt es gegen Noroviren keine Impfung. Es wird zwar nach einem passenden Impfstoff gesucht und die Entwicklung ist auch schon relativ weit gediehen, aber bis eine marktreife Impfung auf den Markt kommt, werden noch einige Jahre vergehen. Ähnlich wie beim Grippevirus, ändern auch die Noroviren von Zeit zu Zeit ihre Gestalt und das bedeutet, dass keine Immunität aufgebaut werden kann. Einen Trost gibt es jedoch, denn wer sich im Winter mit dem Norovirus infiziert, der ist für die Dauer von mehreren Jahren vor dem Virus oder ähnlichen Virustypen geschützt. Für das kommende Jahr ist bis jetzt keine ungewöhnliche Virenvariante bekannt.

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  • Eierstockkrebs – Diagnose, Behandlung, Prognose

    Eierstockkrebs – Diagnose, Behandlung, Prognose

    Nach dem Brustkrebs ist der Eierstockkrebs die am meisten gefürchtete Krebsart bei Frauen. Anders als beim Brustkrebs, der auch in einem frühen Stadium erkannt wird, ist der Krebs der Eierstöcke tückisch, denn es gibt lange Zeit keine sichtbaren und spürbaren Symptome. In 90 % aller Eierstockkrebsdiagnosen handelt es sich um ein sogenanntes Ovarialkarzinom, das über einen langen Zeitraum keine Symptome auslöst. Der Tumor wird deshalb oftmals zu spät erkannt, was den Eierstockkrebs zu einer der gefährlichsten Krebsarten macht. Wie erfolgreich eine Behandlung ist, hängt immer davon ab, wie zeitig der Krebs entdeckt wird.

    Eierstockkrebs – die Symptome

    Immer dann, wenn der Tumor schon weit fortgeschritten ist, zeigen sich die ersten Symptome. Die betroffenen Frauen bluten außerhalb der monatlichen Regel oder es treten Blutungen auch noch nach den Wechseljahren auf. Starke Blähungen und eine Gewichtsabnahme, für die es keine logische Erklärung gibt, kann ebenfalls ein Anzeichen für Eierstockkrebs sein. Frauen, die sich ohne einen ersichtlichen Grund über einen längeren Zeitraum erschöpft, schlecht und krank fühlen, sollten ihren Frauenarzt aufsuchen und sich untersuchen lassen. Vor allem für Frauen, die bereits in der Menopause sind und im Rahmen der Wechseljahre eine Hormonersatztherapie machen, sollten sich regelmäßig auf diesen speziellen Krebs untersuchen lassen, das Gleiche gilt für Frauen mit starkem Übergewicht. Auch wenn es eine genetische Veranlagung und bereits Fälle von Eierstockkrebs in der Familie gibt, dann ist die jährliche Vorsorgeuntersuchung Pflicht.

    Die Diagnose

    Vielfach wird ein Tumor an den Eierstöcken durch Zufall entdeckt, und wenn der Verdacht besteht, dann wird der Arzt eine gründliche, weitergehende Untersuchung machen. So reicht zum Beispiel eine vaginale Ultraschalluntersuchung nicht immer aus, um einen bösartigen Tumor zu erkennen, eine Kernspintomografie ist hier die bessere Wahl. Ein CT, also eine Computertomografie, hat sich bei der Diagnosefindung ebenfalls bewährt, denn sowohl mit dem CT als auch mit einem MRT kann erkannt werden, ob der Krebs bereits in die Beckenregion gestreut hat. Eine Untersuchung des Blutes gibt darüber Auskunft, ob sich im Blut sogenannte Tumormarker befinden. Gibt es einen Nachweis über das Protein CA 125, kann das ein sicheres Anzeichen für ein Ovarialkarzinom sein.

    Wie wird Eierstockkrebs behandelt?

    Die Therapie bei Eierstockkrebs richtet sich immer danach, wie weit der Krebs fortgeschritten ist. In den meisten Fällen ist aber eine Operation notwendig, bei der der Tumor und auch die Eierstöcke sowie die Gebärmutter entfernt werden. Ist der Krebs weit fortgeschritten, dann entfernt der Chirurg auch die Lymphknoten im gesamten Becken- und Bauchbereich. Handelt es sich um eine besonders aggressive Form von Eierstockkrebs, dann wird der Arzt auch befallenes Gewebe aus dem Bauchraum und eventuell auch Darmabschnitte entfernen. An die Operation schließt sich eine Chemotherapie und wenn notwendig auch eine Strahlentherapie an.

    Wie gut sind die Prognosen?

    Krebs an den Eierstöcken wird in vier verschiedene Stadien unterteilt:

    • Stadium I: An beiden Eierstöcken haben sich Tumore gebildet.
    • Stadium II: Der Krebs hat sich im Beckenraum ausgebreitet.
    • Stadium III: Die Krebszellen sind bereits außerhalb des Beckens in der Bauchhöhle und in den Lymphknoten zu finden.
    • Stadium IV: Die Krebszellen haben sich in anderen Regionen auch außerhalb der Bauchhöhle angesiedelt, es gibt sogenannte Fernmetastasen.

    Wird der Krebs in den ersten beiden Stadien erkannt und rechtzeitig behandelt, dann sind die Chancen auf Heilung sehr gut. Hat der Krebs aber bereits das dritte und vierte Stadium erreicht, dann sind die Prognosen leider nicht mehr so günstig. Wenn der Krebs der Eierstöcke so weit fortgeschritten ist, dass keine Chancen auf Heilung bestehen, dann ist eine palliative Therapie die beste Wahl, denn sie steigert die Lebensqualität. Diese Therapie kommt immer dann zur Anwendung, wenn der Tumor massiv in die Bauchregion gestreut hat und weder eine Operation oder eine Chemotherapie helfen können.

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