Schlagwort: Blutplättchen

  • Gesundes Herz – wie gut ist Tomatenextrakt?

    Gesundes Herz – wie gut ist Tomatenextrakt?

    Ein gesundes Herz ist das Fundament für jede Gesundheit. Hat nämlich die „Pumpe“ ein Problem, dann zieht es sich in der Regel über viele weitere Bereiche. Aus diesem Grund sucht man nach verschiedenen Wegen und Lösungen, um dem Herzen etwas Gutes zu tun. Es gibt auch tatsächlich einige Ansätze, einer davon betrifft den Tomatenextrakt. Nimmt man dieses zu sich, dann soll das Risiko für einen Herzinfarkt beziehungsweise Schlaganfall deutlich nach unten gehen. Aber was genau stimmt an dieser These und ist es wirklich so einfach? Um nicht zu viel zu verraten: Die Erwartungen sind höher als die Realität.

    Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind ein weit verbreitetes Problem

    Viele Todesfälle gehen auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurück. In Mitteleuropa ist die Erkrankung weit oben zu finden, in Österreich zum Beispiel hatten 2011 etwa 32.000 Menschen dieses Szenario erleben müssen (sie starben also an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung beziehungsweise an dessen Folgen). Dabei werden oft die weiteren Auswirkungen vergessen, so können zum Beispiel noch eine verminderte Lebensqualität und eine Pflegebedürftigkeit auf das Konto gehen.

    Die Risikofaktoren sind ebenfalls umfangreich, Rauchen, Bluthochdruck und erhöhte Blutzuckerwerte fallen beispielsweise in diese Kategorie. Positiv ist aber, dass auch die umgekehrte Reihenfolge zählt. Ernährt man sich also gesund und legt die Zigarette weg, dann sinkt das Risiko wieder.

    Wie sieht es nun mit dem Tomatenextrakt aus?

    Die Wahrheit sieht folgendermaßen aus: Werbung und Medien versprechen erstaunliche Effekte, doch die Erwartungen fallen ganz klar zu hoch aus. Es gibt zwar Studien zum Thema „Tomatenextrakte“, doch diese gehen in andere Richtungen. Die Analysen untersuchten zum Beispiel, wie sich der Tomatenextrakt auf den Bluthochdruck auswirkt, doch das Ergebnis hilft leider nicht weiter. Es gab zwar positive Effekte zu vermelden, aber die Studie enthielt so wenige Probanden, dass keine zuverlässigen Aussagen möglich waren. Das gleiche Resultat gilt für die Untersuchung auf die Klebrigkeit der Blutplättchen, auch hier fehlen handfeste Beweise. Interessant ist auch, dass man die Extrakte in kleinen Kügelchen (Micropellets) und in Kapseln in Drogerien und Apotheken anbietet.

    Für den Zusammenhang zwischen Tomatenextrakt und dem vermeintlich verminderten Risiko für einen Herzinfarkt/Schlaganfall gibt es gar keine Studien. Somit ist die These nur eine Vermutung, mit Sicherheit kann niemand sagen, ob die Effekte positiv sind oder ob es überhaupt einen Schutz gibt. Wer kein Risiko eingehen möchte, der kann natürlich Tomatenextrakt zu sich nehmen, doch man sollte es nicht übertreiben.

  • Warum Blut spenden so wichtig ist

    Warum Blut spenden so wichtig ist

    Blut wird nicht umsonst Lebenssaft genannt, denn Blut ist überlebenswichtig. Nach schweren Unfällen, aber auch bei verschiedenen Krankheiten, wie zum Beispiel bei chronischer Blutarmut, wird Blut benötigt, damit die Unfallopfer oder die Kranken überleben können. Möglich wird das nur durch Blutspenden, die Leben retten und so den Menschen, die krank sind, den Alltag leichter machen. Wer Blut spenden will, der hilft aber nicht nur im medizinischen Sinne, auch für die pharmazeutische Forschung und zu wissenschaftlichen Zwecken wird ständig Blut gebraucht.

    Wer darf Blut spenden?

    In Deutschland darf jeder Blut spenden, der mindestens 18 Jahre und höchstens 75 Jahre alt ist. Wenn schon mehrfach gespendet wurde, dann entfällt die Obergrenze, aber Spender ab dem 72. Lebensjahr müssen sich ärztlich untersuchen lassen, ob sie für eine erneute Spende infrage kommen. Zwischen zwei Blutspenden müssen laut Blutsicherheitsgesetz acht Wochen oder 56 Tage liegen, Frauen dürfen viermal, Männer bis zu sechsmal im Jahr spenden. Allerdings darf nicht jeder sein Blut spenden, Menschen die eine Tätowierung oder ein Piercing haben, können von der Spende ausgeschlossen werden. Das Gleiche gilt auch für Menschen mit häufig wechselnden Geschlechtspartnern, wenn sie Drogen nehmen oder unter einer Tropenkrankheit wie Malaria leiden. Bei diesen Spendern besteht die Gefahr, dass sie unter dem HIV Virus oder unter Hepatitis C leiden. Ausgeschlossen sind außerdem homosexuelle Männer, was von den Interessenverbänden nach wie vor als diskriminierend empfunden wird.

    Wem helfen Blutspenden?

    Das gespendet Blut kommt in eine Blutbank. Von dort aus geht es an die Krankenhäuser, die keine eigene Blutbank haben, und die zum Beispiel Blut für aufwendige Operationen brauchen. Vor allem werden Blutspenden jedoch in der Krebstherapie verwendet, es kommt Menschen zugute, die unter der Bluterkrankheit leiden oder die chronisch blutarm sind. In diesen Fällen ist eine Blutspende alle drei Tage notwendig. Gespendetes Blut wird auch von den Pharmaunternehmen für die Forschung gebraucht, und viele Unfallopfer können nur dann überleben, wenn sie rechtzeitig eine Bluttransfusion bekommen.

    Was passiert bei einer Blutspende?

    Jeder hat wahrscheinlich schon mal einen Aufruf zur Blutspende gelesen, aber nicht jeder traut sich auch, spenden zu gehen. Dabei ist Blut spenden einfach, es ist nicht gefährlich und die Schmerzen sind minimal. Beim jeweiligen Blutspendedienst wie beispielsweise dem Roten Kreuz, müssen alle potenziellen Spender zunächst ihre persönlichen Daten angeben und sich mit dem Personalausweis ausweisen. Dann wird ein medizinischer Fragebogen ausgefüllt, der Blutdruck, die Körpertemperatur und der Puls werden gemessen. Durch einen Einstich im Finger (bei Erstspendern am Ohrläppchen) wird anschließend der sogenannte Hämoglobinwert bestimmt, und die Blutgruppe wird mittels eines Schnelltests ermittelt. Die eigentliche Blutspende dauert dann in der Regel nur zehn Minuten, in denen ca. 500 Milliliter Blut entnommen werden. Nach der Blutspende können sich die Spender zehn Minuten ausruhen, sie bekommen einen kleinen Imbiss und viel zu trinken, damit der Kreislauf nicht schlapp macht. Nach etwa einer Woche wird dann der Blutspenderausweis per Post zugeschickt.

    Welche Arten von Blutspende gibt es?

    Wer zum Blut spenden geht, der gibt eine sogenannte Vollblutspende ab. Das heißt, aus dem gespendeten Blut können je nach Bedarf drei unterschiedliche Blutpräparate hergestellt werden, und zwar aus den roten Blutkörperchen, den Erythrozyten, den Blutplättchen oder Thrombozyten und dem Blutplasma. Neben der Vollblutspende gibt es noch die Apheresespende, bei der nur einzelne Bauteile wie das Blutplasma verwendet werden, das restliche Blut fließt dann wieder in den Körper zurück. Diese Form der Blutspende ist sehr wichtig, um zum Beispiel die stetige Nachfrage nach speziellen Blutprodukten abdecken zu können.

    Keiner, der Blut spenden will, muss Angst haben, blutarm zu werden, denn der Verlust des Blutes ist schon nach wenigen Tagen wieder komplett ausgeglichen. Nur die roten Blutkörperchen brauchen ca. zwei Monate, bis sie sich regeneriert haben.

    Bild: © Depositphotos.com / weerapat

  • Eine Stammzellenspende kann Leben retten

    Eine Stammzellenspende kann Leben retten

    Viele haben schon davon gehört, aber kaum jemand weiß, um was es sich dabei eigentlich handelt, erst die schwere Erkrankung eines Politikers hat die Stammzellenspende in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Der frühere Außenminister Guido Westerwelle erkrankte 2014 an Blutkrebs und er konnte die schwere Erkrankung nur überwinden, als er eine Knochenmarkspende bekam. Jetzt spricht der FDP-Politiker offen über seine Krankheit. Das motiviert immer mehr Menschen, ihr Knochenmark zu testen, um sich dann für eine Stammzellenspende zu registrieren. Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) berichtet von einem starken Anstieg an Menschen, die ihr Knochenmark spenden möchten.

    Was genau ist eine Stammzellenspende?

    Eine Knochenmarkspende ist im Grunde nichts anderes als eine Transplantation, bei der aber kein Organ, sondern Gewebe aus dem Knochenmark vom Spender zum Empfänger verpflanzt wird. Stammzellen sind ein ganz besonderes Gewebe im menschlichen Körper, die sich durch zwei Merkmale auszeichnen. Zum einen können sich diese Zellen erneuern, also regenerieren und zum anderen sind sie in der Lage, sich zu anderen Zellen zu entwickeln. Die Besonderheiten dieser Stammzellen sind bis heute noch nicht komplett erforscht, denn über die Stammzellenspende hinaus gibt es bislang nur experimentelle Studien über eine andere Verwendungsform der Zellen. Die bekannteste Form der Stammzellenspende ist die Spende mit hämatopoetischen Stammzellen. Diese Zellen sind in unterschiedlichen Knochen zu finden, wie zum Beispiel in den langen Röhrenknochen, dem Beckenknochen und auch im Brustbein.

    Wie wichtig sind Stammzellen?

    Für den Körper sind Stammzellen wichtig, weil sie drei Zelltypen bilden können, die für den Organismus von größter Bedeutung sind. Diese Zellen kommen im menschlichen Blut vor:

    • Die Blutplättchen, die Thrombozyten, die die Blutgerinnung steuern.
    • Die roten Blutkörperchen, die Erythrozyten, die den Sauerstoff durch den Körper transportieren.
    • Die Leukozyten, die Zellen, die für das Immunsystem zuständig sind.

    Diese drei Zelltypen werden im Knochenmark gebildet und dann in die Blutbahn geschwemmt. Menschen, die unter Leukämie, also unter Blutkrebs leiden, haben einen Mangel an diesen drei Zelltypen und sie müssen die Zellen von einem Spender bekommen, um überleben zu können.

    Was passiert bei einer Knochenmarkspende?

    Kommt es zu einer Stammzellenspende, dann werden dem Spender Stammzellen entweder aus dem Knochenmark im Rücken oder aus dem Brustbein entnommen. Das passiert durch eine Punktion, der Arzt saugt praktisch die Flüssigkeit mit den Stammzellen aus dem Knochenmark. Der Spender bekommt vor dem Eingriff eine lokale Anästhesie und hat keine Schmerzen. Anschließend erhält der Spender das konzentrierte Knochenmark mittels einer Infusion. Wenn alles wie geplant funktioniert, dann helfen die gespendeten Stammzellen dabei, das Immunsystem des Kranken wieder aufzubauen und neues, gesundes Blut zu produzieren. Die Stammzellenspende hat aber einen großen Nachteil, es ist nämlich sehr schwer, einen geeigneten Spender zu finden. Wer Stammzellen aus seinem Knochenmark spenden will, der muss sich typisieren lassen, denn Spender und Empfänger müssen möglichst identische HLA-Merkmale (Human Leukocyte Antigen) haben. Wenn das nicht der Fall ist, dann kann es passieren, dass der Organismus des Empfängers die ihm fremden Zellen wieder abstößt. Die besten Chancen bestehen, wenn Spender und Empfänger enge Blutsverwandte sind, wie das bei Guido Westerwelle der Fall war, denn er bekam die Stammzellen seines Bruders. Für den Spender besteht bei einer Stammzellenspende keinerlei Gefahr, er kann nach der Spende ganz normal und ohne Einschränkungen leben.

    Der Verlauf einer Stammzellenspende

    Bevor der Empfänger die Stammzellen bekommen kann, müssen die Krebszellen mittels einer aggressiven Chemotherapie zerstört werden, was zwischen zwei und zehn Tagen dauern kann. Zwei Tage später werden dem Empfänger dann die neuen Stammzellen transplantiert, was nicht länger als zwei Stunden dauert. Dann dauert es noch einmal zehn Tage, bis sich aus der Stammzellenspende neue Blutzellen bilden. Dieser Zeit muss der Patient auf jeden Fall vor Infektionen geschützt werden, denn die könnten für ihn lebensgefährlich werden.

    Bild: © Depositphotos.com / trans961

  • Ein neues Pflaster kann Blutung sofort stoppen

    Ein neues Pflaster kann Blutung sofort stoppen

    Wer sich verletzt, der klebt ein Pflaster auf die Wunde und wartet, bis alles wieder verheilt ist. Das funktioniert aber leider nur bei kleinen Wunden, ist die Wunde größer, dann kann vor allem der Blutfluss für Probleme sorgen, denn wenn sich die Blutung nicht stoppen lässt, dann hilft auch kein Pflaster mehr. Jetzt hat ein junger Mann aus den USA ein neues Pflaster erfunden, das die Blutung innerhalb von wenigen Sekunden zum Stillstand bringen kann, und dieses neue Pflaster könnte eine kleine Revolution in der Medizin darstellen.

    Ein kleines biologisches Wunder das neue Pflaster

    Was macht das neue Pflaster so besonders und was kann dieses Pflaster, was herkömmliche Pflaster nicht können? Immer wieder müssen Ärzte und Notfallhelfer bei schweren Blutungen kapitulieren und verlieren ihre Patienten innerhalb von wenigen Minuten, schon der Verlust von einem Liter Blut kann gefährlich werden. Das neue Pflaster hat Eigenschaften, die es möglich machen, eine Blutung so schnell zu stillen, dass es erst gar nicht zu einem größeren Blutverlust kommt. „Vetigel“, so heißt das neue Pflaster und es basiert auf den Substanzen, die in der Meeresalge vorkommen. Das neue Pflaster kann das, was die natürliche Wundheilung auch kann, und wenn es auf die Wunde gesprüht wird, dann bildet sich vom Rand der Wunde aus ein dichtes Netz aus Gel, das die Blutung augenblicklich stoppt.

    Ein Gerüst aus Fasern

    Erfunden wurde das neue Pflaster von einem jungen Mann aus New York, der gerade einmal 17 Jahre alt ist. Er fand heraus, dass die Substanzen der Meeresalge dem natürlichen zellulären Gewebe ähneln, und dass sie ein Netz über die Wunde spannen können. Das stoppt zum einen die Blutung und zum anderen verschließt die Wunde dann auch auf Dauer. Der klare Vorteil von „Vetigel“ ist die Geschwindigkeit, denn das neue Pflaster ist um einiges schneller, als die bisher bekannten Blutstiller. Schon im Jahre 2000 gelang es den Forschern der Universität von Cleveland, Blutplättchen aus Kunststoff herzustellen, die die Fähigkeit hatten, eine Blutung zu stillen. Zwar sind Chirurgen heute in der Lage, mithilfe von Strom eine Blutung zu stillen, aber gegenüber dem neuartigen Wunderpflaster sind diese Möglichkeiten sehr langsam.

    Schnelle Hilfe überall

    Das Blut mit Strom oder mit künstlichen Blutplättchen zu stillen, funktioniert in der Praxis wunderbar, aber leider können diese beiden Methoden nicht weiter helfen, wenn es zum Beispiel zu einem Unfall auf der Straße gekommen ist. Genau dort sieht der junge Erfinder das Haupteinsatzgebiet seines neuen Pflasters, denn wenn es nicht mehr ausreicht, eine Blutung durch einen Druckverband zu unterbinden, dann muss das neue Pflaster nur aufgesprüht werden und in nur wenigen Sekunden kommt der Blutfluss zum Stillstand und die Wunde schließt sich. Was das neue Pflaster ebenfalls auszeichnet, ist, dass die Wunde nicht mehr aufwendig gekühlt werden muss. Beim Einsatz in Kriegs- oder Krisenregionen kann das Pflaster des jungen Amerikaners effektiv dabei helfen, Menschenleben zu retten.

    Wann es das neue Pflaster auch in Deutschland zu kaufen gibt, das steht leider noch nicht fest, denn in den USA ist es zunächst einmal nur in der Tiermedizin im Einsatz.

    Bild: © Depositphotos.com / chepko

  • Die Milz – eine Putzfrau fürs Blut

    Die Milz – eine Putzfrau fürs Blut

    Da die Milz nur sehr selten Probleme bereitet, wissen die meisten Menschen sehr wenig über dieses Organ. Kaum jemand kann, ohne zu zögern, die Lage der Milz im Körper bestimmen und da sie eher klein ist, fällt sie sogar auf Röntgenaufnahmen auf den ersten Blick gar nicht auf. Die Milz liegt im linken oberen Bauchbereich direkt unter den Rippen, und auch wenn sie ein wenig unscheinbar ist, so erfüllt sie doch eine sehr wichtige Aufgabe: Die Milz ist mitverantwortlich für den reibungslosen Ablauf des Stoffwechsels. Wenn die Milz aber verletzt wird oder eventuell sogar entfernt werden muss, dann kommt es auf jede Minute an.

    Die Milz ist die Putzfrau des Körpers

    Vom Aussehen her ähnelt die Milz einem länglichen Brötchen, und sie ist sowohl an den Blutkreislauf als auch an das Lymphsystem angeschlossen. Auch wenn die moderne Medizin sehr gut informiert ist, über die genauen Funktionen der Milz ist immer noch nicht alles bekannt. Es steht fest, dass die Milz in der Lage ist, alte und nicht mehr funktionsfähige Blutzellen zu erkennen, sie aus dem System herauszufiltern und dann abzubauen. Aber sie kann auch kleine Blutgerinnsel erkennen, sie aus dem Blut herausnehmen und ebenfalls abbauen. Was vielleicht aber noch wichtiger ist, die Milz speichert Thrombozyten, die Blutplättchen, und gibt sie dann, wenn sie zum Beispiel bei einer starken Blutung wieder gebraucht werden, an den Blutkreislauf ab. Im Grunde fungiert die Milz wie eine Art Putzfrau, die alles ordentlich aufräumt und im Ernstfall zur Stelle ist.

    Wichtig für das Immunsystem

    Auch wenn es um das Immunsystem geht, spielt die Milz eine wichtige Rolle, denn sie produziert die sogenannten Makrophagen, das sind die weißen Blutkörperchen, die dafür zuständig sind, alle körperfremden Stoffe wie Viren und Bakterien abzuwehren. Bei kleinen Kindern ist die Milz dabei behilflich, rote Blutkörperchen zu bilden. Wird das kleine Organ verletzt, dann kann es zu lebensgefährlichen inneren Blutungen kommen, und um das zu verhindern, wird die Milz dann in den meisten Fällen operativ entfernt. Der Mensch kann ohne die Milz leben, aber das Immunsystem ist dann auf Dauer beeinträchtigt.

    Wenn die Milz verletzt wird

    Wie alle anderen Organe im menschlichen Körper, so kann natürlich auch die Milz krank werden. Das kleine Organ macht sich durch Schmerzen unter dem linken Rippenbogen bemerkbar, was zum Beispiel immer dann der Fall ist, wenn die Milz anschwillt. Die Ursache für diese Schwellung kann eine virale oder eine bakterielle Infektion sein, die die Milz angreift. Wenn die Schmerzen vom linken oberen Bauchbereich bis in die Schulter ausstrahlen oder auch dann, wenn die linke Seite des Halses schmerzt, dann besteht die Gefahr, dass es sich um eine sogenannte Milzruptur handelt. Diese Verletzung kann unter anderem durch einen Unfall, aber auch durch harte Schläge verursacht werden.

    Hinweise auf schwere Krankheiten

    Immer dann, wenn die Milz sehr stark anschwillt, dann sprechen die Mediziner von einer Splenomegalie, und diese tastbare Schwellung kann ein Hinweis für schwere Krankheiten sein. Möglich ist ein Befall von Parasiten, wie das bei der Tuberkulose oder auch bei Malaria der Fall ist, aber auch ein Drüsenfieber kann die Ursache für das Anschwellen der Milz sein. Eine Veränderung der weißen Blutkörperchen, wie sie bei Leukämie beobachtet wird, kann die Milz vergrößern und auch die Fettspeicherkrankheit Morbus Gaucher kann durch eine angeschwollene Milz diagnostiziert werden. Besonders bei Morbus Gaucher, einer Krankheit, bei der defekte Enzyme das Fett im Körper nicht mehr abbauen können und es stattdessen in den Organen lagern, kann die Milz bis zum 20-fachen ihrer Originalgröße anschwellen. Ist die Leber beschädigt, dann kann sich das auch auf die Milz auswirken. Wenn es beispielsweise zu einer Leberzirrhose kommt, dann schwillt die Milz bedenklich an.

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  • Leukämie – Ursachen, Symptome, Behandlung

    Leukämie – Ursachen, Symptome, Behandlung

    Leukämie, umgangssprachlich auch Blutkrebs genannt, gehört zu den eher selten auftretenden Krebserkrankungen, das macht Leukämie aber nicht weniger gefährlich. Streng genommen handelt es sich bei Leukämie nicht nur um eine einzige Krankheit, sondern um verschiedene Krankheitsbilder, die eines gemeinsam haben, sie betreffen immer die blutbildenden Systeme im Körper. Welche Ursachen hat die Leukämie, welche Symptome treten auf und wie wird Leukämie behandelt?

    Die Ursachen für Leukämie

    Wird eine Leukämie diagnostiziert, dann findet im Körper ein Prozess statt, bei dem sich die weißen, noch unreifen Blutkörperchen, die sogenannten Leukozyten, unkontrolliert vermehren und die roten Blutkörperchen, die unter anderem den Sauerstoff durch den Körper transportieren, sowie die blutbildenden Stammzellen immer weiter verdrängen. Die Wissenschaft hat bis heute keine Erklärung dafür, warum die weißen Blutkörperchen außer Kontrolle geraten und so eine Leukämie auslösen. Chemikalien können eine auslösende Ursache sein, aber auch energiereiche Strahlung, wie sie zum Beispiel in der Nähe von Atomkraftwerken auftritt, steht im Verdacht, Leukämie auszulösen. Umstritten ist, ob auch das Rauchen einer der Verursacher sein kann.

    Die Symptome

    Müdigkeit, ein Gefühl der Abgespanntheit und auch verminderte Leistungsfähigkeit gehören zu den häufigsten Symptomen einer Leukämie. Es gibt aber auch unspezifische Symptome wie starker Nachtschweiß, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust, die auf eine Leukämie hindeuten. Kommt es zu einem Mangel an roten Blutkörperchen, dann wird weniger Sauerstoff in die Organe transportiert und das hat Symptome wie Atemnot, Blässe und Schwindel zur Folge. Da auch das Immunsystem angegriffen wird, sind die Betroffenen anfälliger für Infekte aller Art und der Mangel an Blutplättchen macht sich durch Entzündungen des Zahnfleisches, blaue Flecken und durch häufiges Nasenbluten bemerkbar. Setzen sich die Leukozyten in den Organen fest, dann schwellen die Lymphdrüsen an, die Milz und die Leber sind vergrößert, was zu Schmerzen im Bauchbereich führt.

    Die Behandlung bei Leukämie

    Um die Diagnose Leukämie stellen zu können, muss der Arzt zunächst ein großes Blutbild machen. Sind die Symptome und das Blutbild nicht eindeutig, dann wird bei lokaler Betäubung eine Probe des Knochenmarks entnommen und untersucht, in der Regel aus dem Beckenknochen. Steht die Diagnose dann fest, werden die meisten Leukämie Formen mit einer zyklischen Chemotherapie behandelt. Die sehr aggressiven Medikamente, sogenannte Zytostatika, greifen die Zellen an, die sich sehr häufig teilen, wie das bei Leukämiezellen der Fall ist. Aber leider werden nicht nur die kranken, sondern auch die gesunden Zellen angegriffen und das führt zu den typischen Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen und Haarausfall. Auch wenn die Therapie viele Nachteile hat, sie ist nach wie vor das beste Mittel, um die Leukämie in den Griff zu bekommen.

    Auch die Stammzellentherapie ist eine Möglichkeit, um die Leukämie erfolgreich zu behandeln. Bei dieser Therapie werden dem Patienten gesunde Stammzellen übertragen, die entweder aus Knochenmark oder durch fremdes gewonnen werden Blut. Um Stammzellen übertragen zu können, muss zuvor das Immunsystem des Leukämiekranken komplett zerstört werden, was mit einer äußerst aggressiven Chemotherapie erreicht wird. Findet sich ein geeigneter Spender, dann bekommt der Kranke dessen Stammzellen in Form einer Bluttransfusion. War die Transfusion erfolgreich, dann beginnen die neuen gesunden Zellen, frische rote Blutkörperchen zu produzieren, ein Prozess, der ca. drei Wochen dauert.

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