Schlagwort: Blutuntersuchung

  • Zeckenbiss – Wie gefährlich ist der Bourbon-Erreger?

    Zeckenbiss – Wie gefährlich ist der Bourbon-Erreger?

    Sommerzeit ist Zeckenzeit und wer von einer Zecke befallen wird, der macht sich natürlich auch Gedanken darüber, ob die Zecke nicht vielleicht eine gefährliche Krankheit übertragen hat. Borreliose und auch Gehirnhautentzündung heißen die Gefahren, die ein Zeckenbiss mit sich bringt. In den USA wurde jetzt ein weiterer Erreger gefunden, der für Aufsehen sorgt und den Zeckenbiss noch gefährlicher macht. Der sogenannten Bourbon-Erreger hat einem Mann im US-Bundesstaat Kansas das Leben gekostet und erst die US-Seuchenbehörde ist diesem Erreger nach langen Untersuchungen auf die Spur gekommen.

    Gefahren bei der Gartenarbeit

    Der 50 Jahre alte Mann aus Kansas arbeitete wie so oft in seinem Garten und fing sich gleich mehrere Zecken ein. Er entdeckte einen der kleinen Parasiten aber erst, als dieser an seiner Schulter deutlich sichtbar Blut gesaugt hatte. Einige Tage später fühlte sich der Mann krank, er bekam Kopf- und Gliederschmerzen, Durchfall und auch Fieber. Als sich Schüttelfrost dazu gesellte, suchte er einen Arzt auf. Dieser verschrieb die bei Zeckenbissen häufig verwendeten Antibiotika, denn er vermutete, dass es sich um eine der typischen Infektionen handelt, die durch den Biss einer Zecke entstehen.

    Doch das Antibiotikum braucht keine Linderung, im Gegenteil, der Patient war am vierten Tag der Behandlung nicht mehr ansprechbar und musste in ein Krankenhaus gebracht werden. Dort stellten die Ärzte einen seltsamen Ausschlag im Bereich des Rumpfes fest und bei einer Blutuntersuchung wurde festgestellt, dass sich die Zahl der weißen Blutkörperchen und der Blutplättchen drastisch verringert hatte.

    Keine Besserung

    Die Ärzte waren ratlos und setzten die Therapie mit Antibiotika fort, allerdings ohne dass sich der Zustand des Patienten verbesserte. Das Fieber stieg, er fühlte sich nach wie vor krank und verlor seinen Appetit. Alle Tests, die normalerweise auf eine durch Zeckenbisse ausgelöste Infektionskrankheit hinweisen, waren negativ. Der Patient litt weder unter dem Rocky-Mountain-Fleckfieber oder unter Lyme-Borreliose und auch auf Ehrlichiose gab es keine Hinweise. Q-Fieber kam nicht infrage und auch Brucellose und Tularämie wurden mit negativem Ergebnis getestet.

    Am achten Tag der Erkrankung stieg das Fieber auf beinahe 40° Grad an und der Patient musste in eine Spezialklinik verlegt werden. Der Ausschlag hatte sich mittlerweile ausgebreitet und war neben dem Rumpf auch am Bauch, auf dem Rücken und auf der Brust sichtbar. An den Armen und Beinen sowie im Rachenraum stellten die Ärzte sogenannte Petechien fest, kleine rote Punkte, die auf eine Blutung in den kleinen Gefäßen hindeuten. Der Patient hatte Schwierigkeiten zu atmen und in beiden Lungenflügeln waren Rasselgeräusche zu hören.

    Keine Hilfe

    Einen Tag später wurden die Atembeschwerden so dramatisch, dass der Patient künstlich beatmet werden musste und in der Lunge hatte sich Flüssigkeit gesammelt. In der Folge versagten schließlich das Herz und die Nieren. Nach mehreren vergeblichen Reanimationen verstarb der Mann aus Kansas, elf Tage nachdem die ersten Symptome aufgetreten waren.

    Die Ärzte der Klinik wollten nun wissen, was für den rasanten und tödlichen Verlauf der Krankheit zuständig war und schickten eine Blutprobe an die US-Seuchenbehörde CDC. Die Wissenschaftler dort befassen sich schon lange mit den von Zecken übertragenen Krankheitserregern und ihr erster Verdacht, dass es sich vielleicht um den Heartland-Virus handeln könnte, wurde nicht bestätigt. Stattdessen fanden sie etwas ganz anders, nämlich ein Virus-Erbgut, das zu keinem der bisher bekannten Erreger passte.

    Um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, züchteten die Wissenschaftler im Labor Viren und glichen sie dann mit dem Erbgut von anderen Viren ab. So kamen sie auch zur Gruppe der sogenannten Thogotoviren, sie wurden fündig und benannten den neuen Virus nach dem County in Kansas, wo er zum ersten Mal aufgetreten war – Bourbon-Virus. Mit diesem Virus gibt es jetzt eine neue Gefahr, die durch den Biss einer winzigen Zecke entsteht.

    Bild: © Depositphotos.com / Erik_Karits

  • Wie gefährlich ist Eisenmangel?

    Wie gefährlich ist Eisenmangel?

    Immer müde, schlecht konzentriert und ohne Appetit? Alle, die diese Symptome haben, sollten durch eine Blutuntersuchung feststellen lassen, ob sie vielleicht unter Eisenmangel leiden. Der Mangel an Eisen hat vielfältige Symptome und gehört zu den am häufigsten auftretenden Mangelerscheinungen weltweit, denn von Eisenmangel sind rund zwei Milliarden Menschen überall auf der Welt betroffen. Wer unter Eisenmangel leidet, der sollte damit nicht allzu unbesorgt umgehen, denn wenn eine unzureichende Versorgung mit Eisen nicht behandelt wird, dann kann das unter Umständen schwerwiegende Folgen für die Gesundheit haben.

    Der Körper braucht Eisen

    Damit der Stoffwechsel in Schwung bleibt, braucht der Körper Eisen, denn das Eisen ist dafür zuständig, den Sauerstoff aus den Lungen in die einzelnen Zellen zu transportieren. Auch wenn es darum geht, dass mit der Bildung des roten Farbstoffs Hämoglobin alles klappt, dann ist Eisen unerlässlich. Ohne Eisen können die sogenannten Erythrozyten, also die roten Blutkörperchen den Sauerstoff nicht dorthin bringen, wo er gebraucht wird. Der Körper braucht ständig Eisen, und weil jeden Tag Nachschub gebraucht wird, muss die tägliche Ernährung ausreichend Eisen enthalten.

    Wie viel Eisen braucht der Körper?

    Wie viel Eisen der Körper braucht, das ist von vielen unterschiedlichen Faktoren abhängig. Das Alter spielt zum Beispiel eine wichtige Rolle, denn ältere Menschen brauchen ebenso wie Kinder deutlich mehr Eisen, um gesund zu bleiben. Aber auch Leistungssportler benötigen eine Menge Eisen, da sie durch ihren Sport stark schwitzen und dabei wertvolle Mineralstoffe verlieren. Frauen, die im gebärfähigen Alter sind, brauchen ebenfalls mehr Eisen, da sie durch die monatliche Periode Eisen verlieren, das durch die Nahrung wieder aufgefüllt werden muss. Männer haben einen geringeren Eisenbedarf und leiden daher auch weniger unter Eisenmangel als das bei Frauen der Fall ist. Durchschnittlich braucht ein erwachsener Mensch rund 1,5 Milligramm Eisen, um gesund zu bleiben.

    Welche Ursachen kann Eisenmangel haben?

    Es gibt viele Gründe, warum es zu einem Mangel an Eisen kommt. Hoher Blutverlust ist ein Grund, aber auch Geschwüre und chronische Entzündungen sind dafür verantwortlich, dass der Körper nicht genug Eisen bekommt. Viele Menschen, die unter Hämorrhoiden leiden, haben nicht selten einen Eisenmangel und auch bei Magengeschwüren oder bei Geschwüren des Darmtrakts kommt es häufig zu Eisenmangel. Der Mangel an Eisen kann aber auch erblich bedingt sein und wenn Kinder zu Jugendlichen werden, dann kommt es zu einem Eisenmangel in der Pubertät. Das Gleiche gilt auch für schwangere Frauen, denn auch ihr Organismus muss sich umstellen und das führt dann zu einem Mangel an Eisen.

    Welche Symptome bei Eisenmangel?

    Herrscht im Körper Eisenmangel, dann wird der Körper nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Diese Mangelerscheinung macht sich unter anderem durch eine beständige Müdigkeit bemerkbar, aber auch eine blasse oftmals auch sehr trockene Haut und starke Kopfschmerzen können ein Zeichen für Eisenmangel sein. Wer oft ohne Antrieb ist, wem öfter schwindelig wird und wer beim Treppensteigen schnell aus der Puste kommt, der sollte sein Blut untersuchen lassen und sich dann nicht wundern, wenn der Arzt Eisenmangel feststellt. Rein äußerlich ist der Mangel an Eisen durch rissige Fingernägel und durch häufig eingerissene Mundwinkel zu erkennen. Bei einigen Menschen kommt es aber auch zu Muskelzuckungen und Muskelkrämpfen.

    Was hilft bei Eisenmangel?

    Zu Eisenmangel kommt es nur, weil der Körper nicht in der Lage ist, selbst Eisen zu produzieren. Den Eisenmangel zu beheben, ist nicht allzu schwer, denn der Eisenvorrat kann einfach durch die Nahrung wieder aufgefüllt werden. Allerdings ist dabei zu beachten, dass der Körper nur ein Zehntel des zugeführten Eisens verarbeiten kann, außer das Eisen wird zusammen mit Vitamin C dem Körper zugeführt, denn das Vitamin unterstützt das Eisen. Wer unter einem Mangel an Eisen leidet, der sollte daher immer auf seine Ernährung achten.

    Bild: © Depositphotos.com / straga

  • Woran kann man eine Schilddrüsenunterfunktion erkennen?

    Woran kann man eine Schilddrüsenunterfunktion erkennen?

    Eine Überfunktion der Schilddrüse lässt sich schnell und einfach erkennen, aber wie sieht es bei einer Unterfunktion aus? Hier ist es leider nicht mehr so einfach und auch nicht ganz so leicht, denn die Hypothyreose, wie die Schilddrüsenunterfunktion medizinisch korrekt genannt wird, nimmt einen schleichenden Verlauf und lässt sich nur durch ganz bestimmte Symptome erkennen und das auch nur dann, wenn die Funktionsstörung bereits sehr weit fortgeschritten ist. Eine Unterfunktion der Schilddrüse beginnt schleichend und macht sich zunächst nur durch geringe Beschwerden bemerkbar und das macht es so gefährlich.

    Welche Symptome treten bei einer Schilddrüsenunterfunktion auf?

    Viele Menschen fühlen sich heute zunehmend müde und ausgelaugt, aber sie denken dabei an den alltäglichen Stress, an die Überforderungen und die Hektik der heutigen Zeit. Müdigkeit ist ein Symptom, das mit der Schilddrüse etwas nicht stimmt, aber auch Antriebslosigkeit und sogar depressive Verstimmungen können auf eine Unterfunktion der Schilddrüse hindeuten. Zu den markanten Merkmalen gehört eine hohe Empfindlichkeit gegen Kälte, verlangsame Reflexe, eine zunehmende Schwäche der Muskeln und eine heisere Stimme.

    Betroffene klagen häufig auch darüber, dass sie aufgeschwemmt aussehen, ein als Myxödem bekanntes Symptom der Schilddrüsenunterfunktion, was durch teigartige Schwellungen im Unterhautgewebe entsteht. Am Hals, aber auch im Gesicht und an den Armen und Beinen machen sich diese Ödeme besonders stark bemerkbar und sie können dafür sorgen, dass es zu einer allgemeinen Schwäche, einer zu niedrigen Körpertemperatur und zu einer oberflächlichen Atmung kommt.

    Schwer zu erkennen

    Auch wenn die Symptome auf den ersten Blick sehr eindeutig sind, sie treten nicht zusammen auf, sondern erst nach und nach und das macht es so schwer, eine Schilddrüsenunterfunktion zu erkennen. Aufschluss kann nur eine Blutuntersuchung bringen, aber bis es so weit kommt, kann die Krankheit schon weit fortgeschritten sein. Vor allem bei älteren Menschen fällt es sehr schwer, eine Unterfunktion der Schilddrüse genau zu diagnostizieren, denn die Symptome werden gerne dem natürlichen Alterungsprozess zugeordnet, denn Gedächtnislücken und auch depressive Verstimmungen sind bei alten Menschen keine Seltenheit.

    Um festzustellen, ob es sich um eine Unterfunktion der Schilddrüse handelt, muss der sogenannte TSH-Wert im Blut nachgewiesen werden, kann dieser Wert einwandfrei bewiesen werden, dann kann auch die entsprechende Therapie beginnen.

    Wie wird eine Schilddrüsenunterfunktion behandelt?

    Wenn die Schilddrüse nicht mehr ausreichend Hormone produziert, dann spricht man von einer Unterfunktion. Eine Therapie gegen diese Funktionsstörung sieht daher vor, den hormonellen Haushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Das passiert in der Regel mit Tabletten, die ein künstlich hergestelltes Hormon enthalten, das sogenannte Thyroxin. T4, wie das Thyroxin auch genannt wird, sorgt dafür, dass der Zellstoffwechsel wieder in Gang kommt und der Hormonmangel ausgeglichen wird. Zudem kann das künstliche Hormon auch die Beschwerden der Unterfunktion erträglicher machen.

    Wird eine Unterfunktion der Schilddrüse festgestellt, dann muss der Betroffene sein Leben lang mit dieser Krankheit leben und therapiert werden. Nur wenn die entsprechenden Medikamente ohne Unterbrechung und dauerhaft eingenommen werden, dann machen sich die Symptome nicht mehr allzu stark bemerkbar. Bei vielen Patienten ist ein normales Leben möglich und sie haben auch keine Beschwerden mehr. In welcher Dosierung die Medikamente eingenommen werden müssen, das stellt der behandelnde Arzt nach einer eingehenden Untersuchung fest. In der Regel wird aber mit einer eher geringen Dosierung angefangen, die dann im Laufe der Therapie gesteigert wird.

    Zu Beginn einer Therapie müssen jeden Monat Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden. Wenn sich die Blutwerte und auch die hormonellen Werte eingependelt und normalisiert haben, dann finden Untersuchungen nur noch alle drei Monate statt. Schließlich wird nur noch halbjährlich kontrolliert und wenn weiterhin alles nach Wunsch verläuft, dann gibt es nur noch einmal im Jahr eine ausführliche und gründliche Untersuchung.

    Man kann mit einer Schilddrüsenunterfunktion leben, aber sie muss behandelt werden, damit sie nicht gefährlich wird.

    Bild: © Depositphotos.com / Bork

  • Gicht – eine unterschätzte Krankheit

    Gicht – eine unterschätzte Krankheit

    Der Alte Fritz, also König Friedrich II. von Preußen litt unter Gicht, und die Krankheit bereitete dem König in seinen letzten Jahren große Qualen. Friedrich II. war ein typischer Gichtpatient, denn er aß gerne und viel, er war dem Rotwein nicht abgeneigt und da auch sein Vater schon unter Gicht litt, war es keine große Überraschung, dass auch der Schöngeist unter den preußischen Königen an Gicht erkrankte. Hätte der König die moderne Medizin von heute gehabt, dann wäre ihm viel erspart geblieben, denn Gicht gehört zu den Krankheiten, die gut behandelt werden können.

    Was genau ist eigentlich Gicht?

    Gicht ist eine vererbbare Stoffwechselkrankheit, bei der die Konzentration der Harnsäure im Blut erhöht ist. In der Folge bilden sich Harnsäurekristalle, die sich dann vorwiegend in den Gelenken, in den Sehnen, den Schleimbeuteln und auch im Knorpel der Ohrmuscheln absetzen. Es entstehen Gelenkentzündungen und letztendlich auch Schäden am Gelenk, die sehr schmerzhaft sind. Gefährlich wird die Gicht aber immer dann, wenn sich die Kristalle aus der Harnsäure in den Nieren festsetzen. Wird die Gicht in diesem Stadium nicht behandelt, dann entstehen Nierensteine und im schlimmsten Fall auch irreparable Nierenschäden.

    Gicht ist sehr schmerzhaft und die Schmerzen treten vor allem zu Beginn der Krankheit in Attacken auf. Bei den meisten Betroffenen ist es der große Zeh, der Qualen bereitet, denn das Gelenk in diesem Zeh ist am häufigsten von Gicht betroffen. 80 % aller Gichtpatienten sind Männer und die Krankheit tritt in der Regel zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr auf. Frauen sind von der Gicht erst nach den Wechseljahren betroffen, denn bis dahin bieten die weiblichen Geschlechtshormone einen effektiven Schutz gegen die Stoffwechselkrankheit.

    Welche Ursachen hat die Gicht?

    Bei den meisten Gichtkranken besteht eine angeborene Neigung und in vielen Fällen gab es bereits Gichterkrankungen in der Familie. Gicht wird nicht umsonst als die Wohlstandskrankheit bezeichnet, denn zu üppiges und fettes Essen, übermäßiger Alkoholgenuss und zu wenig Bewegung können die Ursachen für die Gicht sein. Stoffwechselschwankungen wie sie zum Beispiel bei strengen Diäten vorkommen, sind ebenfalls ein Auslöser der Gicht und das erklärt auch einen sprunghaften Anstieg an Erkrankungen zur Zeit des sogenannten Wirtschaftswunders. Die Menschen hatten während und unmittelbar nach dem Krieg gehungert, als aber die Währungsreform kam und man wieder Lebensmittel im Überfluss kaufen konnte, wurde übermäßig gegessen und das sorgte für viele Gichtpatienten.

    Die Symptome der Gicht

    Gicht tritt ohne große Vorwarnung meist in den Gelenken auf. Der Betroffene bekommt wie aus heiterem Himmel heftige Gelenkschmerzen, eine akute Gelenkarthritis. Das betroffene Gelenk, entweder am großen Zeh, am Mittelfuß, am Daumen oder auch am Knie ist sehr empfindlich und jede Berührung oder Bewegung schmerzt. Zudem sind die Gelenke teigig angeschwollen, sie fühlen sich heiß an und können sich bläulich oder rot verfärben. In der Regel tritt eine solche Gichtattacke in der Nacht oder aber in den frühen Morgenstunden auf und ein Anfall wird nicht selten auch von Fieber begleitet. Eine Gichtattacke kann mehrere Stunden, aber oft auch Tage anhalten, wenn nicht sofort ein Arzt aufgesucht wird.

    Dem Arzt fällt die Diagnose Gicht leicht, denn die Symptome sind unverkennbar. Es wird eine Blutuntersuchung angeordnet, die dann Sicherheit bringt, ob ein Gichtanfall vorliegt. Um die Gicht zu behandeln, verschreiben die meisten Ärzte ein antirheumatisches Mittel wie Colchicin oder geben dem Patienten eine Kortisonspritze in das betroffene Gelenk. Das Gelenk muss anschließend hoch gelagert werden, kühlende Umschläge sorgen dafür, dass die Hitze aus dem Gelenk verschwindet. Nach einem Gichtanfall sollte man viel trinken und nur leichte Kost zu sich nehmen. Die Medikamente lindern die Schmerzen und lassen die Schwellung zurückgehen, um den Harnsäurespiegel aber auf Dauer zu normalisieren, muss der Betroffene seine Ess- und Lebensgewohnheiten deutlich verändern.

    Bild: © Depositphotos.com / aliced

  • MS – Multiple Sklerose

    MS – Multiple Sklerose

    Von multipler Sklerose (MS) werden meist junge Menschen betroffen. Die Erkrankung wird medizinisch auch als Encephalomyelitis disseminata, kurz ED, bezeichnet. Multipel kommt vom lateinischen Wort multiplex und bedeutet „vielfältig“, skleros, ebenfalls aus dem Lateinischen, heißt „hart“. Damit wird die Krankheit zugleich auch hervorragend beschrieben

    Defintion und Beschreibung

    Die Multiplesklerose bezeichnet eine chronisch entzündliche Krankheit des zentralen Nervensystems. Bei der multiplen Sklerose entstehen im Gehirn und im Rückenmark entzündliche Herde, welche die körpereigenen Abwehrzellen an den Nervenzell -fortsätzen beschädigen. Seh- und Schlafstörungen sind typische Krankheitserscheinungen am Anfang der Krankheit, die auch den Sehnerv befallen kann

    Ursachen und Symptome

    Die Ursachen sind noch nicht vollständig erforscht. Vermutet wird eine Autoimmunreaktion, das bedeutet den Angriff auf körpereigene Strukturen durch Entzündungs- und Abwehrzellen durch eine Fehlregulation. Die Hüllschicht der Nervenfasern wird abgebaut, die Nervenfaser selbst geschädigt. So erfolgt in erkrankten Fasern eine schlechtere Weiterleitung der Nervenreize. Die Schutzhüllen kann man sich wie die Isolation eines elektrischen Kabels vorstellen. Ihre Hauptaufgabe besteht in der schnellen Weiterleitung der Nervenimpulse an den gewünschten Ort.

    Dabei entstehen in der weißen Substanz von Rückenmarks und Gehirn verstreut Entmarkungsherde. Die Krankheit tritt häufig zwischen dem 35. und dem 40. Lebensjahr auf. Zu Beginn der Krankheit finden sich häufig vermehrt Seh- und Koordinationsschwierigkeiten, Taubheitsgefühle und Schmerzen. Motorische sowie funktionale Störungen des Körpers sind ebenfalls Symptome der Krankheit.

    Diagnose und Verlauf

    Die Krankheit führt früher oder später zu Behinderungen. Dabei ist multiple Sklerose bisher leider noch nicht heilbar. Verschiedene Maßnahmen helfen jedoch, mit der Krankheit einigermaßen gut zurecht zu kommen und etwas an Lebensqualität zu erhalten.

    Blutuntersuchungen und Liquor-Diagnostiken sind Möglichkeiten, den Verlaufsstatus der Krankheit zu diagnostizieren. Die neurophysiologische und die Differenzialdiagnose sind ebenfalls Wege den Fortschritt der Krankheit einschätzen zu können. Therapeutische Maßnahmen tragen dazu bei, dass der Patient besser mit der Krankheit zurecht kommt.

    Behandlungsmöglichkeiten

    Eine Schubtherapie ist eine weitere Behandlungsmöglichkeit. Bei sensiblen Schüben ist eine Schubtherapie nicht notwendig. Dabei bilden sich die Krankheitszeichen langsam zurück. Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen können Nebenwirkungen der Schubtherapie sein.

    Ebenfalls kann eine so genannte symptomatische Therapie zur relativen Besserung des Zustandes des Patienten beitragen. Letztlich kann eine gesunde und lebensbewusste Ernährung zur Besserung des Krankheitsbildes beitragen. Dabei wird eine ausgewogene fettarme sowie vitaminreiche Ernährung empfohlen. Zudem sollte eine ausreichende Kalorienzufuhr immer beachtet werden. Damit vermeidet man Übergewicht, was sich ebenfalls negativ auf die Krankheit auswirkt. Außerdem wird von einseitigen Diäten abgeraten. Diese können das Krankheitsbild verschlechtern.

    Bei Verdacht auf Multiple Sklerose ist ein Besuch des Arztes auf jeden Fall zu empfehlen. Wer also unter Sehstörungen leidet, das Gefühl hat, durch Milchglas zu schauen und ähnliches, ist beim Arzt seines Vertrauens am besten aufgehoben. Damit kann die Krankheit am Anfang schnellstmöglich behandelt und ihre Folgen noch ein wenig hinausgezögert werden. Zu langes Zögern bei der Behandlung des Krankheitsbildes verschlechtert drastisch die Behandlungsmöglichkeiten und führt zu einer rascheren Verschlechterung des Beschwerdebildes.

    Aussichten und weitere Infos

    Eine Stammzellenspende könnte in Zukunft dem Erkrankten dauerhafte Besserung bringen. Auch gewisse Organtransplantationen und Blutspenden sollen in Zukunft die Situation des Betroffenen deutlich bessern. Ob eine Organspende für den Betroffenen infrage kommt, lässt sich erst durch diverse Untersuchungen nachweisen.  Allerdings sind diese Methoden noch nicht genug erforscht und werden daher zurzeit noch nicht angewandt. Außerdem sind sie derzeit noch heftig umstritten, vor allem die Organtransplantation.

    Von Multipler Sklerose Betroffene finden verschiedene Selbsthilfegruppen und Vereine, in denen sie sich ausführlich über die Krankheit informieren können. Dort lernen sie, mit ihrer Krankheit umzugehen und mit dem Auswirkungen der Multiplen Sklerose zurechtzukommen. Ein Erfahrungsaustausch unter Betroffenen kann anderen Kranken Mut machen. Menschen mit MS müssen sich mit der Zeit mit der Krankheit abfinden und versuchen, damit zu leben. Eine andere Wahl bleibt ihnen aus heutiger Sicht leider noch nicht.

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  • Ernährung und Nahrungsergänzungen für Sportler

    Ernährung und Nahrungsergänzungen für Sportler

    Zunächst ist es für alle Sportler wichtig, eine ausreichende Menge an Kohlenhydraten über die Nahrung aufzunehmen. Aus diesen bildet der Körper Glykogen, das den Muskeln Energie liefert. Auch die Nerven und das Gehirn decken ihren Energiebedarf fast ausschließlich durch Kohlenhydrate (Dextrose). Wird dem Körper eine zu geringe Menge an Kohlenhydraten zugeführt, leiden die Koordination und Konzentration darunter.

    Ausgeglichener Glykogenhaushalt

    Vor allem Hochleistungssportler sollten daher stets auf einen ausgeglichenen Glykogenhaushalt achten. Ein gut gefüllter Speicher spendet je nach Intensität und Dauer des Trainings für 1 bis 1,5 Stunden Energie. Um ausreichend große Vorräte anzulegen, empfiehlt es sich, täglich zwischen 50 und 60 Prozent der gesamten Energiezufuhr in Form von Kohlenhydraten aufzunehmen.

    Komplexe Kohlenhydrate, die vorwiegend in Brot, Reis, Teigwaren und Getreide sowie in Gemüse, Obst und Kartoffeln vorkommen, sind dabei besser als einfache Zucker (Fruchtzucker, Traubenzucker). Die Kohlenhydrate versorgen den Körper mit wichtigen Vitaminen, Mineralstoffen sowie Ballaststoffen, stellen kontinuierlich und langsam ihre Energie zur Verfügung und halten auch den Blutzuckerspiegel aufrecht.

    Proteine für Abwehr und Muskelaufbau

    Der menschliche Körper benötigt Proteine in seinem Abwehr- und Enzymsystem sowie zum Muskelaufbau. Eine tägliche Proteinaufnahme von 0,8 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht genügt für eine ausreichende Versorgung. Eine Kombination aus pflanzlichen und tierischem Eiweiß, zum Beispiel aus Milch, Kartoffeln, Getreide, Ei und Fisch ist empfehlenswert. Bei tierischen Eiweißlieferanten ist es ratsam, fettarme Produkte zu bevorzugen.

    Flüssigkeit und Mineralstoffe

    Der Verlust an Mineralstoffen beim Sport (über den Schweiß) ist zum Teil nicht unerheblich und muss regelmäßig ausgeglichen werden. Geeignet sind hierfür Mineralwasser, verdünnte Fruchtsäfte, fettarme Gemüsebrühe sowie Früchte- und Kräutertees. Gleichermaßen benötigen Sportler viel Eisen und Magnesium für einen optimalen Sauerstoff-Transport. Hier gibt es trotz ausreichender Flüssigkeitsaufnahme häufig einen Mangel. Durch eine Blutuntersuchung kann ein solcher Mangel nachgewiesen und mit einer ausgewogenen Ernährung wieder behoben werden.

    Pro Stunde können je nach Anstrengungsgrad und Art der sportlichen Betätigung zwischen einem und 1,5 Liter ausgeschwitzt werden. Der Körper holt sich zunächst die fehlende Flüssigkeit aus dem Gewebe und dem Blut zurück. Die Folge: Das Blut „dickt ein“. Dadurch fließt es langsamer, die Versorgung der Muskelzellen mit Nährstoffen und Sauerstoff verschlechtert sich und damit steigt die Gefahr von Muskelzerrungen und -krämpfen. Bereits ein Flüssigkeitsverlust von zwei Prozent des Körpergewichts vermindert die Leistungsfähigkeit. In Einzelfällen kommt es zu Schwindel und Übelkeit oder sogar zum Kreislaufzusammenbruch.

    Tipp: Sportgetränke dürfen nicht zu kalt sein und sollten möglichst wenig Kohlensäure und Zucker enthalten. Koffeinhaltige und alkoholische Getränke sind ungeeignet. Prinzipiell sollte getrunken werden, bevor der Körper Durst signalisiert, in der Regel vor der sportlichen Betätigung. Während des Trainings ist es ratsam, immer wieder kleine Mengen Flüssigkeit aufzunehmen (je nach Trainingsdauer etwa alle 15 bis 30 Minuten).

    Zusätzliche Vitaminzufuhr

    Für Gelegenheitssportler ist eine zusätzliche Vitaminzufuhr in der Regel nicht notwendig, wenn sie sich ausgewogen und gesund ernähren. Bei Höchstleistungssportlern (Leistungssport) kann der Einsatz von entsprechenden Vitaminpräparaten sinnvoll sein. Dies ist im Einzelfall zu prüfen.

    Nahrungsergänzungen für Hochleistungssportler

    Nahrungsergänzungsmittel sind Lebensmittel, die in Form von Dragees, Kapseln, Kau-, Lutsch- oder Brausetabletten, Pulver, Granulat, Flocken oder Saft angeboten werden. Sie enthalten verschiedene Substanzen in konzentrierter Form, darunter

    • Ballaststoffe,
    • Mineralstoffe,
    • Vitamine,
    • essentielle Fettsäuren,
    • Spurenelemente sowie,
    • Eiweiße (Aminosäuren)

    Bei Hochleistungssportlern, die während des Trainings sehr viele Kalorien und Mineralstoffe verlieren und einen erhöhten Bedarf an den genannten Inhaltsstoffen haben, können Nahrungsergänzungen unterstützend wirken und sinnvoll sein. Die zusätzliche Gabe sollte möglichst mit einem Arzt abgestimmt werden, um Überdosierungen zu vermeiden. Gleichermaßen muss abgeklärt werden, ob eventuelle Allergien gegen die Inhaltsstoffe der Nahrungsergänzungen vorliegen.

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