Schlagwort: Darm

  • 38. SSW – Die 38. Schwangerschaftswoche

    38. SSW – Die 38. Schwangerschaftswoche

    Ab der 38. SSW macht sich die bevorstehende Geburt körperlich bei der werdenden Mutter bemerkbar. Das Baby wird dann nicht mehr viel wachsen, wohl aber zwischen 20 und 30 Gramm pro Tag an Gewicht gewinnen. Der Bauch und der Kopf haben in der 38. SSW den gleichen Umfang. In den vergangenen Monaten hat die Plazenta das Kind mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt. Schon bald wird diese aber nicht mehr benötigt. Nach und nach verringert sie die Nährstoffzufuhr. In der 38. SSW sammelt sich im Darm des Babys der erste Stuhl (auch als Mekonium bezeichnet), den es kurz vor oder unmittelbar nach der Geburt ausscheidet. Einige Babys haben in der 38. SSW bereits eine richtige Haarpracht auf ihren Köpfen. Generell wird die Käseschmiere in dieser Zeit weniger.

    Brustveränderung durch Hormone in der 38. SSW

    In der 38. SSW wächst jedoch nicht nur der Bauch der Mutter noch einmal kräftig an. Auch bei den Brüsten ist in den letzten Wochen der Schwangerschaft eine Veränderung zu bemerken, weil diese sich auf das Stillen vorbereiten. In einigen Fällen treten in der 38. SSW aus den Brustwarzen bereits einzelne Tropfen der Vormilch aus. In dieser gelblichen Flüssigkeit sind alle Nährstoffe enthalten, die das Neugeborene in den ersten Tagen und Wochen benötigt. Hormone sind für die Umstellung der Brüste verantwortlich. Bei neugeborenen Mädchen sind durch dieselben Hormone die Brustwarzen nach der Geburt häufig etwas angeschwollen. Bei Jungen sind es die Hoden, die zum restlichen Körper dann recht groß ausfallen. Derartige Erscheinungen sind normal und bilden sich alsbald zurück.

    Erste Anzeichen für die bevorstehende Geburt

    Die ersten Anzeichen machen sich in der 38. SSW durch leichten Durchfall, innere Unruhe sowie Senkwehen bemerkbar. Die Unruhe gehört zu einem natürlichen Prozess; die Mutter entwickelt in der 38. SSW eine Art Nestbau-Trieb. Plötzlich sind noch unzählige Dinge zu erledigen. Schwangere sollten sich in dieser Zeit aber möglichst nicht überanstrengen und spätestens ab der 38. SSW den Kindesvater, Freunde und Familienmitglieder um Hilfe bei Alltagsarbeiten wie Einkaufen und Putzen bitten.

    Regelmäßige Kontrollen durch den Arzt

    Der Arzt wird nun verstärkt darauf achten, ob noch immer eine optimale Versorgung des Kindes über den Mutterkuchen stattfindet. Er prüft außerdem, ob das vorhandene Fruchtwasser in der 38. SSW ausreicht. Bei Auffälligkeiten wird die werdende Mutter häufiger von ihrem Frauenarzt/ihrer Frauenärztin untersucht. In einigen Fällen ist es sinnvoll, die Geburt vor dem errechneten Termin einzuleiten, damit es später nicht zu Komplikationen für das Baby und die Mutter kommt. Geplante Kaiserschnitte erfolgen in der Regel in der 38. SSW, damit das Kind dann nicht doch allein den Startschuss für die Geburt gibt. Denn die meisten Babys kommen zirka zehn Tage vor bis zehn Tage nach dem errechneten Geburtstermin auf die Welt.

    Das Baby gibt das Startsignal

    Die Hauptperson während der gesamten Schwangerschaft ist das Baby. Besonders deutlich wird dies, wenn die Geburt bevorsteht. Ab der 38. SSW heißt es warten, und zwar so lange, bis das Kleine sich dazu entschließt, auf die Welt zu kommen. Wie der Startschuss, den das Kind gibt, aussieht, konnte bis heute nicht gänzlich geklärt werden. Klar ist jedoch, dass Hormone an diesem Prozess beteiligt sind. Sie lösen ungefähr in der 38. SSW die Kontraktionen der Gebärmutter aus.

    In der 38. SSW ist das Baby bereits gut vorbereitet. Kommt es jetzt zur Welt, muss sich die angehende Mutter keine Sorgen machen. Die Schädelplatten sind bei Babys noch nicht verwachsen, damit der Kopf bei der Geburt durch den engen Geburtskanal passt. Beim Durchtritt durch den Kanal werden sie zusammengeschoben und können sich sogar etwas übereinander schieben. Die Schädelnähte verknöchern im Laufe des ersten Lebensjahres.

    Darüber hinaus gibt es die sogenannten Fontanellen. Dabei handelt es sich um bindegewebig überbrückte Knochenspalten, die sich im Kinderschädel zwischen den Schädelknochen und den schon verknöcherten „Ossa plana“ (abgeflachte, platte Knochen) befinden. Üblicherweise befinden sie sich dort, wo mehrere Knochenplatten aneinander stoßen. Es existieren sechs Fontanellen: Fonticulus posterior, Fonticulus anterior sowie jeweils beidseitig Fonticuli sphenoidales und Fonticuli mastoidei. Die größte Fontanelle, die mit zirka 1,5 Jahren geschlossen ist, befindet sich auf dem Schädel.

    38. SSW – Der Weg in die Klinik

    In der 38. SSW, wenn die Geburt des Kindes vermutlich nicht mehr lange auf sich warten lässt, denken die angehenden Eltern darüber nach, wann sie am besten in die Klinik fahren sollten. Wer einen Geburtsvorbereitungskurs besucht, erfährt in der Regel, dass eine werdende Mutter ins Krankenhaus gebracht werden muss, wenn die Wehen in einem Abstand von fünf Minuten auftreten.

    Allerdings stimmt diese Angabe bei Erstgeburten nicht immer. Gerade Erstgebärenden und jungen Müttern fällt es schwer, körperliche Signale während der Schwangerschaft und auch die Wehen richtig einzuordnen. Denn obwohl Schwangere ausreichend darüber beraten werden, wie eine Schwangerschaft und die anschließende Geburt verlaufen werden, handelt es sich doch um ganz individuelle Erfahrungen.

    Jede angehende Mutter entwickelt einen eigenen Rhythmus. Bei auftretenden Fragen oder Problemen gilt daher grundsätzlich: Bei dem behandelnden Arzt, der Hebamme oder in der Klinik anrufen und die Angelegenheit schildern. Selbst wenn kein wirkliches Problem vorliegt, so wirken vorsorgliche Untersuchungen durch die Ärzte und Hebammen doch beruhigend. Nicht selten werden die angehenden Mütter in der 38. SSW noch einmal nach Hause geschickt, wenn sie tatsächlich zu früh in die Klinik gekommen sind. Das ist aber völlig normal und passiert vielen Schwangeren.

    Babys Erstausstattung

    Für die werdende Mutter ist es nun sinnvoll, sich mit der Erstausstattung ihres Babys zu beschäftigen. Im Krankenhaus wird in der Regel erste Babykleidung für das Kind zur Verfügung gestellt. Wenn die Eltern ihr Kleines endlich zu Hause haben, wollen sie ihm gewiss eigene Babywäsche anziehen.

    Für die ersten Tage sollte daher folgende Wäsche vorhanden sein:

    • zwei Langarmhemden
    • zwei Wickelbodys
    • zwei Strampelhosen
    • ein bis zwei Mützen
    • eine Jacke
    • ein bis zwei Paar Söckchen
    • genügend Mullwindeln
    • mehrere Windelhöschen
    • Frotteehöschen
    • eine Baumwolldecke

    Die tatsächliche Menge richtet sich nach den eigenen Erfahrungen und Wünschen. Neben der Zusammenstellung der ersten Babyausstattung ist es ratsam, auch die Schlafumgebung und das Babybett in der 38. SSW herzurichten. Ein geeigneter Schlafsack ist wichtig, um das Risiko des plötzlichen Kindstodes zu minimieren. Bei einer Decke besteht die Gefahr, dass das Baby diese über den Kopf zieht oder unter der es überwärmt wird. Kinderärzte empfehlen übrigens, Kinder in ihren ersten beiden Lebensjahren mit den Eltern oder den Geschwistern gemeinsam im Zimmer schlafen zu lassen. Die Nähe und die Schlafgeräusche wirken schlaffördernd. Das Kind kann dabei ruhig im eigenen Kinderbett schlafen.

    Bild: © Depositphotos.com / Wavebreakmedia

  • Wurst und Schinken – wie krebserregend sind sie wirklich?

    Wurst und Schinken – wie krebserregend sind sie wirklich?

    Wer gerne Wurst und Schinken isst, wird die Nachricht der Weltgesundheitsorganisation WHO mit Schrecken gehört haben, denn die WHO warnt vor dem Verzehr von Wurst und Schinken, weil diese krebserregend sein können. Aber nicht nur Wurst und Schinken stehen im Kreuzfeuer, auch rotes Fleisch vom Rind und Schwein soll nicht gesund sein, und das Risiko an Darmkrebs zu erkranken, steigt demnach mit jedem gegessenen Steak. Müssen sich jetzt alle Sorgen machen, die gerne Steaks, Wurst und Schinken essen?

    Wurst und Schinken sind beliebt

    Am Morgen die Scheibe Salami aufs Frühstücksbrötchen, zum Mittagessen eine leckere Brat- oder Currywurst und am Abend vielleicht noch ein saftiges Rumpsteak mit Beilagen – Fleisch, Wurst und Schinken gehören bei vielen Menschen bei der Ernährung einfach dazu. Pro Jahr essen die Deutschen rund 38,1 % Schweinefleisch und 12,9 % Rindfleisch, genauso beliebt ist der Schinken vom Schwein, sowie diverse Wurstsorten wie Fleischwurst, Salami oder Leberwurst. 85 % der Deutschen essen beinahe jeden Tag Wurst und Schinken, wobei Männer mit 42 % beim Fleisch- und Wurstkonsum weit vorne liegen. Bei den Damen sind es 23 %, die gerne Fleisch, Wurst und Schinken essen.

    800 Studien

    Die WHO hat für ihren neuen Bericht 800 unterschiedliche Studien ausgewertet, die sich mit einem eventuellen Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Fleisch, Wurst und Schinken und einem erhöhten Krebsrisiko beschäftigt haben. Das Ergebnis ist, dass die Gefahr an Krebs zu erkranken, sehr gering ist, selbst für diejenigen, die gerne Fleisch, Wurst und Schinken essen. Es kommt nach Ansicht der WHO jedoch auf die Menge an und auch die Verarbeitung der Fleisch- und Wurstwaren spielt eine entscheidende Rolle, ob die Gefahr besteht, an Krebs zu erkranken oder eher nicht. Die WHO musste allerdings einräumen, dass es nicht nur Fleisch- und Wurstwaren sind, die Krebs erzeugen können, auch viele andere Faktoren spielen dabei eine Rolle.

    Wurst und Schinken – es kommt auf die Verarbeitung an

    Um Fleisch, Wurst und Schinken haltbar zu machen, werden sie gepökelt, gesalzen, geräuchert oder auch fermentiert. Und genau das ist es, was Fleisch, Wurst und Schinken nach Ansicht der WHO gefährlich macht. Besonders gilt das für Würstchen, Dosenfleisch, Trockenfleisch und Soßen, die auf der Basis von rotem Fleisch hergestellt werden. Die WHO geht sogar noch einen Schritt weiter und stuft diese Fleisch- und Wurstwaren als genauso gefährlich ein, wie Tabak und Asbest.

    Was empfiehlt die DGE zum Thema Wurst und Schinken?

    Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, DGE, hat sich Gedanken zum Verzehr und zur Gefahr von Wurst und Schinken gemacht. Die DGE sieht das Risiko jedoch deutlich geringer als die WHO, ihrer Ansicht nach sollten es nicht mehr als maximal 600 Gramm Fleisch, Wurst und Schinken am Tag sein. Es ist vor allem der männliche Teil der Bevölkerung, der deutlich mehr isst. 61 % der Männer gaben bei einer Umfrage an, jeden Tag und zu jeder Mahlzeit Wurst und Schinken zu essen, bei den Frauen sind es nur 31 %. Diese Zahlen zeigen, dass Fleisch- und Wurstwaren bei den Deutschen einfach zur Ernährung gehören.

    Das vegane Angebot wird größer

    Rund die Hälfte der Deutschen kann sich nicht nur vorstellen, den Fleisch- und Wurstkonsum zu senken, 49 % versuchen es sogar. Immer mehr Deutsche sind bereit, ihre Essgewohnheiten bei Fleisch, Wurst und Schinken grundlegend zu ändern. Auch die Zahl derer, die sich zukünftig vegetarisch oder sogar vegan ernähren wollen, steigt stetig an. Ein Grund für diesen Trend ist auch das immer größer werdende Angebot der Industrie an veganen oder vegetarischen Lebensmitteln. Wie groß das Angebot ist, das zeigte auch die Ernährungsmesse Anuga in Köln, denn knapp die Hälfte der Aussteller hatte vegane oder vegetarische Lebensmittel im Programm.

    Bild: © Depositphotos.com / dar19.30

  • Gallenkoliken – sehr schmerzhaft, aber harmlos

    Gallenkoliken – sehr schmerzhaft, aber harmlos

    Viele Menschen haben Gallensteine und wissen nichts davon, in den meisten Fällen bleiben die Steine nämlich unbemerkt in der Galle und verursachen keine Probleme. Anders sieht es aus, wenn nur ein Stein in den Gallengang wandert, dann erleiden die Betroffenen im wahrsten Sinne des Wortes Höllenqualen, die unter dem Namen Gallenkoliken bekannt sind. Heftige, krampfartige Schmerzen im oberen Bereich des Bauchs sind ein sicheres Zeichen dafür, dass es sich um Gallenkoliken handelt, aber diese starken Schmerzen spüren nur rund ein Viertel der Betroffenen.

    Wie entstehen Gallenkoliken?

    Wenn die Galle Probleme macht, dann liegen die Ursachen in den meisten Fällen in einer ungesunden, zu fettreichen Ernährung. In der Folge verändert sich die Konsistenz der Gallenflüssigkeit. Aber nicht immer ist die Ernährung schuld, auch eine genetische Veranlagung kann für Gallenbeschwerden und für schmerzhafte Gallenkoliken sorgen. Kleinere Gallensteine machen sich durch ein unangenehmes Völlegefühl bemerkbar, wenn die Steine aber größer werden, dann kommt Druckschmerz dazu und letztendlich dann eine Gallenkolik. Das ist immer dann der Fall, wenn ein Stein von der Gallenblase in den Gallengang rutscht und damit den natürlichen Abfluss der Gallenflüssigkeit verhindert, und das löst Gallenkoliken aus.

    Welche Symptome gibt es?

    Gallenkoliken kündigen sich nicht an, sie kommen plötzlich und ohne Vorwarnung. Nicht selten treten die Koliken nach einer üppigen und fettreichen Mahlzeit auf und die Schmerzen machen sich zunächst im rechten Oberbauch bemerkbar. Handelt es sich um eine heftige Kolik, dann kommen die Schmerzen in Wellen, sie sind krampfartig und sie können bis in die rechte Schulter oder in den rechten Teil des Rückens ausstrahlen, dazu gesellen sich Übelkeit, Erbrechen und auch ein wasserähnlicher Durchfall. Gallenkoliken können nur 15 Minuten, aber auch fünf Stunden andauern und vielfach sind die Schmerzen dermaßen stark, dass ein Notarzt gerufen werden muss. Die Entscheidung einen Arzt zu rufen, ist immer richtig, denn Tapferkeit bringt nichts, da es zu einer akuten Entzündung der Gallenblase oder der Bauchspeicheldrüse kommen kann.

    Auch Gallengries kann Koliken auslösen

    Nicht immer sind Gallensteine der Übeltäter, wenn es zu schmerzhaften Gallenkoliken kommt, oftmals ist es der Gallengries, der sogenannte Sludge. Diese kleinen Krümel sind besonders tückisch, denn sie rutschen viel einfacher und schneller durch den Gallengang als Steine, aber sie verhindern den Abfluss der Gallenflüssigkeit ebenso wie die Gallensteine.

    Wie gefährlich sind Gallenkoliken?

    Gallenkoliken sind in der Regel harmlos und auch nicht lebensbedrohlich, aber wenn der Gallengang auf Dauer blockiert wird, dann kann es sehr schnell sehr gefährlich werden. Entzündet sich die Bauchspeicheldrüse, dann kann es sogar lebensgefährlich werden, und auch wenn der Dünndarm verletzt wird und durchbricht, dann kann das zu einem gefährlichen Darmverschluss führen. Wenn die Gallenkoliken immer wieder auftreten, dann erhöht sich zudem das Risiko an Gallenkrebs zu erkranken.

    Wie werden Gallenkoliken behandelt?

    Bei akuten Schmerzen wird der Arzt zunächst ein Schmerzmittel verabreichen, das die Krämpfe löst. Da es bei den meisten Betroffenen nicht bei einer Gallenkolik bleibt, raten die Ärzte dazu, die Gallenblase operativ entfernen zu lassen. Auch ein Zertrümmern der Gallensteine ist eine mögliche Option, die aber Risiken birgt, weil die Gallensteine immer wieder kommen können. Es ist daher ratsam, die Ursache und nicht nur die Symptome zu behandeln, und das ist die Entfernung der Gallenblase. Die Galle zu entfernen ist heute kein Problem mehr, denn die Galle ist kein lebenswichtiges Organ und jeder kann auch ohne die Galle ein normales Leben führen.

    Auf die Ernährung achten

    Damit es erst gar nicht zu schmerzhaften Gallenkoliken kommt, ist es besonders wichtig, auf die Ernährung zu achten. Fett sollte nach Möglichkeit nicht mehr auf dem Speiseplan stehen und auch Lebensmittel, die stark blähen sowie Alkohol sollten gemieden werden. Eine ballaststoffreiche und cholesterinbewusste Ernährung ist ein guter Schutz vor Gallensteinen und Gallenkoliken.

    Bild: © Depositphotos.com / photographee.eu

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  • Leberkrebs – der lautlose Krebs

    Leberkrebs – der lautlose Krebs

    Krebs ist eine schreckliche und vor allem auch eine tückische Krankheit, denn viele Krebsarten werden erst dann erkannt, wenn sie bereits weit fortgeschritten sind. Der Leberkrebs gehört zu diesen sogenannten lautlosen Krebsarten, die Betroffenen merken erst viel zu spät, das etwas nicht stimmt. Wird die Diagnose Leberkrebs gestellt, dann ist es für viele bereits zu spät, um entsprechende Therapien einleiten zu können, nicht umsonst gehört der Leberkrebs zu den Krebsformen mit einer sehr hohen Todesrate. Mediziner unterscheiden zwei unterschiedliche Formen von Leberkrebs, von denen eine sehr selten, die andere aber leider immer häufiger vorkommt.

    Leberkrebs – Kaum Hinweise

    Die meisten Menschen gehen zum Arzt, wenn sie Schmerzen verspüren, die sie nicht zuordnen können. Da Leberkrebs kaum Schmerzen verursacht, sondern lediglich für unbestimmte Symptome sorgt, gehen viele Menschen erst dann zu einem Arzt, wenn der Krebs bereits ein spätes Stadium erreicht hat. Oftmals sind es leichte Schmerzen im oberen Bauchbereich, die auch auf eine einfache Magenverstimmung hindeuten könnten. Dazu kommen Appetitlosigkeit, Müdigkeit und ein nicht zu erklärender Leistungsabfall. Erst wenn es zu einer starken Gewichtsabnahme kommt, dann schrillen bei den meisten Betroffenen die Alarmglocken und sie gehen zu einem Arzt. Fällt dann nach einer Blutuntersuchung oder nach einem Screening die Diagnose Leberkrebs, dann hängt die Frage, wie hoch die Chancen auf Heilung sind, immer davon ab, um welche Form von Leberkrebs es sich handelt.

    Zwei Formen von Leberkrebs

    Leberkrebs kann in zwei unterschiedlichen Formen auftreten, zum einen die eher seltene Form, bei der die Leberzellen befallen werden und die häufiger vorkommende Form, bei der sich Metastasen an der Leber bilden. In der seltenen Form ist der Ursprung des Krebses die Leber selbst, in der sich Krebszellen bilden, die schließlich zu Tumoren an der Leber führen. Laut Robert-Koch Institut erkranken in Deutschland an dieser Form jedes Jahr rund 8.400 Menschen. Deutlich häufiger sind Lebermetastasen, die durch gestreute Krebszellen verursacht werden. Das heißt, ein anderes Organ im Bauchraum, beispielsweise die Bauchspeicheldrüse oder der Magen, sind von Krebs befallen und die mutierten Zellen greifen auch die Leber an. Bei drei bis vier von zehn Leberkrebsfällen ist die Ursache bei einem anderen Organ zu finden, der Leberkrebs wird mehr oder weniger nur zufällig entdeckt.

    Welche Risikogruppen gibt es?

    Die Leber ist normalerweise ein gesundes und auch recht stabiles Organ, das selten von einer schweren Krankheit betroffen ist, es gibt jedoch Risikogruppen, bei denen Leberkrebs häufig auftritt. Wer ein Alkoholproblem hat oder wer unter Hepatitis B oder C leidet, der sollte seine Leber in regelmäßigen Abständen untersuchen lassen, am besten alle sechs Monate. Einen flächendeckenden Check, wie es ihn zum Beispiel für Darm- oder Brustkrebs gibt, halten Mediziner allerdings nicht für notwendig. Vielfach geht dem Leberkrebs eine Leberzirrhose voraus, und wenn es in dieser Richtung bereits Verdachtsmomente gab, dann muss die Leber alle drei Monate anhand von Bluttests und Ultraschall untersucht werden. Aufpassen müssen zudem auch alle, die Diabetes oder eine andere Erkrankung des Stoffwechsels haben, denn sie sind gefährdet und sollten sich untersuchen lassen.

    Tests für Zuhause bringen nichts

    Ärzte warnen davor, einen Selbst-Test über die Gesundheit der Leber zu machen, der in der Apotheke gekauft werden kann. Diese Tests sind zwar als medizinische Produkte zugelassen und sie müssen auch strenge Qualitätskontrollen durchlaufen, aber diese Tests sind nicht sicher. Das eigene Zuhause erfüllt keine Laborkriterien und wer selbst testet, kann viele Fehler machen. Dazu kommt, dass Laien die Werte nicht richtig einschätzen und bewerten können, das kann nur ein erfahrener Arzt. Wenn das Testergebnis positiv ausfällt, dann ist ein Besuch beim Arzt unumgänglich.

    Wer zu einer Risikogruppe gehört, der sollte sich regelmäßig untersuchen lassen und viel Kaffee trinken, denn Studien zeigen, dass Kaffee das Risiko an Leberkrebs zu erkranken, deutlich senken kann.

    Bild: © Depositphotos.com / tanatat

  • Pillen statt Skalpell?

    Chirurgen diskutieren, wann Antibiotika eine Blinddarm-Entzündung heilen können

    Baierbrunn (ots) – Eine finnische Studie zur Behandlung der Blinddarm-Entzündung lässt Chirurgen aufhorchen: Die Skandinavier heilten fast drei Viertel ihrer erwachsenen Patienten mit Antibiotika statt mit einer OP, berichtet die „Apotheken Umschau“. Obwohl der entzündete Appendix eine sehr häufige Erkrankung ist, bereitet die exakte Diagnose, besonders bei Kindern, immer noch Probleme. Etwa jeder zehnte operierte Blinddarm erweist sich als gesund – aber eine zu spät erkannte schwere Entzündung kann auch heute noch gefährlich sein. Deutsche Chirurgen erkennen die Studie der Finnen als aussagekräftig an, bleiben aber eher vorsichtig. „Bei Kindern sind Antibiotika auf keinen Fall eine Alternative“, sagt etwa Dr. Tobias Schuster, Sprecher der Fachgesellschaft für Kinderchirurgie. Und Professor Hans-Joachim Meyer, der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie sagt: „Für die Routine ist das keine Option.“ Beide befürworten jedoch weitere Studien, um genauer zu erkennen, wann die Antibiotika eine sichere Alternative sind. 

    Dieser Beitrag ist nur mit Quellenangabe zur Veröffentlichung frei. 

    Das Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“ 10/2015 B liegt in den meisten Apotheken aus und wird ohne Zuzahlung zur Gesundheitsberatung an Kunden abgegeben. 

     

    Pressekontakt: Ruth Pirhalla Tel. 089 / 744 33 123 Fax 089 / 744 33 459 E-Mail: pirhalla@wortundbildverlag.de www.wortundbildverlag.de www.apotheken-umschau.de

    Quelle: http://www.presseportal.de/pm/52678/3148971
  • Gewicht der US-Amerikaner mehr als vor 44 Jahren

    Gewicht der US-Amerikaner mehr als vor 44 Jahren

    Die Bürger in den USA wiegen einer Langzeitstudie der York University aus Kanada zufolge 14 Prozent mehr als im Jahr 1971 und zwar bei gleicher Kalorienzahl. Die Studie wurde in den Jahren 1971 bis 2008 durchgeführt und verzeichnete die Ernährungsdaten von rund 36.400 Erwachsenen, deren Alter sich zwischen 20 und 73 Jahren belief. Die Studienautoren erfassten zusätzlich das Verhältnis der Makronährstoffe Proteine, Fette und Kohlenhydrate in der Ernährung. Die sportliche Aktivität von knapp 14.500 Personen und die daraus resultierende Auswirkung auf ihr Körpergewicht wurde untersucht.

    Höheres Gewicht bei gleicher Kalorienaufnahme

    Nach dem Studienergebnis wogen die 14.500 Studienteilnehmer, die sich sportlich bewegten im Vergleich zum Jahr 1988 im Durchschnitt fünf Prozent mehr. Die sportliche Aktivität fiel in der Zeit der Studie höher aus. Die Gewichtsabnahme und Gewichtszunahme werde nach Angaben der Forscher durch eine Vielzahl an Faktoren verursacht. Als Ursachen wurden Stress, Schlafmangel, Temperaturschwankungen in der Umgebung, Umweltgifte und die Tageszeiten genannt zu denen Mahlzeiten eingenommen werden. Die Zusammensetzung der Darmflora sei den Studienautoren zufolge ebenfalls ein wichtiger Faktor, der sich auf das Körpergewicht auswirken kann.

    Sport und Kalorienaufnahme nicht Hauptfaktoren

    Das Fazit der Studie ist, dass Sport und Kalorienaufnahme die ausschließlichen Hauptfaktoren für das Körpergewicht sind. Die Forschung sieht einen Zusammenhang zwischen der Lebensweise, Ernährungsgewohnheiten, sportlicher Aktivität, Alter, Geschlecht, Darmflora und dem persönlichen Umfeld. Wer zum Beispiel in einem Ort lebt, wo mehrere Fastfood-Restaurants zur Auswahl stehen, ist eher geneigt dort essen zu gehen als eine gesunde Mahlzeit zuhause zuzubereiten.

    Die Beliebtheit von Fastfood ist eine Folge unserer schnelllebigen Zeit, in der die Menschen oft aus beruflichen Zeitgründen nicht die Zeit haben sich immer gesund zu ernähren. In der Mittagspause wird lieber eine Currywurst mit Pommes Frites oder ein Rahmschnitzel mit Kroketten gegessen anstatt gesunde Gerichte zu essen.

    Gesunde Gerichte sind selbst bei wenig Zeit möglich. Sie erfordern nur eine genaue Planung. Jeweils abends wird das Gericht für den folgenden Tag oder sogar für mehrere Tage zubereitet. Als Folge wird Zeit gespart, wodurch sich eine gesunde Ernährung ergibt, die auf kalorienreiche, fetthaltige und zuckerhaltige Nahrung im erheblichen Umfang verzichtet. Verbunden mit regelmäßiger Bewegung können die Risiken für Übergewicht vermindert werden. Viele Menschen können jedoch den berühmten inneren Schweinehund nicht überwinden, um sportlich aktiv zu werden und hierbei kann ein Personal-Trainer oder Personal-Coach helfen, der einen motiviert und dabei unterstützt sich generell gesünder zu verhalten.

    Hoher BMI steigert Krankheitsrisiko

    Zahlreiche Studien verweisen darauf, dass ein steigendes Gewicht ein kletterndes Risiko in sich birgt an Krankheiten wie Zucker, Diabetes Typ-2, Herz-Kreislauf-Krankheiten oder Alzheimer zu erkranken. Besonders ab einem Body-Mass-Index (BMI) von 30 steigt das Krankheitsrisiko signifikant, was Gegenmaßnahmen erfordert, damit keine der Krankheiten auftreten können. Der BMI wird basierend auf dem Gewicht, Alter und Körpergröße berechnet. Als ein gesunder BMI-Index gilt 20. Je gesünder man sich ernährt und je regelmäßiger Sport betrieben wird, desto eher dankt es einem die Gesundheit.

    Bild: © Depositphotos.com / Paha_L