Schlagwort: der Patient

  • Biofeedback – den Kopfschmerz einfach wegdenken

    Biofeedback – den Kopfschmerz einfach wegdenken

    Es klingt zu schön, um wahr zu sein – Kopfschmerzen und Migräne nur mit der Kraft der Gedanken einfach ausschalten. Das, was ein bisschen wie Hokuspokus klingt, ist tatsächlich möglich und nennt sich Biofeedback, eine Methode, die sich in der Verhaltenstherapie bereits bewährt hat. Was muss man sich unter Biofeedback vorstellen und was müssen die Betroffenen tun, um ihre Kopfschmerzen nur mit ihren Gedanken loszuwerden?

    Den Verstand steuern

    Schon der Gedanke an den Biss in eine Zitrone reicht aus, um das Wasser buchstäblich im Mund zusammenlaufen zu lassen, und nur die Vorstellung, in eiskaltes Wasser zu springen, sorgt für eine Gänsehaut am ganzen Körper. Die Zitrone und das kalte Wasser sind nur zwei Beispiele dafür, wie Biofeedback funktioniert. Ganz ähnlich ist es, wenn mithilfe von Biofeedback die Kopfschmerzen „weggedacht“ werden. Biofeedback ist eine Therapieform, die sehr gut erforscht ist und in deren Mittelpunkt die Fähigkeit steht, den Verstand in bestimmte Bahnen zu lenken. Als hilfreich hat sich die Therapie bisher vor allem bei Krankheiten wie Rücken- und Kopfschmerzen erwiesen, aber auch Muskelverspannungen, die chronisch geworden sind, können mit Biofeedback erfolgreich behandelt werden.

    Der Patient muss mitarbeiten

    Eine Erfolgsgarantie gibt es bei Biofeedback nicht, aber die Therapieform ist oftmals sehr erfolgreich, wenn die Patienten wenig Hoffnung auf Erfolg haben und entsprechend kritisch sind. Alle, die nicht damit rechnen, dass sie sich selbst helfen können, sind besonders motiviert, wenn ein Effekt erzielt wird, zum Beispiel, dass die Migräneanfälle seltener werden und an Intensität verlieren. In der Regel sind zwischen acht und elf Sitzungen notwendig, um mittels Biofeedback eine Strategie gegen die Schmerzen zu entwickeln. Zudem müssen die Patienten nicht nur mit dem Therapeuten, sondern auch zu Hause mit der Methode arbeiten, denn nur dann gibt es auch langfristig Erfolge. Um mit Biofeedback arbeiten zu können, muss es allerdings eine genaue Diagnose geben.

    Bild: © Depositphotos.com / konradbak

  • Lässt sich eine Sterilisation rückgängig machen?

    Lässt sich eine Sterilisation rückgängig machen?

    Rund 50.000 Männer in Deutschland lassen sich jedes Jahr sterilisieren. Wenn die Familienplanung abgeschlossen ist oder die Partnerin keine klassischen Verhütungsmittel wie die Pille vertragen kann, dann bleibt als einziger Ausweg oft nur die Vasektomie, die aber für die meisten Männer einen schweren Schritt bedeutet. Sie fühlen sich oftmals nicht mehr als „richtiger Mann“ und haben die Angst, ihre Erektionsfähigkeit zu verlieren. Selbst wenn das nicht der Fall ist, eine Sterilisation hat nach wie vor einen faden Beigeschmack. Aber dieser Schritt muss nicht endgültig sein, denn man kann heute eine Sterilisation rückgängig machen.

    Wunschkinder trotz Sterilisation

    Die Familienplanung wurde durch eine Vasektomie abgeschlossen, aber plötzlich gibt es eine neue Liebe und damit vielleicht auch den Wunsch nach einem weiteren Kind. Tatsächlich sind bei 97 % der Männer, die sterilisiert wurden, eine neue Partnerin und damit auch der Kinderwunsch die Gründe, die eine erneute Operation notwendig machen. Diese Männer wollen die Sterilisation rückgängig machen, um wieder Vater werden zu können. Da die OP aber sehr aufwendig ist, sind nur rund 15 % der Männer bereit, die sogenannte Refertilisation auch tatsächlich machen zu lassen, um so die Fruchtbarkeit wieder herzustellen.

    Die Sterilisation rückgängig machen – wie funktioniert das?

    Bei einer Vasektomie werden die Samenleiter durchtrennt. Um diese Samenleiter wieder zusammenzufügen und durchgängig zu machen, ist eine aufwendige Operation notwendig. Der Eingriff dauert in der Regel nicht länger als zwei Stunden, er wird immer unter Vollnarkose durchgeführt und der Chirurg arbeitet dabei unter anderem auch mit einem OP-Mikroskop. Das Nahtmaterial ist extrem dünn, denn der Samenleiter hat einen Durchmesser von gerade einmal drei Millimetern. Um den Samenkanal wieder durchlässig zu machen, ist zudem Präzision gefordert, denn auch hier liegt der Durchmesser bei 0,3 bis maximal 0,5 Millimetern. Der Arzt kann die Sterilisation nur dann rückgängig machen, wenn eine neue Verbindung die beiden durchtrennten Enden der Samenleiter wieder zusammenführt. Noch während der Operation wird überprüft, ob ein ausreichender Gehalt an Samen nachgewiesen werden kann, das gelingt heute auch dank der modernen Chirurgie, in 80 % aller operierten Männer.

    Wie hoch ist die Erfolgsquote?

    Wenn ein Mann eine Sterilisation rückgängig machen lassen möchte, dann gelingt das nicht immer. Wie erfolgreich die OP ist, das hängt vor allem davon ab, wie lange die Samenleiter durchtrennt waren. Grundsätzlich gilt, je länger die Vasektomie zurückliegt, umso schwieriger wird es, die Samenleiter wieder miteinander zu verbinden. Wer eine Sterilisation rückgängig machen lassen will, der sollte sich in jedem Fall an einen Spezialisten wenden, der den Eingriff schon mindestens 50 Mal durchgeführt hat. In Deutschland gibt es nur ungefähr zehn Urologen, die eine solche Erfahrung haben, um diese sehr filigrane Arbeit mit modernen Instrumenten, einer sehr ruhigen Hand und einem guten Auge durchzuführen.

    Wie wahrscheinlich ist eine Schwangerschaft?

    Männer, die eine Sterilisation rückgängig machen, bekommen keine Garantie, dass sie noch einmal Vater werden. Daher sollte drei Monate nach der Refertilisierung ein Spermiogramm gemacht werden, um zu überprüfen, ob im Ejakulat auch Samenzellen nachgewiesen werden können. Je nach Verfahren ist das erfreulicherweise bei 70 % bis 90 % der Patienten der Fall. Aber nicht nur die Kunst des Arztes ist dafür verantwortlich, ob es zu einer Schwangerschaft kommt oder nicht, auch das Alter der Frau spielt eine entscheidende Rolle. Wenn ein Mann acht Jahre eine Vasektomie hatte und mit einer Frau ein Kind zeugen möchte, die 32 Jahre alt ist, dann liegt die Wahrscheinlichkeit, dass es mit dem Wunschkind klappt, bei rund 70 %. Ist die Frau aber schon 40 Jahre alt, dann liegt die Wahrscheinlichkeit bei den gleichen Voraussetzungen beim Mann bei nur rund 20 %. Wenn jedoch alles stimmt, dann kann der Schwangerschaftstest nach nur acht Wochen positiv sein.

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  • Chronisches Erschöpfungssyndrom – Krankheit und viele Rätsel

    Chronisches Erschöpfungssyndrom – Krankheit und viele Rätsel

    Bleierne Müdigkeit schon am frühen Morgen, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Probleme mit der Konzentration, zuweilen sogar Gedächtnislücken – bei diesen Symptomen handelt es sich meist um ein chronisches Erschöpfungssyndrom oder um ein chronisches Fatigue-Syndrom, kurz CFS genannt. CFS ist eine rätselhafte Krankheit, die sich nicht richtig zuordnen lässt, sie kann den Betroffenen aber so sehr zusetzen, dass sie kein normales Leben mehr führen können. Was aber hinter dieser Krankheit steckt, darüber sind sich Mediziner bis heute nicht einig, fest steht bislang nur, dass davon rund eine Viertelmillion Deutsche betroffen sind.

    Chronisches Erschöpfungssyndrom – ist ein Infekt schuld?

    Auch wenn noch nicht restlos geklärt ist, was dieses Syndrom auslöst, es tritt sehr häufig nach einer Infektionskrankheit wie zum Beispiel dem Pfeifferschen Drüsenfieber auf. Die eigentliche Krankheit geht, was aber bleibt, das ist eine schwere Erschöpfung, die schon leichte Dinge wie das Aufstehen am Morgen, fast unmöglich macht. Die Betroffenen fühlen sich ständig müde und ganz gleich, wie viele Pausen auch eingelegt werden, die Müdigkeit und die Erschöpfung wollen einfach nicht mehr weichen. Dazu kommen noch Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren, auch das Gedächtnis lässt nach und viele fühlen undefinierbare Glieder- und Muskelschmerzen, die Lymphdrüsen schwellen an, zudem kommt es zu Appetitlosigkeit und Schwindelanfällen. Nicht selten dauern diese Symptome mehrere Monate an, bei einigen führen sie sogar zu Invalidität.

    Andere mögliche Auslöser

    Einige Wissenschaftler gehen davon aus, dass ein chronisches Erschöpfungssyndrom eine Autoimmunerkrankung ist. Bei dieser Art von Erkrankung geht das körpereigene Immunsystem gegen das Körpergewebe vor und versucht, es zu zerstören. Ganz bestimmte Erreger, wie zum Beispiel das Epstein-Barr-Virus, geben dem Körper den Befehl, ständig Krankheitssymptome zu zeigen, wie das bei einem chronischen Erschöpfungssyndrom der Fall ist. Da jeder, der von CFS betroffen ist, ein anderes Krankheitsbild hat, ist es unmöglich, ein einheitliches Konzept zu finden. Vor allem wenn es keinen eindeutigen organischen Befund gibt, dann liegt häufig die Diagnose Depression nahe, da sich die Symptome ähneln. Um die Diagnose differenzieren zu können, versuchen die Mediziner etwas über den psychischen Antrieb des Patienten zu erfahren, denn anhand des psychischen Antriebs lässt sich die Diagnose chronisches Erschöpfungssyndrom ausschließen oder bestätigen. Es besteht aber immer die große Gefahr, dass Patienten, bei denen die Diagnose CFS gestellt wird, auch depressiv werden.

    Wie stellt der Arzt seine Diagnose?

    Ein chronisches Erschöpfungssyndrom wird in der Regel durch eine sogenannte Ausschlussdiagnose festgestellt. Der Arzt muss alle anderen Ursachen ausschließen können, die infrage kommen könnten. Erst wenn das der Fall ist, dann kann die Diagnose chronisches Erschöpfungssyndrom gestellt werden. Die Ausschlussdiagnose hat zwei Gründe, denn zum einen wird so verhindert, dass mögliche andere Erkrankungen wie zum Beispiel Krebs, eine Depression oder auch Hepatitis übersehen werden, und zum anderen gibt es bis heute keine Befunde wie beispielsweise Blutwerte, die auf ein chronisches Erschöpfungssyndrom hinweisen. Ärzte, die sich mit der Krankheit befasst haben, können aber die typischen Symptome erkennen.

    Wie wird CFS behandelt?

    Da die genauen Ursachen für ein chronisches Erschöpfungssyndrom nach wie vor noch nicht bekannt sind, gibt es auch keine wirksame Therapie. Was es allerdings gibt, das sind Behandlungsansätze. So werden zum Beispiel einige Patienten mit Immunglobulinen behandelt, aber auch künstliche Antikörper und spezielle Krebsmedikamente sind im Gespräch und werden zum Teil versuchsweise auch schon eingesetzt. Zwar kommt es bei diesen Therapien zu einer deutlichen Verbesserung der Symptome, einige Medikamente sind jedoch nicht in Deutschland zugelassen, da sie gravierende Nebenwirkungen haben. Was den Betroffenen bleibt, das sind im Grunde nur Verhaltenstherapien wie das Führen eines Tagebuchs, in dem festgehalten wird, wann die Symptome besonders stark sind. Aufgrund dieser Tagebuchaufzeichnungen kann der Arzt dann erkennen, wie und bei welchen Gelegenheiten der Patient mit seinen Kräften besonders schonend umgehen muss.

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  • Meningitis – Wie gefährlich ist eine Hirnhautentzündung?

    Meningitis – Wie gefährlich ist eine Hirnhautentzündung?

    Die Meningitis, besser bekannt unter dem Namen Hirnhautentzündung, gehört auch heute noch zu den lebensgefährlichen Erkrankungen. Zwar ist eine Meningitis heute besser behandelbar, aber deshalb hat sie noch nicht ihr Potenzial verloren. Betroffen sind die Hirnhäute, wie der Name es schon verrät, aber auch die Rückenmarkshäute, die sogenannten Meningen können sich im Verlauf der Krankheit entzünden. Unterschieden wird eine Hirnhautentzündung in zwei Formen, zum einen gibt es die virale Meningitis durch Viren und zum anderen die bakterielle Meningitis, die durch spezielle Bakterien ausgelöst wird.

    Welche Form der Hirnhautentzündung ist gefährlicher?

    In den meisten Fällen wird eine Hirnhautentzündung durch Viren ausgelöst, seltener, aber umso gefährlicher ist die bakterielle Form der Meningitis. Hier sind in der Regel entweder Meningokokken oder aber Pneumokokken im Spiel, es kann aber auch sein, dass Pilze die gefährliche Entzündung der Hirnhäute auslösen. Wenn die Krankheit auf das Gehirn übergeht, dann sprechen Ärzte von einer Meningoenzephalitis.

    Die Symptome einer Meningitis

    Die ersten Symptome lassen noch nicht auf eine Entzündung der Gehirnhäute schließen, denn sie ähneln denen einer normalen Grippe. Die Betroffenen klagen über starke Kopfschmerzen und bekommen sehr hohes Fieber. Wenn eine plötzliche Versteifung des Nackens dazu kommt und sich die Haut dunkel verfärbt, dann muss man davon ausgehen, dass es sich um eine Hirnhautentzündung handelt. Schwieriger ist es, eine virale Meningitis zu diagnostizieren, denn hier sind die Anzeichen nicht so deutlich, aber der Verlauf der Krankheit ist bedeutend milder als bei der bakteriellen Infektion. Weisen die Symptome eindeutig auf eine bakterielle Meningitis hin, dann ist Eile geboten, denn die Betroffenen müssen sofort in ein Krankenhaus eingewiesen werden.

    Wie wird Meningitis behandelt?

    Für eine erfolgreiche Behandlung bei einer Meningitis, die durch Bakterien ausgelöst wird, spielt der Zeitfaktor eine entscheidende Rolle. Es gilt, je eher mit einer gezielten Behandlung begonnen wird, umso besser sind auch die Chancen einer vollständigen Genesung. Wird die Meningitis durch Viren ausgelöst, dann heilt sie in den meisten Fällen von ganz alleine wieder ab. Wenn die Symptome auf eine bakterielle Variante hinweisen, wird der Arzt zuerst ein Antibiotikum verabreichen, das kann Penicillin, aber auch ein Breitbandantibiotikum sein. Das hat den Vorteil, dass es gegen verschiedene Viren eingesetzt werden kann, außerdem wird in den meisten Fällen zusätzlich Kortison gegeben. Gibt es Komplikationen, wie zum Beispiel eine Blutvergiftung oder einen Schock, dann muss der Patient auf jeden Fall auf einer Intensivstation behandelt und überwacht werden.

    Ist eine Hirnhautentzündung ansteckend?

    Eine bakterielle Hirnhautentzündung ist hochansteckend und Personen, die mit den Erkrankten in Kontakt gekommen sind, bekommen eine Chemoprophylaxe, ein Antibiotikum, was vor den Erregern der Erkrankung schützt. Wer unter einer viralen Meningitis leidet, der muss lediglich das Bett hüten, eventuell ein fiebersenkendes Mittel oder ein schmerzstillendes Medikament einnehmen, und nach zwei Wochen ist alles überstanden.

    Kann gegen Meningitis geimpft werden?

    Wer sich vor den beiden Typen der Hirnhautentzündung schützen möchte, der sollte sich impfen lassen. Gegen alle drei möglichen Erreger der bakteriellen Meningitis gibt es einen Impfstoff. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt allen Eltern, ihre Kinder schon im ersten Lebensjahr entsprechend impfen zu lassen. Wenn das Kind zwei Jahre alt ist, dann sollte eine weitere Impfung gegen Meningokokken gegeben werden, um das Kind gegen dieses gefährliche Bakterium zu immunisieren. Viren, die für die Kinderkrankheit Mumps verantwortlich sind, können auch eine virale Hirnhautentzündung auslösen und daher ist eine Kombiimpfung gegen Mumps, Röteln und Masern sehr zu empfehlen. Auch hier sollten Kinder im Alter von zwei Jahren die Impfung bekommen.

    In den modernen Industrienationen kommt die bakterielle Hirnhautentzündung nur noch sehr selten vor, aktuell kommen auf eine Einwohnerzahl von 100.000 nur 0,5 Fälle. Häufiger ist die virale Infektion, die besonders häufig junge Menschen zwischen 15 und 19 Jahren trifft.

    Bild: © Depositphotos.com / DmytroKozak

  • Andauernde Schmerzen unbedingt bekämpfen

    Häufig wiederkehrendes Ziehen und Stechen macht empfindlicher für sehr geringe Reize

    Baierbrunn (ots) – Häufig wiederkehrende Schmerzen sind nicht nur eine Qual, sondern sie können auch schwerwiegende Folgen haben. „Feuern Muskeln, Sehnen, Nerven oder auch Narben über einen Zeitraum von drei bis sechs Monaten ständig Schmerzimpulse ins Gehirn und Rückenmark, verändert das unser gesamtes Nervensystem“, erläutert der Chefarzt der Ameos-Klinik für Anästhesiologie, Schmerz- und Palliativmedizin in Staßfurt, Dr. Ralf Rehwinkel, im Apothekenmagazin „Senioren Ratgeber“. „Es wird empfänglicher für bereits sehr geringe Reize, die ein Gesunder so nicht wahrnehmen würde.“ Rehwinkel rät daher, zunächst den Hausarzt aufzusuchen. Trete nach einer vierwöchigen Behandlung keine Besserung ein, sollte der Patient dem Experten zufolge eine Überweisung zu einem Schmerztherapeuten einfordern. 

    Dieser Beitrag ist nur mit Quellenangabe zur Veröffentlichung frei. 

    Das Apothekenmagazin „Senioren Ratgeber“ 1/2016 liegt in den meisten Apotheken aus und wird ohne Zuzahlung zur Gesundheitsberatung an Kunden abgegeben. 

     

    Pressekontakt: Ruth Pirhalla Tel. 089 / 744 33 123 Fax 089 / 744 33 459 E-Mail: pirhalla@wortundbildverlag.de www.wortundbildverlag.de www.senioren-ratgeber.de

    Quelle: http://www.presseportal.de/pm/52278/3216099
  • Vorhofflimmern – ein Vorbote für Schlaganfälle

    Vorhofflimmern – ein Vorbote für Schlaganfälle

    Rund 1,8 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Herzrhythmusstörungen und die meisten wissen es noch nicht einmal. Besonders häufig ist das sogenannte Vorhofflimmern, ein Warnzeichen, was niemand auf die leichte Schulter nehmen sollte, denn Vorhofflimmern kann ein Vorbote für einen drohenden Schlaganfall sein. Aber wie entsteht dieses besondere Flimmern und was macht es so gefährlich? Warum sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen und gibt es eine Therapie, die das Flimmern beendet?

    Wie gefährlich ist ein Vorhofflimmern?

    Ein gesundes Herz schlägt rund 70 Mal in einer Minute, wenn es aber zu einem Vorhofflimmern kommt, dann erhöht sich die Zahl auf 150 Herzschläge in der Minute. Das stellt eine sehr große Belastung für den Herzmuskel und die reduzierte Pumpleistung des Herzens dar, für die Betroffenen bedeutet es ein stetiges Absinken der Leistungsfähigkeit. Anders als das deutlich gefährlichere Kammerflimmern führt das Vorhofflimmern nicht sofort zum Tod, aber in den Herzvorhöfen kann sich leicht ein Gerinnsel bilden, das schließlich in die Blutbahn gelangt und zum Gehirn wandern kann. Wird dann ein Gefäß verstopft, dann kommt es zu einem Schlaganfall. Über ein Drittel der Schlaganfälle geht heute auf ein Vorhofflimmern zurück.

    Die typischen Anzeichen des Vorhofflimmerns

    Das Herz rast und stolpert, es kommt zu Atemnot, zu starken Angstgefühlen, der Puls wird unregelmäßig und den Betroffenen wird schwindelig – das alles sind die typischen Anzeichen für diese besondere Form einer Herzrhythmusstörung. Die Betroffenen fühlen sich ohne erkennbaren äußeren Grund plötzlich krank, sie haben das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren und nicht selten auch Todesangst. Oft wird das gefährliche Flimmern mit einem Herzinfarkt verwechselt, und auch wenn es vielleicht seltsam klingt, aber wer mit der Verdachtsdiagnose Infarkt in ein Krankenhaus eingeliefert wird, der hat großes Glück. Bei einem EKG wird das Flimmern meist sehr schnell erkannt, und der Betroffene bekommt sofort die notwendige Therapie, die ihn in den meisten Fällen vor einem Schlaganfall bewahrt.

    Welche Ursachen gibt es?

    Wie alle Herzerkrankungen, so gibt es auch für das Vorhofflimmern verschiedene Ursachen. Die häufigste Ursache ist Bluthochdruck, dann folgt das Alter. Auch eine angeborene Herzmuskelschwäche, eine koronale Erkrankung des Herzens, ein Herzklappenfehler und auch eine Herzmuskelentzündung, wie sie sehr häufig nach einer nicht auskurierten Erkältung oder Grippe auftritt, kann ein Auslöser für diese Form der Herzrhythmusstörung sein. Menschen, die unter Diabetes leiden, starkes Übergewicht haben oder regelmäßig viel Alkohol trinken, müssen damit rechnen, dass ihr Herz ihnen auf diese Weise Probleme macht.

    Welche Behandlungen und Therapien sind möglich?

    Wenn die Rhythmusstörung rechtzeitig erkannt wird, dann kann sie erfolgreich mit Medikamenten behandelt werden. Wird sie aber zu spät erkannt, dann ist es schwer, einen normalen Sinusrhythmus, also einen normalen Herzrhythmus wieder herzustellen. In akuten Fällen ist eine elektrische Kardioversion, der sogenannte Elektroschock ein bewährtes Mittel, um das Herz wieder normal schlagen zu lassen. Ähnlich wie bei einem lebensgefährlichen Herzstillstand, so wird der Patient auch beim Vorhofflimmern unter Narkose kurz geschockt, und anschließend beginnt das Herz wieder im richtigen Rhythmus zu schlagen. Bevor geschockt wird, überzeugt sich der Arzt mittels einer Ultraschalluntersuchung aber davon, dass sich in den Herzvorhöfen kein Gerinnsel gebildet hat. Um ganz sicher zu gehen, wird eine Echokardiografie gemacht, bei der eine Ultraschallsonde mit einem sehr dünnen biegsamen Schlauch durch die Speiseröhre bis ans Herz geschoben wird. Zusätzlich bekommen die Betroffenen blutverdünnende Medikamente, die die Bildung eines Gerinnsels verhindern oder hemmen sollen. Nicht immer gelingt es, den Herzrhythmus wieder in einen normalen Bereich zu bekommen. In diesen Fällen werden die Ärzte versuchen, die Pulsfrequenz im Ruhezustand unter 110 oder noch besser unter 70 Schläge in der Minute zu bekommen. Um das zu erreichen, werden dem Patienten spezielle Medikamente verabreicht, wie zum Beispiel Betablocker oder auch Digitalis.

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