Schlagwort: die Menschen

  • Kinderlähmung in der Ukraine – Gefahr für Deutschland?

    Kinderlähmung in der Ukraine – Gefahr für Deutschland?

    Kinderlähmung – dieses Wort ruft auch heute noch Angst und Schrecken hervor und das, obwohl die Krankheit in Westeuropa schon lange als besiegt galt. Im Osten Europas sieht das allerdings ganz anders aus, denn dort ist Polio immer noch ein Thema, was zwei neue Erkrankungen beweisen, die aus der Ukraine gemeldet werden. Aber nicht nur die Ukraine stellt aktuell eine Gefahr dar, auch andere Länder dieser Welt, wie zum Beispiel Syrien, der Irak, Afghanistan, der Kongo und auch Somalia gelten als Brutstätten für Kinderlähmung.

    Mit dem Krieg kommt auch die Kinderlähmung

    Auffallend ist, dass es die Kriegsgebiete dieser Welt sind, in denen Polio grassiert. Wo Krieg herrscht, da bricht die Infrastruktur und damit auch das Gesundheits- und Impfwesen zusammen. Das bietet den Polio Viren den besten Nährboden für eine Renaissance und ein Ausbruch der Kinderlähmung war nur noch eine Frage der Zeit. 2013 brach die Kinderlähmung im Bürgerkriegsland Syrien aus und die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt, dass bis jetzt mehr als 10.000 Menschen infiziert sind. Anfang Juli wurde bekannt, dass sich Polio auf den Weg nach Europa gemacht hat, denn in der Ukraine sind zwei Kinder im Alter von zwei Jahren und zehn Monaten an Kinderlähmung erkrankt. Die Gefahr, dass sich Polio im ganzen Land ausbreiten kann, ist groß, denn in der Ukraine ist nur jedes zweite Kind geimpft.

    Eine Gefahr auch für Deutschland

    Dass auch das bislang poliofreie Deutschland in Gefahr ist, daran hat das Robert-Koch-Institut keinen Zweifel mehr. Allerdings lässt sich das Ausmaß einer möglichen Gefahr heute sehr schwer abschätzen, denn niemand weiß so genau, wie viele Menschen aus der Ukraine nach Deutschland kommen und wie viele dieser Menschen mit dem Polio Virus infiziert sind. Auch die aktuelle Flüchtlingskrise in Europa birgt Gefahren, denn die Masse der Menschen, die momentan aus Syrien, dem Irak, aus Afghanistan und aus vielen afrikanischen Staaten nach Europa kommen, kann nur unzureichend untersucht werden. Das Robert-Koch-Institut warnt aber vor Panik, denn auch in den Ländern, aus den die Menschen fliehen, wurde in den vergangenen Jahren gegen Polio geimpft. In den Staaten, aus den jetzt vermehrt Flüchtlinge nach Deutschland kommen, waren lediglich 364 symptomatische Fälle, 355 kamen aus Pakistan. Aus Syrien wurde kein einziger Fall bekannt.

    Polio ist aber nicht die einzige Gefahr, die die Flüchtlinge mit nach Europa bringen, für eine Masernwelle in Berlin sorgt ein aus Bosnien eingeschleppter Virus. Auch Krankheiten wie die Krätze, die in Deutschland schon lange kein Thema mehr war, ist jetzt wieder auf dem Vormarsch und auch verschiedene Hepatitis Formen sind wieder aufgetaucht. Die Städte und Gemeinden, die jetzt mit immer mehr Flüchtlingen rechnen müssen, fordern deshalb mehr finanzielle Mittel, um eine ausreichende und umfassende medizinische Versorgung der Menschen sicherstellen zu können.

    Bild: © Depositphotos.com / gustavofrazao

  • Gesundheitsrisiko Stress

    Umfrage: Fast ein Drittel der Bundesbürger ist schon einmal an einem kritischen Punkt angelangt / 5,5 Prozent sehen sich kurz vor einem Burn-out

    Baierbrunn (ots) – Von Popstar Robbie Williams über Skispringer Sven Hannawald bis hin zum Fernsehkoch Tim Mälzer – die vielen prominenten Burn-out-Fälle der vergangenen Jahre haben die Gesundheitsrisiken durch Stress in den öffentlichen Fokus gerückt. Sechs von zehn Bundesbürgern sehen in Erschöpfungszuständen ein typisches Symptom unserer Zeit, wie eine repräsentative Umfrage des Gesundheitsmagazins „Apotheken Umschau“ ergab. 62,3 Prozent der Frauen und Männer sind der Meinung, dass die heutige Zeit so beschleunigt und anspruchsvoll ist, dass die Menschen zwangsläufig irgendwann ausgebrannt und erschöpft sein müssen. Fast jeder Dritte (32,2 Prozent) war nach eigenen Angaben im Leben schon mal an einem Punkt, an dem er dachte, er schaffe das alles nicht mehr. 6,3 Prozent sagen, sie fühlten sich wie ausgebrannt und innerlich leer, sie hätten das Gefühl, irgendwann umzukippen. 5,5 Prozent der Bundesbürger fühlen sich so gestresst und belastet, dass ihnen ein Burn-out nicht mehr weit entfernt scheint. Bei 3,7 Prozent wurde schon einmal ein Burn-out-Syndrom diagnostiziert. 

    Quelle: Eine repräsentative Umfrage des Gesundheitsmagazins „Apotheken Umschau“, durchgeführt von der GfK Marktforschung Nürnberg bei 1.986 Frauen und Männern ab 14 Jahren. 

    Dieser Text ist nur mit Quellenangabe „Apotheken Umschau“ zur Veröffentlichung frei. 

     

    Pressekontakt: Ruth Pirhalla Tel. 089 / 744 33 123 Fax 089 / 744 33 459 E-Mail: pirhalla@wortundbildverlag.de www.wortundbildverlag.de www.apotheken-umschau.de

    Quelle: http://www.presseportal.de/pm/52678/3117246
  • Mit Frischzellenkuren dem Alter ein Schnippchen schlagen?

    Mit Frischzellenkuren dem Alter ein Schnippchen schlagen?

    Jeder möchte nach Möglichkeit ein biblisches Alter erreichen, aber keiner möchte alt aussehen und sich alt fühlen. Es gibt viele Möglichkeiten, um dem Alter ein Schnippchen zu schlagen. Die Frischzellenkur gehört zu den „Verjüngungsmöglichkeiten“, die wieder voll im Trend sind. Schon der Maler Lucas Cranach hat sich mit dem Thema Verjüngung beschäftigt, denn er malte das berühmte Bild „Jungbrunnen“, wo die Menschen alt in einen Brunnen steigen und verjüngt wieder herauskommen. Die Suche nach der ewigen Jugend ist sehr alt, aber die Frischzellenkur ist immer noch umstritten.

    Neue Studien

    In den vergangenen Jahren wurden immer wieder Tests mit Mäusen gemacht, um die Effektivität einer Frischzellenkur zu untermauern. Die meisten dieser Studien haben einen medizinischen Hintergrund, einige wurden aber auch von der Kosmetikindustrie in Auftrag gegeben. Für die Studien wurden eine junge und eine betagte Maus durch ihr Kreislaufsystem miteinander verbunden. Für den betagten Nager bedeutete diese Art der Frischzellenkur eine Art Frühlingserwachen, denn nicht nur die Funktion der Organe wurde deutlich besser, auch das Gewebe erholte sich. Was aber besonders erstaunlich ist, auch das Gehirn wurde durch das junge Blut wieder mehr aktiviert und das Gedächtnisvermögen der alten Mäuse wurde besser.

    Das Geheimnis des Blutes

    Experimente, wie sie von der Universität in Kalifornien mit Mäusen durchgeführt wurden, lassen sich nicht auf den Menschen übertragen, hier sieht die Frischzellenkur ein wenig anders aus. Das Blut spielt auch bei der menschlichen Frischzellenkur eine Hauptrolle. Die Forscher konnten aber aus den Tests mit Mäusen wertvolle Informationen gewinnen, die sich auch auf den Menschen übertragen lassen. Es gibt im Blut einen sogenannten Aging-Factor, und zwar in Form von größeren Mengen Eiweiß, die neue Gehirnzellen sprießen lassen. Das würde erklären, dass die ältere Maus durch das Blut ihres Artgenossen auch im Kopf jünger wurde.

    Mit Molekülen gegen den Abbau

    Die Forscher fanden aber noch etwas anderes im Blut der Mäuse, das bei einer Frischzellenkur eine große Bedeutung hat, und zwar Beta-2-Mikroglobin. Bei den jungen Mäusen wurde das Beta-2-Mikroglobin in erhöhten Mengen verabreicht und das führte zum Abbau der geistigen Fähigkeiten. Die Tiere blieben körperlich gesund und auch agil, aber sie hatten plötzlich sehr große Schwierigkeiten, sich in einem vertrauten Raum zu orientieren und konnten sich auch neu gelernte Dinge nicht mehr merken. Die amerikanischen Wissenschaftler gehen jetzt davon aus, dass es Menschen gibt, die von Natur aus zu wenig Beta-2-Mikroglobin haben und deshalb die Leistung des Gehirns schneller nachlässt als bei denjenigen, die ausreichend davon haben.

    Eine Frischzellenkur der Zukunft kann so aussehen, dass diejenigen, die zu wenig Beta-2-Mikroglobin haben, auf geistiger Ebene mehr erreichen können, wenn sie das Blut bekommen, das mit Beta-2-Mikroglobin angereichert ist. Ob und wann es eine solche Frischzellenkur gibt, das steht allerdings noch lange nicht fest.

    Bild: © Depositphotos.com / Goodluz

  • Devil’s Breath – eine neue Droge ist auf dem Vormarsch

    Devil’s Breath – eine neue Droge ist auf dem Vormarsch

    Devil’s Breath – der Atem des Teufels ist eine neue Droge, die aus Südamerika nach Europa kommt. In der letzten Woche mussten wiederholt Touristen in der französischen Hauptstadt Paris die Bekanntschaft mit Devil’s Breath machen, denn Banden aus Kolumbien und China haben mit der Droge mindestens 20 Menschen willenlos gemacht, sie anschließend ausgeraubt und dann sich selbst überlassen. Die Geschädigten waren nach einigen Stunden wieder bei klarem Verstand, konnten sich jedoch an nichts mehr erinnern. Das Teuflische an Devil’s s Breath ist, dass die Täter die Droge ihren Opfern einfach ins Gesicht pusten.

    Was genau ist Devil’s Breath?

    Es ist der Wirkstoff Scopolamin, der Devil’s Breath so gefährlich macht. Scopolamin kommt im Samen der auch in Deutschland so schön blühenden Engelstrompeten vor, aber während die Pflanze hierzulande nur als Zierpflanze blüht, wird sie vor allem in Ecuador, in Kolumbien und in Venezuela auf großen Feldern angebaut. Scopolamin gehört zur Familie der Alkaloide und hat eine beruhigende Wirkung, wenn es niedrig dosiert wird, bei höherer Dosierung hingegen macht es apathisch und vollkommen willenlos. Das Alkaloid hat in Geheimdienstkreisen und auch beim Militär einen einschlägigen Ruf, denn es wird seit den 1950er Jahren bei Befragungen als eine Art Wahrheitsserum eingesetzt. Auch Josef Mengele, der Nazi-Arzt, machte mit Scopolamin in den Konzentrationslagern Experimente. Heute gilt Devil’s Breath als die gefährlichste Droge der Welt.

    Eine schnelle Wirkung

    Es dauert nur wenige Minuten, dann entfaltet Devil’s Breath seine ganze gefährliche Wirkung. Da die Droge weder einen eigenen Geschmack noch Geruch hat, kann sie ohne Probleme in einen Drink gerührt oder ins Essen gemischt werden. In Paris wurde das Pulver den Betroffenen einfach ins Gesicht gepustet, daher auch der Name der Atem des Teufels. Wer den Wirkstoff Scopolamin einatmet, der wird zu einem Zombie, wenn man es salopp ausdrücken will. Laut Polizeibericht aus Paris hat es Fälle gegeben, wonach diejenigen, denen Devil’s Breath ins Gesicht gepustet wurde, den Tätern sogar dabei geholfen haben, die eigene Wohnung oder das Hotelzimmer auszurauben, ohne sich später daran erinnern zu können. Devil’s Breath macht völlig willenlos und dem gegenüber hörig, der es einsetzt.

    Keine Nebenwirkungen

    Bislang galt das als K. o.-Tropfen bekannte Beruhigungsmittel Rohypnol als Droge, die Menschen willenlos macht, aber bei K. o.-Tropfen gibt es unerwünschte Nebenwirkungen, zu denen bei der falschen Dosierung auch der Tod gehört. Bei Devil’s Breath ist das anders, denn hier gibt es so gut wie keine bekannten Nebenwirkungen. Vor allem in Kolumbien machen sich Banden die Wirkung von Devil’s Breath zunutze und gehen mit der Droge in der Hosentasche auf Diebestour. Es werden haarsträubende Geschichten über die Droge erzählt, sodass zum Beispiel Partygänger, denen Scopolamin verabreicht wurde, die Diebe in ihre Wohnung gelassen haben und ihnen anschließend sogar dabei behilflich waren, alle Wertgegenstände ins Auto zu tragen. Am nächsten Morgen konnte sich niemand mehr an irgendetwas erinnern. Für die Polizei wird es damit unmöglich, eine Beschreibung des Täters zu bekommen. Diese Erfahrung musste jetzt auch die Polizei in Paris machen, denn die beraubten Touristen wussten von nichts mehr.

    Bild: © Depositphotos.com / Mizina

  • Kleine Snacks – die großen Dickmacher

    Kleine Snacks – die großen Dickmacher

    Jeder kennt das, obwohl man gar keinen Hunger hat, wird eine Kleinigkeit gegessen. Zwischen den Hauptmahlzeiten etwas essen, am Abend vor dem Fernsehen die geliebten Chips oder Salzstangen naschen und wenn man unterwegs ist, dann darf es auch gerne mal ein Snack sein. Viele sind der Ansicht, dass diese kleinen Snacks zwischendurch nicht dick machen, denn dazu, so die landläufige Meinung, ist die Menge zu gering. Wer so denkt, der sollte sich nicht wundern, wenn die Waage immer nur in eine Richtung zeigt, nämlich nach oben, denn es sind die vermeintlichen Kleinigkeiten, die sich sehr schnell auf den Hüften verewigen.

    Essen ohne Hunger

    Der menschliche Körper ist so programmiert, dass er nur dann nach Nahrung verlangt, wenn er hungrig ist. Jahrtausende lang haben sich die Menschen daran gehalten und nur dann etwas gegessen, wenn der Magen sich vernehmlich gemeldet hat. Dicke Menschen waren im Mittelalter eher eine Seltenheit, heute ist über die Hälfte der Erwachsenen in Deutschland zu dick. Der Grund? Es wird auch dann gegessen, wenn man keinen direkten Hunger verspürt. Eine neue Studie aus Australien hat das jetzt bestätigt, es ist der kleine Snack, der dafür sorgt, dass aus Körperzonen Problemzonen werden. Schuld daran ist unter anderem das Überangebot an Nahrungsmitteln, denn jeder kann zu jeder Zeit für wenig Geld an Nahrung kommen und die meisten Dinge, die dick machen, sind für jeden Geldbeutel erschwinglich.

    Die mentale Belohnung

    Für die aktuelle Studie aßen 50 Erwachsene so viel Schokolade, bis sie satt waren. Anschließend wurde ihnen eine weitere Portion Schokolade angeboten, und dreiviertel der Studienteilnehmer griff noch einmal zu und das, obwohl der Magen schon gut gefüllt war. Diejenigen, die auch beim zweiten Mal nicht „Nein“ sagen konnten, sind nach Ansicht der Forscher impulsive Charaktere, die zudem einen höheren Body-Mass-Index haben. Auch das Gehirn spielt in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle oder genauer gesagt, das Belohnungszentrum im Gehirn, denn das reagiert bei den Studienteilnehmern sensibler als bei denjenigen, die nicht zum zweiten Mal zugegriffen haben.

    Abnehmen ohne Erfolg

    Wer abnehmen will und dann vor einer kompletten Mahlzeit aus Fleisch, Kartoffeln und Gemüse sitzt, der wird wahrscheinlich „Nein Danke“ sagen, denn diese große Portion an Nahrungsmitteln, die zudem noch einen großen Energiehaushalt haben, ist nach Meinung vieler Menschen die reinste Kalorienbombe. Sie essen stattdessen lieber viele Kleinigkeiten und sind fest überzeugt, damit weniger Kalorien zu sich zu nehmen. Das Gegenteil ist der Fall, denn die komplette Mahlzeit hat zwar auch Kalorien, aber lange nicht so viele wie der kleine Snack. Zudem ist die große Portion ausgewogen und bringt alles mit, was der Körper braucht und verwerten kann. Der Riegel Schokolade und der kleine Stück Kuchen liefern keine Nährwerte und sie machen auch noch dick. Wer zwischen den Hauptmahlzeiten noch Hunger hat, der sollte zu gesunden Lebensmitteln wie Obst oder frischem Gemüse greifen, denn das hat keine Kalorien, ist vor allem an heißen Sommertagen sehr erfrischend und was viel wichtiger ist, es ist gesund.

    Häufiges Essen von vermeintlichen Kleinigkeiten ist der Hauptgrund, warum die Waage in die Höhe schnellt.

    Bild: © Depositphotos.com / draghicich

  • Praxis ohne Grenzen – medizinische Versorgung für alle

    Praxis ohne Grenzen – medizinische Versorgung für alle

    Viele kennen die Ärzte ohne Grenzen, eine Organisation, die weltweit Menschen medizinische Hilfe zukommen lässt. Die Ärzte ohne Grenzen helfen ohne Bezahlung und sie behandeln alle, die ihre Hilfe brauchen, die sie sich aber aus finanzieller Sicht nicht leisten können. Für dieses Engagement bekam Ärzte ohne Grenzen unter anderem bereits den Friedensnobelpreis. Praxis ohne Grenzen ist eine sehr ähnliche Organisation, die sich wenn auch in einem sehr viel kleineren Rahmen, um Menschen kümmert, die zwar in einem der reichsten Länder dieser Welt lebt, sich aber trotzdem keine angemessene medizinische Versorgung leisten kann.

    Ein Arzt mit Engagement

    Dr. Uwe Denker ist 77 Jahre alt und mit Leib und Seele Arzt. Der Allgemeinmediziner, der früher eine eigene Praxis hatte, hat die Organisation Praxis ohne Grenzen ins Leben gerufen, weil es nach seiner Ansicht einfach nicht sein kann, dass es in Deutschland so viele Menschen gibt, die sich eine medizinische Behandlung nicht mehr leisten können, weil ihnen die passende Krankenversicherung fehlt. In Deutschland leben nach Schätzungen fast eine Million Menschen, die nicht krankenversichert sind. Unter diesen Menschen sind immer mehr Menschen aus dem Mittelstand und viele Scheinselbstständige, die die Beiträge für die Krankenversicherung nicht mehr bezahlen können, aber auch Handwerker, die unverschuldet in Not geraten sind, weil ihre Kunden nicht zahlen. Auch Versicherungsvertreter und Marktbeschicker fallen immer öfter durch die soziale Lücke und können sich die Beiträge für eine Krankenversicherung einfach nicht mehr leisten. Für diese Menschen wurde Praxis ohne Grenzen ins Leben gerufen.

    Wie funktioniert die Praxis ohne Grenzen?

    Nachdem Dr. Denker seine eigene Praxis aufgegeben hat, kümmert er sich in seiner Praxis ohne Grenzen in Bad Segeberg um alle diejenigen, die durch das Raster der gesetzlichen Krankenversicherung gefallen sind. 400 Patienten hat der Arzt in den vergangenen fünf Jahren in seiner Praxis behandelt und alle waren in der gleichen Notlage, sie hatten keine Krankenversicherung und auch kein Geld, um eine teure Privatbehandlung zu bezahlen. Dazu kommen zwischen 800 und 1.000 telefonische Beratungen und immer wieder Schicksale von Menschen, die krank sind und einfach nicht mehr weiter wissen. Neben der Praxis von Dr. Denker gibt es in Schleswig-Holstein noch neun weitere Praxen und es werden noch mehr dazu kommen, denn der Strom der Patienten reißt nicht ab.

    Ideen für die Zukunft

    Neben seinem Engagement für notleidende Menschen hat Dr. Denker aber auch viele Ideen, wie die ungerechte medizinische Versorgung in Deutschland geändert werden kann. Seine wichtigsten Anliegen sind eine Grundversicherung für alle, die in einkommensabhängigen Berufen arbeiten, mit der Möglichkeit einer zusätzlichen privaten Krankenversicherung. Aber auch die Senkung der Mehrwertsteuer, die für Medikamente immer noch bei 19 % liegt, ist etwas, was der Arzt gerne durchsetzen möchte. Außerdem fordert er einen Zugang zu Krankenhäusern zu einem Notfalltarif, der nur für die Menschen gilt, die keine Krankenversicherung haben. Der Allgemeinmediziner hat ausgerechnet, dass Menschen, die auf Dauer ohne eine Krankenversicherung leben müssen, im Schnitt 14 Jahre eher sterben als diejenigen, die den Schutz einer Krankenversicherung genießen dürfen. Offenbar gibt es in Deutschland Regionen, bei denen die Praxis ohne Grenzen kein Thema ist, denn Dr. Denker musste die Erfahrung machen, dass es in Bayern keinen Bedarf gibt. Aber der Arzt weiß auch, dass es Kollegen in Bayern gibt, die das Problem kennen und die in ihrer Praxis Menschen behandeln, die nicht krankenversichert sind.

    Wie dringend diese Hilfe ist, das haben auch viele Krankenhäuser in Deutschland erkannt. Sie haben ihre normalen Notaufnahmen um sogenannte Hausarztambulanzen erweitert, in der Patienten behandelt werden, die Wochen oder sogar Monate auf einen Termin warten müssen oder die kein Geld haben, um zu einem Arzt zu gehen, der nur noch Privatpatienten aufnimmt, denn von diesen Ärzten gibt es in Deutschland immer mehr.

    Bild: © Depositphotos.com / atholpady