Schlagwort: Die Weltgesundheitsorganisation

  • Die Grippewelle rollt – wie gut ist der neue Impfstoff?

    Die Grippewelle rollt – wie gut ist der neue Impfstoff?

    Wenn die Tage kürzer werden, dann ist auch die Grippe wieder da. Wie in jedem Jahr steigt im Herbst und Winter die Zahl der Erkrankungen, und alle, die sich schützen wollen, sollten sich jetzt impfen lassen. Das Paul-Ehrlich-Institut hat bislang 21 Millionen Einheiten Impfstoff freigegeben, aber ob der Impfstoff gegen die diesjährige Grippewelle helfen wird, daran zweifeln viele Experten. Besonders der sogenannte Dreifach-Impfstoff, der Antigene aus drei akut zirkulierenden Grippeviren enthält, steht in der Kritik.

    Ist der neue Impfstoff effektiv?

    Der Impfstoff, der zurzeit zur Verfügung steht, schützt vor zwei Varianten des Grippetyps A und vor einer Variante des Grippetyps B. Das reicht bei Weitem nicht aus, kritisieren viele Ärzte. Sie raten dazu, den in Deutschland eher selten verabreichten Vierfach-Impfschutz in die Grippeimpfung aufzunehmen, denn dieser Impfstoff enthält noch einen weiteren Schutz gegen die B-Variante. Nach Auskunft des Paul-Ehrlich-Instituts gibt es jedoch schon jetzt erhebliche Engpässe, der vierfache Schutz ist momentan nur noch im Großhandel zu bekommen.

    Was die WHO empfiehlt

    Jedes Jahr gibt die Weltgesundheitsorganisation WHO eine neue Empfehlung über die Zusammensetzung des aktuellen Grippeimpfstoffes heraus. Diese Empfehlung erfolgt jedes Jahr, allerdings weit vor Beginn der neuen Grippesaison. Das birgt die große Gefahr, dass sich das Grippevirus bis zum eigentlichen Ausbruch der Grippe noch genetisch verändern kann. Im schlimmsten Fall ist das im Impfstoff enthaltene Eiweiß nicht mehr mit dem Oberflächeneiweiß des eigentlichen Grippeerregers kompatibel, das menschliche Immunsystem muss praktisch blind auf den noch unbekannten Virus reagieren. Das Ganze erinnert dann an eine Art Lotterie, denn nicht bei jedem, der sich impfen lässt, erkennt das Immunsystem den Impfstoff.

    Keine Gefahr durch den bewährten Impfstoff

    Die Krankenkasse Barmer GEK sieht momentan keine Gefahr und ist sich sicher, dass der Dreifach-Impfstoff vollkommen ausreichen wird, bei der kommenden Grippewelle den notwendigen Schutz zu bieten. Der Vierfach-Impfstoff ist zudem sehr viel teurer als der bekannte und bewährte dreifache Schutz, außerdem kostet der aktuelle Impfstoff nach Angaben der Barmer weniger als ein Drittel des Vierfach-Impfstoffes. Nach Ansicht der Klinik für Infektiologie und Pneumologie der Berliner Charité ist die Einschätzung der Krankenkasse irrelevant, denn es kann nicht sein, so die Experten der Charité, dass man auf gut Glück impft und hofft, dass kein Patient den gefährlichen zweiten B-Typ des Grippevirus hat. Das Robert-Koch-Institut betont aber, dass es sehr sich wichtig ist, sich überhaupt impfen zu lassen, denn während der Grippewelle im vergangenen Jahr wurden in Deutschland rund 6,2 Millionen Menschen aufgrund grippaler Symptome behandelt.

    Nur ein Bruchteil

    In weiten Teilen der Bevölkerung wird eine echte Grippe immer noch mit einem grippalen Infekt verwechselt, also mit einer normalen Erkältung. Daher ist es sehr schwer, genaue Schätzungen abzugeben, wie viele der 6,2 Millionen Bürger auch tatsächlich eine Grippe hatten. 2014 wurden nur in knapp 70.000 Blutproben echte Grippeerreger nachgewiesen, und auch die Zahl der Todesfälle schwankt von Jahr zu Jahr. Besonders hoch war die Zahl allerdings zwischen 2012 und 2013, damals starben rund 20.000 Menschen an den Folgen einer Grippe.

    Die Impfquoten sinken

    Die Ärzte beklagen eine zunehmenden Impfmüdigkeit der Deutschen. In der Gruppe der Menschen über 60 lassen sich 50 % impfen, in diesem Alter empfiehlt die Ständige Impfkommission aber auch eine Impfung. Beim jüngeren Teil der Bevölkerung ist hingegen nur jeder vierte Deutsche gegen die Grippe geimpft. Ein Grund für das fehlende Interesse an einer Immunisierung ist, dass die Grippe für eine eher harmlose Krankheit gehalten wird, was aus dem Unwissen über den Unterschied zwischen einer harmlosen Erkältung und einer echten Grippe resultiert.

    In diesem Jahr wird sich nach Ansicht von Experten die Grippewelle verschärfen, denn die Vielzahl der Flüchtlinge, die eng zusammen in ihren Unterkünften leben, können für Massenausbrüche der Grippe sorgen.

    Bild: © Depositphotos.com / Esbenklinker

  • WHO verzeichnet zwei neue Ebola-Fälle in Guinea

    WHO verzeichnet zwei neue Ebola-Fälle in Guinea

    Die Weltgesundheitsorganisation WHO stellte in Guinea zwei neue Fälle fest, wo Menschen mit dem hochgefährlichen Virus Ebola angesteckt wurden. Die beiden Ebola-Infektionen wurden in der Hauptstadt Conakry und einer Nachbarstadt festgestellt.

    Eine Woche lang keine Ebola-Infektion

    Die WHO berichtete am 8.Oktober 2015 dass es seit dem Ausbruch der Ebola-Epidemie in Guinea, Sierra Leone und Liberia im März 2014 für sieben Tage zu keinem erneuten Ausbruch der Krankheit kam. Jedoch hatte die Organisation eine Warnung herausgegeben nach der es in Zukunft zu weiteren Ausbrüchen von Ebola in den drei Ländern kommen könnte. In Guinea befinden sich zahlreiche Menschen noch immer unter Beobachtung, die in Verbindung mit Ebola-Erkrankten standen. Wie die WHO berichtet, seien in Westafrika insgesamt über 28.000 Ebola-Fälle registriert worden und davon seien rund 11.300 Menschen gestorben.

    Eine beunruhigende Entdeckung stellten Forscher des Gesundministeriums von Sierra Leone zusammen mit der US-Gesundheitsbehörde CDC fest. Nach ihrer Kenntnis können Ebola-Viren bis zu einem Jahr in Sperma überleben. Bisher konnte allerdings nicht geklärt werden, ob eine Ansteckung mit Ebola beim Geschlechtsverkehr möglich ist. Auf Grund dieser Ergebnisse sei eine ärztliche Betreuung von Überlebenden einer Ebola-Erkrankung für einen Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten erforderlich. Vor sieben Monaten registrierten die Forscher den Fall einer Frau aus Liberia, die sich durch einen Geschlechtsakt mit dem gefährlichen Virus angesteckt hatte. Bei ihrem Sexpartner war ein halbes Jahr zuvor das Ebola-Virus festgestellt worden. An der Studie nahmen 93 Männer aus Sierra Leone teil.

    Was ist Ebola?

    Bei Ebola handelt es sich um ein hochansteckendes gefährliches Virus, dessen Ursprung bis heute nicht vollständig geklärt werden konnte. Nach bisheriger Forschung könnten Fledermäuse, Affenfleisch oder Insekten die Quelle von Ebola sein. Als Herkunftsort konnten vor allem Zentralafrika und Südostasien ermittelt werden. Im Jahr 1976 wurde in Yambuku (Zaire) der erste Ebola-Fall festgestellt. Damals gab es 318 Ebola-Erkrankte von denen 280 Menschen starben und einer Sterbequote von fast 90 Prozent entsprach. Wie sich Menschen mit dem Virus genau anstecken, ist unklar, da die Übertragungswege noch nicht exakt festgestellt werden konnten. Bislang gelten das Buschfleisch von Wildtieren wie Affen und Mensch-zu-Mensch-Kontakte als Übertragungswege für das Ebola-Virus. Die Inkubationszeit beläuft sich bis zum Ausbruch einer Ebola-Erkrankung auf 2 bis 21 Tage. Die Wissenschaft stellte bislang die Ebola-Virentypen Zaire-Ebola und Reston-Ebolavirus fest.

    Die Ebolaviren lösen das Ebolafieber aus, in deren Folge ein mit dem Virus infizierter Mensch innerhalb weniger Tage sterben kann. Die inneren Organe lösen sich dabei langsam auf und es kommt zu dramatischen Blutungen. Bei der Ebola-Epidemie in Westafrika im Jahr 2014 kam der experimentelle Impfstoff VSV-EBOV zur Behandlung an Ebola erkrankter Menschen zum Einsatz. In Guinea wurde der Impfstoff erfolgreich getestet und konnte die Ebola-Fälle in einem erheblichen Umfang reduzieren. Jedoch gilt der Impfstoff als umstritten, weil er zu Nebenwirkungen wie Gliederschmerzen und anderen wenig erfreulichen gesundheitlichen Negativfolgen für einen Betroffenen führt.

    Outbreak – Lautlose Killer mit Ebola als Thema

    Der Film »Outbreak – Lautlose Killer « von Wolfgang Petersen aus dem Jahr 1994 mit Donald Sutherland, Morgan Freeman, Rene Russo und Dustin Hoffmann behandelt das Ebola-Virus als Thema. In der Filmhandlung wurde ein mutiertes Ebola-Virus entdeckt, welches in einer US-Kleinstadt durch ein kleines Äffchen verbreitete und schließlich zur hermetischen Abriegelung führte. Das Äffchen kann eingefangen und aus dessen Blut eine Impfstoff erzeugt werden. Das Ebola-Virus stellt sich in den Film als biologische Waffe des US-Militärs heraus. An den Kinokassen war der Thriller ein internationaler Erfolg. Der US-Sender ABC kündigte 2013 eine Fernsehserie basierend auf den Kinofilm an.

    Bild: © Depositphotos.com / valeniker

  • Sterberisiko steigt durch Stehen und Sitzen

    Sterberisiko steigt durch Stehen und Sitzen

    Nach einer umfassenden Studie der University of Exeter kann Stehen wie Sitzen zu einer Erhöhung des Sterberisikos und Krankheitsrisikos führen. Im Rahmen der Studie wurden 1412 Frauen und 3720 Männer untersucht. Die Daten der Studienteilnehmer entstammten der Kohortenstudie Whitehall II, die über 16 Jahre lief und insgesamt 5100 Teilnehmer zählte. Die Studie endete am 31.Juli 2014.

    Sitzzeit erfasst

    Die Männer und Frauen mussten ihre wöchentliche Sitzzeit aufschreiben und angeben wie viel Zeit sie in der Woche einer mittelschweren bis kräftigen Aktivität nachgingen. Die Probanden waren 35 bis 55 Jahre alt und mussten auch ihre tägliche Gehzeit in einem Fragebogen niederschreiben. Die Lebensgewohnheiten und der Gesundheitszustand wurden seit dem Jahr 1985 aufgezeichnet. In der Zeit der Studie verstarben 450 Teilnehmer, deren Todesursache aber weder mit Sitzen noch Stehen in Verbindung gebracht werden konnte. Zahlreiche Studienteilnehmer standen durchschnittlich 43 Minuten länger auf ihren Beinen als der Durchschnitt der Briten.

    Basierend auf dem Studienergebnis kann Bewegung die Gesundheit davor schützen durch zuviel Sitzen Schaden zu nehmen. Wie der Mediziner Dr. Hillsdon berichtete, der die Studie begleitete, seien alle ruhenden Positionen mit einem zu niedrigen Energieverbrauch negativ für die Gesundheit.

    Sitzen beeinflusst Stoffwechsel

    Wie die Forscher herausfanden, kann sich der Stoffwechsel des Menschen ändern je nachdem ob er geht, sitzt oder steht. Das Studienergebnis konnte nicht genau feststellen wie stark sich ein zu langes Stehen oder Sitzen auf den Stoffwechselprozess des Körpers auswirken kann. Eine weitere Forschung soll ergründen, ob tatsächlich ein Zusammenhang zwischen einem zu langen Sitzen oder Stehen und Diabetes Typ-2 bzw. Herzkrankheiten besteht.

    Bewegung positiv für die Gesundheit

    Die Studienautoren empfehlen auf Grund ihrer Erkenntnisse aus der Studie eine regelmäßige Bewegung, um das Risiko eine Herzkrankheit oder Diabetes Typ-2 zu erleiden zu vermindern. Das Sterberisiko könne durch körperliche Aktivität ebenfalls auf ein Minimum begrenzt werden. Als Beispiele für Bewegungen wurde das Treppensteigen, Spaziergänge, Gehen und Aufstehen genannt.

    Vor allem Büroberufe sind von einer zu langen Sitzzeit betroffen. Je länger jemand sitzt desto höher kann das Krankheitsrisiko sein oder im schlimmsten Fall ein früher Tod die Folge sein. Wer sich zu wenig bewegt, kann übergewichtig oder fettleibig werden und als Folge an Diabetes Typ-2 oder einer Herzkrankheit erkranken. Ein zu langes Sitzen kann zu Fehlhaltungen führen und auf Dauer ungesund für den Körper sein. In der Mittagspause empfiehlt sich nach einem stundenlangen Sitzen oder Stehen ein Spaziergang an der frischen Luft. Alternativ können kleine Fitnessübungen am Schreibtisch helfen die Folgen von zu langem Sitzen abzumildern. Kleine Fitnessübungen können Kniebeugen, Streckübungen oder der Hampelmann sein. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt eine körperliche Aktivität von mindestens einer Stunde täglich und ist auch ratsam, weil bei zu wenig Bewegung das Krankheitsrisiko steigen kann.

    Die Teilnahme an Fitnesskursen wird von Krankenkassen auf Antrag bezuschusst und kann hilft dabei in Bewegung zu bleiben. Jeder Mensch hat Freude an einer bestimmten Sportart und diese sollte regelmäßig ausgeführt werden.

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  • Kommt bald die Zuckersteuer?

    Kommt bald die Zuckersteuer?

    Die Deutschen werden immer dicker und die Zahl derjenigen, die aufgrund ihres Übergewichts an Diabetes erkranken, steigt sprunghaft an. Um diesen Trend auszubremsen, gibt es jetzt wieder eine heftige Diskussion, eine Zuckersteuer und eine Fettsteuer einzuführen. Vor allem Mediziner drängen darauf, in Zukunft für Chips, Fast Food, Softgetränke und auch für Schokolade die Preise anzuheben. Mit der Zuckersteuer und der Fettsteuer soll das Verhalten der Verbraucher geändert werden, und so zu einem Trend zur gesünderen Ernährung werden.

    Zuckersteuer – Schuld sind die niedrigen Preise

    Chips, Schokolade und auch Fertiggerichte werden gerne gekauft, denn diese Lebensmittel sind günstig und in einer großen Auswahl immer verfügbar. Auch Fast Food kostet wenig Geld, ein Burger oder auch eine Tüte Pommes frites sind schon für einen Euro zu bekommen. Diese fragwürdige Preispolitik ist einer der Gründe, warum die Menschen immer dicker werden. Viele machen sich nicht mehr die Mühe, selbst zu kochen, sondern schieben eine tiefgekühlte Pizza in den Backofen oder ein Fertiggericht in die Mikrowelle. In vielen Familien fehlt auch das Geld für eine gesunde Ernährung und das hat zur Folge, dass immer mehr Kinder unter Übergewicht leiden.

    Ungesundes soll teurer werden

    Die Weltgesundheitsorganisation WHO fordert zum einen, sowohl Zucker, Salz und auch Fett in Lebensmitteln zu reduzieren und zum anderen die ungesunden Lebensmittel durch eine Zuckersteuer und eine Fettsteuer auch teurer zu machen. In anderen Ländern gibt es die Zuckersteuer bereits, so müssen zum Beispiel die Dänen seit 2009 25 % mehr für Süßwaren bezahlen und auch in Ungarn gibt es seit 2011 eine Sondersteuer auf alle Lebensmittel, die zu viel Salz, Fett und Zucker enthalten. Ebenfalls 2011 hat Finnland die Zuckersteuer auf Eiscreme, Softgetränke und Süßigkeiten eingeführt und in Frankreich muss schon seit 2012 mehr für süße Erfrischungsgetränke wie Coca-Cola bezahlt werden.

    Welche Lebensmittel sollen besteuert werden?

    In Italien, Rumänien und auch in Belgien und England wird darüber nachgedacht, für bestimmte Lebensmittel eine Zuckersteuer einzuführen. Diese Steuer soll immer dann erhoben werden, wenn ein Produkt mehr als zwölf Prozent Zucker hat, die Fettsteuer betrifft alle Lebensmittel, die einen Anteil von 20 % Fett haben. Auch Nahrungsmittel, die mehr als 1,5 % Salz enthalten, sollen besteuert werden.

    Gesunde Lebensmittel werden günstiger

    Wenn eine Zuckersteuer und eine Fettsteuer eingeführt werden, dann sollen im Gegenzug gesunde Nahrungsmittel günstiger werden. So sollen Gemüse und Obst, aber auch Milch und alle Vollkornprodukte günstiger angeboten werden, um auch denjenigen, die wenig Geld haben, die Möglichkeit zu geben, sich gesund und ausgewogen zu ernähren. Die Idee einer Fett- und Zuckersteuer ist nicht neu, denn schon seit einigen Jahren warnen Ärzte davor, dass die Menschen in Deutschland immer dicker werden. Aktuell sind zwei Drittel der Männer und jede zweite Frau in Deutschland übergewichtig und dieses Übergewicht fördert Diabetes und Herzerkrankungen.

    Bild: © Depositphotos.com / ra3rn_

  • Wetterwechsel begünstigen Migräne

    Wetterwechsel begünstigen Migräne

    Migräne hat bis heute einen schweren Stand, denn noch immer wird diese Art von Kopfschmerzen vor allem Frauen zugerechnet, die als ein wenig „hysterisch“ gelten. Alle, die das denken, haben in ihrem Leben wahrscheinlich noch nie Migräne gehabt, denn diese starken Kopfschmerzen können das Leben der Betroffenen sehr einschränken. Was eine Migräne auslöst, das ist noch nicht genau erforscht, aber nach einer neuen Studie ist ein Wetterwechsel oft der Grund, warum es zu einer Migräneattacke kommt.

    Das Gewitter im Kopf

    Sieben bis zehn Prozent der Männer und 15 % der Frauen in Deutschland leiden unter jenen pulsierenden Kopfschmerzen, die so typisch für eine Migräne sind. Viele können die Attacken nur in einem abgedunkelten Raum ertragen, andere werden während einer heftigen Schmerzattacke auf einem Auge blind, und oftmals helfen auch die stärksten Kopfschmerztabletten nicht mehr. Migräne ist weitaus mehr als nur Kopfschmerzen, die Weltgesundheitsorganisation WHO zählt Migräne zu den 20 Leiden, die das Leben der Betroffenen am meisten beeinträchtigt. Eine neue Studie bestätigt jetzt das, was viele Migräne Patienten sagen, dass sie die ersten Anzeichen einer Migräne spüren können, und zwar schon Stunden, bevor das Wetter umschlägt.

    Migräne Patienten sind sensibel

    Die Mehrzahl derjenigen, die regelmäßig unter einer Migräne zu leiden haben, sind besonders sensibel und reagieren auf bestimmte Reize. Kommt es zu einer Überflutung von Reizen, dann werden Botenstoffe in großen Mengen ausgeschüttet, die Gefäße im Kopf verengen sich und es kommt zu einer Kaskade von Schmerzen. Die Ernährung kann ebenso zu einer Reizüberflutung führen wie auch ein gestörter Schlaf- und Wachrhythmus, aber auch ein Wetterwechsel macht den Betroffenen zu schaffen. Sie reagieren darauf, wenn das Wetter umschlägt, viele haben Schwierigkeiten bei Hitze und einem nahenden Gewitter, andere bekommen Kopfschmerzen, wenn das Thermometer sinkt. Eine Untersuchung unter 20.000 Migräne Patienten ergab: Wenn das Thermometer nur um fünf Grad sinkt, dann haben 20 % mehr und vor allem auch stärkere Kopfschmerzen.

    Kopfschmerzen als Wetterradar

    Wissenschaftler an der Hochschule im bayrischen Hof haben zusammen mit der Migräne- und Kopfschmerzklinik Königstein und der Universität Rostock Fakten und Daten von Migräne Patienten gesammelt, die besonders heftig auf Wetterumschwünge reagieren. Sie fanden heraus, dass einige Patienten besonders heftig reagieren, andere spüren den kommenden Wetterwechsel, aber sie reagieren nur mit leichten Schmerzen. Interessant ist auch, dass diejenigen, denen die Migräne „vererbt“ wurde, es mit besonders starken Kopfschmerzen zu tun haben. Da man das Wetter nicht ändern kann, bleibt den Migräne Patienten nichts anderes übrig, als zu lernen, mit dem Schmerz umzugehen. Entspannungsübungen können helfen, und die Betroffenen sollten mit diesen Übungen beginnen, wenn sie die ersten Anzeichen einer Migräne fühlen, auch Ausdauersport kann hilfreich sein. Die Ärzte raten ihren Patienten in der Regel zu Dunkelheit und Ruhe, wenn die Attacken von Ausfallerscheinungen begleitet werden.

    Bild: © Depositphotos.com / robertprzybysz

  • Kinderlähmung in der Ukraine – Gefahr für Deutschland?

    Kinderlähmung in der Ukraine – Gefahr für Deutschland?

    Kinderlähmung – dieses Wort ruft auch heute noch Angst und Schrecken hervor und das, obwohl die Krankheit in Westeuropa schon lange als besiegt galt. Im Osten Europas sieht das allerdings ganz anders aus, denn dort ist Polio immer noch ein Thema, was zwei neue Erkrankungen beweisen, die aus der Ukraine gemeldet werden. Aber nicht nur die Ukraine stellt aktuell eine Gefahr dar, auch andere Länder dieser Welt, wie zum Beispiel Syrien, der Irak, Afghanistan, der Kongo und auch Somalia gelten als Brutstätten für Kinderlähmung.

    Mit dem Krieg kommt auch die Kinderlähmung

    Auffallend ist, dass es die Kriegsgebiete dieser Welt sind, in denen Polio grassiert. Wo Krieg herrscht, da bricht die Infrastruktur und damit auch das Gesundheits- und Impfwesen zusammen. Das bietet den Polio Viren den besten Nährboden für eine Renaissance und ein Ausbruch der Kinderlähmung war nur noch eine Frage der Zeit. 2013 brach die Kinderlähmung im Bürgerkriegsland Syrien aus und die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt, dass bis jetzt mehr als 10.000 Menschen infiziert sind. Anfang Juli wurde bekannt, dass sich Polio auf den Weg nach Europa gemacht hat, denn in der Ukraine sind zwei Kinder im Alter von zwei Jahren und zehn Monaten an Kinderlähmung erkrankt. Die Gefahr, dass sich Polio im ganzen Land ausbreiten kann, ist groß, denn in der Ukraine ist nur jedes zweite Kind geimpft.

    Eine Gefahr auch für Deutschland

    Dass auch das bislang poliofreie Deutschland in Gefahr ist, daran hat das Robert-Koch-Institut keinen Zweifel mehr. Allerdings lässt sich das Ausmaß einer möglichen Gefahr heute sehr schwer abschätzen, denn niemand weiß so genau, wie viele Menschen aus der Ukraine nach Deutschland kommen und wie viele dieser Menschen mit dem Polio Virus infiziert sind. Auch die aktuelle Flüchtlingskrise in Europa birgt Gefahren, denn die Masse der Menschen, die momentan aus Syrien, dem Irak, aus Afghanistan und aus vielen afrikanischen Staaten nach Europa kommen, kann nur unzureichend untersucht werden. Das Robert-Koch-Institut warnt aber vor Panik, denn auch in den Ländern, aus den die Menschen fliehen, wurde in den vergangenen Jahren gegen Polio geimpft. In den Staaten, aus den jetzt vermehrt Flüchtlinge nach Deutschland kommen, waren lediglich 364 symptomatische Fälle, 355 kamen aus Pakistan. Aus Syrien wurde kein einziger Fall bekannt.

    Polio ist aber nicht die einzige Gefahr, die die Flüchtlinge mit nach Europa bringen, für eine Masernwelle in Berlin sorgt ein aus Bosnien eingeschleppter Virus. Auch Krankheiten wie die Krätze, die in Deutschland schon lange kein Thema mehr war, ist jetzt wieder auf dem Vormarsch und auch verschiedene Hepatitis Formen sind wieder aufgetaucht. Die Städte und Gemeinden, die jetzt mit immer mehr Flüchtlingen rechnen müssen, fordern deshalb mehr finanzielle Mittel, um eine ausreichende und umfassende medizinische Versorgung der Menschen sicherstellen zu können.

    Bild: © Depositphotos.com / gustavofrazao