Schlagwort: Geburt

  • Ausschabung – kleiner operativer Eingriff in die Gebärmutter

    Ausschabung – kleiner operativer Eingriff in die Gebärmutter

    Bei einer Ausschabung handelt es sich um einen operativen Eingriff. Dabei geht es um die Entfernung von Teilen oder sogar der gesamten Gebärmutterschleimhaut. Dieser operative Eingriff wird auch als Abrasion oder Curettage bezeichnet.

     

    Gründe für eine Ausschabung

    Es gibt mehrere Gründe für die Durchführung einer Ausschabung, unter anderem:

    • diagnostische Zwecke (Feststellung von Zellveränderungen, beispielsweise bei Gebärmutterschleimhautkrebs)
    • Fehlgeburt und Fruchttod
    • nach einer Geburt
    • Schwangerschaftsabbruch
    • bei unregelmäßigen Blutungen.

     

    Zu diagnostischen Zwecken erfolgt eine mikroskopische Untersuchung der Schleimhaut nach einer Gebärmutterausschabung durch einen Pathologen. Somit können eventuelle Veränderungen schnell erkannt werden.

     

    Ebenfalls kommt für eine Ausschabung das Versterben des Embryos in der Frühschwangerschaft infrage. Manche Frauen erleben dann die Wehen-Tätigkeit einer normalen Geburt – andere Frauen erleben allerdings eine stille Geburt. Um gefährliche Komplikationen, wie zum Beispiel Blutungen oder Infektionen nach einem Abort zu vermeiden, wird in der Regel eine Gebärmutterausschabung durchgeführt.

     

    Auch wenn die Geburt bereits erfolgt ist, kann manchmal eine Ausschabung notwendig sein. Dies ist besonders dann der Fall, wenn Teile des Mutterkuchens oder der Eihäute in der Gebärmutter verbleiben.

     

    Bis zur 12. Schwangerschaftswoche ist es in Deutschland möglich, eine unerwünschte Schwangerschaft abzubrechen. Dies geschieht häufig durch Saugkürettage. Häufige Gründe für eine Ausschabung sind unregelmäßige Blutungen. Oftmals werden diese Gebärmutterausschabungen während der Wechseljahre durchgeführt.

     

    Durchführung der Ausschabung

    Meistens wird eine Ausschabung der Gebärmutter unter Vollnarkose durchgeführt. Sofern nur Gewebe aus dem Gebärmutterhals entfernt werden soll, kann der Eingriff auch unter örtlicher Betäubung erfolgen. Dabei sieht der Ablauf einer Gebärmutterausschabung so aus:

    • Eingriff erfolgt auf gynäkologischen Stuhl
    • Beine und Intimbereich werden gewaschen, desinfiziert und abgedeckt
    • Platzieren spezieller Instrumente vom Operateur in der Scheide und Muttermund
    • Schleimhaut wird mit Kürette abgetragen
    • Absaugen des entfernten Gewebes.

     

    Risiken einer Ausschabung

    Wie bei jeder anderen Operation geht auch die Gebärmutterausschabung mit speziellen Risiken einher. Dabei kann es sich um starke Blutungen, Infektionen oder auch Perforationen von Organen handeln. Auch eine veränderte Menstruation oder Schmerzen nach der Operation sowie eine Gebärmutterhalsschwäche sind nicht komplett auszuschließen.

     

    Die Behandlung dieser Komplikationen hängt immer von der Schwere ab. Wenn der Schnitt bei einer Ausschabung zu tief gesetzt wird oder Restgewebe in der Gebärmutter zurückbleibt, kann es zu starken Blutungen kommen. Manchmal reichen blutstillende Medikamente zur Beseitigung dieser Komplikation aus. Streckenweise ist allerdings eine erneute Operation notwendig.

     

    Ferner kann sich eine Infektion der Wunde herausbilden. Dementsprechend kann diese Entzündung sogar zur Blutvergiftung führen. Die Behandlung erfolgt mit Antibiotika und kreislaufunterstützenden Medikamenten.

     

    Sofern eine Perforation des Uterus vorliegt, können Keime in die Bauchhöhle gelangen. Um diese Komplikation zu behandeln, bleibt meist nur die vollständige Entfernung der Gebärmutter.

     

    Nach einer Gebärmutterausschabung kann es zu Vernarbungen kommen, die sogar Unfruchtbarkeit zur Folge haben. Symptome dieser Vernarbungen und Verwachsungen sind unregelmäßige oder ausbleibende Menstruationen sowie Fehlgeburten.

     

    Da es sich bei der Ausschabung um eine Operation handelt, können in den ersten Tagen danach Schmerzen im Unterleib auftreten. Ein Schmerzmittel kann da schnell Abhilfe schaffen. Eine folgenschwere Komplikation der Gebärmutterausschabung ist die Gebärmutterhalsschwäche. Das heißt, bei einer nachfolgenden Schwangerschaft ist dann das Bindegewebe des Gebärmutterhalses nicht mehr in der Lage, das Gewicht des Kindes zu tragen. Demzufolge besteht die Möglichkeit, dass es zu Frühgeburten oder Schädigungen während der Geburt kommt.

     

    Nach der Gebärmutterausschabung

    Eine Gebärmutterausschabung erfolgt meistens als ambulante Operation. Nachdem der Eingriff erfolgte kann die Patientin in der Regel am selben Tag wieder nach Hause gehen. Allerdings nicht mit dem eigenen Auto – wegen der Narkosemittel. Außerdem sollte sich die Patientin die nächsten Tage schonen und auf Warnsymptome achten. Zu diesen können unter anderem

    • plötzliche, stärker werdende Schmerzen
    • gespannte Bauchdecke
    • starke Blutungen
    • eitriger, übelriechender Ausfluss
    • Fieber
    • Schwäche

    gehören.

     

    Bei Auftreten vorgenannter Symptome ist ein schnellst mögliches Aufsuchen eines Arztes erforderlich. Zudem sollte die Patientin nach der Gebärmutterausschabung rund zwei Wochen auf Sport verzichten, damit das Risiko einer Blutung verringert wird.

     

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  • Während der Schwangerschaft reisen – geht das?

    Während der Schwangerschaft reisen – geht das?

    Schwanger noch mal in den Urlaub fahren? Ist das nicht ein allzu großes Risiko? Die gute Nachricht: In der Regel spricht nichts gegen einen letzten gemeinsamen Urlaub zu zweit. Es sollte aber in jedem Fall vorab eine ärztliche Abklärung stattfinden. Was außerdem zu beachten ist, erklärt dieser Artikel.

     

    Welche Urlaubsorte eignen sich für Schwangere?

    Grundsätzlich können auch Schwangere reisen. In vielen tropischen Ländern gibt es allerdings Krankheiten, wie beispielsweise Malaria oder Typhus, die sowohl für die Mutter als auch das ungeborene Kind eine Gefahr darstellen können. Deshalb raten Experten von Reisen in diese Länder unbedingt ab. Außerdem sind die hygienischen Bedingungen nicht überall optimal. Eine ähnlich hohe medizinische Versorgung wie in Deutschland oder Österreich findet sich selten, wenn dann innerhalb Europas. Feuchtes Klima und extreme Hitze verkraften Schwangere oft ebenfalls nicht so gut.

    Wer keine allzu großen Risiken eingehen möchte, sollte sich besser für ein Urlaubsziel innerhalb Deutschlands oder Europas entscheiden und jede Reise immer mit dem Arzt abklären.

     

    Was sind geeignete Fortbewegungsmittel?

    Langes Sitzen während der Schwangerschaft birgt immer die erhöhte Gefahr einer Thrombose in sich. Dabei bilden sich Blutgerinnsel, vor allem in den Beinvenen. Das kann schwerwiegende Folgen haben, nicht zuletzt eine lebensgefährliche Lungenembolie. Bei einer Beinvenenthrombose zeigen sich bestimmte Symptome, auf die sofort reagiert werden sollte. Damit es gar nicht erst soweit kommt, können Schwangere auf Reisen folgendermaßen vorbeugen:

    Reisen mit dem Flugzeug

    • Ein Gangplatz sorgt dafür, dass die Beine zwischendurch immer wieder ausgestreckt werden können.
    • Auch im Flugzeug sollten sich Schwangere ausreichend bewegen. Dazu den Gang immer wieder mal auf- und ablaufen.
    • Viel trinken, damit das Blut verdünnt wird und entsprechend gut im Körper zirkulieren kann.
    • Vorbeugend Kompressionsstrümpfe tragen, die ebenfalls für ausreichend Blutzirkulation sorgen und geschwollene Beine entlasten.

    Reisen mit dem Auto und dem Zug

    Die erhöhte Gefahr des Thromboserisikos gilt natürlich auch bei langen Autofahrten. Pausen können dabei aber nach Bedarf selbst eingeteilt werden. So ist ausreichend Bewegung möglich. Beim Reisen mit dem Auto sollten Schwangere unbedingt darauf achten, dass der Gurt richtig angelegt ist: Der obere Teil muss über der Brust verlaufen, während der untere Teil unter dem Bauch liegen sollte, um nicht auf das Ungeborene zu drücken.

    Bei Reisen mit dem Zug können Schwangere die Möglichkeit nutzen, sich auch während der Fahrt uneingeschränkt zu bewegen. Das Gepäck kann bei der Bahn aufgegeben werden. So müssen keine schweren Gegenstände gehoben werden und ein stressfreies Reisen ist möglich.

    Geeignete Reiseziele, die auch während der Schwangerschaft angesteuert werden können, finden sich bei Anbietern wie travelix.de oder rewe-reisen.de. Schwangere haben so gerade in der aufregenden Zeit vor der Geburt noch einmal die Möglichkeit, mit gutem Gewissen zu entspannen.

     

    Impfungen während der Schwangerschaft

    Jede medizinische Behandlung muss während der Schwangerschaft gründlich hinsichtlich Risiken und Nebenwirkungen abgewogen werden. Das gilt grundsätzlich auch für eine Impfung, die für den Körper immer eine Belastung darstellt. Dieser muss gegen den Impfstoff Antikörper bilden. Schwangere sollten sich keiner unnötigen Belastung aussetzen. Impfungen, die nicht unbedingt notwendig sind, sollten daher unbedingt vermieden werden. Reisemedizinische Institute sind professionelle Ansprechpartner für alle Fragen rund um das Thema Urlaub und Impfung während der Schwangerschaft.

     

    Der richtige Reisezeitpunkt

    Als Zeitpunkt, um die erste Reise gemeinsam mit dem Ungeborenen anzutreten, eignet sich das zweite Trimester. Die anfängliche Übelkeit sowie die Müdigkeit sollten dann überstanden sein. Der Fötus ist gerade mal 18 bis 25 cm groß, weshalb auch die Beweglichkeit der Frau noch nicht zu sehr eingeschränkt ist.

    Natürlich kann eine Reise auch zu einem späteren Zeitpunkt angetreten werden. Viele Fluggesellschaften lassen Frauen aber nur bis maximal zur 35. Schwangerschaftswoche reisen. Andernfalls ist ein Attest vom Arzt notwendig.

     

    Essen vor Ort

    In Bezug auf die Ernährung sollte während der Schwangerschaft auf folgende Lebensmittel verzichtet werden:

    • Rohes Fleisch und roher Fisch
    • Ungeschältes Obst
    • Speiseeis

    Das gilt für das Inland ebenso wie für Reisen ins Ausland. Hier sollte vorsorglich auf Leitungswasser sowie Eiswürfel verzichtet und Mineralwasser aus Flaschen getrunken werden.

  • Durch Rauchstopp 10 Jahre länger leben

    Durch Rauchstopp 10 Jahre länger leben

    Rauchen ist ungesund und führt zu einem deutlich höheren Risiko zu erkranken, doch solche Argumente ziehen bei vielen nicht. Schuld ist mitunter die Tatsache, dass sich die Auswirkungen erst zu einem späteren Zeitpunkt zeigen. Der bekannte Raucherhusten zum Beispiel ist eine vermeintlich harmlose Nebenwirkung, die als ungefährlich abgestempelt wird. Dabei stimmt es gar nicht, denn in vielen Fällen ist es ein erstes Anzeichen und es kann später zu Lungenkrebs, Magen- und Darmkrebs, COPD oder zu einem Herzinfarkt kommen. Oft müssen Menschen jahrelang Schmerz und Leid ertragen, die der Tabakkonsum über die Jahre verursacht hat. Gute Nachrichten gibt es aber nun für diejenigen, die einen Rauchstopp planen. Die bislang größte britische Studie ergab nämlich, dass die Lebenserwartung um bis zu 10 Jahre ansteigen kann.

    Raucherinnen starben früher

    Die Studie ging über 12 Jahre und begann 1996. Bis 2001 wurden etwa 1,3 Millionen Frauen mithilfe eines Fragebogens zu ihrem Lebensstil und zu ihren medizinischen Faktoren befragt. Nach drei Jahren Pause kam eine neue Befragung. Über die gesamte Zeit hinweg sind die Probandinnen von Forschern begleitet worden. Bei auftretenden Todesfällen wurden auch diese untersucht. Am Anfang der Studie hatten 52 Prozent noch nie eine Zigarette in der Hand, 28 Prozent haben aufgehört und 20 Prozent sind aktive Raucherinnen gewesen. Interessant dabei ist die Erkenntnis, dass Frauen, die beim Ausfüllen des zweiten Fragebogens nach drei Jahren nach wie vor geraucht haben, etwa dreimal häufiger gestorben sind (auf die anschließenden neun Jahre gerechnet). Es stimmt also, Rauchen führt im Durchschnitt zu einem früheren Tod.

    Je früher desto besser

    Wer rund um sein 30. Lebensjahr die Tabaksucht erfolgreich bekämpfen kann, der gewinnt mindestens zehn Jahre seines Lebens. Geschieht das Ganze vor dem 40. Geburtstag, dann stehen die Erfolgschancen immer noch bei 90 Prozent für mehr Tage auf der Erde. Damit ist sicher, dass sich unser Organismus von den Schäden erholen kann. Die beste Ausgangsposition hat man dann, wenn der Tabakkonsum so früh wie nur möglich eingestellt wird.

     

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  • Aloe Vera Saft als Heilmittel

    Aloe Vera Saft als Heilmittel

    Trotz der Artenvielfalt von Aloe Vera gibt es nur eine Pflanze, die die außergewöhnlichen Heilkräfte beinhalten und wofür, Aloe Vera bekannt geworden ist. Schon seit langer Zeit wird die Heilpflanze in der alternativen Medizin genutzt. Eine alternative Bezeichnung ist Wüstenlilie. Der Grund hierfür liegt darin, dass die Aloe Vera einem Kaktus ähnelt. Allerdings ist sie auch wie die Zwiebel der Lilie aufgebaut.

     

    Besonderheiten der Aloe Vera

    Neben ihren besonderen Inhaltsstoffen zeichnet sich die Aloe Vera in der Wildnis dadurch aus, dass sie über Monate hinweg ohne Wasser auskommt. Dies verdankt sie ihrem Aufbau. Die Heilpflanze ist in der Lage, Wasser in ihren fleischigen Dornen zu speichern. Jedoch schrumpft die Pflanze mit der Zeit der Trockenheit. Erst bei Zufuhr von Flüssigkeit entfaltet sie sich wieder. Der Grund dieser Funktion obliegt ihrer Struktur. Durch die eine gelähnliche Beschaffenheit im Inneren der Blätter kann sie je nach Wasserzufuhr schrumpfen und wachsen. Mit diesem Gel lassen sich zudem viele Beschwerden lindern. Ebenso lässt sich aus der Pflanze aber auch Saft herstellen. Aus einer Pflanze können damit zwei Heilmittel zur Linderung von Symptomen produziert werden. Im Nachfolgenden werden vor allem die Vorzüge des Saftes aufgezeigt.

     

    Wirkung von Aloe Vera Saft

    Während Aloe Vera Gel aus dem Blattmark der Heilpflanze gewonnen wird, lässt sich ebenso Aloe Vera Saft als Heilmittel aus der Pflanze gewinnen. Diese Form des Heilmittels wird auch als Latex oder Harz bezeichnet. Um Aloe Vera Saft als Heilmittel herzustellen, werden die Bestandteile zwischen der grünen Blattrinde sowie dem transparenten Gel genutzt. Sobald das Blatt verletzt wird, tritt Flüssigkeit hervor. Diese beinhaltet den Wirkstoff Aloin. Die Substanz selbst ist zähflüssig und enthält einen bitteren Geschmack. Hierdurch wird die Aloe Vera vor Fressfeinden geschützt. In der Vergangenheit wurde die Flüssigkeit extrahiert und zu einer kristallinen Masse eingekocht, die dann aufgrund des Wirkstoff Aloin als Abführmittel benutzt wurde.

     

    Aloe Vera Saft richtig dosieren

    Während man in der Vergangenheit Aloe Vera Saft bedenkenlos angewendet hat, wurde die Erkenntnis deutlich, dass eine zu hohe Dosierung schädlich wirken kann. Folgen können in nachfolgenden Auswirkungen bestehen:
    • Statt einer Lösung von Verstopfung kann eine schlimmere entstehen.
    • Die Darmschleimhaut kann überreizt werden.
    • Vergiftungserscheinungen können auftreten.
    • Zudem wird vermutet, dass Aloin Krebs auslösen kann.

    Daher ist es wichtig, dass Aloe Vera Saft als Heilmittel nur bedingt zum Einsatz kommt. Experten empfehlen die Einnahme nur zwei Mal pro Woche. Darüber hinaus sollte die Medizin nicht länger als zwei Wochen eingenommen werden.

     

    Anwendungsgebiete von Aloe Vera Saft als Heilmittel

    Typische Anwendungsgebiete von Aloe Vera Saft bestehen in der Behandlung von schmerzhaften Einrissen im Darmausgang. Ebenso lassen sich Hämorrhoiden mit dem Saft behandeln. In einigen Fällen kommt der Saft der Heilpflanze auch nach Operationen im Bereich des Enddarms zum Einsatz. Diese Anwendung erfolgt allerdings nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt. Eine Absprache mit dem Arzt ist in jedem Fall auch bei den zuerst genannten Anwendungsgebieten sinnvoll. Darüber hinaus sollten täglich nicht mehr wie 20 bis 30 mg Aloin verzehrt werden. Zu beachten ist, dass Aloe Vera Saft als Heilmittel in einer Schwangerschaft nicht konsumiert werden sollte. Aloin kann Wehen auslösen und eine Fehlgeburt herbeiführen.

  • Buscopan – Medikament (Bauchschmerzen & -krämpfe)

    Buscopan – Medikament (Bauchschmerzen & -krämpfe)

    Das krampflösende Medikament Buscopan wird gezielt im Bauchbereich eingesetzt, wo die Krämpfe auftreten. Dabei wirkt das Medikament ausschließlich da, wo es gebraucht wird. Demzufolge kann es den Patienten vom Schmerz befreien. Dadurch ist dieses Medikament sehr gut verträglich. Die Wirksamkeit beginnt sehr schnell. Dabei beginnt Buscopan bereits nach einer viertel Stunde zu wirken.

     

    Varianten von Buscopan

    Es gibt zwei Arten dieses Medikaments. Einerseits die Buscopan Dragees, andererseits Buscopan plus in Form von Filmtabletten sowie Zäpfchen.

     

    In den Dragees ist der Wirkstoff Butylscopolaminbromid enthalten. Einerseits findet dieser Anwendung bei leichten bis mäßig starken Krämpfen des Magen-Darm-Trakts. Andererseits kommen Buscopan Dragees bei krampfartigen Bauchschmerzen, wie beispielsweise dem Reizdarmsyndrom, zum Einsatz. In den Dragees ist Zucker enthalten.

     

    Buscopan plus enthält neben Butylscopolaminbromid noch Paracetamol als Wirkstoff. Dadurch eignet sich das Medikament besonders gut bei krampfartigen Schmerzen, wie sie beispielsweise bei

    • Erkrankungen des Magens und des Darms
    • Funktionsstörungen im Bereich der Gallenwege
    • der ableitenden Harnwege und
    • der weiblichen Geschlechtsorgane (unter anderem bei schmerzhaften Regelblutungen oder zur Erleichterung bei der Öffnung der Geburtswege)

    vorkommen.

     

    Außerdem kommt dieses Arzneimittel auch zur Erleichterung von endoskopischen Untersuchungen zum Einsatz. Dabei wird das Medikament aber auch in der Palliativmedizin zur Linderung des präfinalen Lungenödems (Todesrasseln) eingesetzt.

     

    Informatives zum Wirkstoff Butylscopolaminbromid

    Butylscopolaminbromid ist eine halbsynthetische Variation des Pflanzenalkaloids Scopolamin. Beispielsweise wird dieser Ausgangsstoff aus verschiedenen Pflanzenteilen gewonnen. Dabei kann es sich um den Stechapfel, der Engelstrompete oder eines Nachtschattengewächses handeln. Einsatz findet der Wirkstoff als krampflösendes Arzneimittel. Dabei besitzt er folgende Eigenschaften

    • motilitätsmindernd auf die glatte Muskulatur
    • Wirkung hält mehrere Stunden an
    • Halbwertszeit des Wirkstoffs beträgt 5,1 Stunden

     

    Gegenanzeigen und Nebenwirkungen von Buscopan

    Das Medikament ist den krampflösenden Arzneimitteln zugehörig. Diese können folgende Nebenwirkungen haben:

    • auftretendes Völlegefühl
    • eventuelle Verstopfungen
    • Rötungen der Haut
    • Herzrasen
    • Störungen der Sehfähigkeit
    • Verlust der Nahanpassungsfähigkeit des Auges
    • verminderte Schweißbildung
    • trockener Mund
    • häufige Müdigkeit
    • Schwindel
    • Sehstörungen
    • allergische Reaktionen (Hautrötung, Schnupfen, Jucken und Rötung der Augen, Schwellung der Schleimhäute, Asthma).

     

    Buscopan sollte bei diesen Beschwerden keinen Einsatz finden:

    • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
    • erhöhter Augeninnendruck (unter anderem bei Glaukom, Grüner Star)
    • vorhandenen Störungen im Bereich der Blasenentleerung
    • Darmverschluss, verursacht durch Fremdkörper
    • Verschlingung des Darms
    • Verengung des Magen-Darm-Trakts
    • krankhafte Weitstellung des Dickdarms
    • Verengung der Harnröhre (beispielsweise durch Prostatakrebs, gutartige Prostatavergrößerung)
    • Muskelschwächekrankheit Myasthenia gravis
    • Herzrhythmusstörungen.

     

    Der Wirkstoff Butylscopolaminbromid kann die intakte Blut-Hirn-Schranke nicht durchdringen. Deshalb kommt es im Allgemeinen nicht zu zentralen Nebenwirkungen. Des Weiteren lässt er sich mit anderen schmerzstillenden Medikamenten, wie beispielsweise Paracetamol, in der Tiermedizin kombinieren. Ferner kann dieser aber auch die Wirkung der folgenden Medikamente verstärken:

    • Amantadin (Parkinson-Krankheit)
    • trizyklische Antidepressiva
    • Arzneimittel gegen Malaria
    • H1-Antihistaminka (Allergien)
    • Beta-2-Sympathomimetika (Asthma)

     

    Übernahme der Kosten

    Die orale Anwendung des Wirkstoffs ist in Deutschland nicht verschreibungspflichtig. Dadurch bekommen Erwachsene dieses Medikament nicht durch die gesetzlichen Krankenkassen erstattet. Allerdings gab es im Mai 2014 ein Urteil des Bundessozialgerichts. Demzufolge muss bei Vorliegen schwerer und schwerster spastischer Abdominal Beschwerden im Einzelfall geprüft werden, ob eine Ausnahme zulassbar ist.

     

    Möchten Patienten Buscopan Dragees selbst in der Apotheke kaufen, müssen sie – in Abhängigkeit von der Packungsgröße – mit einer Zuzahlung zwischen fünf bis elf Euro rechnen. Dahingegen können Ampullen schon wesentlich teurer sein. Fünfzig Ampullen kosten über 40 Euro. Empfehlenswert ist der Bezug über eine Online-Apotheke.

     

    Bestandteile des Medikaments

    Neben dem Hauptwirkstoff gibt es noch weitere Bestandteile des Medikaments:

    • Saccharose
    • Maisstärke
    • Carnaubawachs
    • Arabisches Gummi
    • Calciumhydrogenphosphat
    • Macrogol
    • Gebleichtes Wachs
    • Povidon
    • Siliciumdioxid
    • Stearinpalmitinsäure
    • Talkum
    • Weinsäure

     

    Einnahme während der Schwangerschaft und in der Stillzeit

    Während der Schwangerschaft liegen keine ausreichenden Erkenntnisse bei Einnahme von Buscopan vor. Weiterhin ist unbekannt, ob der Wirkstoff über den Mutterkuchen den Embryo erreichen kann. Deshalb sollten Schwangere nur mit Absprache des Arztes und bei festgestellter Notwendigkeit Buscopan einnehmen oder injiziert bekommen.

     

    Für die Stillzeit liegen mehr Erkenntnisse vor. Stillende sollten dieses Medikament nicht verwenden. Denn es hemmt die Milchproduktion. Buscopan geht zusätzlich in die Muttermilch über. Dort kann es Nebenwirkungen beim Säugling hervorrufen. Kinder unter sechs Jahren sollten dieses Medikament überhaupt nicht anwenden. Denn hier gibt es zu wenige Erkenntnisse und Erfahrungen.

     

    Dosierung von Buscopan

    Bei der Dosierung sollen sich die Patienten an die Angaben des Arztes halten. Kaufen sich die Patienten dieses Medikament allerdings selbst, ist dieses bis zur Besserung der Beschwerden einzunehmen.

     

    Im Grunde genommen sollte das Arzneimittel von Erwachsenen und Schulkindern drei Mal täglich eingenommen werden. Dabei empfiehlt es sich, bei jeder Einnahme jeweils ein bis zwei Dragees mit etwas Flüssigkeit einzunehmen.

     

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  • ADHD – Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung

    ADHD – Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung

    ADHD ist eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung. Diese psychische Störung nimmt ihren Anfang bereits im frühen Kindesalter. ADHD lässt sich nicht einfach wie eine beispielsweise Mumps nachweisen. Eher weist die Störung Ähnlichkeiten zu erhöhtem Blutdruck oder Übergewicht auf. Hat der Betroffene zu viel hiervon, kann es kritisch werden.

     

    Diagnostik von ADHD

     

    Zur Diagnosestellung der Aufmerksamkeitsdefizit-Störung müssen nachfolgende Kriterien eindeutig vorliegen:

     

    • Anhaltende Symptomatik von wenigstens einem halben Jahr
    • Ursache darf nicht in einer anderen Erkrankung oder psychischen Störung bedingt liegen
    • Vorliegen der Störung vor dem siebenten Lebensjahr
    • Ausprägung der Symptome darf nicht von der Entwicklung und vom Alter abhängig sein
    • Störung muss in mehreren Lebensbereichen auftreten

     

    ADHD – Ursachen

     

    Bislang ist noch unklar, aus welchem Grund manche Kinder an ADHD erkranken, andere wiederum nicht. Außer Frage steht, dass das Erbgut einen maßgeblichen Einfluss ausübt. An der Entstehung der Hyperaktivitätsstörung sind hirnbiologische Veränderungen beteiligt. Liegt eine entsprechende Veranlagung vor, können aber auch Umweltfaktoren ADHD auslösen.

     

    Experten meinen, zu rund 70 % spielen die Gene eine Rolle. Dies beruht auf Erkrankungen innerhalb der Familie oder weiteren Verwandten. Insbesondere Jungen haben ein erhöhtes Risiko an ADHD zu erkranken, sofern ein Elternteil ebenfalls erkrankt ist.

     

    Ferner gehen Wissenschaftler von Fehlfunktionen im Bereich des Gehirns aus. Demzufolge entwickelt sich ADHD auf Grund einer unrichtigen Funktion der Verarbeitung von Informationen zwischen unterschiedlichen Hirnregionen. Offenbar sind die Botenstoffe

     

    • Dopamin
    • Noradrenalin
    • Serotonin

     

    für die Symptomatik verantwortlich.

     

    Dabei sind Dopamin sowie Noradrenalin bedeutsam für den Antrieb, die Aufmerksamkeit und Motivation. Hingegen regelt Serotonin die Impulskontrolle.

     

    Bei Kindern mit ADHD geben diese Neurotransmitter die Informationen nicht ausreichend weiter. Hiervon sind hauptsächlich die Gehirnabschnitte betroffen, die für die

     

    • Aufmerksamkeit
    • Ausführung sowie Planung
    • Konzentrations- und Wahrnehmungsfähigkeit

     

    zuständig sind.

     

    Ständig erreichen das menschliche Gehirn zahlreiche Informationen. Hiervon werden uns jedoch nur wenige bewusst. Im Normalfall erfährt der Mensch durch spezielle Filter einen Schutz vor möglichen Reizüberflutungen. Dies unterstützt uns dabei, Wichtiges und Unwichtiges zu unterscheiden.

     

    Bei einem von ADHD Betroffenen fehlt dieser Filter. Deshalb kann diese Person sich schwer konzentrieren. Ein Kind mit Aufmerksamkeitsstörung ist beispielsweise in der Schule leicht ablenkbar. Unruhe und Angespanntheit sind die Folge.

     

    Auch Umwelt kann Einfluss nehmen

     

    Aber auch verschiedene Umweltgifte und Lebensmittelallergien könnten für ADHD verantwortlich zeichnen. Ferner erhöht sich das Risiko einer Erkrankung für Frauen, die während der Schwangerschaft

     

    • Alkohol
    • Drogen
    • Nikotin

     

    zu sich nehmen. Aber auch ein Mangel an Sauerstoff während der Geburt trägt zur Risikoerhöhung bei, dass das Kind an ADHD erkranken kann.

     

    Bekommt das Kind beispielsweise kaum emotionale Zuwendung oder streiten sich die Eltern viel, kann sich die Störung verschlechtern. Darüber hinaus ist mit einer Verschlimmerung der Erkrankung zu rechnen, wenn kaum Strukturen im persönlichen Umfeld des Kindes vorliegen. Aber auch ein Mangel an Bewegung, ein zu hoher Computer- und Fernsehkonsum sowie Zeitdruck können die Erkrankung verschlimmern.

     

    Hilfe bei ADHD

     

    Nicht selten sind von ADHD betroffene Kinder abends so sehr aufgekratzt, dass sie nicht oder nur sehr schwer einschlafen können. Daher hat es sich bewährt, den Tag ruhig ausklingen zu lassen. Zu verzichten ist auf Lärm, Streit – außerdem sollten keine aufregenden Filme mehr vor dem Schlafengehen geschaut werden.

     

    Auch eine kleine Massage des Rückens, beispielsweise mit einem Igelball, hilft zu entspannen. Es kann auch dem Magen noch ein wenig Arbeit gegeben werden. Dabei ist allerdings auf Zuckerhaltiges zu verzichten. Gut sind Kohlrabi oder Möhren. Auch ein heißes Bad zeigt eine wohltuende Wirkung.

     

    Bei Kindern benötigt das Gehirn ein wenig länger zum Abschalten. Deshalb kann ihnen gewährt werden, abends im Bett noch ein wenig zu lesen oder ein Hörbuch zu hören.

     

    Positive Aspekte der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung

     

    ADHD hat jedoch nicht nur negative Auswirkungen. Viele hiervon Betroffene verfügen über einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Dieser bezieht sich nicht ausschließlich auf sich selbst. Ferner sind Personen mit ADHD offen für vielerlei Dinge. Geprägt durch eine große Liebe zur Natur und den Tieren verfügen betroffene Personen über eine hohe spontane Hilfsbereitschaft. Nach einem Streit können sie schnell verzeihen, sofern sich der Streitpartner ehrlich entschuldigt.

     

    Ausgestattet mit einer hohen Empathie können Kinder mit Aufmerksamkeitsstörung sehr sensibel auf Stimmungen ihnen bekannter Personen reagieren. Außerdem lieben sie schöne Formen und Farben. Zudem sind ADHD-Betroffene oft mit einem sehr guten Orientierungssinn ausgestattet.

     

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