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  • Meningitis – Wie gefährlich ist eine Hirnhautentzündung?

    Meningitis – Wie gefährlich ist eine Hirnhautentzündung?

    Die Meningitis, besser bekannt unter dem Namen Hirnhautentzündung, gehört auch heute noch zu den lebensgefährlichen Erkrankungen. Zwar ist eine Meningitis heute besser behandelbar, aber deshalb hat sie noch nicht ihr Potenzial verloren. Betroffen sind die Hirnhäute, wie der Name es schon verrät, aber auch die Rückenmarkshäute, die sogenannten Meningen können sich im Verlauf der Krankheit entzünden. Unterschieden wird eine Hirnhautentzündung in zwei Formen, zum einen gibt es die virale Meningitis durch Viren und zum anderen die bakterielle Meningitis, die durch spezielle Bakterien ausgelöst wird.

    Welche Form der Hirnhautentzündung ist gefährlicher?

    In den meisten Fällen wird eine Hirnhautentzündung durch Viren ausgelöst, seltener, aber umso gefährlicher ist die bakterielle Form der Meningitis. Hier sind in der Regel entweder Meningokokken oder aber Pneumokokken im Spiel, es kann aber auch sein, dass Pilze die gefährliche Entzündung der Hirnhäute auslösen. Wenn die Krankheit auf das Gehirn übergeht, dann sprechen Ärzte von einer Meningoenzephalitis.

    Die Symptome einer Meningitis

    Die ersten Symptome lassen noch nicht auf eine Entzündung der Gehirnhäute schließen, denn sie ähneln denen einer normalen Grippe. Die Betroffenen klagen über starke Kopfschmerzen und bekommen sehr hohes Fieber. Wenn eine plötzliche Versteifung des Nackens dazu kommt und sich die Haut dunkel verfärbt, dann muss man davon ausgehen, dass es sich um eine Hirnhautentzündung handelt. Schwieriger ist es, eine virale Meningitis zu diagnostizieren, denn hier sind die Anzeichen nicht so deutlich, aber der Verlauf der Krankheit ist bedeutend milder als bei der bakteriellen Infektion. Weisen die Symptome eindeutig auf eine bakterielle Meningitis hin, dann ist Eile geboten, denn die Betroffenen müssen sofort in ein Krankenhaus eingewiesen werden.

    Wie wird Meningitis behandelt?

    Für eine erfolgreiche Behandlung bei einer Meningitis, die durch Bakterien ausgelöst wird, spielt der Zeitfaktor eine entscheidende Rolle. Es gilt, je eher mit einer gezielten Behandlung begonnen wird, umso besser sind auch die Chancen einer vollständigen Genesung. Wird die Meningitis durch Viren ausgelöst, dann heilt sie in den meisten Fällen von ganz alleine wieder ab. Wenn die Symptome auf eine bakterielle Variante hinweisen, wird der Arzt zuerst ein Antibiotikum verabreichen, das kann Penicillin, aber auch ein Breitbandantibiotikum sein. Das hat den Vorteil, dass es gegen verschiedene Viren eingesetzt werden kann, außerdem wird in den meisten Fällen zusätzlich Kortison gegeben. Gibt es Komplikationen, wie zum Beispiel eine Blutvergiftung oder einen Schock, dann muss der Patient auf jeden Fall auf einer Intensivstation behandelt und überwacht werden.

    Ist eine Hirnhautentzündung ansteckend?

    Eine bakterielle Hirnhautentzündung ist hochansteckend und Personen, die mit den Erkrankten in Kontakt gekommen sind, bekommen eine Chemoprophylaxe, ein Antibiotikum, was vor den Erregern der Erkrankung schützt. Wer unter einer viralen Meningitis leidet, der muss lediglich das Bett hüten, eventuell ein fiebersenkendes Mittel oder ein schmerzstillendes Medikament einnehmen, und nach zwei Wochen ist alles überstanden.

    Kann gegen Meningitis geimpft werden?

    Wer sich vor den beiden Typen der Hirnhautentzündung schützen möchte, der sollte sich impfen lassen. Gegen alle drei möglichen Erreger der bakteriellen Meningitis gibt es einen Impfstoff. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt allen Eltern, ihre Kinder schon im ersten Lebensjahr entsprechend impfen zu lassen. Wenn das Kind zwei Jahre alt ist, dann sollte eine weitere Impfung gegen Meningokokken gegeben werden, um das Kind gegen dieses gefährliche Bakterium zu immunisieren. Viren, die für die Kinderkrankheit Mumps verantwortlich sind, können auch eine virale Hirnhautentzündung auslösen und daher ist eine Kombiimpfung gegen Mumps, Röteln und Masern sehr zu empfehlen. Auch hier sollten Kinder im Alter von zwei Jahren die Impfung bekommen.

    In den modernen Industrienationen kommt die bakterielle Hirnhautentzündung nur noch sehr selten vor, aktuell kommen auf eine Einwohnerzahl von 100.000 nur 0,5 Fälle. Häufiger ist die virale Infektion, die besonders häufig junge Menschen zwischen 15 und 19 Jahren trifft.

    Bild: © Depositphotos.com / DmytroKozak

  • Melioidose – eine Tropenkrankheit geht auf Reisen

    Melioidose – eine Tropenkrankheit geht auf Reisen

    Sie ist so gefährlich wie die Masern, sie ähnelt der Tuberkulose, sie kommt aus Südostasien und Australien, aber sie ist mittlerweile auch in Europa immer mehr auf dem Vormarsch – die Melioidose, auch Pseudo-Rotz genannt. In Deutschland ist die Krankheit bislang so gut wie unbekannt, aber sie ist schon da. Da Melioidose nicht meldepflichtig und zudem sehr schwer zu diagnostizieren ist, kann das Ausmaß nur geschätzt werden. Der stetig zunehmende Reiseverkehr bringt die Krankheit rund um die Welt und immer mehr Länder sind betroffen.

    Was genau ist Melioidose?

    Melioidose ist eine klassische Infektionskrankheit, die von einem bestimmten Bakterium, dem Burkholderia pseudomallei ausgelöst wird. Zunächst tauchte dieses Bakterium im Südosten von Asien und im Norden von Australien auf, infizierte Tiere haben aber dafür gesorgt, dass die Krankheit auch in andere Regionen gebracht wurde. In Indien ist Melioidose heute ebenso zu finden wie auch in Brasilien und in China. Aus den USA und aus Japan werden Fälle gemeldet, insgesamt sind es 45 Länder, die mit der Infektionskrankheit zu kämpfen haben, in weiteren 34 Staaten ist der Erreger heimisch, aber er konnte bislang noch nicht nachgewiesen werden.

    Welche Symptome gibt es?

    Was die Diagnose der Melioidose so schwer macht, das ist die lange Inkubationszeit, denn zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch der Krankheit können Monate, wenn nicht sogar Jahre vergehen. Dazu kommt, dass die meisten Ärzte nicht an eine Tropenkrankheit denken, wenn die Patienten mit typischen Symptomen zu ihnen kommen. In der Regel tritt die Melioidose wie eine Lungenentzündung oder wie Tuberkulose auf. Die Symptome sind sehr ähnlich und entsprechend wird die Tropenkrankheit dann auch behandelt. Unmittelbar nach der ersten Behandlung tritt eine leichte Besserung ein, aber dann verstärken sich die Symptome wieder und die Melioidose nimmt einen chronischen Verlauf. Später kommen Abszesse an der Lunge, aber auch an anderen Organen wie der Leber oder der Milz dazu.

    Wer ist besonders gefährdet?

    In ländlichen Regionen wird die Infektionskrankheit meist durch kleine Wunden übertragen. Bei Menschen, die auf dem Feld arbeiten, dringt der Bodenerreger durch die verletzte Haut ein und gelangt auf diesem Weg in die Blutbahn. Es gibt aber auch vermehrt Hinweise darauf, dass bei extremen Wetterlagen der Erreger auch über die Atemwege in den Körper gelangen kann, zum Beispiel bei starken, lang anhaltenden Regenfällen, auch kontaminiertes Wasser kann ein möglicher Übertragungsweg sein. Besonders gefährdet sind Menschen, die unter Diabetes und unter chronischen Erkrankungen der Nieren leiden, aber auch bei einem hohen Alkoholkonsum erhöht sich das Risiko, an Melioidose zu erkranken.

    Wie viele Menschen sterben weltweit an der Tropenkrankheit Melioidose?

    Jedes Jahr infizieren sich rund 165.000 Menschen mit Melioidose und fast 90.000 sterben daran. Die meisten Todesopfer sind in Ländern mit einer schwachen Infrastruktur zu beklagen, denn dort haben die Menschen vielfach keinen Zugang zu sauberem Wasser und es gibt nicht genug Ärzte, die sich um die Erkrankten kümmern. Nach Ansicht von Experten sterben an Melioidose pro Jahr mehr Menschen als an Masern oder am Dengue-Fieber. In Deutschland ist der Erreger zwar nach Ansicht des Robert-Koch-Instituts nicht heimisch, aber da Reisen in exotischen Länder immer beliebter werden, ist es nur eine Frage der Zeit, wann auch in Deutschland die ersten Patienten an der Krankheit sterben werden.

    Gibt es eine Impfung?

    Eine Behandlung gegen die Tropenkrankheit gibt es bislang nicht, denn der Erreger ist gegen die meisten bekannten Antibiotika resistent. Werden die Symptome mit einem Antibiotikum behandelt, dann tritt nur kurzfristig eine Besserung ein, die Todesrate liegt aber immer noch bei über 70 %. Auch wenn es um eine Schutzimpfung geht, sieht es nicht gut aus. In den USA wird zwar einem Impfstoff gesucht, aber bis heute gibt es keine Impfung, die auch zugelassen ist.

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  • Hepatitis – eine Krankheit mit vielen Gesichtern

    Hepatitis – eine Krankheit mit vielen Gesichtern

    Viele kennen Hepatitis unter dem Namen Gelbsucht oder auch Gilb, aber gemeint ist eine Erkrankung der Leber, genauer gesagt, eine chronische Entzündung der Leber. Den Namen Gelbsucht bekam die Krankheit durch ihre auffälligen äußeren Symptome wie eine gelbliche Haut und eine Gelbfärbung des weißen Teils der Augäpfel. Hepatitis ist eine Krankheit mit vielen Gesichtern und eben so vielen möglichen Ursachen. Da es kaum Symptome gibt, bleibt die Krankheit oft lange unerkannt, was unter Umständen sehr gefährlich werden kann.

    Welche Ursachen gibt es für Hepatitis?

    Die Palette der Ursachen für eine Hepatitis ist breit gefächert. Eine Virusinfektion kann ein Auslöser sein, aber auch Alkoholmissbrauch kann die Leber schädigen und eine Gelbsucht auslösen. Eine Fettleber ist ebenfalls eine der möglichen Verursacher, möglich sind zudem Autoimmunerkrankungen oder eine Störung im Immunsystem. Die häufigste Ursache ist aber eine virale Infektion, die sowohl Hepatitis A wie auch B, C, D und E auslöst. Wissenschaftler vermuten auch, dass die zunehmende Anzahl von Umweltgiften für eine Leberentzündung sorgen können, eher selten sind Pilze, Parasiten oder Bakterien die Ursache.

    Gibt es typische Symptome?

    Was die Diagnose Hepatitis so schwierig macht, ist das Fehlen von Symptomen. Die Betroffenen fühlen sich müde, sie haben wenig Appetit und verspüren einen leichten Schmerz im Bereich des Oberbauches, der sich aber nicht genau lokalisieren lässt. Nicht immer kommt es zu den für Gelbsucht typischen Symptomen wie einer Gelbfärbung der Haut und der Augäpfel oder einem dunkel gefärbten Urin. Da bei Hepatitis die Funktion der Leber gestört ist, kommt es zu einem Stau der Gallenflüssigkeit, die für einen unangenehmen Juckreiz, aber auch für Verdauungsstörungen sorgen kann. Durchfall, Erbrechen und Übelkeit sind daher ebenfalls Symptome, die auf eine Hepatitis hinweisen.

    Die Diagnose Hepatitis

    Besteht der Verdacht auf Hepatitis, dann wird der Arzt zunächst einmal Blut abnehmen und den Wert der Leberenzyme bestimmen, die immer erhöht sind, wenn die Leber entzündet ist. Zudem wird der Wert des gelben Gallenfarbstoffs, des Bilirubins bestimmt. Wenn auch dieser Wert erhöht ist, dann spricht das ebenfalls für einen Leberschaden. Um die spezifische Form erkennen zu können, werden Antikörpertests gemacht. Komplettiert wird die Diagnose durch eine Ultraschalluntersuchung, denn durch eine gezielte Sonografie kann der Arzt mehr über die Struktur, die Größe und die Kontur der Leber erfahren. Leider lässt sich die eigentliche Ursache der Leberentzündung anhand einer Ultraschalluntersuchung nicht erkennen. Um den Schweregrad der Entzündung bestimmen zu können, muss deshalb im Rahmen einer Leberpunktion Gewebe entnommen werden.

    Wie sieht die Therapie aus?

    Welche Therapie infrage kommt, das richtet sich immer nach der Schwere der Entzündung. Bei den chronischen Formen wie B und C, ist eine Therapie mit entsprechenden Medikamenten möglich, die nicht nur eine Besserung einleiten, sondern auch eine komplette Ausheilung möglich machen. Neue Präparate, die in den letzten Jahren zugelassen worden sind, ermöglichen eine kurze Therapie und auch weniger Nebenwirkungen. Besonders bei Patienten, die bereits eine Leberzirrhose haben, zeigen sich schnelle und auch nachhaltige Erfolge. Eine Behandlung mit Interferon, die noch vor wenigen Jahren zur Standarttherapie gehörte, ist dann nicht mehr notwendig. Handelt es sich um eine Alkoholhepatitis, dann ist eine sofortige Abstinenz ein Muss, die eigentliche Behandlung richtet sich aber auch hier nach dem Schweregrad der Leberschädigung. Bei einer Autoimmunhepatitis kommt es immer dann zu einem chronischen Verlauf, wenn die Erkrankung zu spät festgestellt wurde, helfen können in diesem Fall spezielle Immunsuppressiva, wie zum Beispiel Cortison. Zwar verbessern sich dann die Symptome und die Laborwerte sind wieder in einem normalen Bereich, allerdings müssen die Betroffenen über einen sehr langen Zeitraum, wenn nicht sogar lebenslänglich behandelt werden, was zu starken Nebenwirkungen führen kann. Handelt es sich um eine Fettleber, dann hilft nur Abnehmen, um das Körperfett auf Dauer deutlich zu reduzieren.

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  • Cortison – Segen oder Fluch?

    Cortison – Segen oder Fluch?

    Wenn der Arzt Cortison verschreibt, dann haben viele Patienten Angst vor den Nebenwirkungen des Wirkstoffs. Auf der anderen Seite stehen aber die großen Erfolge, die mit Cortison erzielt werden, vor allem, wenn es um entzündliche Erkrankungen wie zum Beispiel Rheuma, Arthritis oder auch Allergien geht. Trotz der wissenschaftlich bewiesenen Erfolge steht kaum ein anderes Medikament so in der Kritik, Cortison aber komplett abzulehnen, wäre falsch, denn es kann vielen Menschen, die unter chronischen Schmerzen leiden, das Leben deutlich leichter machen.

    Nebenwirkungen können vermieden werden

    Cortison ist kein Gift, es ist vielmehr ein Stoff, den der Körper in der Nebenniere selbst produziert. Wie Insulin, so kann Cortison heute künstlich hergestellt werden, und es hat sich besonders als Mittel gegen Entzündungen aller Art einen guten Namen gemacht. Trotzdem reagieren die meisten Menschen sehr vorsichtig, wenn der Arzt ihnen Hydrocortison verordnet und oft weigern sie sich sogar, das Mittel zu nehmen. Die Bedenken sind nicht falsch, denn wenn das Mittel zu lange oder in der falschen Dosis eingenommen wird, dann kommt es nicht selten zu den gefürchteten Nebenwirkungen. Auf der anderen Seite können die Schäden aber noch größer sein, wenn eine Behandlung mit Hydrocortison abgelehnt wird, denn besonders Schmerzpatienten können von dem umstrittenen Wirkstoff profitieren.

    Wie wird Cortison verabreicht?

    Wie gut oder weniger gut verträglich Cortison ist, das hängt auch immer von der Form der Darreichung ab. In den 1970er Jahren, als die berechtigte Kritik an dem noch neuen Medikament besonders groß war, wurden die Patienten überwiegend mit Spritzen und Tabletten behandelt, die Behandlungen waren zu lang und die Dosen viel zu hoch. Dazu kam, dass der körpereigene Wirkstoff nicht ausreichend erforscht war. In der Folge kam es zu gravierenden Nebenwirkungen, die Auswirkungen auf den ganzen Organismus hatten. Heute wird Hydrocortison nur noch in Ausnahmefällen gespritzt, die meisten Patienten werden mit einer cortisonhaltigen Salbe oder mit niedrig dosierten Tabletten behandelt.

    Ein Mittel gegen Hautkrankheiten

    Auch wenn es um entzündliche Erkrankungen der Haut geht, werden mit Hydrocortison große Erfolge erzielt. Bei Schuppenflechte kommt das Mittel ebenso zur Anwendung wie auch bei Ekzemen, der große Vorteil liegt hier bei der lokalen Anwendung. Die Cortisonsalbe wird direkt auf die betroffenen Stellen aufgetragen, das Mittel kann auf diese Weise nicht in den Blutkreislauf gelangen und es gibt keine starken Nebenwirkungen. Auch Nasensprays und Augentropfen, die Hydrocortison enthalten, sind vor allem für Menschen eine große Hilfe, die unter Allergien leiden, und auch hier kommt es nur zu einer lokalen Anwendung, die von den meisten Betroffenen gut vertragen wird. Die meisten Mediziner setzen heute noch bei akuten und starken Beschwerden auf Spritzen und halten die Behandlungsdauer so kurz wie eben möglich.

    Wann wird Cortison gefährlich?

    Wie gefährlich kann Hydrocortison werden und was ist bei der Einnahme zu beachten? Wer bei einem Allergieschub das entsprechende Nasenspray verwendet, setzt sich nach Ansicht von Medizinern keiner allzu großen Gefahr aus, gefährlich wird es aber immer dann, wenn Hydrocortison über einen längeren Zeitraum in Form von Tabletten eingenommen wird. Damit sich die Nebenniere erholen kann, muss bei einer Therapie eine Pause von mindestens vier Wochen eingelegt werden, und das Medikament muss in diesem Fall ausgeschlichen werden. Wird es abrupt abgesetzt, dann drohen massive Nebenwirkungen wie Kreislaufversagen und sogar ein lebensgefährlicher Schock. Wird Hydrocortison über einen langen Zeitraum eingenommen, dann stellt der Körper die eigene Produktion ein, wird dann aber das Medikament abgesetzt, dann kommt es zu einer Unterversorgung des Hormons. Für Patienten gilt, sie sollten sich unbedingt an die vom Arzt verordneten Einnahmezeiten und Dosen halten, denn diese sind so abgestimmt, dass es weder zu einer Unterversorgung noch zu einer Überversorgung kommt. Geschieht das nicht, dann kommt es zu Nebenwirkungen und zu Störungen im Immunsystem.

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  • Warum die Nabelschnur dem Baby gefährlich werden kann

    Warum die Nabelschnur dem Baby gefährlich werden kann

    Jede Frau durchlebt in den neun Monaten einer Schwangerschaft ein wahres Wechselbad der Gefühle. Auf der einen Seite ist da die große Vorfreude auf das Baby, auf der anderen Seite sind da die Sorgen, dass auch alles nach Wunsch verläuft und dass das Kind gesund zur Welt kommt. Eine der großen Sorgen, die viele werdende Mütter begleitet, ist die Horrorvorstellung, dass sich das ungeborene Kind die Nabelschnur um den Hals binden und sich damit erdrosseln könnte.

    Die Nabelschnur – ein echtes Meisterwerk

    Evolutionsforscher sind heute davon überzeugt, dass die innige Bindung, die Mutter und Kind haben, etwas mit der Nabelschnur zu tun hat. 40 Wochen hängen das Baby und seine Mutter an einer Schnur, durch die das Kind mit der Plazenta, dem Mutterkuchen verbunden ist. Die Nabelschnur macht es möglich, dass das Kind weder atmen noch schlucken muss, denn es wird durch diese besondere Schnur mit allem, was es zum Leben braucht, zuverlässig versorgt. Immer wieder fließt frisches Blut und damit auch der lebensnotwendige Sauerstoff durch die Schnur, das Baby bekommt alle wichtigen Nährstoffe und die Abfallstoffe werden ebenfalls durch das kleine Meisterwerk der Natur entsorgt. Aber nicht nur wenn es um die Versorgung mit Blut und Nährstoffen geht, spielt die Nabelschnur eine entscheidende Rolle, sie dient dem Fötus auch als eine Art Spielzeug, das es in den Mund nimmt, daran lutscht und immer wieder auch danach greift.

    Woraus besteht die Wunderschnur?

    Die Leine, die Mutter und Kind miteinander verbindet, besteht aus einer Substanz, die Mediziner die Whartonsche Sulze nennen. Dabei handelt es sich um eine Art Gelee, das alle wichtigen Blutgefäße im Inneren der Schnur vor Druck von Außen, aber auch vor dem Abknicken schützt. Am Ende der Schwangerschaft hat die Schnur, aus der später einmal der Bauchnabel wird, eine Länge von ca. 60 cm und einen Durchmesser von zwei Zentimeter. Die Länge, aber besonders auch der spiralförmige Aufbau machen es dem Baby möglich, sich in der Gebärmutter ganz nach Belieben zu drehen, Purzelbäume zu machen und zu turnen. Ist ein Baby besonders aktiv, dann ist auch die Schnur besonders lang und das kann unter Umständen zu einem Problem werden.

    Wie gefährlich ist die Schnur als „Halskette“?

    Nach der Statistik kommt es nur sehr selten vor, dass sich ein Kind im Mutterleib stranguliert, gefährlich wird es aber immer dann, wenn sich die Nabelschnur während der Geburt wie eine Kette um den Hals des Babys legt. Ist die Schnur dann auch noch zu kurz, dann wird es richtig gefährlich, denn das Kind wird von der Sauerstoffzufuhr abgeschnitten. Wenn sich eine solche gefährliche Geburt abzeichnet, dann wird die Mutter nicht mehr durch Ultraschall überwacht, in diesem Fall wird ein CTG durchgeführt, um erkennen zu können, ob und wie die Schnur um den Hals des ungeborenen Kindes liegt. Der Wehenschreiber kann ebenfalls Auskunft darüber geben, ob eine akute Gefahr für das Kind besteht oder nicht. Fallen die Herztöne deutlich ab, dann entscheiden sich die Ärzte immer für einen schnellen Kaiserschnitt, um das Leben des Babys zu retten.

    Gefahr durch die Beckenendlage

    Rund fünf Prozent der Babys, die in Deutschland zu Welt kommen, liegen in der sogenannten Beckenendlage, sie wollen das Licht der Welt zuerst mit dem Po erblicken. Besonders in dieser Position kommt es nicht selten zu Komplikationen mit der Nabelschnur. Oftmals ist die Schnur, die Mutter und Kind verbindet, die Ursache für die Beckenendlage, denn wenn die Schnur nicht lang genug ist und das Kind kurz vor der Geburt kaum noch Platz in der Gebärmutter hat, dann kann es passieren, dass es sich bedingt durch die Schnur um seinen Hals, nicht mehr drehen kann.

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  • Johanniskraut – harmlos oder riskant?

    Johanniskraut – harmlos oder riskant?

    Depressionen sind fast schon eine Volkskrankheit, immer mehr Menschen leiden unter depressiven Verstimmungen, aber nicht jeder geht auch zum Arzt. Viele gehen stattdessen in die Apotheke oder in den nächsten Drogeriemarkt und kaufen dort Johanniskraut, ein Kraut, das gegen Depressionen, innere Unruhe, Nervosität und auch gegen Angstzustände helfen soll. Johanniskraut gilt als natürliche Alternative zu den klassischen Antidepressiva und wird als vergleichsweise harmlos eingestuft. Aber ist Johanniskraut tatsächlich so harmlos, wie es scheint, oder hat das Heilkraut vielleicht doch unerwünschte Nebenwirkungen?

    Johanniskraut – ein ganz besonderes Kraut

    Im Volksmund wird Johanniskraut auch Herrgottsblut genannt. Seinen Namen verdankt das Kraut aus der Familie der Hartheugewächse aber dem Johannistag, denn die Pflanze blüht immer um den 24.Juni. Unterschieden werden verschiedenen Arten, wie das echte, das getüpfelte, das gewöhnliche und das durchlöcherte Johanniskraut. Das Kraut kann bis zu einem Meter groß werden und bis zu 50 cm tief in der Erde wurzeln. Die Blütezeit beginnt Mitte Juni, sie endet im August und einige Pflanzenteile sind leicht giftig. Die Johanniskrautarten sind überall auf der Welt zuhause, sie wachsen in Europa ebenso wie in Nord- und Südamerika und in Asien, sogar in Australien sind die gelb oder weiß blühenden Pflanzen zu finden.

    Ein bewährtes Heilkraut

    Johanniskraut gehört zu den ältesten Heilpflanzen der Welt. Schon in der Antike nutzen die Menschen das Kraut als Heilmittel gegen nervöse und depressive Verstimmungen, damals als Melancholie bezeichnet. 2015 wurde das Kraut zur Arzneipflanze des Jahres gewählt, obwohl die Wirkung, vor allen Dingen aber die Nebenwirkungen nicht ganz so unumstritten sind. Zunächst war das beruhigende Kraut nicht für Menschen gedacht, erst als Kühe und Pferde von der Pflanze fraßen und dann deutlich ruhiger wurden, kam man in der Antike auf den Gedanken, die Samen des Johanniskrauts zu isolieren und als Arznei zu verwenden. Das Kraut wurde als Tee aufgekocht, als Tinktur verabreicht und zu Öl destilliert. Es galt als Einreibemittel, um die Gicht und Rheuma zu lindern, es half bei einem schmerzhaften Hexenschuss und auch bei Verrenkungen oder Verstauchungen wurden Umschläge mit konzentriertem Johanniskrautöl auf die betroffenen Körperteile gelegt.

    Vorsicht vor Nebenwirkungen

    Noch immer gilt, was pflanzlich ist, das ist auch gesund und vor allem immer harmlos, beim Johanniskraut lässt sich das so leider nicht bestätigen. Pharmazeuten der Universität im australischen Adelaide haben das natürliche Antidepressivum einmal genauer unter die Lupe genommen und sind zu erstaunlichen Ergebnissen gekommen. Sie fanden verschiedene Nebenwirkungen, die Palette reicht von Übelkeit über Müdigkeit bis hin zu Panikattacken. Wer regelmäßig Johanniskraut einnimmt, der muss damit rechnen, dass der Blutdruck steigt und es zu Fieber kommen kann. Bei einer zu hohen Dosis kann es zudem zu Bewusstseinsstörungen, Krämpfen und Verwirrtheit kommen. Auch Wechselwirkungen zu anderen Medikamenten wie zum Beispiel der Anti-Baby-Pille, sind wissenschaftlich belegt. Die Forscher aus Australien warnen davor, das beruhigende Kraut über einen längeren Zeitraum und in größeren Dosen einzunehmen, denn dann sind die Nebenwirkungen ebenso stark und auch so gefährlich, wie das bei Antidepressiva der Fall ist.

    Johanniskraut nicht in der Schwangerschaft einnehmen

    Viele Frauen fühlen sich besonders in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft nicht wohl, sie können schlechter schlafen, sind häufig unruhig oder nervös. Klassische Medikamente kommen in der Schwangerschaft nicht infrage und die natürliche Alternative gilt daher als das perfekte Mittel, was es aber leider nicht ist. Selbst als Tee kommt Johanniskraut während der Schwangerschaft und später auch in der Stillzeit nicht infrage, denn die Nebenwirkungen sind so gravierend, dass sie sowohl der Mutter als auch dem Kind schaden können. Nicht umsonst gilt das Kraut als Gift für schwangere und stillende Frauen, denn im Mittelalter wurde das Kraut, das eigentlich die Nerven beruhigen soll, als Mittel für eine Abtreibung verwendet.

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