Schlagwort: Gehirn

  • Hypochonder – wie gesund sind die eingebildeten Kranken?

    Hypochonder – wie gesund sind die eingebildeten Kranken?

    Was ist der Unterschied zwischen einem Simulanten und einem Hypochonder? Während der Simulant eine Krankheit nur vortäuscht, ist der Hypochonder felsenfest davon überzeugt, tatsächlich krank zu sein. Wer unter Hypochondrie leidet, der lebt mit der ständigen Angst, todkrank zu sein, selbst dann, wenn der behandelnde Arzt dem Patienten versichert, dass er vollkommen gesund ist. Einen Hypochonder als einen Spinner und einen eingebildeten Kranken zu bezeichnen, wäre falsch, denn Hypochonder sind wirklich krank, wenn auch nicht körperlich.

    Die Angst vor der Krankheit

    In Deutschland leben rund 800.000 Menschen mit Hypochondrie. Diese Menschen leben in einem permanenten Angstzustand und 80 % sind sich sicher, an Krebs zu leiden. Besonders häufig glauben Hypochonder, dass sie einen Gehirntumor, Haut- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs haben. Die restlichen 20 % sind davon überzeugt, ein neurologisches Leiden wie zum Beispiel ALS zu haben. Herzinfarkte oder Schlaganfälle sind auf der Skala der eingebildeten Krankheiten erst sehr weit unten zu finden. Die Gedanken derjenigen, die an Hypochondrie leiden, kreisen Tag und Nacht um die Krankheit. Alles, was nicht „normal“ aussieht oder sich anders als sonst anfühlt, wird sofort als Symptom für eine schwere oder sogar tödliche Krankheit bewertet, es muss beobachtet und schließlich von einem Arzt abgeklärt werden.

    Hypochonder ticken anders

    Jeder Mensch kennt das Gefühl, dass körperlich irgendetwas nicht stimmt, man wacht am Morgen auf und der Hals oder der Kopf schmerzen ohne ersichtlichen Grund. Die meisten Menschen gehen mit diesen Schmerzen rational um, sie überlegen, ob eine Erkältung vielleicht der Grund sein kann und nehmen ein Mittel ein, wenn die Schmerzen unangenehm sind. Im Laufe des Tages verschwinden die Beschwerden entweder komplett oder es zeigt sich, dass tatsächlich eine Erkältung der Grund war. Die Erkältung wird dann entsprechend behandelt und nach einer Woche ist alles vergessen. Bei einem Hypochonder sieht das alles ein wenig anders aus, denn sein erster Gedanke ist nicht etwa eine harmlose Erkältung, er geht davon aus, dass Krebs an seinen Schmerzen schuld ist. Die belegte Zunge deutet auf Krebs in der Mundhöhle hin und hinter den Halsschmerzen steckt ein bösartiger Tumor im Kehlkopf. Kopfschmerzen werden mit Hirntumoren in Zusammenhang gebracht und ein Erkältungshusten ist für einen Menschen, der unter Hypochondrie leidet, ein Anzeichen für Lungenkrebs.

    Die Ursachen für Hypochondrie

    Wie werden Menschen zu Hypochondern? Die meisten Menschen, die an Hypochondrie leiden, hatten schon in der Kindheit diffuse Ängste vor Krankheiten. Häufig sind diese einbildenden Kranken in ihrem Elternhaus überbehütet und auch der Tod eines geliebten Menschen kann die Krankheit auslösen. Ausgelöst wird Hypochondrie dann in späteren Jahren durch einen sogenannten Trigger, wie zum Beispiel einen zu hohen Stresspegel. Bei einigen kann auch eine Routineuntersuchung beim Arzt die Krankheit Hypochondrie auslösen. Wenn der Arzt beispielsweise geschwollene Lymphdrüsen diagnostiziert, dann kann das ein Zeichen für Krebs sein, sich aber ebenso gut als vollkommen harmlos erweisen. Menschen, die unter Hypochondrie leiden, bekommen in dieser Situation Todesangst, denn für sie gibt es keine andere Diagnose als Krebs. Die Angst bleibt, selbst wenn das Untersuchungsergebnis etwas ganz anderes sagt und der Patient nachweislich völlig gesund ist.

    Hypochondrie ist heilbar

    Lange Zeit galten Menschen, die unter Hypochondrie leiden, als nicht behandelbar, heute gibt es die Konfrontationstherapie und die kognitive Verhaltenstherapie, mit denen gute Erfolge erzielt werden. Die meisten eingebildeten Kranken sprechen sehr gut auf diese Therapien an, aber es gibt natürlich auch hier sogenannte Non-Responder, Patienten, die auf die Therapien nicht ansprechen. Vor allem mit der Konfrontationstherapie, bei der sich die Patienten mit ihrer Angst und ihrem irrationalen Verhalten direkt auseinandersetzen müssen, werden große Erfolge erzielt. Sie lernen in der Therapie ihre Risiken besser einzuschätzen und die Signale, die ihr Körper aussendet, besser zu bewerten.

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  • Warum treten Depressionen in Schüben auf?

    Warum treten Depressionen in Schüben auf?

    Eine Depression ist eine chronische Krankheit, aber die Betroffenen leiden nicht ständig, denn Depressionen kommen und gehen. Es gibt Zeiten, in denen fühlen sich die depressiven Menschen wohl und sie sehen ihr Leben positiv, aber dann kommt wieder ein negativer Schub und die Depression ist mit aller Macht zurück. Winston Churchill nannte seine Depressionen einen schwarzen Hund, der gerne seinen Auslauf hat, aber der immer wieder zu ihm zurückfindet. Warum eine Depression in Schüben verläuft, das war der Wissenschaft lange Zeit ein Rätsel, jetzt ist den Forschern ein Durchbruch gelungen, denn sie sind sicher, dass Nervenzellen an diesem Krankheitsverlauf schuld sind.

    Depressionen und Nervenzellen

    Phasen von Niedergeschlagenheit und Traurigkeit wechseln sich mit „normalen“ Phasen ab – Menschen, die unter Depressionen leiden, kennen diese Schübe, die ihnen das Leben schwer machen. Die Forscher der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums in Freiburg sind dem Geheimnis der depressiven Schübe auf die Spur gekommen. Sie nennen diese Depressionsschübe synaptische Plastizität und beschreiben damit einen Vorgang, bei dem die Nervenzellen miteinander kommunizieren. Die Nervenzellen im Gehirn sind bestens vernetzt und stehen in ständiger Verbindung, denn nur so können sie sich immer wieder einer veränderten Umwelt anpassen. Wird die Kommunikation aber gestört oder auch nur verlangsamt, dann treten Probleme auf und genau das sorgt dafür, dass es depressive Schübe gibt.

    Eine zu langsame Vernetzung

    Die Wissenschaftler der Universität Freiburg verglichen für ihre Studie 27 gesunde Studienteilnehmer mit 27 Teilnehmern, die unter einem akuten depressiven Schub litten. Mit der Hilfe einer Spule aus Metall, die die Probanden auf dem Kopf trugen, wurde ein für die Motorik relevantes Areal im Gehirn gereizt, um so die Steuerung des Daumenmuskels zu aktivieren. Im Anschluss wurde gemessen, wie stark der Muskel auf den Reiz reagiert hat. Dann wurde abermals durch eine Reizung ein Nerv im Arm aktiviert, denn die Forscher wollen wissen, ob sich diese beiden Reize miteinander verknüpfen. In der Gruppe der nicht depressiven Studienteilnehmer klappte die Verbindung ohne Probleme, in der Gruppe der depressiven Probanden kam es zwar auch zu einer Vernetzung der beiden Reize, aber die Verbindung war deutlich langsamer. Einige Wochen später, als die Depressionen wieder abgeklungen waren, wurden die Studienteilnehmer erneut vermessen und die Verbindung zwischen den Nervenzellen im Daumen und im Arm war wieder einwandfrei.

    Depressionen durch eine verzögerte Reaktion

    Die Ergebnisse der Freiburger Studie sind schlüssig, denn die Nervenzellen im Arm und im Daumen funktionieren nach dem gleichen Prinzip wie alle anderen Nervenzellen im menschlichen Körper. Die Zellen kommunizieren ständig miteinander und gewährleisten auf diese Weise, dass der Mensch alle Eindrücke aufnehmen und verarbeiten kann. Bei den Menschen, die unter Depressionen leiden, funktionieren die Nervenzellen zwar genauso gut, nur eben deutlich langsamer. Kommt es zu einem depressiven Schub, dann ist die Kommunikation gestört, klingt die Phase wieder ab, dann verständigen sich die Nervenzellen wieder normal.

    Was kann bei depressiven Schüben helfen?

    Depressionen können sehr schnell zur Qual werden und nicht selten tragen sich die Betroffenen sogar mit Suizidgedanken. Wird die Depression erkannt, dann kann sie auch effektiv behandelt werden, dass es aber auch weiterhin zu starken depressiven Schüben kommt, das wird sich nie ganz vermeiden lassen. Je nachdem, wie stark der jeweilige Schub ist, sollten Betroffene ihren Arzt aufsuchen und mit ihm besprechen, wie man dem Schub begegnen kann. Oftmals kann es hilfreich sein, die Medikamente anders einzustellen, um die Wucht eines depressiven Schubes aufzufangen und zu mildern. Nach Ansicht von Experten kann es ebenfalls hilfreich sein, sich intensiv mit der Krankheit auseinanderzusetzen, denn wer den Grund für seine Depression kennt, kann besser mit ihr umgehen. Antidepressiva können zudem eine Art Krücke sein, an denen der Depressive leichter gehen kann.

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  • Alzheimer – ein neues Molekül soll Ablagerungen beseitigen

    Alzheimer – ein neues Molekül soll Ablagerungen beseitigen

    1,5 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Demenz und der überwiegende Teil dieser Menschen hat Alzheimer. Bedingt durch den demografischen Wandel schätzt die Deutsche Alzheimer Gesellschaft, dass sich die Zahl der Alzheimer-Patienten bis zum Jahr 2050 verdoppeln wird. Jetzt haben Forscher aus Südkorea ein Molekül gefunden, das allen, die unter Alzheimer leiden, neue Hoffnung macht. Dieses Molekül sorgt dafür, dass sich keine neuen Ablagerungen im Gehirn mehr bilden können, außerdem kann das Molekül bereits bestehende Ablagerungen beseitigen.

    Wie funktioniert das neue Alzheimer Molekül?

    Menschen, die unter Alzheimer leiden, haben Ablagerungen im Gehirn, die sogenannten Plaques. Plaques bestehen aus Eiweißfragmenten, die mit fortschreitender Krankheit die Übertragung der Reize im Gehirn stören oder komplett verhindern, mit der Zeit werden die Zellen im Gehirn dann funktionsunfähig und sterben ab. Den Wissenschaftlern in Südkorea ist es bei Versuchen mit Mäusen nun gelungen, mit dem Molekül EPPS die Gedächtnisleistungen deutlich zu verbessern. Vor allem wenn sich Alzheimer noch in einem frühen Stadium befindet, dann gibt es viele Ablagerungen und die Forschung konzentriert sich jetzt darauf, die Entstehungen dieser Ablagerungen zu verhindern.

    Können die Ablagerungen beseitigt werden?

    Ein Teil der Forschung der südkoreanischen Wissenschaftler beschäftigt sich damit, die bereits bestehenden Ablagerungen aus den Gehirnzellen zu entfernen. Ein weiterer Teil der Arbeit widmet sich jetzt der Aufgabe, mithilfe des Moleküls EPPS zu verhindern, dass sich Plaques überhaupt bilden kann. Die Forscher testeten das Molekül zunächst nur in einem Reagenzglas. Dabei entdeckten sie Erstaunliches, denn das Molekül ist offenbar in der Lage, die Substanz der Plaques zu einem großen Teil komplett aufzulösen. Nach diesem Test begannen die Versuche mit Mäusen, deren Gehirne Ablagerungen aufwiesen, wie sie für Alzheimer typisch sind. Auch hier übertraf das Ergebnis die Erwartungen der Forscher, denn das EPPS verhinderte erfolgreich, dass sich neue Ablagerungen bilden konnten. Zudem beseitigte das Molekül die bereits bestehenden Ablagerungen und auch die geistige Leistungsfähigkeit der kleinen Nagetiere verbesserte sich zusehends.

    Kritik an den Forschungsergebnissen

    Der Neurobiologe Armin Giese, der an der Universität in München forscht, sieht in der Arbeit seiner Kollegen aus Südkorea aber einen Schwachpunkt. Er kritisiert, dass bei den Versuchen, die im Reagenzglas gemacht wurden, die Konzentration des Moleküls EPPS um einiges höher war, als die Menge des Moleküls, die später in den Gehirnen der Mäuse gemessen wurde. Giese stellt daher die Frage, ob sich die von den Forschern vermutete Wirkung aus der Testreihe im Labor und den Versuchen mit Mäusen, später auch auf menschliche Alzheimer-Patienten übertragen lässt.

    Gibt es bald ein effektives Medikament gegen Alzheimer?

    Nach einem wirkungsvollen Medikament gegen Alzheimer wird nicht erst seit gestern geforscht, weltweit sind Wissenschaftler und Forscher auf der Suche nach einem geeigneten Wirkstoff, der die Krankheit besiegen kann. Erschwert wird die Suche nach einem Medikament durch das Fehlen von sogenannten Biomarkern. Bei diesen Biomarkern handelt es sich um Substanzen, die über den Erfolg oder den Misserfolg einer Therapie von entscheidender Bedeutung sind. Cholesterin ist ein solcher Biomarker, er entscheidet darüber, wie hoch die Gefahr einer Herzerkrankung oder eines Schlaganfalls ist. Forscher überall auf der Welt suchen seit vielen Jahren nach einem Biomarker und damit nach der geeigneten Substanz, die die Plaques im Gehirn vernichten kann, aber bisher ist es nur gelungen den Verlauf der Krankheit abzumildern, den Krankheitsverlauf zu stoppen, ist leider noch nicht gelungen. Die Pharmaindustrie ist sehr an einer erfolgreichen Suche nach einem Biomarker interessiert, denn wenn sich dann ein Mittel herstellen lässt, kann mit diesem Medikament ein Vermögen verdient werden. Aber selbst wenn morgen ein Biomarker gefunden werden sollte, bis das neue Medikament auf den Markt kommen kann, vergehen noch viele Jahre. Bislang sahen nur wenige Laborversuche vielversprechend aus, vielleicht ändert sich das mit dem Molekül EPPS.

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  • Demenz bei Kindern – wenn aus Zehnjährigen Pflegefälle werden

    Demenz bei Kindern – wenn aus Zehnjährigen Pflegefälle werden

    Demenz ist eine Krankheit, die nur ältere Menschen betrifft – das ist die landläufige Meinung, die aber so leider nicht stimmt. In Deutschland leiden 400 Kinder unter Demenz, sie leben ohne Hoffnung auf Genesung und mit einem Todesurteil. Therapien gibt es nicht, den verzweifelten Eltern stehen lediglich Selbsthilfegruppen bis zum Tod der Kinder zur Seite. Neuronale Ceroid Lipofuszinose, kurz NCL heißt die Krankheit, die Kinder oft schon noch vor dem zehnten Geburtstag befällt. NCL ist eine vererbte Form der Demenz, deren Erforschung erst ganz am Anfang steht und die unheilbar ist.

    Ganz normale Kinder

    Die 400 Kinder, die zurzeit in Deutschland an dieser seltenen Form der Demenz leiden, kommen als gesunde und unauffällige Kinder zur Welt. Die Kinder entwickeln sich altersgemäß, sie lernen wie andere Kinder auch, mit rund einem Jahr zu laufen, sie lernen zu sprechen, selbstständig zu essen und alles das, was auch gesunde Kinder können. Dann ändert sich von einem auf den anderen Tag alles. Die betroffenen Kinder lernen plötzlich keine neuen Wörter mehr, sie vergessen schon gelernte Begriffe und Tätigkeiten und haben auch Probleme damit, scharf zu sehen. Die Entwicklung kommt schließlich komplett zum Stillstand, und dann beginnen die Kinder sich praktisch rückwärts zu entwickeln. Die betroffenen Kinder können nicht mehr ohne Hilfe gehen, sie fallen mehr und mehr hin, sie schreien stundenlang ohne Grund und es kommt nicht selten sogar zu epileptischen Anfällen.

    Demenz bei Kindern – die Medizin ist ratlos

    Für die Eltern beginnt mit den Rückschritten ihres Kindes ein schrecklicher Weg durch alle medizinischen Instanzen. Der Kinderarzt kann das Krankheitsbild nicht richtig zuordnen und auch in den meisten Kinderkliniken wissen die Ärzte nicht, was sie tun sollen. Der Weg führt die Eltern schließlich zu einem Neurologen. In der ganzen Zeit leben sie praktisch in einem Zustand zwischen vielen Fehldiagnosen und einer Unkenntnis der Lage. Es wird Hoffnung gemacht, die dann sehr schnell einer tiefen Enttäuschung folgt. Für viele betroffene Eltern wird das Virchow-Klinikum in Berlin zur letzten Anlaufstelle, denn dort wurde in den meisten Fällen die richtige Diagnose gestellt: Kindliche Demenz.

    Die Stoffwechselstörung, die zur Demenz führt

    Seit Jahren werden im Berliner Virchow-Klinikum Kinder behandelt, die unter Demenz leiden. Die Krankheit wird vererbt, sie zerstört langsam aber sicher das Gehirn und sie führt immer zum Tod. Die Ärzte in der Berliner Klinik sehen bei den Kindern, die unter NCL leiden, immer wieder die für diese Krankheit typischen Symptome wie Sehstörungen und zunehmend auch immer wieder motorische Ausfälle. Alles, was die Mediziner tun können, ist die Familien an Selbsthilfegruppen zu verweisen, denn es gibt weder Medikamente, die NCL abmildern oder sogar stoppen können, noch Therapien, mit denen der Verlauf der Krankheit beeinflusst werden könnte.

    Wie Selbsthilfegruppen helfen können

    Die betroffenen Eltern stehen nach der Diagnose Demenz vollkommen alleine da. Weder die Medizin noch die Krankenkassen können den Eltern helfen, die einzige Adresse, an die sich Eltern wenden können, sind die Selbsthilfegruppen, die es mittlerweile gibt. Auch die NCL-Stiftung, die 2002 in Hamburg gegründet wurde, ist eine Adresse, an die sich Eltern wenden können, wenn sie Fragen haben oder sich mit anderen betroffenen Familien austauschen möchten. Die Stiftung wurde von Frank Husemann gegründet, dessen Sohn Tim seit sechs Jahren an NCL leidet. Husemann wollte nicht länger tatenlos dabei zusehen, wie der gesundheitliche Zustand seines Sohnes immer schlechter wurde, und begann damit, Forscher und Ärzte an einen Tisch zu bringen. Noch ist kein Durchbruch vonseiten der Forschung in Sicht, aber dank engagierter Mitarbeiter der Stiftung werden jetzt Schritte unternommen, die den Eltern erkrankter Kinder Hoffnung machen. Ob und wann es ein Medikament oder eine Therapie geben wird, das kann zum jetzigen Zeitpunkt aber keiner sagen.

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  • Die 5. SSW – das Herz beginnt zu schlagen

    Die 5. SSW – das Herz beginnt zu schlagen

    Die 5. Schwangerschaftswoche ist sowohl für die Mutter als auch für das Kind eine sehr spannende Woche. Viele Frauen spüren in der 5. SSW die ersten Anzeichen der Schwangerschaft und machen einen Test um festzustellen, ob sie schwanger sind oder nicht. Es passiert nicht selten, dass in der 5. SSW der Test negativ ist und wenn das der Fall ist, dann heißt das aber noch lange nicht, dass keine Schwangerschaft vorliegt. Die Schwangerschaftstests, die in der Apotheke oder in der Drogerie verkauft werden, sind nicht zu 100 % sicher, erst ein Blut- und Urintest beim Arzt bringt endgültig Gewissheit.

    Wie sieht das Baby in der 5. SSW aus?

    In der 5. SSW macht das Baby einen gewaltigen Sprung in seiner Entwicklung. War das Baby in der vergangenen Woche noch ein Zell-Cluster, so ist es jetzt klar als Embryo zu erkennen. Die Anlagen für die wichtigen Organe bilden sich in der 5. SSW aus und zum ersten Mal sind die Gesichtszüge erkennbar. Am Anfang der 5. SSW war das Kind ein kleiner rundlicher Zell-Cluster, der aus einer Eizelle mit drei zellulär verschiedenen Keimblättern gewachsen ist. In der 5. SSW verändert das Baby seine Form und aus dem rundlichen Kern wird ein länglicher Embryo, der jetzt zwei Millimeter misst.

    Wenn der Arzt in der 5. SSW einen Ultraschall macht, dann kann die Mutter zum ersten Mal den Herzschlag ihres Kindes hören. Die ersten Herzschläge des neuen Lebens sind doppelt so schnell wie die der Mutter, und da der Körper noch sehr klein ist, wirkt das Herz unverhältnismäßig groß. Wenn die Eltern in der 5. SSW Bilder des Embryos sehen, dann wirkt es auf dem Ultraschall so, als würde das riesige Herz außerhalb des kleinen Körpers schlagen. Auf dem Ultraschall kann der Arzt in der 5. SSW sehen, ob es Zwillinge werden, denn wenn zwei schwarze Punkte rhythmisch pulsieren, dann ist klar, dass in der Gebärmutter mehr als ein Kind ein Zuhause auf Zeit gefunden hat.

    Die Leber und die Nieren bilden sich in der 5. SSW aus, ebenso wie das Neuralrohr, aus dem sich später das Rückenmark und das Gehirn entwickeln werden. Auch die Fruchtblase bildet sich in der 5. SSW aus und wird drei Wochen später fertig sein. Der Embryo schwimmt bereits im Fruchtwasser und diese klare und wasserartige Flüssigkeit schützt das Kind vor Lärm, Druck und Stößen.

    Wie fühlt sich die Mutter in der 5. SSW?

    Frauen, die in der 5. SSW ein Ziehen im Unterleib verspüren, denken zunächst, dass sie ihre Periode bekommen, so wie jeden Monat. Die meisten Frauen fühlen sich zudem schlapp und müde, auch die Brüste spannen unangenehm. Das alles hat aber nichts mit den typischen Problemen zu tun, unter denen viele Frauen kurz vor der Monatsblutung leiden, es sind vielmehr die ersten Beschwerden in der 5. SSW. Das Ziehen im Unterleib wird durch die Lockerung des Bindegewebes verursacht, denn die Mutterbänder beginnen sich zu dehnen. Bleibt zu diesem Zeitpunkt die Periode aus, dann ist das ein erstes relativ sicheres Zeichen dafür, dass ein Baby unterwegs ist.

    Die 5. SSW ist für das Baby eine sehr empfindliche Phase, denn wenn es jetzt negativen Einflüssen ausgesetzt wird, dann kann das weitreichende Folgen für seine Entwicklung haben. Frauen, die sich ein Baby wünschen und davon ausgehen müssen, dass sie schwanger sind, sollten bei den ersten Anzeichen auf Alkohol und Nikotin verzichten. Auch Medikamente dürfen nur noch nach Absprache mit dem Arzt eingenommen werden. Besonders Nikotin und jede Art von Alkohol kann beim Baby zu schweren Schäden an den Organen führen. Ausfluss ist in dieser frühen Phase der Schwangerschaft nichts Ungewöhnliches, aber wenn in der 5. SSW gelber Ausfluss zu sehen ist, dann sollte ein Arzt aufgesucht werden, denn dann kann es sein, dass die Mutter eine Infektion hat.

    Worauf muss die Mutter in der 5. SSW achten?

    Wenn bei der ersten Untersuchung das Schwangerschaftshormon HCG nachgewiesen wird, dann ist es amtlich: Ein Baby ist auf dem Weg. Besonders jetzt, im ersten Trimester der Schwangerschaft, ist eine gesunde Lebensweise sehr wichtig. Das Baby braucht in dieser Entwicklungsphase vor allem Nährstoffe und eine ausgewogene vollwertige Ernährung, entsprechend sollte der Speiseplan der Mutter aussehen. Frauen, die in diesem Stadium der Schwangerschaft unter Verstopfung leiden, sollten statt drei großer Mahlzeiten am Tag, fünf kleine Mahlzeiten essen und viel trinken. Ideal sind Mineralwasser, Fruchtschorlen oder auch Tees mit Kamille und Fenchel.

    Wie hoch ist die Gefahr einer Fehlgeburt in der 5. SSW?

    Für die Mutter ist es auch wichtig, sich möglichst viel zu bewegen. Spezielle Yogakurse für Schwangere sind nun eine gute Idee, auch schwimmen stärkt die Muskulatur und macht zudem noch viel Spaß. Körperlich anstrengende Sportarten sind aber nicht zu empfehlen, denn besonders zwischen der vierten und der fünften Schwangerschaftswoche ist das Risiko groß, eine Fehlgeburt zu erleiden. Rund 50 % der Schwangerschaften enden ungewollt in der 5. SSW und Frauen, die noch nicht wissen, dass sie anderen Umständen sind, verlieren ihr Kind ohne es zu bemerken, sie gehen von einer starken Monatsblutung aus.

    Für den Körper ist eine Fehlgeburt in der 5. SSW so etwas wie ein Schutz, denn in der Regel ist das Kind nicht lebensfähig. Auch das Alter der Mutter spielt eine nicht unwichtige Rolle, denn Frauen, die älter als 45 Jahre sind, verlieren ihr Kind in dieser frühen Phase der Schwangerschaft zu 80 %. Frauen, die in der Vergangenheit bereits eine oder auch mehrere Fehlgeburten hatten, müssen ebenfalls mit einem frühen natürlichen Abbruch rechnen. Bei Frauen, die nur eine Fehlgeburt hatten, liegt die Wahrscheinlichkeit bei 21 %, bei Frauen, die schon zweimal ein Kind verloren haben, liegt das Risiko bei 29 % und bei drei Fehlgeburten sind es 33 %.

    Die häufigste Ursache für eine Fehlgeburt in der 5. SSW ist eine Anomalie bei der Anzahl der Chromosomen, aber auch wenn die Struktur der Chromosomen nicht stimmt, dann kommt es zu einem natürlichen Abbruch der Schwangerschaft. Ab der sechsten Schwangerschaftswoche sinkt das Risiko einer Fehlgeburt auf 18 %, und ab der 17 % liegt die Gefahr nur noch bei drei Prozent, dass es zu einer Fehlgeburt kommt.

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  • Die 6. SSW – das Baby ist so groß wie ein Reiskorn

    Die 6. SSW – das Baby ist so groß wie ein Reiskorn

    Die 6. SSW ist für das Baby von entscheidender Bedeutung. Zum ersten Mal wird das Kind jetzt über die Plazenta und auch über die Nabelschnur mit allen Nährstoffen und vor allem auch mit Sauerstoff versorgt. Der Dottersack, der diese Funktion bis zur 6. SSW übernommen hat, wird auch weiterhin für einige Wochen für den Stoffwechsel zuständig sein, später wird seine Aufgabe aber die Leber übernehmen. Die Schwangerschaft in der 6. Woche ist aber nicht nur für das ungeborene Kind eine spannende Phase, auch die Mutter hat in der 6. SSW erste Beschwerden.

    Wie sieht das Baby in der 6. SSW aus?

    Vier Millimeter groß, also ungefähr so groß wie ein Reiskorn ist das Baby in der 6. SSW, aber es hat schon einen Kopf und auch einen Hals, sowie die Anlagen für die Ohren, die Augen und für das Gehirn. Da das Baby immer von oben nach unten wächst, sieht der Kopf in diesem Stadium der Schwangerschaft im Vergleich zum Körper sehr groß aus. In der sechsten Schwangerschaftswoche bildet sich der Rückenstrang, der Vorläufer der Wirbelsäule. Dieser Rückenstrang reicht vom Nacken bis zu den Anlagen der Beine, die jetzt noch ein flügelähnliches Aussehen haben. Noch endet der Rückenstrang mit einer Art Schwanz, ein letztes Überbleibsel aus der Evolution, aber dieser Schwanz wird in den nächsten Wochen vollständig verschwinden.

    In der 6. SSW entwickeln sich aus dem sogenannten mittleren Keimblatt die ersten Knospen, aus denen später das Skelett entsteht. In dieser Schwangerschaftswoche zeichnen sich schon die zwölf Brustwirbel und die Rippen ab, praktisch der gesamte Brustkorb des Kindes. Dort wo später die Arme und die Beine wachsen werden, sind in der 6. SSW nur kleine Knospen zu sehen, die Füße und die Hände haben noch das Aussehen von kleinen Paddeln mit Schwimmhäuten.

    Der Hormoncocktail in der 6. SSW

    Der Körper wird in dieser Schwangerschaftswoche mit Hormonen förmlich überflutet. Diese Hormone arbeiten so zusammen, dass sie eine perfekte Versorgung für die Mutter und das Kind sicher stellen. Der HCG-Wert ist in der 6. SSW von großer Bedeutung, denn dieses spezielle Hormon verhindert, dass es zu einem weiteren Eisprung kommt und unterdrückt zudem, dass die werdende Mutter weiter ihre Periode bekommt. Ein anderes Hormon, das Östrogen, bereitet in der 6. SSW die Brüste darauf vor, dass sie später Muttermilch produzieren werden.

    Eine wichtige Rolle spielt auch das Gelbkörperhormon Progesteron, denn dieses Hormon entspannt die Muskeln des Uterus und sorgt auf diese Weise dafür, dass das Baby in den kommenden Wochen und Monaten ohne Probleme wachsen kann. Relaxin ist für die Vorbereitung auf die Geburt zuständig, denn dieses Hormon macht das Gewebe im Beckenboden und auch den Muttermund elastisch, damit das Baby bei der Geburt gut durch den Geburtskanal rutschen kann.

    Wie fühlt sich die Mutter in der 6. SSW?

    Wenn eine Frau in der 6. Woche schwanger ist, dann lassen die Symptome nicht lange auf sich warten. Es ist die Überflutung mit Hormonen, die bei der werdenden Mutter für einige Beschwerden sorgen, dazu gehört neben der morgendlichen Übelkeit auch das Gefühl von großer Müdigkeit. Viele Frauen leiden zudem unter Appetitlosigkeit und vieles, was sie früher vielleicht gerne gegessen haben, sorgt jetzt für einen unangenehmen Brechreiz.

    Dem Körper der Mutter wird in der 6. SSW sehr viel zugemutet, sie sollte sich daher viel Zeit nehmen, um sich auf die Veränderungen einzustellen. Wichtig ist es, immer wieder kleine Pausen in den Alltag einzubauen und sich ruhige Momente zu gönnen, um durchatmen zu können. Rein äußerlich ist die Schwangerschaft noch nicht zu sehen, denn in der 6. SSW ist der Bauch noch flach, aber die Brüste beginnen sich langsam zu verändern.

    Da die vielen unterschiedlichen Hormone das Immunsystem schwächen, sind die werdenden Mütter anfälliger für Infektionen, die negative Auswirkungen auf das Kind haben können. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist jetzt sehr wichtig, deshalb sollte die Mutter in der 6. SSW damit beginnen, Folsäure zu sich zu nehmen. Ärzte empfehlen als Tagesration 0,8 Milligramm während der ersten Schwangerschaftswochen, erst ab dem vierten Monat hat die Folsäure keinen Einfluss mehr auf die gesunde Entwicklung des Kindes.

    Die ersten Untersuchungen in der 6. SSW

    Viele Frauen wissen in der 6. SSW nicht, dass sie schwanger sind, aber spätestens wenn die ersten typischen Beschwerden auftreten, wie die Übelkeit am Morgen, dann wird klar, dass eine Schwangerschaft vorliegt. Der Frauenarzt wird in der 6. SSW einen Ultraschall machen um festzustellen, wie weit die Schwangerschaft schon fortgeschritten ist. Der werdenden Mutter wird Blut abgenommen, es wird ein Urintest gemacht und die Ergebnisse werden dann in den Mutterpass eingetragen. Eine Schwangerschaft liegt übrigens immer dann vor, wenn auch das Schwangerschaftshormon HCG (Human-Choriongonadotropin) nachgewiesen werden kann.

    Neben dem Ultraschall wird der Arzt auch eine Tastuntersuchung machen, denn in der 6. SSW ist der Hals der Gebärmutter bereits sehr fest und unbeweglich. Durch die Schwangerschaft werden die Schleimhäute besser durchblutet und das kann in der 6. SSW für Ausfluss sorgen. Dieser Ausfluss ist weißlich bis hellgelb und sollte nicht riechen. Handelt es sich um grünlichen Ausfluss, der unangenehm riecht, dann ist das ein Zeichen dafür, dass die Mutter eine Infektion hat. In diesem Fall sollte die werdende Mutter sofort zu ihrem Arzt gehen.

    Wie hoch ist das Risiko einer Fehlgeburt in der 6. SSW?

    Einer Fehlgeburt in der 6. SSW liegt in den meisten Fällen ein genetischer Defekt zugrunde. Der Körper erkennt, dass die befruchtete Eizelle nicht lebensfähig ist, und stößt sie daher wieder ab. Untersuchungen gehen davon aus, dass das bei 50 % aller Eizellen der Fall ist, aber nicht immer wird eine Abstoßung auch als Fehlgeburt erkannt. Viele Frauen, die in der 6. SSW nicht wissen, dass sie schwanger sind, halten die Fehlgeburt nicht selten für eine starke Monatsblutung.

    Ist die Schwangerschaft schon festgestellt worden, dann ist nach einer Fehlgeburt in der 6. Schwangerschaftswoche nur selten eine anschließende Ausschabung notwendig, der Körper wird mit einem Abort in dieser Phase der Schwangerschaft alleine fertig. Nach der 6. SSW sinkt das Risiko eine Fehlgeburt zu erleiden, um rund zwölf Prozent, am Ende der 12. SSW sind es dann nur noch ganze vier Prozent.

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