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  • Kann ein Gehirn-Chip Alzheimer-Patienten retten?

    Kann ein Gehirn-Chip Alzheimer-Patienten retten?

    Der Neurowissenschaftler Ted Berger arbeitet seit Mitte der 1990er-Jahre an der Entwicklung eines elektronischen Implantats mit dem die Erinnerungsfähigkeit zum Beispiel bei Alzheimer-Patienten verbessert werden soll. Nach einem Bericht des Magazins »Technology Review« (http://www.heise.de/tr/artikel/Der-richtige-Code-zum-Erinnern-2837890.html) wäre er nun einen Schritt weiter. Bei der Entwicklung des Gehirnchips arbeitet er mit Wissenschaftlerkollegen der University of Southern California und des Wake Forest Baptist Medical Centers zusammen.

    Gestörte Signalkette bei Alzheimer

    Die Eindrücke und Erlebnisse, die ein gesunder Mensch verzeichnet, werden in seinem Gehirn in elektrische Signal umgewandelt und in die verschiedenen Regionen des Hippocampus geleitet. Die Signale werden in allen Bereichen neu übersetzt und schließlich im Langzeitgedächtnis gespeichert. Jedoch weist diese Signalübertragung bei Alzheimer-Patienten eine Störung auf. Der Gehirnchip soll hier als Hilfsmittel dienen und sowohl die Übersetzung als auch Weiterleitung der Signale übernehmen.

    Test mit Epilepsie-Patienten

    Im Rahmen eines Test mit neuen Epilepsie-Patienten wurde geprüft, ob der Gehirnchip die Signale richtig und störungsfrei übertragen kann. Die Epilepsie-Patienten hatten Elektroden-Implantate in ihrem Gehirn, mit denen sie ihre Anfälle kontrollieren können, aber zugleich lassen mit den Elektroden die Signale und ihre Weiterleitungsart auslesen. Die herausgefilterten Signale sind anschließend an den Gehirnchip gesendet worden, der diese für die Weitergabe an den Hippocampus übersetzte. Es wurden hunderte Tests mit der Kontrollgruppe durchgeführt und in allen Fällen wurden die Codes zu 90 Prozent exakt so wiedergegeben, wie sie die Nervenzellen der Testpersonen übermitteln würden. Nach Angaben der Forscher seien vor der Implantation der Gehirnchips noch weitere Tests und Analysen erforderlich.

    Ziel des Gehirnchips

    Die Idee einen Chip zu entwickeln, der die Leistung des Gehirns erreicht, ist alt aber bislang galt eine solche Technik aus neurowissenschaftlicher Sicht als quasi nicht umsetzbar. Ted Berger konnte mit seinem Gehirnchip und dem beschrieben Test an Epilepsie-Patienten das Gegenteil beweisen. Das Ziel des Chips ist es das Erinnerungsvermögen von Menschen zu verbessern, deren Langzeitgedächtnis auf Grund einer Krankheit nicht mehr oder nur noch eingeschränkt funktioniert. Im Rahmen eines Mailänder Fachkongresses stellte Berger die Ergebnisse seiner Arbeit zusammen mit Kollegen der University of Southern California (USC) und vom Wake Forest Baptist Medical Center den versammelten Wissenschaftlern vor.

    Der Gehirnchip setzt sich aus einem Siliziumchip zusammen, der Einnerungen des Kurzzeitgedächtnis mittels elektrischer Signale in das Langzeitgedächtnis überträgt. Bei Alzheimer-Patienten ist diese Übertragung fehlerhaft. Der Chip dient als Übersetzer der Signale und speichert Erinnerungen im Langzeitgedächtnis ab. Nach Angaben von Robert Hampson des Wake Forest Medical Centers könnte das Implantat dazu in der Lage sein beschädigte Gehirnteile zu unterstützen oder sei fähig diese zu ersetzen. In der nächsten Phase soll nun ein Patient, dessen Region um den Hippocampus herum eine Beschädigung aufweist, die per Chip erzeugten Signale direkt erhalten. Die Signale werden dann als Langzeiterinnerungen gespeichert. Wenn der Gehirnchip bei weiteren Tests erfolgreich arbeitet, dürfte es nur noch wenige Jahre dauern bis dieses technische Meisterwerk tatsächlich Menschen hilft, die wegen Krankheiten wie Alzheimer kein oder nur noch ein stark eingeschränktes Langzeitgedächtnis haben.

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  • Teenager leiden unter Schlafmangel

    Teenager leiden unter Schlafmangel

    Bei Jugendlichen verändert sich das Gehirn und führt zu einer Anpassung des Schlaf-Wach-Rhythmus. In der Folge leiden viele Teenager am Schlafmangel und dies sorgt für eine schlechtere Leistung in der Schule. Die Wissenschaftler schlagen bereits Alarm und fordern einen späteren Schulbeginn. Auf diese wissenschaftliche Forderungen haben schon die ersten weiterführenden Schulen reagiert. Der Schulbeginn ist dort statt um 7:00 Uhr um 8:30 Uhr, was zu einem positiven Feedback durch die Schüler und Eltern führte.

    Die innere Uhr ist hauptverantwortlich für den Schlafmangel, wodurch sich Jugendliche zum so genannten Spättypen unabhängig von der abendlichen Aktivität entwickeln und länger wach bleiben. In der Pubertät befindet sich das Gehirn in einer Umbauphase und in diesem Zusammenhang fällt es Teenagern schwer am frühen Morgen aufzustehen.

    Die Einschlafzeiten verschieben sich im Alter von 9 und 11 Jahren. Der Rhythmus wird durch das Hormon Melatonin gesteuert mit der Folge, dass sich dieser Zyklus immer später in die Nachtstunden verschiebt, wie eine Studie des Rush University Medical Center aus Chicago feststellte. Die Forscher beobachteten jahrelang das Schlafverhalten und den Tagesablauf von 9 bis 15 Jahren alten Jugendlichen. Nach dem Studienergebnis blieben die Jugendlichen länger auf je älter sie wurden, obwohl Melatonin von ihrem Gehirn ausgeschüttet wurde und zum Schlafengehen anregte. Auf Grund der zu kurzen Schlafzeit konnte das Melantonin nicht vollständig abgebaut werden und hatte eine Müdigkeit bei den Teenagern zur Folge.

    Ein Großteil der Schüler erscheint unausgeschlafen in der Klasse, aber daran Schuld seien eher die Lehrer mit ihren unflexiblen Stundenplänen als die Teenager selbst. Auf Empfehlung der Studienautoren sollte die Schule später beginnen, weil es nichts bringen würde Jugendliche früher zum Schlafengehen zu schicken. In Deutschland haben bislang nur sehr wenige Schulen den Schulbeginn nach hinten verschoben, weshalb nach wie vor die meisten Schüler unausgeschlafen dem Unterricht folgen. Das frühe Aufstehen gegen 6:30 Uhr führt bei vielen Familien zu Konflikten je älter die Kinder werden. Schlafforscher empfehlen Jugendlichen vor dem Schlafengehen ein Buch zu lesen anstatt Fernsehen zu schauen oder mit der Spielkonsole zu spielen.

    Das Gehirn würde nämlich Zeit benötigen runterzufahren und da sei ein Buch eine sinnvollere Hilfe als zum Beispiel ein spannender actionreicher Spielfilm. Ein Teenager benötigt mindestens acht bis neun Stunden Schlaf in der Nacht, um morgens ausgeschlafen und ausgeruht in der Schule erscheinen zu können. Der Umbau des Gehirns endet etwa mit 21 Jahren und bis dahin entscheidet es sich, ob der Teenager eher zu den Nachtschwärmern oder Frühaustehern zählt. Im Vorfeld der Bettruhe kann es außerdem von Vorteil sein auf Süßigkeiten und Snacks zu verzichten, da diese vor allem Zucker enthalten.

    Der Zucker hält den Körper weiter in Schwung und in Konsequenz bleibt man länger wach. Effektiver sind Tees wie Kamillentee oder Fencheltee, die dabei helfen besser und früher einzuschlafen. Die Umstellung der Ernährung auf gesunde Lebensmittel und Verzicht auf Fastfood trägt ebenso zu einem gesunden Schlaf bei wie sportliche Aktivitäten. Wer vor dem Schlafengehen sportlich aktiv ist oder einen Spaziergang unternimmt schläft bisherigen Kenntnissen zufolge besser.

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  • Reiseimpfung für einen erholsamen Urlaub

    Reiseimpfung für einen erholsamen Urlaub

    Reisen bildet, Reisen erschließen neue Horizonte, Reisen machen Spaß, aber Reisen sollten nicht krank machen. Damit Reisen ein Vergnügen wird, ist eine Reiseimpfung unumgänglich, denn in vielen Ländern dieser Erde gibt es Krankheiten, die hierzulande unbekannt oder ausgerottet sind. Um sich vor diesen Krankheiten zu schützen, gibt es die Reiseimpfung. Wer kein Risiko eingehen will, der sollte sich vor einer Reise in exotische Länder darüber informieren, welche Impfungen notwendig sind und sich dann entsprechend impfen lassen.

    Andere Länder, gefährliche Krankheiten

    Die Ferienzeit ist bekanntlich die schönste Zeit des Jahres. Reisen bedeutet ausspannen, Stress abbauen, neue Menschen und neue Kulturen kennenlernen und sich richtig erholen. Leider vergessen viele vor dem Start in die Ferien, dass es in anderen Ländern gefährliche Krankheiten wie zum Beispiel Malaria oder Hepatitis gibt, und es ist nur eine Spritze, die darüber entscheidet, ob die Reise zum Erfolg wird oder nicht. Als Grundregel für die Reiseimpfung gilt: Je weiter das Ziel, umso sorgfältiger sollte die Vorsorge sein. Es ist immer eine sehr gute Idee, sich vor dem Antritt der Reise über die klimatischen Bedingungen im Urlaubsland zu erkundigen, ebenfalls sollte man in Erfahrung bringen, welche Reiseimpfung für welches Land empfohlen wird. In einigen Ländern werden bestimmte Impfungen vorgeschrieben und wer keinen gültigen Impfpass hat, der darf nicht einreisen.

    Wichtig ist die Basisimpfung

    Einige Impfungen gehören zu den sogenannten Basisimpfungen. Dazu gehört unter anderem die Impfung gegen Polio, also Kinderlähmung und die Impfung gegen Tetanus, den Wundstarrkrampf, auch gegen Diphtherie sollte man sich impfen lassen. Liegen diese Basisimpfungen länger als zehn Jahre zurück, dann ist eine Auffrischung erforderlich. Eine gute Idee ist auch ein Impfschutz gegen vermeintlich harmlose Kinderkrankheiten wie Masern, Röteln oder Mumps, denn diese Krankheiten grassieren in vielen Ländern immer noch. Für die Reiseimpfung ist es wichtig, sich über das Reiseziel zu informieren, und welche Krankheiten es dort gibt.

    Reiseimpfung für Asien und Afrika

    Wer eine Reise nach Afrika oder nach Asien plant, der sollte sich auf jeden Fall gegen Gelbfieber impfen lassen, denn diese gefährliche Infektionskrankheit ist sowohl in Schwarzafrika und in der Sahel-Zone, aber auch in vielen Ländern Südamerikas noch immer aktiv. Eine Reiseimpfung gegen Cholera ist vor allem bei Reisen nach Asien zu empfehlen, aber auch in Teilen von Nordafrika ist die Cholera noch immer ein Thema. Ebenfalls in Asien und auch im westlichen Afrika besteht die Gefahr, sich mit einer Gehirnhautentzündung, einer Meningokokken-Meningitis zu infizieren, und auch hier ist die entsprechende Reiseimpfung eine Notwendigkeit.

    Impfschutz für die Tropen und das Mittelmeer

    Generell gilt, für alle Länder außerhalb Europas ist eine Reiseimpfung wichtig, besonders wenn es in die Tropen und auch ans Mittelmeer geht, dann kann eine Reiseimpfung unter Umständen sogar das Leben retten. Gelbsucht (Hepatitis A) ist in den Tropen weit verbreitet und auch Typhus stellt bei Reisen in tropische Länder eine Gefahr dar. Die japanische Enzephalitis, eine besondere Form der Hirnhautentzündung, kommt nicht nur in Japan, sondern auch in Thailand, auf den Philippinen und in China vor. Eine Reiseimpfung gegen Tollwut ist in den Tropen erforderlich, aber auch in Russland, Polen und in den Ländern des Baltikums.

    Reiseimpfung – Wann sollte geimpft werden?

    Wer sich vor Antritt der Reise impfen lassen will, der sollte vier Wochen vorher zu einem Arzt gehen, denn der Impfstoff braucht diesen Zeitraum, um einen wirksamen Schutz aufbauen zu können. Eine Reiseimpfung wird nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, die Kosten muss der Versicherte selbst übernehmen. Anders sieht es allerdings aus, wenn man beruflich in fernen Ländern unterwegs ist, denn in diesem Fall übernimmt der Arbeitgeber die Kosten für die notwendigen Reiseimpfungen. Aber selbst wenn die Impfung selbst bezahlt werden muss, die Gesundheit sollte es immer wert sein.

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  • Biorhythmus – jeder hat seine innere Uhr

    Biorhythmus – jeder hat seine innere Uhr

    Nicht nur die Natur hat ihren eigenen Rhythmus, auch Menschen folgen bestimmten Rhythmen und Zyklen. Da ist zum Beispiel der Tag-Nacht-Rhythmus, aber auch der Arbeits- und Ruherhythmus, der bei jedem Menschen individuell ist, jedoch immer einem bestimmten Schema folgt. Im Laufe der Evolution hat sich dieser Biorhythmus als lebenswichtig herausgestellt und auch heute noch brauchen Menschen eine innere Uhr, nach der sie leben können. Wissenschaftlich erforscht wird der Biorhythmus erst seit kurzer Zeit, aber schon jetzt liefert die Arbeit rund um die Chronobiologie wertvolle Hinweise, wie sehr wir Menschen von unserer inneren Uhr beeinflusst werden.

    Der Biorhythmus und die Energie

    Wie alle Lebewesen, so ist auch der Mensch vom Einfluss der Sonne abhängig. Der Wechsel zwischen Winter und Sommer bestimmt den Biorhythmus, und die lange Ruhezeit des Winters schraubt den Bedarf an Energie deutlich nach unten. Das sicherte den Menschen in früheren Zeiten das Überleben. Ähnlich wie viele Tiere, die in der kalten Jahreszeit einen Winterschlaf halten, reduziert auch der Mensch seine Energiereserven, wenn es kalt wird. Heute weiß man, dass jeder eine Art Taktgeber in sich hat, eine innere Uhr. Die reagiert zwar auf alle Einflüsse von außen, tickt aber von selbst weiter, wenn einer der wichtigsten Umwelteinflüsse, das natürliche Licht, praktisch ausgeschaltet wird. Gesteuert wird diese innere Uhr von einem bestimmten Prozess, der sich an der Ausschüttung des Hormons Melatonin orientiert.

    Was ist ein Biorhythmus?

    Die Körperfunktionen unterliegen ganz natürlichen Schwankungen, die wir als wiederkehrende Zyklen und Veränderungen im Organismus wahrnehmen. Diese Schwankungen und Veränderungen nennt man Biorhythmus. Ein wichtiger Biorhythmus ist der Schlaf- und Wachrhythmus, aber auch der sogenannte Aktivitätsrhythmus, der Rhythmus, in dem gegessen und getrunken wird, sowie der Rhythmus der Körpertemperatur bestimmen den Alltag. Bei den Frauen kommt noch der weibliche Rhythmus dazu, aber auch der Herzschlag und die Erneuerung der Blutkörperchen unterliegen bei jedem Menschen einem anderen Biorhythmus. Menschen leben nicht einfach nur nach einem Rhythmus, der 24 Stunden dauert, sie leben nach ihrer inneren Uhr, dem zirkadianischen Rhythmus, der bei einem in kurze und bei anderen in lange Zyklen eingeteilt ist.

    Wenn der Biorhythmus aus dem Takt kommt

    Die biologische Uhr ist für die Gesundheit von großer Bedeutung. Sie meldet dem Körper zum Beispiel, wann es Zeit ist aktiv zu werden und sie zeigt auch an, wann mal wieder eine Ruhepause eingelegt werden sollte. Die innere Uhr steuert zudem auch die Funktionen des Körpers, wie die Körpertemperatur, den Blutdruck, denn Hormonhaushalt und das Steuerzentrum des Körpers, das Gehirn.

    Was passiert aber, wenn diese innere Uhr aus dem Takt kommt und nicht mehr so rund läuft? Was Menschen vor 1000 Jahren noch gut in den Griff bekamen, ist in der heutigen Zeit zu einer echten Herausforderung geworden. Schichtarbeit bringt den Tag-Nacht-Rhythmus durcheinander, lange Abende in der Disco oder auch Langstreckenflüge mit Zeitumstellung bringen die innere Uhr aus ihrem gewohnten Rhythmus, selbst der Wechsel der Jahreszeiten kann dem Biorhythmus zu schaffen machen. In zahlreichen Studien wurde nachgewiesen, dass Menschen, die im Schichtdienst, also in einem ständigen Wechsel am Tag und in der Nacht arbeiten, für Krankheiten anfälliger sind als diejenigen, die einen normalen Tag-Nacht-Rhythmus haben. Schichtarbeiter leiden außerdem häufig unter Schlafstörungen und sie neigen mehr zu Depressionen.

    Den eigenen Biorhythmus finden

    Wie unterschiedlich der Biorhythmus sein kann, das zeigt sich schon am Schlafrhythmus. Die einen sind Lerchen, also echte Frühaufsteher, die anderen sind Eulen, die nachts erst richtig munter werden. Während der Frühaufsteher am Morgen und am Vormittag seine beste Zeit hat, ist der Nachtmensch ein ausgeprägter Morgenmuffel, der erst später zur Bestform aufläuft. Man sollte immer seiner inneren Uhr folgen, denn dann lebt man nicht nur gesünder, sondern auch deutlich entspannter.

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  • Akupunktur – wie Nadeln helfen können

    Akupunktur – wie Nadeln helfen können

    Kaum eine andere Heilmethode ist so alt wie die Akupunktur. In China haben Heiler Menschen schon vor 3000 Jahren mit Nadeln behandelt, aber erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kam die traditionelle Akupunktur auch nach Europa. Heute findet diese sanfte Form der Schmerzbehandlung immer mehr Anhänger und wird immer öfter ergänzend zur Schulmedizin angewandt. Allerdings ist Akupunktur keine ganzheitliche Lösung für alle medizinischen Probleme, aber besonders in der Schmerztherapie werden mit den Nadeln beachtliche Erfolge erzielt.

    Was ist Akupunktur?

    Der Begriff Akupunktur kommt aus der lateinischen Sprache, acus bedeutet Nadel und punctio so viel wie stechen. Akupunktur basiert auf der traditionellen asiatischen Vorstellung, dass der Mensch von einer bestimmten Lebensenergie mit Namen Qi durchflossen wird. Diese Energie fließt über Leitbahnen, die sogenannten Meridiane und ist an 700 Punkten unter der Hautoberfläche erreichbar. 400 dieser Punkte können mit Akupunkturnadeln erreicht werden. In der chinesischen Medizin ist der Mensch nur dann wirklich gesund, wenn die Energieströme harmonisch fließen, aber wenn das Qi gestört ist, was bei Hitze, Kälte, bei falscher Ernährung oder auch bei seelischem Stress der Fall ist, dann kommt es zu Schmerzen und auch zu Krankheiten. Mithilfe von Akupunktur sollen die Blockaden im Fluss des Qi aufgehoben werden. In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) sind die Organe keine festen anatomischen Einheiten, sie sind vielmehr eine Art Funktionskreise, die Zusammenhänge beschreiben. Ein Beispiel ist das Immunsystem, das keinem Organ zugeordnet werden kann.

    Was passiert bei einer Akupunkturbehandlung?

    Was genau im Körper passiert, wenn er mit Akupunkturnadeln behandelt wird, das konnte die Schulmedizin bis heute noch nicht feststellen. Aber es gibt einige interessante Studie, die herausgefunden hat, dass es beim Stich mit einer Akupunkturnadel im Gehirn zu einer größeren Ausschüttung von Substanzen kommt, die zum einen Schmerzen stillen und zum anderen die Stimmung aufhellen. Zu diesen als Glückshormone bekannten Substanzen gehören auch Serotonine und Endorphine.

    Die Behandlung mit Akupunktur

    Bei einer Behandlung mit Akupunkturnadeln werden dem Patienten je nach Bereich, kleine, sterile Einmal-Nadeln in die Haut gestochen. Diese Nadeln sind speziell geschliffen, damit der Patient keine Schmerzen verspürt. Möglich ist aber ein leichter Einstichschmerz, der aber schwächer ist als zum Beispiel der Einstich einer Spritze. Nach einer gewissen Zeit verspürt der Patient dann ein dumpfes Wärme- oder auch Schwergefühl rund um die Einstichstelle. Jede Nadel verbleibt in der Regel zwischen 20 und 30 Minuten in der Haut, und wenn es darum geht, bestimmte Reaktionen zu erzielen, dann werden besondere Techniken der Stimulierung vorgenommen. So können die Nadeln vor der Behandlung erwärmt werden, aber auch eine unterschwellige Stimulanz mit Reizstrom ist im Rahmen einer Akupunkturbehandlung möglich. Es gibt zudem auch erweiterte Verfahren wie die Akupressur, bei der die Akupunkturstellen mit den Fingern massiert werden. Bei der Laser-Akupunktur wird ein bestimmter Punkt nicht mit einer Nadel, sondern mit einem Laserimpuls behandelt.

    Bei welchen Beschwerden hilft Akupunktur?

    Laut der sogenannten Indikationsliste der Weltgesundheitsorganisation WHO kann Akupunktur nicht nur bei chronischen Schmerzen hilfreich sein, sondern auch bei Allergien, bei Problemen mit dem Magen-Darm-Trakt und bei Erkrankungen der Atemwege. In den letzten Wochen der Schwangerschaft können Akupunkturnadeln dafür sorgen, dass der Geburtsvorgang verkürzt wird und selbst bei Operationen sind die Nadeln schon als eine Art Betäubungsmittel zum Einsatz gekommen. Mehrere Studien haben zudem nachgewiesen, dass Akupunktur bei Übelkeit und Erbrechen zum Beispiel in den ersten Monaten einer Schwangerschaft hilft, und auch bei Arthrose in den Knie- und Ellbogengelenken hat sich Akupunktur bewährt. Kopf- und Rückenschmerzen können durch Akupunktur gelindert werden und auch bei Heuschnupfen sind die kleinen Nadeln eine große Hilfe. Allergisches Asthma, Tennisarm oder auch Menstruationsschmerzen – für alle diese Beschwerden ist Akupunktur eine sehr gute Alternative zur klassischen Schul- und Schmerzmedizin.

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  • Wie gefährlich ist eine Verletzung am Trommelfell?

    Wie gefährlich ist eine Verletzung am Trommelfell?

    Eine Verletzung am Trommelfell kann viele verschiedene Ursachen haben. Eine heftige Ohrfeige kann das empfindliche Trommelfell ebenso verletzten wie auch ein lauter Knall und eine Druckschwankung, sogar ein Wattestäbchen kann dafür verantwortlich sein, dass es zu einer Verletzung am Trommelfell kommt. Taucher kennen das Problem, aber auch wer viel fliegt, der muss sich nicht wundern, wenn es zu einer Verletzung am Trommelfell kommt. Meist ist es ein Riss oder eine Ruptur, die das Trommelfell im Ohr beschädigen, zu den schweren Verletzungen gehört aber auch ein Loch, eine sogenannte Perforation des Trommelfells.

    Welche Aufgabe hat das Trommelfell?

    Das Trommelfell hat im Hörprozess eine Schlüsselfunktion, denn immer dann, wenn Schallwellen durch den Gehörgang zum Trommelfell gelangen, dann fängt die dünn straff gespannte Membran, die die Grenze zwischen dem Mittel- und dem Außenohr darstellt, an zu schwingen. Diese Schwingungen lösen elektrische Impulse aus, die dann über die drei Gehörknöchelchen Amboss, Hammer und Steigbügel an den Hörnerv und schließlich an das Gehirn weitergegeben werden.

    Was kann eine Verletzung am Trommelfell verursachen?

    Wer sich die Ohren mit einem Wattestäbchen reinigt, der riskiert dabei eine Verletzung am Trommelfell und auch wenn bei einem Autounfall der Airbag ausgelöst wird, dann kann das Trommelfell geschädigt werden. Eine direkte Gewalteinwirkung, wie eben eine Ohrfeige, kann für einen Riss oder sogar für ein Loch im Trommelfell sorgen. Eine Verletzung am Trommelfell kann jedoch auch indirekt ausgelöst werden, zum Beispiel, wenn das Trommelfell starkem Druck ausgesetzt wird. Hinter dem Trommelfell im Mittelohr ist ein Hohlraum, der mit Luft gefüllt ist, die sogenannte Paukenhöhle und wenn in diesem Bereich der Luftdruck ansteigt oder auch plötzlich fällt, dann kann es passieren, dass die dünne Membran, also das Trommelfell, zu Schaden kommt. Taucher, die entweder zu schnell und zu tief tauchen oder nach einem Tauchgang zu schnell wieder an die Wasseroberfläche kommen, müssen damit rechnen, dass der Druck im Mittelohr zu groß wird, und dass in der Folge das Trommelfell beschädigt wird.

    Wie macht sich eine Trommelfellverletzung bemerkbar?

    In den meisten Fällen wird eine akute Verletzung am Trommelfell von einem kurzen, aber heftigen stechenden Schmerz begleitet, eine Trommelfellverletzung kann sich aber auch durch Blut im Gehörgang und ein vermindertes Hörvermögen bemerkbar machen. Nicht selten sind auch ein leichtes Schwindelgefühl oder Übelkeit ein Zeichen dafür, dass das Trommelfell verletzt wurde. Diese Symptome deuten immer darauf hin, dass das Innenohr verletzt wurde, und wenn Schwindel und Übelkeit anhalten, dann sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Im schlimmsten Fall kann eine Verletzung am Trommelfell eine Gesichtslähmung auslösen, zu einer dauerhaften Schädigung des Gehirns und auch zu Taubheit führen. Handelt es sich um eine sehr ausgedehnte Verletzung am Trommelfell, dann ist auch eine schmerzhafte Mittelohrentzündung möglich.

    Wie wird eine Trommelfellverletzung behandelt?

    Der HNO-Arzt stellt eine Verletzung am Trommelfell durch einen Ohrenspiegel, ein sogenanntes Otoskop fest und kann mit einem speziellen Ohrmikroskop sehen, wie stark das Trommelfell verletzt ist. Durch eine Hörprüfung wird dann festgestellt, inwiefern das Hörvermögen des Patienten gelitten hat und ob es zu einer Schädigung des Gehörknöchelchens gekommen ist. Behandelt werden muss eine Verletzung am Trommelfell nur selten, denn die dünne Membran hat ein ganz erstaunliches Selbstheilungsvermögen. Kleine Risse heilen schnell von selbst wieder zu, wenn es sich aber um ausgedehnte Perforationen handelt, dann wird das Trommelfell mit einer Folie geschient, damit die beiden Enden wieder zusammenwachsen können. Wenn auch diese Maßnahme nicht hilft, dann bleibt nur noch die Myringoplastik, ein Verfahren, bei dem das Trommelfell mit körpereigenem Gewebe rekonstruiert wird.

    Wer schon einmal eine Verletzung am Trommelfell hatte, der lebt mit der Gefahr, dass es wieder zu einer Schädigung kommen kann, denn wenn das Trommelfell einmal verletzt wurde, dann bleibt es instabil.

    Bild: © Depositphotos.com / fotoquique