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  • Wurmbefall im Darm – Hilfe gegen Parasiten

    Wurmbefall im Darm – Hilfe gegen Parasiten

    Allein die Vorstellung, dass sich im Darm Würmer aufhalten könnten, verursacht bei den meisten Menschen ein Ekelgefühl. Aber so schrecklich das auch klingen mag, Gesundheitsexperten vermuten, dass jeder Mensch im Verlauf seiner Kindheit schon einmal Würmer im Darm hatte. Wurmbefall im Darm ist unangenehm und kann gefährlich werden, je nachdem, welcher Wurm sich im Darm befindet. In der Regel werden Menschen von drei verschiedenen Wurmarten aufgesucht, dem Spulwurm, dem Madenwurm und dem bekannten Bandwurm. Alle diese Helminthen, wie die Würmer mit medizinischem Namen heißen, leben als Parasiten, also als Schmarotzer, die im Verlauf ihres Lebens immer mal wieder den Wirt oder den Zwischenwirt wechseln.

    Wie kommen die Würmer in den Darm?

    Verunreinigte Speisen oder auch der direkte Kontakt mit Tieren verursachen einen Wurmbefall im Darm. Sind die Würmer dann im Darm angekommen, dann vermehren sie sich und legen Eier, aus denen dann später Larven werden. Es gibt aber auch Wurmarten, die von Mücken oder Fliegen übertragen werden und durch den Hautkontakt in den Darm gelangen. Diese Würmer sind allerdings nicht in Europa zu finden, sie können aber ein unschönes Mitbringsel aus dem Urlaub in den Tropen sein.

    Welche Symptome sind für einen Wurmbefall typisch?

    Ist der Wurm im Darm, dann stellen sich auch schnell die ersten Symptome ein. Die Betroffenen verspüren besonders am Abend und in der Nacht einen starken Juckreiz am After, denn die Würmer legen ihre Eier am liebsten in den Falten des Afters ab. In diesem Stadium sind die weißen, ca. einen Zentimeter langen Würmer dann auch im Kot sichtbar. Neben dem Juckreiz, der nach relativ kurzer Zeit wieder abklingt, gibt es kaum Beschwerden und viele, die Würmer haben, nehmen die Symptome nicht sonderlich ernst.

    Wenn der After aber stark juckt, dann kann es durch das Kratzen zu Rissen kommen und wenn diese Risse sich entzünden, dann wird es für die Betroffenen unangenehm. Helfen kann in diesen Fällen oft ein Sitzbad mit Kamillenblüten, die die Entzündung abklingen lassen. Kommt es zu einem starken Befall durch Würmer, dann verlieren die Betroffenen häufig an Gewicht, es kommt zu Durchfall, zu Bauchschmerzen und auch rektale Blutungen sind keine Seltenheit.

    Befall durch Band- und Spulwürmer

    Im Gegensatz zu den Madenwürmern, die lediglich einen starken Juckreiz auslösen, kann ein Befall mit Spul- und Bandwürmern schon einen größeren Schaden anrichten. Spulwürmer sind rosa und können, wenn sie ausgewachsen sind, bis zu 45 Zentimeter lang werden. Die Larven des Schmarotzers können schwere allergische Reaktionen auslösen und da die Würmer sehr groß werden, gelangen sie auch ohne Probleme in die Gänge der Bauchspeicheldrüse und in die Galle, wo sie Koliken auslösen können. Bei einem starken Befall kann es sogar zu einem Darmverschluss oder zu einer Darmlähmung kommen. Wenn es den Würmern gelingt, in die Blutbahn zu kommen, dann dringen sie nicht selten bis zur Lunge vor und das führt zu Atembeschwerden, Fieber, Husten und in Einzelfällen auch zu asthmatischen Anfällen.

    Bandwürmer gehören zur Familie der Plattwürmer und sie können je nach Art, zwischen drei Millimetern und 20 m lang werden. Ist ein Bandwurm im Darm, dann kommt es zu heftigen Bauchschmerzen, zu einem starken Gewichtsverlust und häufig auch zu migräneartigen Kopfschmerzen.

    Wie wird Wurmbefall behandelt?

    Anders als in früheren Zeiten können Würmer im Darm heute gezielt und auch sehr effektiv behandelt werden. Die Patienten müssen eine Wurmkur machen, das heißt, sie müssen je nach Stärke des Wurmbefalls eine entsprechend lange Kur mit verschiedenen Medikamenten machen. Zu 90 % sind die Würmer dann verschwunden. Damit sich aber erst gar keine Würmer im Darm ansiedeln können, sollte man auf den Verzehr von rohem Fleisch wie zum Beispiel Tatar verzichten, denn im rohen Hackfleisch können sich Eier oder Larven der Würmer befinden.

    Bild: © Depositphotos.com / olgaru79

  • Tuberkulose – früher gefürchtet, heute heilbar

    Tuberkulose – früher gefürchtet, heute heilbar

    TBC, TB oder Schwindsucht – die Tuberkulose ist eine Krankheit, die viele unter ihren anderen Namen kennen. Medizinisch definiert ist die Tuberkulose eine chronisch verlaufende Infektionskrankheit, die vor 100 Jahren eine gefürchtete Krankheit war und die heute dank moderner Antibiotika, gut behandelt werden kann. Trotzdem sind vor zehn Jahren in Deutschland noch 6.000 Fälle von Tuberkulose registriert worden und das entspricht immerhin über sieben Erkrankungen auf 100.000 Einwohner. Experten schätzen, dass rund ein Drittel der Menschen weltweit mit dem TBC Virus infiziert ist, aber nicht bei jedem bricht auch eine typische Tuberkulose aus.

    Was genau ist Tuberkulose?

    Ausgelöst wird Tuberkulose vom Mycobacterium tuberculosis, und da das Bakterium auf dem Luftweg übertragen wird, sind in den allermeisten Fällen auch die Lungen betroffen, es kommt zu einer sogenannten pulmonalen Tuberkulose. Es reicht, von einem Erkrankten angehustet oder angeniest zu werden, um sich mit TB zu infizieren, und dieser schnelle Übertragungsweg macht die Tuberkulose auch heute noch immer gefährlich. Selbst wenn die Zahl der Erkrankten in den letzten Jahren stetig gesunken ist, allein in Indien gab es 2012 noch über zwei Millionen Tuberkulosefälle und auch in Afrika sterben jedes Jahr über eine Million Menschen an Tuberkulose.

    In Deutschland infizierten sich 2012 über 4.000 Menschen und 127 starben daran. Tuberkulose ist meldepflichtig, jeder Kranke wird beim Gesundheitsamt registriert, damit ein größerer Ausbruch der Krankheit verhindert werden kann.

    Welche Symptome weisen auf TBC hin?

    Die Inkubationszeit der Tuberkulose beträgt in der Regel zwischen sechs und acht Wochen. Zu Beginn der Krankheit kommt es zu einem eher unspezifischen Husten, der zusammen mit Nachtschweiß auf Tuberkulose hindeutet. Typisch ist auch eine immer leicht erhöhte Temperatur, die im weiteren Verlauf zu hohem Fieber wird. Der Husten wird stärker und es kommt zu einem grünlichen oder auch blutigem Auswurf. Diese Symptome gibt es aber nicht bei jedem Infizierten, bei einigen treten überhaupt keine Symptome auf, die Medizin spricht in diesem Fall von einer latenten Tuberkulose. Häufig ist das der Fall, wenn das Immunsystem sich erfolgreich gegen die Bakterien gewehrt hat.

    Wenn der Herd der Tuberkulose in der Lunge abgekapselt ist, dann spricht man von einer geschlossenen Tuberkulose, die nicht ansteckend ist. Ist das nicht der Fall, dann handelt es sich um eine offene TB und diese Form ist hoch ansteckend.

    Warum die Diagnose schwierig ist

    Husten, Nachtschweiß, eine erhöhte Temperatur – alle diese Symptome passen zwar zu einer Tuberkulose, sie können aber auch genauso gut die Symptome eines grippalen Infekts sein. Der Arzt kann nur durch eine gezielte Anamnese herausfinden, ob es sich tatsächlich um eine TB handelt. Zu den Fragen, die der Arzt dem Patienten stellt, gehört die Frage, ob es in der näheren Umgebung Fälle von Tuberkulose gibt, vielleicht sogar in der eigenen Familie. Eine wichtige Frage ist auch, ob sich der Betroffene in einem Gebiet aufgehalten hat, in dem es noch Tuberkulose gibt.

    Neben einer gründlichen Anamnese geben auch Röntgenbilder oder eine Computertomografie Auskunft darüber, ob es sich um Tuberkulose handelt. In den meisten Fällen sind die Tuberkulose-Herde auf dem Röntgenbild gut zu erkennen, und das Bild gibt zudem Auskunft darüber, in welchem Stadium sich die Krankheit befindet.

    Wie wird Tuberkulose therapiert?

    Während sich die Erkrankten in früheren Zeiten in die Berge, bevorzugt in die Schweiz begeben mussten, um dort in der Höhenluft bei guter Ernährung und viel Ruhe die TB auszukurieren, müssen die Tuberkulosepatienten von heute einen Mix aus mehreren Medikamenten nehmen. Ist die TB offen, dann wird allerdings ein Aufenthalt im Krankenhaus erforderlich, um die Ansteckungsgefahr zu bannen. Bei der geschlossenen TB bekommen die Patienten Antibiotika, in der Regel für die Dauer von sechs Monaten, denn so lange kann es dauern, bis die Krankheit ausgeheilt ist.

    Bild: © Depositphotos.com / Remains

  • MERS-Virus in Südkorea auf dem Vormarsch

    MERS-Virus in Südkorea auf dem Vormarsch

    Ein Virus bestimmt zur Zeit in Südkorea das öffentliche Leben und legt es zunehmend lahm. Das MERS-Virus sorgt dafür, dass 900 Kindergärten und Schulen geschlossen bleiben, und mehr als 1.600 Menschen mussten bisher in Quarantäne oder stehen unter Beobachtung. 35 Menschen sind nach Auskunft des Gesundheitsministeriums bereits verstorben. Die Einwohner der Hauptstadt Seoul wurden aufgefordert, ihre Wohnungen und Häuser nicht mehr zu verlassen und den Kontakt mit anderen Menschen zu vermeiden. Zum Schutz vor Ansteckung mit dem MERS-Virus werden in den U-Bahnhöfen Atemschutzmasken ausgegeben. Das MERS-Virus hat auch drastische Folgen für den Tourismus des asiatischen Landes, denn bislang wurden über 7.000 Reisen storniert.

    Um welche Krankheit handelt es sich?

    Das MERS-Virus löst das Middle East Respiratory Syndrome aus, eine Erkrankung, die mit ihren Symptomen an eine Grippe erinnert. Der Virus kommt aus der Gruppe der sogenannten Coronaviren, und die Betroffenen leiden zunächst unter Fieber, Husten und Kurzatmigkeit. Nimmt die Krankheit einen schweren Verlauf, dann kann eine Lungenentzündung dazu kommen, und im schlimmsten Fall führt das MERS-Virus auch zu einem Nierenversagen und zum Tod.

    Obwohl die Krankheit nicht so schnell von Mensch zu Mensch übertragen werden kann, fordert das Virus in regelmäßigen Abständen immer wieder viele Todesfälle. Weltweit sind bereits 1.161 Menschen mit dem MERS-Virus infiziert und 436 starben daran. Heute gibt es den Erreger in über 20 Ländern dieser Welt, und er tritt vermehrt auf der Arabischen Halbinsel, besonders in Saudi-Arabien auf, in alle anderen Regionen wurde das Virus eingeschleppt.

    Vorsichtsmaßnahmen

    In Südkorea werden jetzt Stimmen laut, die die Regierung beschuldigen, zu spät und zu ineffektiv auf den Ausbruch der MERS-Virus reagiert zu haben. Die Regierung hat sich deshalb zu verschiedenen Maßnahmen entschieden. So wurden unter anderem im Industriegebiet von Kaesong an der Grenze zu Nordkorea Wärmebildkameras installiert, die alle Ankommenden untersuchen. Viele Südkoreaner arbeiten in Fabriken im Norden des Landes und könnten so das Virus auch nach Nordkorea bringen.

    Die Regierung in Seoul hatte sich schon während der jüngsten Ebola Epidemie für Wärmebildkameras entschieden, der Nachbar im Norden hatte aus diesen Grund sogar zeitweise seine Grenzen ganz geschlossen. Touristen, die heute nach Nordkorea einreisen möchten, müssen damit rechnen, unter Quarantäne gestellt zu werden.

    Wann bricht die Krankheit aus?

    Das MERS-Virus wird in der Regel von Kamelen und Dromedaren auf den Menschen übertragen, was auch die starken Ausbrüche auf der Arabischen Halbinsel erklärt. Besonders die dortigen Kamelmärkte sind wahre Brutstätten für das Virus. Zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch der Krankheit vergehen nur wenige Tage, und genau diese kurze Inkubationszeit macht es so schwierig, das MERS-Virus in den Griff zu bekommen. Weitergegeben wird das Virus aber immer nur dann, wenn es zu einer Erkrankung gekommen ist, jedoch ist noch immer nicht restlos erforscht, wie lange es weitergegeben werden kann. Auch die Frage, ob Infizierte, die selbst nicht erkranken, den Erreger weitergeben können, ist nach wie vor offen.

    Wer ist gefährdet?

    Alle, die die Ferien im arabischen Raum, also in Jordanien oder in einem der Emirate am Persischen Golf verbringen, laufen Gefahr mit dem MERS-Virus infiziert zu werden. Das gilt besonders dann, wenn es um Ausflüge zu Dromedar-Märkten geht. Auch der Kontakt zu bereits Erkrankten kann gefährlich werden und das, obwohl das Virus nicht so schnell von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. Menschen mit einem geschwächten Immunsystem gehören ebenso zur Risikogruppe und auch alle, die unter Diabetes oder chronisch verlaufenden Nieren- und Lungenkrankheiten leiden, sollten nach Möglichkeit nicht in die Länder reisen, in denen das MERS-Virus aufgetaucht ist.

    Sollte es während eines Aufenthalts in einem Risikogebiet zu plötzlichem Fieber und unerklärlichem Husten kommen, dann ist es empfehlenswert, sofort einen Arzt aufzusuchen und einen Bluttest machen zu lassen.

    Bild: © Depositphotos.com / imtmphoto

  • Neue Studien beweisen – Alkohol schädigt das Herz

    Neue Studien beweisen – Alkohol schädigt das Herz

    Dass Alkohol in Mengen genossen schädlich ist, das sollte jedem bekannt sein, aber wie groß die Gefahr speziell für das Herz ist, das hat jetzt eine neue Studie aus den USA bewiesen. Es sind besonders die Frauen, deren Herz vom Alkoholgenuss geschädigt werden kann, und es reichen schon relativ kleine Mengen aus, um das Herz krank zu machen. An der Studie nahmen 4.400 Personen teil, sie wurden über einen längeren Zeitraum mit der Hilfe eines EKG beobachtet, und die Ergebnisse der Studie sind alarmierend.

    Ein einziges Glas reicht aus

    Mithilfe des Echokardiogramms wurden für die Studie zunächst Untersuchungen am Herzen durchgeführt. Die Größe, die Struktur und auch die Bewegungen des Herzens wurden untersucht und galten als Grundlage für die Studie. Schon die ersten Ergebnisse waren eine Überraschung, denn es reicht offenbar schon ein einziges Glas Alkohol am Tag aus, um bei Frauen eine Verringerung der Herzfunktion herbei zu führen. Auch das Herz von Männern wird geschädigt, aber hier ist die tägliche Menge größer, bevor es zu negativen Veränderungen kommt. Vor allem die linke Herzkammerwand wurde in Mitleidenschaft gezogen.

    Interessant ist, dass die neue Studie der amerikanischen Wissenschaftler einer älteren Studie in fast allen Punkten widerspricht. In dieser Studie, die vor einigen Jahren veröffentlicht wurde, kam man zu der Erkenntnis, dass ein moderater Genuss von Alkohol nicht schädlich ist, sondern im Gegenteil das Risiko eines Schlaganfalls oder eines Herzinfarktes sogar senken kann. Die Autorin dieser Studie Dr. Alexandra Goncalves, musste sich jetzt revidieren, zwar ist Dr. Goncalves nach wie vor der Ansicht, dass ein moderater Alkoholgenuss für das Herz tatsächlich von Vorteil sein kann, aber sie lässt offen, bei welcher Menge dieser moderate Genuss anfängt.

    Das Herz leidet

    Frauen sind laut der amerikanischen Studie deutlich anfälliger für die toxische Wirkung des Alkohols, als das bei Männern der Fall ist. Wenn Frauen die gleiche Menge Alkohol trinken, dann zeichnet sich schon viel früher das Risiko ab, dass es zu einer Erkrankung des Herzens kommen kann. Die Organisation „American Heart Association“ warnt eindringlich davor, Alkohol nur aufgrund der vermeintlichen Vorteile für die Gesundheit zu trinken, denn das ist ein Trugschluss und kann im schlimmsten Fall der Weg in die Abhängigkeit sein.

    Alle, die dennoch nicht auf Alkohol verzichten wollen, sollten unbedingt Maß halten und nicht mehr als ein bis zwei Gläser am Tag trinken.

    Wann beginnt die Abhängigkeit?

    Wer ab und zu ein Glas Bier oder Wein trinkt, der muss sich keine Sorgen darüber machen, ob die Gefahr einer Abhängigkeit besteht. Zwar sind die Grenzen zwischen dem Alkoholgenuss und der Alkoholabhängigkeit fließend, aber es gibt bestimmte Regeln die zeigen, wann der Zeitpunkt gekommen ist und der Weg in die Sucht beginnt. Streng genommen wird Alkohol immer dann gefährlich, wenn es zu einem Rausch kommt, aber Alkoholmissbrauch liegt auch dann vor, wenn die betroffene Person sich und ihrer Umwelt im Alkoholrausch schaden kann.

    Zwar verspüren die wenigsten, die schon einmal einen Kater hatten, danach das Bedürfnis weiter zu trinken, aber alleine der Rausch ist schon gefährlich und erhöht das Risiko, abhängig zu werden. Die meisten Alkoholiker wollen nicht einsehen, dass sie die Grenze bereits überschritten haben, und reden sich ständig ein, dass sie jederzeit mit dem Trinken aufhören können. Das zwanghafte Verlangen nach Alkohol ist nur ein Symptom, dass es sich um eine Abhängigkeit handelt, auch wer die Kontrolle über die getrunkene Menge verliert, gilt im medizinischen Sinn bereits als alkoholabhängig.

    Ein weiteres Zeichen, dass es sich um Alkoholabhängigkeit handelt, ist, dass es zu Entzugserscheinungen kommt und wieder Alkohol getrunken werden muss, um diese Entzugserscheinungen zu verringern. Oftmals reicht ein Selbsttest aus, um festzustellen, ob man bereits süchtig ist oder nicht.

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  • Alternative Gesundheit – Heilpraktiker mehr als ein Trend

    Alternative Gesundheit – Heilpraktiker mehr als ein Trend

    Die moderne Medizin ist technisch auf dem neusten Stand, sie ist effizient und effektiv, aber leider auch allzu oft unpersönlich und kalt. Auch wenn die moderne Medizin heute vieles erreicht hat, sie kommt nicht bei allen gut an. Deshalb können sich auch die Heilpraktiker über mangelnden Zulauf nicht beklagen, denn der Trend geht mehr und mehr zur natürlichen Medizin, weg von der Apparatemedizin und der Chemie, stattdessen hin zu natürlichen Arzneimitteln und alternativen Heilmethoden.

    Wer heilt, hat Recht

    Heiler gab es schon immer und bis heute haben Heiler oder Schamanen bei vielen Völkern einen besseren Ruf als der moderne Arzt. Das Wissen über die Heilkraft der Natur zu nutzen, um damit Menschen zu helfen, das gab es schon in der Antike, denn schon damals gab es Heiler. Im Mittelalter lebten Frauen gefährlich, die den Beruf der Heilerin hatten, denn ihnen wurde nachgesagt, dass sie mit dem Teufel im Bunde waren. Heute gibt es den Beruf des Heilpraktikers, aber nur wenige Patienten wissen, dass es den Beruf des Heilpraktikers streng genommen überhaupt nicht gibt und das jeder, der einige Regeln und Gesetze einhält, sich Heilpraktiker nennen kann.

    Wer heilt, hat Recht, besagt ein Sprichwort, und es ist tatsächlich so, dass es den meisten Menschen die zu einem Heilpraktiker gehen, ganz gleich ist, ob dieser Heilpraktiker eine gute Ausbildung hat, Hauptsache ist, dass die von ihm vorgeschlagenen Therapien und Behandlungsmethoden auch funktionieren.

    Wer darf sich Heilpraktiker nennen?

    Die Berufsbezeichnung Heilpraktiker dürfen alle diejenigen tragen, die eine Prüfung durch ein staatliches Gesundheitsamt bestanden haben und denen attestiert wird, dass sie „keine Gefahr für die Volksgesundheit“ darstellen. Um sich Heilpraktiker nennen zu können, muss man Kenntnisse und auch Praxiserfahrung in Naturheilkunde vorweisen können, aber sich auch in naturheilkundlichen Methoden auskennen, zudem sind medizinische Kenntnisse über den menschlichen Organismus erforderlich. Um als Heilpraktiker arbeiten zu können, muss man über die möglichen Risiken Bescheid wissen und vor allem erkennen können, wo die Grenzen der Behandlung sind. Staatlich geregelt ist eine Ausbildung zum Heilpraktiker nicht, und es ist auch keine Pflicht, eine spezielle Schule zu besuchen.

    Aber es gibt bestimmte Voraussetzungen. So müssen alle, die den Beruf des Heilpraktikers ausüben wollen, mindestens 25 Jahre alt sein, sie müssen wenigstens einen Hauptschulabschluss nachweisen können und im polizeilichen Führungszeugnis dürfen keine schwerwiegenden Verfehlungen zu finden sein.

    Wo werden Heilpraktiker ausgebildet?

    Die meisten Menschen, die Heilpraktiker werden möchten, besuchen eine Schule für Naturheilkunde und lernen dort die allgemeinen Grundlagen der Gesundheit mit alternativer Medizin, auch die große Vielfalt, die die einzelnen Verfahren bieten. Je nach Interesse können sich die zukünftigen Heilpraktiker dann spezialisieren, und zum Beispiel die traditionelle chinesische Medizin oder aber die Homöopathie als Schwerpunkt auswählen. Mit dem Ablegen einer mündlichen und schriftlichen Prüfung ist es aber noch nicht getan, denn für Heilpraktiker besteht eine Pflicht zur Weiterbildung, die von einigen Verbänden in Deutschland auch zertifiziert wird.

    Anders als ein Arzt, der sich aufgrund seiner Ausbildung Facharzt nennen kann, darf sich ein Heilpraktiker, der sich beispielsweise auf die Osteopathie spezialisiert hat, nicht unter der Berufsbezeichnung Osteopath niederlassen. Erlaubt ist nur ein niedergelassener Heilpraktiker, der aber damit werben kann, als Osteopath zu arbeiten.

    Wie Ärzte, so darf auch ein Heilpraktiker bei bestimmten Therapien und Behandlungen mit den gesetzlichen und den privaten Krankenkassen zusammenarbeiten und seine Gebühren über die Gebührenverordnung für Heilpraktiker abrechnen.

    Die Grenzen erkennen

    Über Heilpraktiker wird immer wieder kontrovers diskutiert, denn nicht überall haben Heilpraktiker ein gutes Image. Die negativen Schlagzeilen entstehen immer dann, wenn ein Heilpraktiker seine Grenzen überschreitet und sich um Kranke kümmert, denen nur von einem Arzt geholfen werden kann. So kommt es immer wieder vor, dass eine ärztliche Behandlung zu spät kommt, weil ein Heilpraktiker zu lange versuchen hat, zu helfen.

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  • Kinderlähmung – die fast vergessene Krankheit

    Kinderlähmung – die fast vergessene Krankheit

    Schluckimpfung ist süß, Kinderlähmung ist grausam – mit diesem eindringlichen Slogan wurde in den 1960er und 1970er Jahren für die Polio Impfung geworben. Die Werbung hatte Erfolg, denn zumindest in Deutschland ging die Zahl der Polioinfektionen drastisch zurück. Leider ist das nicht überall so, denn trotz einer effektiven Impfung gibt es heute immer noch weltweit viele Fälle von Kinderlähmung, einer Krankheit, die vielfach unterschätzt wird und die doch so gefährlich ist. Besonders in den Entwicklungsländern und den Ländern der Dritten Welt kommt es immer noch zu Massenerkrankungen und die Weltgesundheitsorganisation WHO hat es sich zum Ziel gesetzt, auch diese Länder gänzlich poliofrei zu machen.

    Was ist Kinderlähmung?

    Kinderlähmung oder Polio ist eine hoch ansteckende Virusinfektion, bei der die Viren vor allem Teile des Rückenmarks und damit den Bewegungsapparat befallen. Das führt in ungünstigen Fällen zu einer Lähmung oder sogar zum Tod. Übertragen wird Kinderlähmung entweder durch Fäkalien oder oral, also durch die Nahrung. Die Infizierten scheiden die Krankheitserreger durch den Kot aus und die Viren wandern dann bedingt durch mangelnde Hygiene ins Wasser oder aber in die Nahrung, wo sie aufgenommen werden, was dann zur Erkrankung führt.

    Aber nicht jede Infektion mit dem Erreger führt auch zu einer klassischen Kinderlähmung, in 95 % aller Fälle verläuft die Infektion unbemerkt und ohne Folgen. In den restlichen 5 % entwickelt sich aber eine Erkrankung und es hängt immer vom Verlauf der Erkrankung ab, wie heftig der Ausbruch ist. Zu Beginn einer Polio-Infektion gibt es kaum Beschwerden und auch keine nennenswerten Symptome, der Infizierte fühlt sich nach zwei Wochen wieder gesund. Ärzte sprechen von einer abortiven Phase. Wenn aber das zentrale Nervensystem von den Viren befallen wird, dann entsteht eine sogenannte aseptische Kinderlähmung und hier zeigen sich dann die ersten typischen Symptome.

    Welche Symptome gibt es?

    Plötzlich auftretendes sehr hohes Fieber kann ein erstes Anzeichen für eine Polio-Infektion sein. Rückenschmerzen kommen dazu, aber auch Muskelschmerzen und eine hohe Sensibilität gegenüber äußeren Reizen wie zum Beispiel grellem Licht, das in den Augen schmerzt, gehören ebenfalls zu den klassischen Symptomen einer Kinderlähmung. Ein besonders markantes Zeichen ist aber die Nackensteifigkeit, denn der Betroffene kann seinen Nacken nicht mehr bewegen.

    Ist das zentrale Nervensystem betroffen und haben die Viren das Gehirn und das Rückenmark erreicht, dann hinterlässt die Krankheit in den allermeisten Fällen auch bleibende Schäden wie eine schwere Lähmung und nicht selten führt die Kinderlähmung dann auch zum Tod.

    Welche Therapien gegen Kinderlähmung gibt es?

    Die Kinderlähmung kann im klassischen Sinne nicht behandelt werden, alles was getan werden kann, ist den Krankheitsverlauf und die Krankheit selbst zu lindern. Es gibt keine Medikamente gegen Polio und keine Möglichkeit, den Erreger direkt zu bekämpfen. Für die Betroffenen ist es aber wichtig, dass sie das Bett hüten, auch dann, wenn nur ein Verdacht besteht, dass es sich um eine Polio-Infektion handeln könnte. Die Lagerung spielt eine wichtige Rolle, denn die Kranken sollten möglichst so gelagert werden, dass sich die Muskeln entspannen können, um das Risiko einer Lähmung zu minimieren. Krankengymnastik ist hilfreich, um den Körper beweglich zu halten, in schweren Fällen ist auch eine maschinelle Beatmung und damit eine intensive medizinische Behandlung notwendig.

    Kinderlähmung vorbeugen

    Der beste Schutz gegen die Kinderlähmung ist die Impfung, denn nur die Impfung kann verhindern, dass die Krankheit, die bis heute überwiegend Kinder betrifft, nicht ausbrechen kann. Konsequente Massenimpfungen haben in den letzten Jahren dafür gesorgt, dass Polio weitgehend ausgerottet werden konnte. Aber es gibt bis heute Risikogebiete wie zum Beispiel Nigeria, Pakistan und auch Afghanistan, in denen die Kinderlähmung in regelmäßigen Abständen immer wieder auftritt. Wer in diese Länder reisen will und nicht gegen Polio geimpft ist, der sollte die Impfung unbedingt nachholen.

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