Schlagwort: Gesundheit

  • Mutter mit 65 – die Diskussion hält an

    Mutter mit 65 – die Diskussion hält an

    Die Vierlinge sind auf der Welt, es geht ihnen den Umständen entsprechend gut und auch die 65-jährige Mutter hat die Geburt per Kaiserschnitt offenbar gut überstanden. Wie sich die vier Kinder weiter entwickeln werden, das steht allerdings in den Sternen, und auch die Diskussion um diese sehr späte Schwangerschaft und Geburt hält unvermindert an. Von Missbrauch bis Fahrlässigkeit ist die Rede, und auch wenn es aus medizinischer Sicht möglich ist, mit 65 Jahren noch zu entbinden, eine moralische und ethische Frage bleibt. In diesem Zusammenhang muss aber auch die Frage gestellt werden, ob die strengen Gesetze, die die Reproduktionsmedizin regeln, noch zeitgemäß sind.

    Was sagt das Gesetz?

    Die meisten Mediziner sprechen von einem „klaren Missbrauch“ und auch von „erheblichen Risiken“, wenn es um späte Schwangerschaften geht, andere sehen aber keine Gründe, die gegen eine Altersbeschränkung bei der künstlichen Befruchtung sprechen. In Deutschland sieht es allerdings mehrheitlich so aus, dass sich die Politik und auch die Medizin für eine Beschränkung aussprechen. In Deutschland gibt es bislang noch kein gesetzlich geregeltes Höchstalter für die Befruchtung in der Petrischale, aber bei Frauen ab 35 Jahre steigt das Risiko, eine Fehlgeburt zu erleiden. Ab dem 45. Lebensjahr ist eine Schwangerschaft nur dann möglich, wenn fremde Eizellen genutzt werden, das Einpflanzen dieser fremden Eizellen ist jedoch nach der deutschen Rechtsprechung verboten. Die Mutter der Vierlinge hatte sich daher auch in der Ukraine behandeln lassen.

    Kein gutes Vorbild

    Auch wenn es aus medizinischer Sicht möglich ist, heißt es noch lange nicht, dass es auch gemacht werden sollte. Diese Ansicht vertreten die Politiker quer durch alle Parteien und sie gehen sogar noch einen Schritt weiter. Sie verurteilen die 65-jährige, die sich für die späte Schwangerschaft entschieden hat, aufs Schärfste und werfen ihr Fahrlässigkeit und Egoismus vor. So ist der gesundheitspolitische Sprecher der SPD, Karl Lauterbach der Ansicht, dass in diesem Fall die Grenzen aus medizinischer, aber vor allem aus ethischer Sicht weit überschritten wurden. Für Lauterbach stellen künstliche Befruchtungen in diesem hohen Alter ein sehr hohes Risiko dar und die Wahrscheinlichkeit, dass die Kinder bleibende Schäden haben, sei unverhältnismäßig hoch. Jens Spahn, der gesundheitliche Sprecher der CDU denkt ebenso und wirft der Mutter Fahrlässigkeit vor.

    Das Recht der Bürger

    Auch über die Grenzen Deutschlands hinaus wird der Fall der späten Mutter diskutiert. In Großbritannien sieht man bekanntlich alles etwas anders, hier sind viele Wissenschaftler der Meinung, dass jeder, der in Europa lebt, auch die Therapien in Anspruch nehmen kann, die im eigenen Land verboten sind und das gilt in diesem Fall auch für die Reproduktionsmedizin. Die Zahlen, die die Fachgesellschaft für Reproduktionsmedizin zwischen 2008 und 2009 veröffentlicht hat, sprechen für sich, denn in diesem Zeitraum sind zwischen 11.000 und 14.000 Frauen nur in diesem einem Jahr für eine Kinderwunschbehandlung ins Ausland gefahren. Sie wollten die Gesetze in ihren Heimatländern umgehen, die Wartezeit auf den ersehnten Nachwuchs verkürzen und natürlich auch viel Geld sparen.

    Selbst wenn das Verhalten der 65 Jahre alten Frau fraglich ist, viele können nicht verstehen, warum das Samenspenden erlaubt, aber das Spenden von Eizellen verboten ist.

    Bild: © Depositphotos.com / monkeybusiness

  • Bessere Feinmotorik durch spätes Abnabeln

    Bessere Feinmotorik durch spätes Abnabeln

    Wenn ein Kind geboren wird, dann wird unmittelbar nach der Geburt die Nabelschnur, die Mutter und Kind neun Monate miteinander verbunden hat, durchgeschnitten. Das geschieht entweder durch die Hebamme, den Arzt oder auch durch den Vater, der meist sehr stolz die Nabelschnur von der Plazenta trennt. Das schnelle Abnabeln hat in der Geburtsmedizin eine lange Tradition, aber auch gesundheitliche Gründe. So soll unter anderem ein Nachbluten verhindert werden, was aber unsinnig ist, da der Kreislauf der Mutter und der des Kindes nach der Geburt nicht mehr miteinander verbunden sind. Was allerdings belegt ist, ist die Tatsache, dass bei einem schnellen Abnabeln die Eisenvorräte des neugeborenen Kindes dezimiert werden, denn das meiste Blut bleibt in der Plazenta zurück.

    Später ist besser

    Forscher der Universität im schwedischen Uppsala haben jetzt in einer Studie nachgewiesen, dass es große Vorteile hat, wenn die Nabelschnur nicht sofort nach der Entbindung, sondern erst einige Minuten später durchtrennt wird. Der Grund ist das im Blut reichlich vorhandene Eisen, denn das fließt bei einer späten Abnabelung in den Blutkreislauf des Kindes. Damit steigt der Eisenanteil im Blut um 30 bis 40 % an, das Eisen im Blut füllt die Eisenspeicher des Kindes auf und das macht sich in späteren Jahren positiv bemerkbar. Wenn man der Studie aus Schweden glauben darf, dann haben die Kinder, die später abgenabelt wurden, im Kindergartenalter eine deutlich bessere Feinmotorik als die Kinder, die nach ihrer Geburt sofort von der Nabelschnur getrennt wurden.

    Eine Langzeitstudie

    Die Studie wurde zeitgleich von der Universität in Uppsala und einem Krankenhaus in der Stadt Halmstad zwischen 2008 und 2010 durchgeführt, und jetzt konnten die Ärzte und Wissenschaftler die ersten relevanten Ergebnisse veröffentlichen. Die Kinder, die auf der Entbindungsstation in Halmstad für die Studie später als gewöhnlich abgenabelt wurden, haben das Schulalter erreicht. 122 Kinder, die für eine Vergleichsstudie zehn Sekunden nach der Geburt abgenabelt wurden, hatten gegenüber den 141 Kindern, die erst drei Minuten nach der Entbindung abgenabelt wurden, keine intellektuellen Nachteile, die Unterschiede wurden erst bei der Feinmotorik deutlich.

    Ein klarer Vorteil

    Die Untersuchungen der schwedischen Wissenschaftler konzentrierten sich vor allem auf die Feinmotorik und hier zeigten sich die ersten Unterschiede. Die 141 Kinder, die verzögert abgenabelt wurden, konnten zum Beispiel einen Stift besser halten und bewiesen bei Bastelaufgaben mehr Geschick als die 122 Studienteilnehmer, die sofort nach der Geburt von der Nabelschnur getrennt wurden. Im sozialen Verhalten gab es ebenfalls Unterschiede, denn auch in diesem Bereich waren die spät abgenabelten Kinder im Vorteil. Wie relevant die Studie ist, wird sich allerdings erst in einigen Jahren zeigen, denn die unterschiedliche Entwicklung kann auch andere Ursachen haben.

    In deutschen Kliniken und Geburtshäusern ist es üblich, Kinder anderthalb Minuten nach der Geburt abzunabeln. Vielfach ist man aber jetzt auch dazu übergegangen mit der Abnabelung zu warten, bis die Nabelschnur nicht mehr pulsiert. Damit das Blut und somit auch das wertvolle Eisen nicht in der Plazenta bleibt, ist es sinnvoll, mit der Abnabelung des Neugeborenen zu warten. Laut Experten ist eine Abnabelung nach drei Minuten ideal.

    Bild: © Depositphotos.com / phakimata

  • So halten Sie Ihre Augen gesund

    So halten Sie Ihre Augen gesund

    Gefahren für den perfekten Durchblick

    Dass die Augen unser wichtigstes Sinnesorgan sind, ist unbestritten. Laut Schätzungen werden 70 Prozent aller Informationen über das Sehen wahr genommen. Damit die Sehkraft im wahrsten Sinn des Wortes auch noch im Alter erhalten bleibt, muss den Augen viel Aufmerksamkeit geschenkt werden. Bekannte Risikofaktoren wie im nachfolgenden Text aufgelistet, sollten hingegen vermieden werden.

    Grauer Star ist Risiko im Alter

    Vor allem Personen ab dem 50. Lebensjahr sind gefährdet an der Volkskrankheit Grauer Star zu leiden. Diese setzen dem Sehvermögen erheblich zu, unter anderem das Anfangsstadium, der sogenannte Katarakt. Beim Grauen Star kristallisiert sich das Eiweiß, das sich in der Augenlinse befindet, aus und trübt den Block. Betroffene klagen, dass sie wie durch Milchglas sehen. Wer hingegen unter Grünem Star leidet, der im Fachjargon auch Glaukom genannt wird, muss sich damit auseinander setzen, dass aufgrund eines erhöhten Augeninnendruckes der Sehnerv langsam zerstört wird. Wird diese Krankheit nicht behandelt, droht die komplette Erblindung.

    Risiko UV-Licht wird oftmals unterschätzt

    Die Sonne tut Körper und Seele ja gut, wie allgemein bekannt ist. Doch zu viel UV-Licht kann Schäden an der Linse und der Netzhaut des Auges führen. Gefährlich ist dabei, dass der Betroffene erstmal gar nichts davon bemerkt, sondern erst Jahre später unter Grauem Star oder einer Makuladegeneration leidet. Besonders wenn Sonne in Kombination mit Schnee auftritt, sind die Augen entsprechend zu schützen, sonst droht Schneeblindheit. Denn die obersten Zelllagen der Hornhaut können hier beschädigt werden, was nicht nur erhebliche Schmerzen, sondern auch kurzzeitige Sehprobleme verursacht. Abhilfe schafft hier eine gute Sonnenbrille, die sowohl im Fachhandel als auch beim Optiker erhältlich ist. Wichtig ist, dass sie über ausreichend hohen UV-Schutz verfügt und ausreichend groß ist, um bis zu den Augenbrauen und seitlich bis zum Gesichtsrand zu reichen.

    Rauchen schädigt auch die Augen

    Dass Rauchen ungesund ist, ist hinlänglich bekannt. Doch dass der blaue Dunst auch für die Augen kritisch werden kann, wissen weniger. Doch es gilt als erwiesen, dass Rauchen zu einer früheren Entwicklung der Makuladegeneration führt. Diese ist die häufigste Ursache für Blindheit im Alter. Abgesehen davon hemmen die Schadstoffe in den Zigaretten die Durchblutung im Auge, was wiederum zu einer Verschlechterung der Sehkraft führt.

    Bluthochdruck und Diabetes sind Gefahr für die Augen

    Unbehandelter Bluthochdruck oder auch schlecht eingestellte Diabetes setzen den Augen ebenfalls langfristig zu. Denn durch beide Krankheitsbilder können die feinen Gefäße, die für die Blutversorgung in der Netzhaut zuständig sind, zerstört werden. Die sogenannte diabetische Retinopathie gehört demnach zu den häufigsten Komplikationen und Begleiterscheinungen von Zuckerkrankheit im Alter. Zudem sind Diabetiker verstärkt gefährdet, an Grauem Star zu erkranken. Ein regelmäßiger Check beim Augenarzt ist unbedingt erforderlich.

    Kontaktlinsen nicht zu lange tragen

    Viele schaffen bei Fehlsichtigkeit mit Kontaktlinsen Abhilfe. Doch auch hier ist Vorsicht geboten, denn zu lange getragene Linsen können die Sauerstoffzufuhr zum Auge hemmen. Vor allem die Hornhaut, die besonders empfindlich ist, kann mit sogenannten Gefäßeinsprossungen reagieren. Das heißt, Blutäderchen wachsen in Richtung Hornhaut und sind über kurz oder lang deutlich sichtbar. Haben sie sich einmal gebildet, gehen sie auch nicht mehr weg.

    Sicca-Syndrom aufgrund von Alkoholgenuss

    Auch Alkohol kann negative Wirkungen auf die Augengesundheit haben. Es gibt Studien, die einen Zusammenhang zwischen dem Sicca- Syndrom, also dem trockenen Auge, und dem Konsum von Alkohol nachweisen. Dabei wird davon ausgegangen, dass der Alkohol in die Tränenflüssigkeit vordringt und deren Zusammensetzung so beeinträchtigt, dass die Augen mit Brennen, Rötungen und vermehrtem Tränenfluss reagiert. Letztendlich ist dadurch auch das Sehvermögen beeinträchtigt.

    Damit die Augen lange gesund und die Sehkraft erhalten bleibt, sollte ein regelmäßiger Check beim Augenarzt erfolgen. Klar ist, dass bei Beschwerden oder gar Schmerzen und Sehbeeinträchtigungen, unbedingt medizinischer Rat eingeholt werden muss. Vor allem wessen Sehvermögen durch Punkte, Schatten oder Blitze gestört wird, sollte hierbei Eile an den Tag legen, um Schlimmeres zu vermeiden.

    Bild: © Depositphotos.com / nejron

  • Das gesundheitliche Risiko von Schimmel

    Das gesundheitliche Risiko von Schimmel

    Immer wieder klagen Immobilienbesitzer und Bewohner über Schimmelbefall an den Wänden. Konkret versteht man darunter eine Ausbreitun von Pilzen, die sich bei starkem Wachstum als weiße, aber auch bläulich oder grünlich gefärbte Beläge sichtbar machen. Grundsätzlich kommen Schimmelpilze als Mikroorganismen in der Umwelt ganz natürlich vor. Durch eine Übertragung der Sporen durch die Luft gelangen sie in Wohnungen und können sich dort fast überall niederlassen und einnisten.

    Ursachen sind klar definiert

    Wer Schimmel in der Wohnung hat, hat immer irgendwo einen überhöhten Feuchtigkeitsanteil an den betreffenden Oberflächen. Dies können normale Wasserschäden wie bei einem Rohrbruch im Keller oder eine undichte Wasserleitung in der Küche sein. Manchmal sind es aber auch ungünstige Lüftungs- und Heizungsbedingungen, die Schimmelbefall auslösen können. Vor allem während der warmen Jahreszeit kann es im Kellerbereich sowie während des Winters rund um die Fensterbereiche und an den Außenwänden kann es dazu kommen, dass sich Kondensfeuchte bildet. Deshalb ist ausreichendes Heizen bzw. regelmäßiges Lüften enorm wichtig, um die Ausbreitung der Sporen zu unterbinden und dem Schimmelpilz keine guten Lebensbedingungen zu bescheren. Immer wieder kommt es aber auch vor, dass baubedingte Mängel Schuld für Schimmelbefall. Die sogenannten Wärmebrücken, die sich aufgrund von fehlender oder schlechter Isolierung an den Außenwänden bilden kann, ist Ursache für den Pilz.

    Die gesundheitlichen Risiken bei Schimmel sind enorm

    Die harmloseste Form der Beeinträchtigung bei Schimmelbefall ist eine Geruchsbelästigung in den entsprechenden Räumen. Ist die Konzentration des Pilzes jedoch um einiges höher, kommt die giftige Wirkung zur Entfaltung. Diese löst vor allem allergische Reaktionen aus, die sich durchaus erheblich auf die Gesundheit auswirken können. Beginnend bei verstopfter Nase oder Schnupfen, kann es auch zu entzündeten Augen und zu Husten kommen. Wird der Ursache nicht auf den Grund gegangen und bleibt der Schimmel bestehen, kann Asthma eine Folgeerkrankung sein. Auch Probleme mit der Haut wie Neurodermitis oder Ekzeme werden durch den giftigen Pilzbefall ausgelöst. Ebenso wie starke Kopfschmerzen oder Migräne.

    Richtige Schimmelentfernung ist wichtig

    Eines soll hier gleich klargestellt werden: Schimmelbefall in den Wohnräumen ist ein lösbares Problem, vor allem wenn man sich professionelle Hilfe holt. Aber auch auf Onlineseiten wie www.schimmel-entfernen.org finden sich wertvolle Tipps zur Selbsthilfe, denn das richtige Vorgehen ist entscheidend. Entscheidend dafür, welche Maßnahmen zur Entfernung sinnvoll sind, ist unter anderem die Größe der befallenen Fläche sowie die Stärke und Tiefe des Befalls. Auch ob und wie die entsprechenden Räume genutzt werden, spielt beim Kampf gegen den Schimmel eine Rolle.

    Im Wesentlichen geht es um drei Schritte, die befolgt werden müssen:
    1. Schimmel abtöten
    2. Schimmel entfernen
    3. Ursachen bekämpfen

    Beim Abtöten des Schimmels geht es darum, dass die richtigen Mittel zum Einsatz kommen. Es gibt dabei unterschiedliche Substanzen, die jedoch keinesfalls Chlor-Derivate enthalten sollen. Diese können nämlich die Atemwege reizen. Wer nur kleine Flächen behandeln muss, kann dazu ohne weiteres 70 – 80 %ige Reinigungsalkohol verwenden. Wichtig ist auch, dass in den betroffenen Räumen eine gründliche Staubreinigung mit einem geeigneten Feinstaubfilter vorgenommen wird. Damit soll die Raumluft von der Sporenmenge des Schimmelpilzes gereinigt werden.

    Ursachen des Schimmelbefalls beseitigen

    Ausgehend davon, dass Schimmel überall dort auftritt, wo es eine überhöhte Feuchtigkeit gibt, sollte zur Bekämpfung natürlich auch die Ursache behoben werden. Liegt diese in einem Wasserschaden oder sind sie baulich bedingt, so sollte man sich an entsprechende Fachkräfte wenden. Bei Kondensfeuchte ist zu prüfen, ob die entsprechenden Flächen belüftet werden können. Das bedeutet, dass Möbel oder Einrichtungsgegenstände mindestens 10 Zentimeter davon entfernt aufgestellt werden sollten. Wichtig ist, dass in den Wohnräumen eine optimale Luftfeuchtigkeit zwischen 70% und 80% gegeben ist. Überprüfen lässt sich dies mit einem Hygrometer, das günstig in der Anschaffung ist und dennoch gerade zur Vorbeugung in Sachen Schimmelbefall eine wichtige Hilfestellung bieten kann.

    Bild: © Depositphotos.com / timbrk

  • Aphten – störend und schmerzhaft, aber harmlos

    Aphten – störend und schmerzhaft, aber harmlos

    Wenn sich auf der Mundschleimhaut kleine runde oder ovale Flecken und Pickelchen bilden, die bei jeder Mundbewegung schmerzen, dann steht die Diagnose relativ schnell fest, es handelt sich um Aphten. Aphten gehören zu den am häufigsten auftretenden Krankheiten im Mundbereich, sie sind störend, sie schmerzen, aber sie sind harmlos. Was Aphten so unangenehm macht, das ist die Tatsache, dass sie immer wieder auftreten können. Warum es Aphten gibt, ist bis heute unklar und auch wenn sie nicht gesundheitsschädlich sind, so können sie das Wohlbefinden doch sehr beeinträchtigen.

    Wie sehen Aphten aus?

    In der Regel haben Aphten die Größe einer Linse und sind entweder leicht rötlich oder weiß-gelblich. Rund 20 % der Deutschen ist mindestens einmal in ihrem Leben an Aphten erkrankt, bei einigen treten die kleinen Geschwüre im Mundraum und am Gaumen allerdings immer wieder auf. Frauen leider deutlich öfter unter Aphten als Männer, und wenn es in der Familie schon Fälle gab, dann besteht das Risiko, ebenfalls daran zu erkranken.

    Welche Ursachen haben Aphten?

    Es gibt viele Ursachen, die Aphten auslösen können, aber in den meisten Fällen bleibt die Ursache unklar. Bei Säuglingen kann es beim Saugen an der Flasche zu kleinen Verletzungen kommen, die sich dann in Aphten verwandeln. Wenn die Aphten immer wiederkehren, dann ist die Ursache meist unbekannt, aber viele Ärzte vermuten, dass es sich hierbei um eine Reaktion des Immunsystems handelt. Eisenmangel oder der Mangel an Folsäure, Vitamin B12 oder Zink werden als Ursachen für Aphten diskutiert und auch eine Überempfindlichkeit gegen bestimmte Nahrungsmittel könnte der Auslöser sein. Wer auf Tomaten, Nüsse oder auch auf Zitrusfrüchte und Alkohol allergisch reagiert, der läuft Gefahr, auch Aphten zu bekommen.

    Der monatliche Zyklus kann der Auslöser sein, aber auch Stress und schwere psychische Belastungen können dafür sorgen, dass sich Aphten im Mund bilden. Viele klagen auch nach einem Besuch beim Zahnarzt über Aphten, denn es kann während der Behandlung zu kleinen Verletzungen kommen, die dann zu Aphten werden. Ob Viren oder bestimmte Bakterien die Mundkrankheit auslösen, konnte bisher noch nicht bestätigt werden. Menschen, die mit HIV infiziert sind, leiden häufig unter Aphten, aber hier liegen die Ursachen bei den Medikamenten, die eingenommen werden.

    Welche Therapien gibt es?

    In den meisten Fällen müssen Aphten nicht behandelt werden, denn so lästig und auch schmerzhaft sie auch sind, sie verschwinden in der Regel ganz von alleine wieder. Eine Therapie kommt immer nur dann infrage, wenn die Schmerzen stark sind, und auch bei Kindern ist eine Therapie zu empfehlen, denn sie leiden darunter besonders oft. Um die Schmerzen zu lindern, hilft meist ein lokales Betäubungsmittel, das mittels einer Lösung aufgetragen wird. Ratsam ist auch der Verzicht auf bestimmte Lebensmittel wie Zitrusfrüchte und Obstsäfte sowie auf scharfe Gewürze und alkoholische Getränke, damit die Schleimhaut nicht unnötig gereizt wird.

    Mundspülungen mit Kamille helfen dabei, die Schmerzen zu lindern und die Aphten schneller abheilen zu lassen. Der Zahnarzt kann ebenfalls dabei helfen, dass die lästigen Geschwüre im Mund wieder verschwinden, denn eine Bestrahlung mit einem speziellen Rotlicht sorgt dafür, dass die Aphten schnell wieder weg sind.

    Gibt es vorbeugende Maßnahmen?

    Leider kann Aphten nur sehr begrenzt vorgebeugt werden, da die Ursachen noch nicht restlos geklärt sind. Wer schon einmal Aphten hatte, der sollte Stress abbauen, um einen weiteren Ausbruch zu vermeiden, besonders auf seine Mundhygiene achten und von Zeit zu Zeit eine medizinische Mundspülung verwenden. Empfehlenswert sind Mundspülungen mit den Wirkstoffen Betamethason, Chlorhexidin und auch Hexetidin. Um die Schmerzen zu lindern, ist eine Lösung die Lidocain enthält, die beste Wahl, denn das Lidocain betäubt den Schmerz für mehrere Stunden.

    Wenn die Aphten in einem relativ kurzen Zeitraum immer wieder kommen oder wenn sie besonders groß sind, dann sollte der Arzt eine Blutuntersuchung machen.

    Bild: © Depositphotos.com / panxunbin

  • Was ist eine Binge-Eating-Störung?

    Was ist eine Binge-Eating-Störung?

    Es gibt verschiedene Arten von Essstörungen. Dazu gehören unter anderem die Bulimie und auch die Anorexie, weniger bekannt ist hingegen die Binge-Eating-Störung. Bei dieser Form der krankhaften Essstörung erinnert vieles an Bulimie, aber es gibt einen Unterschied, denn die Betroffenen erbrechen sich nach dem Essen nicht zwanghaft, sie nehmen auch keine Abführmittel oder treiben in übermäßiger Form Sport, um an Gewicht zu verlieren. Trotzdem ist die Binge-Eating-Störung eine gefährliche Sache, denn wer unter dieser Störung leidet, der riskiert an krankhafter Fettsucht, der sogenannten Adipositas zu erkranken, was schwere gesundheitliche Folgen sowohl für den Körper als auch für die Seele haben kann.

    Worum handelt es sich bei der Binge-Eating-Störung?

    Menschen, die unter der Binge-Eating-Störung leiden, haben Heißhungerattacken, die sie nicht mehr kontrollieren oder steuern können. Die Betroffenen können nicht mehr aufhören zu essen, ganz gleich, ob sie Hungergefühle haben oder nicht. Sie verlieren den Einfluss auf ihr Verhalten und essen unglaubliche Mengen und das in einem relativ kurzen Zeitrahmen. Aber nicht nur die gewaltige Menge an Kalorien gehört zu den Symptomen einer Binge-Eating-Störung, auch die Schuldgefühle und der Ekel vor sich selbst sind ein Teil dieser Krankheit. Bei den meisten Betroffenen treten die Heißhungerattacken mindestens einmal pro Woche auf, bei anderen dauert es aber bis zu einem Vierteljahr, bis sich eine neue Attacke ankündigt.

    Welche Ursachen gibt es?

    Bis heute gibt es keine gesicherten Erkenntnisse darüber, was eine Binge-Eating-Störung auslöst. Ärzte sind sich aber sicher, dass es mehrere Faktoren sind, die die krankhafte Störung auslösen können. Bei vielen Betroffenen liegt die Ursache schon in der Kindheit, denn sie waren schon als Kinder übergewichtig und mussten nicht selten mit Hänseleien von anderen Kindern leben. Die Reaktion auf diese Zurückweisung ist nicht selten übermäßiges Essen, und beim Erwachsenen bildet sich dann eine Binge-Eating-Störung. Die meisten Betroffenen leben in einer Art Teufelskreis. Auf der einen Seite leiden sie unter ihren Heißhungerattacken, auf der anderen Seite hilft ihnen das Essen über das fehlende Selbstwertgefühl hinweg zu kommen. Auch Menschen, die als impulsiv gelten, neigen zu unter einer Binge-Eating-Störung, denn sie handelt schnell und ohne lange über die möglichen Konsequenzen nachzudenken, was dem Krankheitsbild der Binge-Eating-Störung entspricht.

    Die Betroffenen leiden heimlich

    Experten schätzen, dass ca. zwei bis vier Prozent der Deutschen unter einer Binge-Eating-Störung leiden. Frauen sind von dieser speziellen Essstörung deutlich häufiger betroffen als Männer, die Dunkelziffer dürfte aber deutlich höher sein, denn viele Betroffene schämen sich, zu einem Arzt zu gehen. Da die Binge-Eating-Störung erst sehr spät als Krankheit eingestuft worden ist, gibt es bis heute kaum Studien, die über die genauen Ursachen der Störung Auskunft geben können. Der Prozess der Erkrankung ist schleichend und viele, die betroffen sind, können ihre Krankheit lange vor der Familie und den Freunden geheim halten. Anders als Bulimie oder Anorexie gibt es lange Zeit keine gravierenden Veränderungen, was das äußere Erscheinungsbild angeht und das macht es noch schwerer, die Krankheit zu diagnostizieren.

    Wie kann eine Binge-Eating-Störung behandelt werden?

    Kurzfristig lässt sich die krankhafte Essstörung meist sehr gut und problemlos behandeln, allerdings ist die Rückfallquote sehr groß. Gefährlich ist, dass bei jedem Rückfall in alte Verhaltensmuster die Wahrscheinlichkeit wächst, dass die Binge-Eating-Störung einen chronischen Verlauf nimmt. Im Schnitt so schätzen Experten, dauert die Erkrankung 14 Jahre, denn wenn die Betroffenen älter und reifer werden, dann sind sie eher in der Lage, ihre Situation zu hinterfragen und die Konsequenzen zu erkennen, und sie sind bereit, ihr Verhalten zu ändern.

    Wer von einer Binge-Eating-Störung betroffen ist, der sollte sich entweder an eine Selbsthilfegruppe wenden oder an einen Therapeuten und Spezialisten für Essstörungen wenden. Mithilfe einer gezielten Therapie bestehen gute Chancen, die Essstörung endgültig und auch ohne Rückfälle zu besiegen.

    Bild: © Depositphotos.com / gwolters