Schlagwort: Gesundheit

  • Plazentainsuffizienz – eine Gefahr für das Kind

    Plazentainsuffizienz – eine Gefahr für das Kind

    Bei zwei bis fünf Prozent aller Schwangerschaften kommt es zu einer sogenannten Plazentainsuffizienz, einer Leistungsschwäche der Gebärmutter, die für das ungeborene Kind sehr gefährlich werden kann. Vereinfacht ausgedrückt sorgt eine Plazentainsuffizienz für eine Mangelversorgung des Kindes, denn der Stoffaustausch zwischen der Mutter und dem Embryo ist gestört. In den meisten Fällen sind Frauen gefährdet, eine Plazentainsuffizienz zu bekommen, die entweder Übergewicht oder Bluthochdruck haben oder unter Diabetes mellitus während der Schwangerschaft leiden. Unterschieden wird bei der Erkrankung zwischen einer akuten und einer chronischen Form.

    Ursachen und Gründe für eine Plazentainsuffizienz

    Neben den bereits genannten Gründen, Diabetes, Übergewicht und zu hoher Blutdruck, gibt es für eine Plazentainsuffizienz noch andere Ursachen. Eine vorzeitige Ablösung der Plazenta kann eine der Ursachen für eine Plazentainsuffizienz sein und auch wenn es zu Plazentablutungen kommt, kann eine Plazentainsuffizienz schuld sein. Nicht selten kommt es zu diesem Problem mit der Plazenta, wenn der Termin für die Geburt weit überschritten ist, möglich ist auch eine Komplikation mit der Nabelschnur während der Geburt. Frauen, die während der Schwangerschaft rauchen oder Alkohol trinken, laufen Gefahr, dass es zu einer Plazentainsuffizienz kommt, eine Präeklampsie ist eine mögliche Ursache.

    Welche Symptome gibt es?

    In einer akuten Form tritt die Plazentainsuffizienz meist unmittelbar vor oder auch während einer Geburt auf. Es kommt zu einer schweren Unterversorgung des ungeborenen Kindes mit Sauerstoff und das verlangsamt den kindlichen Herzschlag. Je nachdem, welche Ursache zugrunde liegt, kann es bei der werdenden Mutter zu Blutungen oder auch zu Krämpfen kommen. Handelt es sich um eine chronische Form der Plazentainsuffizienz, dann verlangsamt der Mangel an Nährstoffen das Wachstum des Kindes stetig und auch die Menge des Fruchtwassers wird immer weniger.

    Wie wird eine Plazentainsuffizienz diagnostiziert?

    Neben den äußerlichen Begleiterscheinungen wie Krämpfen und Blutungen, kann der Arzt auch während einer Ultraschalluntersuchung eine Plazentainsuffizienz sicher feststellen. Auch wenn es bei der Geburt zu Einschnürungen durch die Nabelschnur kommt, dann besteht die Gefahr, dass es zu einer Plazentainsuffizienz kommt. Sollte die Mutter unter Diabetes oder unter Präeklampsie leiden, dann kann der Arzt durch eine sogenannte Doppelsonografie das Wachstum des Kindes beobachten. Eine Messung der Blutströmungsgeschwindigkeit gibt ebenfalls Aufklärung darüber, ob es sich vielleicht um die chronische Form der Plazentainsuffizienz handelt.

    Gibt es eine Therapie?

    Wenn es sich um eine akute Plazentainsuffizienz handelt, dann ist eine schnelle Geburt die beste Möglichkeit, um das Kind zu retten. Nicht selten muss dann ein Kaiserschnitt gemacht werden oder das Kind muss mit der Saugglocke oder mit der Zange geholt werden. Handelt es sich aber um eine chronische Plazentainsuffizienz, dann wird der Arzt der werdenden Mutter strenge Bettruhe verordnen, und das Kind muss in regelmäßigen Abständen mit dem Ultraschallgerät untersucht werden. Wenn es eine schwere Form der Plazentainsuffizienz ist, dann muss die Mutter ins Krankenhaus und wird neben Ultraschalluntersuchungen auch über ein CTG, eine Kardiotokographie, permanent überwacht. Direkt kann die Unterversorgung der Plazenta nicht behandelt werden, aber es ist notwendig, dass die Ursachen wie der Zucker, das Übergewicht und auch der hohe Blutdruck behandelt werden.

    Welche Komplikationen gibt es?

    Eine akute Form der Plazentainsuffizienz kann zum Tod des ungeborenen Kindes führen, wenn es über einen zu langen Zeitraum zu wenig Sauerstoff bekommt. Kommt es während der Geburt zu einer Plazentainsuffizienz, dann haben die Ärzte die Möglichkeit, das Kind so schnell wie möglich auf die Welt zu holen. Auch dann, wenn sich die Plazenta frühzeitig ablösen sollte, muss das Kind schnell geboren werden, um einen weiteren gesundheitlichen Schaden zu verhindern. Die chronische Form ist ebenso gefährlich, denn durch den ständigen Mangel an Sauerstoff kann das Kind Schäden davontragen, und wenn die Gefahr jedoch zu groß wird, dann holen die Ärzte auch Kinder weit vor dem errechneten Geburtstermin.

    Bild: © Depositphotos.com / lucidwaters

  • Nabelbruch – Risiken, Symptome, Therapie

    Nabelbruch – Risiken, Symptome, Therapie

    Auch wenn ein Nabelbruch nur wenig Schmerzen verursacht, muss er unter Umständen doch operiert werden. Während der Nabelbruch bei Säuglingen schnell und gut behandelt werden kann, ist ein Nabelbruch bei erwachsenen Menschen ein größeres Problem. Von Geburt an ist der Nabel so etwas wie die Schwachstelle des Körpers und es sind oftmals kleine Ursachen, die zu einem Nabelbruch oder zu einer Nabelhernie führen können. Schweres Heben, ruckartiges Aufstehen oder auch zu starkes Recken kann dazu führen, dass die sogenannte Bruchpforte bricht.

    Was versteht man unter einem Nabelbruch?

    Wer eine kleine Beule neben oder unter dem Nabel hat und vielleicht einen leicht ziehenden Schmerz spürt, der könnte einen Nabelbruch haben. Bei einem Nabelbruch handelt es sich um eine Ausstülpung des Gewebes am Nabel, den sogenannten Nabelsack. Dieser Nabelsack ist die große Schwachstelle, denn er verursacht bei einem Nabelbruch eine Lücke in der Bauchwand, es entsteht die Bruchpforte. Was das Ganze problematisch macht, ist die Tatsache, dass diese Ausstülpung unter Umständen die Eingeweide des Bauchs, wie zum Beispiel Darmschlingen enthalten kann. Ist das der Fall, dann sprechen Ärzte von einem Bruchsackinhalt.

    Wie entsteht ein Nabelbruch?

    Wenn das Kind noch im Mutterleib ist, dann hat das ungeborene Kind im Bereich seines Nabels einen Ansatz, an dem die Nabelschnur praktisch andockt. Dieser Bereich ist eine Schwachstelle in der Bauchwand, die auch nach der Geburt bestehen bleibt. Ein Nabelbruch entsteht immer dann, wenn auf den Bauchraum großer Druck aufgebaut wird, wie das beispielsweise beim Heben von schweren Gegenständen der Fall ist. Aber auch bei Übergewicht oder in der Schwangerschaft, wenn die Bauchwand großen Belastungen ausgesetzt ist, kann es zu einem Nabelbruch kommen. Es gibt jedoch noch andere Ursachen, wie beispielsweise eine erbliche Veranlagung, denn wenn es in der Familie eine Neigung zur Bindegewebeschwäche gibt, dann ist ein Nabelbruch keine Seltenheit.

    Welche Symptome gibt es?

    Da ein Nabelbruch kaum Schmerzen verursacht, bemerken viele ihn nicht. Ein Nabelbruch ist aber sichtbar, denn am Nabel zeigt sich eine kleine Wölbung. Wenn sich der Bauchnabel hingegen bläulich verfärbt oder wenn ein ziehender Schmerz einsetzt, dann ist das ein deutliches Zeichen, dass der Bruchsackinhalt eingeklemmt ist. Sollte das der Fall sein, muss unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden, denn meist handelt es sich um eingeklemmtes Darmgewebe und das kann die Durchblutung beeinträchtigen. Im schlimmsten Fall kann es sogar passieren, dass der Darm abstirbt. Das zieht weitere gesundheitliche Folgen nach sich und kann unter ungünstigen Umständen sogar lebensgefährlich werden. Ein eingeklemmter Nabelbruch muss sofort operiert werden, allerdings kommt ein solch gefährlicher Nabelbruch nur in drei bis fünf Prozent aller Nabelbrüche vor.

    Die Diagnose Nabelbruch

    Der Arzt diagnostiziert einen Nabelbruch meist durch einen Tastbefund, denn die Bruchpforte in der Bauchwand lässt sich bei den meisten Patienten schnell und einfach ertasten. Hat der Nabelbruch aber ein größeres Ausmaß, und wenn der Verdacht besteht, dass Gewebe eingeklemmt ist, dann kann eine Untersuchung mit dem Ultraschallgerät für Klarheit sorgen.

    Welche Therapie kommt infrage?

    Während sich bei kleinen Kindern der Nabelbruch meist wieder von alleine zurückbildet, muss bei einem erwachsenen Patienten nicht selten operiert werden. Wie umfangreich die Operation ist, das hängt von der Größe des Bruchs ab. Während der OP öffnet der Chirurg mit einem bogenförmigen Schnitt die Bauchwand im Bereich des Nabels und verlagert dann den Inhalt des Bruchsacks wieder in den Bauchraum zurück und ist der Bruchsack groß, dann wird der Arzt ihn verkleinern. Bei kleineren Nabelbrüchen wird die Bruchpforte in der Regel direkt wieder vernäht, wenn der Nabelbruch aber größer als zwei Zentimeter ist, dann wird ein Netz aus Kunststoff unter die Bauchwand genäht, um die Bauchdecke zu stützen und sie auf Dauer auch zu stabilisieren, um sie vor weiteren Brüchen zu schützen.

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  • Proteste gegen die Klinikreform werden lauter

    Proteste gegen die Klinikreform werden lauter

    Die Große Koalition in Berlin plant eine weitreichende Klinikreform und die Krankenhäuser sind damit ganz und gar nicht einverstanden. Sie haben an einem bundesweiten Aktionstag darauf hingewiesen, dass der Gesetzesentwurf des Bundesgesundheitsministers Hermann Gröhe nicht nur für Ärzte und Pflegepersonal Nachteile haben wird, sondern dass besonders die Patienten darunter leiden werden. Die Krankenhäuser bemängeln, dass die geplante Klinikreform die Unterfinanzierung der Kliniken nicht lösen wird, aber es gibt noch andere Kritikpunkte, auf die der Präsident der Bundesärztekammer Frank Ulrich Montgomery hinwies.

    Klinikreform – Eine Strukturreform

    Die geplante Klinikreform, über die im Bundestag momentan beraten wird, sieht unter anderem vor, dass es Strukturreformen geben wird. Im Klartext heißt das, Krankenhäuser, die Überkapazitäten haben, müssen diese abbauen, außerdem werden die Kliniken in Zukunft nicht mehr nur nach ihrer Quantität, sondern vielmehr nach ihrer Qualität beurteilt werden. Außerdem soll es mehr Geld für neue Pflegestellen geben. Gröhes Pläne versprechen keine Lösung der Probleme, kritisierte Montgomery, und für viele Kliniken stehe nichts weniger als ihre Existenz auf dem Spiel. Viel wichtiger seien neue Stellen für Ärzte und Pflegepersonal sowie ein finanzieller Ausgleich für tarifliche Steigerungen, zudem müssten die einzelnen Länder mehr investieren.

    Hilfe für die Ärzte

    Auch vom Hartmannbund und vom Marburger Bund kommt massive Kritik an der geplanten Klinikreform. Rudolf Henke, der Vorsitzende des Marburger Bundes, sieht in der Klinikreform keine Lösung auf Dauer, wenn es um die finanziellen Probleme der Krankenhäuser geht, die wirtschaftlich gefährdet sind. Die Klinikreform wird vielmehr zu einer Unterfinanzierung führen und damit folglich auch zu einer Unterbesetzung, was wiederum für die Beschäftigen eine weitere gesundheitliche Belastung darstellt. Klaus Reinhardt, der Chef des Hartmannbundes fordert die Koalition auf, den Gesetzesentwurf zu korrigieren, damit besonders die Ärzte ihrer verantwortungsvollen Arbeit unter einigermaßen zumutbaren Bedingungen weiter nachgehen können.

    Die Reform ist notwendig

    Es gibt aber nicht nur Stimmen gegen die Pläne einer Klinikreform, vor allem die Krankenkassen befürworten die Pläne von Hermann Gröhe. So sagte der Vorstandsvorsitzende der Barmer Ersatzkasse Christoph Straub, der Minister solle sich an den geplanten Kurs halten und nicht unter den kritischen Stimmen und dem lautstarken Protest einknicken. Die Wünsche der Krankenhäuser seien ein großer Kostenfaktor für die Krankenkassen, ohne dass dabei an die bessere Versorgung der Patienten gedacht werde. Die Klinikreform sei dringend notwendig, damit die Qualitätsziele nicht verpasst und die Kosten nicht noch weiter aus dem Ruder laufen.

    Verschiedene Ansichten

    Die Opposition im Bundestag sieht in der Klinikreform eine so wörtlich „gefährliche Frechheit“, besonders gegenüber den Pflegekräften, die schon heute jeden Tag am Limit arbeiten. Gefährlich ist die geplante Reform auch für die Patienten, die, wenn die Reform kommen sollte, noch schlechter verpflegt werden, als das bisher schon der Fall ist. Die SPD sagte jetzt zu, dass sie sich um eine Verbesserung der Vorlage bemühen will.

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  • Pflegende Angehörige gehen ein gesundheitliches Risiko ein

    Pflegende Angehörige gehen ein gesundheitliches Risiko ein

    Viele möchten ihre Eltern oder Großeltern nicht in ein Heim geben, wenn sie pflegebedürftig werden, andere können sich aus finanziellen Gründen kein Pflegeheim leisten und müssen ihre Angehörigen zu Hause pflegen. Wer sich für die häusliche Pflege entscheidet, der sollte sich über die Belastung im Klaren sein, denn eine neue Studie, die von der DAK in Auftrag gegeben wurde, zeigt, dass rund die Hälfte aller pflegenden Angehörigen unter psychischen Problemen leiden.

    Schlafstörungen und Depressionen

    Für die Studie der DAK wurden die Daten von 12.000 Mitgliedern ausgewertet, die zu Hause ein Familienmitglied pflegen. 20 % der pflegenden Angehörigen litt demnach unter massiven Schlaf- und Angststörungen, aber auch unter Depressionen. Fast alle, die zu Hause pflegen, müssen um 10 % häufiger wegen psychischer Probleme behandelt werden als diejenigen, deren Angehörige in einem Heim betreut werden, bei der Diagnose Depressionen sind es rund 8 % mehr. Es sind aber nicht nur mentale Probleme, die pflegende Angehörige belastet, auch körperlich kommen die meisten schnell an ihre Grenzen. Jeder Sechste, der einen Angehörigen pflegt, klagt über Rückenschmerzen und Muskelprobleme.

    Pflegende Angehörige einfach überfordert

    Laut der DAK Studie schätzt mehr als die Hälfte der pflegenden Angehörigen die persönliche Belastung als hoch oder sogar als sehr hoch ein. 50 % fühlen sich körperlich besonders belastet, 68 % empfinden die psychische Belastung als zu hoch und bei 71 % ist der zeitliche Aufwand eine große Belastung. Aber selbst wenn die Probleme mit der häuslichen Pflege groß sind, nutzen nur wenige das Angebot und nehmen externe Hilfe in Anspruch. So wissen zum Beispiel nur zwei von drei pflegenden Angehörigen, dass es das von der Pflegekasse bezahlte Angebot der sogenannten Verhinderungspflege gibt, und nur ein Fünftel der Betroffenen hat dieses Angebot bereits genutzt.

    Aus der Studie der DAK geht auch hervor, dass es zu 90 % Frauen sind, die Angehörige pflegen. Ein Drittel der pflegenden Frauen sind noch berufstätig, ein Fünftel hat sogar eine Vollzeitstellung.

    Pflegende Angehörige – Die Politik ist gefordert

    Seit Jahren fordert die Deutsche Stiftung Patientenschutz von der Bundesregierung, pflegende Angehörige besser und effektiver zu unterstützen. Eugen Brysch, der Vorstand der Stiftung möchte, dass alle, die ihre Eltern oder ihre Großeltern zu Hause pflegen, ähnlich wie Eltern behandelt werden und dass es ein Konzept wie das Elterngeld geben muss. Die momentanen gesetzlichen Angebote bei der Pflege sind nach Ansicht von Brysch nichts weiter als Symbolpolitik und Lippenbekenntnisse, denen keine Taten folgen. Brysch kritisiert aber auch, dass die Politik zwar Angebote macht, aber schon bei der Gesetzgebung davon ausgeht, dass sie kaum jemand in Anspruch nimmt. Das zuständige Bundesministerium schätzt, dass sich in einem Zeitraum von drei Jahren nur ein halbes Prozent aller 1,25 Millionen Menschen in Deutschland, die einen Angehörigen pflegen, sich vom Job freistellen lassen.

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  • Biorhythmus – jeder hat seine innere Uhr

    Biorhythmus – jeder hat seine innere Uhr

    Nicht nur die Natur hat ihren eigenen Rhythmus, auch Menschen folgen bestimmten Rhythmen und Zyklen. Da ist zum Beispiel der Tag-Nacht-Rhythmus, aber auch der Arbeits- und Ruherhythmus, der bei jedem Menschen individuell ist, jedoch immer einem bestimmten Schema folgt. Im Laufe der Evolution hat sich dieser Biorhythmus als lebenswichtig herausgestellt und auch heute noch brauchen Menschen eine innere Uhr, nach der sie leben können. Wissenschaftlich erforscht wird der Biorhythmus erst seit kurzer Zeit, aber schon jetzt liefert die Arbeit rund um die Chronobiologie wertvolle Hinweise, wie sehr wir Menschen von unserer inneren Uhr beeinflusst werden.

    Der Biorhythmus und die Energie

    Wie alle Lebewesen, so ist auch der Mensch vom Einfluss der Sonne abhängig. Der Wechsel zwischen Winter und Sommer bestimmt den Biorhythmus, und die lange Ruhezeit des Winters schraubt den Bedarf an Energie deutlich nach unten. Das sicherte den Menschen in früheren Zeiten das Überleben. Ähnlich wie viele Tiere, die in der kalten Jahreszeit einen Winterschlaf halten, reduziert auch der Mensch seine Energiereserven, wenn es kalt wird. Heute weiß man, dass jeder eine Art Taktgeber in sich hat, eine innere Uhr. Die reagiert zwar auf alle Einflüsse von außen, tickt aber von selbst weiter, wenn einer der wichtigsten Umwelteinflüsse, das natürliche Licht, praktisch ausgeschaltet wird. Gesteuert wird diese innere Uhr von einem bestimmten Prozess, der sich an der Ausschüttung des Hormons Melatonin orientiert.

    Was ist ein Biorhythmus?

    Die Körperfunktionen unterliegen ganz natürlichen Schwankungen, die wir als wiederkehrende Zyklen und Veränderungen im Organismus wahrnehmen. Diese Schwankungen und Veränderungen nennt man Biorhythmus. Ein wichtiger Biorhythmus ist der Schlaf- und Wachrhythmus, aber auch der sogenannte Aktivitätsrhythmus, der Rhythmus, in dem gegessen und getrunken wird, sowie der Rhythmus der Körpertemperatur bestimmen den Alltag. Bei den Frauen kommt noch der weibliche Rhythmus dazu, aber auch der Herzschlag und die Erneuerung der Blutkörperchen unterliegen bei jedem Menschen einem anderen Biorhythmus. Menschen leben nicht einfach nur nach einem Rhythmus, der 24 Stunden dauert, sie leben nach ihrer inneren Uhr, dem zirkadianischen Rhythmus, der bei einem in kurze und bei anderen in lange Zyklen eingeteilt ist.

    Wenn der Biorhythmus aus dem Takt kommt

    Die biologische Uhr ist für die Gesundheit von großer Bedeutung. Sie meldet dem Körper zum Beispiel, wann es Zeit ist aktiv zu werden und sie zeigt auch an, wann mal wieder eine Ruhepause eingelegt werden sollte. Die innere Uhr steuert zudem auch die Funktionen des Körpers, wie die Körpertemperatur, den Blutdruck, denn Hormonhaushalt und das Steuerzentrum des Körpers, das Gehirn.

    Was passiert aber, wenn diese innere Uhr aus dem Takt kommt und nicht mehr so rund läuft? Was Menschen vor 1000 Jahren noch gut in den Griff bekamen, ist in der heutigen Zeit zu einer echten Herausforderung geworden. Schichtarbeit bringt den Tag-Nacht-Rhythmus durcheinander, lange Abende in der Disco oder auch Langstreckenflüge mit Zeitumstellung bringen die innere Uhr aus ihrem gewohnten Rhythmus, selbst der Wechsel der Jahreszeiten kann dem Biorhythmus zu schaffen machen. In zahlreichen Studien wurde nachgewiesen, dass Menschen, die im Schichtdienst, also in einem ständigen Wechsel am Tag und in der Nacht arbeiten, für Krankheiten anfälliger sind als diejenigen, die einen normalen Tag-Nacht-Rhythmus haben. Schichtarbeiter leiden außerdem häufig unter Schlafstörungen und sie neigen mehr zu Depressionen.

    Den eigenen Biorhythmus finden

    Wie unterschiedlich der Biorhythmus sein kann, das zeigt sich schon am Schlafrhythmus. Die einen sind Lerchen, also echte Frühaufsteher, die anderen sind Eulen, die nachts erst richtig munter werden. Während der Frühaufsteher am Morgen und am Vormittag seine beste Zeit hat, ist der Nachtmensch ein ausgeprägter Morgenmuffel, der erst später zur Bestform aufläuft. Man sollte immer seiner inneren Uhr folgen, denn dann lebt man nicht nur gesünder, sondern auch deutlich entspannter.

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  • Zappeln ist gesund

    Zappeln ist gesund

    Viele Kinder müssen sich immer anhören, dass sie still sitzen sollen, wenn sie mal wieder auf ihrem Stuhl hin und her rutschen und die Füße nicht still halten. Dabei ist den Kindern gar kein Vorwurf zu machen, denn sie tun etwas, was gesund ist, nämlich zappeln. Eine neue Studie kommt jetzt zu dem Ergebnis, dass starres Sitzen nicht sonderlich gesund ist und dass alle, die auf dem Stuhl zappeln, die negativen Aspekte des starren Sitzens wunderbar kompensieren.

    Langes Sitzen ist gefährlich

    Eine groß angelegte Studie der Universität Leeds in England fand, dass langes Sitzen besonders für Frauen sehr gefährlich werden kann. Für die Studie wurden die Daten von 14.000 Studienteilnehmern ausgewertet. Dabei stellte sich heraus, dass Frauen, die beruflich oder auch privat viel und vor allem lange sitzen, eine höhere Sterberate haben als Frauen, die zwar auch lange sitzen, aber dabei auf ihrem Stuhl zappeln und die Beine und Füße ständig in Bewegung halten. Wenn zum langen Sitzen auch noch die falsche Ernährung kommt, dann macht sich das noch einmal bei der Sterberate bemerkbar. Zudem fanden die englischen Wissenschaftler um die Professorin Janet Cade heraus, dass Frauen, die während des Sitzens zappeln, auch gerne sportlich aktiv sind und in ihrer Freizeit schwimmen, Rad fahren oder regelmäßig laufen.

    Bessere Werte

    Die englische Studie war nicht die erste Studie, die sich mit dem Thema langes Sitzen und zappeln befasst hat, es gab schon früher Untersuchungen mit ähnlichen Ergebnissen. Im Rahmen einer amerikanischen Studie stellten die Forscher außerdem fest, zappeln auf den Stuhl kann unter anderem den Body-Mass-Index positiv beeinflussen, aber auch die Reaktionen des Körpers auf Insulin und Glucose sind besser, wenn während des langen Sitzens gezappelt wird. Nicht nur die körperliche Betätigung in den Arbeitspausen ist für die Gesundheit von Vorteil, auch das unruhige Sitzen und zappeln ist für die Gesundheit zuträglich.

    Die Kinder zappeln es vor

    Kinder die nicht lange ruhig sitzen können werden gerne etwas vorschnell als Zappelphilipp verurteilt, aber nach Ansicht der Forscher an der University of Leeds machen diese Kinder nichts falsch. Im Gegenteil, die Kinder handeln intuitiv, wenn sie zappeln, sie geben dem natürlichen Drang nach Bewegung nach. Es ist heute längst überholt Kinder zu starrem Sitzen am Tisch zu bewegen und selbst in den Schulen wird das stille sitzen nicht mehr verlangt. Kinder die zu Hause oder auch im Schulunterricht zappeln, auf dem Stuhl rutschen und die Füße in Bewegung halten, sind aufmerksamer, konzentrierter und sie vor allen Dingen auch gesünder. Eine starre Haltung beim sitzen ist nicht natürlich und entspricht der menschlichen Natur, wer gesund bleiben will, der sollte einfach zappeln und sich nicht darum kümmern was andere Menschen vielleicht darüber denken, denn zappeln ist weder unhöflich noch ein Zeichen für schlechte Erziehung.

    Bild: © Depositphotos.com / aletia