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  • Sind Gesundheits-Apps wirklich sinnvoll?

    Sind Gesundheits-Apps wirklich sinnvoll?

    Sie zählen die Schritte, die man Tag geht, sie messen den Puls und den Blutdruck, sie verfolgen die Entwicklung des Gewichts – die Rede ist von den mehr als 100.000 Gesundheits-Apps, die es inzwischen gibt. Viele Menschen verlassen sich auf diese modernen Apps, aber wie sinnvoll sind die Apps und können sie wirklich einen Besuch beim Arzt ersetzen?

    Der moderne Patient

    Der Patient im digitalen Zeitalter muss nicht mehr unbedingt zu einem Arzt gehen, wenn er wissen will, ob mit dem Blutdruck alles in Ordnung ist, er schaut stattdessen auf sein Smartphone mit der entsprechenden Gesundheits-App. Nach Ansicht von vielen Medizinern ist der Trend mit der Gesundheits-App eher positiv zu bewerten, allerdings sollte auch die Qualität der App stimmen. Internisten sind regelrecht begeistert von den Apps, denn auch im Klinikalltag spielt die digitale Medizin eine immer wichtigere Rolle, und mithilfe der App stehen Patient und Arzt auf einfache Art und Weise in Verbindung.

    Per Gesetz verankert

    Auch für den Weg in die digitale Medizin gibt es Gesetze, denn im Dezember des vergangenen Jahres haben der Bundestag und der Bundesrat das „Gesetz für sichere, digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen“, kurz auch das E-Health-Gesetz verabschiedet. Anfang 2016 trat das Gesetz dann in Kraft, und zwar mit dem Ziel, alle Krankenhäuser, Apotheken und Arztpraxen besser als bisher miteinander zu vernetzen. Auf diese Weise werden die relevanten Daten aller Patienten schnell abrufbar gemacht.

    Medikation elektronisch planen

    Viele Versicherte haben heute schon eine elektronische Gesundheitskarte und auf dem Chip, der sich in der Karte befindet, sind unter anderem auch die Blutgruppe, eventuelle Vorerkrankungen und auch eine Medikamentenliste gespeichert. Für Patienten, die mehr als drei Medikamente am Tag einnehmen müssen, soll es in Zukunft auch einen elektronischen Medikationsplan geben, um gefährliche Nebenwirkungen zu verhindern, denn noch immer sterben in Deutschland mehrere Tausend Menschen an einer falschen Medikation.

    Bild: © Depositphotos.com / Syda_Productions

  • Mehrheit der Deutschen will Zusatzinfos auf der Krankenkarte

    Mehrheit der Deutschen will Zusatzinfos auf der Krankenkarte

    Wer in Deutschland krankenversichert ist, der hat auch eine Gesundheitskarte. Auf dieser Gesundheitskarte sind bislang nur Daten gespeichert, wie der Name, das Geburtsdatum, das Alter, die Adresse und die jeweilige Mitgliedschaft in einer Krankenkasse. Die Mehrheit der Deutschen kann sich jedoch durchaus vorstellen, dass auch noch andere Daten auf der Gesundheitskarte abgespeichert werden.

    Mehr Informationen

    Auch wenn die „gläserne“ Gesundheitskarte immer wieder zu Diskussionen führt, 92 % der Deutschen möchten zum Beispiel, dass ihre Blutgruppe auf der Gesundheitskarte gespeichert wird. Einen Hinweis auf chronische Erkrankungen, mögliche Allergien oder Medikamentenunverträglichkeiten können sich 88 % als zusätzliche Informationen auf der Gesundheitskarte vorstellen. 84 % würden sich sicherer fühlen, wenn auf ihrer Gesundheitskarte gespeichert ist, welche Medikamente sie regelmäßig einnehmen, und 67 % sprechen sich dafür aus, dass auch Hinweise auf frühere Erkrankungen auf der Gesundheitskarte ihren Platz finden. Nur fünf Prozent war grundsätzlich dagegen, dass Daten über die Gesundheit auf der Gesundheitskarte erscheinen.

    Das E-Health-Gesetz

    Der Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) geht sogar noch einen Schritt weiter, denn er möchte das sogenannte E-Health-Gesetz auf den Weg bringen. Dieses geplante Gesetz sieht unter anderem vor, dass bis 2018 alle für die Gesundheit relevanten Daten auf der Gesundheitskarte gespeichert werden. Dazu sollten laut Ministerium auch Allergien ebenso wie Implantate und Vorerkrankungen gehören. Auch der Medikationsplan eines Patienten soll auf der Karte ersichtlich sein.

    Nützliche Infos

    Auch wenn man sich mit den Gedanken nicht anfreunden kann, dass alles, was die Gesundheit betrifft, mit nur einem Klick zu sehen ist, im Notfall können die Informationen sehr nützlich sein. Kommt es zum Beispiel zu einem Unfall und der Betroffene verliert viel Blut, dann muss das Personal im Krankenhaus nicht mehr den Umweg über die Blutprobe machen, um festzustellen, welche Blutgruppe gebraucht wird, ein Blick auf die Gesundheitskarte reicht aus, um bei der Blutbank das passende Blut zu bestellen. Auch wenn ein Patient auf ein bestimmtes Medikament allergisch reagiert, dann kann das im Ernstfall gefährlich werden, und auch diese Gefahr wird mit den entsprechenden Angaben auf der Gesundheitskarte gebannt. Vor allem, wenn Patienten ohne Bewusstsein in ein Krankenhaus eingeliefert werden und sich selbst nicht mehr zu möglichen Risiken bei der Behandlung äußern können, dann kann die Gesundheitskarte unter Umständen sogar Leben retten.

    Wichtig bei älteren Patienten

    Wenn ältere Menschen, die vielleicht geistig nicht mehr so ganz auf der Höhe sind, in ein Krankenhaus eingeliefert werden, auch dann sind die Daten auf der Gesundheitskarte wertvoll. Zurzeit muss das Pflegepersonal immer den richtigen Ansprechpartner beispielsweise in einem Seniorenheim ans Telefon bekommen, um zu erfahren, welche Medikamente in welcher Dosierung vom Patienten eingenommen werden und ob es eventuelle Unverträglichkeiten gibt. Ein Blick auf die Gesundheitskarte würde dann ausreichen, um den Patienten richtig und kompetent zu behandeln.

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