Schlagwort: Gesundheitswesen
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#zukon15: Politik, Gesundheitswesen und Digitalszene diskutieren über Gesundheit in der digitalen Welt
Berlin (ots) – Telemedizin, Netzsprechstunde, Gesundheitsapps, Fitnesstracker – das Gesundheitswesen verändert sich rasant. Die Digitalisierung beeinflusst zwar alle Lebensbereiche, beim besonders sensiblen Thema Gesundheit geht es jedoch nicht nur um das technisch Machbare, sondern auch um Ethik, Wirtschaftlichkeit und Verbraucherschutz. Auf Einladung der Techniker Krankenkasse (TK) diskutieren kurz vor der internationalen Funkausstellung (IFA) in der Hauptstadt über 300 Experten aus Politik, Gesundheitswesen und digitaler Szene darüber, wie die digitale Gesellschaft gesund gestaltet werden kann. Den Anfang machte der Staatssekretär des Bundesgesundheitsministeriums Lutz Stroppe. Er wies in seiner Rede darauf hin, dass die Teilhabe am technologischen Fortschritt in der Medizin eine Gemeinschaftsaufgabe aller Partner im Gesundheitswesen sei. „Neue Technologien können uns helfen, unser gutes Gesundheitssystem noch besser zu machen. Sie tragen dazu bei, die demographischen Herausforderungen erfolgreicher anzugehen und eine flächendeckende medizinische Versorgung auf hohem Niveau dauerhaft sicherzustellen. Das setzt aber die Bereitschaft voraus, sich konsequent mit den Möglichkeiten neuer Technologien auseinanderzusetzen. Unser Ziel ist es, dass Patientinnen und Patienten, aber auch Ärztinnen und Ärzte vom medizinischen Fortschritt profitieren, und zwar unabhängig von ihrem Wohnort. Mit dem E-Health-Gesetz haben wir daher die notwendigen Rahmenbedingungen gesetzt, um den Aufbau einer sicheren Telematikinfrastruktur endlich zu ermöglichen und Telemedizin in die Regelversorgung aufzunehmen.“ Gastgeber und TK-Vorstandsvorsitzender Dr. Jens Baas über die Veranstaltung: „Mit dem Kongress möchten wir ein Forum bieten, um das Gesundheitswesen und die digitale Szene zusammenzubringen, um gemeinsam zu diskutieren, wie wir die digitale Gesellschaft gesund gestalten können. Es ist zwar schwer in die Zukunft zu blicken – schließlich ging man auch mal davon aus, dass sich Telefon und Internet nicht durchsetzen werden – wir wollen es heute aber trotzdem versuchen.“ In fünf jeweils 90-minütigen Panels geht es um die Zukunft von Gesundheitsförderung und medizinischer Versorgung in der digitalen Welt. Die 30 Referenten widmen sich, moderiert von Jeannine Michaelsen und Jens de Buhr unter anderem folgenden Fragen: Sorgen Politik und Krankenkassen für gläserne Patienten oder erledigen die Menschen dies mit digitaler Selbstvermessung und sozialen Netzwerken selbst? Was ist gesunder Medienkonsum? Wo fängt der Spaß an, wo hört er auf und ab wann wird es krank? Wie nutzen wir Telemedizin sinnvoll? Welche Auswirkungen hat das Netz der Dinge auf unser Ernährungs- und Bewegungsverhalten? „Wir wünschen uns, dass nicht nur wir, sondern auch alle Teilnehmer heute Abend viele Eindrücke und Ideen mitnehmen, wie wir das Gesundheitswesen und die digitale Szene enger zusammenbringen können, um für ein patienten-orientiertes, leistungsfähiges und bezahlbares Gesundheitswesen zu sorgen,“ so der TK-Chef. Der Kongress läuft heute noch bis 18 Uhr im Kongresszentrum Axica (Pariser Platz 3, 10117 Berlin). Informationen zum Programm gibt es auf der Internetseite www.tk.de/zukunftskongress. Pressekontakt: TK-Pressestelle Für Rückfragen: Michaela Hombrecher, Tel. 040-6909 2223 E-Mail michaela.hombrecher@tk.de Social Media Newsroom: www.newsroom.tk.de Twitter: www.twitter.com/TK_PresseQuelle: http://www.presseportal.de/pm/6910/3111975 -
#zukon15 – Die Hauptstadt diskutiert morgen über digitale Gesundheit
Hamburg (ots) – Bevor die internationale Funkausstellung (IFA) Ende der Woche ihre Pforten öffnet, diskutieren über 300 Experten aus Gesundheit, Politik und Digitalszene am Mittwoch in Berlin über die digitale Zukunft des Gesundheitswesens. Die Techniker Krankenkasse (TK) hat 30 Speaker und über 300 Gäste zum Zukunftskongress geladen, um über neue Wege für Prävention und medizinische Versorgung in einer digitalen Gesellschaft zu diskutieren. Moderiert wird die Veranstaltung von TV-Moderatorin Jeannine Michaelsen. Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK: „Die Digitalisierung bietet uns völlig neue Möglichkeiten, uns um die Gesundheit der Menschen zu kümmern. Es gibt ein großes Potenzial, medizinische Versorgung qualitativ besser und effizienter zu gestalten. Zugleich machen sich aber viele Menschen Sorgen, dass etwas so Privates wie die eigene Gesundheit zu etwas Öffentlichem werden könnte, bei dem andere mitreden möchten. Beim Kongress möchten wir genau darüber sprechen – wie wollen wir diese Gesellschaft für uns alle gesund gestalten?“ Den Anfang macht am Mittwochmorgen Staatssekretär Lutz Stroppe aus dem Bundesgesundheitsministerium. Er beschreibt die Chancen und Risiken aus Sicht der Politik, gefolgt von Prof. Dr. Gunter Dueck, der einen philosophischen Blick auf das Thema wirft. Ab dem späten Vormittag diskutieren die Teilnehmer in fünf verschiedenen Panels über die Themen Medienkompetenz, die Zukunft des betrieblichen Gesundheitsmanagements, die gesundheitlichen Folgen von „always on“ sowie die medizinische Versorgung in der digitalen Gesellschaft. Das letzte Panel am Nachmittag wirft einen Blick in die Zukunft. Wie kümmern wir uns 2030 um unsere Gesundheit? Was ist technisch möglich? Und was ist auch ethisch vertretbar? Um das Thema aus verschiedenen Perspektiven anzugehen, hat die TK Referenten aus alle Gesellschaftsbereichen eingeladen. Neben Staatssekretär Stroppe, werden die Hamburger Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks sowie Vertreter des Arbeitsministeriums und des Bundestages erwartet. YouTuber wie Nilz Bokelberg und Experten für digitales Leben wie Linus Neumann vom Chaos Computer Club und Kai Sostmann von der Charité werden ebenso vor Ort sein wie Vertreter der Computerspielindustrie, aus Medizin und Bildungswesen. Im Rahmenprogramm des Kongresses präsentiert die TK viele der digitalen Angebote, die in den Panels diskutiert werden, wie zum Beispiel die Online-Video-Sprechstunde auf dem digitalen Versorgungpfad, Gesundheits-Check ups, Computerspiele und elektronische Entspannungsangebote in der Quiet Lounge. Alle Informationen zum Kongress, die Liste der Speaker sowie die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es auf www.tk.de/zukunftskongress. Pressekontakt: Michaela Hombrecher, TK-Pressestelle, 040.6909 2223, Mail: michaela.hombrecher@tk.de, www.newsroom.tk.de, Twitter: www.twitter.com/TK_PresseQuelle: http://www.presseportal.de/pm/6910/3110738 -
„Deformierte Ideale der Ärzte“ / Die radikale Kritik eines Medizinethikers an der Ökonomisierung des Gesundheitswesens
Baierbrunn (ots) – Eine düstere Bilanz des heutigen Medizinbetriebes zieht der Mediziner und Philosoph Professor Giovanni Maio, Leiter des Instituts für Ethik und Geschichte der Medizin an der Universität Freiburg, in der „Apotheken Umschau“: „Die wirtschaftliche Überformung der Medizin deformiert die Ideale der Ärzte“, sagt er und beklagt die Ausrichtung der medizinischen Praxis an wirtschaftlichen Kriterien. Einen entscheidenden Sündenfall sieht er in der Einführung der Fallpauschalen in den 90er Jahren: „Seitdem wird jede Diagnose plus dazugehörige Therapie genau definiert und mit einem ebenso exakt festgesetzten Betrag vergütet.“ Das Medizinsystem sei aber kein industrielles Unternehmen, sondern eine soziale Errungenschaft. Um wieder dorthin zu kommen, müsse auch der Patient seine Einstellung ändern. Giovanni Maio: „Eine Tablette löst selten komplexe Probleme. Und dort, wo er nur durchgeschleust wird, sollte er nicht mehr hingehen.“ Dieser Text ist nur mit Quellenangabe zur Veröffentlichung frei. Das Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“ 8/2015 B liegt in den meisten Apotheken aus und wird ohne Zuzahlung zur Gesundheitsberatung an Kunden abgegeben. Pressekontakt: Ruth Pirhalla Tel. 089 / 744 33 123 Fax 089 / 744 33 459 E-Mail: pirhalla@wortundbildverlag.de www.wortundbildverlag.de www.apotheken-umschau.deQuelle: http://www.presseportal.de/pm/52678/3105881 -
Der Patient in seinem sozialen Umfeld / Eine Aufnahmestation vor allem für ältere Notfallpatienten in Hamburg macht Schule
Baierbrunn (ots) – Seit 2010 gibt es Hamburger Albertinen-Krankenhaus die „Interdisziplinäre Notfall- und Kurzlieger-Aufnahmestation“, kurz INKA. Damit reagierte die Klinik darauf, dass vor allem ältere Patienten nicht gleich den Spezialisten, sondern den in allen Fachgebieten versierten Allgemeinarzt benötigen, berichtet das Apothekenmagazin „Senioren-Ratgeber“. Neben der medizinischen Akutversorgung nehmen Ärzte und Pflegepersonal sich auch des sozialen Umfelds des Patienten an. Warum ist der Notfall eingetreten und kann eine Wiederholung vermieden werden? Bei Bedarf wird noch von der Klinik aus eine ambulante Pflege organisiert. INKA erhielt 2012 den Deutschen Innovationspreis im Gesundheitswesen und hat bereits erste Nachahmer gefunden. Dieser Beitrag ist nur mit Quellenangabe zur Veröffentlichung frei. Das Apothekenmagazin „Senioren Ratgeber“ 8/2015 liegt in den meisten Apotheken aus und wird ohne Zuzahlung zur Gesundheitsberatung an Kunden abgegeben. Pressekontakt: Ruth Pirhalla Tel. 089 / 744 33 123 Fax 089 / 744 33 459 E-Mail: pirhalla@wortundbildverlag.de www.wortundbildverlag.de www.senioren-ratgeber.deQuelle: http://www.presseportal.de/pm/52278/3096863 -

Behandlungen hinterfragen – so wichtig sind die W-Fragen
Wer sich krank fühlt, der geht zum Arzt, der Arzt macht seine Untersuchungen und sagt dem Patienten, welche Behandlung oder welche Therapie die richtige ist. Der Patient willigt ein, denn schließlich ist der Arzt ja der Fachmann und weiß, was das Richtige ist. Leider ist das nicht immer der Fall, wie jetzt eine Studie herausfand. Viele Ärzte verschreiben die falschen Behandlungen und ordnen sündhaft teure Therapien an, die im Grunde keine Wirkung haben oder schlichtweg falsch sind. Die meisten Patienten wagen es nicht, ihrem Arzt zu widersprechen, aber das kann sinnvoll sein. Wer nicht im Unklaren bleiben will, der sollte die sogenannten W-Fragen stellen.
Was sollte der Patient den Arzt fragen?
Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland UPD hat einen kleinen Katalog mit W-Fragen zusammengestellt, die jeder Patient seinem Arzt stellen sollte, wenn es um Behandlungen und Therapien geht:
- Wie dringend ist die Behandlung?
- Welche eventuellen Risiken gibt es?
- Welchen Nutzen hat die Behandlung?
Diese drei Fragen verhindern, dass der Arzt nur mit Ja oder Nein antworten kann, er muss diese Fragen präzise beantworten. Dem Patienten wird damit die Möglichkeit gegeben, die vorgeschlagene Behandlung noch einmal zu überdenken oder nach einer Alternative zu suchen. Auch die Art der Fragestellung spielt eine wichtige Rolle, denn statt zu fragen „Ist diese Behandlung gut erforscht?“ sollte die Frage stattdessen lauten: „Wie gut ist diese Behandlung erforscht?“. Zudem kann es sehr hilfreich sein, sich während des Gesprächs mit dem Arzt Notizen zu machen oder Stichworte aufzuschreiben, die später sehr hilfreich sein können, wenn es um eine alternative Behandlung oder Therapie geht.
Nicht nur im Internet forschen
Immer mehr Menschen vertrauen auf „Dr. Google“ und informieren sich im Internet, welche Krankheit zu ihren Symptomen passt und welche möglichen Therapien, Medikamente und Behandlungsmethoden es gibt. Die Suchmaschinen finden auf alles eine Antwort, ob diese aber richtig ist, das sei dahingestellt. Nicht alle Seiten sind wirklich seriös und nicht alle Aussagen sind auch richtig. Um sich unabhängig zu informieren, ist die Webseite des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen eine gute Wahl, denn hier kann man sich auf die Richtigkeit der Aussagen und die Seriosität verlassen.
Eine weitere Möglichkeit sich richtig zu informieren, bietet der sogenannte HON-Code, der auf einigen Webseiten zu finden ist. Der HON-Code steht für „Health On The Net“, und dieses Zertifikat bekommen nur die Anbieter von Webseiten, die ganz bestimmte Kriterien für Qualität erfüllen. Zu diesen Kriterien gehört, dass der Verfasser der Seite eine Qualifikation nachweisen kann, und es spielt auch eine Rolle, wie und von wem die Seite finanziert wird. Die Hinweise auf Risiken und Nutzen von bestimmten Behandlungen müssen zudem belegt werden können.
Mehrere Meinungen einholen
Alle, die dem Internet nicht so richtig vertrauen, haben noch eine andere Möglichkeit um herauszufinden, ob eine Behandlung wirklich gut ist, sie müssen nur einen anderen Arzt um seine Meinung bitten. In Deutschland gibt es die freie Arztwahl, und wer meint, ein anderes Gutachten einholen zu müssen, der kann das ohne Probleme tun. Immer dann, wenn es sich um eine umfangreiche oder auch um eine sehr langwierige Therapie oder Behandlung handelt, dann macht es durchaus Sinn, eine zweite oder wenn nötig auch eine dritte und vierte Meinung einzuholen.
Wer zum Beispiel vor einer schwierigen Operation steht und sich nicht ganz so sicher ist, ob diese OP nach einem bestimmten Verfahren durchgeführt werden soll, der ist gut beraten, einen zweiten Arzt zu fragen. Wenn dieser Arzt anderer Meinung ist, dann kann auch ein dritter Kollege befragt werden, die Kosten für die mehrfachen Konsultationen zahlt die Krankenkasse. Sind aber zwei Ärzte der Meinung, dass nur diese Behandlung oder Therapie infrage kommen, dann sollte der Patient zustimmen.
Bild: © Depositphotos.com / alexraths
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Die Akteure im Gesundheitswesen
International gesehen gehört das Gesundheitswesen in Deutschland nicht zu den sogenannten staatlichen Gesundheitssystemen, wie das zum Beispiel in Russland der Fall ist. Beim deutschen Gesundheitswesen spielen der Staat und die Politik die Hauptrollen, besonders der Bundesminister für Gesundheit und sein Ministerium sind wichtige Akteure, denn sie stecken den Rahmen für die Gesetze, die das Gesundheitswesen betreffen. Genau genommen gliedern sich die Akteure des Gesundheitswesens in Deutschland in drei verschiedene Ebenen:
- Auf der ersten Ebene stehen die staatlichen Stellen, die sich nach der föderalen Struktur in den Bund, das jeweilige Bundesland und schließlich in die Kommunen gliedern. Den größten Einfluss auf dieser Ebene haben aber die einzelnen Parteien.
- Auf der zweiten Ebene des deutschen Gesundheitswesens finden sich die Körperschaften und Verbände, die die gesundheitliche Versorgung der Bürger organisieren und vor allen Dingen auch sicherstellen und gewährleisten.
- Auf der dritten Ebene finden sich schließlich die Unternehmen und die Organisationen wie zum Beispiel das Deutsche Rote Kreuz oder auch die Malteser und die Caritas.
Kurz zusammengefasst kann man die drei Ebenen so beschreiben: Die erste Ebene erlässt die Gesetze, die zweite Ebene ist damit beschäftigt, diese Gesetze praxistauglich zu machen, und die dritte Ebene muss versuchen, die neuen Gesetze auch anzuwenden. Funktionieren können diese drei Ebenen aber nur dann, wenn sie eng zusammenarbeiten, was leider nicht immer der Fall ist. Oftmals werden Gesetze erlassen, die sich schlicht kaum oder gar nicht umsetzen lassen. Das ist ein Grund, warum es im deutschen Gesundheitswesen oftmals krankt.
Der Einfluss der Politik
Wenn es um Fragen zum Gesundheitswesen geht, dann ist zuerst der Deutsche Bundestag gefragt, denn er regelt alles gesetzlich und muss darauf achten, dass ein einheitliches Leistungsprinzip eingehalten wird, in dem keiner der Versicherten bevorzugt oder vernachlässigt wird. Vorbereitet werden die Entscheidungen, die später vom Parlament verabschiedet werden, von einem Ausschuss, der für die Gesundheit und die soziale Sicherung in Deutschland zuständig ist. In der Praxis entscheiden Experten darüber, was die Politiker nur noch absegnen müssen, der Gesundheitsminister Hermann Gröhe hat damit wenig zu tun, trotzdem ist sein Einfluss sehr hoch.
Die Entscheidungen, die im Gesundheitswesen getroffen werden müssen, befassen sich unter anderem mit der Zulassung neuer Medikamente, mit der Versorgung in den Krankenhäusern und mit medizinischen Produkten. Aber auch die Genforschung und der Bereich der Krankenpflege gehören zu den Dingen, mit denen sich die Experten und die Politiker auseinandersetzen. Wer wissen möchte, was es auf den unterschiedlichen Gebieten im Gesundheitswesen Neues gibt, der kann sich auf der Seite des Bundesgesundheitsministeriums informieren.
Wie in allen anderen Bereichen der Politik, so unterliegen auch die Dinge, die das Gesundheitswesen betreffen, den einzelnen Parteien und den Politikern, die für ihre Partei in diversen Ausschüssen sitzen. Eine Grundlage, auf der neue Gesetze entstehen, ist die Forschung. Es kann durchaus passieren, dass der Politiker einer Partei der Meinung ist, dass man ein neues Medikament zulassen sollte, weil seiner Ansicht nach die Forschung befriedigende Ergebnisse geliefert hat, der Politiker einer anderen Partei aber meint, dass noch mehr geforscht werden muss, bevor das Medikament auf den Markt kommen kann. Diese Streitigkeiten und Kontroversen können sich über einen sehr langen Zeitraum ziehen und ein Medikament, das vielleicht dringend gebraucht wird, kann nicht zugelassen werden. Auf der anderen Seite kann es aber auch passieren, dass ein Medikament zu schnell auf den Markt kommt, ohne dass ausreichend über die Nebenwirkungen geforscht wurde. Der Fall des Medikaments „Contergan“ ist dafür ein trauriges Beispiel.
Streit um die Finanzierung
Eines der größten Probleme im deutschen Gesundheitswesen ist aber der stetig währende Streit um die Finanzierung. Die Parteien müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, dass sie immer weiter von der Grundprinzipien des Sozialstaats abrücken. Schon heute fühlen sich viele gesetzlich Krankenversicherte wie Bürger zweiter Klasse, denn sie müssen oftmals Wochen, wenn nicht sogar Monate auf einen Termin bei einem Facharzt warten, während diejenigen, die privat krankenversichert sind, diesen Termin sehr viel schneller bekommen. Eine neue Regelung besagt zwar, dass kein Patient länger als vier Wochen auf einen Termin warten soll, in der Praxis lässt sich diese neue Regelung jedoch kaum umsetzen.
Das Gesundheitswesen eines so großes Landes wie Deutschland kostet sehr viel Geld, und die Beiträge der gesetzlich Versicherten reichen schon lange nicht mehr aus. Um mehr Geld einzunehmen, könnte der Staat die Beiträge für die Krankenversicherung erhöhen, aber das ist ein Tabuthema, besonders dann, wenn wieder einmal Wahlen vor der Tür stehen. Wer gewählt werden will, der muss sich sozial geben, ist die Wahl dann aber vorbei, schaut kaum jemand noch so genau hin, welche neuen Gesetze auch im Gesundheitswesen verabschiedet werden.