Schlagwort: Großbritannien

  • Sollten Kinder gegen Meningokokken geimpft werden?

    Sollten Kinder gegen Meningokokken geimpft werden?

    Es beginnt wie eine harmlose Erkältung und ist in Wirklichkeit eine Krankheit, die für kleine Kinder lebensgefährlich sein kann, wenn sie nicht rechtzeitig richtig behandelt wird – Meningitis, auch bekannt als Hirnhautentzündung. In Großbritannien ist jetzt ein heftiger Streit um eine Impfung gegen die Auslöser der Krankheit, die sogenannten Meningokokken entbrannt, der auch nach Deutschland schwappen kann.

    Das Parlament berät

    Eltern, die ihr Kind verlieren, wollen ihren unendlichen Schmerz selten mit fremden Menschen teilen, in Großbritannien ist das seit einigen Wochen anders. Verzweifelte Eltern veröffentlichen in den sozialen Netzwerken erschreckende Bilder ihrer schwer kranken und sterbenden Kinder. Sie wollen so auf eine Krankheit aufmerksam machen und sie haben damit Erfolg, denn das englische Parlament berät jetzt darüber, ob eine Meningokokken-Impfung für alle Kinder bis elf Jahre eine Pflichtimpfung werden soll. Zudem gibt es eine landesweite Petition, die bis jetzt 800.000 Menschen unterzeichnet haben.

    Eine Standard-Impfung

    Einen zuverlässigen Impfstoff gegen Meningokokken gibt es erst seit rund drei Jahren. Wenn das Parlament der Petition folgt und eine Pflichtimpfung einführt, dann wird England das einzige Land weltweit sein, was Babys und Kleinkindern kostenlos eine Standardimpfung anbietet. Die Kinder bekommen die erste Spritze, wenn sie zwei Monate alt sind und genau das ist es, was unter den Eltern zu einer heftigen Diskussion führt. Bei älteren Kindern wird die Impfung nicht mehr kostenlos angeboten und die Eltern müssen diese Impfung dann aus eigener Tasche bezahlen.

    Die Lage in Deutschland

    Deutschland ist von einer Pflichtimpfung gegen Meningokokken noch sehr weit entfernt, denn bisher rät die Ständige Impfkommission (STIKO) nur dann zu einer Impfung, wenn es ein erhöhtes Risiko für eine Erkrankung gibt. Das gilt zum Beispiel bei Menschen, die mit einer Immunschwäche auf die Welt gekommen sind, aber auch für alle, die mit Menschen Kontakt haben, die bereits an einer Meningitis erkrankt sind.

    Bild: © Depositphotos.com / ilona75

  • Das Zika-Virus – ein neuer Schrecken für die Welt?

    Das Zika-Virus – ein neuer Schrecken für die Welt?

    Reisen auch in die entferntesten Länder dieser Welt stellen kein Problem mehr da, aber mit den unbegrenzten Reisemöglichkeiten steigt auch die Gefahr, dass sich neue Krankheiten immer schneller ausbreiten können. Aktuell ist es das Zika-Virus, was die Welt in Atem hält, denn es werden auch in Europa die ersten Infektionen mit dem Virus gemeldet. Urlauber haben das Virus aus Brasilien mit nach Deutschland gebracht und das in Hamburg ansässige Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin hat bereits zehn Infektionen festgestellt.

    Noch nicht meldepflichtig

    Wie groß die Gefahr durch das Zika-Virus in Europa tatsächlich ist, das weiß momentan noch keiner so genau, denn die Infektionskrankheit, die das Virus auslösen kann, ist nicht meldepflichtig. Daher fällt es Medizinern schwer, sich ein genaues Bild der Lage zu machen. Bekannt sind bisher vier Fälle in Großbritannien sowie jeweils zwei Fälle in Spanien und Italien, in Dänemark gab es einen Infizierten. Aber nicht nur die fehlende Meldepflicht macht es schwer, konkrete Zahlen zu bekommen, es gibt auch zu wenige Referenzzentren, in denen die richtige Diagnose gestellt werden kann. In Deutschland kommt nur das Bernhard-Nocht-Institut infrage, in Paris ist es das Pasteur-Institut und auch zwei Zentren in Großbritannien und den Niederlanden sind in der Lage, das Zika-Virus einwandfrei nachweisen zu können.

    Das Zika-Virus – vor allem für Schwangere eine große Gefahr

    Wer von einer Mücke gestochen wird, die das Zika-Virus überträgt, der muss in der Regel nicht mit einer schweren Krankheit rechnen, bei schwangeren Frauen hingegen stellt ein Mückenstich eine sehr große Gefahr dar. Viele Kinder kommen mit einem viel zu kleinen Kopf auf die Welt, sie haben Missbildungen im Gehirn und sind geistig behindert. In Brasilien wurden bereits 4000 Kinder mit der sogenannten Mikrozephalie geboren, und damit ist das südamerikanische Land das Land mit den meisten Infizierten. Bei Kindern, die kurz nach der Geburt gestorben sind, konnte das Zika-Virus ohne Zweifel im Fruchtwasser nachgewiesen werden, für fundierte Studien müssen aber noch weitaus mehr schwangere Frauen untersucht werden.

    Keine Infektion in Deutschland

    Es ist die asiatische Tigermücke, die das Zika-Virus mit einem Stich auf den Menschen übertragen kann. Diese Mückenart ist vor allem in Südostasien, in Südamerika und auch in Teilen von Afrika beheimatet, gesichtet wurde die Tigermücke aber auch schon in einigen Gebieten in Süddeutschland und im Süden von Europa. Bislang hat sich jedoch noch niemand mit dem Virus in Deutschland oder in Südeuropa infiziert, alle, die das Virus von einer Reise mitgebracht haben, waren in Südamerika oder auch auf einer der karibischen Inseln. Mediziner sprechen sich jetzt für eine Reisewarnung vor allem für schwangere Frauen aus, die in den nächsten Zeit zum Beispiel nach Brasilien reisen möchten. Die brasilianische Regierung ihrerseits hat bereits in Hinblick auf den Karneval und die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro den Gesundheitsnotstand ausgerufen.

    Was sollten Reisende beachten?

    Alle, die eine Reise nach Brasilien, Kolumbien, nach Afrika, Südostasien oder in die Karibik planen, sollten sich während des Aufenthalts sowohl draußen als auch in geschlossenen Räumen vor Stechmücken schützen. Empfohlen werden Insektenschutzmittel, Moskitonetze und helle Kleidung, die möglichst viel Haut bedeckt. Menschen, die unter einen chronischen Krankheit oder an einer Störung des Immunsystems leiden, sollten sich vor Antritt der Reise von ihrem Arzt oder von einem erfahrenen Tropenmediziner untersuchen lassen. Die WHO rät Familien mit kleinen Kindern und besonders schwangeren Frauen von einer Reise in die gefährdeten Gebiete komplett ab. Wer trotzdem reist und innerhalb von drei Wochen nach der Rückkehr aus dem Urlaub Fieber und Kopfschmerzen bekommt sowie Rötungen auf der Haut feststellt, der ist gut beraten zu einem Arzt zu gehen und eine Blutuntersuchung machen zu lassen. Das Zika-Virus lässt sich im Blut einfach und schnell nachweisen.

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  • Was ändert sich 2016 durch die neue Lebensmittelverordnung?

    Was ändert sich 2016 durch die neue Lebensmittelverordnung?

    Wer sich gesund ernähren oder abnehmen will, der erlebt bei der Wahl seiner Lebensmittel nicht selten eine große Enttäuschung, denn nicht alles, was als vermeintlich gesund oder kalorienarm verkauft wird, ist es in Wirklichkeit auch. Die Hersteller nutzen jeden Trick, um die wahre Anzahl an Kalorien geschickt zu verschleiern oder gleich ganz zu verschweigen, und lassen den Verbraucher im Dunkeln tappen. Sie appellieren an den guten Glauben der Kunden und nutzen diese Gutgläubigkeit aus, aber das soll ab 2016 anders werden, denn es tritt eine neue Lebensmittelverordnung in Kraft.

    Verwirrende Angaben

    Wer sich über die Kalorien auf den Verpackungen von Lebensmitteln informieren möchte, der ist schnell verwirrt. So hat zum Beispiel eine Portion Kartoffelchips 162 Kalorien, eine Portion Nüsse 177 Kalorien. Aber wie viel Gramm umfasst eine Portion? Durch die neue Lebensmittelverordnung werden die Hersteller jetzt gezwungen, die Zahl der Kalorien auf 100 Gramm oder auch 100 Milliliter anzugeben. Einige Hersteller haben diesen Teil der Lebensmittelverordnung schon umgesetzt, aber für den Verbraucher bleibt es trotzdem verwirrend. Nach wie vor ist es nämlich erlaubt, dass eine zweite Tabelle auf der Vorderseite des Produkts platziert werden kann und dort ist noch immer von Portionen die Rede. Die Größe der Portion wird hier absichtlich klein gehalten, um die Kalorienzahl bewusst zu verringern.

    Sorgt die neue Lebensmittelverordnung für Klarheit?

    Wer groß auf der Packung lesen kann, dass eine Portion Keks nur 53 Kalorien hat, der wird diese Kekse in dem guten Glauben kaufen, dass es sich hier um ein „schlankes“ Produkt handelt. Leider haben die Hersteller „vergessen“ zu erwähnen, dass sich die 53 Kalorien auf nur einen einzigen Keks beziehen. Die Hersteller gehen einfach davon aus, dass sich kaum jemand auf nur einen Keks beschränkt, sondern dass die Verbraucher mit ruhigem Gewissen mehrere Kekse essen, da sie nicht wissen, wie groß die Portion ist. Die neue Lebensmittelverordnung will für mehr Klarheit sorgen, denn anhand der Angaben in Gramm oder Milliliter kann der Verbraucher auf einen Blick erkennen, wie viele Kalorien und Nährwerte Lebensmittel haben. Dazu müssen die Kunden in den Supermärkten aber das Kleingedruckte hinten auf der Packung lesen.

    Diese Angabe wird 2016 Pflicht

    Nach der Lebensmittelverordnung, die 2016 in Kraft tritt, müssen die Hersteller wenn sie mit einem bestimmten Inhaltsstoff werben, diesen auch in der Nährstofftabelle angeben. Für die Hersteller von Bonbons heißt das, wenn sie mit einer Extraportion Vitamine werben, dann muss auf der Packung exakt die Menge an Vitaminen angegeben werden, die auch in den Bonbons zu finden ist. Auf diese Weise wird es durch die Lebensmittelverordnung für den Kunden einfach zu sehen, in welchem Verhältnis zum Beispiel Zucker zu der Menge an Vitaminen steht. Auch der Vergleich zu ähnlichen Produkten soll auf diese Weise leichter werden, denn wenn die Menge der Vitamine in einem ganz ähnlichen Produkt verglichen wird, dann zeigt sich schnell, ob es sich tatsächlich um eine Extraportion handelt oder nicht.

    Die neuen Verpackungen

    Die neue Lebensmittelverordnung sieht neben genaueren Angaben über die Inhaltsstoffe auch eine verbraucherfreundliche Verpackung vor. Verbraucherschützer und Ernährungsexperten plädieren schon lange dafür, dass auf die Verpackungen neben einer genauen Nährstoffangabe auch eine Nährwertampel gedruckt wird. In Großbritannien gibt es diese besondere Ampel bereits, und das macht es einfacher, Nahrungsmittel mit einem geringen, einem mittleren und einem hohen Anteil an Nährwerten zu vergleichen. In Deutschland müssen die Kunden noch auf die Nährwertampel warten, denn die zuständige Europäische Kommission will bis Ende des Jahres 2017 warten, wie die bisherigen Änderungen zu bewerten sind. Dann will man eventuell noch einmal über sogenannte alternative Darstellungsformen diskutieren.

    Wer sind gesund ernähren möchte, oder auf Dauer abnehmen will, der ist gut beraten, vor allem das Kleingedruckte auf den Verpackungen genau zu studieren.

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  • HIV ist in Europa wieder auf dem Vormarsch

    HIV ist in Europa wieder auf dem Vormarsch

    Lange Zeit sah es so aus, als hätten HIV und Aids ihren Schrecken verloren, die neusten Zahlen, die jetzt von der Weltgesundheitsorganisation WHO veröffentlicht wurden, sagen aber leider etwas anderes. HIV ist noch lange nicht unter Kontrolle, vor allem im Osten von Europa gibt es erschreckend viele neue Fälle, und das vergangene Jahr war sogar ein Rekordjahr mit über 142.000 Neuansteckungen. Im Vergleich dazu wurden 2013 nur knapp 137.000 neue HIV Fälle gemeldet.

    HIV in Osteuropa

    Die WHO hat sich in ihrem aktuellen Bericht vor allem mit der Situation in Europa befasst. Wie sieht die Zahl der HIV-Erstdiagnosen in Europa aus? Die Antwort ist ernüchternd, besonders in Hinblick auf den Osten des Kontinents. Zu wenig Vorbeugemaßnahmen und ein zu kleines Therapieangebot lassen vor allem in Russland und Kasachstan die Fälle von HIV rasant in die Höhe schnellen. Ungefähr die Hälfte der HIV-Erkrankungen wird nicht erkannt, die Menschen merken erst Jahre später, dass sie mit HIV infiziert sind und in diesen Jahren stecken sie unbewusst viele andere Menschen an. Wer mit HIV infiziert ist, der kann bis zum Ausbruch von Aids ganz normal leben, und das gibt der Epidemie viel Zeit und Raum, sich immer weiter auszubreiten. In Russland wurden über 85.000 neue HIV Fälle gemeldet und auch in Ungarn, Bulgarien, der Slowakei und Tschechien hat sich die Zahl der HIV-Infizierten seit 2005 mehr als verdoppelt.

    Die HIV-Übertragungswege ändern sich

    In den vergangenen Jahren wurde HIV in Osteuropa in der Regel durch die gemeinsame Nutzung von verunreinigten Spritzen übertragen. Jetzt geht das Virus aber mehr und mehr von Drogensüchtigen auf ihre Sexualpartner über, und die Zahl der heterosexuellen Übertragungen steigt immer weiter an. Nur die wenigsten, die eine Infektion mit HIV fürchten, gehen zu einem Arzt und lassen sich testen. Aber selbst wenn die Betroffenen einen Arzt aufsuchen, heißt das noch lange nicht, dass sie auch die erforderlichen Therapien bekommen, denn auch was die medikamentöse Therapie angeht, sind die meisten osteuropäischen Länder auf dem Stand von Entwicklungsländern.

    HIV-Prävention findet nicht statt

    Ein weiteres sehr großes Problem im Zusammenhang mit HIV in Osteuropa sind homosexuelle Männer. Die rigide Politik des russischen Präsidenten Putin sorgt für eine Tabuisierung und Stigmatisierung homosexueller Männer, und es ist daher keine Überraschung, dass die Zahl der mit HIV infizierten schwulen Männer immer weiter ansteigt. In Russland ist es verboten über Homosexualität auch nur zu sprechen, und das macht eine Prävention natürlich unmöglich. Schwule Männer, die befürchten, dass sie sich mit dem HIV-Virus angesteckt haben, haben Angst einen Arzt aufzusuchen, weil sie mit offenen Anfeindungen oder sogar Denunziation rechnen müssen. Vor allem in Russland wird daher das Virus von Mann zu Mann weitergegeben. Waren es im Jahr 2003 noch 30 % der HIV-Infektionen, so stieg die Zahl 2014 auf 42 % an.

    Wie sieht die Lage in Deutschland aus?

    Auch in Deutschland steigt die Zahl der HIV-Infizierten weiter an. 2014 wurde laut WHO bei 3525 Menschen das Virus festgestellt, und das sind sieben Prozent mehr als noch im Jahr 2013. Allerdings nennt die Deutsche Aids-Hilfe die Lage stabil, denn jedes Jahr werden rund 3200 neue HIV-Fälle gemeldet. Ganz anders sieht die Lage hingegen in Estland, Frankreich, Österreich, Großbritannien und den Niederlanden aus, denn in diesen Ländern ging die Zahl der Infizierten seit zehn Jahren um 25 % zurück. In diesen Staaten funktioniert nach Angabe der WHO die Prävention sehr gut und es wird viel Geld in Therapien investiert. Weltweit haben sich 2014 zwei Millionen Menschen mit dem HIV-Virus infiziert, aber die Zahlen gehen zurück. Trotzdem tragen immer noch knapp 37 Millionen Menschen das todbringende Virus in sich und 1,2 Millionen sind 2014 daran gestorben.

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  • Experten warnen vor neuer gefährlicher Hirnhautentzündung

    Experten warnen vor neuer gefährlicher Hirnhautentzündung

    Großbritannien meldet, dass immer mehr Menschen auf der Insel an einer neuen Form der Hirnhautentzündung erkranken und dass es sich bei dieser Hirnhautentzündung um eine neue, sehr gefährliche Form handelt. Ausgelöst wird diese neue Hirnhautentzündung von einer speziellen Art von Meningokokken, und Experten empfehlen deshalb allen, die eine Reise nach England, Schottland oder Wales planen, sich vor Antritt der Reise impfen zu lassen. Auch wenn Hirnhautentzündungen in Deutschland seit 2009 rückläufig sind, bereitet diese neue Welle Medizinern in Europa große Sorgen.

    Gehirnhautentzündung – Eine seltene Erkrankung

    Hirnhautentzündungen sind eher selten, in Deutschland erkranken jedes Jahr zwischen 270 und 400 Menschen daran. Jetzt gibt es aber in Großbritannien einen sprunghaften Anstieg an Infektionen, die von Meningokokken ausgelöst werden, die einer ganz bestimmten Serogruppe zugerechnet werden. Alleine zwischen Juli 2013 und Juli 2014 sind 98 Menschen mit diesem neuen Stamm der Meningokokken infiziert worden und seit Beginn des Jahres 2015 sind es bereits 184 Fälle. Die sogenannten MenW Bakterien werden als sehr gefährlich eingestuft und in Großbritannien sind bereits mehrere Menschen an dieser Infektion gestorben. In England hat man jetzt damit begonnen, vor allem Jugendliche, Kinder und junge Erwachsene im Rahmen eines neuen Programms zu impfen, um einen Schutz gegen den gefährlichen Erreger aufzubauen.

    Was macht die Infektionen so gefährlich?

    Was die neue Form der Hirnhautentzündung so gefährlich macht, das ist die Vielzahl der verschiedenen Serogruppen. Es gibt 13 unterschiedliche Gruppen, aber besonders häufig treten die Gruppen A, B und C auf. In Großbritannien sind es aber Meningokokken der sonst sehr selten auftretenden Gruppe W, in Deutschland sind diese Erreger bislang nur für vier Prozent der Hirnhautentzündungen verantwortlich. Eine Gruppenverschiebung, wie sie jetzt in England zu beobachten ist, kommt immer wieder mal vor, so wurde im Westen Afrikas im Sommer 2014 eine Verschiebung der Gruppe C registriert. Dass es jetzt wieder zu Verschiebungen kommt, hat auch etwas mit dem großen Strom von Migranten zu tun, die in Europa unterwegs sind.

    Wie wird eine Gehirnhautentzündung übertragen?

    Eine Infektion mit Meningokokken passiert nur bei direktem Körperkontakt oder durch Tröpfchen, wie sie beim Niesen oder Husten entstehen. Vor allem die Enge in den Flüchtlingslagern, wo Tausende von Menschen zusammenleben müssen, sorgt dafür, dass sich Infektionen wie eine Hirnhautentzündung sehr schnell verbreiten können. In Deutschland rät das Robert-Koch-Institut, sich gegen die Meningokokken der Serogruppen A, B, C, W und Y impfen zu lassen. Zwei Altersgruppen sind dabei besonders gefährdet, und das sind Kinder in den ersten beiden Lebensjahren sowie junge Erwachsene zwischen 15 und 19 Jahren. In diesen Gruppen tritt die Gehirnhautentzündung aktuell besonders häufig auf.

    Welche Therapien gibt es?

    Eine Gehirnhautentzündung, die durch eine der Serogruppen der Meningokokken ausgelöst wird, äußerst sich zuerst durch starke Kopfschmerzen, dazu kommen dann Schmerzen im Bereich des Nackens und hohes Fieber. Im weiteren Verlauf wird der Nacken steif und das Fieber kann die 40° Grad Grenze übersteigen. Die Symptome einer Hirnhautentzündung treten sehr plötzlich auf, und die Bakterien verursachen in den meisten Fällen eine Blutvergiftung. Schnelle Hilfe bietet dann nur sehr hoch dosiertes Penicillin, allerdings muss diese Hilfe sehr schnell erfolgen, denn je weiter die Infektion voranschreitet, umso schwerer wird es, sie in den Griff zu bekommen. Wer sich müde und abgeschlagen fühlt und vielleicht schon über Tage hinweg Kopfschmerzen hat, der sollte auf jeden Fall sofort einen Arzt oder die Notaufnahme eines Krankenhauses aufsuchen und sein Blut untersuchen lassen. Nur wenn eine Gehirnhautentzündung in einem sehr frühen Stadium erkannt wird, dann kann sie auch effektiv bekämpft werden. Bei einer Gehirnhautentzündung zählt buchstäblich jede Minute, denn wenn das Penicillin nicht rechtzeitig gespritzt wird, dann endet eine Gehirnhautentzündung in jedem Fall tödlich oder es entstehen bleibende Schäden für die Betroffenen.

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  • Fastfood schlecht für Knochenentwicklung

    Fastfood schlecht für Knochenentwicklung

    Nach einer Studie der britischen University of Southampton, die im Magazin Osteoporosis International veröffentlicht wurde, kann sich der Genuss von Fastfood bei Kindern in den ersten sechs Lebensjahren auf die Knochenentwicklung auswirken. Das Forscherteam fand heraus, wenn in der Nachbarschaft mehr Geschäfte mit gesunden Lebensmittel existieren, die Knochenmasse junger Kinder höher ist also bei Kindern, die in einer Gegend mit einer starken Präsenz von Fastfood wohnen.

    Studie basiert auf Umfrage

    Die Studie wurde basierend auf der Umfrage »Southampton Womens Survey« erstellt und berücksichtigte 1107 Kinder. Im Rahmen der Umfrage wurde ermittelt welchen Einfluss der Lebensstil und Diäten auf die Gesundheit von Frauen als auch Kindern haben.

    Die Forscher stellten Knochendichte und Knochenmasse bei der Geburt der Kinder sowie im Alter von 4 und 6 Jahren fest. Die Anzahl der Supermärkte, auf gesunde Nahrung spezialisierte Geschäfte und Fastfood Restaurants in der Nachbarschaft wurde für die Studie gezählt.

    Die Analyse ergab eine geringere Knochendichte- und masse bei Neugeborenen, in deren Nachbarschaft sich Fastfood Filialen befanden. Im Alter von 4 bis 6 Jahren waren die Befunde allerdings nicht so signifikant. Als Kontrast entdeckten die Forscher eine höhere Knochendichte- und masse bei Kindern, in deren örtlicher Nähe vor allem Geschäfte lagen, die frisches Gemüse und Obst verkauften. Bei Kindern im Alter von 4 bis 6 Jahren wurde eine höhere Mineralknochendichte festgestellt. Als Fazit schließen die Studienautoren daraus, dass das Vorhandensein von Fastfood-Filialen in der Nachbarschaft sich auf die Entwicklung der Knochen bei Kindern negativ auswirken kann.

    Keine Fastfood-Restaurants in Schulnähe

    In Großbritannien haben Initiativen damit begonnen die Lebensmittelversorgung in der unmittelbarer Nähe von Schulen zu optimieren. Zahlreiche Regionen in England haben beschlossen keine Fastfood-Restaurants in einem Umkreis von 400 Metern einer Schule zu erlauben.

    Basierend auf dem Studienergebnis empfehlen die Forscher eine ausgewogene gesunde Ernährung aus Obst, Gemüse, Protein, Kalzium und Vitamin D, um die Gesundheit der Knochen langfristig während des gesamten Lebens zu erhalten.

    Der Genuss von Fastfood kann sich auf Dauer schlecht auf die Gesundheit auswirken, weil wegen der kalorienreichen, fetthaltigen und zuckerhaltigen Speisen sowie Getränke das Risiko steigt an Diabetes Typ-2, einer Herzkrankheit, Krebs oder einen Schlaganfall zu erleiden. Ein Hamburger oder Currywurst mit Fritten sorgt nur kurze Zeit für ein Sättigungsgefühl.

    Es handelt sich quasi um leere Kalorien, die in den Fastfood-Gerichten enthalten sind und dauerhaft zu Übergewicht oder Fettleibigkeit führen können. Der Verzicht auf Schnellgerichte ist der erste Schritt hin zu einer gesunden Lebensweise in deren Folge die Risiken für Krankheiten minimiert werden. In Verbindung mit regelmäßiger Bewegung verbessert sich das körperliche und seelische Wohlbefinden. Die Schulen in Deutschland setzen vereinzelt auf gesunde Lebensmittel, aber in vielen Schulen sind Currywurst & Co. noch immer ein fester Bestandteil des Speiseplans. Jedoch erkennen die Schulen langsam die Vorteile einer gesunden Ernährung und haben mit der Umstellung ihrer Speisepläne begonnen.

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