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  • Deutsche haben kein optimales Gesundheitswissen

    Deutsche haben kein optimales Gesundheitswissen

    Im Rahmen einer repräsentativen Umfrage der Berliner Charite und des Pharmakonzerns Phizer wurde ermittelt wie der Wissensstand der Deutschen beim Thema Gesundheit ist. Die Studie diente dazu Wissenslücken gesunder und chronisch kranker Menschen aufzudecken verbunden mit dem Ziel eine Informationsbasis für die Politik, Fachleute und Öffentlichkeit zu bilden.

    Gesundheitswissen der Deutschen nicht optimal

    Das Ergebnis der großen Umfragen förderte erhebliche Lücken im Gesundheitswissen bei 25 Prozent der Bevölkerung zu Tage. Einen moderaten Wissenslevel bezogen auf Gesundheit haben hingegen über 50 Prozent der Bürger in Deutschland. Die Politik, Experten und Öffentlichkeit müssen auf Grund der Ergebnisse der Studie handeln, um das Gesundheitswissen der Bevölkerung zu verbessern.

    In den neuen Bundesländern herrscht ein besseres Gesundheitswissen. Das Bundesland Mecklenburg-Vorpommerm belegt im Bundesländer-Vergleich den ersten Platz, weil dort 70 Prozent der Gesundheitsfragen richtig beantwortet worden waren. Die Länder Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt beantworteten jeweils mit deutlich über 60 Prozent die Fragen zur Gesundheit richtig und landeten im Mittelfeld. Auf den mittleren Plätzen mit einer korrekten Beantwortungsquote von je 67 Prozent landeten Rheinland-Pfalz und Berlin. In Bremen und Brandenburg wurden nur jeweils 63 Prozent der Gesundheitsfragen richtig beantwortet. Die Sachsen beantworteten 62 Prozent richtig.

    Bei jungen Menschen wurde eine stärkere Gesundheitskompetenz festgestellt, aber die Altersgruppe der 55- bis 64-Jährigen konnte Fragen zu generellen Gesundheitsthemen und chronischen Erkrankungen besser beantworten. Den höchsten Level an Gesundheitswissen bezüglich Herz-Kreislauf-Erkrankungen hatten Menschen zwischen 35 und 44 Jahren. Der Wissensstand über Gesundheit ist bei gesunden und chronisch kranken Menschen gleich, wie die Umfrage feststellte. Das Gesundheitswissen bei Menschen ohne Migrationshintergrund fällt der Studie zufolge höher aus als bei Personen mit Migrationshintergrund.

    Gesundheitswissen verbessern

    Das eigene Gesundheitswissen kann auf unterschiedliche Weise verbessert werden und dabei kann vor allem das Internet hilfreich sein. Wir befinden uns im Informationszeitalter, wo jeder mindestens ein Smartphone oder Tablet besitzt oder zuhause über einen Internetzugang verfügt. In den App-Stores für Google Android, Apple iOS und Windows Phone gibt es zahlreiche Gesundheits-Apps, die den Wissenslevel über die eigene Gesundheit erhöhen.

    Basierend auf den Bewertungen der Nutzer können die richtigen Apps ausgewählt werden. Unterwegs kann man sich dann zum Beispiel über die Kalorien von Lebensmitteln informieren oder welche Ursachen schwere Krankheiten wie Diabetes Typ-2 auslösen können. Auf Youtube haben sich einige User auf Gesundheitsthemen spezialisiert und vermitteln ihre Kenntnisse gerne weiter, vor allem Themen wie gesunde Ernährung, Smoothies, Sport und die Zubereitung veganer Lebensmittel sind sehr beliebt. Die Wissensdatenbank Wikipedia ist als Informationsquelle für Gesundheitsthemen ebenfalls empfehlenswert.

    Die Krankenkassen, Ärzte, Gesundheitsbehörden, Büchereien und Verbraucherzentralen haben Broschüren, Magazine oder Informationsblätter rund um das Thema Gesundheit. Je besser das Gesundheitswissen ist, desto leichter kann es fallen sich gesund zu ernähren und zu leben. Der Besuch von Fachseminaren, die sich mit gesundheitlichen Themen befassen und zum Beispiel von Volkshochschulen angeboten werden, kann eine sinnvolle Ergänzung zu den kostenlosen Informationsquellen sein.

    Wie die OECD im Report »Gesundheit auf einen Blick: Europa 2014« zum Übergewicht berichtet, kletterte der Anteil der Fettleibigen in Deutschland von 13 Prozent im Jahr 2003 um 3 Prozent auf 16 Prozent im Jahr 2013. Jeder sechste Europäer ist dem Bericht zufolge zu dick und leidet an Übergewicht oder Fettleibigkeit. Im Jahr 2002 war es nur jeder Achte. Die Fettleibigkeit beginnt ab einem BMI von 30 und je mehr ein Mensch wiegt desto höher steigt das Risiko ein Diabetes Typ-2, Herzkrankheit oder chronischen Krankheit zu erleiden. Die Gesundheit ist das höchste Gut von uns Menschen und dementsprechend sollte man so gesund wie möglich bleiben.

    Bild: © Depositphotos.com / gwolters

  • Neuer Wirkstoff aus den USA soll Übergewicht purzeln lassen

    Neuer Wirkstoff aus den USA soll Übergewicht purzeln lassen

    In den USA hat der Internist und Nierenspezialist Joseph Shapiro von der Marshal Universität einen neuen Wirkstoff entwickelt mit dem Fettpolster auf direkte Art abgebaut werden können. Das Körperfett besteht aus Fettzellen, die mit Fett gefüllt sind und sich wieder abbauen lassen. Die Fettzellen erzeugen Botenstoffe, die für ein Gleichgewicht des Stoffwechsels im Körper sorgen. Nach Angaben von Shapiro sind aggressive Sauerstoffradikale in den Fettzellen ein entscheidender Faktor, der Übergewicht und Fettleibigkeit auslösen kann.

    Übergewicht – Schädliche Sauerstoffradikale

    Die Gesundheit von Menschen mit Übergewicht kann durch einen überforderten Stoffwechsel negativ beeinflusst werden. Der Stoffwechsel generiert in diesem Fall gefährliche Sauerstoffradikale, welche den Arbeitsablauf in den Zellen stören und Schäden an Fettzellen verursachen können. Die Entschärfung der Sauerstoffradikale kann unter anderem mit Vitaminen erfolgen. In Tierversuchen und im Labor funktioniert diese Methode. Joseph Shapiro und sein Team wurden zufällig auf eine Pumpe in einer Zellmembran aufmerksam. Die Pumpe habe nicht nur eine Pumpfunktion, sondern agiere auch als Signalverstärker. Der Signalverstärker wird aktiv, sobald er sich von der Pumpe löst und verändert den Stoffwechsel, wodurch jede Menge Sauerstoffradikale erzeugt werden.

    Das Forscherteam um Shapiro hat ein Eiweiß entwickelt, welches mittels der Pumpe als Vorlage aufgebaut wurde. Das Eiweiß setzt sich aus einer Kopie des Ankerpunktes zusammen und wird fest mit dem Signalverstärker verbunden. Als Folge wird der Signalverstärker nicht aktiv und keine Sauerstoffradikale erzeugt. In einer Petrischale wurden Fettzellen übergewichtig und generierten Sauerstoffradikale. Die Beigabe des speziellen Eiweiß führte zu einer Herabsenkung des Sauerstoffradikalen-Niveaus. Die Fettzellen wurden als positiver Nebeneffekt kleiner bzw. verschwanden sogar völlig.

    Die Hormonproduktion fiel wieder auf ein normales Level. Bei einem Versuch mit Mäusen im Labor wurden die kleinen Nager mit fetthaltiger Nahrung gefüttert in deren Folge sie Übergewicht hatten oder fettleibig waren. Eine hohe Dosis des Eiweiß sorgte für ein sinkendes Körpergewicht, wodurch die Fettdepots schmolzen und die Mäuse ihr Übergewicht wieder verloren. Sie wurden schlank. Vor allem innere Fettreserven sind von der Forschung als eine erhebliche Gefahr für die Gesundheit eingestuft worden. Den Mäusen wurde der Eiweiß-Wirkstoff mitten in den Bauchraum injiziert, wo sich die inneren Fettzellen befinden.

    Kein Übergewicht dank Eiweiß-Spritze

    In Zukunft könnten Menschen mit Übergewicht von einer neuen Behandlungsmethode profitieren, in deren Rahmen ein Arzt regelmäßig den Eiweiß-Wirkstoff spritzt. Als Folge würde das Fett geschmolzen, das Übergewicht gesenkt und der Patient wieder schlank werden. Das Eiweiß von Joseph Shapiro muss erst klinische Tests durchlaufen, bevor es an Menschen ausprobiert und eine Medizin daraus entwickelt werden kann.

    Das Übergewicht und Fettleibigkeit zählen zu den größten Problemen unserer modernen Gesellschaft. Sie gelten als Ursache für Krankheiten wie Diabetes Typ-2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Knochenprobleme. Eine gesunde Ernährung und ausreichende regelmäßige Bewegung steigert nicht nur das körperliche wie geistige Wohlbefinden, sondern sorgt langfristig für eine Gewichtsreduktion. Der Verzicht auf zuckerreiche und fetthaltige Nahrung steuert erheblich zu einem gesunden Lebensstil bei.

    In Verbindung mit regelmäßiger Bewegung egal ob Spaziergänge, Radtouren, Joggingläufe, Zumba oder Schwimmen kann Übergewicht oder Fettleibigkeit in einer gewissen Zeit abgebaut werden. Beim Lebensmitteleinkauf empfiehlt es sich gezielt auf Süßigkeiten, Fertiggerichte und sonstige köstliche Verlockungen der Lebensmittelindustrie zu verzichten. Allein der Zuckerverzicht kann sich schon nach einem Monat sehr positiv auf die Gesundheit auswirken. Der Zuckerverzicht ist für viele Menschen ein schwerer Schritt, weil Zucker eine Sucht auslösen kann und es bis zu drei Monate oder länger dauern kann bis diese Zuckersucht bekämpft wurde. Als Belohnung einer gesunden Ernährung und regelmäßiger Bewegung winkt eine gute Gesundheit ohne Übergewicht.

    Bild: © Depositphotos.com / plaquon

  • Ein Monat ohne Zucker – was passiert im Körper?

    Ein Monat ohne Zucker – was passiert im Körper?

    Zucker ist ein Geschmacksträger, wie Fett auch, und das macht Zucker so gefährlich. Da es kaum noch Lebensmittel gibt, die auf Zucker verzichten können, leiden immer mehr Menschen an Übergewicht, unter Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes oder unter einer Herz-Kreislauferkrankung. Die meisten Menschen essen gerne süß, wobei besonders Schokolade den Ruf hat, glücklich zu machen. Das ist übrigens kein Mythos, denn immer dann, wenn Schokolade gegessen wird, dann schüttet der Körper Glückshormone aus, und diese Hormone sorgen schließlich dafür, dass es zur Sucht nach Zucker kommt. Ein Mann aus den Niederlanden wollte es genauer wissen, was mit seinem Körper passiert, wenn er einen Monat lang keinen Zucker mehr zu sich nimmt.

    Zucker schmeckt gut

    Im Obst, im Joghurt, im Kuchen und sogar im Brot ist Zucker zu finden und da die meisten Menschen den süßen Geschmack mögen, lässt sich die Nahrungsmittelindustrie immer wieder etwas Neues einfallen, um den Appetit auf Süßes nicht versiegen zu lassen. So kann man zum Beispiel in einem Becher Fruchtjoghurt umgerechnet bis zu zehn Stücke Würfelzucker finden und in Erfrischungsgetränken wie Cola oder Limonade kommen sogar 80 Stück Würfelzucker auf einen Liter. Der Körper braucht Zucker, um fit zu bleiben, aber es kommt auf die Menge an. Zu viel Zucker ist in vielfacher Hinsicht ungesund, denn Zucker sorgt für schlechte Zähne, er macht dick und auf Dauer sogar krank. Aber Zucker macht auch süchtig, denn wenn Zucker gegessen wird, dann setzt sich eine Maschinerie im Körper in Gang, die so schnell nicht mehr zu stoppen ist.

    Das Belohnungssystem

    Immer dann, wenn Zucker gegessen wird, dann signalisiert das dem Gehirn, dass der Körper belohnt wird, der Mensch fühlt sich wohl. Damit dieses Wohlgefühl möglichst lange bleibt, wird mehr Zucker gegessen, damit sich der Prozess immer und immer wieder wiederholt. Das führt aber leider nach kurzer Zeit zu einer Belastung des Belohnungssystems, und in der Folge kommt es zu Essattacken, zu Nervosität, zu einer erhöhten Toleranz gegenüber Zucker und schließlich zu Kontrollverlust und damit zur Sucht nach Süßigkeiten aller Art. In einer 2012 durchgeführten Studie fanden Wissenschaftler heraus, dass eine Ernährung, die zu viel Zucker enthält, die Synapsen beschädigt und die Leistung des Gehirns verlangsamt. Zudem unterliegt der Blutzuckerspiegel ständigen Schwankungen, und das kann im schlimmsten Fall zu Diabetes führen.

    Ein mutiger Selbstversuch

    Der Niederländer Sacha Harland war neugierig und wollte wissen, wie es ist, einen Monat lang komplett auf Zucker zu verzichten. Vier Wochen lang ernährte sich Sacha Harland bewusst ohne Zucker und verzichtete auf Süßigkeiten ebenso wie auch auf zuckerhaltige Lebensmittel. Für ihn war der Verzicht auf Zucker besonders schwer, denn der junge Mann aus Holland war nach eigenen Angaben zuckersüchtig. Nach den vier zuckerfreien Wochen ging Harland zu einem Arzt und ließ sich gründlich untersuchen. Die Ergebnisse der Tests sorgten für Erstaunen und für einige Überraschungen, denn Sacha Harland hatte zum einen deutlich weniger Kilos auf den Rippen, zum anderen waren seine Blutwerte fantastisch. Außerdem hatte sich der Anteil an Fett in seinem Körper deutlich reduziert, sein Blutdruck war nach langer Zeit wieder im normalen Bereich und auch die Cholesterinwerte waren perfekt.

    Zucker reduzieren, aber nicht verzichten

    Das Experiment von Sacha Harland hat gezeigt, dass es sehr viel bringt, wenn der Zuckerkonsum reduziert wird. Alle, die mit Übergewicht zu kämpfen haben, sollten sich ein Beispiel an dem Niederländer nehmen und auf süße Dickmacher verzichten. Gegen Zucker ist im vernünftigen Maße nichts einzuwenden, dennoch lohnt es sich, vor dem Einkauf im Supermarkt Informationen zu sammeln, welche Lebensmittel wie viel Zucker haben. Zucker kann sehr bewusst reduziert werden, ohne dass es zu Entzugserscheinungen kommt, es ist nämlich immer die Frage, in welcher Form der Zucker gegessen wird.

    Bild: © Depositphotos.com / bit245

  • Syphilis – die „galante“ Krankheit

    Syphilis – die „galante“ Krankheit

    Die Syphilis, die bis heute noch immer als Kavalierskrankheit bezeichnet wird, hat viele Namen und ist bekannt, wie kaum eine andere Krankheit. Franzosenkrankheit, harter Schanker, Lues – das sind nur einige Namen für die Syphilis, gemeint ist aber immer eine Infektionskrankheit, die so gar nichts Galantes hat und die im schlimmsten Fall das zentrale Nervensystem komplett zerstören kann. Mozart soll unter Syphilis gelitten haben und auch der Dichter Hölderlin und der Komponist Franz Schubert. Der Preußenkönig Friedrich II. soll sich schon in seiner Jugend infiziert haben und auch einige französische Herrscher sollen Opfer der Syphilis geworden sein. Heute hat die Krankheit viel von ihrem Schrecken verloren, aber sie birgt nach wie vor Gefahren.

    Was genau ist Syphilis?

    Syphilis ist eine Infektionskrankheit, die durch sexuelle Kontakte übertragen wird und in vier Stadien verläuft. Ausgelöst wird die Krankheit durch Bakterien, die die Schleimhäute befallen. Im ersten Stadium sind deshalb zunächst nur die Schleimhäute betroffen, an denen sich Geschwüre bilden. Im zweiten Stadium schwellen die Lymphknoten an und die Betroffenen verspüren Schmerzen, in den letzten beiden Stadien greifen die Bakterien schließlich das zentrale Nervensystem an und zerstören es. Wenn die Syphilis nicht frühzeitig behandelt und chronisch wird, dann führt sie zum Tod. Was Syphilis so gefährlich macht, das ist die relativ lange Inkubationszeit, die bis zu drei Monate dauern kann. In diesem Zeitraum spüren die Betroffenen nicht und geben die Krankheit unbewusst weiter. In Deutschland erkranken vor allem Männer zwischen 30 und 40 Jahren an Syphilis, und in vier von fünf Fällen fand die Ansteckung durch homosexuelle Kontakte statt. Syphilis ist meldepflichtig, jede Erkrankung muss dem Robert-Koch Institut gemeldet werden.

    Welche Symptome gibt es?

    Wenn das für die Syphilis zuständige Bakterium Treponema pallidum durch Geschlechtsverkehr oder durch küssen übertragen wird, dann zeigen sich nach der Inkubationszeit die ersten Geschwüre in der Mundhöhle, später sind diese Geschwüre auch an dem Lymphknoten zum Beispiel unter den Armen oder am Hals zu sehen. In der Folge treten Veränderungen am Knochenbau und später auch am Herzen auf. Dann befällt das Bakterium die inneren Organe und schließlich das Nervensystem. Unterschieden wird die Krankheit in eine primäre und eine sekundäre Syphilis, es gibt aber auch eine sogenannte latente Form. Ist der Verlauf der Krankheit latent, dann kommt es zu langen Intervallen, in denen die Betroffenen keine Beschwerden haben, bricht die Syphilis dann aber wieder aus, dann ist sie in der Regel schon sehr weit fortgeschritten.

    Ist Syphilis heilbar?

    Syphilis war in den 1990er kaum noch ein Thema. Die meisten Menschen hatten in dieser Zeit Angst vor einer HIV-Infektion und Kondome verhinderten nicht nur eine Ansteckung mit dem HIV-Virus, sondern schützten auch vor Syphilis. Heute hat die Zahl der Erkrankungen wieder stark zugenommen, denn die Hysterie um AIDS ist abgeflaut, die Menschen gehen wieder leichtsinnig mit der Sexualität um. War Syphilis in früheren Zeiten eine Krankheit, die zu einem langsamen und qualvollen Tod führte, so werden heute mit Antibiotika große Erfolge erzielt. Syphilis ist nicht heilbar, wie schwer der Verlauf der Krankheit aber ist, das hängt davon ab, wie schnell sie erkannt wird. Befindet sich die Syphilis in einem frühen Stadium, dann bestehen gute Chancen, dass die Betroffenen ohne Beschwerden ein langes Leben haben. Wird sie aber zu spät diagnostiziert, dann kann sie auch heute noch zum Tod führen.

    Ein sicherer Schutz

    Die einzige Möglichkeit, einer Ansteckung mit Syphilis zu entgehen, heißt Safer Sex, denn Kondome können eine Ansteckung effektiv verhindern. Auch die Wahl der Sexualpraktiken sollte genau überlegt werden, da Syphilis auch durch oralen Sex übertragen werden kann. Es ist ein Mythos, dass nur Männer Syphilis bekommen können, Frauen sind ebenso gefährdet und schwangere Frauen können die Krankheit auch auf ihre ungeborenen Kinder übertragen.

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  • TK-Studie: Senioren bekommen häufig falsche Medikamente

    Hamburg (ots) – Fast jeder fünfte Senior ab 65 Jahren (18,9 Prozent) bekommt Medikamente verordnet, die im Alter ungeeignet sind oder gefährliche Neben- oder Wechselwirkungen verursachen können – obwohl es in vielen Fällen verträglichere Alternativen gibt. Im Alter verlangsamt sich der Stoffwechsel, manche Wirkstoffe können nicht mehr so gut aufgenommen oder auch abgebaut werden. Mögliche Folgen: Sturzgefahr, Nierenschäden, Magenblutungen. 

    Laut einer Studie des Wissenschaftlichen Instituts der Techniker Krankenkasse (TK) für Nutzen und Effizienz im Gesundheitswesen (WINEG) erhielten in Deutschland allein 2012 etwa 1,8 Millionen Menschen ab 65 Jahren kritische Arzneien verordnet (18,9 Prozent). Vier Jahre zuvor, im Jahr 2008, lag der Anteil der Senioren, die ein oder mehrere Rezepte mit einem potenziell gefährlichen Wirkstoff bekamen, sogar noch geringfügig höher bei 21,7 Prozent. 

    „Trotz des leichten Abwärtstrends werden nach wie vor viel zu viele kritische Medikamente verordnet“, sagt Dr. Frank Verheyen, Leiter des WINEG. Und das, obwohl 2010 die sogenannte Priscus-Liste erschienen ist. Diese Liste hat für Deutschland auf wissenschaftlich fundierter Basis erstmals 83 für Senioren potenziell gefährliche Wirkstoffe und therapeutische Alternativen aufgelistet. „Das Verordnungsverhalten der Ärzte hat sich aufgrund der Priscus-Liste offenbar nicht grundlegend verändert“, resümiert Verheyen. So hatte bereits vor der Priscus-Veröffentlichung ein leichter Verordnungsrückgang eingesetzt, der sich auch danach kontinuierlich fortsetzte. Verheyen: „Ein Blick auf Dänemark zeigt, dass es auch anders geht: Dort erhalten nur knapp sechs Prozent der Senioren kritische Arzneimittel.“ 

    Auch Ärzte in Deutschland könnten vorsichtiger sein. Das zeigt der Vergleich der Verordnungen für Jung und Alt. Bei erwachsenen Patienten unter 65 Jahren, für die der Priscus-Effekt nicht so eine große Rolle spielt, liegt der Anteil an Priscus-Verordnungen insgesamt niedriger als in der gefährdeten Generation 65 plus. Lediglich in einzelnen Therapiegebieten vermeiden Ärzte bei Älteren riskante Mittel, so die TK-Studie. Zwei Beispiele: Bei Herzrhythmusstörungen erhalten Senioren, verglichen mit jüngeren Erwachsenen, deutlich weniger Priscus-Mittel. Das gilt auch für Priscus-Medikamente gegen Angststörungen. Dagegen erhalten Menschen über 65 bei Durchblutungsstörungen in den Beinen dreimal häufiger Priscus-Mittel als Jüngere. Auch bei Depressionen werden Senioren häufiger als Jüngeren Priscus-Arzneien verschrieben. 

    Um die Arzneimitteltherapie sicherer zu machen, unterstützt die TK Patienten und Ärzte mit speziellen Angeboten. Niedergelassene Ärzte erhalten bereits seit 2010 mit dem TK-Arzneimittelreport Informationen zur Priscus-Liste. Der Report enthält eine Übersicht, die dem Arzt zeigt, welche Medikamente er den TK-Versicherten im zurückliegenden Quartal verordnet hat. Wenn der Arzt einem Patienten über 65 Jahre ein Priscus-Medikament verschrieben hat, bekommt er einen entsprechenden Hinweis angezeigt. 

    Zudem informiert die TK ihre Versicherten auf Wunsch, welche Arzneimittel sie in den letzten zwei Jahren vom Arzt auf Kassenrezept verordnet bekommen und über eine Apotheke bezogen haben und ob darunter Priscus-Präparate waren. Fast 29 Prozent der Medikamentenübersichten, die TK-Versicherte über 65 Jahre individuell 2014 angefordert haben, enthielten einen Hinweis auf Priscus-Mittel. Auch 2015 bewegt sich der Anteil der Übersichten mit Hinweis auf Priscus-Mittel auf einem ähnlichen Niveau (28 Prozent). Das zeigt eine erste Auswertung der TK für den Zeitraum von Januar bis September. Patienten, die ein entsprechendes Medikament erhalten, sollten es auf keinen Fall eigenmächtig absetzen, sondern stattdessen die weitere Therapie mit ihrem behandelnden Arzt besprechen. 

    Die individuelle Übersicht über verordnete Arzneimittel lässt sich über die Homepage der TK unter www.tk.de (Webcode 095542) anfordern. 

    Zum Hintergrund: 

    Zur Studie: 

    Das Wissenschaftliche Institut für Nutzen und Effizienz im Gesundheitswesen der TK – kurz WINEG – hat Verordnungszahlen der Kasse aus den Jahren 2008 bis 2012 in Hinblick auf die Verschreibung von sogenannten Priscus-Medikamenten analysiert. Die Studie „Ärztliches Verordnungsverhalten von potenziell inadäquaten Medikamenten für ältere Menschen“ steht unter www.wineg.de (Webcode 104756) zum Download bereit. 

    Zur Priscus-Liste: 

    Die sogenannte Priscus-Liste enthält eine Aufstellung von 83 Arzneimittelwirkstoffen, die für Senioren ab 65 Jahren nur eingeschränkt zu empfehlen sind und deswegen nur nach einer genauen Nutzen-Risiko-Bewertung vom Arzt verordnet werden sollten. Darunter fallen zum Beispiel Medikamente gegen Bluthochdruck, Depressionen und Schmerzmittel. Um die Arzneimitteltherapie von älteren Patienten sicherer zu machen, haben Wissenschaftler im Auftrag des Bundesforschungsministeriums 2010 diese Liste erstmalig für Deutschland erstellt. Neben der Aufstellung der Wirkstoffe erläutert die Priscus-Liste die Risiken dieser Medikamente sowie mögliche Therapiealternativen. Die aktuelle Priscus-Liste ist online abrufbar unter www.priscus.net. 

     

    Pressekontakt: Für Rückfragen: Gabriele Baron, Tel. 040 – 6909-1709 E-Mail gabriele.baron@tk.de Social Media Newsroom: www.newsroom.tk.de Twitter: www.twitter.com/TK_Presse

    Quelle: http://www.presseportal.de/pm/6910/3146972
  • Schlafmangel nur ein Märchen?

    Schlafmangel nur ein Märchen?

    Einer Studie der University of New Mexico zufolge schläft der moderne Mensch nicht länger als die Naturvölker. Der Schlafmangel der heutigen Gesellschaft scheint den Studienergebnissen zufolge offenbar stellenweise ein Märchen zu sein. Die Studienautoren um den Forscher Gandhi Yetish analysierten das Schlafverhalten dreier Volksgruppen, die wie ihre Vorfahren leben. Untersucht wurden 94 Mitglieder der Naturvölker in einem Zeitraum von rund 1200 Tagen.

    Jäger und Sammler schlafen wenig

    Die Forscher ermittelten bei den drei untersuchten Naturvölkern Hazda (Tansania), San (Namibia) und Tsimanen (Bolivien) eine durchschnittliche Schlafzeit von 6,5 Stunden pro Nacht. Der moderne Schlaf scheint demnach in den Industrieländern eine Verkürzung erfahren zu haben, wie die Wissenschaftler vermuten. Die Wissenschaft war bisher der Ansicht, dass vor allem der Fernseher, das Internet und das elektrische Licht für die verkürzte Schlafzeit des modernen Menschen verantwortlich sei. Vor allem das künstliche Licht wurde als Ursache festgestellt, weil es eine Nacht in einen Tag verwandeln und zu Schlafmangel führen kann.

    Die drei Urvölker richten ihren Tag den Studienergebnissen zufolge nicht nach dem Sonnenuntergang aus. Sie bleiben nach dem Sonnenuntergang durchschnittlich noch drei Stunden auf, bevor sie einschlafen und stehen schon beim ersten Sonnenlicht wieder auf. Die Temperatur hat offenbar einen entscheidenden Einfluss auf ihre Entscheidung, wann sie zu Bett gehen. Bei Hitze legen sie sich schlafen. Wie hoch der Erholungswert des Schlafs der Naturvölker ist, konnte die Studie nicht feststellen und ist ein klarer Schwachpunkt. Leider haben die Studienautoren nicht untersucht, ob die drei Naturvölker weniger Schlaf auf Grund ihrer Lebensweise benötigen im Vergleich zu Menschen, die lange im Büro sitzen oder oft mit dem Auto unterwegs sind.

    Seltene Nickerchen

    Ein Nickerchen hielten die Jäger und Sammler nur wenig. Im Winter schliefen sie nur durchschnittlich an vier Prozent der Tage und in der Sommerzeit hielten sie nur an 22 Prozent der Tage ein Nickerchen. Chronische Schlafstörungen wurden selten festgestellt, da nur sehr wenige Menschen unter den drei Naturvölkern schlecht geschlafen haben. In den Industrieländern leiden Schätzungen nach bis zu zehn Prozent aller Erwachsenen an Schlafstörungen.

    Die Mitglieder der Hazda, San und Tsimanen leben in einer natürlichen Umgebung, die dazu beitragen könnte, dass sie trotz nur 6,5 Stunden Schlaf pro Nacht dennoch gesund leben. Diese Erkenntnis könnte den Forschern zufolge helfen Therapien zu entwickeln mit denen Schlafmangel oder Schlafstörungen behandelt werden könnte. Die Vermeidung störender Einflüsse wie elektrisches Licht, nächtliches Computerspielen und Surfen im Netz habe positive Auswirkungen auf den Schlaf, weil dadurch einem Schlafmangel vorgebeugt werden könnte.

    Folgen von Schlafmangel

    In unserer modernen Gesellschaft kann sich Schlafmangel trotz den Ergebnissen, der hier vorgestellten Studie, dennoch negativ auf die Gesundheit auswirken. Bei einem anhaltenden Schlafmangel kann ein Schlaganfall die Folge sein oder es können Krankheiten wie Alzheimer, Demenz und Herzkrankheiten früher auftreten. Vor allem Jugendliche sind verstärkt vom Schlafmangel betroffen und dies führt zu erheblichen Konsequenzen, die Auswirkungen auf ihr Leben haben. Als Ursache für den Schlafmangel bei Teenagern sind besonders Computerspiele, die nächtliche Aktivität in sozialen Netzwerken und Partys verantwortlich.

    Bild: © Depositphotos.com / SIphotography