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  • Kinder Mobbing – wenn Kinder zu Außenseitern werden

    Kinder Mobbing – wenn Kinder zu Außenseitern werden

    Mobbing gibt es nicht nur unter Erwachsenen, auch immer mehr Kinder haben damit zu kämpfen. Während sich aber erwachsene Menschen gegen Mobbing wehren können, fällt es Kindern nicht immer leicht, mit solch einer Situation zurechtzukommen. Nicht selten stehen auch Eltern dem Problem Kinder Mobbing hilflos gegenüber und wissen nicht, an wen sie sich wenden können. Da Mobbing ganz unterschiedliche Gesichter hat, fällt es schwer, hier die richtige Lösung zu finden, aber eines sollten Eltern, Lehrer und Erzieher nie tun – gemobbte Kinder nicht ernst nehmen.

    Wie entsteht Kinder Mobbing?

    Immer dann, wenn ein Kind an den Rand einer Gemeinschaft gedrängt wird, dann ist das nie die Tat eines Einzelnen, denn Außenseiter werden immer von einer Gruppe gemacht. In jeder Gruppe von Gleichgesinnten steckt Konkurrenzdenken, was für Konfliktpotenzial sorgt, und gegen diese Probleme hilft nichts besser als ein gemeinsamer Gegner. Gruppen definieren sich über die Ausgrenzung von anderen und das führt dann zum Mobbing. Kindermobbing beginnt meist mit Gerüchten, einer will über einen anderen irgendetwas wissen, er hat eine Beobachtung gemacht und erzählt es den anderen Mitgliedern der Gruppe, die wiederum vielleicht eine ähnliche Beobachtung gemacht haben. Indem einer davon erzählt, fühlen sich die Gruppenmitglieder bestätigt und sie sind erleichtert darüber, dass noch andere die gleiche Beobachtung gemacht haben. Für ein Kind ist es nicht einfach, aus einer solchen Gruppe auszusteigen, denn sie müssen befürchten, das nächste Mobbingopfer zu werden.

    Selbst aktiv werden

    Es sind nicht immer die Schwächsten, die Kleinsten oder die Brillenträger, die das Opfer von Kindermobbing werden, um gemobbt zu werden, reicht es manchmal schon aus, eine andere Meinung zu vertreten oder im falschen Stadtteil zu wohnen. Kinder, die von ihren Klassenkameraden oder von den anderen Kindern im Sportverein gemobbt werden, müssen selbst aktiv werden, um aus der leidigen Rolle wieder heraus zu kommen. Das ist aber alles anderes als einfach, denn wer jeden Tag gehänselt, verspottet, angegriffen und vor allem auch alleine gelassen wird, der verliert schnell an Selbstbewusstsein und beginnt jeglichen sozialen Kontakt zu meiden. Eltern und Lehrer können zwar versuchen, dem Mobbingopfer allein durch ihre Autorität zu helfen, aber sie werden es kaum schaffen, den Gemobbten wieder in eine Gruppe zu integrieren. Das Gegenteil ist oftmals der Fall, denn wer Eltern und Lehrer „vorschickt“, der gilt schnell als Feigling und macht seine Situation noch viel schlimmer.

    Wie können Kinder mit Mobbing umgehen?

    Beim Kindermobbing wird immer wieder beobachtet, dass sich die Opfer sogar noch schämen und nichts unternehmen, um sich zu wehren. Wer gehänselt wird und darauf mit Gelassenheit und einem Lächeln reagiert, der wird seine Gegner verwirren, denn damit haben diejenigen die mobben, nicht gerechnet, sie wollen ihr Opfer leiden sehen. Kindermobbing kann auch beendet werden, wenn das Mobbingopfer Kinder anspricht, die ebenfalls in einer Außenseiterrolle sind. Gemeinsam ist man immer stärker und der Spott tut dann auch nur noch halb so weh. Auch Frechheit kann im Kindermobbing eine gute Waffe sein. Kinder, die gemobbt werden, sollten den Anführer der Gruppe direkt ansprechen und seine vermeintlichen Schwächen ansprechen. Das bringt den Anführer schnell aus dem Konzept und zwingt die anderen in der Gruppe, ihren Wortführer mal kritisch zu betrachten. Kinder, die schlagfertig sind, sind selten von Kindermobbing betroffen, aber zur Schlagfertigkeit gehört auch eine große Portion Selbstvertrauen. Wird das Kind zum Beispiel gemobbt, weil es eine Brille trägt, dann hilft es schon, beim nächsten blöden Satz zu antworten: Wenn ich keine Brille hätte, dann könnte ich nicht erkennen, was für ein schrecklicher Typ du bist, oder wenn alle eine Brille tragen würden, dann hättest du bestimmt keine Freunde mehr. Schlagfertigkeit kann man trainieren, und gegen Kindermobbing kann es sehr effektiv und hilfreich sein.

    Bild: © Depositphotos.com / Mactrunk

  • Gefälschte Arzneimittel – die Gefahr steigt

    Gefälschte Arzneimittel – die Gefahr steigt

    Das Internet macht das Leben in vielen Bereichen einfacher, aber leider auch gefährlicher. Das trifft besonders auf gefälschte Arzneimittel zu, denn die Zahl der Mittel, die verunreinigt sind, deren Inhalt manipuliert wurde oder die überhaupt keine Wirkstoffe enthalten, wird immer größer. Für Kriminelle wird das Geschäft mit gefälschten Medikamenten immer lukrativer, für diejenigen, die diese Mittel nehmen, kann es lebensgefährlich werden, denn in den USA gab es bereits die ersten Toten durch gefälschte Arzneimittel.

    Eine internationale Aufgabe

    Für die Apotheken wird der Handel mit gefälschten Arzneimitteln zu einem immer größeren Problem. Waren es am Anfang nur dubiose Mittel gegen Haarausfall oder auch Potenz- und Schlankheitsmittel, so kommen jetzt immer mehr teure Medikamente gegen Diabetes, Herzerkrankungen, Hepatitis und auch gegen Krebs auf den Markt, die gefälscht und gefährlich sind. Am kommenden Dienstag beschäftigt sich der internationale Apotheker Kongress, an dem 3000 Apotheker aus 100 Ländern teilnehmen, mit diesem Problem. Da die Gefahr aus dem Internet kommt, streben die Apotheker eine internationale Lösung an.

    Immer besser

    Das größte Problem bei gefälschten Arzneimittel ist, dass die Fälschungen immer besser werden und sich von den Originalprodukten kaum noch unterscheiden lassen. Die meisten gefälschten Mittel enthalten zu wenig oder gar keine Inhaltsstoffe mehr, zudem beinhalten einige Medikamente gesundheitsschädliche Substanzen. Unterschieden werden gefälschte Arzneimittel zwischen den legalen Verteilerketten im pharmazeutischen Großhandel auf der einen Seite und den illegalen Anbietern aus unterschiedlichen Quellen im Internet auf der anderen Seite. So kann es passieren, dass ein gefälschtes Medikament aus dem Großhandel in eine Klinik gelangt, und das ist aus Sicht der Krankenhäuser eine echte Katastrophe. In den USA ist es bereits vorgekommen, dass Krebspatienten gestorben sind, weil sie ein unwirksames Präparat eingenommen haben. In Amerika sind bis jetzt zehn Menschen ums Leben gekommen, unter anderem durch gefälschtes Heparin, ein Mittel, das nach Operationen gegen Thrombosen und Embolien eingesetzt wird.

    Gefälschte Arzneimittel – Nicht im Netz einkaufen

    In Deutschland hat es bis jetzt noch kein Todesopfer durch gefälschte Arzneimittel gegeben, aber die Gefahr wächst. Um die Gefahr zu minimieren, raten Apotheker ihren Kunden, mit dem Rezept, das sie von ihrem Arzt bekommen haben, in eine Apotheke vor Ort zu gehen und das Mittel nicht im Internet zu bestellen. Allerdings wurde jetzt beobachtet, dass gefälschte Arzneimittel immer öfter auch in den legalen Verteilerketten zu finden sind. Damit steigt die Gefahr, dass gefälschte Medikamente auch in deutschen Apotheken landen. Geschehen ist das bereits mit dem Magenmittel Omeprazol, das als Fälschung ohne Wirkstoffe den Weg in die deutschen Apotheken geschafft hat. Der Zoll stößt vermehrt auf gefälschte Arzneimittel, erst vor einigen Tagen wurden 3,5 Millionen Tabletten und Pillen aus Indien sichergestellt, die auf dem Weg nach Nordrhein-Westfalen waren. Unter den sicher gestellten Tabletten befanden sich unter anderem auch gefälschte Viagra und lebensgefährliche Schlaftabletten.

    Bild: © Depositphotos.com / kubais

  • Mandelentzündung – die neuen Leitlinien

    Mandelentzündung – die neuen Leitlinien

    Eine Mandelentzündung ist immer unangenehm, vor allem dann, wenn sie gleich mehrmals im Jahr auftritt. In der Regel wird bei einer Mandelentzündung zunächst mit Antibiotika behandelt, aber bekanntlich können Antibiotika nicht unbegrenzt eingesetzt werden. Wann ist der richtige Zeitpunkt, um die Mandeln zu entfernen, oder reicht es aus, einfach weiter mit Antibiotika zu behandeln? Eine Gruppe von HNO-Ärzte hat sich jetzt zusammengesetzt und eine Empfehlung erarbeitet, die als Leitlinie veröffentlicht wurde.

    Mandelentzündung – Nicht mehr als zwei

    Die meisten Mandelentzündungen werden durch Streptokokken ausgelöst und diese lassen sich sehr gut mit Antibiotika bekämpfen, selbst wenn es wiederholt zu einer Infektion kommt. Wenn es innerhalb von zwölf Monaten zu nicht mehr als zwei Mandelentzündungen kommt, dann sollten die Mandeln nach Meinung von Experten nicht entfernt werden. Wenn es in einem Jahr aber drei- bis fünfmal zu einer Mandelentzündung kommt, dann wird die Entfernung der Mandeln zu einer Option, aber erst, wenn die Mandeln sechsmal oder sogar mehr in einem Jahr entzündet sind, dann ist es empfehlenswert, die Mandeln komplett zu entfernen.

    Ärzte sind zurückhaltender

    Es ist noch nicht allzu lange her, da wurde bei einer Mandelentzündung sehr schnell zum Skalpell gegriffen, und die Mandeln wurden entfernt. Heute sind die Ärzte deutlich zurückhaltender, vor allem, um die Komplikation einer Operation so niedrig wie eben möglich zu halten. Besonders starke Nachblutungen und Schmerzen gehören zu den Risiken bei der Entfernung der Mandeln, auch starke Schluckbeschwerden machen vielen Patienten noch Wochen nach der OP schwer zu schaffen. Die neuen Leitlinien empfehlen daher, Risiken und Nutzen einer Mandel-OP sehr genau gegeneinander abzuwägen.

    Wann sollte operiert werden?

    Nicht selten haben Patienten, die unter dem Pfeifferschen Drüsenfieber leiden, auch eine starke Mandelentzündung. In diesem Fall wurde in der Vergangenheit sehr schnell operiert. Jetzt sind Ärzte aber der Ansicht, dass das Entfernen der Mandeln im Rahmen der Viruserkrankung nicht unbedingt zum Standard gehören sollte. Wenn die Mandeln akut jedoch so stark anschwellen, dass der Patient unter Atemnot leidet, dann ist eine Entfernung der Mandeln absolut gerechtfertigt.

    Die ungefährliche Teilentfernung

    Im Vergleich zur kompletten Entfernung der Mandeln ist eine teilweise Entfernung ungefährlich. Allerdings kommt eine solche Tonsillotomie bei einer chronischen Mandelentzündung nicht infrage, sie kann aber gerade dann sehr sinnvoll sein, um dem Patienten das Schlucken und auch das Atmen leichter zu machen. Immer mehr Ärzte entschließen sich vor allem bei Kindern zu dieser Operation, um die Beschwerden zumindest zu lindern. Ob es zu einer teilweisen oder zu einer kompletten Entfernung der Mandeln kommt, das entscheiden die Ärzte nach der sogenannten Brodsky-Skala, auf der die jeweilige Größe der Mandeln angegeben ist. Entscheiden sich Eltern für die Teilentfernung der Mandeln ihrer Kinder, dann müssen sie diesen Eingriff aus der eigenen Tasche bezahlen, die Kassen zahlen nur für die vollständige Entfernung.

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  • Lipödem – die unschönen Reiterhosen

    Lipödem – die unschönen Reiterhosen

    Es gibt Figurprobleme, über die sich Männer keine Gedanken machen müssen. Zu diesen Problemen gehört auch das sogenannte Lipödem, eine Fettablagerung, die nur Frauen betrifft. Vielen kennen das Lipödem unter seinem umgangssprachlichen Namen Reiterhosen oder auch Säulenbeine, denn ein Lipödem betrifft in den meisten Fällen nur die untere Körperhälfte. Wenn die Beine am Abend anschwellen, dann ist das noch kein Grund zur Besorgnis, aber wenn die Schwellung auch nach Tagen nicht zurückgeht, dann kann es sich um ein Lipödem handeln. In diesem Fall ist es immer eine gute Idee, einen Arzt aufzusuchen.

    Was genau ist ein Lipödem?

    Lipödeme entstehen immer dann, wenn es zu einer Störung im Fetthaushalt des Körpers kommt. Das Fett sammelt sich im Unterhautgewebe und bringt die Beine dazu, anzuschwellen. Ist die Krankheit schon in einem fortgeschrittenen Stadium, dann weitet sich das Fettgewebe unter der Haut immer mehr aus und die Schwellungen nehmen zu. In der Regel sind die Oberschenkel, aber auch die Hüften, der Po und auch die Innenseiten der Knie betroffen. Später können auch die Unterschenkel und die Fußgelenke dazu kommen, und die Beine erinnern in ihrer Form an Säulen. Ist ein Lipödem sehr ausgeprägt, dann zeigen sich unschönen Schwellungen auch an den Oberarmen und an den Handrücken. Typisch für ein Lipödem ist ein schlanker Oberkörper, der die Beine optisch noch unförmiger macht.

    Die Ursachen für Lipödeme

    Warum es genau zu Lipödemen kommt, das ist bis heute nicht restlos geklärt. Eine Ursache kann eine genetische Veranlagung sein, aber auch hormonelle Auslöser sind möglich. Die Vermutung, dass es sich um eine Veränderung im Hormonhaushalt handeln könnte, liegt nahe, denn es sind viel Frauen in den Wechseljahren, in der Pubertät oder auch nach einer Schwangerschaft betroffen. Selbst wenn sich die Behauptung hartnäckig hält, dass Lipödeme durch Übergewicht entstehen, Übergewicht gehört definitiv nicht zu den Verursachern. Es stimmt jedoch, dass die Krankheit durch ein zu hohes Gewicht negativ beeinflusst wird. Auch wenn Männer sehr selten mit einem Lipödem zu kämpfen haben, durch eine Hormontherapie oder wenn es zu einer Schädigung der Leber kommt, dann kann es passieren, dass sich Reiterhosen auch bei Männern bilden.

    Die Diagnose Lipödem

    Der Arzt kann die Diagnose Lipödem relativ schnell anhand eines Tast- und Sichtbefundes stellen, auch die Krankengeschichte des Patienten gibt darüber Auskunft. Um festzustellen, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist, kann ein Ultraschall sehr hilfreich sein. Auch wenn die Symptome meist gut sichtbar sind, hinter einem vermeintlichen Lipödem kann auch eine andere Krankheit stecken, zum Beispiel Adipositas (Fettleibigkeit), ein Lymphödem (Wassereinlagerung) oder eine vergleichsweise harmlose Fettansammlung, eine Lipohypertrophie.

    Ist ein Lipödem heilbar?

    Lipödeme sind nicht heilbar, im Verlauf kann die Krankheit sich aber deutlich verschlimmern. Das ist häufig der Fall, wenn das Ödem nicht behandelt wird. Im ersten Stadium bilden sich die Fettpolster besonders an den Hüften, an den Oberschenkeln und auch an der Innenseite des Knies. Die Haut wird dann feinknotig und es entsteht eine Orangenhaut. Im nächsten Stadium wird die Haut dann grobknotig, es bilden sich Dellen und es kommt zum sogenannten „Matratzenphänomen“. Im dritten Stadium zeigen sich schließlich große Hautlappen und Hautwülste. In diesem Stadium kann ein Lipödem auch bis zu den Fußknöcheln reichen und diese sogar überlappen, es entsteht das Säulenbein.

    Wie wird ein Lipödem behandelt?

    Um ein Lipödem behandelt zu können, muss die Krankheit früh erkannt werden. Ein bewährtes Mittel ist die Entstauungstherapie und auch das Tragen von Kompressionsstrümpfen und Verbänden kann eine Erleichterung bringen. Auf diese Weise lässt sich das Ödem reduzieren, ganz verschwinden wird es aber nicht. Gute Erfolge können auch mit einer manuellen Lymphdrainage erzielt werden, denn durch diese gezielte Massage wird das Ödem verkleinert und die überschüssigen Fettzellen werden praktisch abtransportiert.

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  • Akupunktur – wie Nadeln helfen können

    Akupunktur – wie Nadeln helfen können

    Kaum eine andere Heilmethode ist so alt wie die Akupunktur. In China haben Heiler Menschen schon vor 3000 Jahren mit Nadeln behandelt, aber erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kam die traditionelle Akupunktur auch nach Europa. Heute findet diese sanfte Form der Schmerzbehandlung immer mehr Anhänger und wird immer öfter ergänzend zur Schulmedizin angewandt. Allerdings ist Akupunktur keine ganzheitliche Lösung für alle medizinischen Probleme, aber besonders in der Schmerztherapie werden mit den Nadeln beachtliche Erfolge erzielt.

    Was ist Akupunktur?

    Der Begriff Akupunktur kommt aus der lateinischen Sprache, acus bedeutet Nadel und punctio so viel wie stechen. Akupunktur basiert auf der traditionellen asiatischen Vorstellung, dass der Mensch von einer bestimmten Lebensenergie mit Namen Qi durchflossen wird. Diese Energie fließt über Leitbahnen, die sogenannten Meridiane und ist an 700 Punkten unter der Hautoberfläche erreichbar. 400 dieser Punkte können mit Akupunkturnadeln erreicht werden. In der chinesischen Medizin ist der Mensch nur dann wirklich gesund, wenn die Energieströme harmonisch fließen, aber wenn das Qi gestört ist, was bei Hitze, Kälte, bei falscher Ernährung oder auch bei seelischem Stress der Fall ist, dann kommt es zu Schmerzen und auch zu Krankheiten. Mithilfe von Akupunktur sollen die Blockaden im Fluss des Qi aufgehoben werden. In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) sind die Organe keine festen anatomischen Einheiten, sie sind vielmehr eine Art Funktionskreise, die Zusammenhänge beschreiben. Ein Beispiel ist das Immunsystem, das keinem Organ zugeordnet werden kann.

    Was passiert bei einer Akupunkturbehandlung?

    Was genau im Körper passiert, wenn er mit Akupunkturnadeln behandelt wird, das konnte die Schulmedizin bis heute noch nicht feststellen. Aber es gibt einige interessante Studie, die herausgefunden hat, dass es beim Stich mit einer Akupunkturnadel im Gehirn zu einer größeren Ausschüttung von Substanzen kommt, die zum einen Schmerzen stillen und zum anderen die Stimmung aufhellen. Zu diesen als Glückshormone bekannten Substanzen gehören auch Serotonine und Endorphine.

    Die Behandlung mit Akupunktur

    Bei einer Behandlung mit Akupunkturnadeln werden dem Patienten je nach Bereich, kleine, sterile Einmal-Nadeln in die Haut gestochen. Diese Nadeln sind speziell geschliffen, damit der Patient keine Schmerzen verspürt. Möglich ist aber ein leichter Einstichschmerz, der aber schwächer ist als zum Beispiel der Einstich einer Spritze. Nach einer gewissen Zeit verspürt der Patient dann ein dumpfes Wärme- oder auch Schwergefühl rund um die Einstichstelle. Jede Nadel verbleibt in der Regel zwischen 20 und 30 Minuten in der Haut, und wenn es darum geht, bestimmte Reaktionen zu erzielen, dann werden besondere Techniken der Stimulierung vorgenommen. So können die Nadeln vor der Behandlung erwärmt werden, aber auch eine unterschwellige Stimulanz mit Reizstrom ist im Rahmen einer Akupunkturbehandlung möglich. Es gibt zudem auch erweiterte Verfahren wie die Akupressur, bei der die Akupunkturstellen mit den Fingern massiert werden. Bei der Laser-Akupunktur wird ein bestimmter Punkt nicht mit einer Nadel, sondern mit einem Laserimpuls behandelt.

    Bei welchen Beschwerden hilft Akupunktur?

    Laut der sogenannten Indikationsliste der Weltgesundheitsorganisation WHO kann Akupunktur nicht nur bei chronischen Schmerzen hilfreich sein, sondern auch bei Allergien, bei Problemen mit dem Magen-Darm-Trakt und bei Erkrankungen der Atemwege. In den letzten Wochen der Schwangerschaft können Akupunkturnadeln dafür sorgen, dass der Geburtsvorgang verkürzt wird und selbst bei Operationen sind die Nadeln schon als eine Art Betäubungsmittel zum Einsatz gekommen. Mehrere Studien haben zudem nachgewiesen, dass Akupunktur bei Übelkeit und Erbrechen zum Beispiel in den ersten Monaten einer Schwangerschaft hilft, und auch bei Arthrose in den Knie- und Ellbogengelenken hat sich Akupunktur bewährt. Kopf- und Rückenschmerzen können durch Akupunktur gelindert werden und auch bei Heuschnupfen sind die kleinen Nadeln eine große Hilfe. Allergisches Asthma, Tennisarm oder auch Menstruationsschmerzen – für alle diese Beschwerden ist Akupunktur eine sehr gute Alternative zur klassischen Schul- und Schmerzmedizin.

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  • Blutdrucksenker können das Diabetes-Risiko senken

    Blutdrucksenker können das Diabetes-Risiko senken

    Wie hoch oder wie niedrig der gesunde Blutdruck sein sollte, darüber streiten sich Experten nicht erst seit gestern. Es ist aber eine Tatsache, dass ein zu hoher Blutdruck gefährliche Folgen haben kann, und dass immer mehr Menschen unter einem zu hohen Blutdruck leiden. Mit den entsprechenden Medikamenten kann der Blutdruck auf ein gesundes Niveau gesenkt werden, und wenn die Medikamente statt am Morgen am Abend eingenommen werden, dann schützen sie sogar vor Diabetes. Zu diesem Ergebnis kam jetzt eine viel beachtete Studie aus Spanien.

    In der Nacht deutlich niedriger Blutdruck

    Für die Studie, die von spanischen Wissenschaftlern und Ärzten durchgeführt wurde, nahmen die Probanden ihre blutdrucksenkenden Mittel vor dem Schlafengehen ein. Im Vergleich zu den Studienteilnehmern, die ihre Mittel am Morgen einnahmen, war der Blutdruck in der Nacht deutlich besser gesunken. In der Gruppe, die ihr Blutdruckmittel am Abend eingenommen hatte, stellte sich der sogenannte „Non-Dipping“ Effekt ein, bei dem sich der Blutdruck über Nacht um zehn Prozent mehr absinkt als das am Tag der Fall ist. Während der Studie machten die Forscher der University of Vigo aber noch eine weitere Entdeckung.

    Effektiv im Kampf gegen Diabetes

    Nicht nur der Blutdruck sank besser, wenn die Studienteilnehmer ihr Medikament am Abend eingenommen hatten, auch das Risiko an Diabetes zu erkranken, konnte um mehr als die Hälfte gesenkt werden. Der Effekt konnte sowohl mit einem ACE-Hemmer als auch mit einem Beta-Blocker nachgewiesen werden. Der Grund für diesen Effekt liegt in der Wirkung der Medikamente in Verbindung mit einem bestimmten Hormon. Die blutdrucksenkenden Mittel blockieren dieses Hormon, das normalerweise daran schuld ist, dass sich die Gefäße verengen. Das wiederum führt zu einem erhöhten Blutdruck und es kommt zu einer verstärkten Freisetzung von Glukose aus der Leber. Damit wird das Insulin weniger empfindlich und der Blutzuckerspiegel steigt an. Alle, die ihre Medikamente zur Blutdrucksenkung am Abend einnehmen, setzen sich also keiner Gefahr aus, das Diabetesrisiko zu steigern.

    Vorher mit dem Arzt sprechen

    Wer schon seit längerer Zeit ein Mittel zur Senkung des Blutdrucks immer nach dem Frühstück einnimmt, der sollte mit seinem Arzt darüber sprechen, ob es sinnvoll ist, die Einnahme auf den Abend zu verlegen. Das gilt besonders für die Patienten, die einen ständig erhöhten Blutdruck haben und die am Tag arbeiten müssen. In diesem Fall ist es nicht immer zu empfehlen, die Einnahmezeit zu verändern. Alle, die ein erhöhtes Risiko haben, an Diabetes zu erkranken, weil es vielleicht in der Familie schon Fälle von Zucker gab, sie sind hingegen gut beraten, das blutdrucksenkende Mittel am Abend statt am Morgen zu nehmen. So lässt sich die Gefahr minimieren, an Diabetes zu erkranken. Wenn Beta-Blocker oder ACE-Hemmer hoch dosiert sind, dann kann auch eine Einnahme am Morgen und am Abend in Erwägung gezogen werden.

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