Schlagwort: Immunsystem

  • Noroviren – effektiv und gefährlich

    Noroviren – effektiv und gefährlich

    Jeden Winter füllen sich die Wartezimmer und die Notaufnahmen mit Menschen, denen es gar nicht gut geht. Sie leiden unter Durchfall und schwallartigem Erbrechen, sie fühlen sich krank und wissen nicht, um welche Krankheit es sich handelt. Ein Blick auf das Blutbild sorgt allerdings sehr schnell für Gewissheit – die Krankheit oder besser gesagt, die Ursache für die Erkrankung heißt Noroviren. Die Viren, die besonders in der kalten Jahreszeit sehr umtriebig sind, befallen jedes Jahr Tausende von Menschen und da das Virus hochansteckend ist, breitet es sich in rasanter Geschwindigkeit aus.

    Noroviren – die perfekten Krankheitserreger

    Das Norovirus bringt alles mit, was ein lästiger Krankheitserreger haben sollte: Es ist ansteckend, es ist sehr widerstandsfähig, es hält sich sehr lange und wenn es einen in der Familie erwischt, dann legt es sehr bald auch alle anderen Familienmitglieder flach. Noroviren sind überall zu finden, sie halten sich auf Spielzeug, auf Türklinken oder auf den Griffen von Einkaufswagen mehrere Tage lang. Selbst wenn sie einfroren werden, dann sind sie nach dem Auftauen wieder munter, und auch Hitze von bis zu 60° Grad Celsius macht dem Norovirus nichts aus. Selbst zwei Wochen nach dem Ausbruch der Krankheit werden die Viren noch über den Stuhlgang ausgeschieden und wenn 100 Virenpartikel im Umlauf sind, dann braucht es nur zehn davon, um krank zu werden. Normalerweise müssen es schon mehr als eine Million Partikel eines Virus sein, um überhaupt eine Krankheit auszulösen, dass Norovirus bildet eine einzigartige Ausnahme, was es besonders gefährlich macht.

    Überall im Einsatz

    Warum sich das Norovirus den Winter für seinen Auftritt ausgesucht hat, das gibt der Wissenschaft bis heute Rätsel auf. Das Virus ist zwar das ganze Jahr über da, aber zu bestimmten Zeiten steigt die Zahl der Infektionen deutlich an. Kleine Kinder unter fünf Jahren sind besonders häufig betroffen, denn die Kleinsten nehmen gerne alles in den Mund, und da ist gelegentlich auch mal ein Norovirus dabei. Ältere Menschen gehören zur zweiten bevorzugten Gruppe der Viren, denn ihr Immunsystem ist nicht mehr so stark und sie leben in Gemeinschaftsunterkünften wie Seniorenheimen oder auf Pflegestationen. Generell gilt, wo Menschen eng beieinander leben, haben die Noroviren leichtes Spiel. 2012 sorgte ein chinesischer Lebensmittelhersteller für einen massiven Ausbruch von Noroviren in Ostdeutschland, als er Erdbeeren mit dem resistenten Erreger verschickte und 11.000 Schulkinder krank wurden. Das Virus ließ sich anstandslos verpacken, verschiffen, dann lagern und der Caterer, der die Schule mit Essen versorgte, konnte nicht ahnen, was er da an viele Schulen geliefert hat.

    Eine hohe Dunkelziffer

    Jedes Jahr werden umfangreiche Untersuchungen zum Thema Norovirus gemacht und dabei zeigt sich, dass die Menschen in den neuen Bundesländern deutlich häufiger infiziert werden, als die Bürger in den alten Bundesländern. Der Grund für dieses Ost-Westgefälle liegt darin, dass im Westen mehr Laboruntersuchungen gemacht werden und die Dunkelziffer im Osten sehr viel höher ist. Kinder leiden öfter mal unter Erbrechen und Durchfall, aber nicht immer gehen die Eltern mit ihrem Nachwuchs auch zu einem Arzt, um die Ursache zu erfahren.

    Gibt es eine Impfung gegen Noroviren?

    Anders als bei den ebenfalls unangenehmen Rotaviren, gibt es gegen Noroviren keine Impfung. Es wird zwar nach einem passenden Impfstoff gesucht und die Entwicklung ist auch schon relativ weit gediehen, aber bis eine marktreife Impfung auf den Markt kommt, werden noch einige Jahre vergehen. Ähnlich wie beim Grippevirus, ändern auch die Noroviren von Zeit zu Zeit ihre Gestalt und das bedeutet, dass keine Immunität aufgebaut werden kann. Einen Trost gibt es jedoch, denn wer sich im Winter mit dem Norovirus infiziert, der ist für die Dauer von mehreren Jahren vor dem Virus oder ähnlichen Virustypen geschützt. Für das kommende Jahr ist bis jetzt keine ungewöhnliche Virenvariante bekannt.

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  • Neue Studien zeigen, wie der Herpesvirus funktioniert

    Neue Studien zeigen, wie der Herpesvirus funktioniert

    Sie sind für die Betroffenen nicht nur schmerzhaft, sondern auch peinlich – Herpesbläschen, die sich wie aus dem Nichts auf der Oberlippe bilden. Bislang wurde die Entstehung dieser Bläschen mit einer Störung im Immunsystem in Zusammenhang gebracht, jetzt konnten Wissenschaftler aus den USA den Herpesvirus entschlüsseln und zum ersten Mal erklären, welcher Mechanismus sich dahinter verbirgt. Das macht es einfacher, ein effektives Medikament zu finden, was den Herpesvirus auf Dauer ausschalten kann.

    Der Herpesvirus und sein rätselhaftes Auftreten

    In Deutschland leiden mehr als 80 % der Erwachsenen unter Herpesbläschen. Sie sind mit dem Herpesvirus infiziert, aber nicht bei allen bilden sich die juckenden unangenehmen kleinen Blasen am Mund. Wer aber anfällig ist, der muss immer wieder mit Schüben leben, die besonders dann auftreten, wenn der Alltag mal wieder hektisch und stressig wird. Der Herpesvirus nistet sich an den feinen Enden der Nerven unter der Haut an und ist dort latent zu finden. Wenn die T-Zellen, die ein Teil des Immunsystems sind, den Herpesvirus in Schach halten, dann haben die Bläschen keine Chancen, aber wenn es zu Stress kommt, dann wird der Virus aufgeweckt, er beginnt sich zu vermehren und schon entstehen die unschönen kleinen Blasen auf der Lippe. Warum das Immunsystem plötzlich unaufmerksam wird, das war lange Zeit ein Rätsel, jetzt aber sind die Forscher der University of North Carolina dem Geheimnis auf die Spur gekommen.

    Warum das Herpesvirus sich bei Stress vermehrt

    Die Wissenschaftler der Uni in North Carolina konnten an Tests mit Mäusen nachweisen, dass Stresshormone den Herpesvirus „aufwecken“ und ihn zur Vermehrung anregen. Für das Immunsystem passiert das offenbar so überraschend, dass es keine Möglichkeit mehr hat, sich dagegen zu wehren. Die Mäuse wurden vor den Versuchsreihen mit Stresshormonen behandelt und dann massiv unter Stress gesetzt. Alle behandelten Tiere reagierten gleich, das Virus wurde geweckt und die Tiere bekamen die typischen Herpesbläschen. Die Studie konnte erstmals zeigen, was genau sich während einer Stressphase in einer Nervenzelle abspielt. Die Wissenschaftler haben das Geschehen mit dem Umlegen eines Schalters verglichen, denn wenn der Schalter durch die Stresshormone umgelegt wird, dann ist das ein Signal für den Virus, sich explosionsartig zu vermehren.

    Gibt es bald ein wirksames Medikament?

    Gegen Herpes ist bislang noch kein Kraut gewachsen. Es gibt zwar Salben und Cremes, die dabei helfen die Bläschen auszutrocknen, aller leider immer noch kein Mittel, um die Entstehung der Bläschen zu verhindern. Die US-Forscher haben bei ihren Versuchsreihen einen Hemmstoff erarbeitet, denn sie auf die Nervenfasern gegeben haben. Das Ergebnis war erstaunlich, denn als Stresshormone dazugegeben wurden, konnten sich die Herpesviren nicht mehr vermehren und sie fielen wieder in ihre Ruhephase. Auch wenn die Mäuse anschließend wieder unter Stress gesetzt wurden, kam es zu keinem Ausbruch des Virus. Das ist für die Wissenschaftler der Beweis, dass es eine Möglichkeit gibt, die Viren dauerhaft in Schach zu halten. Die weitere Forschung muss nun zeigen, ob sich die Erfolge nur auf Mäuse beschränken, oder ob sich beim Menschen der gleiche positive Effekt auslösen lässt. Bis es allerdings ein wirksames Medikament gibt, werden wohl noch einige Jahre vergehen.

    Nicht nur für Menschen gefährlich

    Der römische Kaiser Tiberius hatte es nicht gerne, wenn bei offiziellen Zeremonien oder anderen Anlässe geküsst wurde, denn er wollte Herpesbläschen auf jeden Fall vermeiden. Die Bläschen sind zwar relativ harmlos, aber wer sie einmal hat, der wird sie sein Leben lang nicht mehr los. Gefährlich ist der Herpesvirus hingegen für ungeborene und neugeborene Kinder sowie für einige Tierarten. So ist das Virus zum Beispiel für die europäische Auster eine Gefahr, und französische Austernzüchter mussten in den vergangenen Jahren um ihren Bestand fürchten, weil viele der Muscheln mit dem Virus infiziert waren.

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  • Eine Stammzellenspende kann Leben retten

    Eine Stammzellenspende kann Leben retten

    Viele haben schon davon gehört, aber kaum jemand weiß, um was es sich dabei eigentlich handelt, erst die schwere Erkrankung eines Politikers hat die Stammzellenspende in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Der frühere Außenminister Guido Westerwelle erkrankte 2014 an Blutkrebs und er konnte die schwere Erkrankung nur überwinden, als er eine Knochenmarkspende bekam. Jetzt spricht der FDP-Politiker offen über seine Krankheit. Das motiviert immer mehr Menschen, ihr Knochenmark zu testen, um sich dann für eine Stammzellenspende zu registrieren. Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) berichtet von einem starken Anstieg an Menschen, die ihr Knochenmark spenden möchten.

    Was genau ist eine Stammzellenspende?

    Eine Knochenmarkspende ist im Grunde nichts anderes als eine Transplantation, bei der aber kein Organ, sondern Gewebe aus dem Knochenmark vom Spender zum Empfänger verpflanzt wird. Stammzellen sind ein ganz besonderes Gewebe im menschlichen Körper, die sich durch zwei Merkmale auszeichnen. Zum einen können sich diese Zellen erneuern, also regenerieren und zum anderen sind sie in der Lage, sich zu anderen Zellen zu entwickeln. Die Besonderheiten dieser Stammzellen sind bis heute noch nicht komplett erforscht, denn über die Stammzellenspende hinaus gibt es bislang nur experimentelle Studien über eine andere Verwendungsform der Zellen. Die bekannteste Form der Stammzellenspende ist die Spende mit hämatopoetischen Stammzellen. Diese Zellen sind in unterschiedlichen Knochen zu finden, wie zum Beispiel in den langen Röhrenknochen, dem Beckenknochen und auch im Brustbein.

    Wie wichtig sind Stammzellen?

    Für den Körper sind Stammzellen wichtig, weil sie drei Zelltypen bilden können, die für den Organismus von größter Bedeutung sind. Diese Zellen kommen im menschlichen Blut vor:

    • Die Blutplättchen, die Thrombozyten, die die Blutgerinnung steuern.
    • Die roten Blutkörperchen, die Erythrozyten, die den Sauerstoff durch den Körper transportieren.
    • Die Leukozyten, die Zellen, die für das Immunsystem zuständig sind.

    Diese drei Zelltypen werden im Knochenmark gebildet und dann in die Blutbahn geschwemmt. Menschen, die unter Leukämie, also unter Blutkrebs leiden, haben einen Mangel an diesen drei Zelltypen und sie müssen die Zellen von einem Spender bekommen, um überleben zu können.

    Was passiert bei einer Knochenmarkspende?

    Kommt es zu einer Stammzellenspende, dann werden dem Spender Stammzellen entweder aus dem Knochenmark im Rücken oder aus dem Brustbein entnommen. Das passiert durch eine Punktion, der Arzt saugt praktisch die Flüssigkeit mit den Stammzellen aus dem Knochenmark. Der Spender bekommt vor dem Eingriff eine lokale Anästhesie und hat keine Schmerzen. Anschließend erhält der Spender das konzentrierte Knochenmark mittels einer Infusion. Wenn alles wie geplant funktioniert, dann helfen die gespendeten Stammzellen dabei, das Immunsystem des Kranken wieder aufzubauen und neues, gesundes Blut zu produzieren. Die Stammzellenspende hat aber einen großen Nachteil, es ist nämlich sehr schwer, einen geeigneten Spender zu finden. Wer Stammzellen aus seinem Knochenmark spenden will, der muss sich typisieren lassen, denn Spender und Empfänger müssen möglichst identische HLA-Merkmale (Human Leukocyte Antigen) haben. Wenn das nicht der Fall ist, dann kann es passieren, dass der Organismus des Empfängers die ihm fremden Zellen wieder abstößt. Die besten Chancen bestehen, wenn Spender und Empfänger enge Blutsverwandte sind, wie das bei Guido Westerwelle der Fall war, denn er bekam die Stammzellen seines Bruders. Für den Spender besteht bei einer Stammzellenspende keinerlei Gefahr, er kann nach der Spende ganz normal und ohne Einschränkungen leben.

    Der Verlauf einer Stammzellenspende

    Bevor der Empfänger die Stammzellen bekommen kann, müssen die Krebszellen mittels einer aggressiven Chemotherapie zerstört werden, was zwischen zwei und zehn Tagen dauern kann. Zwei Tage später werden dem Empfänger dann die neuen Stammzellen transplantiert, was nicht länger als zwei Stunden dauert. Dann dauert es noch einmal zehn Tage, bis sich aus der Stammzellenspende neue Blutzellen bilden. Dieser Zeit muss der Patient auf jeden Fall vor Infektionen geschützt werden, denn die könnten für ihn lebensgefährlich werden.

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  • Holunder (Holler) – der Allrounder unter den Heilpflanzen

    Holunder (Holler) – der Allrounder unter den Heilpflanzen

    Im Mittelalter sagten die Leute: „Wenn du an einem Holunderstrauch vorbeigehst, dann zieh deinen Hut.“ Sambucus nigra – so heißt der Holunder (umgangssprachlich Holler) mit botanischem Namen, hat diese Ehrerbietung verdient, denn kaum eine andere Heilpflanze ist so vielseitig und gesund wie der Holunder. Vor allem bei Erkältungskrankheiten hat sich der Holunder einen guten Namen gemacht, denn er kann effektiv das Fieber senken, den Husten lindern und das Immunsystem stärken. Der Holunder ist aber nicht nur eine hervorragende Hilfe bei Erkältungen, er ist auch ergiebig, denn sowohl die Blüten als auch die Beeren können verwendet werden.

    Holunder – eine Heilpflanze mit Geschichte

    Schon die Germanen wussten, wie gesund der Holunder ist, aber er hatte auch eine mystische Bedeutung. Die Germanen glaubten, dass im Holunderstrauch eine Schutzgöttin mit Namen Holda wohnt, und diese Göttin sollte das Haus, den Stall und die Scheune vor Hexen und Zauberern schützen. Vor diese Gebäude wurde deshalb ein Holunderstrauch gepflanzt, der zudem auch vor Blitzeinschlägen schützen sollte. Die Gebrüder Grimm setzten dem Holler ebenfalls ein Denkmal, und zwar in Gestalt der bekannten Frau Holle. Wie gesund die Holunderbeeren sind, das wusste auch Hippokrates, der als Arzt im antiken Griechenland tätig war und seinen Patienten den Holler als wassertreibendes Medikament verordnete. Im 18. Jahrhundert wurde der Holunder dann richtig populär, er wurde als Heilmittel bei Infektionen der Atemwege eingesetzt, wie auch als Mittel, um hohes Fieber zu senken.

    Holler wächst überall

    Holunder ist eine genügsame Pflanze, die praktisch auf jedem Boden gedeiht, der Strauch wächst sehr schnell und kann eine beachtliche Höhe von sieben Metern erreichen. Ist der Stamm noch jung, dann hat er eine leicht bräunliche Farbe, später wechselt die Farbe von Braun zu Dunkelgrau. Wenn der Frühling kommt, dann zeigen sich kleine weiß-gelbliche Blüten in Doldenform, die einen betörenden Duft verströmen. Im Spätsommer und Herbst trägt der Strauch dann kleine Beeren, die dunkelviolett oder schwarz sind. Der Holunder gehört zur Familie der Geißblattgewächse und er kommt fast überall in Europa, aber auch in Kleinasien vorwiegend in lichten Auwäldern und in Gebüschen vor.

    Bei welchen Beschwerden kann der Holler helfen?

    Wer einen grippalen Infekt hat, muss nicht sofort zu Antibiotika greifen, eine Tasse mit Holunderblütentee kann auf ganz natürliche Art und Weise für Linderung der Beschwerden sorgen. Die Nasennebenhöhlen werden geöffnet, was das Atmen leichter macht, auch festsitzender Schleim in den Bronchien wird durch den Tee gelöst und das mildert den typischen Erkältungshusten. Holler ist zudem reich an Vitamin C und daher bestens geeignet, um das Immunsystem zu stärken. Auch wer unter einer Infektion der Harnwege leidet, sollte auf die kleinen Beeren in Form von Saft oder Tee vertrauen, denn Holler ist harntreibend, und so können die Keime den Körper schneller wieder verlassen.

    Eine Köstlichkeit an kalten Tagen

    Es muss nicht immer ein Glühwein oder ein Grog sein, um an kalten Tagen von innen warm zu werden, auch Holundersaft ist eine gute Alternative, um sich aufzuwärmen. Wie wäre es mit einem köstlichen Holunder-Kirsch-Punsch, ganz ohne Alkohol? Folgende Zutaten werden für diesen leckeren Punsch benötigt:

    • Ein Liter Kirschtee (gibt es im praktischen Aufgussbeutel)
    • 200 ml Holundersaft
    • Der Saft einer Zitrone
    • Kandiszucker oder wahlweise auch Süßstoff

    Der Kirschtee wird mit dem Holundersaft in einem Topf auf dem Herd erhitzt, die Mischung darf aber nicht kochen. Dann werden der Zitronensaft, der Kandiszucker oder der Süßstoff dazugegeben und das Ganze dann in Tassen oder hitzebeständige Gläser verteilt. Der Punsch wärmt nicht nur hervorragend, er ist auch vitaminreich und mit nur 14 kcal auch sehr kalorienarm. Kleiner Tipp, statt Kirschtee kann auch Traubensaft oder Hagebuttentee verwendet werden, und alle, die einen würzigen Punsch mögen, sollten ein paar Rosmarinzweige oder ein kleines Stück Ingwer dazugeben.

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  • Wie gefährlich ist Tollwut für Menschen?

    Wie gefährlich ist Tollwut für Menschen?

    In Norddeutschland sind Fälle von Tollwut bei Fledermäusen aufgetreten, im Kreis Stade wurde der Tollwutvirus nachgewiesen. Die Besitzer von Katzen, die viel draußen sind, aber auch die Hundebesitzer sind jetzt zu Recht besorgt, denn das Virus kann sich von der Fledermaus auf den Hund oder die Katze und von dort aus auch auf den Menschen übertragen. Wie gefährlich ist Tollwut, wenn sich ein Mensch damit infiziert und welche Therapiemöglichkeiten gibt es für den Ernstfall?

    Was genau ist Tollwut eigentlich?

    Bei Tollwut handelt es sich um eine Virusinfektion, die das zentrale Nervensystem zerstören kann. Übertragen wird Rabies, so der medizinische Name der Tollwut, ausschließlich durch direkten Körperkontakt, wenn ein Mensch von einem infizierten Tier gebissen wird oder wenn Speichel eines infizierten Tieres mit einer offenen Wunde in Berührung kommt. Die Tollwut befällt nur Säugetiere und sie ist fast überall auf der Welt zu finden. Die meisten Fälle von Tollwut gibt es in China, Afrika, Indien und auch in Südostasien. Weltweit sterben jedes Jahr ca. 55.000 Menschen an Tollwut, überwiegend sind es Kinder, die in ländlichen Regionen leben. In Europa sind es vor allem Füchse, die die Tollwut übertragen können, jetzt vermehrt sind jetzt auch Tollwutfälle mit Fledermäusen aufgetreten.

    Die Symptome der Tollwut

    Die Inkubationszeit bei Tollwut dauert zwischen 20 und 90 Tagen. Bricht die Krankheit aus, gibt es zwei verschiedene Formen, die enzephalitische wilde Tollwut und die paralytische stille Tollwut. 80 % der mit Tollwut infizierten erkranken an der klassischen wilden Tollwut. Diese Form ist leicht an sehr hohem Fieber, einer panischen Angst vor Wasser und Luftzügen, sowie durch eine Hyperaktivität der Betroffenen zu erkennen. 20 % erkranken an der stillen Tollwut, in deren Verlauf es zu Lähmungserscheinungen der Arme und Beine sowie des Schließmuskels im Magen- und Darmtrakt und der Harnwege kommt. Zudem haben die Infizierten leichtes Fieber, eher selten sind Nervenschmerzen, Krampfanfälle und Zuckungen in den Gliedmaßen, in die gebissen wurde.

    Wie kann Tollwut behandelt werden?

    Bei der Behandlung von Tollwut muss es sehr schnell gehen, denn das Einzige, was helfen kann, ist eine aktive und eine passive Impfung. Der Betroffene muss diese Impfung unmittelbar nach dem Biss oder der Berührung mit einem infizierten Tier bekommen, es zählt buchstäblich jede Sekunde. Bricht die Tollwut aus, dann kommt jede Hilfe zu spät. Es gab zwar zahlreiche Versuche, die Infektionen unter anderem mit einem künstlichen Koma und auch mit Virostatika zu behandeln, aber bislang blieben diese Versuche ohne Erfolg. Bisher ist weltweit nur ein Fall bekannt, bei dem ein Mensch eine bereits manifeste Tollwuterkrankung überlebt hat, normalerweise führt die Tollwut innerhalb von wenigen Tagen zum Tod, wenn sie ausgebrochen ist.

    Nur eine Impfung kann helfen

    Wer von einem Tier gebissen wurde, das mit Tollwut infiziert ist, der muss sofort in die Notaufnahme des nächsten Krankenhauses, wo die Wunde gründlich ausgespült und gereinigt wird. Auf diese Weise kann schon ein Teil der Tollwutviren entfernt werden. So schnell wie möglich muss dann die aktive Impfung durch unschädlich gemachte Tollwutviren erfolgen, die das Immunsystem aktivieren sollen, die Krankheit selbst aber nicht mehr auslösen können. Nur so baut das Immunsystem einen wirksamen Schutz auf, denn es kann die unschädlichen von den schädlichen Viren nicht unterscheiden. Wer nicht sofort aktiv geimpft werden kann, der muss eine passive Impfung bekommen. In diesen Fall werden den Betroffenen Antikörper, also fertige Abwehrstoffe gespritzt. Besonders wirksam ist die Impfung mit dem sogenannten Rabies Immunoglobulin, wenn entweder direkt oder aber in unmittelbarer Nähe der Bisswunde geimpft wird. Eine aktive Immunisierung muss nach drei, sieben, 14 und noch einmal nach 28 Tagen wiederholt werden. Die passive Impfung darf hingegen nur bis zum siebten Tag nach einer Infektion gegeben werden.

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  • Die 6. SSW – das Baby ist so groß wie ein Reiskorn

    Die 6. SSW – das Baby ist so groß wie ein Reiskorn

    Die 6. SSW ist für das Baby von entscheidender Bedeutung. Zum ersten Mal wird das Kind jetzt über die Plazenta und auch über die Nabelschnur mit allen Nährstoffen und vor allem auch mit Sauerstoff versorgt. Der Dottersack, der diese Funktion bis zur 6. SSW übernommen hat, wird auch weiterhin für einige Wochen für den Stoffwechsel zuständig sein, später wird seine Aufgabe aber die Leber übernehmen. Die Schwangerschaft in der 6. Woche ist aber nicht nur für das ungeborene Kind eine spannende Phase, auch die Mutter hat in der 6. SSW erste Beschwerden.

    Wie sieht das Baby in der 6. SSW aus?

    Vier Millimeter groß, also ungefähr so groß wie ein Reiskorn ist das Baby in der 6. SSW, aber es hat schon einen Kopf und auch einen Hals, sowie die Anlagen für die Ohren, die Augen und für das Gehirn. Da das Baby immer von oben nach unten wächst, sieht der Kopf in diesem Stadium der Schwangerschaft im Vergleich zum Körper sehr groß aus. In der sechsten Schwangerschaftswoche bildet sich der Rückenstrang, der Vorläufer der Wirbelsäule. Dieser Rückenstrang reicht vom Nacken bis zu den Anlagen der Beine, die jetzt noch ein flügelähnliches Aussehen haben. Noch endet der Rückenstrang mit einer Art Schwanz, ein letztes Überbleibsel aus der Evolution, aber dieser Schwanz wird in den nächsten Wochen vollständig verschwinden.

    In der 6. SSW entwickeln sich aus dem sogenannten mittleren Keimblatt die ersten Knospen, aus denen später das Skelett entsteht. In dieser Schwangerschaftswoche zeichnen sich schon die zwölf Brustwirbel und die Rippen ab, praktisch der gesamte Brustkorb des Kindes. Dort wo später die Arme und die Beine wachsen werden, sind in der 6. SSW nur kleine Knospen zu sehen, die Füße und die Hände haben noch das Aussehen von kleinen Paddeln mit Schwimmhäuten.

    Der Hormoncocktail in der 6. SSW

    Der Körper wird in dieser Schwangerschaftswoche mit Hormonen förmlich überflutet. Diese Hormone arbeiten so zusammen, dass sie eine perfekte Versorgung für die Mutter und das Kind sicher stellen. Der HCG-Wert ist in der 6. SSW von großer Bedeutung, denn dieses spezielle Hormon verhindert, dass es zu einem weiteren Eisprung kommt und unterdrückt zudem, dass die werdende Mutter weiter ihre Periode bekommt. Ein anderes Hormon, das Östrogen, bereitet in der 6. SSW die Brüste darauf vor, dass sie später Muttermilch produzieren werden.

    Eine wichtige Rolle spielt auch das Gelbkörperhormon Progesteron, denn dieses Hormon entspannt die Muskeln des Uterus und sorgt auf diese Weise dafür, dass das Baby in den kommenden Wochen und Monaten ohne Probleme wachsen kann. Relaxin ist für die Vorbereitung auf die Geburt zuständig, denn dieses Hormon macht das Gewebe im Beckenboden und auch den Muttermund elastisch, damit das Baby bei der Geburt gut durch den Geburtskanal rutschen kann.

    Wie fühlt sich die Mutter in der 6. SSW?

    Wenn eine Frau in der 6. Woche schwanger ist, dann lassen die Symptome nicht lange auf sich warten. Es ist die Überflutung mit Hormonen, die bei der werdenden Mutter für einige Beschwerden sorgen, dazu gehört neben der morgendlichen Übelkeit auch das Gefühl von großer Müdigkeit. Viele Frauen leiden zudem unter Appetitlosigkeit und vieles, was sie früher vielleicht gerne gegessen haben, sorgt jetzt für einen unangenehmen Brechreiz.

    Dem Körper der Mutter wird in der 6. SSW sehr viel zugemutet, sie sollte sich daher viel Zeit nehmen, um sich auf die Veränderungen einzustellen. Wichtig ist es, immer wieder kleine Pausen in den Alltag einzubauen und sich ruhige Momente zu gönnen, um durchatmen zu können. Rein äußerlich ist die Schwangerschaft noch nicht zu sehen, denn in der 6. SSW ist der Bauch noch flach, aber die Brüste beginnen sich langsam zu verändern.

    Da die vielen unterschiedlichen Hormone das Immunsystem schwächen, sind die werdenden Mütter anfälliger für Infektionen, die negative Auswirkungen auf das Kind haben können. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist jetzt sehr wichtig, deshalb sollte die Mutter in der 6. SSW damit beginnen, Folsäure zu sich zu nehmen. Ärzte empfehlen als Tagesration 0,8 Milligramm während der ersten Schwangerschaftswochen, erst ab dem vierten Monat hat die Folsäure keinen Einfluss mehr auf die gesunde Entwicklung des Kindes.

    Die ersten Untersuchungen in der 6. SSW

    Viele Frauen wissen in der 6. SSW nicht, dass sie schwanger sind, aber spätestens wenn die ersten typischen Beschwerden auftreten, wie die Übelkeit am Morgen, dann wird klar, dass eine Schwangerschaft vorliegt. Der Frauenarzt wird in der 6. SSW einen Ultraschall machen um festzustellen, wie weit die Schwangerschaft schon fortgeschritten ist. Der werdenden Mutter wird Blut abgenommen, es wird ein Urintest gemacht und die Ergebnisse werden dann in den Mutterpass eingetragen. Eine Schwangerschaft liegt übrigens immer dann vor, wenn auch das Schwangerschaftshormon HCG (Human-Choriongonadotropin) nachgewiesen werden kann.

    Neben dem Ultraschall wird der Arzt auch eine Tastuntersuchung machen, denn in der 6. SSW ist der Hals der Gebärmutter bereits sehr fest und unbeweglich. Durch die Schwangerschaft werden die Schleimhäute besser durchblutet und das kann in der 6. SSW für Ausfluss sorgen. Dieser Ausfluss ist weißlich bis hellgelb und sollte nicht riechen. Handelt es sich um grünlichen Ausfluss, der unangenehm riecht, dann ist das ein Zeichen dafür, dass die Mutter eine Infektion hat. In diesem Fall sollte die werdende Mutter sofort zu ihrem Arzt gehen.

    Wie hoch ist das Risiko einer Fehlgeburt in der 6. SSW?

    Einer Fehlgeburt in der 6. SSW liegt in den meisten Fällen ein genetischer Defekt zugrunde. Der Körper erkennt, dass die befruchtete Eizelle nicht lebensfähig ist, und stößt sie daher wieder ab. Untersuchungen gehen davon aus, dass das bei 50 % aller Eizellen der Fall ist, aber nicht immer wird eine Abstoßung auch als Fehlgeburt erkannt. Viele Frauen, die in der 6. SSW nicht wissen, dass sie schwanger sind, halten die Fehlgeburt nicht selten für eine starke Monatsblutung.

    Ist die Schwangerschaft schon festgestellt worden, dann ist nach einer Fehlgeburt in der 6. Schwangerschaftswoche nur selten eine anschließende Ausschabung notwendig, der Körper wird mit einem Abort in dieser Phase der Schwangerschaft alleine fertig. Nach der 6. SSW sinkt das Risiko eine Fehlgeburt zu erleiden, um rund zwölf Prozent, am Ende der 12. SSW sind es dann nur noch ganze vier Prozent.

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