Schlagwort: Infektion

  • Welche Krankheit kann Infektion mit Mykoplasmen auslösen?

    Welche Krankheit kann Infektion mit Mykoplasmen auslösen?

    Sie sind winzig klein, sie leben vielfach unbemerkt und friedlich im Körper, aber sie können gefährliche Krankheiten auslösen – Mykoplasmen, Bakterien, die sich vor allem im Genitalbereich und in den Atemwegen sehr wohlfühlen. Eine Infektion mit Mykoplasmen kann sehr unangenehm werden, da sie unter anderem eine Lungenentzündung auslösen können. Eine Infektion mit Mykoplasmen kann durch ungeschützten Sexualverkehr entstehen und Frauen, die sich während der Schwangerschaft mit den winzigen Bakterien anstecken, müssen mit der Gefahr leben, dass ihre Kinder schwer krank geboren werden.

    Was sind Mykoplasmen?

    Mykoplasmen ist ein Überbegriff für die kleinsten und einfachsten Organismen, die sich selbst vermehren können. Was Mykoplasmen so besonders macht, ist die Tatsache, dass diese Bakterien keine Zellwände, sondern nur hauchdünne Membranen haben, und deshalb werden sie auch Mollicutes, die Weichhäutigen genannt. Mykoplasmen sind Parasiten, die einen Wirt benötigen, um am Leben zu bleiben, und sie bringen alles mit, was einen richtigen Parasiten auszeichnet. Mykoplasmen sind klein, sie sind einfach, sie haben keine Zellwände und können sich nach Belieben verformen. Das alles macht es ihnen möglich, sich an eine Wirtszelle anzuheften. Wie effektiv Mykoplasmen sind, das beweist auch ihr Alter, denn die Familie der Mollicutes gibt es bereits seit 65 Millionen Jahren.

    Wie entsteht eine Infektion mit Mykoplasmen?

    Die Familie der Mykoplasmen ist groß, für den Menschen können aber nur drei Mitglieder dieser Bakterienfamilie gefährlich werden. Da gibt es den Mycoplasma hominis und den Ureaplasma urealyticum, die für eine Infektion mit Mykoplasmen im genitalen Bereich zuständig sind. Sie leben auf ihrer Wirtszelle, aber sie schädigen sie nur sehr selten, wenn sie es aber doch tun, dann kann es zur Entzündung der Harnröhre, der Prostata, der Gebärmutter, der Scheide oder des Nierenbeckens kommen. Der dritte relevante Erreger Mycoplasma pneumoniae löst immer eine Krankheit aus, nämlich eine atypische Lungenentzündung.

    Mykoplasmen sind sexuell übertragbar

    Kommt es zu einer Infektion mit Mykoplasmen, dann kann das durch Geschlechtsverkehr geschehen. In 50 % aller Fälle ist für eine solche Infektion mit Mykoplasmen der Ureaplasma urealyticum zuständig, und vielfach trifft es Frauen, die ein Kind erwarten. Für die Babys kann das schwerwiegende Folgen haben, denn sie haben ein zu niedriges Geburtsgewicht und sie werden nicht selten zu früh geboren. Auch wenn es zu Atemwegs- und Hirnhautinfektionen kommt, dann sind Mykoplasmen der Auslöser. Bis heute ist allerdings umstritten, ob der Erreger auch für Fehlgeburten oder für Unfruchtbarkeit verantwortlich gemacht werden kann. Wie oft und wie viele Mykoplasmen in den Schleimhäuten der Genitalien zu Hause sind, das hängt von der sexuellen Aktivität und der Zahl der Geschlechtspartner ab. Geschätzt wird, dass rund drei Viertel der Frauen und bis zu 45 % der Männer mit einem aktiven Sexualleben Mykoplasmen haben.

    Wie machen sich Mykoplasmen bemerkbar?

    Wie sich eine Infektion mit Mykoplasmen bemerkbar macht, ist unterschiedlich, es hängt immer davon ab, wo im Körper es zu einer Entzündung gekommen ist. Sind die Eileiter, die Scheide, die Blase, die Nieren, die Prostata oder die Harnleiter betroffen, dann kommt es einem übermäßigen Harndrang, zu Schmerzen beim Wasserlassen und auch zu einem gelblichen Ausfluss. Typisch sind zudem Schmerzen im Bereich der Nieren, die je nach Stadium der Entzündung sehr stark sein können.

    Wie werden Mykoplasmen behandelt?

    Um eine Infektion mit Mykoplasmen nachweisen zu können, werden bei Männern der Urin oder das Ejakulat untersucht oder ein Abstrich des Prostatasekrets gemacht. Bei Frauen werden der Urin und auch das Fruchtwasser getestet, oder es werden in der Scheide und am Gebärmutterhals Abstriche genommen. Behandelt wird die Infektion mit Antibiotika, aber nicht alle Mittel sind geeignet. Da Mykoplasmen keine Zellwände haben, kommt zum Beispiel Penicillin nicht infrage, denn das bekannteste Antibiotikum greift die Zellwände an, um einen Krankheitserreger zu zerstören.

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  • Wie gefährlich ist Toxoplasmose in der Schwangerschaft?

    Wie gefährlich ist Toxoplasmose in der Schwangerschaft?

    Toxoplasma gondii – so heißt der Parasit, der eine Toxoplasmose auslöst und der vor allem in der Schwangerschaft sehr gefährlich werden kann. Dringt der Parasit in den menschlichen Körper ein, dann setzt er sich den Zellen fest und vermehrt sich dort in rasanter Geschwindigkeit. Die meisten Menschen merken allerdings nichts davon und es wird geschätzt, dass sich rund 50 % der Deutschen bereits einmal mit Toxoplasmose infiziert hat. Normalerweise bildet der Körper sehr schnell Abwehrstoffe, aber für Menschen, deren Immunsystem geschwächt ist, kann Toxoplasmose ein Risiko sein.

    Wie wird der Erreger übertragen?

    Es sind überwiegend Katzen, die den Erreger der Toxoplasmose mit ihrem Kot ausscheiden. Gelangt der Erreger in feuchte Erde oder in Sand, dann kann er mehrere Monate, mitunter sogar Jahre überleben. Bei der Gartenarbeit kann es daher schnell passieren, dass man mit dem Parasiten in Kontakt kommt und nur eine unbedachte Bewegung Richtung Mund reicht aus und schon ist der Toxoplasmose-Erreger im Körper. Zu finden ist der Parasit aber auch auf ungewaschenem Obst und Gemüse, und da ihn auch Schlachttiere in sich tragen, sollte Fleisch immer sehr gut durchgebraten sein. Da Toxoplasmose in der Schwangerschaft sehr gefährlich werden kann, sollten werdende Mütter Gemüse und Obst immer gründlich waschen und Fleisch nur durchgebraten essen.

    Toxoplasmose in der Schwangerschaft

    Toxoplasmose in der Schwangerschaft ist gefährlich, besonders im ersten Drittel kann der Erreger zu einer Fehlgeburt führen. Kinder, die im zweiten oder im letzten Schwangerschaftsdrittel mit dem Erreger der Toxoplasmose zur Welt kommen, haben zunächst keine Symptome, erst in späteren Jahren zeigen sich die Folgen der Infektion im Mutterleib. Dass Toxoplasmose in der Schwangerschaft gefährlich ist, zeigt sich an den Schädigungen, die der Parasit auslösen kann. Vor allem Netzhaut- und Aderhautentzündungen, aber auch Verzögerungen in der Entwicklung und Krampfanfälle zeigen, wie gefährlich eine Toxoplasmose in der Schwangerschaft ist. Schwangere Frauen sollten sich auf eine Immunität auf Toxoplasmose untersuchen lassen, da aber die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für einen solchen Test nicht übernehmen, verzichten viele Frauen darauf.

    Welche Behandlung gibt es?

    Da Toxoplasmose in der Schwangerschaft für das Kind sehr gefährlich werden kann, stellt sich natürlich auch die Frage, wie die Krankheit behandelt werden kann. Schwangere, die sich frisch mit Toxoplasmose infiziert haben, sollten sich selbst dann behandeln lassen, wenn eine Infektion beim ungeborenen Kind nicht nachgewiesen werden kann. Auf diese Weise lässt sich das Risiko senken, dass der Parasit auf das Kind übertragen wird. Neugeborene, die im Mutterleib infiziert wurden, müssen sofort therapiert werden. Gegen Toxoplasmose werden unter anderem Wirkstoffe wie Spiramycin und auch Pyrimethamin oder Sulfadiazin eingesetzt, bei schwangeren Frauen auch in einer Kombination mit Folinsäure. Selbst wenn Toxoplasmose in der Schwangerschaft gefährlich ist, bei gesunden erwachsenen Menschen ist keine Behandlung notwendig.

    Wie können sich schwangere Frauen schützen?

    Damit es erst gar nicht zu einer Toxoplasmose in der Schwangerschaft kommt, sollten werdende Mütter einige einfache Regeln beherzigen. Leben Katzen mit im Haushalt, dann sollten die Tiere Dosenfutter und kein frisches Fleisch bekommen. Während der Schwangerschaft sollte ein anderes Mitglied der Familie die Katzentoilette reinigen und einmal am Tag mit heißem Wasser sehr gründlich sauber machen. Obst und Gemüse müssen vor dem Verzehr sehr gründlich gewaschen werden, und schwangere Frauen sollten auch rohes Fleisch, zum Beispiel in Form von Tatar meiden. Bei der Gartenarbeit müssen Handschuhe getragen werden und nach dem Besuch eines Spielplatzes müssen die Hände sehr gründlich gewaschen und nach Möglichkeit auch desinfiziert werden. In der Regel verläuft eine Infektion mit dem Toxoplasmose-Erreger ohne Symptome, wenn es aber zu Fieber, Durchfall, Schmerzen in den Muskeln und grippeähnlichen Symptomen kommt, dann können das Anzeichen für eine Infektion mit Toxoplasmose sein. In diesem Fall muss sofort ein Arzt aufgesucht werden.

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  • Die Infektionskrankheit Tetanus und ihre Gefahren

    Die Infektionskrankheit Tetanus und ihre Gefahren

    Etwa eine Million Menschen weltweit infiziert sich jedes Jahr mit Tetanus, einer Krankheit, die viele unter ihrem deutschen Namen Wundstarrkrampf kennen. Die Infektionskrankheit Tetanus tritt in Deutschland allerdings relativ selten auf, denn viele Deutsche sind geimpft und auch die hygienischen Verhältnisse sind hierzulande so gut, dass der Erreger kaum eine Chance hat. Clostridium tetani – so heißt der Erreger, der die Infektionskrankheit Tetanus auslöst und wenn dieser Erreger in die Muskeln des Körpers eindringt, dann verkrampft sich die Muskelmasse dermaßen, dass es zu Lähmungserscheinungen kommt.

    Welche Ursachen hat die Infektionskrankheit Tetanus?

    Der Name Wundstarrkrampf verrät es bereits, die Ursachen für Tetanus sind in den offenen Wunden zu finden, durch der Erreger in den Körper eindringen kann. Das Bakterium hat die Form eines Stäbchens und kann sich nur dann vermehren, wenn die Umgebung arm an Sauerstoff ist, was bei offenen Wunden besonders dann zutrifft, wenn sie stark ausgefranste Ränder haben. Einmal in die Wunde eingedrungen, bilden die Bakterien Sporen und damit eine dauerhafte Form des Erregers, und wenn die Bedingungen besonders ungünstig sind, dann können sie sehr lange überleben. Erschwerend kommt hinzu, dass der Erreger zum einen widerstandsfähig gegen Hitze, Austrocknung und Desinfektionsmittel ist und zum anderen in der Umwelt praktisch überall vorkommt. Die meisten Tetanus-Erreger finden sich im Erdreich, in tierischen Ausscheidungen, aber auch auf der Haut von Tieren und in ihrer Darmflora.

    Der Tetanus Infektionsweg

    Es ist nicht der Erreger selbst, der in die Wunde gelangt, es sind vielmehr die Sporen, die auch ohne Sauerstoff leben können. Meist reicht schon eine kleine Verletzung, die verschmutzt wird und schon wandern die Sporen in den menschlichen Körper. Das kann zum Beispiel bei der Gartenarbeit passieren, aber auch bei Verkehrsunfällen und Unfällen in der Landwirtschaft ist die Infektionskrankheit Tetanus präsent. Ist der Erreger einmal in der Wunde, dann vermehrt er sich dort und gibt das Gift Tetanustoxin in die Blutbahn ab. Der Giftstoff gerät dann über den Blutkreislauf in das zentrale Nervensystem ins Gehirn und auch ins Rückenmark. Dort angekommen, werden bestimmte Nervenzellen deaktiviert und alle Nervenimpulse, die normalerweise die Muskeln entspannen sollen, können nicht mehr weitergeleitet werden, was schließlich zu den für Tetanus typischen Verkrampfungen führt.

    Die Tetanus Symptome

    Für die Infektionskrankheit Tetanus gibt es klassische Symptome, wie Kopfschmerzen, Schwindel, Schmerzen in den Muskeln, eine allgemeine Mattigkeit und auch starke Schweißausbrüche. Im weiteren Verlauf kann eine sogenannte Kieferklemme dazu kommen, die Betroffenen haben einen grinsenden Gesichtsausdruck, da sich die Zungen- und Gesichtsmuskulatur verkrampft, auch die Beine, die Arme, der Nacken und die Bauchmuskulatur werden in Mitleidenschaft gezogen. Die Muskelkrämpfe sind schmerzhaft und dauern bis zu zwei Minuten an, sie werden noch verstärkt durch optische Reize wie helles Licht, akustische Reize, laute Geräusche und mechanische Reize, wie leichte Berührungen. Die Infektionskrankheit Tetanus führt auch zu einem erhöhten Stoffwechsel, was hohes Fieber auslösen kann und wenn sich die Kehlkopfmuskulatur verkrampft, dann kommt es zu Atemnot, die Betroffenen drohen zu ersticken.

    Wie wird Tetanus behandelt?

    Gegen die Infektionskrankheit Tetanus gibt es kein direktes Gegenmittel, alles, was die Ärzte in einem akuten Fall tun können, ist die Symptome zu lindern und die Vermehrung des Krankheitserregers zu vermindern. Zunächst muss die Wunde gründlich gereinigt und dann breit geöffnet werden. Durch die offene Wundbehandlung kommt Sauerstoff in den Wundbereich und das ist hilfreich, damit sich die Bakterien nicht weiter vermehren. Zusätzlich werden Antibiotika gegeben, die das Tetanustoxin vor allem im Gehirn und im Rückenmark neutralisieren sollen. Der effektivste Schutz gegen die gefährliche Infektionskrankheit Tetanus ist aber eine Impfung, denn sie setzt eine aktive Immunisierung in Gang, der Körper ist in der Lage, Antikörper zu bilden und sich so vor dem Erreger dauerhaft zu schützen.

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  • Grippe oder Erkältung – es kommt auf die Symptome an

    Grippe oder Erkältung – es kommt auf die Symptome an

    Es ist wieder so weit, die Grippe hat Deutschland fest im Griff. Die Arztpraxen füllen sich wieder mit Menschen, die husten, niesen und über Kopf- und Gliederschmerzen klagen. Aber nicht alle, die jetzt die Wartezimmer bevölkern, haben tatsächlich eine echte Grippe, viele sind einfach nur erkältet, meinen aber, schwer krank zu sein. Der Bundesverband der Deutschen Internisten hat jetzt eine Art Leitfaden für Patienten herausgegeben, die nicht so genau wissen, ob sie eine Grippe haben oder nur erkältet sind.

    Die Symptome einer Grippe

    Eine Grippe wird immer von Viren ausgelöst und tritt meist schlagartig auf. Wer sich also am Morgen noch topfit gefühlt hat, kann am Nachmittag schon mit hohem Fieber im Bett liegen. Temperaturen von 39° Grad sind bei einer Grippe keine Seltenheit, dazu kommen starke Kopfschmerzen, alle Glieder tun weh und letztendlich gesellen sich auch noch Schnupfen und Husten dazu. Die Betroffenen fühlen sich elend und sehr krank. Bei einer echten Grippe kann der Körper schnell zwei Liter Flüssigkeit verlieren, umso wichtiger ist es, so viel wie möglich zu trinken. Wer die Grippe hat, sollte unbedingt im Bett bleiben und fiebersenkende Mittel sowie Schmerzmittel wie Ibuprofen einnehmen.

    Wie macht sich eine Erkältung bemerkbar?

    Auch eine Erkältung ist eine Virusinfektion, aber die Krankheit beginnt langsam und die Symptome flauen nach wenigen Tagen wieder ab. Den Betroffenen läuft die Nase, sie haben Halsschmerzen, Kopfschmerzen und eventuell auch Gliederschmerzen. Eine Erkältung beeinträchtigt zwar das Wohlbefinden, aber sie ist keine schwere Krankheit. Fieber ist bei einer Erkältung eher selten und auch ein Besuch beim Arzt ist nicht notwendig. Viel Ruhe, viel trinken und ein Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen kann helfen, die Erkältungstage gut zu überstehen. Wenn die Erkältung nach einer Woche nicht abgeklungen ist, dann ist allerdings ein Arztbesuch notwendig, denn dann besteht die Gefahr einer Lungenentzündung.

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  • Winterzeit ist Virenzeit – effektiver Schutz vor dem Norovirus

    Winterzeit ist Virenzeit – effektiver Schutz vor dem Norovirus

    Immer wenn die Temperaturen in den Keller gehen, dann haben die gefürchteten Noroviren Hochsaison und zwischen Januar und März vermelden die Krankenhäuser und Arztpraxen einen regen Zulauf. Die Wartezimmer und Notaufnahmen füllen sich mit Patienten, die über Durchfall und Erbrechen klagen und die Diagnose heißt sehr oft: Norovirus. Jetzt gibt es einen Leitfaden, wie man eine Ansteckung mit dem unangenehmen Virus vermeiden kann.

    Hygiene ist das A und O

    Hygiene wird im Kampf gegen den Norovirus ganz groß geschrieben. Auch wenn die Betroffenen keine akuten Beschwerden mehr haben, sind sie immer noch ansteckend, denn der Körper scheidet noch zwei Wochen das Virus aus. Um andere vor einer Ansteckung zu schützen, ist Händewaschen Pflicht, denn nur wenn die Hände immer gründlich und vor allen Dingen häufig gewaschen werden, dann hat das Norovirus keine Chance mehr. Wenn möglich, sollten Angehörige eine andere Toilette als die Betroffenen benutzen und die Kleidung der erkrankten Personen sollte nach Möglichkeit bei hohen Temperaturen gewaschen werden.

    Gründlich putzen

    Der neue Leitfaden zum Schutz vor einer Ansteckung mit dem Norovirus gibt auch genaue Anleitungen, wie im Haus geputzt werden sollte. Leider sind Noroviren ausgesprochen hartnäckig und halten sich sehr lange auf Oberflächen. Milde umweltfreundliche Putz- und Reinigungsmittel können die Viren nicht bekämpfen, wer effektiv putzen will, der muss zu starken Desinfektionsmitteln greifen, aber selbst dann kann ein Erfolg nicht garantiert werden. Daher empfiehlt der Ratgeber, es nicht beim einmaligen Putzen zu belassen. Badewanne, Dusche und besonders die Toilette müssen nach jeder Benutzung mehrfach gründlich gereinigt werden.

    Handschuhe tragen

    Um eine Ansteckung mit Novoviren zu vermeiden, sollten nicht nur beim Putzen und Reinigen Einmalhandschuhe getragen werden, auch wenn die Bettwäsche eines Infizierten gewechselt wird, sind Handschuhe eine Notwendigkeit. Nach der Reinigung müssen die Hände wieder gründlich gewaschen werden, denn nur so kann eine Ansteckung vermieden werden.

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  • Chronisches Erschöpfungssyndrom – Krankheit und viele Rätsel

    Chronisches Erschöpfungssyndrom – Krankheit und viele Rätsel

    Bleierne Müdigkeit schon am frühen Morgen, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Probleme mit der Konzentration, zuweilen sogar Gedächtnislücken – bei diesen Symptomen handelt es sich meist um ein chronisches Erschöpfungssyndrom oder um ein chronisches Fatigue-Syndrom, kurz CFS genannt. CFS ist eine rätselhafte Krankheit, die sich nicht richtig zuordnen lässt, sie kann den Betroffenen aber so sehr zusetzen, dass sie kein normales Leben mehr führen können. Was aber hinter dieser Krankheit steckt, darüber sind sich Mediziner bis heute nicht einig, fest steht bislang nur, dass davon rund eine Viertelmillion Deutsche betroffen sind.

    Chronisches Erschöpfungssyndrom – ist ein Infekt schuld?

    Auch wenn noch nicht restlos geklärt ist, was dieses Syndrom auslöst, es tritt sehr häufig nach einer Infektionskrankheit wie zum Beispiel dem Pfeifferschen Drüsenfieber auf. Die eigentliche Krankheit geht, was aber bleibt, das ist eine schwere Erschöpfung, die schon leichte Dinge wie das Aufstehen am Morgen, fast unmöglich macht. Die Betroffenen fühlen sich ständig müde und ganz gleich, wie viele Pausen auch eingelegt werden, die Müdigkeit und die Erschöpfung wollen einfach nicht mehr weichen. Dazu kommen noch Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren, auch das Gedächtnis lässt nach und viele fühlen undefinierbare Glieder- und Muskelschmerzen, die Lymphdrüsen schwellen an, zudem kommt es zu Appetitlosigkeit und Schwindelanfällen. Nicht selten dauern diese Symptome mehrere Monate an, bei einigen führen sie sogar zu Invalidität.

    Andere mögliche Auslöser

    Einige Wissenschaftler gehen davon aus, dass ein chronisches Erschöpfungssyndrom eine Autoimmunerkrankung ist. Bei dieser Art von Erkrankung geht das körpereigene Immunsystem gegen das Körpergewebe vor und versucht, es zu zerstören. Ganz bestimmte Erreger, wie zum Beispiel das Epstein-Barr-Virus, geben dem Körper den Befehl, ständig Krankheitssymptome zu zeigen, wie das bei einem chronischen Erschöpfungssyndrom der Fall ist. Da jeder, der von CFS betroffen ist, ein anderes Krankheitsbild hat, ist es unmöglich, ein einheitliches Konzept zu finden. Vor allem wenn es keinen eindeutigen organischen Befund gibt, dann liegt häufig die Diagnose Depression nahe, da sich die Symptome ähneln. Um die Diagnose differenzieren zu können, versuchen die Mediziner etwas über den psychischen Antrieb des Patienten zu erfahren, denn anhand des psychischen Antriebs lässt sich die Diagnose chronisches Erschöpfungssyndrom ausschließen oder bestätigen. Es besteht aber immer die große Gefahr, dass Patienten, bei denen die Diagnose CFS gestellt wird, auch depressiv werden.

    Wie stellt der Arzt seine Diagnose?

    Ein chronisches Erschöpfungssyndrom wird in der Regel durch eine sogenannte Ausschlussdiagnose festgestellt. Der Arzt muss alle anderen Ursachen ausschließen können, die infrage kommen könnten. Erst wenn das der Fall ist, dann kann die Diagnose chronisches Erschöpfungssyndrom gestellt werden. Die Ausschlussdiagnose hat zwei Gründe, denn zum einen wird so verhindert, dass mögliche andere Erkrankungen wie zum Beispiel Krebs, eine Depression oder auch Hepatitis übersehen werden, und zum anderen gibt es bis heute keine Befunde wie beispielsweise Blutwerte, die auf ein chronisches Erschöpfungssyndrom hinweisen. Ärzte, die sich mit der Krankheit befasst haben, können aber die typischen Symptome erkennen.

    Wie wird CFS behandelt?

    Da die genauen Ursachen für ein chronisches Erschöpfungssyndrom nach wie vor noch nicht bekannt sind, gibt es auch keine wirksame Therapie. Was es allerdings gibt, das sind Behandlungsansätze. So werden zum Beispiel einige Patienten mit Immunglobulinen behandelt, aber auch künstliche Antikörper und spezielle Krebsmedikamente sind im Gespräch und werden zum Teil versuchsweise auch schon eingesetzt. Zwar kommt es bei diesen Therapien zu einer deutlichen Verbesserung der Symptome, einige Medikamente sind jedoch nicht in Deutschland zugelassen, da sie gravierende Nebenwirkungen haben. Was den Betroffenen bleibt, das sind im Grunde nur Verhaltenstherapien wie das Führen eines Tagebuchs, in dem festgehalten wird, wann die Symptome besonders stark sind. Aufgrund dieser Tagebuchaufzeichnungen kann der Arzt dann erkennen, wie und bei welchen Gelegenheiten der Patient mit seinen Kräften besonders schonend umgehen muss.

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