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  • Der Kaiserschnitt – Notlösung oder Trend?

    Der Kaiserschnitt – Notlösung oder Trend?

    Wenn es nach der Weltgesundheitsorganisation WHO geht, dann sollten nicht mehr als zehn von 100 Kindern mit einem Kaiserschnitt geboren werden. Das ist freilich Wunschdenken, denn die Realität sieht etwas anders aus. Eine neue Studie zeigt, dass alleine in Deutschland jedes dritte Kind durch einen Kaiserschnitt das Licht der Welt erblickt, obwohl dieser operative Eingriff aus medizinischer Sicht überhaupt nicht notwendig ist. Ein Kaiserschnitt ist praktisch der Plan B und sollte nur dann zum Einsatz kommen, wenn eine natürliche Geburt nicht möglich ist, oder wenn entweder das Leben der Mutter oder das Leben des Kindes in Gefahr sind.

    Wann ist ein Kaiserschnitt erforderlich?

    Ein Kaiserschnitt ist eine Notentbindung, die immer dann erforderlich ist, wenn es zu schwerwiegenden Komplikationen kommt. Zu diesen Problemen, die eine natürliche Geburt sehr kompliziert oder auch unmöglich machen, gehören:

    • Das Kind liegt in einer Quer- oder Steißlage
    • Es handelt sich um eine Mehrlingsgeburt mit mehr als zwei Kindern
    • Die Mutter leidet unter einer Herpesinfektion im Genitalbereich
    • Die Herztöne des Kindes werden auffällig oder unregelmäßig
    • Die Plazenta löst sich vorzeitig ab
    • Das Kind rutscht nicht in den Geburtskanal
    • Die Plazenta ist zu tief in der Gebärmutter (Plazenta praevia)
    • Der Muttermund wird nicht weit genug gedehnt
    • Die Nabelschnur liegt vor dem Baby im Geburtskanal (Nabelschnurvorfall)

    Viele unnötige Kaiserschnitte

    Die WHO plädiert für die natürliche Geburt und warnt gleichzeitig davor, dass zu viele Kaiserschnitte gemacht werden. Nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation werden rein statistisch gesehen, weder mehr Kinder noch mehr Mütter durch einen Kaiserschnitt gerettet, aber eine aktuelle Studie stellt die Meinung der WHO infrage. Die Wissenschaftler der Harvard- und Stanford-Universität haben für ihre Studie die Geburtsdaten aus 194 Staaten analysiert und ausgewertet und kamen zu dem Ergebnis, dass 19 von 100 Kindern mithilfe eines Kaiserschnitts zur Welt kamen. Diese Rate von 19 % halten die Forscher für ideal und auch die Untersuchungen in den 76 reichsten Staaten der Welt sind aus wissenschaftlicher Sicht keine besonders große Abweichung von der Norm.

    Kritik an der Kaiserschnitt-Studie

    Für einige Wissenschaftler ist die neue Studie der renommierten US-Universität nicht relevant, denn ein Kaiserschnitt kann nicht pauschalisiert werden. Es sind immer Einzelfälle, in denen die Ärzte individuell entscheiden müssen, ob ein Kaiserschnitt notwendig ist oder nicht. Zudem, so die Kritiker, besteht ein riesiger Unterschied, ob ein Kind in einer modernen, technisch bestens ausgestatteten Klinik in Europa oder in den USA zur Welt kommt, oder in einem der armen Entwicklungs- oder Schwellenländer. In einem Land, das eine weniger gut entwickelte medizinische Infrastruktur hat, kann ein Kaiserschnitt sogar gefährlich werden, wenn zum Beispiel die Ärzte nicht ausreichend ausgebildet sind oder wenn keine Sterilität des Operationssaals gewährleistet werden kann.

    Immer noch umstritten – der geplante Kaiserschnitt

    Vor allem in den reichen Industrienationen nimmt die Zahl der geplanten Kaiserschnitte immer mehr zu. Die Gründe für einen terminierten Kaiserschnitt sind unterschiedlich, viele Frauen haben Angst vor den Schmerzen einer natürlichen Geburt, andere Frauen wollen ihre Figur behalten oder fürchten sich davor, später Probleme mit dem Beckenboden zu bekommen. Die Ängste dieser Frauen müssen ernst genommen werden, meint Wolfgang Henrich, der Direktor der Klinik für Geburtsmedizin an der Charité in Berlin. Henrich argumentiert, dass man keine Frau zu einer natürlichen Geburt zwingen kann, alles, was den Ärzten bleibt, ist die Frauen darüber aufzuklären, dass ein Kaiserschnitt nicht nur Vorteile hat.

    Aus Sicht der deutschen Gynäkologen ist ein Kaiserschnitt für Mutter und Kind nicht mehr und nicht weniger gefährlich als eine vaginale Geburt. In Deutschland gilt nach wie vor, wenn ein Kind natürlich geboren werden kann, dann wird dieser Form der Geburt immer der Vorzug vor einem Kaiserschnitt gegeben. Der Kaiserschnitt ist und bleibt eine Notlösung, wenn Mutter oder Kind in Gefahr sind.

    Bild: © Depositphotos.com / mary_smn

  • Die 11. SSW – die Feinarbeiten beginnen

    Die 11. SSW – die Feinarbeiten beginnen

    In der 11. SSW haben Mutter und Kind die ersten nicht selten schwierigen Wochen der Schwangerschaft hinter sich gelassen und befinden sich jetzt in der Mitte des dritten Monats. Für das Baby ist die 11. Schwangerschaftswoche eine bedeutende Zeit, denn es lässt die embryonale Phase hinter sich, und wenn ein Ultraschallbild in der 11. SSW gemacht wird, dann sind bereits deutliche Konturen zu erkennen. Die Mutter kann in der 11. SSW aufatmen, denn die Beschwerden und auch die Belastungen, die die ersten zweieinhalb Monate mit sich bringen, sind vorbei und das Fehlgeburtsrisiko in der 11. SSW ist deutlich kleiner als in den vergangenen Wochen.

    Wie sieht das Baby in der 11. SSW aus?

    Ungefähr vier bis sechs cm ist das Baby jetzt groß und es bringt zwischen elf und 15 Gramm auf die Waage. Die Gesichtskonturen des Kindes werden in der 11. SSW immer menschlicher, aber immer noch ist der Kopf deutlich größer als der Körper. Arme und Beine sind jetzt auch auf dem Ultraschall in ihren Ansätzen zu sehen und so ganz allmählich werden die Proportionen immer deutlicher. Jeder Mensch hat aus der Evolution die Anlage eines Schwanzes „mitgenommen“, aber diese Anlage verschwindet in der 11. SSW komplett.

    Das Kind erlebt in der 11. Schwangerschaftswoche eine sehr intensive Phase des Wachstums und wird in den kommenden drei Wochen seine Körpergröße verdoppeln. Die wichtigen Organe sind bereits angelegt worden und auch die Zehen und Finger sind in der 11. SSW schon sehr klar voneinander getrennt. Die sogenannten Zahnknospen und auch die Anlagen für die Geschlechtsorgane sind schon vorhanden. Die 11. SSW gehört der Feinarbeit, denn die Ohren bekommen nun ihren endgültigen Platz und an den Zehen sowie den Fingern beginnen die Nägel zu wachsen. Die ersten Milchzähnchen sind schon unter dem Zahnfleisch vorhanden, der kindliche Brustkorb schließt sich in der 11. SSW und aus der knorpeligen Struktur des Skeletts werden langsam Knochen.

    Da sich neue Hautschichten gebildet haben, wirkt das Baby in der 11. SSW nicht mehr ganz so durchsichtig wie in den Wochen zuvor. Die ersten feinen Härchen zeigen sich und es dauert nicht mehr lange, und der ganze Körper des Kindes wird mit einem weichen Flaum bedeckt sein. Die Lider der Augen sind voll ausgebildet und noch geschlossen, öffnen wird das Baby seine Augen erst im sechsten Monat der Schwangerschaft.

    Wichtige Entwicklungsschritte in der 11. SSW

    Zwar bildet sich bei Jungen in der 11. SSW schon der Penis aus, aber eine genaue Bestimmung des Geschlechts mittels Ultraschall ist erst in den nächsten Wochen möglich. In der 11. SSW wächst aber das Darmsystem, das in dieser Phase der Schwangerschaft noch bis zur Nabelschnur reichen kann, in den nächsten zwei Wochen finden die Därme jedoch ihre richtige Position. Das Rückenmark und das Gehirn haben sich in der 11. SSW aus dem sogenannten embryonalen Neuralrohr gebildet und damit besteht auch keine Gefahr mehr, dass es durch einen Mangel an Folsäure zu einer Spina bifida, zu einem offenen Rücken kommen kann. Trotzdem sollte die Mutter bis zum Ende des ersten Schwangerschaftsdrittels weiter Folsäure in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zu sich nehmen.

    Auch wenn das Baby noch sehr klein ist, es ist in der 11. SSW schon sehr aktiv. Zielgerecht kann das Kind schon seine Bewegungen steuern, es ist in der Lage zu schlucken und es kann die Hand bereits zu einer Faust ballen. Spüren kann die Mutter ihr Baby aber noch nicht, die ersten deutlichen Kindsbewegungen sind erst zwischen der 16. und der 20. SSW möglich.

    So fühlt sich die Mutter in der 11. SSW

    Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Übelkeit und das unangenehme morgendliche Erbrechen – diese Beschwerden haben die Mutter in den ersten Wochen der Schwangerschaft begleitet. In der 11. SSW gehören diese Beschwerden der Vergangenheit an. In der 11. SSW wird der Bauch vor allem bei sehr schlanken Frauen sichtbar, aber in der 11. SSW ist die Gewichtszunahme nicht allzu groß. Einige Frauen leiden in dieser Phase unter Kreislaufproblemen und auch unter einem erhöhten Puls.

    Der Körper beginnt in der 11. SSW mehr und mehr Blut zu produzieren, um das Baby und die Gebärmutter mit allem zu versorgen, was sie brauchen. Wenn die Schwangerschaft zu Ende geht, dann wird die Mutter ihr Blutvolumen fast verdoppelt haben. Die Probleme mit dem Kreislauf lassen in der Regel nach kurzer Zeit wieder nach, sollte das nicht der Fall sein, dann muss die Mutter unbedingt einen Arzt aufsuchen. Das vergrößerte Blutvolumen hat aber auch einen Vorteil, vor allem für Frauen, die oft kalte Hände und Füße haben, denn die vermehrte Blutmenge sorgt für eine sehr gute Durchblutung in den Extremitäten und das sorgt für wohlige Wärme in den Füßen und Händen.

    Viel Blut heißt auch viel trinken und am Tag dürfen es in der 11. SSW schon mal bis zu drei Litern sein. Viel trinken ist aber nicht nur in der 11. Schwangerschaftswochen wichtig, in der gesamten Schwangerschaft ist ein ausreichendes Flüssigkeitsvolumen unbedingt erforderlich. In den ersten Schwangerschaftswochen leiden viele Frauen bedingt durch die hormonellen Veränderungen unter Verstopfung, in der 11. SSW klingt auch dieses Problem ab. Auch wenn es in der 11. SSW zu einem Ziehen im Unterleib kommt, dann ist das kein Warnzeichen, es zeigt vielmehr, dass die Mutterbänder zunehmend durch die immer größer werdende Gebärmutter beansprucht werden.

    Die Risiken in der 11. SSW

    Bei Frauen, die 35 oder älter sind, wenn sie ihr erstes Kind zur Welt bringen, handelt es sich nicht selten um eine Risikoschwangerschaft. Zu den Risiken einer späten Erstgebärenden gehört auch eine Plazenta praevia, eine Fehllage des Mutterkuchens. Wenn der Arzt eine Plazenta praevia in der ersten Hälfte der Schwangerschaft feststellt, dann ist das kein Grund zur Besorgnis, denn zu diesem Zeitpunkt kann die Plazenta noch nach oben und weg vom Muttermund wandern. Wenn das allerdings nicht passiert, dann muss das Kind mit einem Kaiserschnitt entbunden werden, da durch die viel zu tief liegende Plazenta keine natürliche Geburt mehr möglich ist.

    Sollten in der 11. SSW Blutungen auftreten, dann kann eine Plazenta praevia die Ursache sein. In diesem Fall muss die Mutter auf dem schnellsten Weg ins Krankenhaus gebracht werden.

    Bild: © Depositphotos.com / tiplyashin

  • Die 29. SSW – das letzte Trimester beginnt

    Die 29. SSW – das letzte Trimester beginnt

    Die 29. SSW ist welcher Monat? Richtig, es ist der Beginn des achten Monats und mit der 29. SSW beginnt auch das dritte und damit letzte Trimester der Schwangerschaft. In der 29. SSW starten die meisten Müttern mit den konkreten Vorbereitungen für die Geburt und die organische Entwicklung des Babys ist fast abgeschlossen. Die Zeit, die das Baby jetzt noch im Mutterleib hat, nutzt es effektiv, um zu wachsen und an Gewicht zuzulegen.

    Was macht das Baby in der 29. SSW?

    In der 29. SSW liegt das Gewicht des Babys bei ungefähr 1.250 Gramm und es misst zwischen 39 und 40 cm. Rein äußerlich wird sich das Kind ab der 29. SSW nicht mehr groß verändern, aber es wird ab jetzt stetig weiter wachsen. Die Entwicklung der Organe ist in der 29. SSW weitgehend abgeschlossen, aber bis zum errechneten Geburtstermin werden sich die Funktionen der einzelnen Organe noch weiter differenzieren. Vor allem das Nervensystem und auch das Gehirn entwickelt sich in der 29. SSW besonders deutlich. Aber nicht nur das Gehirn wächst, auch das Skelett des Kopfes durchläuft in der 29. SSW eine sehr intensive Phase des Wachstums. Das Immunsystem wird weiter ausgebaut und durch die Plazenta sowie das mütterliche Blut gibt es einen ständigen Transfer mit Antikörpern.

    In der 29. SSW steigt die Gewichtszunahme, das Baby legt sich seinen berühmten Babyspeck zu und der Fötus nimmt immer mehr das Aussehen eines Babys an. Durch die stetig wachsende Fettschicht ist das Baby in der 29. SSW auch in der Lage, seinen Wärmehaushalt alleine zu regulieren. Wenn die Mutter Bilder in der 29. SSW auf dem Ultraschall sieht, dann kann sie zum ersten Mal das Kind erkennen, das sie nur wenige Wochen später in den Armen halten wird. Wird das Baby ein Junge, dann wandern in dieser Phase der Schwangerschaft die Hoden aus ihrer bisherigen Lage in der Nähe der Nieren durch die Leiste in den Hodensack. Wenn das Baby beim Ultraschall richtig liegt, dann kann der Arzt erkennen, ob es ein Mädchen wird. Die Klitoris ist schon deutlich zu sehen, denn die Schamlippen noch zu klein sind, um die Klitoris vollständig zu bedecken.

    Nicht selten haben Kinder in der 29. SSW schon einen dichten Haarschopf und auch die Wimpern sind schon zu sehen. Die Wimpern und auch die Kopfhaare, bleiben aber anders als die Körperbehaarung, die sogenannte Lanugo-Behaarung, bis zur Geburt erhalten. Wenn sich bei der Mutter in der 29. SSW ein harter Bauch zeigt, dann kann es sein, dass das Kind schon jetzt die Beckenendlage einnimmt und sie auch bis zur Geburt beibehält. Viele Babys lassen sich mit der Beckenendlage jedoch noch ein bisschen Zeit und turnen, so weit der immer enger werdende Raum es zulässt, noch ein wenig herum.

    Wenn sich das Baby bis zur 36. Schwangerschaftswoche nicht gedreht hat, dann müssen der Arzt oder die Hebamme eine äußere Wendung durchführen, um eine Quer- oder Steißlage zu verhindern. Diese beiden ungünstigen Positionen machen eine natürliche Geburt oftmals unmöglich und es muss ein Kaiserschnitt gemacht werden, damit das Baby gesund zur Welt kommen kann.

    Wie geht es der Mutter in der 29. SSW?

    Noch rund elf Wochen dauert es bis zur Geburt und die meisten Frauen wünschen sich in der 29. SSW ihr vertrautes Körpergefühl zurück. Zwar lassen in der 29. SSW die Beschwerden nach, wie zum Beispiel die morgendliche Übelkeit, aber mit dem Baby wachsen in der 29. SSW auch die Belastungen. Frauen, die zum ersten Mal ein Baby erwarten, bekommen nicht selten einen „Schwangerschaftsblues“, und auch wenn diese depressiven Stimmungen unangenehm sind, sie gehen in der Regel schnell wieder vorbei. Viele werdende Mütter haben in der 29. SSW großen Appetit, aber da der Druck nach unten auf den Uterus immer stärker wird, macht das Verdauungssystem schon mal Probleme. Es ist daher empfehlenswert, ab der 29. SSW nur kleine Portionen und viele Ballaststoffe zu essen, um Probleme mit dem Magen und dem Darm zu verhindern.

    Vitamine und Spurenelemente sind in der 29. Schwangerschaftswoche sehr wichtig, denn das Baby wächst jetzt sehr intensiv und braucht eine Menge Nährstoffe. Zwar darf die werdende Mutter ihrem Heißhunger auch mal nachgeben und Süßigkeiten und Fast Food essen, aber eine gesunde und ausgewogene Ernährung sollte immer im Vordergrund stehen. Bei der Ernährung sollte die Mutter vor allem auch auf ausreichend Eisen achten, damit die Sauerstoffversorgung des Babys gewährleistet ist. Der Arzt macht bei jeder Vorsorgeuntersuchung auch eine Blutuntersuchung und wenn Eisen fehlen sollte, dann muss die Mutter entsprechende Medikamente bekommen, die den Vorrat an Eisen wieder auffüllen.

    Um körperlich fit zu bleiben, sollte in der 29. SSW mit der Schwangerschaftsgymnastik begonnen werden und wer möchte, der kann sich auch zum Yoga für Schwangere anmelden. Zusätzlich können tägliche Dehnübungen dabei helfen, um optimal auf die Geburt vorbereitet zu sein. Die meisten Hebammen bieten auch Kurse an, in denen die Schwangeren die richtige Atemtechnik lernen können, die während der Geburt unerlässlich ist.

    Ist das Baby in der 29. SSW schon lebensfähig?

    Wenn in der 29. SSW das Baby auf die Welt drängt, dann ist es immer ein Frühchen, das entsprechend behandelt werden muss. Selbst wenn es in der 29. SSW zu einer Frühgeburt kommt, dann ist das kein so großes Drama, denn das Baby ist fast ausgewachsen, und kann mit der Hilfe der modernen Medizin durchaus überleben. Die Chancen, dass das Kind gesund überlebt, liegen zwischen 96 % und 98 %, das Einzige, was Probleme machen könnte, das sind die noch nicht voll ausgereiften Lungen des Kindes. Zwar ist das Immunsystem schon gut ausgebildet, trotzdem sind Babys, die in der 29. Schwangerschaftswoche zu Welt kommen, noch deutlicher anfälliger für Infekte als Babys, die zum errechneten Geburtstermin zur Welt kommen.

    Da das Baby aufgrund seiner Fettreserven seinen Wärmehaushalt schon selbstständig regulieren kann, muss es meist nur für kurze Zeit ins Wärmebettchen oder in den Brutkasten. Da Babys in der 29. SSW noch wenig Gewicht auf die Waage bringen, müssen sie manchmal durch eine Nasensonde ernährt werden, durch die eine spezielle Nährlösung fließt. Wenn das Baby kräftig genug ist, dann kann es aber auch gestillt werden.

    Bild: © Depositphotos.com / Angel_a

  • 30. SSW – das Baby wächst fleißig

    30. SSW – das Baby wächst fleißig

    In der 30. SSW sind Mutter und Kind in der Mitte des achten Schwangerschaftsmonats und für die Mutter wird das rasante Wachstum des Kindes immer deutlicher spürbar. Viele Frauen empfinden in der 30. SSW ihre Schwangerschaft zum ersten Mal bewusst als körperlich belastend, sie ermüden schneller und haben immer öfter das Bedürfnis, sich auszuruhen. In der 30. SSW ist die Entwicklung des Babys besonders intensiv, denn es wächst schnell und seine organischen Funktionen sind in dieser Phase der Schwangerschaft fast schon vollständig abgeschlossen. Mutter und Kind werden in der 30. SSW in einem Rhythmus von zwei Wochen untersucht und wenn der Arzt in der 30. SSW Bilder vom Baby macht, dann kann die Mutter ihr Kind in ganzer Schönheit sehen.

    Die Entwicklung des Babys in der 30. SSW

    In der 30. SSW beträgt das Gewicht des Babys im Schnitt 1.400 Gramm und es misst rund 40 cm. Seine Organe sind gut ausgebildet und schon fast voll funktionsfähig. Vor allem die Lungen und die Verdauungsorgane sind ausgebildet und auch die Funktionen und die Strukturen des Gehirns sind schon weit fortgeschritten. Da immer mehr Fettreserven angelegt werden, ist die Haut jetzt glatt und da die Kapillargefäße in der 30. SSW gut durchblutet werden, bekommt die Haut eine rosige und gesunde Farbe. Auch seinen Wärmehaushalt kann das Baby in der 30. SSW bereits selbstständig regulieren.

    Da in der 30. SSW die Gewichtszunahme flott vorangeht, kann das Baby kaum noch ausladende Bewegungen machen und nimmt meist die typische Fötus-Stellung mit angezogenen Knien und vor der Brust verschränkten Armen ein. Das Baby liegt praktisch eingerollt wie ein Igel in der Gebärmutter. Für ein ausgiebiges Bewegungsprogramm ist jetzt kaum noch Platz vorhanden und wenn der Platz immer enger wird, dann sinkt auch allmählich die Menge des Fruchtwassers.

    Die sogenannte Lanugo-Behaarung verschwindet in der 30. SSW fast ganz, bei einigen Kindern ist aber sogar nach der Geburt noch ein leichter zarter Flaum am Rücken und auf den Schultern zu sehen. Das Baby reagiert ab der 30. SSW mehr und mehr auf Geräusche und Berührungen. So sollte sich die Mutter in dieser Phase viel Zeit nehmen, um dem Baby etwas vorzulesen, den Bauch zu streicheln und für den Nachwuchs zu singen. Zum ersten Mal kann das Baby in der 30. SSW auch Schmerzen bewusst wahrnehmen. Noch in den 1970er Jahren sind Mediziner davon ausgegangen, dass Kinder bis zu einem bestimmten Stadium der Schwangerschaft keine Schmerzen empfinden können, die heutige Kinderheilkunde ist allerdings der Meinung, dass das Kind sehr wohl Schmerzen empfinden kann, die es stark belasten können.

    Das Baby in der 30. SSW hat schon seine Augenbrauen und auch seine Wimpern, und wenn der Arzt beim Ultraschall nachsieht, wie es dem Baby geht, dann kann er mit etwas Glück sogar erkennen, ob das Kind ein Rechts- oder ein Linkshänder wird. Möglich ist das aber nur dann, wenn das Baby bei der Aufnahme gerade den rechten oder den linken Daumen im Mund hat.

    Wie geht es der Mutter in der 30. SSW?

    Wenn die 30. SSW beginnt, dann hat sich die Gebärmutter schon bis zum Zwerchfell ausgedehnt und das kann bei vielen werdenden Müttern für Kurzatmigkeit, aber auch zu Problemen mit dem Kreislauf sorgen. Sollte es in der 30. SSW zu Beschwerden kommen, dann spürt die Mutter diese Beschwerden intensiver als in den Monaten zuvor. Rückenschmerzen können jetzt sehr belastend sein und wenn Probleme mit dem Magen-Darmtrakt auftreten, dann kann das zusätzlich belasten. Die meisten Frauen nehmen in der 30. SSW zwischen 400 und 500 Gramm zu, und Heißhungerattacken sind keine Seltenheit mehr. Frauen, die in dieser Schwangerschaftswoche einen guten Appetit entwickeln, sollten auf eine immer ausgewogene und vor allem auf eine nährstoffreiche Ernährung achten. Das Kind sammelt diese Nährstoffe, die Vitamine, die wertvollen Spurenelemente und auch die Mineralstoffe, denn sie geben ihm die nötige Kraft, die es für die Geburt dringend braucht.

    Besonders Milch und Milchprodukte spielen in der 30. SSW bei der Ernährung der Mutter eine entscheidende Rolle, denn das Kalzium in der Milch geht ohne Umwege direkt in den Aufbau des kindlichen Skeletts. Außerdem sollte die Mutter in der 30. SSW für eine ausreichende Zufuhr an Proteinen sorgen, denn die Proteine sind für die Entwicklung der kindlichen Zellen wichtig. Um das Blut des Babys mit Eisen zu versorgen, müssen viele Frauen in der 30. SSW zusätzliche Eisenpräparate einnehmen. Weniger Probleme machen in der 30. SSW die Kindsbewegungen, denn das Kind hat zum einen weniger Platz und zum anderen werden seine Schlafphasen immer länger.

    Warum spielt die Gebärmutter in der 30. SSW eine wichtige Rolle?

    In der 30. SSW findet die letzte umfassende Vorsorgeuntersuchung statt. Der Arzt schaut sich nicht nur das Baby sehr genau an, auch die Gebärmutter steht bei dieser Untersuchung im Fokus. Wird eine Plazenta praevia festgestellt, dann muss in der 30. SSW die Geburt mithilfe eines Kaiserschnitts eingeleitet werden. Eine Plazenta praevia ist keine Seltenheit und sie kommt in vier verschiedenen Formen vor:

    • Der Mutterkuchen liegt im unteren Teil der Gebärmutter, aber er berührt den Muttermund nicht. In diesem Fall kann das Baby auf natürliche Weise geboren werden.
    • Die Plazenta berührt mit ihrem unteren Rand den Muttermund, aber sie verdeckt ihn nicht. Auch in diesem Fall ist eine vaginale Geburt möglich.
    • Die Plazenta verdeckt den Muttermund zum Teil. Wenn das der Fall ist, dann handelt es sich um eine Plazenta praevia partialis und es muss ein Kaiserschnitt gemacht werden.
    • Handelt es sich um eine Plazenta praevia totalis, dann verschließt der Mutterkuchen den Muttermund komplett und auch hier ist ein Kaiserschnitt notwendig.

    In nur sechs von 1.000 schwangeren Frauen kommt es zu einer Plazenta praevia. Das Gefährliche daran ist, dass die Diagnose erst relativ spät, also in der 30. SSW diagnostiziert werden kann. Zwar können moderne Ultraschallgeräte eine Plazenta praevia schon eher erkennen, aber der Arzt kann nicht wissen, ob sich die Plazenta noch verschieben wird, wenn sich die Gebärmutter ausdehnt. Aus medizinischer Sicht ist es daher besser, wenn es in der 30. SSW zu einer Frühgeburt kommt als das Risiko einzugehen, dass sich die Plazenta noch weiter über den Muttermund schiebt, was Lebensgefahr für Mutter und Kind bedeuten kann.

    Bild: © Depositphotos.com / miramiska

  • Wie riskant ist eine Zangengeburt?

    Wie riskant ist eine Zangengeburt?

    Alle werdenden Mütter möchten ihr Kind nach Möglichkeit auf eine natürliche Art zur Welt bringen, aber das funktioniert leider nicht immer. Wenn eine Geburt zu lange dauert, wenn das Baby eine hintere Hinterhauptlage hat, wenn die Wehen zu schwach sind oder wenn die Mutter nach vielen Stunden Wehen einfach zu erschöpft ist, um noch ausreichend zu pressen, dann entscheiden sich viele Ärzte auch heute noch für die sogenannte Zangengeburt. Die Zange kommt zwar nur noch selten zum Einsatz, trotzdem fürchten viele Frauen sich vor dieser Form der Geburtshilfe.

    Die Zangengeburt als Alternative zum Kaiserschnitt?

    Bei vielen Entbindungen ist der natürliche Weg nicht mehr möglich und es wird von Anfang an ein Kaiserschnitt eingeplant. Aber es gibt auch während der Geburt Situationen, in denen die Ärzte eine Zangengeburt machen müssen, um Mutter und Kind zu schützen. Wenn das Kind zum Beispiel bereits im Geburtskanal steckt und wenn sich der Muttermund schon vollständig geöffnet hat, dann reicht die Zeit für einen Kaiserschnitt nicht mehr aus und es kommt zu einer Zangengeburt. Wenn die kindlichen Herztöne immer schwächer werden, dann muss sofort gehandelt werden und ein Kaiserschnitt oder auch eine Geburt mit der Saugglocke nicht mehr möglich ist, dann heißt die Alternative ebenfalls Zangengeburt. In diesem Fall wird das ungeborene Kind nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt und das kann zu bleibenden Schäden führen.

    Wie läuft eine Zangengeburt ab?

    Der Gedanke an ein Instrument aus kaltem glänzenden Stahl macht wahrscheinlich jeder Frau Angst, aber selbst wenn die Zange furchteinflößend aussieht, sie hilft effektiv dabei, ein Kind gesund auf die Welt zu holen. Die Zangengeburt beginnt erst dann, wenn sich der Muttermund komplett geöffnet hat und das Baby schon im Geburtskanal ist. Bei einer Zangengeburt wird das Baby vom Arzt aus dem Geburtskanal gehoben und nicht gezogen, wie viele Frauen immer noch annehmen. Damit der Kopf des Kindes Halt findet, wird er von der Zange umschlossen. Meist reicht eine Presswehe aus, um die Zange anzusetzen und das Kind ans Licht der Welt zu heben.

    Wie riskant ist eine Zangengeburt?

    Zangengeburten sind heute selten geworden, aber wenn es notwendig ist, dann holen Ärzte Kinder immer noch auf diese schon im Mittelalter bekannte Weise. Die Zange hinterlässt auf der weichen empfindlichen Haut des Kindes Spuren, aber das Köpfchen bekommt nach spätestens zwei Tagen wieder eine normale Form. Weder der Kopf noch das Gehirn werden bei dieser Geburtsform in irgendeiner Weise beschädigt. Bei jeder Zangengeburt muss der Arzt einen sogenannten Dammschnitt machen, aber auch das ist kein Grund, Angst zu haben. Gegen die Schmerzen setzt der Arzt einen Pudendusblock, der die Sitzbeinhöcker, den Ausgang der Scheide, die Schamlippen und den Damm betäubt. Diese Betäubung hält für mindestens eine Stunde an und damit reicht die Zeit aus, um den Dammschnitt nach der Geburt zu vernähen.

    Wie oft wird heute noch eine Zangengeburt vorgenommen?

    Die erste Zangengeburt wurde nachweislich im 16. Jahrhundert vorgenommen. Es war der englische Arzt Peter Chamberlen, der als Erster ein Kind mittels einer Zange auf die Welt geholt hat und seine Methode war eine Art Familiengeheimnis. Chamberlen benutze die Zange nur bei ausgewählten Patientinnen, um diesen die Geburt zu erleichtern, und er soll auch einigen königlichen Kindern mit der Zangengeburt auf die Welt geholfen haben. Im Jahre 2009 waren nur 0,7 Geburten eine Zangengeburt und laut des Berufsverbandes der Deutschen Frauenärzte ging die Zahl in den letzten Jahren auf 0,5 zurück. Ein Grund für den Rückgang der Zangengeburt ist, dass wenn die Kinder kurz vor der Geburt nicht richtig liegen, gleich ein Kaiserschnitt gemacht wird.

    Auch wenn es früher viele schreckliche Geschichten über die Zangengeburt gab, sie kann noch heute dabei helfen, ein Kind gesund ins Leben zu holen.

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  • 38. SSW – Die 38. Schwangerschaftswoche

    38. SSW – Die 38. Schwangerschaftswoche

    Ab der 38. SSW macht sich die bevorstehende Geburt körperlich bei der werdenden Mutter bemerkbar. Das Baby wird dann nicht mehr viel wachsen, wohl aber zwischen 20 und 30 Gramm pro Tag an Gewicht gewinnen. Der Bauch und der Kopf haben in der 38. SSW den gleichen Umfang. In den vergangenen Monaten hat die Plazenta das Kind mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt. Schon bald wird diese aber nicht mehr benötigt. Nach und nach verringert sie die Nährstoffzufuhr. In der 38. SSW sammelt sich im Darm des Babys der erste Stuhl (auch als Mekonium bezeichnet), den es kurz vor oder unmittelbar nach der Geburt ausscheidet. Einige Babys haben in der 38. SSW bereits eine richtige Haarpracht auf ihren Köpfen. Generell wird die Käseschmiere in dieser Zeit weniger.

    Brustveränderung durch Hormone in der 38. SSW

    In der 38. SSW wächst jedoch nicht nur der Bauch der Mutter noch einmal kräftig an. Auch bei den Brüsten ist in den letzten Wochen der Schwangerschaft eine Veränderung zu bemerken, weil diese sich auf das Stillen vorbereiten. In einigen Fällen treten in der 38. SSW aus den Brustwarzen bereits einzelne Tropfen der Vormilch aus. In dieser gelblichen Flüssigkeit sind alle Nährstoffe enthalten, die das Neugeborene in den ersten Tagen und Wochen benötigt. Hormone sind für die Umstellung der Brüste verantwortlich. Bei neugeborenen Mädchen sind durch dieselben Hormone die Brustwarzen nach der Geburt häufig etwas angeschwollen. Bei Jungen sind es die Hoden, die zum restlichen Körper dann recht groß ausfallen. Derartige Erscheinungen sind normal und bilden sich alsbald zurück.

    Erste Anzeichen für die bevorstehende Geburt

    Die ersten Anzeichen machen sich in der 38. SSW durch leichten Durchfall, innere Unruhe sowie Senkwehen bemerkbar. Die Unruhe gehört zu einem natürlichen Prozess; die Mutter entwickelt in der 38. SSW eine Art Nestbau-Trieb. Plötzlich sind noch unzählige Dinge zu erledigen. Schwangere sollten sich in dieser Zeit aber möglichst nicht überanstrengen und spätestens ab der 38. SSW den Kindesvater, Freunde und Familienmitglieder um Hilfe bei Alltagsarbeiten wie Einkaufen und Putzen bitten.

    Regelmäßige Kontrollen durch den Arzt

    Der Arzt wird nun verstärkt darauf achten, ob noch immer eine optimale Versorgung des Kindes über den Mutterkuchen stattfindet. Er prüft außerdem, ob das vorhandene Fruchtwasser in der 38. SSW ausreicht. Bei Auffälligkeiten wird die werdende Mutter häufiger von ihrem Frauenarzt/ihrer Frauenärztin untersucht. In einigen Fällen ist es sinnvoll, die Geburt vor dem errechneten Termin einzuleiten, damit es später nicht zu Komplikationen für das Baby und die Mutter kommt. Geplante Kaiserschnitte erfolgen in der Regel in der 38. SSW, damit das Kind dann nicht doch allein den Startschuss für die Geburt gibt. Denn die meisten Babys kommen zirka zehn Tage vor bis zehn Tage nach dem errechneten Geburtstermin auf die Welt.

    Das Baby gibt das Startsignal

    Die Hauptperson während der gesamten Schwangerschaft ist das Baby. Besonders deutlich wird dies, wenn die Geburt bevorsteht. Ab der 38. SSW heißt es warten, und zwar so lange, bis das Kleine sich dazu entschließt, auf die Welt zu kommen. Wie der Startschuss, den das Kind gibt, aussieht, konnte bis heute nicht gänzlich geklärt werden. Klar ist jedoch, dass Hormone an diesem Prozess beteiligt sind. Sie lösen ungefähr in der 38. SSW die Kontraktionen der Gebärmutter aus.

    In der 38. SSW ist das Baby bereits gut vorbereitet. Kommt es jetzt zur Welt, muss sich die angehende Mutter keine Sorgen machen. Die Schädelplatten sind bei Babys noch nicht verwachsen, damit der Kopf bei der Geburt durch den engen Geburtskanal passt. Beim Durchtritt durch den Kanal werden sie zusammengeschoben und können sich sogar etwas übereinander schieben. Die Schädelnähte verknöchern im Laufe des ersten Lebensjahres.

    Darüber hinaus gibt es die sogenannten Fontanellen. Dabei handelt es sich um bindegewebig überbrückte Knochenspalten, die sich im Kinderschädel zwischen den Schädelknochen und den schon verknöcherten „Ossa plana“ (abgeflachte, platte Knochen) befinden. Üblicherweise befinden sie sich dort, wo mehrere Knochenplatten aneinander stoßen. Es existieren sechs Fontanellen: Fonticulus posterior, Fonticulus anterior sowie jeweils beidseitig Fonticuli sphenoidales und Fonticuli mastoidei. Die größte Fontanelle, die mit zirka 1,5 Jahren geschlossen ist, befindet sich auf dem Schädel.

    38. SSW – Der Weg in die Klinik

    In der 38. SSW, wenn die Geburt des Kindes vermutlich nicht mehr lange auf sich warten lässt, denken die angehenden Eltern darüber nach, wann sie am besten in die Klinik fahren sollten. Wer einen Geburtsvorbereitungskurs besucht, erfährt in der Regel, dass eine werdende Mutter ins Krankenhaus gebracht werden muss, wenn die Wehen in einem Abstand von fünf Minuten auftreten.

    Allerdings stimmt diese Angabe bei Erstgeburten nicht immer. Gerade Erstgebärenden und jungen Müttern fällt es schwer, körperliche Signale während der Schwangerschaft und auch die Wehen richtig einzuordnen. Denn obwohl Schwangere ausreichend darüber beraten werden, wie eine Schwangerschaft und die anschließende Geburt verlaufen werden, handelt es sich doch um ganz individuelle Erfahrungen.

    Jede angehende Mutter entwickelt einen eigenen Rhythmus. Bei auftretenden Fragen oder Problemen gilt daher grundsätzlich: Bei dem behandelnden Arzt, der Hebamme oder in der Klinik anrufen und die Angelegenheit schildern. Selbst wenn kein wirkliches Problem vorliegt, so wirken vorsorgliche Untersuchungen durch die Ärzte und Hebammen doch beruhigend. Nicht selten werden die angehenden Mütter in der 38. SSW noch einmal nach Hause geschickt, wenn sie tatsächlich zu früh in die Klinik gekommen sind. Das ist aber völlig normal und passiert vielen Schwangeren.

    Babys Erstausstattung

    Für die werdende Mutter ist es nun sinnvoll, sich mit der Erstausstattung ihres Babys zu beschäftigen. Im Krankenhaus wird in der Regel erste Babykleidung für das Kind zur Verfügung gestellt. Wenn die Eltern ihr Kleines endlich zu Hause haben, wollen sie ihm gewiss eigene Babywäsche anziehen.

    Für die ersten Tage sollte daher folgende Wäsche vorhanden sein:

    • zwei Langarmhemden
    • zwei Wickelbodys
    • zwei Strampelhosen
    • ein bis zwei Mützen
    • eine Jacke
    • ein bis zwei Paar Söckchen
    • genügend Mullwindeln
    • mehrere Windelhöschen
    • Frotteehöschen
    • eine Baumwolldecke

    Die tatsächliche Menge richtet sich nach den eigenen Erfahrungen und Wünschen. Neben der Zusammenstellung der ersten Babyausstattung ist es ratsam, auch die Schlafumgebung und das Babybett in der 38. SSW herzurichten. Ein geeigneter Schlafsack ist wichtig, um das Risiko des plötzlichen Kindstodes zu minimieren. Bei einer Decke besteht die Gefahr, dass das Baby diese über den Kopf zieht oder unter der es überwärmt wird. Kinderärzte empfehlen übrigens, Kinder in ihren ersten beiden Lebensjahren mit den Eltern oder den Geschwistern gemeinsam im Zimmer schlafen zu lassen. Die Nähe und die Schlafgeräusche wirken schlaffördernd. Das Kind kann dabei ruhig im eigenen Kinderbett schlafen.

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