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  • Plazentainsuffizienz – eine Gefahr für das Kind

    Plazentainsuffizienz – eine Gefahr für das Kind

    Bei zwei bis fünf Prozent aller Schwangerschaften kommt es zu einer sogenannten Plazentainsuffizienz, einer Leistungsschwäche der Gebärmutter, die für das ungeborene Kind sehr gefährlich werden kann. Vereinfacht ausgedrückt sorgt eine Plazentainsuffizienz für eine Mangelversorgung des Kindes, denn der Stoffaustausch zwischen der Mutter und dem Embryo ist gestört. In den meisten Fällen sind Frauen gefährdet, eine Plazentainsuffizienz zu bekommen, die entweder Übergewicht oder Bluthochdruck haben oder unter Diabetes mellitus während der Schwangerschaft leiden. Unterschieden wird bei der Erkrankung zwischen einer akuten und einer chronischen Form.

    Ursachen und Gründe für eine Plazentainsuffizienz

    Neben den bereits genannten Gründen, Diabetes, Übergewicht und zu hoher Blutdruck, gibt es für eine Plazentainsuffizienz noch andere Ursachen. Eine vorzeitige Ablösung der Plazenta kann eine der Ursachen für eine Plazentainsuffizienz sein und auch wenn es zu Plazentablutungen kommt, kann eine Plazentainsuffizienz schuld sein. Nicht selten kommt es zu diesem Problem mit der Plazenta, wenn der Termin für die Geburt weit überschritten ist, möglich ist auch eine Komplikation mit der Nabelschnur während der Geburt. Frauen, die während der Schwangerschaft rauchen oder Alkohol trinken, laufen Gefahr, dass es zu einer Plazentainsuffizienz kommt, eine Präeklampsie ist eine mögliche Ursache.

    Welche Symptome gibt es?

    In einer akuten Form tritt die Plazentainsuffizienz meist unmittelbar vor oder auch während einer Geburt auf. Es kommt zu einer schweren Unterversorgung des ungeborenen Kindes mit Sauerstoff und das verlangsamt den kindlichen Herzschlag. Je nachdem, welche Ursache zugrunde liegt, kann es bei der werdenden Mutter zu Blutungen oder auch zu Krämpfen kommen. Handelt es sich um eine chronische Form der Plazentainsuffizienz, dann verlangsamt der Mangel an Nährstoffen das Wachstum des Kindes stetig und auch die Menge des Fruchtwassers wird immer weniger.

    Wie wird eine Plazentainsuffizienz diagnostiziert?

    Neben den äußerlichen Begleiterscheinungen wie Krämpfen und Blutungen, kann der Arzt auch während einer Ultraschalluntersuchung eine Plazentainsuffizienz sicher feststellen. Auch wenn es bei der Geburt zu Einschnürungen durch die Nabelschnur kommt, dann besteht die Gefahr, dass es zu einer Plazentainsuffizienz kommt. Sollte die Mutter unter Diabetes oder unter Präeklampsie leiden, dann kann der Arzt durch eine sogenannte Doppelsonografie das Wachstum des Kindes beobachten. Eine Messung der Blutströmungsgeschwindigkeit gibt ebenfalls Aufklärung darüber, ob es sich vielleicht um die chronische Form der Plazentainsuffizienz handelt.

    Gibt es eine Therapie?

    Wenn es sich um eine akute Plazentainsuffizienz handelt, dann ist eine schnelle Geburt die beste Möglichkeit, um das Kind zu retten. Nicht selten muss dann ein Kaiserschnitt gemacht werden oder das Kind muss mit der Saugglocke oder mit der Zange geholt werden. Handelt es sich aber um eine chronische Plazentainsuffizienz, dann wird der Arzt der werdenden Mutter strenge Bettruhe verordnen, und das Kind muss in regelmäßigen Abständen mit dem Ultraschallgerät untersucht werden. Wenn es eine schwere Form der Plazentainsuffizienz ist, dann muss die Mutter ins Krankenhaus und wird neben Ultraschalluntersuchungen auch über ein CTG, eine Kardiotokographie, permanent überwacht. Direkt kann die Unterversorgung der Plazenta nicht behandelt werden, aber es ist notwendig, dass die Ursachen wie der Zucker, das Übergewicht und auch der hohe Blutdruck behandelt werden.

    Welche Komplikationen gibt es?

    Eine akute Form der Plazentainsuffizienz kann zum Tod des ungeborenen Kindes führen, wenn es über einen zu langen Zeitraum zu wenig Sauerstoff bekommt. Kommt es während der Geburt zu einer Plazentainsuffizienz, dann haben die Ärzte die Möglichkeit, das Kind so schnell wie möglich auf die Welt zu holen. Auch dann, wenn sich die Plazenta frühzeitig ablösen sollte, muss das Kind schnell geboren werden, um einen weiteren gesundheitlichen Schaden zu verhindern. Die chronische Form ist ebenso gefährlich, denn durch den ständigen Mangel an Sauerstoff kann das Kind Schäden davontragen, und wenn die Gefahr jedoch zu groß wird, dann holen die Ärzte auch Kinder weit vor dem errechneten Geburtstermin.

    Bild: © Depositphotos.com / lucidwaters

  • Windeldermitis – fast jedes Kind ist davon betroffen

    Windeldermitis – fast jedes Kind ist davon betroffen

    Fast jedes Kleinkind hat einmal einen wunden Po, das ist kein Grund zu Sorge, denn mit Zinksalbe wird das Problem schnell und effektiv bekämpft. Wenn sich aber zu einem wunden Po ein entzündlicher Ausschlag gesellt, dann handelt es sich in den allermeisten Fällen um eine Windeldermitis, eine Erkrankung, an der jedes Kleinkind mindestens einmal erkrankt. Eine Windeldermitis ist in der Regel harmlos, aber für das Baby unangenehm. Um eine Windeldermitis zu vermeiden, sollten Mütter darauf achten, dass das Baby nie zu lange mit einer vollen Windel leben muss.

    Wie kommt es zu einer Windeldermitis?

    Die kindliche Haut ist sehr empfindlich, und da diese Haut im Bereich der Windel ständig mit Urin und Kot in Kontakt kommt, entwickelt sich schnell eine Windeldermitis. Die Ursachen dieser Entzündung sind vielschichtig, aber eine sehr wichtige Rolle spielt dabei Ammoniak, ein Bestandteil des Urins. Wenn die Windel schon seit einer Weile nass ist, dann spaltet sich das beißende Gas Ammoniak vom Urin ab, es reizt die Haut und greift schließlich den natürlichen Säureschutzmantel der Haut an. Das in der Windel herrschende feuchtwarme Klima und die ständige Reizung des Ammoniaks sind der ideale Nährboden für Pilze und Bakterien, wobei besonders der Hefepilz Candida albicans prächtig gedeiht. Wenn sich dann eine Windeldermitis bildet, dann kommt es nicht selten auch zu einer Infektion.

    Die Anzeichen einer Windeldermitis

    Eine Windeldermitis lässt sich schwer übersehen, denn wenn es zu einer Entzündung kommt, dann bilden sich auf der Haut kleine Bläschen, Pusteln, Krusten und Schuppen, zudem nässt die Haut stark, sie ist gerötet und auch geschwollen. Eine Windeldermitis kann großflächig sein und sich vom Po aus auf die Genitalien, auf den unteren Teil des Bauches und bis zu den Innenseiten der Unterschenkel ausbreiten. Wird eine Windeldermitis nicht behandelt, dann verursacht sie dem Kind große Schmerzen, und wenn sich die Pusteln und Bläschen öffnen, dann beginnt der Ausschlag auch zu bluten.

    Wie wird eine Windeldermitis behandelt?

    Eine Windeldermitis muss unverzüglich behandelt werden, und die erste und wichtigste Maßnahme besteht darin, die Haut so trocken wie möglich zu halten. Die Windeln sollten oft gewechselt werden, zudem hilft eine Wundschutzcreme sehr effektiv dabei, die Entzündung zu bekämpfen. Auch ein Babypuder kann helfen, allerdings sollte die Mutter beim Einsatz von Puder unbedingt darauf achten, dass das Baby das Puder nicht einatmet. Der Kinderarzt verschreibt bei einer Windeldermitis in der Regel eine antimykotische Salbe, die den Pilzbefall bekämpft und eine antibakterielle Salbe, um den Bakterienbefall in den Griff zu bekommen. Diese Salben erzielen in den allermeisten Fällen gute Erfolge und die Entzündung ist meist nach wenigen Tagen wieder verschwunden. Mütter, die zu pflanzlichen Mitteln mehr Vertrauen haben, sollten eine Salbe auf Lebertranbasis oder eine Zinksalbe verwenden. Diese Salben helfen gleich dreifach: gegen die Pilze, die Bakterien und auch gegen die Entzündung der Babyhaut.

    Tipps, die helfen

    Bei einer Windeldermitis gilt: Ein nackter Po ist immer besser als ein wunder Po, und das Baby sollte über Tag auch mal ohne Windel bleiben. Mütter, die ihre Kinder normalerweise mit Stoffwindeln wickeln, sollten bei einer Windeldermitis zu Wegwerfwindeln greifen, denn diese Windeln sind sehr saugfähig, vor allem aber luftdurchlässig. Mindestens sechsmal am Tag sollte die Windel gewechselt werden, hat das Baby Stuhlgang, dann muss die Windel sofort gewechselt werden. Vor dem erneuten Wickeln ist es empfehlenswert, den Po mit lauwarmem Wasser, aber ohne Seife vorsichtig zu waschen. Anschließend wird die Haut nur trocken getupft oder mit dem Föhn auf niedrigster Stufe trocken geföhnt. Eine Windeldermitis kann jedoch auch mit der richtigen Ernährung verhindert werden. Eine zuckerreiche Ernährung begünstigt die Entzündung, wenn der Zucker weggelassen wird, dann klingt die Windeldermitis in der Regel schnell wieder ab.

    Bild: © Depositphotos.com / KrystynaTaran

  • Nabelbruch – Risiken, Symptome, Therapie

    Nabelbruch – Risiken, Symptome, Therapie

    Auch wenn ein Nabelbruch nur wenig Schmerzen verursacht, muss er unter Umständen doch operiert werden. Während der Nabelbruch bei Säuglingen schnell und gut behandelt werden kann, ist ein Nabelbruch bei erwachsenen Menschen ein größeres Problem. Von Geburt an ist der Nabel so etwas wie die Schwachstelle des Körpers und es sind oftmals kleine Ursachen, die zu einem Nabelbruch oder zu einer Nabelhernie führen können. Schweres Heben, ruckartiges Aufstehen oder auch zu starkes Recken kann dazu führen, dass die sogenannte Bruchpforte bricht.

    Was versteht man unter einem Nabelbruch?

    Wer eine kleine Beule neben oder unter dem Nabel hat und vielleicht einen leicht ziehenden Schmerz spürt, der könnte einen Nabelbruch haben. Bei einem Nabelbruch handelt es sich um eine Ausstülpung des Gewebes am Nabel, den sogenannten Nabelsack. Dieser Nabelsack ist die große Schwachstelle, denn er verursacht bei einem Nabelbruch eine Lücke in der Bauchwand, es entsteht die Bruchpforte. Was das Ganze problematisch macht, ist die Tatsache, dass diese Ausstülpung unter Umständen die Eingeweide des Bauchs, wie zum Beispiel Darmschlingen enthalten kann. Ist das der Fall, dann sprechen Ärzte von einem Bruchsackinhalt.

    Wie entsteht ein Nabelbruch?

    Wenn das Kind noch im Mutterleib ist, dann hat das ungeborene Kind im Bereich seines Nabels einen Ansatz, an dem die Nabelschnur praktisch andockt. Dieser Bereich ist eine Schwachstelle in der Bauchwand, die auch nach der Geburt bestehen bleibt. Ein Nabelbruch entsteht immer dann, wenn auf den Bauchraum großer Druck aufgebaut wird, wie das beispielsweise beim Heben von schweren Gegenständen der Fall ist. Aber auch bei Übergewicht oder in der Schwangerschaft, wenn die Bauchwand großen Belastungen ausgesetzt ist, kann es zu einem Nabelbruch kommen. Es gibt jedoch noch andere Ursachen, wie beispielsweise eine erbliche Veranlagung, denn wenn es in der Familie eine Neigung zur Bindegewebeschwäche gibt, dann ist ein Nabelbruch keine Seltenheit.

    Welche Symptome gibt es?

    Da ein Nabelbruch kaum Schmerzen verursacht, bemerken viele ihn nicht. Ein Nabelbruch ist aber sichtbar, denn am Nabel zeigt sich eine kleine Wölbung. Wenn sich der Bauchnabel hingegen bläulich verfärbt oder wenn ein ziehender Schmerz einsetzt, dann ist das ein deutliches Zeichen, dass der Bruchsackinhalt eingeklemmt ist. Sollte das der Fall sein, muss unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden, denn meist handelt es sich um eingeklemmtes Darmgewebe und das kann die Durchblutung beeinträchtigen. Im schlimmsten Fall kann es sogar passieren, dass der Darm abstirbt. Das zieht weitere gesundheitliche Folgen nach sich und kann unter ungünstigen Umständen sogar lebensgefährlich werden. Ein eingeklemmter Nabelbruch muss sofort operiert werden, allerdings kommt ein solch gefährlicher Nabelbruch nur in drei bis fünf Prozent aller Nabelbrüche vor.

    Die Diagnose Nabelbruch

    Der Arzt diagnostiziert einen Nabelbruch meist durch einen Tastbefund, denn die Bruchpforte in der Bauchwand lässt sich bei den meisten Patienten schnell und einfach ertasten. Hat der Nabelbruch aber ein größeres Ausmaß, und wenn der Verdacht besteht, dass Gewebe eingeklemmt ist, dann kann eine Untersuchung mit dem Ultraschallgerät für Klarheit sorgen.

    Welche Therapie kommt infrage?

    Während sich bei kleinen Kindern der Nabelbruch meist wieder von alleine zurückbildet, muss bei einem erwachsenen Patienten nicht selten operiert werden. Wie umfangreich die Operation ist, das hängt von der Größe des Bruchs ab. Während der OP öffnet der Chirurg mit einem bogenförmigen Schnitt die Bauchwand im Bereich des Nabels und verlagert dann den Inhalt des Bruchsacks wieder in den Bauchraum zurück und ist der Bruchsack groß, dann wird der Arzt ihn verkleinern. Bei kleineren Nabelbrüchen wird die Bruchpforte in der Regel direkt wieder vernäht, wenn der Nabelbruch aber größer als zwei Zentimeter ist, dann wird ein Netz aus Kunststoff unter die Bauchwand genäht, um die Bauchdecke zu stützen und sie auf Dauer auch zu stabilisieren, um sie vor weiteren Brüchen zu schützen.

    Bild: © Depositphotos.com / imagepointfr

  • Künstliche Haut – neue Hoffnung für Verbrennungsopfer

    Künstliche Haut – neue Hoffnung für Verbrennungsopfer

    Wer sich schon einmal an heißem Wasser oder an einem heißen Topf verbrannt hat, der weiß, wie schmerzhaft diese Verletzungen sind. Verbrennungen gehören nicht nur zu den schmerzhaften und langwierigen Verletzungen, sie zeichnen die Betroffenen auch für ihr ganzes Leben. Verbrennungen lassen die Haut stark vernarben und das führt nicht nur zu optischen Beeinträchtigungen, sondern auch zu motorischen Problemen. Bislang konnten Chirurgen nur versuchen, die verbrannten Hautflächen mit Eigenhaut zu behandeln, aber bei dieser Methode blieben immer Narben. Jetzt gibt es eine künstliche Haut, die Verbrennungsopfern Hoffnung macht.

    Künstliche Haut züchten

    Zellbiologen forschen schon seit einigen Jahren daran, künstliche Haut herzustellen, die auch bei großflächigen Verbrennungen zum Einsatz kommen kann. Jetzt ist es gelungen, diese künstliche Haut zu züchten, und zwar in großen Mengen und dazu auch noch vollautomatisch. Die künstliche Haut wird aber nicht nur Verbrennungsopfern helfen, sie ist auch für die Kosmetikindustrie von großem Interesse, denn künstliche Haut bietet die Möglichkeit, neue Produkte auch ohne Tierversuche schnell und einfach zu testen.

    Die Nachteile der eigenen Haut

    Verletzten mit Verbrennungen wurden bisher kleine gesunde Hautstücke entnommen, dann wie ein Netz geweitet oder in kleine Stücke geschnitten. Während einer Operation wurden diese Stücke dann auf die verbrannte Haut gelegt. So wächst die Haut an, aber was bleibt, das sind unschöne Narben. Auch die sogenannte Spalthaut, bei der eine dünne Hautschicht zum Beispiel von der Kopfhaut des Patienten abrasiert wird, hinterlässt Narben. Die transplantierte Haut vernarbt aber nicht nur, sie schrumpft auch, denn sie ist zu dünn, und das bereitet den Patienten große Probleme.

    Große Erfolge

    Dem Zellbiologen Ernst Reimann und seinem Team in der chirurgischen Abteilung im Universitäts-Kinderspital in Zürich ist es nun gelungen, eine komplexe künstliche Haut in einem Labor zu züchten. Diese künstliche Haut besteht aus zehn mal zehn großen Hautstücken aus Ober- und Unterhaut, die Stammzellen, Pigmentzellen und auch Blutgefäße enthalten. Schon die vorklinischen Studien mit Mäusen und Ratten zeigten, wie effektiv diese künstliche Haut ist und Ernst Reimann ist sich sicher, dass dieser Effekt auch bei Menschen erfolgreich sein wird. Acht Kinder wurden im Kinderspital in Zürich bereits mit der künstlichen Haut behandelt, und obwohl die klinischen Tests noch laufen, hat sich bereits eine Firma gefunden, die die individuell angepassten Hauttransplantate auf den Markt bringen möchte.

    Ein großer Bedarf

    Es besteht ein sehr großer Bedarf an künstlicher Haut, die bei Verbrennungsopfern für eine bessere Wundheilung ohne Narben sorgt. Tierversuche könnten bald der Vergangenheit angehören, denn an der Haut, die eine exakte Kopie der menschlichen Haut ist, können Versuche vorgenommen werden, ob neue kosmetische Produkte, aber auch ob Wasch- und Reinigungsprodukte allergische Reaktionen hervorrufen. Da es seit März 2013 verboten ist, an Tieren zu testen, kann die Industrie jetzt auf künstliche Haut zurückgreifen.

    Bild: © Depositphotos.com / valuavitaly

  • Zappeln ist gesund

    Zappeln ist gesund

    Viele Kinder müssen sich immer anhören, dass sie still sitzen sollen, wenn sie mal wieder auf ihrem Stuhl hin und her rutschen und die Füße nicht still halten. Dabei ist den Kindern gar kein Vorwurf zu machen, denn sie tun etwas, was gesund ist, nämlich zappeln. Eine neue Studie kommt jetzt zu dem Ergebnis, dass starres Sitzen nicht sonderlich gesund ist und dass alle, die auf dem Stuhl zappeln, die negativen Aspekte des starren Sitzens wunderbar kompensieren.

    Langes Sitzen ist gefährlich

    Eine groß angelegte Studie der Universität Leeds in England fand, dass langes Sitzen besonders für Frauen sehr gefährlich werden kann. Für die Studie wurden die Daten von 14.000 Studienteilnehmern ausgewertet. Dabei stellte sich heraus, dass Frauen, die beruflich oder auch privat viel und vor allem lange sitzen, eine höhere Sterberate haben als Frauen, die zwar auch lange sitzen, aber dabei auf ihrem Stuhl zappeln und die Beine und Füße ständig in Bewegung halten. Wenn zum langen Sitzen auch noch die falsche Ernährung kommt, dann macht sich das noch einmal bei der Sterberate bemerkbar. Zudem fanden die englischen Wissenschaftler um die Professorin Janet Cade heraus, dass Frauen, die während des Sitzens zappeln, auch gerne sportlich aktiv sind und in ihrer Freizeit schwimmen, Rad fahren oder regelmäßig laufen.

    Bessere Werte

    Die englische Studie war nicht die erste Studie, die sich mit dem Thema langes Sitzen und zappeln befasst hat, es gab schon früher Untersuchungen mit ähnlichen Ergebnissen. Im Rahmen einer amerikanischen Studie stellten die Forscher außerdem fest, zappeln auf den Stuhl kann unter anderem den Body-Mass-Index positiv beeinflussen, aber auch die Reaktionen des Körpers auf Insulin und Glucose sind besser, wenn während des langen Sitzens gezappelt wird. Nicht nur die körperliche Betätigung in den Arbeitspausen ist für die Gesundheit von Vorteil, auch das unruhige Sitzen und zappeln ist für die Gesundheit zuträglich.

    Die Kinder zappeln es vor

    Kinder die nicht lange ruhig sitzen können werden gerne etwas vorschnell als Zappelphilipp verurteilt, aber nach Ansicht der Forscher an der University of Leeds machen diese Kinder nichts falsch. Im Gegenteil, die Kinder handeln intuitiv, wenn sie zappeln, sie geben dem natürlichen Drang nach Bewegung nach. Es ist heute längst überholt Kinder zu starrem Sitzen am Tisch zu bewegen und selbst in den Schulen wird das stille sitzen nicht mehr verlangt. Kinder die zu Hause oder auch im Schulunterricht zappeln, auf dem Stuhl rutschen und die Füße in Bewegung halten, sind aufmerksamer, konzentrierter und sie vor allen Dingen auch gesünder. Eine starre Haltung beim sitzen ist nicht natürlich und entspricht der menschlichen Natur, wer gesund bleiben will, der sollte einfach zappeln und sich nicht darum kümmern was andere Menschen vielleicht darüber denken, denn zappeln ist weder unhöflich noch ein Zeichen für schlechte Erziehung.

    Bild: © Depositphotos.com / aletia

  • Grüner Tee – nicht alle Sorten sind gesund

    Grüner Tee – nicht alle Sorten sind gesund

    Seit feststeht, dass sich grüner Tee positiv auf die Gesundheit auswirken kann, wird diese besondere Form des Tees immer beliebter und ist längst mehr als nur ein Modegetränk. Diese Beliebtheit war der Grund für die Stiftung Warentest, 25 grüne Tees von verschiedenen Anbietern einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Das Ergebnis war alles andere als gut, wobei besonders die Biosorten sehr schlecht abgeschnitten haben.

    Warum ist grüner Tee gesund?

    Grüner Tee ist ohne Zweifel gesund, denn er schützt vor Herzinfarkten und Schlaganfällen, zudem werden die Cholesterinwerte verbessert und auch der Fettstoffwechsel wird günstig beeinflusst. Im grünen Tee sind sogenannte Polyphenole enthalten, die zu den Antioxidantien gehören, die wiederum als sehr gutes Anti-Aging Mittel gelten. Grüner Tee sorgt aber auch für eine gesunde Haut und ist ein effektiver Schutz gegen Arthritis, da die Inhaltsstoffe das empfindliche Gewebe schützen, das den Knorpel umspannt. Grüner Tee kann aber auch dabei behilflich sein, wenn es darum geht, Pfunde zu verlieren. Besonders wegen dieser Eigenschaft wird er sehr geschätzt. Der grüne Tee kann seine guten Eigenschaften jedoch immer nur dann entfalten, wenn auch die Inhaltsstoffe stimmen. Das war leider nicht bei allen Teesorten der Fall, die von der Stiftung Warentest getestet wurden.

    Schädliche Inhaltsstoffe

    Es waren die Biosorten, aber auch die Tees von namhaften Herstellern, die der Stiftung Warentest besonders negativ aufgefallen sind. So wurde in neun von 25 Sorten unter anderem Pyrrolizidinalkaloid gefunden, ein Alkaloid, das im Verdacht steht, Krebs zu erzeugen. Aber auch Schadstoffe wie Mineralöle, Pestizide und Nikotin fanden die Tester in einigen Sorten.

    Die Testergebnisse

    25 Sorten grünen Tee hat die Stiftung Warentest untersucht und sieben Sorten schnitten mit einem glatten „Mangelhaft“ ab. Sieben weitere Sorten bekamen nur ein „Ausreichend“, aber nur vier der fünf mit „Gut“ getesteten Biosorten hatte auch wirklich Bio-Qualität. Die anderen grünen Tees, die mit rein biologischen Inhaltsstoffen werben, enthielten Schadstoffe. Die Stiftung Warentest hat die Hersteller, die schlecht und sehr schlecht abgeschnitten haben, bereits informiert. Einige wenige Hersteller haben reagiert und wollen den Tee aus dem Handel nehmen, andere arbeiten angeblich nach eigenen Aussagen an einem Konzept, um die schädlichen Stoffe wenigstens zu minimieren.

    In Maßen genießen

    Ernährungsexperten raten dazu keinen grünen Tee zu kaufen, der direkt aus China importiert wurde, denn diese Tees sind nicht gesund, sie sind vielmehr das pure Gift. Grüner Tee sollte grundsätzlich nur in kleinen Portionen getrunken werden, selbst dann, wenn der Tee als unbedenklich getestet wurde. Ohne Zucker getrunken ist grüner Tee ein sehr guter Durstlöscher, der auch während einer Diät erlaubt ist. Schwangere Frauen, Menschen mit einem schwachen Immunsystem und auch kleine Kinder sollten nach Möglichkeit gar keinen grünen Tee trinken, denn Inhaltsstoffe wie Catechine, Flavonoide und auch Gerbstoffe können sich negativ auf die Gesundheit auswirken.

    Bild: © Depositphotos.com / gdolgikh