Schlagwort: Kinder

  • Neue Studien zeigen, wie der Herpesvirus funktioniert

    Neue Studien zeigen, wie der Herpesvirus funktioniert

    Sie sind für die Betroffenen nicht nur schmerzhaft, sondern auch peinlich – Herpesbläschen, die sich wie aus dem Nichts auf der Oberlippe bilden. Bislang wurde die Entstehung dieser Bläschen mit einer Störung im Immunsystem in Zusammenhang gebracht, jetzt konnten Wissenschaftler aus den USA den Herpesvirus entschlüsseln und zum ersten Mal erklären, welcher Mechanismus sich dahinter verbirgt. Das macht es einfacher, ein effektives Medikament zu finden, was den Herpesvirus auf Dauer ausschalten kann.

    Der Herpesvirus und sein rätselhaftes Auftreten

    In Deutschland leiden mehr als 80 % der Erwachsenen unter Herpesbläschen. Sie sind mit dem Herpesvirus infiziert, aber nicht bei allen bilden sich die juckenden unangenehmen kleinen Blasen am Mund. Wer aber anfällig ist, der muss immer wieder mit Schüben leben, die besonders dann auftreten, wenn der Alltag mal wieder hektisch und stressig wird. Der Herpesvirus nistet sich an den feinen Enden der Nerven unter der Haut an und ist dort latent zu finden. Wenn die T-Zellen, die ein Teil des Immunsystems sind, den Herpesvirus in Schach halten, dann haben die Bläschen keine Chancen, aber wenn es zu Stress kommt, dann wird der Virus aufgeweckt, er beginnt sich zu vermehren und schon entstehen die unschönen kleinen Blasen auf der Lippe. Warum das Immunsystem plötzlich unaufmerksam wird, das war lange Zeit ein Rätsel, jetzt aber sind die Forscher der University of North Carolina dem Geheimnis auf die Spur gekommen.

    Warum das Herpesvirus sich bei Stress vermehrt

    Die Wissenschaftler der Uni in North Carolina konnten an Tests mit Mäusen nachweisen, dass Stresshormone den Herpesvirus „aufwecken“ und ihn zur Vermehrung anregen. Für das Immunsystem passiert das offenbar so überraschend, dass es keine Möglichkeit mehr hat, sich dagegen zu wehren. Die Mäuse wurden vor den Versuchsreihen mit Stresshormonen behandelt und dann massiv unter Stress gesetzt. Alle behandelten Tiere reagierten gleich, das Virus wurde geweckt und die Tiere bekamen die typischen Herpesbläschen. Die Studie konnte erstmals zeigen, was genau sich während einer Stressphase in einer Nervenzelle abspielt. Die Wissenschaftler haben das Geschehen mit dem Umlegen eines Schalters verglichen, denn wenn der Schalter durch die Stresshormone umgelegt wird, dann ist das ein Signal für den Virus, sich explosionsartig zu vermehren.

    Gibt es bald ein wirksames Medikament?

    Gegen Herpes ist bislang noch kein Kraut gewachsen. Es gibt zwar Salben und Cremes, die dabei helfen die Bläschen auszutrocknen, aller leider immer noch kein Mittel, um die Entstehung der Bläschen zu verhindern. Die US-Forscher haben bei ihren Versuchsreihen einen Hemmstoff erarbeitet, denn sie auf die Nervenfasern gegeben haben. Das Ergebnis war erstaunlich, denn als Stresshormone dazugegeben wurden, konnten sich die Herpesviren nicht mehr vermehren und sie fielen wieder in ihre Ruhephase. Auch wenn die Mäuse anschließend wieder unter Stress gesetzt wurden, kam es zu keinem Ausbruch des Virus. Das ist für die Wissenschaftler der Beweis, dass es eine Möglichkeit gibt, die Viren dauerhaft in Schach zu halten. Die weitere Forschung muss nun zeigen, ob sich die Erfolge nur auf Mäuse beschränken, oder ob sich beim Menschen der gleiche positive Effekt auslösen lässt. Bis es allerdings ein wirksames Medikament gibt, werden wohl noch einige Jahre vergehen.

    Nicht nur für Menschen gefährlich

    Der römische Kaiser Tiberius hatte es nicht gerne, wenn bei offiziellen Zeremonien oder anderen Anlässe geküsst wurde, denn er wollte Herpesbläschen auf jeden Fall vermeiden. Die Bläschen sind zwar relativ harmlos, aber wer sie einmal hat, der wird sie sein Leben lang nicht mehr los. Gefährlich ist der Herpesvirus hingegen für ungeborene und neugeborene Kinder sowie für einige Tierarten. So ist das Virus zum Beispiel für die europäische Auster eine Gefahr, und französische Austernzüchter mussten in den vergangenen Jahren um ihren Bestand fürchten, weil viele der Muscheln mit dem Virus infiziert waren.

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  • Hebammen – mehr als nur Geburtshelferinnen

    Hebammen – mehr als nur Geburtshelferinnen

    Nicht jede Frau kann sich mit dem Gedanken anfreunden, ihr Kind in einer modernen, medizinisch-technisch hoch gerüsteten Klinik zur Welt zu bringen. Immer mehr Frauen wünschen sich eine natürliche Geburt in einer ansprechenden Atmosphäre und wählen deshalb eine Geburt, die nur von einer Hebamme geleitet wird. Der Beruf der Hebamme ist einer der ältesten Berufe der Welt, und bis heute sind Hebammen mehr als nur Geburtshelferinnen, sie sind vielmehr Vertrauenspersonen, die Mütter und auch Kinder vor, während und nach der Geburt betreuen.

    Von der Wehfrau zur Hebamme

    Hebammen sind auf Wandmalereien aus dem dritten Jahrtausend vor Christus zu sehen, und auch im Alten Testament wird die Hebamme bereits erwähnt. In der Antike durften nur die Frauen, die selbst nicht mehr im gebärfähigen Alter waren, den Beruf der Hebamme ausüben, denn nur so konnte sichergestellt werden, dass sie jederzeit zur Verfügung standen, um Geburtshilfe zu leisten. Im Mittelalter waren Wehfrauen, wie die Hebammen damals noch hießen, durch einen Eid verpflichtet, das Kind unmittelbar nach der Geburt taufen zu lassen und wenn ein behindertes Kind zur Welt kam, die Mutter bei der Obrigkeit anzuzeigen. Seit 1452 gibt es eine einheitliche Verordnung für Hebammen und seit 1491 müssen Hebammen eine Ausbildung nachweisen können, um selbstständig eine Entbindung durchführen zu dürfen.

    Hebammen in der heutigen Zeit

    Das heutige Berufsbild der Hebamme hat sich im Laufe der Jahrhunderte kaum verändert. Bis heute beraten und betreuen Hebammen die Schwangerschaft, die Geburt, das Wochenbett und auch die Stillzeit. Frauen, die in einem Geburtshaus oder im eigenen Zuhause entbinden wollen, sollten früh mit einer Hebamme Kontakt aufnehmen, denn nur wenn die Hebamme die Frau durch die gesamte Schwangerschaft begleitet, dann kennt sie alle wichtigen Parameter und kann später entsprechend sicher die Geburt leiten. Die Hebamme steht ihren Patientinnen in der Klinik Tag und Nacht zur Verfügung, zudem begleitet sie die Frauen im Geburtshaus in einer vertrauensvollen Atmosphäre durch die Geburt. Sie steht der Gebärenden außerdem bei einer ambulanten Geburt in der Klinik zur Seite und sie entbindet auch bei der Patientin zu Hause, wenn diese im Kreise ihrer Familie ihr Kind zur Welt bringen möchte.

    Welchen Hebammenleistungen können Frauen in Anspruch nehmen?

    Jede Frau hat das Recht, die Arbeit einer Hebamme in Anspruch zu nehmen. Unabhängig wie die Frau entbunden hat, kann eine Hebamme bis zu zehn Tage nach der Entbindung ins Haus kommen, und die Besuche bis zur zwölften Woche nach der Geburt werden von den Krankenkassen bezahlt. Bis das Kind acht Wochen alt ist, gibt es zudem den Anspruch auf eine Stillberatung durch die Hebamme und wenn der Hausarzt oder der Kinderarzt der Ansicht sind, dass Mutter und Kind über den gesetzlichen Rahmen hinaus von einer Hebamme betreut werden müssen, dann muss ebenfalls die Krankenkasse zahlen. Zu den Aufgaben einer Hebamme nach der Geburt gehören unter anderem:

    • Die medizinische Versorgung des kindlichen Nabels
    • Ernährungsberatung und Pflegeanleitung
    • Informationen und Anleitungen zum Stillen
    • Untersuchung und Kontrolle der Wundheilung bei Kaiserschnitten und Dammschnitten
    • Informationen zu allen wichtigen Impfungen
    • Beurteilung des allgemeinen Zustandes des Kindes
    • Kontrolle der Gebärmutter und Übungen für die Rückbildung

    Die Haftpflichtversicherung für Hebammen

    Eine Hebamme, die freiberuflich arbeitet oder ein Geburtshaus führt, muss haftpflichtversichert sein, denn wenn es zu Komplikationen oder zu schwerwiegenden Problemen während der Geburt kommt, dann übernimmt die Haftpflichtversicherung alle anfallenden Kosten, zum Beispiel, wenn es zu Streitigkeiten vor Gericht kommt. Allerdings sind die Prämien der Haftpflichtversicherung für Hebammen in den letzten Jahren in astronomische Höhen gestiegen. Zahlte eine niedergelassene Hebamme 1981 noch eine Prämie von 30,68 DM, so stieg der Beitrag 2010 auf 3689,- Euro. Seit 2014 zahlt eine freiberuflich arbeitende Hebamme 5302,- Euro für die Haftpflichtversicherung, was das Ende für viele Geburtshäuser war.

    Bild: © Depositphotos.com / lucidwaters

  • Social Freezing – ein neuer Trend?

    Social Freezing – ein neuer Trend?

    Viele Frauen wünschen sich ein Baby, doch oftmals ist der richtige Zeitpunkt noch nicht erreicht. Sei es aus persönlichen oder beruflichen Gründen – daher schieben einige Frauen ihren Kinderwunsch bisweilen auf unbestimmte Zeit nach hinten. Wer hier jedoch nicht aufpasst, kann den „richtigen Zeitpunkt“ ganz einfach verpassen und hat mit Anfang 40 schließlich kein Glück, auf natürlichem Wege schwanger zu werden. Denn mit zunehmendem Alter nimmt einerseits die Fruchtbarkeit bei Frauen rapide ab und andererseits die Häufigkeit von Fehlern im Erbgut, die zu Krankheiten und Behinderungen des Kindes oder aber einem natürlichen Abgang zu Beginn einer Schwangerschaft führen können, zu.

    Als neuer Trend scheint daher Social Freezing für Frauen, die entweder zunächst Karriere machen möchten oder die einfach nicht den passenden Partner gefunden haben, eine optimale Lösung zu sein, um trotzdem nicht auf Nachwuchs verzichten zu müssen. Erst kürzlich sorgten sowohl Facebook als auch Apple für Aufsehen, als sie verkündeten, ihren Mitarbeiterinnen eine solche Behandlung zu finanzieren. Doch wie genau funktioniert Social Freezing eigentlich und wer ist die Zielgruppe dieser Methode?

    Auf Eis gelegt – die moderne Familienplanung?

    Das sogenannte Social Freezing bietet vor allem Frauen zwischen 35 und 40 Jahren mittlerweile auch in Deutschland die Möglichkeit, unbefruchtete Eizellen für einen späteren Kinderwunsch einfrieren zu lassen. Jedoch ist die Entnahme reifer Eizellen bei Weitem nicht so einfach wie die Samenspende für Männer.

    Beim Social Freezing wird zunächst ähnlich wie bei der künstlichen Befruchtung vorgegangen. Über zehn Tage hinweg werden der Frau Hormone gespritzt, die die Eizellreifung anregen – im Anschluss daran findet die Entnahme der gebildeten Eizellen über die Vagina statt. Durch die vorangehende Hormonbehandlung kann es bei den Frauen in seltenen Fällen zu Nebenwirkungen wie starken Stimmungsschwankungen oder auch Übelkeit kommen.

    Nun findet im Anschluss an die Entnahme der Eizellen allerdings keine Befruchtung dieser Zellen statt (wie bei der künstlichen Befruchtung), stattdessen werden die Eizellen bei minus 180 Grad Celsius schockgefroren und in speziellen Kyrotanks durch den Einsatz von flüssigem Stickstoff gelagert. Hierfür gibt es in Deutschland private Anbieter, wie z.B. die Eizellbank Seracell Freezing aus Rostock, die die Zellen gegen eine monatliche Gebühr beliebig lange lagern. Die Spende von Eizellen ist hingegen zumindest in Deutschland gesetzlich verboten, aus diesem Grund haben Frauen lediglich die Möglichkeit, ihre Eizellen für den eigenen Gebrauch einfrieren zu lassen.

    Wer entscheidet sich für Social Freezing?

    Die Methode des Eizelleneinfrierens war zumindest in Deutschland zunächst Frauen vorbehalten, die sich aufgrund einer Krebserkrankung einer Chemotherapie unterziehen mussten – denn auf diese Weise konnten die entnommenen Zellen vor den zerstörenden Chemikalien geschützt werden, sodass ein Kinderwunsch nach überstandener Krankheit mit besseren Chancen erfüllt werden konnte. Doch mittlerweile ist das Einfrieren von Eizellen auch aus den bereits genannten sozialen Gründen möglich – damit steht es der modernen Frau vollkommen frei, sich für eine neue Art der Familienplanung zu entscheiden.

    Aktuell ist das Social Freezing in Deutschland allerdings noch wenig verbreitet; das liegt zum einen wohl daran, dass dieser Trend erst vor nicht allzu langer Zeit auch hier angekommen ist. Zum anderen fehlt bisher eine grundlegende Aufklärung über die Möglichkeiten dieser Art der Familienplanung. Generell scheint jedoch ein Großteil der deutschen Frauen dem Social Freezing gegenüber offen eingestellt zu sein.

    So äußerten sich laut einer Umfrage von Seracell über die Hälfte der 1400 befragten Mütter in der „Family & Life“ Studie positiv gegenüber Social Freezing. Nur etwa 14 Prozent der Frauen lehnten das Einfrieren von Eizellen generell ab, knapp drei Prozent würden sich ein Verbot wünschen.

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  • Demenz bei Kindern – wenn aus Zehnjährigen Pflegefälle werden

    Demenz bei Kindern – wenn aus Zehnjährigen Pflegefälle werden

    Demenz ist eine Krankheit, die nur ältere Menschen betrifft – das ist die landläufige Meinung, die aber so leider nicht stimmt. In Deutschland leiden 400 Kinder unter Demenz, sie leben ohne Hoffnung auf Genesung und mit einem Todesurteil. Therapien gibt es nicht, den verzweifelten Eltern stehen lediglich Selbsthilfegruppen bis zum Tod der Kinder zur Seite. Neuronale Ceroid Lipofuszinose, kurz NCL heißt die Krankheit, die Kinder oft schon noch vor dem zehnten Geburtstag befällt. NCL ist eine vererbte Form der Demenz, deren Erforschung erst ganz am Anfang steht und die unheilbar ist.

    Ganz normale Kinder

    Die 400 Kinder, die zurzeit in Deutschland an dieser seltenen Form der Demenz leiden, kommen als gesunde und unauffällige Kinder zur Welt. Die Kinder entwickeln sich altersgemäß, sie lernen wie andere Kinder auch, mit rund einem Jahr zu laufen, sie lernen zu sprechen, selbstständig zu essen und alles das, was auch gesunde Kinder können. Dann ändert sich von einem auf den anderen Tag alles. Die betroffenen Kinder lernen plötzlich keine neuen Wörter mehr, sie vergessen schon gelernte Begriffe und Tätigkeiten und haben auch Probleme damit, scharf zu sehen. Die Entwicklung kommt schließlich komplett zum Stillstand, und dann beginnen die Kinder sich praktisch rückwärts zu entwickeln. Die betroffenen Kinder können nicht mehr ohne Hilfe gehen, sie fallen mehr und mehr hin, sie schreien stundenlang ohne Grund und es kommt nicht selten sogar zu epileptischen Anfällen.

    Demenz bei Kindern – die Medizin ist ratlos

    Für die Eltern beginnt mit den Rückschritten ihres Kindes ein schrecklicher Weg durch alle medizinischen Instanzen. Der Kinderarzt kann das Krankheitsbild nicht richtig zuordnen und auch in den meisten Kinderkliniken wissen die Ärzte nicht, was sie tun sollen. Der Weg führt die Eltern schließlich zu einem Neurologen. In der ganzen Zeit leben sie praktisch in einem Zustand zwischen vielen Fehldiagnosen und einer Unkenntnis der Lage. Es wird Hoffnung gemacht, die dann sehr schnell einer tiefen Enttäuschung folgt. Für viele betroffene Eltern wird das Virchow-Klinikum in Berlin zur letzten Anlaufstelle, denn dort wurde in den meisten Fällen die richtige Diagnose gestellt: Kindliche Demenz.

    Die Stoffwechselstörung, die zur Demenz führt

    Seit Jahren werden im Berliner Virchow-Klinikum Kinder behandelt, die unter Demenz leiden. Die Krankheit wird vererbt, sie zerstört langsam aber sicher das Gehirn und sie führt immer zum Tod. Die Ärzte in der Berliner Klinik sehen bei den Kindern, die unter NCL leiden, immer wieder die für diese Krankheit typischen Symptome wie Sehstörungen und zunehmend auch immer wieder motorische Ausfälle. Alles, was die Mediziner tun können, ist die Familien an Selbsthilfegruppen zu verweisen, denn es gibt weder Medikamente, die NCL abmildern oder sogar stoppen können, noch Therapien, mit denen der Verlauf der Krankheit beeinflusst werden könnte.

    Wie Selbsthilfegruppen helfen können

    Die betroffenen Eltern stehen nach der Diagnose Demenz vollkommen alleine da. Weder die Medizin noch die Krankenkassen können den Eltern helfen, die einzige Adresse, an die sich Eltern wenden können, sind die Selbsthilfegruppen, die es mittlerweile gibt. Auch die NCL-Stiftung, die 2002 in Hamburg gegründet wurde, ist eine Adresse, an die sich Eltern wenden können, wenn sie Fragen haben oder sich mit anderen betroffenen Familien austauschen möchten. Die Stiftung wurde von Frank Husemann gegründet, dessen Sohn Tim seit sechs Jahren an NCL leidet. Husemann wollte nicht länger tatenlos dabei zusehen, wie der gesundheitliche Zustand seines Sohnes immer schlechter wurde, und begann damit, Forscher und Ärzte an einen Tisch zu bringen. Noch ist kein Durchbruch vonseiten der Forschung in Sicht, aber dank engagierter Mitarbeiter der Stiftung werden jetzt Schritte unternommen, die den Eltern erkrankter Kinder Hoffnung machen. Ob und wann es ein Medikament oder eine Therapie geben wird, das kann zum jetzigen Zeitpunkt aber keiner sagen.

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  • Die 2. SSW – eine spannende Reise beginnt

    Die 2. SSW – eine spannende Reise beginnt

    Schwanger in der 2. Woche – das ist aus rein biologischer Sicht nicht möglich, denn in der 2. Woche ist der Körper erst einmal damit beschäftigt, die Vorbereitung für eine mögliche Schwangerschaft zu schaffen. Der Körper beginnt mit dem Aufbau der Gebärmutterschleimhaut und bereitet zudem den Eisprung, die sogenannte Ovulation vor. Der Eisprung und die Schleimhaut der Gebärmutter spielen im weiblichen Zyklus die Hauptrollen, wenn ein neues Leben entstehen soll. Ungefähr zur Mitte des Zyklus platzt ein reifes Eizellbläschen, das Follikel und katapultiert dann mit großer Geschwindigkeit eine bereits reife Eizelle in den Trichter des Eileiters.

    Die 2. SSW – eine aufregende Woche

    Wenn die Eizelle ihren Weg in den Eileitertrichter gefunden hat, dann bekommt sie tatkräftige Unterstützung durch eine Vielzahl von feinen Flimmerhärchen. Sie sorgen dafür, dass die Eizelle ohne Schwierigkeiten durch den Eileiter zum Uterus wandern kann. Diese „Transporthilfe“ muss reibungslos funktionieren, denn die Eizelle hat es eilig, da die Zelle nach dem Eisprung nur zwölf bis 24 Stunden lebensfähig ist.

    Jetzt heißt es für die Eizelle, sie muss warten und sich in Geduld üben, denn entweder wird befruchtet oder nicht. Bleibt die Befruchtung aus, dann kommt es zur monatlichen Blutung, kommt aber eine Samenzelle vorbei und befruchtet die Eizelle, dann entsteht neues Leben. Schwanger wird eine Frau zwei Wochen nach der Befruchtung, erst dann beginnt die Zellteilung und damit auch das Leben eines neuen Menschen.

    Die Rolle der Samenzellen in der 2. SSW

    Nachdem der Mann zum Orgasmus gekommen ist, beginnen rund 500 Millionen Samenzellen eine Art Wettrennen, bei dem es am Ende wie bei jedem anderen Wettrennen auch, nur einen einzigen Sieger geben kann. Nur ein Spermium wird siegen, aber der Weg zum Sieg ist sehr beschwerlich. Um die Eizelle befruchten zu können, muss die Samenzelle in den Eileiter gelangen, aber da sind die schon erwähnten Flimmerhärchen, die es der Samenzelle schwer machen. Die Zelle muss nämlich gegen die Bewegungen der Flimmerhärchen schwimmen und das kostet richtig Kraft.

    Unter den Samenzellen gibt es gute und weniger gute Schwimmer. Rekordverdächtig sind die Samenzellen, die eine Distanz von 15 bis 18 cm in einer halben Stunden schaffen. Andere Zellen sind weniger gute Schwimmer, sie brauchen für den gleichen Weg einige Tage, einige Zellen machen auf halbem Weg schlapp und kommen gar nicht ans Ziel.

    Kurz vor der Ziellinie wartet dann die äußere Eihülle, die von den Samenzellen durchbohrt werden muss. Zwar schaffen es mehrere Zellen, dieses Hindernis zu überwinden, aber am Ende ist es nur eine Samenzelle, die tatsächlich auch in die innere Membran der Eizelle vordringen kann. Welche der Samenzellen der Sieger ist, der es bis hierher geschafft hat, das entscheidet allein die Eizelle, die biochemische Signale aussendet. Kommt die Samenzelle endlich an ihr ersehntes Ziel, also in das Innere der Eizelle, dann verändert die Eizelle ihre Struktur. Die elektrische Spannung der Zellmembran ändert sich und damit fällt bildlich gesprochen eine Tür zu und bleibt für alle anderen Samenzellen, die vielleicht noch hineinwollen, für immer verschlossen.

    Eizelle und Samenzelle sind jetzt allein und können in aller Ruhe miteinander verschmelzen. Mit dieser Verschmelzung machen sie den ersten Schritt und bereiten so den Weg zu einem neuen Leben.

    Wenn es mit dem Baby nicht klappen will

    Paare, die sich sehnlichst ein Baby wünschen, warten in der 2. Schwangerschaftswoche auf die ersten Anzeichen. Aber selbst Frauen, die eine 2. Schwangerschaft erleben, können zu diesem Zeitpunkt nicht sagen, ob es mit der Befruchtung geklappt hat oder nicht. Schwanger zu werden, das ist eigentlich ganz einfach, denn die biologischen Abläufe sind nicht allzu kompliziert, trotzdem warten viele Paare vergeblich auf den Nachwuchs. Eine ungewollte Kinderlosigkeit hat jedoch verschiedene Ursachen.

    Kinderlosigkeit kann medizinische Gründe, aber auch seelische Ursachen haben. Defekte oder Veränderungen der Eierstöcke, des Gebärmutterhalses und auch der Eileiter können eine Schwangerschaft verhindern. Aber auch frühere Eileiterschwangerschaften, Operationen oder Entzündungen gehören zu den Ursachen, die verhindern, dass es zu einer Befruchtung kommt.

    Unfruchtbarkeit bei Männern ist meist auf die Spermien zurückzuführen. Die Samenzellen sind entweder nicht beweglich, sie sind nicht schnell genug oder es gibt zu wenig davon. Wie gut die Qualität der Samenzellen ist, das hängt zum einen mit der Lebensweise zusammen, aber auch Schadstoffe und Krankheiten können die Qualität der Spermien negativ beeinflussen.

    In 10 bis 15 % aller Fälle von Unfruchtbarkeit ist die Seele schuld, wenn es mit dem Baby nicht wie gewünscht klappt. Erschöpfung, Stress, seelische Belastungen oder auch Nervosität verhindern, dass es zu einer erfolgreichen Befruchtung kommt. Nikotin und Alkohol verringern ebenfalls die Chance auf ein Baby, vor allem Nikotin ist gefährlich, denn es verhindert, dass die Geschlechtsorgane ausreichend durchblutet werden.

    Die künstliche Befruchtung

    Wenn es auf natürlichem Weg mit dem Wunschkind nicht so recht klappen will, dann bleibt als Alternative noch die künstliche Befruchtung. Der Prozess der Befruchtung bleibt streng genommen der Gleiche, wenn auch in einem etwas anderen Rahmen. Die Eizelle und die Samenzellen treffen sich bei der künstlichen Befruchtung in einer sogenannten Petrischale und um die Erfolgsaussichten zu erhöhen, werden meist mehrere Eizellen befruchtet. Die Zellen werden der Frau dann eingesetzt, und mit der Hilfe von Hormonen sollen die befruchteten Zellen dann zum Reifen animiert werden.

    Nicht alle eingesetzten Embryonen überleben, aber nicht selten kommt es bei einer künstlichen Befruchtung auch zu einer Mehrlingsschwangerschaft. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wenn es um die künstliche Befruchtung geht, besonders erfolgreich ist aber die In-Vitro-Fertilisation, kurz IVF genannt. Bei dieser Methode muss die Frau zunächst Hormone einnehmen, um möglichst viele Eizellen zum Reifen zu bringen. Die Zellen werden anschließend abgesaugt und mit den männlichen Spermien zusammengeführt. Wenn alles klappt, dann findet eine Befruchtung statt, und wenn sich die Zellen wie geplant teilen, dann steht fest, dass sich ein Embryo gebildet hat. Auch bei der IVF gilt, es gibt in der 2. SSW keine Anzeichen, aber die Eltern erfahren früher als andere Eltern, dass ein Baby unterwegs ist, denn die werdende Mutter wird früher auf eine mögliche Schwangerschaft getestet.

    Die Kosten für eine künstliche Befruchtung übernimmt bei maximal drei Versuchen zur Hälfte die Krankenkasse, ab dem vierten Versuch müssen die Paare die Befruchtung in der Petrischale aus der eigenen Tasche bezahlen.

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  • Moringa – ein Baum mit vielen Fähigkeiten

    Moringa – ein Baum mit vielen Fähigkeiten

    Er stammt ursprünglich aus dem Norden Indiens, gehört zu den Bennussgewächsen und gilt als die nährstoffreichste Pflanze der Welt – der Moringabaum. Moringabäume wachsen heute vor allem in Lateinamerika, in Asien und in Afrika, die frischen, aber auch die getrockneten Blätter des Baumes werden dort in vielfältiger Art und Weise zubereitet und gelten als Problemlöser für die weitverbreitete Unterernährung. In den westlichen Industrienationen gilt Moringa oleifera, so der botanische Name des Baums, als neues Superfood.

    Was macht den Moringabaum zum Wunderbaum?

    Der Moringabaum stammt ursprünglich aus der Himalajaregion Indiens und bekam seinen Beinamen Meerrettichbaum von den englischen Kolonialherren. Der Baum enthält Senfölglykosiden, daher riechen die Wurzeln stark nach Meerrettich und die Blätter haben einen scharfen Beigeschmack. Die Engländer nutzen die Blätter und die Wurzeln als Meerrettichsalz und würzten damit ihre Speisen. Heute gehören die Blätter des Moringabaumes in vielen Ländern zu den wichtigsten Nahrungsquellen, aber sie werden auch als Medizin verwendet. In Indien wird der Moringabaum als Wunderbaum bezeichnet, weil er angeblich in der Lage ist, mehr als 300 Krankheiten zu heilen. Der Moringa trägt aber auch den Ehrentitel Baum der Unsterblichkeit, da er auch unter widrigen Umständen wächst und resistent gegen Dürre ist.

    Die besonderen Fähigkeiten des Moringabaumes

    Der Moringabaum hat nicht nur viele Fähigkeiten, er ist auch äußerlich anders als andere Bäume. Sein Stamm ist kurz und wirkt immer ein wenig angeschwollen, seine Früchte erinnern an Bohnen und hängen tief von den Ästen herab, was ihnen das Aussehen von Trommelstöcken verleiht. Was den Baum aber so besonders macht, ist sein rasantes Wachstum, denn er wächst pro Monat um 30 cm und erreicht schon nach einem Jahr die imposante Höhe von acht Metern. Für dieses schnelle Wachstum sorgt ein Hormon, und zwar das Antioxidans Zeatin, was der Baum in großen Mengen speichert. Wenn Menschen dieses Hormon zu sich nehmen, dann regt es die Regeneration der Haut an und der natürliche Alterungsprozess der Haut verlangsamt sich.

    Was macht Moringa zum Superfood?

    In Europa haben die Blätter des Moringa oleifera den Ruf, ein Superfood zu sein, denn alleine in den Blättern finden sich mehr als 90 Nährstoffe sowie Vitamine, Mineralstoffe, Antioxidantien und Proteine. So soll der Moringabaum 17 mal mehr Kalzium enthalten als Milch und 15 mal mehr Kalium als Bananen. Der Gehalt an Eisen ist 25 mal größer als das bei Spinat der Fall ist und auch beim Beta-Carotin hat Moringa die Nase vorn, denn die Blätter enthalten 4 mal mehr davon als Karotten. Moringa ist eine wirksame Waffe im Kampf gegen Mangel- und Unterernährung und es reichen schon zwei Teelöffel des Pulvers aus, um den täglichen Mangel an Nährstoffen aufzufüllen. Bei Versuchen mit Moringapulver im Senegal stellten die Ärzte fest, dass die Einnahme des Pulvers gewichtssteigernde Effekte hatte und dass Frauen, die ein Kind zur Welt brachten, sich schneller von der Geburt erholten. Zudem hatten die Kinder ein höheres Gewicht bei der Geburt und die Milchproduktion der Frauen wurde deutlich gesteigert.

    Ist Moringa wirklich ein Superfood?

    Die Blätter des Moringabaumes sind unbestritten sehr gesund, aber Ernährungsexperten bezweifeln, ob der Moringa tatsächlich DAS Superfood schlechthin ist. Sie kritisieren, dass sich die Nährstoffangaben nur auf die Pulverform beziehen, aber nicht auf die frischen Blätter des Baumes. Um realistische Angaben zu bekommen, müsste man auch die Karotten, die Bananen und den Spinat pulverisieren, denn dann wäre der Vergleich fair. Bei Tierversuchen wurde aber deutlich, dass Moringa den Blutzuckerspiegel senken kann und sich zudem positiv auf dem Cholesterinspiegel auswirkt. Das Pulver der Moringablätter hat außerdem eine krebshemmende Wirkung, denn die in den Blättern enthaltenen Senfölglykoside eliminieren Krebszellen, schonen dabei aber die gesunden Zellen.

    Bild: © Depositphotos.com / bdspn74