Schlagwort: Kinder

  • Die Kindersterblichkeit ist gesunken

    Die Kindersterblichkeit ist gesunken

    Zuerst die gute Nachricht – die weltweite Kindersterblichkeit hat sich nach Angaben der UNO seit 1990 halbiert. Jetzt die schlechte Nachricht – es sterben noch immer knapp sechs Millionen Kinder überall auf der Welt an Hunger und Krankheiten, bevor sie fünf Jahre alt werden. Aber auch diese Zahl hat sich im Vergleich zum vergangenen Jahr verbessert, denn 2014 waren es noch 6,3 Millionen Kinder. Die UNO hat ihr Ziel nicht erreicht, denn die Vorgabe war, dass sich die Zahl der Kindersterblichkeit zwischen 1990 und 2015 um zwei Drittel verringern sollte.

    Kindersterblichkeit – Nüchterne Zahlen

    Auch wenn sich die Kindersterblichkeit um 53 % reduziert hat, immer noch müssen jeden Tag 16.000 Kinder sterben. Dabei sind die meisten Todesfälle vermeidbar, sagt das Kinderhilfswerk UNICEF. Rund 45 % der Todesfälle passieren in den ersten 28 Lebenstagen der Kinder. Komplikationen bei der Geburt, Durchfallerkrankungen, Lungenentzündungen und auch Malaria und Blutvergiftungen sorgen in diesem Zeitraum für eine hohe Kindersterblichkeit. Von sechs Millionen Kindern stirbt rund eine Million am Tag der Geburt, zwei Millionen sterben in der ersten Lebenswoche. Die Hälfte der Kinder stirbt aber vor dem fünften Lebensjahr an mangelnder Ernährung. Allein im afrikanischen Tschad sterben 85 von 1.000 Kindern, bevor sie das fünfte Lebensjahr erreichen, in Deutschland sind es nur drei von 1.000 Kindern.

    Der Tod ist vermeidbar

    Die UNO macht viele afrikanische Staaten, die südlich der Sahara liegen, und auch die Länder in Südasien für die hohe Kindersterblichkeit verantwortlich. Sie fordert diese Staaten auf, endlich das Gesundheitswesen zu verbessern, die schwangeren Frauen besser zu betreuen und auch mehr Schutzmaßnahmen zu ergreifen, um Krankheiten wie Malaria keine Chance mehr zu geben. Einfache Mückenschutznetze reichen aus, um die Kinder vor den Stichen der mit Malaria infizierten Mücken effektiv zu schützen und auch die Impfprogramme gegen die für Kinder immer noch sehr gefährliche Krankheit müssen vorangetrieben werden. Die Kinder müssen nicht nur gegen Rotaviren geimpft werden, die Durchfallerkrankungen auslösen, sondern auch gegen Pneumokokken. Vor allem Babys können so durch einfache und bezahlbare medizinische Maßnahmen gerettet werden.

    Der Kampf gegen den Hunger

    Dass noch immer Kinder sterben, weil sie nicht genug zu essen haben, ist nach Ansicht der UNO eine Schande und sollte von den Staaten der Welt so nicht mehr hingenommen werden. Spekulanten aus den westlichen Industrienationen sind ein Grund für die Kindersterblichkeit, besonders in den afrikanischen Ländern. Die Menschen haben kaum noch Möglichkeiten, Getreide für den eigenen Bedarf anzupflanzen, weil sie enteignet werden, damit auf den Feldern Soja oder Mais in großen Mengen angepflanzt werden kann. Aber nicht nur die fehlende Nahrung ist für die Kindersterblichkeit verantwortlich, auch dass viele Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben, sorgt dafür, das immer mehr Kinder an Hunger, Durst oder Infektionskrankheiten sterben, und auch hier sind die reichen Staaten in der Pflicht.

    Bild: © Depositphotos.com / lucianmilasan

  • Gefährlicher Leichtsinn – Alkohol in der Schwangerschaft

    Gefährlicher Leichtsinn – Alkohol in der Schwangerschaft

    Alkohol in der Schwangerschaft ist eine der größten Gefahren für das ungeborene Kind, trotzdem zeigt eine neue Umfrage, dass viele schwangere Frauen sehr leichtsinnig mit der Gesundheit ihres Kindes umgehen, denn jede fünfte Schwangere gab an, ab und zu Wein oder Bier zu trinken. Aber nicht nur der Alkohol in der Schwangerschaft ist offenbar das Problem, auch das Unwissen um mögliche Gefahren ist ein Problem geworden.

    Alkohol in der Schwangerschaft – Die Meinung der Bürger

    Laut der aktuellen Umfrage halten 18 % der Deutschen Alkohol in der Schwangerschaft für völlig unbedenklich, zehn Prozent hatten keine Meinung zu diesem Thema, aber 72 % der Befragten haben sich eindeutig gegen Alkohol in der Schwangerschaft ausgesprochen. Die Umfrage zeigte auch, dass es vom Alter abhängt, ob der Alkohol in der Schwangerschaft akzeptiert wird oder nicht. In der Gruppe derjenigen, die zwischen 18 und 24 Jahre alt sind, waren vier Prozent der Ansicht, dass ein Glas Wein oder Bier durchaus vertretbar ist. In der Gruppe der über 50-Jährigen halten 23 %, also fast ein Viertel, Alkohol in der Schwangerschaft für unbedenklich. Schon einmal gab es eine Umfrage zum Thema Alkohol in der Schwangerschaft und damals kam die Umfrage des Robert-Koch-Instituts zu einem ähnlichen Ergebnis. Auch in der früheren Umfrage gab jede fünfte Frau an, dass sie Alkohol in der Schwangerschaft nicht für gefährlich hält.

    Wie gefährlich ist es, während der Schwangerschaft zu trinken?

    Schwangere Frauen, die Alkohol trinken, riskieren, dass ihr Kind mit lebenslangen Behinderungen zur Welt kommt. Zu den Schäden, die Alkohol verursachen kann, gehören kognitive Schäden wie zum Beispiel Kleinwuchs, aber auch die Gefahr ist sehr groß, dass die Organe wie die Leber oder das Herz des Kindes Schaden nehmen können. Eine weitere Gefahr, wenn Alkohol während der Schwangerschaft getrunken wird, ist die vorzeitige Geburt, die wiederum eine große Gefahr für die Gesundheit des Kindes darstellt. Nach Meinung von Experten kommen in Deutschland jedes Jahr rund 10.000 Kinder zur Welt, die gesundheitlich geschädigt sind, weil die Mutter während der Schwangerschaft Alkohol getrunken hat.

    Ein gefährlicher Irrglaube

    Noch vor 50 Jahren waren Frauenärzte der Ansicht, dass Frauen, die in der Schwangerschaft regelmäßig Rotwein trinken, das Herz des ungeborenen Kindes stärken. Auch Bier hatte einen guten Ruf, denn es sollte den Frauen nach der Geburt das Stillen erleichtern. Heute weiß man, wie gefährlich sowohl Wein als auch Bier für das noch ungeborene Kind sind. Trotzdem gehen viele Frauen immer noch davon aus, dass es nur die „harten“ alkoholischen Getränke wie Schnaps, Wodka oder Whiskey sind, die dem Kind im Mutterleib schaden können, Bier und Wein gelten hingegen als harmlos.

    Die Verharmlosung von Alkohol in der Schwangerschaft hat ihre Ursache auch im veränderten gesellschaftlichen Lebensstil, denn auch heute gehört Alkohol bei vielen Anlässen einfach dazu.

    Bild: © Depositphotos.com / pejo

  • Kinderlähmung in der Ukraine – Gefahr für Deutschland?

    Kinderlähmung in der Ukraine – Gefahr für Deutschland?

    Kinderlähmung – dieses Wort ruft auch heute noch Angst und Schrecken hervor und das, obwohl die Krankheit in Westeuropa schon lange als besiegt galt. Im Osten Europas sieht das allerdings ganz anders aus, denn dort ist Polio immer noch ein Thema, was zwei neue Erkrankungen beweisen, die aus der Ukraine gemeldet werden. Aber nicht nur die Ukraine stellt aktuell eine Gefahr dar, auch andere Länder dieser Welt, wie zum Beispiel Syrien, der Irak, Afghanistan, der Kongo und auch Somalia gelten als Brutstätten für Kinderlähmung.

    Mit dem Krieg kommt auch die Kinderlähmung

    Auffallend ist, dass es die Kriegsgebiete dieser Welt sind, in denen Polio grassiert. Wo Krieg herrscht, da bricht die Infrastruktur und damit auch das Gesundheits- und Impfwesen zusammen. Das bietet den Polio Viren den besten Nährboden für eine Renaissance und ein Ausbruch der Kinderlähmung war nur noch eine Frage der Zeit. 2013 brach die Kinderlähmung im Bürgerkriegsland Syrien aus und die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt, dass bis jetzt mehr als 10.000 Menschen infiziert sind. Anfang Juli wurde bekannt, dass sich Polio auf den Weg nach Europa gemacht hat, denn in der Ukraine sind zwei Kinder im Alter von zwei Jahren und zehn Monaten an Kinderlähmung erkrankt. Die Gefahr, dass sich Polio im ganzen Land ausbreiten kann, ist groß, denn in der Ukraine ist nur jedes zweite Kind geimpft.

    Eine Gefahr auch für Deutschland

    Dass auch das bislang poliofreie Deutschland in Gefahr ist, daran hat das Robert-Koch-Institut keinen Zweifel mehr. Allerdings lässt sich das Ausmaß einer möglichen Gefahr heute sehr schwer abschätzen, denn niemand weiß so genau, wie viele Menschen aus der Ukraine nach Deutschland kommen und wie viele dieser Menschen mit dem Polio Virus infiziert sind. Auch die aktuelle Flüchtlingskrise in Europa birgt Gefahren, denn die Masse der Menschen, die momentan aus Syrien, dem Irak, aus Afghanistan und aus vielen afrikanischen Staaten nach Europa kommen, kann nur unzureichend untersucht werden. Das Robert-Koch-Institut warnt aber vor Panik, denn auch in den Ländern, aus den die Menschen fliehen, wurde in den vergangenen Jahren gegen Polio geimpft. In den Staaten, aus den jetzt vermehrt Flüchtlinge nach Deutschland kommen, waren lediglich 364 symptomatische Fälle, 355 kamen aus Pakistan. Aus Syrien wurde kein einziger Fall bekannt.

    Polio ist aber nicht die einzige Gefahr, die die Flüchtlinge mit nach Europa bringen, für eine Masernwelle in Berlin sorgt ein aus Bosnien eingeschleppter Virus. Auch Krankheiten wie die Krätze, die in Deutschland schon lange kein Thema mehr war, ist jetzt wieder auf dem Vormarsch und auch verschiedene Hepatitis Formen sind wieder aufgetaucht. Die Städte und Gemeinden, die jetzt mit immer mehr Flüchtlingen rechnen müssen, fordern deshalb mehr finanzielle Mittel, um eine ausreichende und umfassende medizinische Versorgung der Menschen sicherstellen zu können.

    Bild: © Depositphotos.com / gustavofrazao

  • Zusatznutzen – ein neues Gesetz sorgt für Unruhe

    Zusatznutzen – ein neues Gesetz sorgt für Unruhe

    Neue Gesetze sind eigentlich dazu gedacht, Menschen zu helfen. Besonders bei eher seltenen Krankheiten wird jedes neue Präparat, das auf den Markt kommt, nicht selten sehnsüchtig erwartet. Jetzt geht aber ein neues Gesetz an den Start, das die Neuordnung auf dem Arzneimittelmarkt gestalten soll und es richtet sich vor allem auf die Medikamente, die ohne sogenannten Zusatznutzen auf den Markt kommen. Wie unsinnig das Gesetz um den Zusatznutzen ist, zeigt sich vor allem im Fall der Epilepsie, denn es werden Präparate vom Markt genommen, die vielen Menschen Hilfe bringen.

    Ärzte und Patienten sind empört

    Menschen, die unter Epilepsie leiden, sind in ihrer Lebensfreude und auch in ihrer Freiheit enorm eingeschränkt, denn sie sind auf diese Medikamente angewiesen, die ihnen ein Stück Lebensqualität bieten können. Aber wenn es um das neue Gesetz geht, dann steht das sperrige Wort Zusatznutzen im Raum und es betrifft die Medikamente, die Epileptikern helfen können. Epilepsie kann vor allem wenn sie bei Kindern auftritt, schnell lebensbedrohlich werden und das war auch bei Hannah der Fall. Das Mädchen erkrankte als Achtjährige an Epilepsie und hatte bis zu 300 Anfälle am Tag. Ihr Leben spielte sich nur noch zu Hause im Bett oder im Krankenhaus ab, bis ein Arzt ein Medikament mit Namen Fycompa entdeckte. Hannah ging es wieder gut, sie konnte in die Schule gehen, Rad fahren und alles das tun, was Kinder in ihrem Alter auch tun. Dann zog der japanische Hersteller von Fycompa das Mittel in Deutschland vom Markt und Patienten wie Hannah bekommen das Medikament nur noch auf Antrag.

    Was steckt hinter dem Zusatznutzen?

    Der Grund, warum Fycompa und auch das ähnliche Medikament Trobalt von einem englischen Pharmaunternehmen vom Markt genommen wurden, klingt in Hinblick auf das Leiden der Epileptiker eher zynisch: Der Verkauf in Deutschland ist nicht mehr lukrativ genug. Ein Gremium, das über die Kostenübernahme durch die Krankenkassen entscheidet, sprach jetzt beiden Medikamenten einen Zusatznutzen ab. Im Klartext heißt das, wenn ein neues Medikament wie zum Beispiel Fycompa nicht mehr nützt als ein Mittel, das schon länger auf dem Markt ist, dann darf es auch nicht mehr kosten. Für die Pharmahersteller bedeutet das: Sie machen weniger Gewinn.

    Die Betroffenen protestieren

    Die Patienten, die wie Hannah nur noch auf Umwegen und für teures Geld an ihr Medikament kommen, klagen nicht die Hersteller, sondern den Gesetzgeber an. Sie haben eine Petition ins Leben gerufen, die schon 36.000 Betroffene und auch Ärzte unterschrieben haben. In dieser Petition stellen sie fest, dass die Medikamente, die es schon lange auf dem deutschen Markt gibt, in vielen Fällen nicht helfen und dass sie die Freiheit haben möchten, selbst entscheiden zu können, welches Medikament sie einnehmen wollen, damit das Leben mit Epilepsie wieder ein lebenswertes Leben wird.

    Bild: © Depositphotos.com / AlphaBaby

  • Ärztliche Schweigepflicht als Gratwanderung

    Patienten müssen sich auf die Vertraulichkeit verlassen können, aber es gibt Ausnahmen

    Baierbrunn (ots) – Die ärztliche Schweigepflicht gilt entgegen häufiger Annahme nicht absolut. Die Ärzte des German-Wings-Copiloten, der bei seinem Suizid alle Passagiere mit in den Tod nahm, hätten sie brechen dürfen, wenn sie geahnt hätten, was in ihm vorging. Das erklärt der Rechtsanwalt Dr. Matthias Losert in der „Apotheken Umschau“. Er hat über das Arztgeheimnis und dessen Grenzen promoviert und schränkt zum Fall des Piloten gleich ein: „Gerade Suizidalität ist extrem schwierig einschätzbar.“ Andere Fälle sind gesetzlich geregelt beziehungsweise gerichtlich entschieden. Bei einem Mann, der sich weigerte, der Ehefrau seine HIV-Infektion zu gestehen, urteilte ein Gericht, dass sein Arzt sie informieren durfte. Das Kinderschutzgesetz erlaubt Ärzten seit 2012 das Jugendamt zu informieren, wenn sie das Kindeswohl gefährdet sehen und merken, dass die Eltern nicht handeln. Gunnar Duttge, Professor für Medizinrecht in Göttingen, warnt allerdings davor, die Schweigepflicht weiter aufzuweichen. „Ärzte sollen hier Aufgaben von Sozialarbeitern übernehmen und Entscheidungen treffen, auf die sie nicht vorbereitet werden“, sagt er und fordert, Ärzte schon im Studium besser auf juristische Grenzfälle vorzubereiten. 

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    Das Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“ 9/2015 A liegt in den meisten Apotheken aus und wird ohne Zuzahlung zur Gesundheitsberatung an Kunden abgegeben. 

     

    Pressekontakt: Ruth Pirhalla Tel. 089 / 744 33 123 Fax 089 / 744 33 459 E-Mail: pirhalla@wortundbildverlag.de www.wortundbildverlag.de www.apotheken-umschau.de

    Quelle: http://www.presseportal.de/pm/52678/3117179
  • Stress im Mutterleib

    Belastende Lebensumstände der Mutter können Kinder lebenslang prägen

    Baierbrunn (ots) – Wie ein Mensch auf Stress reagiert, wird zum Teil schon im Mutterleib geprägt. War die Mutter in der Schwangerschaft oft unter Druck, kann das Kind später eher unruhig und weinerlich reagieren oder häufiger und schlechter schlafen als andere, erklärt Dr. Margarete Bolten von der kinder- und jugendpsychiatrischen Klinik der Universität Basel im Apothekenmagazin „Baby und Familie“. Die Babys schütten dann messbar mehr Stresshormone aus als andere – ein Effekt, der lebenslang anhalten und später zu psychischen Problemen, etwa Depressionen, führen kann. Die gute Nachricht: Ein unabwendbares Schicksal ist dies nicht. Eine feinfühlige Erziehung kann diesen vorgeburtlichen Nachteil abmildern. „Die Prägung nach der Geburt ist mindestens so nachhaltig wie während der Schwangerschaft“, sagt die Expertin. 

    Dieser Beitrag ist nur mit Quellenangabe zur Veröffentlichung frei. 

    Das Apothekenmagazin „Baby und Familie“ 9/2015 liegt in den meisten Apotheken aus und wird ohne Zuzahlung zur Gesundheitsberatung an Kunden abgegeben. 

     

    Pressekontakt: Ruth Pirhalla Tel. 089 / 744 33 123 Fax 089 / 744 33 459 E-Mail: pirhalla@wortundbildverlag.de www.wortundbildverlag.de www.baby-und-familie.de

    Quelle: http://www.presseportal.de/pm/54201/3117178