Schlagwort: Kinderlähmung

  • Kinderkrankheiten, wann kommt was?

    Kinderkrankheiten, wann kommt was?

    Mit dem Familiennachwuchs müssen sich frisch gebackene Eltern mit dem Gedanken anfreunden, dass die Kleinen früher oder später an den geläufigen Kinderkrankheiten leiden. Hat ein Kind erst einmal eine Krankheit überwunden, ist es in den meisten Fällen immun. Was einen lebenslangen Schutz vor den gefährlichen Infekten verspricht. Doch ist für mehr Sicherheit in den Kinderzimmern ohne Zweifel eine kompakte Übersicht sinnvoll. Wir stellen in diesem Artikel die geläufigsten Kinderkrankheiten zusammen.

     

    Masern

    Dieser Virus kann sehr leicht über die Tröpfcheninfektion übertragen werden. Im Vorstadium treten grippeähnliche Symptome auf und im Hauptstadium kommt es schlussendlich zum symptomatischen Hautausschlag. Die Rötungen treten dunkelrot und recht großflächig sowie undifferenziert über den gesamten Körper auf und breiten sich schlussendlich über die Beine, Arme und Rumpf aus.

     

    Mumps

    Viele Mamas und Papas sprechen in diesem Zusammenhang von Ziegenpeter, einer hoch ansteckenden Krankheit, die ebenfalls über die Tröpfcheninfektionen hervorgerufen wird. Die Kleinen leiden unter Fieber und Abgeschlagenheit. Zudem stellen Sie auf beiden Seiten Schwellungen und entzündliche Stellen der Ohrspeicheldrüse fest. Eines der häufigsten Symptome für diese Krankheit sind die Hamsterbacken.

     

    Röteln

    Diese Virusinfektion hat vornehmlich im Kindesalter einen vollkommen harmlosen Verlauf. Zu einer merklichen Gefahr werden Röteln, wenn diese in der Schwangerschaft auftreten, denn dann kann es schlimmstenfalls zu Missbildungen des Fötus kommen.

     

    Scharlach

    Für diese Infektionskrankheit sind die Streptokokken verantwortlich. Infolgedessen wird Ihr Kind unter Halsschmerzen, Schwellungen und Fieber leiden. Außerdem kommt es zu einer stark geröteten Zunge. Mit anderen Worten wird diese meist als Erdbeerzunge bezeichnet. Leider ist in diesem Zusammenhang keine wirkungsvolle Vorbeugung möglich. Deswegen wird lediglich zwei Tagen nach den ersten Symptomen eine Penicillin Therapie eingeleitet.

     

    Windpocken

    Die Viren werden per Tröpfcheninfektion auf andere übergehen. Dementsprechend kann sich der unangenehm juckende Hautausschlag über den gesamten Körper verteilen. Besonders unangenehm wird es, wenn die kleinen Bläschen aufplatzen, denn von nun an intensiviert sich der Juckreiz. Jedoch können Sie mit einer Windpocken-Impfung vorbeugend dieser Infektion zwischen dem neunten und zwölften Lebensmonat entgegenwirken.

     

    Keuchhusten

    Die Bakterien befallen bei dieser Krankheit die Schleimhäute und gelangen bis in den Rachen zu den Bronchien. Es kommt immer wieder zu heftigen Hustenanfällen, die bei enormen Anstrengungen mit Erbrechen einhergehen. Besondere Gefahr droht bei Säuglingen unter einem Jahr. Folglich kann es gerade bei schlimmen Hustenanfällen zum temporären Atemstillstand kommen.

     

    Drei-Tage-Fieber

    Die Herpes-Viren sind für diese Virusinfektion verantwortlich. Tatsächlich dauern die Fieberzustände über drei Tage an. Folglich kommt es auch zu Hautausschlag. Des Weiteren sind gerade Kleinkinder im Alter von 6 Monaten und 3 Jahren von diesen Symptomen betroffen.

     

    Diphtherie

    Diese Virusinfektion kann nicht nur über Tröpfchen-Infektionen, sondern auch über Schmierinfektion übertragen werden. Zuerst kommt es zu Veränderungen der Schleimhaut, sodass die Mandeln anschwellen und sich zu einer schmerzhaften Entzündung entwickeln. Falls Kinder an Diphtherie Erkranken, sind sie für die nächsten zehn Jahre immun gegen eine neue Erkrankung. Im Kleinkindalter ist es sinnvoll, eine Grundimmunisierung vorzunehmen und diese Impfung im Alter von 5-6 Jahren nochmals aufzufrischen.

     

    Pfeiffersches Drüsenfieber

    Achtung: Hier haben wir es mit einer sehr gefährlichen und ansteckenden Erkrankung zu tun, die über Tröpfcheninfektion leicht weitergegeben werden kann. Der Auslöser ist einer der Vertreter der Herpesviren, sodass gerade junge Erwachsene und Jugendliche sehr häufig an dieser Kinderkrankheit leiden. Heftige Fieberanfälle gehen einher mit den geläufigen Begleiterscheinungen, wie Abgeschlagenheit, Müdigkeit und Appetitlosigkeit. Ist ein Kind erst einmal am Pfeiffersches Drüsenfieber erkrankt, ist es ein Leben lang immun.

     

    Kinderlähmung

    Im Volksmund ist von Polio die Rede, die von den gleichnamigen Viren hervorgerufen wird. Während diese auf die Nervenzellen im Rückenmark über gehen, führt dies in diesem Zusammenhang zu Lähmungserscheinungen. Zur Risikogruppe gehören Kinder von 3-8 Jahren. Jedoch können Sie dieser zum Teil lebensgefährlichen Erkrankung mit einer Polioimpfung entgegenwirken. Zum jetzigen Zeitpunkt gilt diese Krankheit in Deutschland als ausgerottet.

     

    Kinderkrankheit Ansteckung Symptome
    Masern Tröpfcheninfektion symptomatischer Hautausschlag beginnend hinter den Ohren
    Mumps Tröpfcheninfektion Anschwellung der Ohrspeicheldrüsen
    Röteln Tröpfcheninfektion

     

    im Kindesalter milder Krankheitsverlauf
    Scharlach Tröpfcheninfektion Fieber

    Schluckbeschwerden Halsschmerzen

    Himbeerzunge

    Windpocken Tröpfcheninfektion Knötchen und rote Flecken

    starker Juckreiz

     

    Keuchhusten Tröpfcheninfektion starker Hustenanfälle mit symptomatischen Geräuschen
    Drei-Tage-Fieber Tröpfcheninfektion Starke Fieberschübe über drei Tage
    Diphterie Tröpfcheninfektion,

    Schmierinfektion

    Schleimhautveränderungen

    schmerzende, angeschwollene Mandeln

    starke Rachenentzündung

    Pfeiffersches Drüsenfieber Tröpfcheninfektion Fieberschübe
    Kinderlähmung Lähmungserscheinungen

     

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  • Das Rückenmark – die Verbindung zwischen Körper und Geist

    Das Rückenmark – die Verbindung zwischen Körper und Geist

    Körper und Gehirn stehen in ständiger Verbindung, aber wie können Körper und Geist überhaupt miteinander kommunizieren? Wie kommen die Anweisungen, die das Gehirn gibt, im Körper an und auf welchen Wegen werden Informationen übertragen, die Arme und Beine zu steuern? Es sind die Nervenbahnen, die für den Austausch zuständig sind und ihre Schaltzentrale ist das Rückenmark, das als eine Art Brücke zwischen dem Gehirn und dem Körper fungiert. Neben dem Gehirn ist das Rückenmark der zentrale Punkt im menschlichen Körper.

    Ein fingerdicker Strang

    Das Rückenmark ist ein etwa fingerdicker Strang, der in der Hauptsache aus Nervenzellen und Faserbündeln besteht. Der Strang verläuft in einem Wirbelkanal vom Hals bis hinunter zum Steißbein und passiert auf seinem Weg die verschiedenen Wirbel der Wirbelsäule. Bei neugeborenen Kindern reicht der Strang noch vom unteren Bereich des Gehirns bis hin zu den unteren Wurzeln der Nerven, die den Wirbelkanal in Höhe des Kreuzbeins verlassen. Bei einem erwachsenen Menschen endet er aber wieder auf der Höhe des zweiten Lendenwirbels. Dieser Unterschied erklärt sich im Wachstum, denn die Wirbelsäule wächst einige Zentimeter mehr als das Rückenmark. Der wichtige Strang ist sehr empfindlich und wird durch die Rückenmarkhäute und den Wirbelkanal geschützt. Einen zusätzlichen Schutz bildet der Liquor, eine Flüssigkeit, in der das Gehirn und auch der Nervenstrang schwimmen.

    Welche Funktionen hat das Rückenmark?

    Vereinfacht gesagt ist der Nervenstrang so etwas wie ein Bahnhof, an dem die unterschiedlichen Nervenbahnen eintreffen und wieder „wegfahren“. Diese Nervenbahnen sorgen mit ihren Signalen für einen sehr regen Austausch an Informationen zwischen dem Gehirn und der Muskulatur des Skeletts, sowie den inneren Organen und den Sinnesorganen.

    Die Rückenmarkzellen, die sogenannten Spinalnerven, haben eine vordere und eine hintere Wurzel. In der vorderen Wurzel verlassen die Nervenbahnen das Rückenmark und in der hinteren Wurzel gelangen sie ins Gehirn. Auch wenn die Wirbelsäule und der Nervenstrang nicht gleich lang sind, die Wurzelfäden der Rückenmarkzellen treten immer zwischen zwei Wirbeln im Zwischenwirbelloch aus dem Wirbelkanal entweder aus oder ein. Es gibt 31 dieser spinalen Nervenpaare:

    • Acht Paare aus dem Halsmark
    • Zwölf Paare aus dem Brustmark
    • Fünf Paare aus dem Lendenmark
    • Fünf Paare aus dem Kreuzbeinmark
    • Ein Paar aus dem Steißbeinmark

    Mögliche Verletzungen des Rückenmarks

    Das Gewebe des Rückenmarks ist zusammen mit dem Gewebe des Gehirns der empfindlichste und sensibelste Teil des menschlichen Körpers. Es sind die vielen Nervenbahnen, die unter anderem die Organe und die Muskeln steuern, die eine Verletzung des Rückenmarks so schwerwiegend machen. Eine dieser Verletzungen ist eine schlaffe Lähmung, die immer dann eintritt, wenn ein peripherer Nerv durchtrennt wird, der zu einem Muskel führt. Aber auch wenn die Zellkörper zerstört werden, wie das unter anderem bei Kinderlähmung der Fall ist, dann kann diese spezifische Lähmung auftreten. Kommt es zu einem Verkehrsunfall oder zu einem schweren Sturz, beispielsweise im Sport, dann können nicht nur die Knochen brechen und die Wirbelkörper sich verschieben, auch der Wirbelkanal des Rückenmarks und die darin enthaltenen Nervenbahnen können dabei schwer zu Schaden kommen. In der Folge kann es zu neurologischen Schäden wie Sensibilitätsstörungen in den Gliedmaßen kommen. Nimmt die Verletzung einen besonders schweren Verlauf, dann droht sogar eine Querschnittslähmung. Wie gravierend eine Querschnittslähmung ist, das hängt immer davon ab, wo und wie stark der wichtige Nervenstrang geschädigt wurde. Je höher die Verletzung auftritt, desto mehr Funktionen des Körpers werden von der Nervenversorgung getrennt und desto mehr Bereiche des Körpers sind gelähmt.

    Ohne die Hilfe des Rückenmarks könnten wir uns nicht bewegen, wir hätten keine Reflexe und unsere inneren Organe würden nicht funktionieren. Der lebenswichtige Nervenstrang wird zwar durch den Wirbelkanal, durch Flüssigkeit und durch die Rückenmarkhäute geschützt, trotzdem ist es keine schlechte Idee, besonders auf den Rücken gut aufzupassen.

    Bild: © Depositphotos.com / Alexmit

  • Reiseimpfung für einen erholsamen Urlaub

    Reiseimpfung für einen erholsamen Urlaub

    Reisen bildet, Reisen erschließen neue Horizonte, Reisen machen Spaß, aber Reisen sollten nicht krank machen. Damit Reisen ein Vergnügen wird, ist eine Reiseimpfung unumgänglich, denn in vielen Ländern dieser Erde gibt es Krankheiten, die hierzulande unbekannt oder ausgerottet sind. Um sich vor diesen Krankheiten zu schützen, gibt es die Reiseimpfung. Wer kein Risiko eingehen will, der sollte sich vor einer Reise in exotische Länder darüber informieren, welche Impfungen notwendig sind und sich dann entsprechend impfen lassen.

    Andere Länder, gefährliche Krankheiten

    Die Ferienzeit ist bekanntlich die schönste Zeit des Jahres. Reisen bedeutet ausspannen, Stress abbauen, neue Menschen und neue Kulturen kennenlernen und sich richtig erholen. Leider vergessen viele vor dem Start in die Ferien, dass es in anderen Ländern gefährliche Krankheiten wie zum Beispiel Malaria oder Hepatitis gibt, und es ist nur eine Spritze, die darüber entscheidet, ob die Reise zum Erfolg wird oder nicht. Als Grundregel für die Reiseimpfung gilt: Je weiter das Ziel, umso sorgfältiger sollte die Vorsorge sein. Es ist immer eine sehr gute Idee, sich vor dem Antritt der Reise über die klimatischen Bedingungen im Urlaubsland zu erkundigen, ebenfalls sollte man in Erfahrung bringen, welche Reiseimpfung für welches Land empfohlen wird. In einigen Ländern werden bestimmte Impfungen vorgeschrieben und wer keinen gültigen Impfpass hat, der darf nicht einreisen.

    Wichtig ist die Basisimpfung

    Einige Impfungen gehören zu den sogenannten Basisimpfungen. Dazu gehört unter anderem die Impfung gegen Polio, also Kinderlähmung und die Impfung gegen Tetanus, den Wundstarrkrampf, auch gegen Diphtherie sollte man sich impfen lassen. Liegen diese Basisimpfungen länger als zehn Jahre zurück, dann ist eine Auffrischung erforderlich. Eine gute Idee ist auch ein Impfschutz gegen vermeintlich harmlose Kinderkrankheiten wie Masern, Röteln oder Mumps, denn diese Krankheiten grassieren in vielen Ländern immer noch. Für die Reiseimpfung ist es wichtig, sich über das Reiseziel zu informieren, und welche Krankheiten es dort gibt.

    Reiseimpfung für Asien und Afrika

    Wer eine Reise nach Afrika oder nach Asien plant, der sollte sich auf jeden Fall gegen Gelbfieber impfen lassen, denn diese gefährliche Infektionskrankheit ist sowohl in Schwarzafrika und in der Sahel-Zone, aber auch in vielen Ländern Südamerikas noch immer aktiv. Eine Reiseimpfung gegen Cholera ist vor allem bei Reisen nach Asien zu empfehlen, aber auch in Teilen von Nordafrika ist die Cholera noch immer ein Thema. Ebenfalls in Asien und auch im westlichen Afrika besteht die Gefahr, sich mit einer Gehirnhautentzündung, einer Meningokokken-Meningitis zu infizieren, und auch hier ist die entsprechende Reiseimpfung eine Notwendigkeit.

    Impfschutz für die Tropen und das Mittelmeer

    Generell gilt, für alle Länder außerhalb Europas ist eine Reiseimpfung wichtig, besonders wenn es in die Tropen und auch ans Mittelmeer geht, dann kann eine Reiseimpfung unter Umständen sogar das Leben retten. Gelbsucht (Hepatitis A) ist in den Tropen weit verbreitet und auch Typhus stellt bei Reisen in tropische Länder eine Gefahr dar. Die japanische Enzephalitis, eine besondere Form der Hirnhautentzündung, kommt nicht nur in Japan, sondern auch in Thailand, auf den Philippinen und in China vor. Eine Reiseimpfung gegen Tollwut ist in den Tropen erforderlich, aber auch in Russland, Polen und in den Ländern des Baltikums.

    Reiseimpfung – Wann sollte geimpft werden?

    Wer sich vor Antritt der Reise impfen lassen will, der sollte vier Wochen vorher zu einem Arzt gehen, denn der Impfstoff braucht diesen Zeitraum, um einen wirksamen Schutz aufbauen zu können. Eine Reiseimpfung wird nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, die Kosten muss der Versicherte selbst übernehmen. Anders sieht es allerdings aus, wenn man beruflich in fernen Ländern unterwegs ist, denn in diesem Fall übernimmt der Arbeitgeber die Kosten für die notwendigen Reiseimpfungen. Aber selbst wenn die Impfung selbst bezahlt werden muss, die Gesundheit sollte es immer wert sein.

    Bild: © Depositphotos.com / ginasanders

  • Wie hoch ist das Gesundheitsrisiko durch Flüchtlinge?

    Wie hoch ist das Gesundheitsrisiko durch Flüchtlinge?

    Die meisten haben eine strapaziöse und gefährliche Flucht hinter sich, sie mussten zum Teil unter katastrophalen hygienischen Zuständen auf engstem Raum leben und wenn sie in Deutschland ankommen, dann fehlt vielfach die ärztliche Versorgung – viele Flüchtlinge sind krank und es wächst die Sorge, ob sie ansteckende Krankheiten mitbringen. Es besteht kein Grund zur Panik, sagen Experten des Robert-Koch-Instituts, die den Zustrom der Flüchtlinge noch relativ gelassen sehen.

    Momentan keine Gefahr durch Flüchtlinge

    Die Infektionsspezialisten des RKI sehen im Moment keine Gefahr für die Bevölkerung und auch eine Gefahr, dass es zu größeren Ausbrüchen von Krankheiten kommt, ist momentan eher unwahrscheinlich. Zwar stammen viele der Flüchtlinge aus Ländern mit einem zerrütteten Gesundheitssystem, wie zum Beispiel aus Syrien, dem Irak oder auch aus Afghanistan, trotzdem sind viele geimpft. Wichtig ist es nach Meinung des RKI aber, dass sich diejenigen, die noch nicht gegen Masern geimpft sind oder die Krankheit noch nicht hatten, impfen lassen.

    Die Ärzte-Verbände warnen

    Die Ärzte-Verbände in Deutschland sehen die aktuelle Lage nicht so entspannt wie das RKI, sie warnen davor, dass die Flüchtlinge die Grippe ins Land bringen, aber auch Krankheiten wie die Kinderlähmung, die in Europa als ausgerottet gilt, können wieder ein Thema werden. Für Mediziner hat das Robert-Koch-Institut eine Liste mit Krankheiten veröffentlicht, auf welche Erkrankungen jetzt besonders geachtet werden muss. Zu den möglichen Krankheiten gehören unter anderem Lassafieber und auch Typhus. Flüchtlinge die Symptome dieser Krankheiten zeigen, müssen zum einen sofort behandelt werden, da diese Krankheiten tödlich enden können, zum anderen müssen sie isoliert werden, um eine Massenansteckung zu verhindern.

    Es kommt auf die Situation an

    Viele Infektionskrankheiten sind nur dann ansteckend, wenn es zu körperlichem Kontakt kommt, was in den meist überfüllten Notaufnahmelagern der Fall ist. Vor allem die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer vor Ort haben daher ein erhöhtes Risiko, sich anzustecken. Stichproben zeigen aber immer wieder, dass sich viele Flüchtlinge erst in Deutschland zum Beispiel mit einer Grippe angesteckt haben. Die Menschen seien daher gefährdet, aber nicht gefährdend. Auch die Ärzte ohne Grenzen, die zur Zeit in den Flüchtlingslagern in Jordanien, im Libanon und auch in der Türkei tätig sind, sind der Ansicht, dass ernste Erkrankungen sehr selten vorkommen und da viele Flüchtlinge jung sind, befinden sie sich auch in einer guten gesundheitlichen Verfassung.

    Es fehlt an Informationen

    Die Ärzte, die in Deutschland unmittelbar mit Flüchtlingen zu tun haben, beklagen, dass die meisten Menschen keine medizinische Dokumentation haben, eine Art Laufzettel bei sich haben, auf dem die bisherigen Krankheiten, Impfungen und auch Medikamente, die eingenommen wurden, vermerkt sind. Nur die Ärzte ohne Grenzen versehen die Flüchtlinge, die auf die Reise nach Westeuropa gehen, mit diesen Laufzetteln, andere Hilfsorganisationen wie beispielsweise das Rote Kreuz dokumentieren die Krankheitsgeschichte der flüchtenden Menschen nicht.

    Bild: © Depositphotos.com / ryzhov

  • Kinderlähmung in der Ukraine – Gefahr für Deutschland?

    Kinderlähmung in der Ukraine – Gefahr für Deutschland?

    Kinderlähmung – dieses Wort ruft auch heute noch Angst und Schrecken hervor und das, obwohl die Krankheit in Westeuropa schon lange als besiegt galt. Im Osten Europas sieht das allerdings ganz anders aus, denn dort ist Polio immer noch ein Thema, was zwei neue Erkrankungen beweisen, die aus der Ukraine gemeldet werden. Aber nicht nur die Ukraine stellt aktuell eine Gefahr dar, auch andere Länder dieser Welt, wie zum Beispiel Syrien, der Irak, Afghanistan, der Kongo und auch Somalia gelten als Brutstätten für Kinderlähmung.

    Mit dem Krieg kommt auch die Kinderlähmung

    Auffallend ist, dass es die Kriegsgebiete dieser Welt sind, in denen Polio grassiert. Wo Krieg herrscht, da bricht die Infrastruktur und damit auch das Gesundheits- und Impfwesen zusammen. Das bietet den Polio Viren den besten Nährboden für eine Renaissance und ein Ausbruch der Kinderlähmung war nur noch eine Frage der Zeit. 2013 brach die Kinderlähmung im Bürgerkriegsland Syrien aus und die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt, dass bis jetzt mehr als 10.000 Menschen infiziert sind. Anfang Juli wurde bekannt, dass sich Polio auf den Weg nach Europa gemacht hat, denn in der Ukraine sind zwei Kinder im Alter von zwei Jahren und zehn Monaten an Kinderlähmung erkrankt. Die Gefahr, dass sich Polio im ganzen Land ausbreiten kann, ist groß, denn in der Ukraine ist nur jedes zweite Kind geimpft.

    Eine Gefahr auch für Deutschland

    Dass auch das bislang poliofreie Deutschland in Gefahr ist, daran hat das Robert-Koch-Institut keinen Zweifel mehr. Allerdings lässt sich das Ausmaß einer möglichen Gefahr heute sehr schwer abschätzen, denn niemand weiß so genau, wie viele Menschen aus der Ukraine nach Deutschland kommen und wie viele dieser Menschen mit dem Polio Virus infiziert sind. Auch die aktuelle Flüchtlingskrise in Europa birgt Gefahren, denn die Masse der Menschen, die momentan aus Syrien, dem Irak, aus Afghanistan und aus vielen afrikanischen Staaten nach Europa kommen, kann nur unzureichend untersucht werden. Das Robert-Koch-Institut warnt aber vor Panik, denn auch in den Ländern, aus den die Menschen fliehen, wurde in den vergangenen Jahren gegen Polio geimpft. In den Staaten, aus den jetzt vermehrt Flüchtlinge nach Deutschland kommen, waren lediglich 364 symptomatische Fälle, 355 kamen aus Pakistan. Aus Syrien wurde kein einziger Fall bekannt.

    Polio ist aber nicht die einzige Gefahr, die die Flüchtlinge mit nach Europa bringen, für eine Masernwelle in Berlin sorgt ein aus Bosnien eingeschleppter Virus. Auch Krankheiten wie die Krätze, die in Deutschland schon lange kein Thema mehr war, ist jetzt wieder auf dem Vormarsch und auch verschiedene Hepatitis Formen sind wieder aufgetaucht. Die Städte und Gemeinden, die jetzt mit immer mehr Flüchtlingen rechnen müssen, fordern deshalb mehr finanzielle Mittel, um eine ausreichende und umfassende medizinische Versorgung der Menschen sicherstellen zu können.

    Bild: © Depositphotos.com / gustavofrazao

  • Kinderimpfung – die beste Vorsorge

    Kinderimpfung – die beste Vorsorge

    Kinderkrankheiten – das klingt harmlos, ist es aber leider nicht, denn noch immer sterben jährlich Kinder an Krankheiten wie Masern oder Windpocken. Zwar lassen sich Kinderkrankheiten wenn sie zum Ausbruch kommen, mit den entsprechenden Mitteln sehr gut behandeln, aber eine Kinderimpfung ist immer die bessere Lösung, denn Impfungen bedeuten Vorsorge, damit das Kind die Krankheit erst gar nicht bekommt. Jedes Jahr gibt die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts, kurz STIKO, die jeweils aktuellen Impfpläne heraus, an die sich die Eltern von Babys, Kleinkindern und Jugendlichen orientieren können. Zudem werden die Eltern auch bei den regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt darauf hingewiesen, in welchem Alter welche Kinderimpfung als Vorsorge gegeben werden muss.

    Kinderimpfung im Kombipack

    Viele Schutzimpfungen werden als Kombination angeboten. So sollte zum Beispiel die MMR, die Kombiimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln immer als Vorsorge dabei sein, wobei vor allem Mädchen diese Kinderimpfung bekommen sollten. Mädchen, die nicht gegen Röteln geimpft werden und die Krankheit erst als erwachsene Frauen während der Schwangerschaft bekommen, riskieren ein behindertes Kind zur Welt zu bringen. Auch die Kinderimpfung gegen Masern ist immer wichtig, denn nach wie vor sind Masern eine der gefährlichen Kinderkrankheiten, die nicht selten zum Tod führen. Die Kinderimpfung im Kombipack hat aber noch einen weiteren Vorteil, denn auf diese Weise werden die in der Impfung enthaltenen Konservierungsstoffe deutlich reduziert.

    Welche Kinderimpfung soll in welchem Alter gegeben werden?

    Ist das Kind zwischen sechs und zwölf Wochen alt, dann wird die Schluckimpfung gegen Rotaviren empfohlen, denn diese Viren können bei Kleinkindern schwere Durchfälle auslösen. Diese Kinderimpfung wird allerdings nicht von den Krankenkassen bezahlt, die Eltern müssen für diese wichtige Vorsorge selbst aufkommen. Je nachdem, welcher Impfstoff verabreicht wird, müssen zwei oder drei Dosen im Abstand von mindestens vier Wochen gegeben werden. Ab dem zweiten Monat sollte das Kind folgende Impfungen bekommen:

    • Tetanus
    • Keuchhusten
    • Kinderlähmung
    • Hepatitis B (am besten in einer 6-fach Impfung)
    • Diphtherie

    Eine weitere Kinderimpfung kann optional eine gegen Pneumokokken und eine Impfung gegen Rotaviren sein.

    Ist das Kind drei Monate alt, dann sollte die 6-fach Impfung gegen Pneumokokken aufgefrischt werden.

    Impfungen ab dem ersten Lebensjahr

    Mit einem Jahr werden Kinder zum ersten Mal gegen die Kinderkrankheiten Masern, Röteln und Mumps geimpft und in diesem Alter gibt es auch die erste Vorsorge in Form einer Kinderimpfung gegen die Windpocken. Auf Wunsch kann auch die Kinderimpfung gegen Windpocken eine Kombiimpfung zusammen mit Masern, Mumps und Röteln sein. Wichtig ist die Kinderimpfung gegen Meningokokken, und auch die Schutzimpfung gegen die gefährliche Frühsommer-Meningoenzephalitis, die durch einen Zeckenbiss ausgelöst und zur Hirnhautentzündung führen kann, sollten die Eltern unbedingt machen lassen. Sind die Kinder zwischen 15 und 23 Monate alt, dann müssen die Kombiimpfungen erneut aufgefrischt werden.

    Empfohlene Impfungen für Schulkinder

    Bevor ein Kind in die Schule geht, sollte es noch einmal gegen Tetanus, Diphtherie und auch gegen Keuchhusten geimpft werden. Das Gleiche gilt auch bei Kindern, die zwischen neun und 17 Jahren alt sind, denn nur eine erneute Auffrischung der Impfungen bedeutet eine gute Vorsorge. Optional ist die Impfung gegen die Grippe. Ärzte raten allerdings dazu nur Kinder impfen zu lassen, die entweder an einer angeborenen Herzschwäche oder an einer chronischen Erkrankung leiden. Die Impfung gegen die Grippe wird auch nicht von den Krankenkassen übernommen, die Eltern müssen diese Vorsorge aus eigener Tasche bezahlen. Wenn geimpft wird, dann ist der Oktober und damit der Beginn der kalten Jahreszeit der beste Zeitpunkt. Kinderärzte raten ebenfalls dazu, Kinder gegen Tollwut impfen zu lassen, vor allem dann, wenn die Familie in einer ländlichen Region wohnt. Ohne die Schutzimpfung endet eine Tollwut-Erkrankungen immer mit dem Tod. Auch wenn diese Impfung nicht von der Krankenkasse bezahlt wird, die Impfung gegen Tollwut ist für die Eltern ein Muss.

    Bild: © Depositphotos.com / Esbenklinker