Schlagwort: Krank

  • Wie gefährlich sind Red-Rice-Kapseln?

    Wie gefährlich sind Red-Rice-Kapseln?

    Rotschimmelreis, besser bekannt unter dem Namen Red-Rice, hat sich als Nahrungsergänzungsmittel einen Namen gemacht. Viele sehen im Rotschimmelreis, der über das Internet in Form von Kapseln angeboten wird, ein gutes Mittel, um zum Beispiel den Cholesterinspiegel zu senken und den Fettstoffwechsel zu stabilisieren. Ärzte warnen aber vor der Einnahme der Kapseln, denn sie können sehr gefährliche Nebenwirkungen haben.

    Wie entsteht Rotschimmel?

    Rotschimmel ist ein Produkt, das durch Fermentierung von normalem Reis und einem bestimmten Schimmelpilz entsteht. Durch die Fermentierung bekommt der Reis eine rote Farbe und entwickelt einen Wirkstoff, der aus pharmakologischer toxisch, also giftig ist. In Asien genießt der rote Reis einen sehr guten Ruf und wird vor allem zur Behandlung von Krankheiten des Magen-Darm-Trakts und bei Herz-Kreislauf Beschwerden genutzt. Ebenfalls werden viele Lebensmittel in Asien mit dem Farbstoff aus dem roten Reis gefärbt.

    Der gefährliche Wirkstoff

    Der wohl wichtigste Inhaltsstoff von Red-Rice-Kapseln ist Monacolin K und dieser Wirkstoff ist, was die chemische Zusammensetzung angeht, mit dem Wirkstoff Lovastatin identisch. Lovastatin ist alles andere als harmlos, sondern ein Arzneistoff, der von den jeweiligen Behörden zugelassen werden muss. Medikamente, die den Wirkstoff enthalten, sind zudem verschreibungspflichtig, ohne das passende Rezept von einem Arzt ist Lovastatin in Deutschland also nicht erhältlich.

    Schon bei niedrigen Dosierungen riskant

    Wie gefährlich Red-Rice für die Gesundheit ist, das zeigt sich schon in der Dosierung. Schon ab einer Menge von fünf Milligramm am Tag entfaltet der Wirkstoff Monacolin K seine Wirkung, die Red-Rice-Kapseln, die im Internet als Nahrungsergänzungsmittel angeboten werden, haben die 66-fache Wirkung und das ist auf Dauer für die Gesundheit mehr als riskant. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte warnt jetzt ausdrücklich vor den Kapseln, die die Muskeln wie auch die Leber schädigen können. Besonders kritisch wird es jedoch immer dann, wenn die Reis-Kapsel zusammen mit einem Medikament gegen einen zu hohen Cholesterinspiegel eingenommen werden.

    Bild: © Depositphotos.com / AndriiGorulko

  • Durchbruch in der Aids-Forschung gelungen?

    Durchbruch in der Aids-Forschung gelungen?

    Weltweit gibt es geschätzt 37 Millionen Menschen, die das HI-Virus in sich tragen und jedes Jahr kommen rund zwei Millionen neue Infizierte dazu. Es gibt heute zwar Medikamente, die einen Ausbruch der Krankheit verhindern können, eine Heilung gibt es aber nach wie vor nicht. Forschern der TU und des Heinrich-Pette-Instituts in Dresden könnte jetzt eine Sensation gelungen sein, die es vielleicht möglich macht, Aids Kranke zu heilen.

    Aus den Zellen entfernen

    Den Wissenschaftlern in Dresden ist es jetzt gelungen, die HI-Viren aus den lebenden Zellen im menschlichen Körper komplett zu entfernen. Das alleine ist schon eine Sensation, das aber die Zellen während des Prozesses der Entfernung nicht beschädigt wurden, das werten Experten ebenfalls als einen Durchbruch. Mit diesem gelungenen Versuch kann in Zukunft das Virus nicht mehr nur unterdrückt werden, der Erreger wird auch unwirksam gemacht, die Krankheit kann nicht mehr ausbrechen.

    Die klinischen Studien folgen

    Noch liegen die ersten Ergebnisse nur im Labor vor, aber sie sind so vielversprechend, dass man davon ausgehen kann, dass es bald auch klinische Studien geben wird. Die Grundlage für diese klinischen Studien sind mehr als gut, denn es gibt bis jetzt keine erkennbaren Nebenwirkungen oder Nebeneffekte. Die Forscher sind davon überzeugt, dass mit der Möglichkeit, das Virus aus der Zelle zu entfernen, ein neues Zeitalter in der Genom-Chirurgie eingeläutet worden ist. Das macht Millionen von HIV-infizierten Menschen überall auf der Welt neue Hoffnung.

    Hoffnung für viele Kranke

    Jetzt wo feststeht, dass sich ein Virus aus einer menschlichen Zelle entfernen lässt, wächst die Hoffnung, dass dieses Verfahren auch bei anderen Krankheiten zum Einsatz kommen kann. Rein theoretisch ist es bislang vorstellbar, dass zum Beispiel auch vom Krebs befallene Zellen einfach entfernt werden können. Bis das allerdings auch in der Praxis der Fall ist, wird der Weg noch lang sein.

    Bild: © Depositphotos.com / enterlinedesign

  • Schmerzambulanz – hier finden Schmerzpatienten Hilfe

    Schmerzambulanz – hier finden Schmerzpatienten Hilfe

    Die Zahl der Menschen, die unter chronischen Schmerzen leiden, wird nach einem Bericht der gesetzlichen Krankenkassen immer größer. Aus dem Bericht, der von der Barmer GEK in Auftrag gegeben wurde, geht hervor, dass es laut Arztreport in den vergangenen Jahren 3,25 Millionen Patienten waren, die chronische Schmerzen hatten, und dieser Trend wird sich auch 2016 fortsetzen.

    Hilfe für Patienten

    Jeder hat irgendwann einmal Schmerzen, bei den meisten Menschen reicht aber eine Tablette aus, um den Schmerz in den Griff zu bekommen. Bei einigen Menschen signalisiert das Gehirn jedoch dauerhafte Schmerzen und für diese Patienten sollen in Zukunft mehr Schmerzambulanzen eingerichtet werden. Die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin bietet in diesem Zusammenhang schon heute unter www.dgschmerzmedizin.de die Möglichkeit an, nach Eingabe der Postleitzahl eine Schmerzambulanz in der Nähe zu suchen.

    Den richtigen Arzt finden

    Wer chronische Schmerzen hat, der sollte einen Arzt aufsuchen, der entweder eine zusätzliche Qualifikation im Bereich Algesiologie oder eine Weiterbildung in der Schmerztherapie hat. Schmerzpatienten finden aber auch Hilfe bei der Deutschen Schmerzliga, die über das Schmerztelefon Patienten berät oder eine Liste mit Selbsthilfegruppen zur Verfügung stellt. Die Deutsche Schmerzliga ist montags, mittwochs und freitags unter der Rufnummer 06171/28 60 53 immer von 9:00 Uhr bis 18:00 Uhr, montags auch bis 20:00 Uhr zu erreichen.

    Wer gilt als Schmerzpatient?

    Wer gelegentlich Kopf- oder Rückenschmerzen hat, der gehört noch nicht zur Gruppe der Schmerzpatienten. Nur wenn die Schmerzen in einem Zeitraum zwischen drei und sechs Monaten immer wieder auftreten, dann bezeichnen Ärzte das als einen chronischen Schmerz und der Patient sollte sich in einer Schmerzambulanz behandelt lassen. Da die Zahl der Menschen mit chronischen Schmerzen immer größer wird, sollen zukünftig in noch mehr bundesdeutschen Kliniken neben den Schmerzambulanzen, auch mehr Schmerzzentren eingerichtet werden. So haben diejenigen, die zum Beispiel unter Migräne leiden, noch mehr Anlaufstellen, um sich behandeln zu lassen.

    Bild: © Depositphotos.com / uatp12

  • EU baut medizinische Korps auf

    EU baut medizinische Korps auf

    Die Ebola-Krise im vergangenen Jahr hat deutlich gemacht, dass es viel zu lange dauert, bis qualifizierte Hilfe vor Ort ist. Schon damals wurde der Ruf nach einer medizinischen Spezialeinheit laut und genau das will die EU jetzt in die Tat umsetzen. Die EU-Kommission plant eine „Weißhelm-Einheit“, so etwas wie eine schnelle Eingreiftruppe, die überall schnell vor Ort ist, wenn medizinische Hilfe gebraucht wird.

    Nicht nur Ärzte sind dabei

    Das neue Europäische Medizinische Korps, kurz EMK genannt, kann sowohl innerhalb Europas, aber auch auf anderen Kontinenten schnell vor Ort sein, um humanitäre Hilfe zu leisten. Neun Länder haben ihre Zusage für dieses medizinische Korps bereits gegeben, nämlich Belgien, Luxemburg, die Niederlande, Deutschland, Frankreich, Tschechien, Finnland, Spanien und Schweden. Aus diesen Ländern werden dann die Teams gebildet, die im Notfall zum Einsatz kommen. In diesen Teams werden jedoch nicht nur Ärzte und Pflegepersonal zu finden sein, auch medizinische Koordinatoren, Logistiker, Laboranten, Pharmazeuten und Piloten werden dazu gehören. Alle Teams stehen unter dem Kommando des europäischen Katastrophenschutzes, an dem zur Zeit 33 Staaten beteiligt sind.

    Ein großes Vorbild

    Das Europäische Medizinische Korps arbeitet nach dem Vorbild der Organisation „Ärzte ohne Grenzen“. Auch „Ärzte ohne Grenzen“ hat schnelle Eingreiftruppen, die immer zur Stelle sind, wenn sie irgendwo auf der Welt gebraucht werden. Anders als die internationale Organisation bleibt das EMK jedoch beweglich und baut keine festen Krankenstationen auf. Andere Länder, die sich dem Medizinischen Korps anschließen möchten, können das jederzeit tun, allerdings muss zunächst ein Zertifizierungsverfahren durchlaufen werden. Länder, die sich nicht aktiv beteiligen wollen, aber das Korps trotzdem unterstützen möchten, können das mit einer finanziellen Zuwendung tun.

    Wann das Europäische Medizinische Korps seinen Dienst antritt, ist noch nicht bekannt. Der zuständige Kommissar für Humanitäre Hilfe und Krisenmanagement Christos Stylianides, berät sich zurzeit noch mit anderen Hilfsorganisationen, wie zum Beispiel Oxfam International.

    Bild: © Depositphotos.com / andresr

  • Medizintouristen in Deutschland nehmen zu

    Medizintouristen in Deutschland nehmen zu

    Es klingt ein wenig paradox, aber immer mehr Deutsche reisen mittlerweile ins Ausland, um sich dort kostengünstig behandeln zu lassen. Auf der anderen Seite kommen immer mehr Patienten aus dem Ausland, die sich in deutschen Krankenhäusern behandeln lassen möchten. In den letzten zehn Jahren hat sich die Zahl der „Medizintouristen“ mehr als verdoppelt, wobei es besonders Russen sind, die sich sehr gerne in einem deutschen Krankenhaus behandeln lassen.

    Gute Ärzte, moderne Ausstattung

    In Zeiten wirtschaftlicher Turbulenzen gewinnt der medizinische Tourismus immer mehr an Bedeutung. Alleine 2014 kamen über 250.000 Patienten aus dem Ausland nach Deutschland, um sich entweder stationär oder nur ambulant behandeln zu lassen. Deutsche Krankenhäuser genießen im Ausland einen sehr guten Ruf, es gibt hervorragende Spezialisten und eine medizinische Ausstattung, die auf dem neusten Stand ist. Alleine in Sachsen gab es im vergangenen Jahr einen Zuwachs an ausländischen Patienten von 36 % und in Berlin wurde der Anteil an Ausländern in nur zehn Jahren um das Fünffache gesteigert. Aus wirtschaftlicher Sicht bedeutet das ein dickes Plus von 150 Millionen Euro im Jahr.

    Die Russen liegen vorn

    Mit knapp 25.000 Patienten liegen die Russen als Medizintouristen weit vorn. Allerdings ist das Verhältnis heute ein wenig getrübt, denn die wirtschaftlichen Sanktionen und die schwierige politische Lage zwischen Russland und Deutschland zeigen erste Wirkung und es kommen weniger russische Patienten in deutsche Kliniken. Dafür nahm die Zahl der Patienten aus arabischen Ländern um 30 % zu.

    Nicht gerne gesehen

    Auch wenn die Kliniken sich über die Gewinne freuen, nicht überall sind die Medizintouristen gerne gesehen. In München wehren sich die Einwohner mittlerweile sogar mit einer Petition gegen die Patienten aus dem Ausland. In München ist bezahlbarer Wohnraum knapp und die Patienten aus dem Ausland, die stationär behandelt werden, mieten für ihre Angehörigen vielfach preiswerte Wohnungen statt teure Hotelzimmer.

    Bild: © Depositphotos.com / photography33

  • Neue Studie – so gefährlich sind OP-Säle

    Neue Studie – so gefährlich sind OP-Säle

    Wer operiert werden muss, der möchte sich sicher fühlen. Wenn es allerdings nach einer neuen Studie geht, dann kann sich kein Patient mehr sicher fühlen, denn die Gefährdung in den deutschen OP-Sälen ist deutlich angestiegen. Es gibt Defizite bei der Hygiene, mangelhafte Organisation und zu wenig Personal.

    Kein gutes Zeugnis

    Laut der aktuellen Studie bekommen die OP-Säle in deutschen Krankenhäusern kein sonderlich gutes Zeugnis. Das OP-Personal ist unzufrieden, immer mehr Pfleger und Schwestern lassen sich krankschreiben, weil sie dem Stress nicht mehr gewachsen sind und nicht selten arbeitet in den OP-Sälen unqualifiziertes Personal. 61 % der OP-Pfleger und Schwestern beklagt zudem eine mangelnde Organisation und durch einen hohen Krankenstand ist das Personal nicht in jedem Krankenhaus ausreichend. Viele Pfleger und Schwestern haben das Gefühl, dass ihre Arbeit nicht mehr anerkannt wird und 43 % gaben bei der Studie an, sie würden ihren Beruf nicht noch einmal ergreifen.

    Hygiene – ein sensibles Thema

    Resistente Keime sind nicht erst seit heute in Thema, mit dem sich jedes Krankenhaus befassen muss. 34 % der für die Studie befragten Pfleger und Schwestern sind der Ansicht, dass sich die Hygienebedingungen deutlich verschlechtert haben. Das ist vielfach auch auf die zu dünne Personaldecke zurückzuführen. In diesem Zusammenhang und stellen auch nicht qualifizierte Mitarbeiter eine große Gefahr dar. In einigen Krankenhäusern gibt es außerdem einen großen Nachholbedarf bei der fachgerechten Hygiene im OP-Saal.

    Zu gewinnorientiert

    Es sind vor allem die Kliniken, die in privater Hand sind, bei denen die größten Mängel aufgetreten sind. Anders als Universitätskliniken arbeiten diese Krankenhäuser nur gewinnorientiert und die Patienten werden mehr als Kunden gesehen, die Geld einbringen. Teure Operationen ja, qualifiziertes Personal eher nein, denn gutes Personal kostet schließlich Geld und die Personalkosten schmälern die Gewinne. Solange dieses Denken vorherrscht, wird sich an den heiklen Themen so schnell nichts ändern.

    Bild: © Depositphotos.com / sudok1