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  • Abtreibung – immer eine schwere Entscheidung

    Abtreibung – immer eine schwere Entscheidung

    Nicht alle Frauen brechen in Jubel aus, wenn sie von ihrem Arzt erfahren, dass sie ein Baby erwarten. Vielfach lässt es die Lebenssituation einfach nicht zu, ein Kind zur Welt zu bringen, und die betroffenen Frauen entscheiden sich für eine Abtreibung. Ein Abbruch der Schwangerschaft ist immer eine schwere Entscheidung, und viele Frauen wissen überhaupt nicht, was bei einem Abbruch passiert und was sie unternehmen müssen, um die Schwangerschaft abzubrechen.

    Ist Abtreibung legal?

    Kaum ein anderes Gesetz sorgt bis heute für so kontroverse Diskussionen wie der Abtreibungsparagraf 218. Im Jahre 1971 brachte das Magazin „Stern“ eine Lawine ins Rollen, die heute als eine Art Meilenstein der Frauenbewegung und der Frauenrechte gilt, denn auf dem Cover des Magazins waren prominente Frauen zu sehen, die öffentlich bekannten: „Wir haben abgetrieben“. Die darauf folgenden Proteste von Millionen Frauen zwangen die Politik aktiv zu werden, und 1993 wurde das bis dahin geltende Gesetz zur Abtreibung neu formuliert. Seitdem gilt die sogenannte Fristenlösung mit einer Beratungspflicht, Abtreibungen sind zwar rechtswidrig, aber die Frauen bleiben straffrei. Bis zu dieser Gesetzesänderung galt ein Gesetz aus dem Jahr 1871, dass Frauen, die so wörtlich: „eine Frucht abtreiben oder im Leib töten“, mit einer Zuchthausstrafe von bis zu fünf Jahren bestraft werden konnten. 1926 wurde ein Schwangerschaftsabbruch zu einem Vergehen herabgestuft und es drohte nur noch eine Gefängnisstrafe, außerdem wurde erstmals eine medizinische Indikation anerkannt, wenn das Leben der Mutter in Gefahr war.

    Was müssen Frauen beachten?

    Auch wenn es heute einfach ist, eine Abtreibung vornehmen zu lassen, den Paragrafen 218 gibt es immer noch. Ein Abbruch der Schwangerschaft ist aber immer nur dann strafbar, wenn eine Schwangere nicht nachweisen kann, dass sie an einer Schwangerschaftskonfliktberatung teilgenommen hat oder dass das Kind bei einer Vergewaltigung gezeugt worden ist. Auch wenn das Leben der Mutter oder des Kindes nicht durch die Schwangerschaft bedroht ist und die Frau trotzdem die Schwangerschaft abbricht, dann kann sie rein theoretisch strafrechtlich verfolgt werden. Zu beachten ist zudem, dass zwischen dem Beratungsgespräch und dem Abbruch mindestens drei Tage liegen müssen und der Abbruch selbst von einem Arzt vorgenommen werden muss. Eine Abtreibung kann noch bis zur 14. Schwangerschaftswoche vorgenommen werden, darüber hinaus ist der Abbruch strafbar.

    Wer trägt die Kosten einer Abtreibung?

    Wer für die Kosten bei einem Schwangerschaftsabbruch aufkommen muss, das hängt immer von den jeweiligen Voraussetzungen ab. Gibt es eine medizinische oder eine kriminologische Indikation, dann zahlen die Krankenkassen den Abbruch. Schwangere, die auf eigenen Wunsch abtreiben, müssen die Kosten selbst tragen, die aktuell zwischen 300 und 400,- Euro liegen. Nicht alle Frauen sind finanziell in der Lage, diese Kosten zu übernehmen, sie können sich aber an ihre Krankenkasse wenden und einen Antrag auf Kostenübernahme stellen. Stimmt die Kasse zu, dann übernimmt sie die Kosten und rechnet dann später mit dem zuständigen Bundesland ab.

    Was passiert bei einem Schwangerschaftsabbruch?

    Eine Schwangerschaft kann operativ auf zwei Arten unterbrochen werden, zum einen durch eine Absaugung und zum anderen durch eine Ausschabung. In den meisten Fällen findet eine Absaugung unter Vollnarkose statt, bei der der Arzt mithilfe eines schmalen Röhrchens, das durch die Vagina in die Gebärmutter eingeführt wird, die Schleimhaut der Gebärmutter, die Fruchtblase und den Embryo absaugt. Ebenfalls unter Vollnarkose werden bei einer Ausschabung oder Kürettage die Gebärmutterschleimhaut, die Fruchtblase und der Embryo mit einem löffelartigen Instrument ausgeschabt. Eine dritte Möglichkeit bietet die sogenannte Abtreibungspille, die mit ihrem Wirkstoff Mifepriston nach der Einnahme künstliche Wehen auslöst und dann eine Fehlgeburt einleitet. Diese spezielle Pille darf nur unter der Aufsicht eines Arztes eingenommen werden und sie darf auch nur bis zur neunten Schwangerschaftswoche verschrieben werden. Nach der Einnahme dauert es zwei bis drei Tage, bis die Schwangerschaft abgebrochen wird.

    Bild: © Depositphotos.com / lightsource

  • Gesunde Zähne für ein gesundes Leben

    Gesunde Zähne für ein gesundes Leben

    „Lächeln ist die eleganteste Art, seinem Gegner die Zähne zu zeigen“, sagt ein altes Sprichwort, aber nicht jeder kann unbefangen und strahlend lächeln, wenn die Zähne nicht vorzeigbar sind. Gesunde Zähne machen nicht nur ein schönes Lächeln möglich, gesunde Zähne sind auch ein wichtiger Eckpfeiler, wenn es um die Gesundheit an sich geht. Werden die Zähne krank, dann hat das unschöne Folgen, weil nicht nur das Lächeln verschwindet, auch essen wird zunehmend schwerer, was letztendlich Mangelerscheinungen zur Folge hat.

    Gesunde Zähne von Anfang an

    Die Zähne werden schon im Mutterleib angelegt, aber der erste Zahn bricht erst sechs bis acht Monate nach der Geburt in einem meist schmerzhaften Prozess durch. Zuerst sind die mittleren Schneidezähne im Unterkiefer zu sehen, dann folgen die seitlichen Schneidezähne und schließlich die Eckzähne. Das Milchgebiss besteht aus 20 Zähnen, der erste bleibende Zahn ist der Backenzahn, der sich im sechsten Lebensjahr seinen Weg durch den Kiefer bahnt. Bis zum zwölften Geburtstag verschwinden die Milchzähne nach und nach, die bleibenden Zähne bilden sich aus, und ab dem 17. Lebensjahr wird das bleibende Gebiss durch die Weisheitszähne komplettiert. Insgesamt sind es dann 32 Zähne, die gut gepflegt werden müssen, damit sie ein Leben lang gesund bleiben. Kinder, die gesunde Zähne haben, werden auch als Erwachsene wenig Probleme haben, deshalb ist es sehr wichtig, dass Kinder schon früh lernen, ihre Zähne richtig zu pflegen.

    Gesunde Zähne sind kein Zufall

    Zähne sind widerstandsfähig, aber sie müssen entsprechend gepflegt werden, damit sie gesund bleiben. Tägliches Zähneputzen, die Verwendung von Zahnseide und einer speziellen Bürste für die Zahnzwischenräume, sowie regelmäßige Kontrollbesuche beim Zahnarzt sollten zur Pflege der Zähne dazugehören. Mit zunehmendem Alter werden die Zähne immer brüchiger und fallen schließlich aus, es beginnt die Zeit der dritten Zähne, wie Zahnersatz und Zahnprothesen auch gerne genannt werden. Während in früheren Zeiten nur eine Vollprothese infrage kam, arbeitet die Zahnmedizin heute mit unterschiedlichen Modellen beim Zahnersatz.

    Das Herz und die Gefäße leiden

    Gesunde Zähne sorgen nicht nur für ein strahlendes Lächeln, sie sind auch maßgeblich an der allgemeinen Gesundheit beteiligt. Karies und Parodontitis können unter anderem das Herz schädigen, denn die Bakterien, die die Zähne krank machen, dringen in die Blutbahn ein und schädigen die Gefäße. Die empfindlichen Gefäße werden auf diese Weise weniger elastisch, sie können sich nicht mehr ausdehnen und das kann zu Herzinfarkten und Schlaganfällen führen. Studien beweisen, dass Menschen mit weniger gesunden Zähnen öfter eine koronale Herzerkrankung haben, als diejenigen, deren Zähne weder Karies noch Parodontitis aufweisen.

    Die Möglichkeiten der modernen Zahnmedizin

    Keiner möchte mit einer unschönen Zahnlücke durchs Leben gehen, und wenn die Backenzähne fehlen, dann wird das Kauen sehr mühsam. Wurde das menschliche Gebiss früher komplett durch ein künstliches Gebiss ersetzt, so haben die Zahnärzte heute eine breit gefächerte Palette, wenn es um den Ersatz für die natürlichen Zähne geht. Implantate sind zu einem beliebten Zahnersatz geworden, denn die Implantate, die fest im Kieferknochen verankert werden, halten ein Leben lang und sie sind, was die Funktionalität angeht, kaum von einem echten Zahn zu unterscheiden. Zahnspangen sind nicht nur bei Kindern ein Thema, auch immer mehr Erwachsene lassen sich heute die Zähne mit der Hilfe einer Spange richten. Zahnkliniken wie der DentalPark, bieten eine gesamtheitliche Behandlung der Zähne an. Auch Patienten, die mit einer Dentalphobie, einer extremen Angst vor dem Zahnarzt zu kämpfen haben, müssen sich in einer modernen Zahnklinik keine Sorgen machen. Auf Wunsch werden die Zahnbehandlungen unter Narkose durchgeführt, die von einem erfahrenen Anästhesisten überwacht wird.

    Gesunde Zähne machen das Leben in jeder Hinsicht leichter, und wer bis ins hohe Alter gesunde Zähne haben möchte, der muss sich gut um seine Zähne kümmern.

    Bild: © Depositphotos.com / luckybusiness

  • Reizdarm – die Betroffenen müssen ihr Leben ändern

    Reizdarm – die Betroffenen müssen ihr Leben ändern

    Reizdarm – was ist das eigentlich? Eine Krankheit, ein Symptom oder einfach nur ein eingebildetes Leiden? In Deutschland leiden rund 30 % der Bevölkerung unter einem Reizdarm, dauerhafte Hilfe in Form von Medikamenten finden sie aber nicht. Nur eine ganz besondere Diät kann hilfreich sein, um festzustellen, ob es sich tatsächlich um ein Reizdarmsyndrom handelt. Alle, die sich nicht länger mit einem gereizten Darm herumplagen wollen, müssen nach neusten Untersuchungen ihr Leben grundlegend ändern.

    Symptome für einen Reizdarm

    Für das Reizdarmsyndrom gibt es kein Schema und auch keine logische Erklärung. Die Betroffenen bekommen Bauchschmerzen, sie leiden unter Blähungen, der Bauch fühlt sich geschwollen an und es kommt zu Verstopfung und Durchfall. Wenn diese Symptome auftauchen, dann nehmen die meisten ein rezeptfreies Medikament aus der Apotheke, aber sie sollten lieber zu einem Arzt gehen, der eine ernsthafte Erkrankung wie eine Infektion oder Darmkrebs ausschließen kann. Wenn nichts gefunden wird, dann lautet die Diagnose Reizdarm, und damit hat der Patient eine Krankheit, die nach wie vor viele Rätsel aufgibt. Ansteckend ist diese Krankheit nicht, ebenso wenig wie gefährlich, aber für die Betroffenen ist sie sehr belastend, denn sie schränkt das alltägliche Leben stark ein.

    Frauen sind öfter betroffen

    Frauen leiden deutlich öfter unter einem Reizdarmsyndrom als Männer, aber warum das so ist, weiß bis jetzt keiner. Anhaltspunkte, dass die Psyche in diesem Zusammenhang eine Rolle spielen könnte, konnten bisher weder bestätigt noch widerlegt werden. Was dafür spricht ist, dass der Darm von einem Geflecht aus Nerven durchzogen wird, die wiederum in einem sehr engen Kontakt zum Gehirn stehen. Kommt es zu Ärger, Stress oder Trauer, dann macht sich das im Verdauungssystem durch die typischen Reizdarmsymptome bemerkbar, auch die Ernährung kann nach Ansicht von Experten eine Rolle spielen. Um herauszufinden, ob es sich tatsächlich um einen Reizdarm handelt, ist es hilfreich, ein Ernährungstagebuch zu führen.

    Dem Reizdarm auf der Spur

    In einem Ernährungstagebuch wird akribisch festgehalten, was gegessen wurde und ob nach einer bestimmten Speise Probleme mit dem Darm auftreten. Kommt es bei einem bestimmten Lebensmittel zu wiederholten Beschwerden, dann kann man davon ausgehen, dass diese Lebensmittel die Probleme mit dem Darm auslösen. Bei einigen Betroffenen sind es bestimmte Gewürze, bei anderen Zwiebeln und wieder andere können keine Milchprodukte vertragen. Wenn eine Laktoseintoleranz ausgeschlossen werden kann, dann handelt es sich meist um ein Reizdarmsyndrom. Werden diese Lebensmittel weggelassen, dann verschwinden in der Regel auch die Probleme. Ist das aber nicht der Fall, dann kann eine ganz besondere Diät hilfreich sein.

    Die FODMAP-Diät

    Die FODMAP-Diät ist nach neusten Erkenntnissen eine wirkungsvolle Diät, um die Darmprobleme verschwinden zu lassen. Im Rahmen dieser Diät müssen die Patienten auf fermentierbare Oligo-, Di- und Monosaccharide sowie auf Polyole, also auf Zuckeralkohole verzichten. Das klingt auf den ersten Blick ein wenig verwirrend, ist es aber im Grunde nicht, denn die Betroffenen müssen auf Steinobst wie Kirschen oder Pfirsiche, auf Kohlgemüse, Hülsenfrüchte und auch Milchprodukte verzichten oder diese Lebensmittel zumindest zeitweise von ihrer Speisekarte streichen. Mit der FODMAP-Diät wurden bisher große Erfolge erzielt, denn bei vielen Patienten reichte ein Verzicht von zwei Monaten aus, und die Symptome eines Reizdarms waren komplett verschwunden. Nach der Diät beginnt dann eine Versuchsphase, bei der der Arzt feststellen will, welche der Lebensmittel, die weggelassen wurden, von den Patienten doch und in welchen Mengen vertragen werden. Auf dieser Basis wird schließlich ein immer individueller Ernährungsplan zusammengestellt, mit dem die Betroffenen beschwerdefrei leben können. Wer unter einem Reizdarm leidet und die neue Diät ausprobieren möchte, der sollte das nur unter ärztlicher Anleitung tun. Einen Selbstversuch zu starten, ergibt wenig Sinn, denn die FODMAP-Diät fordert den kompletten Verzicht und das kann zu schweren Mangelerscheinungen führen.

    Bild: © Depositphotos.com / Farina6000

  • Mit dem Medicus nach Indien – Reisen mit Arzt

    Mit dem Medicus nach Indien – Reisen mit Arzt

    Chronisch krank und trotzdem auf dem Mount Everest? Viele Träume können sich Menschen, die dauerhaft unter einer Krankheit leiden, nicht erfüllen. Auf exotische Fernreisen müssen sie jedoch nicht verzichten. Viele Reiseveranstalter bieten Touren an, die von einem Arzt begleitet werden, der im Notfall mit Rat und Tat zur Seite steht.

    Fernreisen können schon bei Menschen, die gesundheitlich perfekt aufgestellt sind, ein mulmiges Gefühl hervorrufen. Krankheiten wie Montezumas Rache, Dengue-Fieber oder Höhenkrankheit lassen einem schnell Schauer über den Rücken laufen. Senioren und chronisch kranke Menschen haben entsprechend ihrer Konstitution noch mehr Respekt vor einem aufregenden Trip. Auf ihn verzichten müssen sie aber dank eines speziellen Reiseangebots nicht. Immer mehr Reiseveranstalter bieten Gruppenreisen an, die ärztlich begleitet sind. Dabei kümmern sich die meisten Veranstalter komplett um das Wohlergehen der Patienten.

    Ältere und chronisch Kranke profitieren von dem Angebot

    Der Markt boomt: Nicht nur Senioren und chronisch Kranke, auch Berufstätige, die es sich nicht leisten können, mit einer Krankheit aus dem Urlaub zu kommen, buchen solche Gruppenreisen. Dabei achten die Reiseveranstalter meist nicht nur darauf, dass ein Arzt in der Gruppe mitreist, sondern machen die Fernreise auch so komfortabel wie möglich: Nonstop-Flüge und komfortable Hotels gehören meist zur Grundausstattung einer Reise. Entsprechend teurer sind die ärztlich begleiteten Reisen im Gegensatz zu einer normalen Rundreise – aber dafür ist der gut ausgebildete und vor allem deutschsprachige Arzt immer zur Stelle, wenn es ernst wird.

    Um die individuelle medizinische Reisevorbereitung muss man sich bei solchen Reisen immer noch alleine kümmern. Aber bei den meisten Reiseveranstaltern setzt sich der mitreisende Arzt bereits vor Reisebeginn mit den Teilnehmern in Kontakt, fragt spezielle Leiden ab und bereitet sich entsprechend auf seinen Einsatz vor. In seinem Köfferchen transportiert er so die entsprechenden Arzneimittel für die Mitreisenden, sowie speziell auf das Reiseland zugeschnittene Medikamente. Im Notfall begleitet er einen Kranken auch in das lokale Krankenhaus.

    Der Arzt an Bord und in der Berghütte

    Oft sind es Fernreisen, die mit einem solchen speziellen Service angeboten werden. Der marktälteste Veranstaler, Mediplus, bietet aber auch Kuren, Trekkingreisen und Kreuzfahrtreisen an. Außer Mediplus bieten auch noch Tourival, Gebeco, Berge & Meer, Studiosus und der Marktführer Tour Vital solche Reisen an. Stiftung Warentest listet die Vor- und Nachteile der einzelnen Reiseanbieter auf.

    Spezielle Stellen für Ärzte gibt es bei Reiseveranstaltern übrigens nicht. Die meisten Ärzte schließen in der Reisezeit ihre Praxen und bekommen nur die Reisekosten erstattet. Sie sind also normal praktizierende Ärzte, die meist eine Zusatzausbildung in Tropenmedizin absolviert haben und mit der Gruppe im besten Fall einfach nur Urlaub machen können. Viele Ärzte leisten sich eine solche Reise bloß einmal im Jahr und freuen sich so ebenso wie die Mitreisenden auf das exotische Fernreiseerlebnis.

    Bild: © Depositphotos.com / curraheeshutter

  • Einmal dick, immer dick – warum Übergewicht das Leben bestimmt

    Einmal dick, immer dick – warum Übergewicht das Leben bestimmt

    Kleine pummelige Kinder sind niedlich. Man möchte sie an sich drücken, ihre Bäckchen küssen und den Eltern gratulieren, dass sie so ein hübsches und gesundes Kind haben. Der Kinderarzt wird wahrscheinlich anders über pummelige Kinder denken, vor allem dann, wenn er die neue Studie im Bundesgesundheitsblatt gelesen hat. Was wie ein ganz böses Vorteil klingt, ist jetzt wissenschaftlich bewiesen, denn wer schon als Kind Übergewicht hat, der wird auch als erwachsener Mensch immer wieder zu viel auf die Waage bringen. Einmal dick, immer dick – so lautet die Aussage der Studie in verkürzter Form.

    Übergewicht bei Kindern – ein schwerwiegendes Problem

    Durchgeführt wurde die aktuelle Studie vom Gesundheitsamt in Frankfurt am Main, denn dort ist man für die alljährlich stattfindenden Schuleingangsuntersuchungen zuständig. Seit 2011 wurden für diese Studie in Zusammenarbeit mit der Uniklinik Frankfurt Kinder untersucht, die als sechsjährige eingeschult wurden und die in diesem zarten Alter alle bereits Probleme mit Übergewicht hatten. Zwei Jahre nach der Einschulung wurden die Kinder dann noch einmal gewogen und gemessen und das Ergebnis war alles andere als gut.

    Das Ergebnis ist alarmierend

    Von den 5600 Kindern, die vor ihrer Einschulung gewogen wurden, hatten 80 % Normalgewicht, 3,6 % hatten Übergewicht, ebenso viele waren bereits fettsüchtig und bei 1,3 % diagnostizierten die Ärzte eine extreme Form von Adipositas. Untergewicht hatten 5,6 der Kinder und besonders stark untergewichtig waren 1,7 %. An der Untersuchung, die zwei Jahre später stattfand, nahmen 3500 Kinder teil und es wurde ein neuer, beunruhigender Trend sichtbar. So nahm die Zahl der Kinder, die bei einer Einschulung noch normalgewichtig waren, um drei Prozent ab, auf der anderen Seite war die Zahl der Kinder, die Übergewicht hatten, um 2,4 % angestiegen. Dieser Trend wird von einer dänischen Langzeitstudie untermauert, die mit 277.000 Kindern zwischen 1930 und 1976 durchgeführt wurde. Das Ergebnis der dänischen Studie lautet, dass die meisten Studienteilnehmer, die schon als kleine Kinder zu dick waren, das Übergewicht mit ins Erwachsenenleben genommen haben und später eine koronale Herzerkrankung hatten.

    Übergewicht bei Kindern und die Reaktion der Eltern

    Auch wenn mittlerweile bekannt ist, welche gesundheitlichen Auswirkungen Übergewicht haben kann, sind Eltern auf diesem Auge offenbar blind. 72 % der Eltern, deren Kinder übergewichtig sind und 22 % der Eltern, die adipöse Kinder haben, sind davon überzeugt, dass ihr Nachwuchs das richtige Gewicht hat. Dieses fehlende Bewusstsein für die offensichtlichen Probleme ist kein neues Phänomen, denn auch eine Studie der Universitätsklinik Leipzig mit 400 übergewichtigen Kindern kam zu dem gleichen Schluss. Auch hier waren die Eltern vom richtigen Gewicht ihrer Kinder überzeugt und stellten sich dem Problem erst dann, als die Kinder bereits stark fettsüchtig waren.

    Welche Ursachen gibt es?

    Der erste Gedanke, der den meisten beim Anblick von übergewichtigen Kindern durch den Kopf geht, ist: Die Eltern ernähren ihre Kinder falsch. Eine falsche Ernährung ist aber nur eine von vielen Ursachen. Ein anderer Grund für die steigende Zahl fettsüchtiger Kinder sind die ebenfalls übergewichtigen Eltern, die dieses „Schicksal“ als gegeben hinnehmen und diese Haltung auch ihren Kindern vorleben. Wenn die Eltern adipös sind, dann steigt das Risiko für die Kinder ebenfalls adipös zu werden, um satte 300 % im Vergleich zu den Kindern, deren Eltern ein normales Gewicht haben. Oftmals sind es aber nicht die Essgewohnheiten, die die Kinder dick werden lassen, es sind vielmehr überzuckerte Getränke. Eistee, Cola und Limonaden sind bekannte Dickmacher, die bei 19 % der übergewichtigen Kinder und bei 20 % der adipösen Kinder für die Gewichtszunahme zuständig sind. Diese mit sehr viel Zucker gesüßten Getränke überfluten den Körper ungebremst mit einer Unmenge von Kalorien, die jedes Gleichgewicht im Energiehaushalt unmöglich machen.

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  • Kopfschmerzen – die lange vernachlässigte Volkskrankheit

    Kopfschmerzen – die lange vernachlässigte Volkskrankheit

    Keine andere Krankheit ist so weit verbreitet und kommt in so vielen verschiedenen Formen vor, wie Kopfschmerzen. Es gibt 367 Arten von Schmerzen, die den Kopf betreffen und lange Zeit wurde das Leiden, das so viele Menschen quält, sowohl von den Ärzten als auch von den Wissenschaftlern vernachlässigt. Erst jetzt gibt es eine Vielzahl von Therapieansätzen und neue Behandlungsmethoden, die eine Besserung versprechen, aber nicht immer wird das Angebot von denjenigen auch wirklich angenommen, die unter ständigen Schmerzen im Kopf klagen.

    Therapieplätze und Ambulanzen gegen Kopfschmerzen

    Immer mehr Kliniken nehmen heute die Patienten ernst, die über Kopfschmerzen klagen und richten entsprechende Ambulanzen und Therapiezentren ein. So zum Beispiel auch die Charité in Berlin, in der es eine Kopfschmerzambulanz gibt, in der einen Psychologen und Schmerztherapeuten als Ansprechpartner für Patienten mit starken Schmerzen gibt. Das Zentrum in der Berliner Charité bietet neben einer Ambulanz auch eine fünftägige Therapie mit Entspannungsübungen, zudem können Kopfschmerzpatienten dort auch den richtigen Umgang mit Medikamenten lernen. Aufgenommen werden allerdings nur acht Patienten im Monat und nur eine Krankenkasse, die AOK, bezahlt die Therapie. Alle anderen Kassen sehen keine Veranlassung, die Kosten zu übernehmen, denn es handelt sich schließlich „nur“ um Kopfschmerzen.

    Die Krankheit, die verharmlost wird

    Im Zusammenhang mit Kopfschmerzen ist immer das Wörtchen nur zu hören, denn auch wenn die Schmerzen stark sind und die Betroffenen sehr darunter leiden, werden sie selten ernst genommen. Dabei leiden 70 % der Deutschen (54 Millionen) unter nervenden Kopfschmerzen. Die Hälfte der Betroffenen klagt dabei über Spannungsschmerzen, nur in acht Prozent aller Fälle stecken ernsthafte Erkrankungen dahinter. Alarmierend ist die Zahl von 44 % der Kinder und Jugendlichen zwischen drei und 17, die davon betroffen sind, und diese Zahl steigt noch kontinuierlich an. Heute werden schon kleine Kinder behandelt, weil sie regelmäßig über Schmerzen im Kopf klagen. Trotzdem bekommen diese Kinder von den Eltern, aber auch von den Lehrern, Erziehern und Ärzten viel zu oft den Satz, zu hören: Stell dich nicht so an, es sind nur Kopfschmerzen.

    Migräne – die ganz besonderen Kopfschmerzen

    Eine besondere schmerzhafte Form von Kopfschmerz ist die Migräne. Rund 100.000 Menschen in Deutschland werden tagtäglich von einer so heftigen Migräne attackiert, dass sie nicht zur Arbeit gehen können. Neben den hämmernden, bohrenden und ziehenden Schmerzen im Kopf gesellen sich bei einer Migräne noch Erbrechen, Schwindelanfälle, Übelkeit und Sehstörungen dazu, was die Qualen um ein Vielfaches verstärkt. 22 % der Männer und 32 % der Frauen sind von Migräne betroffen, besonders heftig treten die Attacken an den Wochenenden auf. In den Apotheken klingeln die Kassen, denn pro Jahr nehmen die Deutschen mehr als drei Milliarden Tabletten gegen ihre Migräne oder den Kopfschmerz. Rund 85 % nehmen nach eigenen Angaben sogar täglich ein Medikament ein, um die Schmerzen zu lindern.

    Die neue Volkskrankheit

    Es gibt eine Reihe von Volkskrankheiten, aber keine trifft so viele Menschen und kommt so häufig vor wie Kopfschmerzen. Trotzdem spielen die 367 verschiedenen Kopfschmerzarten nach wie vor nur eine untergeordnete Rolle. Wie unbedeutend die Schmerzen im Kopf aus der Sicht der Wissenschaft sind, das beweist auch der Bericht zur „Gesundheit der Deutschen“, den das Robert-Koch-Institut jedes Jahr der Bundesregierung vorlegt. In diesem 500 Seiten umfassenden Bericht kommen die Migräne und der Kopfschmerz im Allgemeinen überhaupt nicht vor. Schuld daran ist die Tatsache, dass Schmerzen im Kopf in all ihrer Vielfalt nicht als eine eigenständige Krankheit anerkannt werden, denn wenn sie das wären, dann würde zumindest der Versuch unternommen, sie in den Griff zu bekommen. Jedoch sind auch Fortschritte erzielt worden, denn es gibt heute eine Vielfalt von unterschiedlichen Therapien und auch immer mehr Schmerzzentren, in denen sich die Betroffenen behandeln lassen können.

    Bild: © Depositphotos.com / monkeybusiness