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  • Fersensporn – eine schmerzhafte Volkserkrankung am Fuß

    Fersensporn – eine schmerzhafte Volkserkrankung am Fuß

    Beim Auftreten mit dem Fuß durchzuckt den einen oder anderen ein starker Schmerz. Das könnte an einem Fersensporn liegen, der fast als Volkskrankheit bezeichnet werden kann. Welche Ursachen und Behandlungen Abhilfe bzw. Linderung verschaffen und wann eine Operation unumgänglich ist, lesen Sie im nachfolgenden Bericht.

    Betroffene können sich den Fersensporn fast wie einen zusätzlichen kleinen Knochen am Fuß vorstellen, der sich nachträglich gebildet hat. Grundsätzlich kommt das sehr häufig vor und ist auch weder schmerzhaft, noch macht es Probleme. Nur wenn sich die Plantarsehen an der Fußsohle entzündet und es zu einer sogenannten Plantarfsziitis kommt, kommt auch der Schmerz beim Auftreten. Fast jeder dritte Mensch leidet an einem Fersensporn, wobei die Häufigkeit bei älteren Personen, die über 50 Jahre alt sind, stark zunimmt.

    Zwei Arten der Erkrankung

    Mediziner unterscheiden zwei Varianten der schmerzhaften Fußerkrankung. Es gibt den oberen Fersensporn, der sich unmittelbar an der Hacke bildet und der untere, der sich unter der Fußsohle bildet. Letzter ist der häufigere. Die Symptome sind unterschiedlich, wobei manche Betroffene gar nicht erst merken, wenn sie einen Fersensporn haben. Sogar wenn er in einer Röntgenaufnahme deutlich zu erkennen ist, muss es nicht heißen, dass er Schmerzen verursacht. Klar ist, dass die Tatsache, dass er beim Röntgen zu sehen ist, darauf hinweist, dass die Erkrankung bereits schon länger besteht. Grundsätzlich ist sie nämlich ein Indiz dafür, dass es an dieser Stelle am Fuß bereits einmal eine entzündliche Veränderung, die meist den Muskel-Sehnen-Ansatz betroffen hat, gegeben hat. Typisch für den Fersensporn ist die Tatsache, dass die ersten Schritte nach dem morgendlichen Aufstehen am meisten Schmerzen verursachen. Das liegt daran, dass die Füße während der Nacht meist in einer Beugestellung waren, sich die Wadenmuskulatur morgens aber dehnt. Und ist die Plantasehne entzündet, tut genau das weh.

    Risikofaktoren und Therapiemaßnahmen

    Frauen leiden wesentlich häufiger an Fersensporn als Männer. Wobei Patienten mit Rheuma überdurchschnittlich oft betroffen sind. Auch Menschen, die von Natur aus Senk- oder Plattfüße haben, sind gefährdet, nach einigen Jahren das Überbein am Fuß zu erleiden. Neben dem weiteren Risikofaktor Übergewicht, gibt es einen äußeren Faktor, der die Krankheit fördert. Die Rede ist von der Schuhmode, die vor allem dann zur Gefahr wird, wenn sie auf hohe Absätze setzt. Denn so wird die Verkürzung der Wadenmuskulatur gefördert, womit die Gefahr für eine Plantarfasziitis steigt.
    Optimale Therapien sehen vor allem eine Dehnung der Wadenmuskulatur durch geeignete Physiotherapie vor. Diese bringen meist schon nach kurzer Zeit eine Besserung. Sinnvoll ist es, wenn gewisse Dehnübungen über mehrere Monate hinweg durchgeführt werden, bis die Schmerzen abklingen. Eine operative Behandlung des Fersensporn ist eher selten. Wird sie dennoch durchgeführt, erfolgt dabei eine Ablösung der Sehne vom Knochen. Eine weitere Möglichkeit der Therapie sind Kortisonspritzen, die vor allem gegen die Entzündung helfen.

    Vorbeugende Maßnahmen sind wichtig

    Wer einmal an Fersensporn gelitten hat, ist immer wieder gefährdet. Deshalb macht es Sinn, wenn man zu einer der Risikogruppen zählt oder aber gerne hohe Schuhe trägt, sich beim Orthopäden entsprechende Einlagen mit sogenannten Softspots für die Schuhe zu besorgen. Diese sorgen für optimalen Komfort im Schuh und sind quasi Wellness für die Füße. Wer bereits an der entzündlichen Erkrankung im Fuß leidet, für den kommen diese Einlagen zu spät. Bei der Plantarfasziitis gibt es eine Selbstheilungstendenz, das heißt früher oder später klingen die Symptome wieder ab, wobei man durchschnittlich ein Dreiviertel Jahr dafür rechnen muss. Wer den Heilungsprozess unterstützen möchte, der sollte viel Aktivität machen, am besten solche, die die Wadenmuskulatur trainiert. Auch Joggen wäre eine Option, um dem Fersensporn den Kampf anzusagen. Wer auch nach Monaten noch nicht beschwerdefrei ist und Schmerzen hat, der leidet vermutlich an einem Nervenkompressionssyndrom, das sich beim Fersensporn gebildet hat. Das ist eine sehr spezielle Form dieser Fußerkrankung, bei der nur mehr eine Operation hilft.

    Bild: © Depositphotos.com / stasique

  • Welches Hausmittel hilft bei Nesselsucht?

    Welches Hausmittel hilft bei Nesselsucht?

    Kaum eine andere Hautkrankheit kommt weltweit so häufig vor, wie die Nesselsucht. Experten schätzen, dass jeder Vierte mindestens einmal in seinem Leben an Urtikaria erkranken wird. Immer dann, wenn sich auf der Haut leicht rötliche Quaddeln bilden, die unangenehm jucken, dann handelt es sich in den meisten Fällen um Nesselsucht. Die akute spontane Nesselsucht tritt besonders häufig auf und sie wird durch einen Vireninfekt ausgelöst. Seltener ist die chronische Form der Nesselsucht, der in den meisten Fällen ein bakterieller Infekt voraus geht. Auch bestimmte Zusätze in Lebensmitteln wie Aroma- und Farbstoffe können eine Nesselsucht auslösen, mit den richtigen Hausmitteln lässt sich die Hautkrankheit jedoch einfach behandeln.

    Backpulver und Essig gegen den Juckreiz

    Nesselsucht ist relativ harmlos und kann mit Cremes und Lotionen, die entweder frei in der Apotheke verkauft oder aber vom Arzt verschrieben werden, erfolgreich behandelt werden. Wer nicht zur „chemischen Keule“ greifen will, der sollte die Nesselsucht mit Backpulver bekämpfen. Nesselsucht schmerzt nicht, aber die oft handtellergroßen Quaddeln können unerträglich jucken. Backpulver enthält natürliches Natron und das hilft nicht nur dabei den Juckreiz zu lindern, durch das Backpulver können die Hautausschläge auch ganz verschwinden. Das Backpulver wird mit ein wenig Wasser zu einer dicken Paste verrührt, dann auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen und muss dort einwirken.

    Ein weiteres sehr effektives Mittel gegen den Juckreiz bei Nesselsucht ist Essig. Der Essig wird mit Wasser in einem Verhältnis von 1 : 2 gemischt, dann wird ein sauberes Tuch, am besten aus reinem Leinen, in die Mischung getaucht und das Tuch dann auf die Haut gelegt. Der Essig kühlt nicht nur sehr angenehm, er ist auch entzündungshemmend.

    Kräuter, die helfen können

    Es gibt zwei Sorten Kräuter, die sich ebenfalls als gutes Hausmittel gegen Nesselsucht bewährt haben. Eines dieser Kräuter ist die als Zaubernuss bekannte Pflanze Hamamelis, die entzündungshemmende Wirkstoffe hat und auch den quälenden Juckreiz lindern kann. Die Ringelblume ist das zweite Mittel aus der Natur, das im Kampf gegen die Nesselsucht große Erfolge erzielen kann. Die Ringelblume wird als Creme auf die Haut aufgetragen und damit sie wirksam ist, sollte die Creme einen hohen Anteil an Ringelblumen haben. Viele Apotheker stellen Ringelblumensalbe auch selbst her, und daher sind diese Salben besonders zu empfehlen.

    Mit Kälte und Ingwer gegen Nesselsucht

    Auch Kälte hat sich einen guten Namen gemacht, wenn es darum geht, die Nesselsucht zu besiegen. Die betroffenen Hautstellen werden entweder mit einer kalten Kompresse oder mit einem Kühlpack aus dem Gefrierfach behandelt, das mit einem Geschirrhandtuch umwickelt wurde. Schon nach 20 Minuten stellt sich eine Linderung ein und das Jucken lässt nach. Ein kurzes kaltes Bad oder eine regelmäßig kalte Dusche ist ebenfalls erfolgversprechend, um den Juckreiz zu besiegen, und auch ein altes Hausmittel aus China kann die Nesselsucht erträglicher machen. Dazu werden 200 ml Essig, 60 g brauner Zucker und 30 g geriebener Ingwer fünf Minuten gekocht. Anschließend werden 150 ml Wasser dazugegeben, das Ganze muss abkühlen und wird dann mit einem sauberen Tuch auf die Hautstellen aufgetupft, die ganz besonders jucken. Helfen können auch Brennnesselkapseln in einer Dosierung von 400 mg täglich.

    Bild: © Depositphotos.com / tinna2727

  • Wer seine Muskeln liebt, der ist auch im Urlaub aktiv

    Wer seine Muskeln liebt, der ist auch im Urlaub aktiv

    Für viele steht der Sommerurlaub vor der Tür. Einfach in der Sonne, bestenfalls am Meer oder See faulenzen und Fünfe grade sein lassen – das ist wohl die Devise von vielen. Doch wer auf seine Figur, insbesondere seine Muskeln achtet, der sollte dies besser nicht tun. Denn bereits während zwei Wochen Nichtstun, baut der Körper bis zu 500 Gramm Muskelmasse ab. Dies hat eine Studie des dänischen Forschers Andreas Vigelsø ergeben. Doch warum machen Muskeln so schnell schlapp? Und gibt’s das perfekte Training?

    Der Körper ist ein Energiesparer

    Als Überbleibsel aus der Evolution bezeichnet der Sportwissenschaftler Ingo Froböse die Tatsache, dass der Körper ein radikaler Energiesparer ist. Sobald Muskeln nicht mehr verwendet und damit augenscheinlich nicht mehr benötigt werden, baut der Körper sie ab. Denn sie verbrauchen ja Energie, sogar im Ruhezustand. Wer also heutzutage hauptsächlich sitzt, egal ob in der Freizeit auf der Couch oder aber im Büro während der Arbeit, der lässt seine Muskeln quasi faulenzen. Der Sportexperte betont deshalb: Sitzen ist das zweite Rauchen und schadet dem Körper massiv. Sind die Muskeln inaktiv, werden sie zum Einen nicht richtig versorgt, und zum anderen sinkt gleichzeitig der Stoffwechsel. In letzter Konsequenz bilden sich dann die Muskeln zurück und die Kraft nimmt ab. Damit sinkt auch der Kalorienverbrauch.

    Im besten Fall alle zwei Stunden aktiv sein

    Muskeln müssen fortlaufend irgendwelchen Reizen ausgesetzt sein, damit sie aktiv bleiben und sich nicht zurück bilden. Dabei reicht es aber nicht aus, sich einfach nur nach Feierabend eine Stunde sportlich zu betätigen. Denn was über den ganzen Tag an Bewegung versäumt wurde, kann nicht innerhalb einer kurzen Zeit am Abend wieder aufgeholt werden. Die Empfehlung des Experten lautet also, spätestens alle zwei Stunden die Muskeln zu aktivieren und sich zu bewegen. Das muss nicht gleich Sport sein, es genügt wenn man vom Schreibtisch aufsteht und ein paar Wege im Büro zu Fuß zurück legt oder mal die Treppen ins nächste Stockwerk nimmt. Wer dabei vielleicht sogar zwei Stufen auf einmal nimmt, lässt seinen Muskeln mehr Gutes zuteil werden, als wenn er nach Feierabend eine Stunde Joggen geht. Denn Ausdauersport ist zwar gut, doch Krafttraining bedeutet eigentlich kurze, aber starke Herausforderung für die Muskeln.

    Effektive Übungen für die Zeit im Büro

    Damit jeder während eines anstrengenden Arbeitstages zwischendurch mal seine Muskeln kräftigt, gibt es kurze und gleichzeitig sehr effektive Übungen, die man bequem auch neben dem Schreibtisch durchführen kann. Die Pendel-Übung etwa, eignet sich sehr gut für die Stärkung der Bauch- und Rückenpartie, die ja beim Sitzen total aus den Fugen geraten kann. Man setzt sich auf die Kante des Bürosessels, streckt die Arme nach oben und beugt den Oberkörper weit nach vorne, bis dieser die Oberschenkel berührt. Danach richtet man sich wieder auf. Diese Übung einige Male hintereinander durchgeführt, verschafft den Muskeln Bewegung und sorgt für Auflockerung am Arbeitsplatz. Wer jetzt nicht unbedingt am Arbeitsplatz zu turnen beginne möchte, der kann auch einfach nach jedem Gang zur Toilette einfach ein paar Kniebeugen machen. Zehn Stück davon sind ideal und treiben vor allem den Stoffwechsel entsprechend an. Damit die Armmuskulatur auf Touren kommt, kann man Wandliegestütze machen. Dabei steht der Betreffende etwa eine Armlänge entfernt von der Wand und öffnet die Hände knapp schulterbreit. Die Ellenbogen sind leicht gebeugt, bevor der Körper in Richtung Wand geneigt wird und anschließend wieder von ihr weggedrückt wird.

    Die 5-15 Regel für die Muskelkräftigung

    Laut Sportmedizinern und Gesundheitsexperten sollte man sich fünf Mal pro Woche Zeit für die Muskelkräftigung nehmen. Dabei sind 15 Minuten täglich völlig ausreichend, wobei klar sein muss, dass die Muskulatur während der Übungen „brennen“ muss, denn erst dann ist die richtige Trainingsfrequenz erreicht. Das Motto lautet dabei: Kurz, aber intensiv.

    Bild: © Depositphotos.com / Maridav

  • Gesund grillen – mit der richtigen Marinade zum Fleisch

    Gesund grillen – mit der richtigen Marinade zum Fleisch

    Grillen gehört für viele einfach zum sommerlichen Feeling dazu. An lauen Sommerabenden mit Freunden und Nachbarn auf der Terrasse oder im Garten gemütlich zusammenzusitzen, während das Fleisch und die Würstchen auf dem Grill brutzeln, macht einfach Spaß. Leider ist es nicht immer auch ganz so gesund, denn beim Grillen können Substanzen entstehen, die Krebs auslösen können. Das lässt sich leider nicht komplett verhindern, aber es gibt Möglichkeiten, um das Risiko zu minimieren, zum Beispiel durch die richtigen Marinaden. Die Universität Hohenheim hat jetzt erforscht, was Grillfans tun müssen, um gesund zu bleiben.

    Drei gefährliche Stoffe

    Es sind drei Stoffe, die das Grillvergnügen trüben können: Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, kurz PAK, heterozyklische aromatische Amine (HAA) und Nitrosamine. Diese drei sind immer im Spiel, wenn gegrillt wird, aber wie stark sie bei jedem Grillvorgang freigesetzt werden, das haben diejenigen, die grillen, selbst in der Hand. Beim Grillen und auch bei der Zubereitung der Marinaden sollten einige Dinge beachtet werden.

    Was ist für gesundes Grillen wichtig?

    Kommt das Fleisch auf den Grill, dann ist es wichtig, dass kein Fett in die Glut tropft, denn der Qualm der sich dann bildet, enthält PAK. Nach Möglichkeit sollte das Fett, das vom Grillgut tropft, in einer Schale aus Aluminium aufgefangen werden, zudem sollte alles, was auf den Grill kommt, nach Möglichkeit sehr langsam garen. Es reicht, wenn das Fleisch kurz, scharf und vor allem heiß angebraten wird und dann am etwas kühleren Rand oder in einer Aluschale fertig gart. Die Kohle muss gut durchglühen, aber sie sollte nicht brennen. Papier und auch Holz, das mit viel Harz behaftet ist, gehört nicht ins Feuer, am besten sind Holzkohle und Briketts aus Holzkohle.

    Perfekt sind Grills, die mit Strom oder mit Gas betrieben werden, denn sie belasten die Gesundheit weniger, da sich kaum PAK bilden kann.

    Die optimale Marinade

    Eine leckere Marinade ist das A und O beim Grillen, aber nicht selten ist die köstliche Marinade nicht gut für die Gesundheit. Experten empfehlen, Zucker in jede Marinade zu geben, denn Fleisch hat von Natur aus sehr wenig Zucker. Der Zucker beschleunigt die Bräunung und verhindert, dass sich ungesundes HAA bilden kann. Vor allem, wenn Geflügel auf den Grill kommt, dann ist eine Prise Zucker eine sehr gute Idee, und der Zucker verleiht der Marinade dazu auch noch einen gewissen Pep.

    Auch antioxidative Gewürze können effektiv verhindern, das sich schädliches HAA bilden kann. Zwiebeln gehören dazu, aber auch Knoblauch, Rosmarin und Extrakte aus Traubenkernen. Perfekt ist nach Ansicht der Wissenschaftler von der Uni Hohenheim eine Marinade, die sowohl Cayenne-Pfeffer, Thymian, Knoblauch, Ingwer und Rosmarin enthält. Damit das Fleisch noch zarter wird, empfehlen die Forscher, es vor dem Grillen mit Traubenkernöl zu bestreichen, denn das verhindert die Bildung von HAA und macht das Fleisch sehr pikant, zart und saftig.

    Eine gesunde Marinade senkt die Bildung von HAA um 74 %. Jeder, der sein Fleisch, sein Gemüse oder auch den Fisch vom Grill genießen will, der verleiht der Marinade zum einen Geschmack und isst zum anderen auch noch gesund.

    Bild: © Depositphotos.com / shalamov

  • Sonnenstich – die unterschätzte Lebensgefahr

    Sonnenstich – die unterschätzte Lebensgefahr

    Sommer, Sonne, Hitze – was für viele vor allem im Urlaub perfekt erscheint, kann bei Temperaturen über 30 Grad schnell zur Belastung werden. Viele Menschen leiden dann unter Kopfschmerzen und Kreislaufproblemen. Nicht immer ist das harmlos, manchmal kann ein Hitzeschlag oder Sonnenstich dahinter stehen. Erste Anzeichen erkennen bzw. sich richtig schützen, kann Schlimmeres verhindern.

    Hohe Temperatur ist gefährlich

    Es sind nicht die UV-Strahlen, die die unangenehmen Beschwerden auslösen, sondern die hohen Temperaturen. Diese kann der Körper zwar anfangs noch durch Schwitzen ausgleichen, doch ist man zu lange starker Hitze ausgesetzt, gerät das biologische Kühlsystem außer Takt. Abgesehen davon führt eine lange und direkt auf den Kopf gerichtete Sonneneinstrahlung dazu, dass die Hirnhaut gereizt wird. Deshalb sind Säuglinge, Kleinkinder, deren Kopf wenig oder gar nicht behaart ist, extrem gefährdet. Die meist noch offene Fontanelle, also die Knochenlücke am Kinderschädel und die dünne Schädeldecke verstärken die Gefahr ebenso. Auch Erwachsene mit Glatze oder geringem Haarwuchs reagieren auf direkte Sonneneinstrahlung am Kopf besonders empfindlich. Im Umkehrschluss bedeutet dies aber nicht, dass dichtes Haar vor Sonnenstich und Hitzschlag schützen kann.

    Symptome meist erst spät erkennbar

    Erleidet jemand einen Sonnenstich, sind Kopf und Nacken deutlich gerötet. Der übrige Körper ist hingegen unauffällig. Schwindel und Kreislaufprobleme sind typische Begleiterscheinungen ebenso wie Nacken- und Kopfschmerzen. Der Betroffene klagt über Übelkeit, Erschöpfung und Kreislaufprobleme. Die Körpertemperatur selbst bleibt meist anfangs noch unauffällig, erst wenn man aus der Sonne draußen ist, kann Fieber auftreten. Im Unterschied zum Sonnenstich ist der Hitzschlag lebensbedrohlich, da der damit verbundene Kreislaufkollaps vor allem Nieren und Gehirn schädigt. Die Symptome treten plötzlich auf und äußern sich in Kopfschmerzen, Erbrechen und geröteter, trockener Haut. Innerhalb kürzester Zeit kann die Körpertemperatur auf 40 Grad ansteigen, was vor allem für den schwachen Kreislauf von Kindern, Babys und älteren Menschen zur Gefahr wird. Zu hoher Puls und niedriger Blutdruck sind typische Begleiterscheinungen, die sich mit Halluzinationen, Bewusstseinsstörungen und Krämpfen äußern.

    Was tun bei Hitzschlag?

    Klar ist, dass Kühlung als erste und wichtigste Maßnahme gefragt ist. Dennoch ist eine eiskalte Dusche nicht das richtige Mittel, besser ist es da, ein Bettlaken in kaltes Wasser einzutauchen und den Körper darin einzuwickeln. Auch Zufächeln von Luft und das Lagern des Betroffenen im Schatten hilft im ersten Moment, wobei Kopf und Oberkörper leicht erhöht sein sollten. Natürlich ist es auch wichtig, genügend Flüssigkeit zu verabreichen. Ist eine apathische oder gar bewusstlose Wirkung festzustellen, muss umgehend der Notarzt verständigt werden.
    Abgesehen davon, dass man bei ersten Symptomen des Hitzschlags für genügend Flüssigkeitszufuhr sorgen sollte, gilt überhaupt, dass man bei heißen Temperaturen ausreichend trinken sollte. Richtlinien sprechen hier von zwei bis drei Litern pro Tag, besser ist noch etwas mehr. So gut es auch tut, eiskalte Getränke durch die Kehle rinnen zu lassen, so wenig trägt es zum Wohlbefinden bei heißen Temperaturen bei. Denn um den Temperaturausgleich zwischen der kalten Flüssigkeit und dem heißen Körper auszugleichen, produziert dieser noch mehr Wärme. Endergebnis dann: man schwitzt noch mehr. Auch stark gesüßte Getränke sowie Koffein tragen nichts zur Abkühlung bei, am besten greift man zu normal temperierten Mineralwasser oder ungesüßten Tees. Auch verdünnte Säfte oder Limos sind brauchbar und liefern Flüssigkeit.

    Lange Sonneneinstrahlung und Mittagshitze meiden

    Gerade Kinder und Babys, aber auch empfindliche Erwachsene sollten in der Sonne immer den Kopf bedecken. Ideal sind dazu Sonnenhüte aus hellem Material. Auch ein Sonnenschirm spendet Schatten. Wer unbedingt direkte Sonnenstrahlen genießen möchte, der sollte dies nur über einen kurzen Zeitraum tun, unterbrochen von regelmäßigen Pausen im Schatten und nicht unbedingt zur Mittagszeit. Denn dann steht die Sonne am höchsten und die Hitze trifft direkt auf den Kopf. Für alle, die auf ihre tägliche Bewegung nicht verzichten möchten, gilt, dass sie sportliche Aktivitäten am besten in die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegen sollten.

    Bild: © Depositphotos.com / vladvitek

  • Neue Gesetze – was ändern sich für die Patienten?

    Neue Gesetze – was ändern sich für die Patienten?

    Die Situation kennt wahrscheinlich jeder: Ein Besuch beim Facharzt ist unumgänglich, aber es ist einfach kein Termin zu bekommen. Wer ein halbes Jahr Wartezeit in Kauf nimmt, der kann seinen Termin beim Augenarzt oder beim Urologen bekommen und auch alle, die privat krankenversichert sind, haben keine Probleme, für alle anderen bleibt nur die lange Wartezeit. Das soll sich nach dem Willen der Politiker ändern, denn nach dem Bundestag hat jetzt auch der Bundesrat einem Gesetz zugestimmt, was die Kassenärztliche Vereinigung dazu zwingen soll, auch kurzfristig Termine an gesetzlich Versicherte zu vergeben.

    In nur vier Wochen

    Das neue Gesetz sieht vor, dass die Kassenärztliche Vereinigung sogenannte Terminservicestellen einrichten muss, mit deren Hilfe die Patienten einen Termin beim Facharzt innerhalb von vier Wochen bekommen. Die Terminservicestellen werden bei den großen Krankenkassen eingerichtet und wer einen Termin benötigt, der ruft einfach dort an und erkundigt sich, welcher Facharzt in der Nähe in den nächsten vier Wochen einen Termin frei hat. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass wenn die Patienten sich selbst nach einem Termin erkundigen, die Ärzte keine Ausrede finden, um keine Kassenpatienten annehmen zu müssen. Die schnelle Terminvergabe beim Facharzt ist aber nicht das einzige Gesetz, das der Bundesrat auf den Weg gebracht hat.

    Keine Unterversorgung mehr

    Ein weiteres Gesetz soll verhindern, dass einzelne zumeist ländliche Regionen unter einer ärztlichen Unterversorgung leiden müssen. In vielen Regionen wandern die Ärzte ab, weil sie von dem, was sie auf dem Land verdienen, nicht mehr leben können. Die Folge dieser Abwanderung ist, dass es in den großen Städten eine Überversorgung mit Ärzten gibt, während einige Kilometer weiter überhaupt kein Arzt mehr praktiziert. Die Kassenärztliche Vereinigung muss nun über eine Neuregelung nachdenken. So soll über neu geschaffene Strukturfonds vor allem für junge Mediziner ein Anreiz geschaffen werden, sich auf dem Land mit einer Praxis niederzulassen. Es werden Zuschüsse bezahlt, wenn ein Arzt in einer strukturschwachen Region eine Praxis eröffnet oder wenn er die Praxis eines Kollegen übernimmt, der sich zur Ruhe setzt, und die Praxis noch renovieren muss.

    Das Recht auf eine zweite Meinung

    Nach Ansicht der Politik und auch der Krankenkassen wird in Deutschland zu viel und vor allen Dingen zu schnell operiert. Nicht selten sind Operationen überhaupt nicht notwendig und um diese Operationswut in den Griff zu bekommen, wurde vom Bundesrat ein Gesetz verabschiedet, um das Recht der gesetzlich Versicherten zu stärken. In Zukunft kann jeder Patient, dem der Arzt zu einer OP geraten hat, eine zweite unabhängige Meinung einholen. So soll verhindert werden, dass der Arzt die teure OP anbietet und der Patient unwissend bleibt, was eine alternative Behandlungsmethode angeht. Alle, die vielleicht verunsichert sind, wenn der Arzt ihnen eine Operation als einzige Alternative anbietet, haben jetzt das Recht, einen zweiten Arzt zu konsultieren und seine Meinung einzuholen.

    Beschlossen wurde aber auch, dass die Krankenhäuser bessere Möglichkeiten bekommen sollen, Medikamente an Patienten zu verordnen. Bislang haben die gesetzlichen Krankenkassen es immer wieder moniert, wenn zum Beispiel die Ärzte in den Notaufnahmen der Kliniken ihren Patienten Medikamente wie beispielsweise Schmerzmittel verschrieben haben.

    Bild: © Depositphotos.com / Feverpitch