Schlagwort: landläufige Meinung

  • Fördert die Stadtluft Diabetes?

    Fördert die Stadtluft Diabetes?

    Dass Menschen, die an einer viel befahrenen Straße wohnen, häufiger gestresst und anfälliger für Herz- und Kreislauferkrankungen sind, ist hinlänglich bekannt. Wer jedoch mitten in der Stadt wohnt, der lebt mit einer weiteren Gefahr, denn neue Studien zeigen, dass Feinstaub einige Bereiche des Stoffwechsels stark belastet und unter anderem auch Diabetes auslösen kann.

    Die Luft ist schuld

    Wer an Diabetes erkrankt, ist selbst schuld an seinem Schicksal, Zuckerkranke essen zu viel und bewegen sich zu wenig – so weit die landläufige Meinung. Bekannt ist, dass eine falsche Ernährung und wenig Sport Diabetes begünstigen, aber es gibt noch weitere Faktoren, die möglicherweise Diabetes auslösen können. Der Feinstaub in der Luft kann dafür sorgen, dass der Stoffwechsel aus dem Gleichgewicht gerät, er kann zu erhöhtem Appetit und zu Fettleibigkeit führen. Wissenschaftler sind der Ansicht, dass zudem das Hormon Insulin, das den Blutzuckerspiegel senkt, bedingt durch zu viel Feinstaub unwirksam wird.

    Eine interessante Studie

    Aufschlussreich ist eine Studie der Universität Düsseldorf, an der 3607 Menschen im Ruhrgebiet teilnahmen. Im Rahmen der über fünf Jahre dauernden Studie stellten die Mediziner bei 331 Studienteilnehmern Diabetes fest, und alle diese Menschen wohnen an Hauptverkehrsstraßen und atmen Tag für Tag eine Menge Feinstaub ein. Berücksichtigt wurden bei der Auswertung, wie viel Übergewicht die Studienteilnehmer zu Beginn der Studie hatten und ob sie Sport getrieben haben oder nicht. Mit eingerechnet wurde auch der soziale Status und dass ältere Menschen und Frauen eher an einer Stoffwechselerkrankung wie Diabetes erkranken.

    Ein eindeutiges Ergebnis

    Das Ergebnis der Studie war eindeutig und die Wissenschaftler kommen zu dem Schluss, dass Menschen, die mit viel Feinstaub an ihrem Wohnort belastet sind, ein deutlich höheres Risiko haben, an Diabetes zu erkranken als diejenigen, die außerhalb der Stadt wohnen. Wer an einer Hauptverkehrsachse mitten im Ruhrgebiet lebt, der muss sogar mit einem 30 % höheren Risiko leben.

    Bild: © Depositphotos.com / teamtime

  • Demenz bei Kindern – wenn aus Zehnjährigen Pflegefälle werden

    Demenz bei Kindern – wenn aus Zehnjährigen Pflegefälle werden

    Demenz ist eine Krankheit, die nur ältere Menschen betrifft – das ist die landläufige Meinung, die aber so leider nicht stimmt. In Deutschland leiden 400 Kinder unter Demenz, sie leben ohne Hoffnung auf Genesung und mit einem Todesurteil. Therapien gibt es nicht, den verzweifelten Eltern stehen lediglich Selbsthilfegruppen bis zum Tod der Kinder zur Seite. Neuronale Ceroid Lipofuszinose, kurz NCL heißt die Krankheit, die Kinder oft schon noch vor dem zehnten Geburtstag befällt. NCL ist eine vererbte Form der Demenz, deren Erforschung erst ganz am Anfang steht und die unheilbar ist.

    Ganz normale Kinder

    Die 400 Kinder, die zurzeit in Deutschland an dieser seltenen Form der Demenz leiden, kommen als gesunde und unauffällige Kinder zur Welt. Die Kinder entwickeln sich altersgemäß, sie lernen wie andere Kinder auch, mit rund einem Jahr zu laufen, sie lernen zu sprechen, selbstständig zu essen und alles das, was auch gesunde Kinder können. Dann ändert sich von einem auf den anderen Tag alles. Die betroffenen Kinder lernen plötzlich keine neuen Wörter mehr, sie vergessen schon gelernte Begriffe und Tätigkeiten und haben auch Probleme damit, scharf zu sehen. Die Entwicklung kommt schließlich komplett zum Stillstand, und dann beginnen die Kinder sich praktisch rückwärts zu entwickeln. Die betroffenen Kinder können nicht mehr ohne Hilfe gehen, sie fallen mehr und mehr hin, sie schreien stundenlang ohne Grund und es kommt nicht selten sogar zu epileptischen Anfällen.

    Demenz bei Kindern – die Medizin ist ratlos

    Für die Eltern beginnt mit den Rückschritten ihres Kindes ein schrecklicher Weg durch alle medizinischen Instanzen. Der Kinderarzt kann das Krankheitsbild nicht richtig zuordnen und auch in den meisten Kinderkliniken wissen die Ärzte nicht, was sie tun sollen. Der Weg führt die Eltern schließlich zu einem Neurologen. In der ganzen Zeit leben sie praktisch in einem Zustand zwischen vielen Fehldiagnosen und einer Unkenntnis der Lage. Es wird Hoffnung gemacht, die dann sehr schnell einer tiefen Enttäuschung folgt. Für viele betroffene Eltern wird das Virchow-Klinikum in Berlin zur letzten Anlaufstelle, denn dort wurde in den meisten Fällen die richtige Diagnose gestellt: Kindliche Demenz.

    Die Stoffwechselstörung, die zur Demenz führt

    Seit Jahren werden im Berliner Virchow-Klinikum Kinder behandelt, die unter Demenz leiden. Die Krankheit wird vererbt, sie zerstört langsam aber sicher das Gehirn und sie führt immer zum Tod. Die Ärzte in der Berliner Klinik sehen bei den Kindern, die unter NCL leiden, immer wieder die für diese Krankheit typischen Symptome wie Sehstörungen und zunehmend auch immer wieder motorische Ausfälle. Alles, was die Mediziner tun können, ist die Familien an Selbsthilfegruppen zu verweisen, denn es gibt weder Medikamente, die NCL abmildern oder sogar stoppen können, noch Therapien, mit denen der Verlauf der Krankheit beeinflusst werden könnte.

    Wie Selbsthilfegruppen helfen können

    Die betroffenen Eltern stehen nach der Diagnose Demenz vollkommen alleine da. Weder die Medizin noch die Krankenkassen können den Eltern helfen, die einzige Adresse, an die sich Eltern wenden können, sind die Selbsthilfegruppen, die es mittlerweile gibt. Auch die NCL-Stiftung, die 2002 in Hamburg gegründet wurde, ist eine Adresse, an die sich Eltern wenden können, wenn sie Fragen haben oder sich mit anderen betroffenen Familien austauschen möchten. Die Stiftung wurde von Frank Husemann gegründet, dessen Sohn Tim seit sechs Jahren an NCL leidet. Husemann wollte nicht länger tatenlos dabei zusehen, wie der gesundheitliche Zustand seines Sohnes immer schlechter wurde, und begann damit, Forscher und Ärzte an einen Tisch zu bringen. Noch ist kein Durchbruch vonseiten der Forschung in Sicht, aber dank engagierter Mitarbeiter der Stiftung werden jetzt Schritte unternommen, die den Eltern erkrankter Kinder Hoffnung machen. Ob und wann es ein Medikament oder eine Therapie geben wird, das kann zum jetzigen Zeitpunkt aber keiner sagen.

    Bild: © Depositphotos.com / Wavebreakmedia

  • Wie schädlich ist Sex für das Herz?

    Wie schädlich ist Sex für das Herz?

    Männer, die ein schwaches Herz haben, sollten sich bei ihren sexuellen Aktivitäten ein wenig zurückhalten, so lautet die landläufige Meinung. Aber diese Meinung stimmt nicht in jedem Fall, denn neue Studien haben jetzt ergeben, dass auch Männer, die vielleicht schon mal einen Herzinfarkt hatten, durchaus sexuell aktiv sein können. Es gibt aber eine Ausnahme, denn es ist nicht alles erlaubt, was den Sex im Zusammenhang mit dem Herz betrifft.

    Ein Thema, über das gerne geschwiegen wird

    Männer und Sex – das ist ein Thema, über das gerne und viel gesprochen wird, welche Gefahren vom Sex für das Herz ausgehen – über dieses Thema wird nach wie vor geschwiegen. Es ist daher auch nicht weiter verwunderlich, dass es kaum Studien oder relevante Daten dazu gibt und auch die medizinische Beratung für Männer, die nach einem Herzinfarkt wieder sexuell aktiv werden möchten, lässt zu wünschen übrig. Eine neue Studie der Universität Ulm zeigt, dass weniger als die Hälfte der männlichen Infarktpatienten und weniger als ein Drittel der weiblichen Patienten, die Probleme mit dem Herzen haben, von ihrem Arzt über mögliche Risiken beim Sex aufgeklärt wurden. Es ist für Infarktpatienten immer ratsam, sich im Bezug auf Sex gründlich zu informieren.

    Sex – Das sagt die Studie

    Die Wissenschaftler der Uni Ulm untersuchten 536 Infarktpatienten zwischen 30 und 70 Jahren über den Zeitraum von zehn Jahren. Die Studienteilnehmer gaben Auskunft über ihr Sexualleben und mehr als die Hälfte der männlichen Teilnehmer hatte in einem Zeitraum von einem Jahr vor dem Infarkt mindestens einmal in der Woche Sex. 15 % hatten gar keinen Sex und nur drei Studienteilnehmer hatten eine Stunde vor dem Infarkt noch Geschlechtsverkehr. 80 % gaben an, dass sie 24 Stunden vor dem Infarkt mit einer Frau geschlafen haben. In den zehn Jahren, die die Studie dauerte, hatten 100 Teilnehmer erneut einen Infarkt oder einen Schlaganfall und ihre sexuellen Aktivitäten hat dieses Risiko nicht negativ beeinflusst. Daher sei es eher unwahrscheinlich, dass Sex der Auslöser für die gesundheitlichen Probleme war.

    Es gibt Einschränkungen

    Herzinfarktpatienten müssen in der Regel sogenannte Beta-Blocker einnehmen, um das Risiko eines erneuten Infarkts zu verringern. Beta-Blocker beeinträchtigen aber die Erektionsfähigkeit und nicht selten greifen Männer dann zu Viagra. Das ist gefährlich, denn die Potenzpille senkt den Blutdruck und das kann zur Bewusstlosigkeit und sogar zum Tod führen. Männer, die nach einer Herzerkrankung zu Prostituierten gehen oder eine Geliebte haben, die deutlich jünger ist, nehmen häufig Viagra, um ihre Potenz zu verbessern. Diese Männer bringen sich durch Sex in Lebensgefahr und das gilt besonders für die Männer, die bereits mehr als einen Infarkt hatten. Auch Männer mit einer angeborenen Herzschwäche sollten beim Sex eher vorsichtig sein, denn die Einnahme von Medikamenten und die körperlichen Anstrengungen beim Sex können im schlimmsten Fall tödlich enden.

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  • Kleine Snacks – die großen Dickmacher

    Kleine Snacks – die großen Dickmacher

    Jeder kennt das, obwohl man gar keinen Hunger hat, wird eine Kleinigkeit gegessen. Zwischen den Hauptmahlzeiten etwas essen, am Abend vor dem Fernsehen die geliebten Chips oder Salzstangen naschen und wenn man unterwegs ist, dann darf es auch gerne mal ein Snack sein. Viele sind der Ansicht, dass diese kleinen Snacks zwischendurch nicht dick machen, denn dazu, so die landläufige Meinung, ist die Menge zu gering. Wer so denkt, der sollte sich nicht wundern, wenn die Waage immer nur in eine Richtung zeigt, nämlich nach oben, denn es sind die vermeintlichen Kleinigkeiten, die sich sehr schnell auf den Hüften verewigen.

    Essen ohne Hunger

    Der menschliche Körper ist so programmiert, dass er nur dann nach Nahrung verlangt, wenn er hungrig ist. Jahrtausende lang haben sich die Menschen daran gehalten und nur dann etwas gegessen, wenn der Magen sich vernehmlich gemeldet hat. Dicke Menschen waren im Mittelalter eher eine Seltenheit, heute ist über die Hälfte der Erwachsenen in Deutschland zu dick. Der Grund? Es wird auch dann gegessen, wenn man keinen direkten Hunger verspürt. Eine neue Studie aus Australien hat das jetzt bestätigt, es ist der kleine Snack, der dafür sorgt, dass aus Körperzonen Problemzonen werden. Schuld daran ist unter anderem das Überangebot an Nahrungsmitteln, denn jeder kann zu jeder Zeit für wenig Geld an Nahrung kommen und die meisten Dinge, die dick machen, sind für jeden Geldbeutel erschwinglich.

    Die mentale Belohnung

    Für die aktuelle Studie aßen 50 Erwachsene so viel Schokolade, bis sie satt waren. Anschließend wurde ihnen eine weitere Portion Schokolade angeboten, und dreiviertel der Studienteilnehmer griff noch einmal zu und das, obwohl der Magen schon gut gefüllt war. Diejenigen, die auch beim zweiten Mal nicht „Nein“ sagen konnten, sind nach Ansicht der Forscher impulsive Charaktere, die zudem einen höheren Body-Mass-Index haben. Auch das Gehirn spielt in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle oder genauer gesagt, das Belohnungszentrum im Gehirn, denn das reagiert bei den Studienteilnehmern sensibler als bei denjenigen, die nicht zum zweiten Mal zugegriffen haben.

    Abnehmen ohne Erfolg

    Wer abnehmen will und dann vor einer kompletten Mahlzeit aus Fleisch, Kartoffeln und Gemüse sitzt, der wird wahrscheinlich „Nein Danke“ sagen, denn diese große Portion an Nahrungsmitteln, die zudem noch einen großen Energiehaushalt haben, ist nach Meinung vieler Menschen die reinste Kalorienbombe. Sie essen stattdessen lieber viele Kleinigkeiten und sind fest überzeugt, damit weniger Kalorien zu sich zu nehmen. Das Gegenteil ist der Fall, denn die komplette Mahlzeit hat zwar auch Kalorien, aber lange nicht so viele wie der kleine Snack. Zudem ist die große Portion ausgewogen und bringt alles mit, was der Körper braucht und verwerten kann. Der Riegel Schokolade und der kleine Stück Kuchen liefern keine Nährwerte und sie machen auch noch dick. Wer zwischen den Hauptmahlzeiten noch Hunger hat, der sollte zu gesunden Lebensmitteln wie Obst oder frischem Gemüse greifen, denn das hat keine Kalorien, ist vor allem an heißen Sommertagen sehr erfrischend und was viel wichtiger ist, es ist gesund.

    Häufiges Essen von vermeintlichen Kleinigkeiten ist der Hauptgrund, warum die Waage in die Höhe schnellt.

    Bild: © Depositphotos.com / draghicich