Schlagwort: Lebensmittelhersteller

  • EU-Regel: Gefährliches Acrylamid wird eingegrenzt

    EU-Regel: Gefährliches Acrylamid wird eingegrenzt

    Knusprige Pommes mit Ketchup oder Mayonnaise, zu solch einem Snack können wohl nur die wenigsten Nein sagen. In solch einem Moment genießt man in erster Linie den Geschmack der Kartoffelstäbe, die Gedanken über die Inhaltsstoffe sind weit entfernt. Aber eigentlich müssen diese ja auch gar nicht da sein oder? Schließlich handelt es sich ja „nur“ um gesunde Kartoffel. Klingt zwar logisch, doch aufgrund des Frittiervorgangs ändert sich das Ganze. Leider nicht immer positiv, es entsteht zum Beispiel Acrylamid. Es besteht aus natürlichen Inhaltsstoffen, die beim Braten, Backen oder Frittieren das Licht der Welt erblicken. Und damit ist nicht zu spaßen, in Tierversuchen konnte eine krebserzeugende Wirkung nachgewiesen werden. Der Stoff kommt sowohl bei Lebensmittelproduzenten als auch in privaten Haushalten vor. Damit sich dessen Verzehr großflächig mindert, tritt mit 2019 eine neue EU-Regel in Kraft.

    Besonders in stärkehaltigen Lebensmitteln vorhanden

    Sobald starke Hitze ins Spiel kommt, kommt in der Regel auch Acrylamid zum Vorschein. Egal ob beim Braten, Backen oder Rösten. Am liebsten versteckt sich der Stoff in stärkehaltigen Lebensmitteln wie Mehl, Kaffee oder Kartoffeln. Das meiste davon nehmen wir täglich zu uns, somit niemand davor geschützt ist. Die EU will dem einen Riegel vorschieben und ein Gesetz für Lebensmittelhersteller, Backstuben und Restaurants einführen. Die Verordnung soll den Acrylamid-Gehalt senken und gleichzeitig eine Informationsquelle für den Verbraucher sein. Schließlich können auch wir selbst etwas dagegen tun.

    Präzise Vorgaben sollen den erhofften Effekt bringen

    Von dem neuen Beschluss sind vor allem Lebensmittelhersteller und -verarbeiter betroffen. Sie werden ab 2019 bestimmte Regeln einhalten müssen, die zum Beispiel zur Verwendung von Kartoffelsorten mit wenig Stärke verpflichten. Außerdem sind Pommes einzuweichen, bevor der Gang ins heiße Fett erfolgt. Dadurch soll die enthaltene Stärke ins Freie gelangen und weggespült werden. Auch eine Art Bräunungstabelle ist geplant, die einen Anhaltspunkt für den perfekten Garpunkt geben soll. Je bräunlicher nämlich ein Lebensmittel erhitzt wird, umso mehr Acrylamid ist vorhanden.

    Die Meinungen zum neuen Gesetz sind gespalten. Findet allerdings kein Einspruch mehr gegen diesen Entwurf statt, dann kommt die Regel 2019 tatsächlich in dieser Form zu uns.

     


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  • Noroviren – effektiv und gefährlich

    Noroviren – effektiv und gefährlich

    Jeden Winter füllen sich die Wartezimmer und die Notaufnahmen mit Menschen, denen es gar nicht gut geht. Sie leiden unter Durchfall und schwallartigem Erbrechen, sie fühlen sich krank und wissen nicht, um welche Krankheit es sich handelt. Ein Blick auf das Blutbild sorgt allerdings sehr schnell für Gewissheit – die Krankheit oder besser gesagt, die Ursache für die Erkrankung heißt Noroviren. Die Viren, die besonders in der kalten Jahreszeit sehr umtriebig sind, befallen jedes Jahr Tausende von Menschen und da das Virus hochansteckend ist, breitet es sich in rasanter Geschwindigkeit aus.

    Noroviren – die perfekten Krankheitserreger

    Das Norovirus bringt alles mit, was ein lästiger Krankheitserreger haben sollte: Es ist ansteckend, es ist sehr widerstandsfähig, es hält sich sehr lange und wenn es einen in der Familie erwischt, dann legt es sehr bald auch alle anderen Familienmitglieder flach. Noroviren sind überall zu finden, sie halten sich auf Spielzeug, auf Türklinken oder auf den Griffen von Einkaufswagen mehrere Tage lang. Selbst wenn sie einfroren werden, dann sind sie nach dem Auftauen wieder munter, und auch Hitze von bis zu 60° Grad Celsius macht dem Norovirus nichts aus. Selbst zwei Wochen nach dem Ausbruch der Krankheit werden die Viren noch über den Stuhlgang ausgeschieden und wenn 100 Virenpartikel im Umlauf sind, dann braucht es nur zehn davon, um krank zu werden. Normalerweise müssen es schon mehr als eine Million Partikel eines Virus sein, um überhaupt eine Krankheit auszulösen, dass Norovirus bildet eine einzigartige Ausnahme, was es besonders gefährlich macht.

    Überall im Einsatz

    Warum sich das Norovirus den Winter für seinen Auftritt ausgesucht hat, das gibt der Wissenschaft bis heute Rätsel auf. Das Virus ist zwar das ganze Jahr über da, aber zu bestimmten Zeiten steigt die Zahl der Infektionen deutlich an. Kleine Kinder unter fünf Jahren sind besonders häufig betroffen, denn die Kleinsten nehmen gerne alles in den Mund, und da ist gelegentlich auch mal ein Norovirus dabei. Ältere Menschen gehören zur zweiten bevorzugten Gruppe der Viren, denn ihr Immunsystem ist nicht mehr so stark und sie leben in Gemeinschaftsunterkünften wie Seniorenheimen oder auf Pflegestationen. Generell gilt, wo Menschen eng beieinander leben, haben die Noroviren leichtes Spiel. 2012 sorgte ein chinesischer Lebensmittelhersteller für einen massiven Ausbruch von Noroviren in Ostdeutschland, als er Erdbeeren mit dem resistenten Erreger verschickte und 11.000 Schulkinder krank wurden. Das Virus ließ sich anstandslos verpacken, verschiffen, dann lagern und der Caterer, der die Schule mit Essen versorgte, konnte nicht ahnen, was er da an viele Schulen geliefert hat.

    Eine hohe Dunkelziffer

    Jedes Jahr werden umfangreiche Untersuchungen zum Thema Norovirus gemacht und dabei zeigt sich, dass die Menschen in den neuen Bundesländern deutlich häufiger infiziert werden, als die Bürger in den alten Bundesländern. Der Grund für dieses Ost-Westgefälle liegt darin, dass im Westen mehr Laboruntersuchungen gemacht werden und die Dunkelziffer im Osten sehr viel höher ist. Kinder leiden öfter mal unter Erbrechen und Durchfall, aber nicht immer gehen die Eltern mit ihrem Nachwuchs auch zu einem Arzt, um die Ursache zu erfahren.

    Gibt es eine Impfung gegen Noroviren?

    Anders als bei den ebenfalls unangenehmen Rotaviren, gibt es gegen Noroviren keine Impfung. Es wird zwar nach einem passenden Impfstoff gesucht und die Entwicklung ist auch schon relativ weit gediehen, aber bis eine marktreife Impfung auf den Markt kommt, werden noch einige Jahre vergehen. Ähnlich wie beim Grippevirus, ändern auch die Noroviren von Zeit zu Zeit ihre Gestalt und das bedeutet, dass keine Immunität aufgebaut werden kann. Einen Trost gibt es jedoch, denn wer sich im Winter mit dem Norovirus infiziert, der ist für die Dauer von mehreren Jahren vor dem Virus oder ähnlichen Virustypen geschützt. Für das kommende Jahr ist bis jetzt keine ungewöhnliche Virenvariante bekannt.

    Bild: © Depositphotos.com / designer491

  • Zöliakie – gibt es bald eine Immuntherapie?

    Zöliakie – gibt es bald eine Immuntherapie?

    Es ist heute fast schon ein Trend, die Ernährung umzustellen und es gehört beinahe schon zum guten Ton, an einer Unverträglichkeit zu leiden. Gluten oder Lactose sind die Unverträglichkeiten, unter denen anscheinend immer mehr Menschen leiden. Diejenigen, die tatsächlich eine Zöliakie, also eine Unverträglichkeit gegen Gluten haben, sind hingegen nicht zu beneiden. Wird eine Zöliakie festgestellt, dann heißt das für die Betroffenen, sie müssen ihr bisheriges Leben komplett umkrempeln, denn schon kleinste Mengen Gluten aus Getreide können dem Dünndarm schaden. Eine neue Studie sorgt aber jetzt für Hoffnung.

    Gluten sind überall

    Zöliakie kann denjenigen, die davon betroffen sind, das Leben sehr schwer machen. Das Klebereiweiß, das in den Getreidesorten wie Weizen, Hafer, Gerste, Roggen oder in Dinkel, also im noch jungen Weizen enthalten ist, stellt bei einer Unverträglichkeit nicht die Hauptursache dar, es sind vielmehr viele Lebensmittel, die ebenfalls das Klebereiweiß enthalten. Dazu gehören unter anderem Tomatenketchup, Senf, Würstchen und Schokolade, sogar im Eis sind Gluten zu finden. Das macht es natürlich nicht leicht, die passende Ernährung zu finden. Vor allem Kinder leider darunter, wenn bei ihnen eine Unverträglichkeit festgestellt wird. Wie sollen Eltern einem kleinen Kind erklären, dass es keinen Keks und keinen Kuchen auf dem Kindergeburtstag des besten Freundes essen darf? Mittlerweile haben viele Lebensmittelhersteller reagiert und bringen immer mehr Produkte auf den Markt, die keine Gluten enthalten. Das macht es zwar für die Betroffenen ein wenig einfacher, aber es geht doch eine Menge Lebensqualität und Lebensfreude verloren.

    Zöliakie – Keine Binsenweisheit

    Wissenschaftler aus Australien haben jetzt durch Blutuntersuchungen beweisen konnten, dass Kinder, die unter Zöliakie leiden, auf die gleichen giftigen Eiweißstoffe im Klebereiweiß Gluten reagieren, wie sie auch die Ursache für die Erkrankung bei erwachsenen Menschen sind. Das hört sich wie eine Binsenweisheit an, war aber für die australischen Forscher eine echte Überraschung. Diese Entdeckung widerlegt die bisherige Theorie, nach der sich die Zöliakie bei Kindern und bei Erwachsenen grundlegend voneinander unterscheidet. Bisher wurde auch in zwei Richtungen nach einem Heilmittel oder nach einer Therapie gesucht, um zum einen den Erwachsenen und zum anderen den Kindern helfen zu können. Das scheint nach der Entdeckung der Australier jetzt wohl überflüssig zu sein.

    Hilfe durch eine Immuntherapie

    Die Hoffnung der Wissenschaftler und Ärzte, den Menschen helfen zu können, die unter einer Zöliakie leiden, konzentriert sich jetzt auf eine Immuntherapie, die schon bald mit klinischen Phase-2-Studien getestet werden soll. Mit dieser Therapie soll das Immunsystem lernen, die Gluten zu tolerieren und sie nicht mehr anzugreifen. Wenn diese Therapie wie gewünscht erfolgreich verläuft, dann können diejenigen, die jetzt noch unter Zöliakie leiden, endlich wieder normal essen und müssten keine Zwangsdiät machen. Besonders Eltern, deren Kinder unter einer Zöliakie leiden, müssten nicht mehr ständig auf das achten, was ihre Kinder essen.

    Bild: © Depositphotos.com / zimmytws

  • Light-Produkte – die Lügen der Lebensmittelindustrie

    Light-Produkte – die Lügen der Lebensmittelindustrie

    Die Deutschen werden immer dicker, aktuell hat über die Hälfte der Bürger Übergewicht. Schuld an diesem Dilemma sind auch die sogenannten Light-Produkte, denn sie versprechen etwas, das sie nicht halten können. Weniger Zucker, weniger Fett und damit auch weniger Kalorien sollen Light-Produkte enthalten, aber in den meisten Fällen handelt es sich um Mogelpackungen. Es sind vor allen die Ersatzstoffe, die den Zucker und das Fett ersetzen sollen, die massiv dafür sorgen, dass die Zeiger auf der Waage steigen, anstatt zu sinken.

    Wie light sind Light-Produkte?

    Vor allem die vermeintlichen Dickmacher wie zum Beispiel Butter, Mayonnaise oder auch Getränke, stehen bei den Light-Produkten im Fokus. Die Hersteller gaukeln den Verbrauchern vor, dass sie auf nichts verzichten müssen, denn es gibt schließlich alles auch in Light. Voller Geschmack, aber weniger Kalorien, das verspricht die Lebensmittelindustrie und lügt dabei, dass sich die Balken biegen. Am Beispiel der Leichtmargarine lassen sich diese Light-Versprechen schnell als Lüge entlarven, denn wer meint, mit einer leichten Margarine abzunehmen, der wird enttäuscht werden. Die Hersteller ersetzen bei der vermeintlich schlanken Margarine das Fett einfach durch Wasser, da aber Wasser nicht bissfest ist, muss es mit Bindemittel vermischt werden. Das wäre nicht weiter schlimm, nur dass die Bindemittel aus dem Chemielabor stammen, und auf der Basis von reinen Kohlehydraten hergestellt werden, die bekanntlich dick machen.

    Die Zuckerlüge der Light-Produkte

    Neben Fett spielt der Zucker bei den meisten Light-Produkten eine wichtige Rolle. Wer abnehmen will, der darf nicht zu süß essen. Die Lebensmittelindustrie reagiert auch hier nach Wunsch und bringt Light-Produkte auf den Markt, in denen jede Menge Zusatzstoffe zu finden sind. So findet sich Stevia anstatt Zucker im Erfrischungsgetränk, denn Stevia hat keine Kalorien, ist aber schädlich für die Gesundheit, wenn es überdosiert wird. Mediziner raten dazu, nicht mehr als vier Milligramm Stevia pro Kilogramm Körpergewicht zu sich zu nehmen, alles, was darüber hinaus geht, ist bedenklich. Für die Gesundheit schädlich sind aber auch Zuckeralkohole wie Xylit, Lactit oder Maltit. Diese sind ebenfalls in großen Mengen vor allem in Getränken, Eis oder Süßspeisen zu finden, die als Light-Produkte angeboten werden. Zuckeralkohole können zu massiven Magen- und Darmproblemen führen und die Hersteller müssten eigentlich Warnhinweise auf diesen Light-Produkten anbringen.

    Das Problem mit den Gutachten

    Es gibt zahlreiche Gutachten zu vielen Light-Produkten, die meist den Tenor haben, dass diese Produkte dabei helfen, abzunehmen und dass sie in keinem Fall schädlich für die Gesundheit sind. Viele Verbraucher orientieren sich an diesen Gutachten und kaufen mit ruhigem Gewissen Light-Produkte und sind überzeugt, sich auf diese Weise gesund zu ernähren. Oftmals ist jedoch das Gegenteil der Fall, denn was die meisten Verbraucher nicht wissen, ist, dass nur wenige Gutachten wirklich neutral sind, die Mehrzahl wird von den jeweiligen Herstellern in Auftrag gegeben. Ein Gutachter, der von einem Lebensmittelhersteller beauftragt und auch bezahlt wird, kann also kaum objektiv sein und wird immer so bewerten, wie der Auftraggeber es gerne haben möchte.

    Alle, die erfolgreich abnehmen wollen, sollten mit einem Ernährungsberater sprechen und einen gezielten und individuellen Ernährungsplan aufstellen lassen. Abnehmen mit Light-Produkten funktioniert leider nicht.

    Bild: © Depositphotos.com / Taden1