Schlagwort: Licht

  • Smartphone-Studie – immer mehr Jugendliche suchtgefährdet

    Smartphone-Studie – immer mehr Jugendliche suchtgefährdet

    Es ist schwer, in der heutigen Zeit einen Jugendlichen zu finden, der kein Smartphone in der Hand hat, die meisten sind ständig mit ihrem Handy beschäftigt. Sie hören Musik, spielen, chatten mit Freunden, sind im Internet unterwegs und beobachten ihr Facebook Profil. Eine neue Studie der Universität Mannheim, die im Auftrag der Landesanstalt für Medien in Düsseldorf erstellt wurde, kommt zu dem erschreckenden Ergebnis, dass jeder Zehnte Jugendliche akut suchtgefährdet ist und sein Smartphone kaum noch aus der Hand legt.

    Smartphone-Studie – Stress und Zwang

    Die aktuelle Smartphone-Studie hat 500 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen acht und 14 Jahren sowie einen Elternteil gefragt, wie wichtig für sie das Smartphone ist. Die Smartphone-Studie zeigt auf, dass mittlerweile jeder Vierte der Kinder und Teenager den Umgang mit seinem Handy als puren Stress empfindet, aber nicht vom Smartphone lassen kann, weil ständig die Angst präsent ist, man könnte irgendetwas verpassen oder ausgeschlossen zu werden, was viele als noch schlimmer empfinden. Laut der Smartphone-Studie sind die Jugendlichen vielfach überhaupt nicht mehr in der Lage, die Hände von ihrem Smartphone zu lassen, sie handeln wie unter einem inneren Zwang.

    Viele Mobbingopfer

    Die neue Smartphone-Studie beschäftigt sich aber auch mit dem Thema Mobbing. Hier zeigt sich, dass rund zehn Prozent der befragten Kinder schon einmal Erfahrungen mit Cybermobbing gemacht haben und das sowohl als Täter als auch als Opfer. Mobbing ist vor allem beim Messenger-Dienst WhatsApp zu finden, und vier bis sechs Prozent der Jugendlichen haben schon Erfahrung mit Happy Slapping gemacht. Ebenfalls bedenklich ist die Tatsache, dass laut Smartphone-Studie viele Kinder bereits sexualisierte Fotos von sich verschickt haben, und jeder Fünfte der Befragten war schon einmal auf den Seiten im Internet unterwegs, die nicht jugendfrei waren. Ein großes Risiko stellt auch das Happy Slapping dar, Videos, in denen Gewaltszenen gefilmt und dann weiter verbreitet werden.

    Schulische Probleme

    Nicht nur das Freizeitverhalten der Kinder und Jugendlichen ändert sich durch die exzessive Nutzung des Smartphones, auch die Schule hat massiv darunter zu leiden. Hier ist es jeder Fünfte, der Probleme in der Schule hat und der durch das Handy unkonzentriert ist. 43 % haben zudem nach eigenen Angaben ihre Daten schon einmal unbewusst und unüberlegt im Netz preisgegeben.

    Die positiven Aspekte

    Die Smartphone-Studie hat aber nicht nur negative Ergebnisse, die Forscher der Uni Mannheim sehen auch positive Aspekte. Durch das Smartphone und die sozialen Netzwerke entstehen Freundschaften, die Kinder und Jugendlichen teilen gemeinsame Interessen, sie bleiben in Verbindung, sie chatten miteinander, schauen sich zusammen Videos an und hören Musik. Das Smartphone in seiner Funktion als Kommunikationsmittel baut Bindungen auf und sorgt dafür, dass diese Bindungen nicht abreißen. Nach Ansicht der Wissenschaftler sind die Eltern in der Pflicht, ihren Kindern einen vernünftigen Umgang mit dem Smartphone zu vermitteln.

    Bild: © Depositphotos.com / pressmaster

  • Kalzium – ein überschätzter Wirkstoff?

    Kalzium – ein überschätzter Wirkstoff?

    Kalzium ist das einzig Wahre für die Knochen, denn wer viel Kalzium zu sich nimmt, der muss sich um die Gesundheit seiner Knochen keine Gedanken mehr machen. Aber ist das wirklich der Fall? Ist Kalzium tatsächlich ein wirksames Mittel für die Festigkeit der Knochen, oder will die Industrie damit am Ende nur Kasse machen? 50 Studien zum Thema Kalzium kommen zu einem erstaunlichen Ergebnis.

    Kalzium auf dem Prüfstand

    Seit über 50 Jahren gibt es viele verschiedene Studien, die sich mit dem Thema Kalzium in Verbindung mit Knochendichte und dem Risiko einer Fraktur beschäftigen. Dieses Jubiläum nahmen Wissenschaftler aus Neuseeland jetzt zum Anlass, sich einmal näher mit den Aussagen dieser Studien zu beschäftigen. Sie haben die Studien gesammelt und dann analysiert und das Ergebnis dann im Fachblatt The British Medical Journal veröffentlicht. Das Resultat dieser Analyse ist mehr als ernüchternd, denn die Forscher kamen zu der Erkenntnis, dass Nahrungsmittel, die Kalzium enthalten, Knochenbrüche weder vorbeugen noch verhindern können. Auch die zahlreichen Kalzium-Präparate, die es in vielfacher Form vor allem im Bereich Nahrungsmittelergänzung gibt, helfen nicht wirklich, denn die neuseeländischen Forscher kamen zu eher schwachen und widersprüchlichen Ergebnissen.

    Es gibt eine Erhöhung

    Viel Kalzium im Essen und auch Kalzium in Tablettenform kann zwar die Dichte der Knochen um bis zu zwei Prozent erhöhen, aber diese Zahl ist einfach zu gering, um tatsächlich einen Knochenbruch effektiv zu verhindern. Besonders für ältere Menschen soll Kalzium angeblich sehr hilfreich sein, denn den Senioren fehlt vielfach die benötigte Knochendichte und sie sind deutlich anfälliger für Frakturen als jüngere Menschen. Aufgrund der genauen Analyse sind die Wissenschaftler zu dem Schluss gekommen, dass es vollkommen ausreicht, wenn ältere Menschen Kalzium über die normale Nahrung aufnehmen, zusätzliche Präparate sind nicht notwendig, denn sie können nicht vor Knochenbrüchen schützen.

    Die Empfehlungen überdenken

    Nicht nur in Neuseeland wird über die Wirksamkeit von Kalzium diskutiert, auch die Universität im schwedischen Uppsala ist zu einem sehr ähnlichen Ergebnis gekommen. Die schwedischen Forscher um Professor Karl Michaëlsson sind der Meinung, dass man die Empfehlungen, die in den letzten Jahren für Kalzium als Profilaxe ausgesprochen wurden, noch einmal überdenken sollte. Auch in Schweden ist man zu einem eindeutigen Ergebnis gekommen, welches den Befund der Kollegen aus Neuseeland bestätigt. Die meisten Menschen werden von einer höheren Kalzium Dosis nicht profitieren können, ganz im Gegenteil, sie setzen sich unterschätzten Risiken aus. So kann zu viel Kalzium das Herz- und Kreislaufsystem schwer belasten, unter Umständen steigt sogar die Gefahr eines Herzinfarktes stark an. Zu dieser Erkenntnis kamen die Wissenschaftler nach der Auswertung der Studien, die sich in den vergangenen Jahren für mehr Kalzium ausgesprochen haben. Dazu kommt, dass viele dieser Studien von der Nahrungsmittelindustrie in Auftrag gegeben und auch finanziert wurden, eine neutrale Bewertung ist in diesen Fällen nicht mehr möglich.

    Bild: © Depositphotos.com / conceptw

  • Patientenverfügung – für den Papierkorb?

    Umfrage: Nach wie vor bestehen Zweifel, doch Ärzte sind zur Umsetzung des Dokuments gesetzlich verpflichtet. Aber auch der Bürger ist gefordert

    Baierbrunn (ots) – Seit 2009 ist gesetzlich geregelt, dass Ärzte eine Patientenverfügung umsetzen müssen. Doch tun sie das? Nicht jeder ist davon überzeugt. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des Gesundheitsmagazins „Apotheken Umschau“. Drei von Zehn (29,8 Prozent) der Interviewten, die keine Patientenverfügung haben, begründen dies mit der Befürchtung, Mediziner würden sich „sowieso nicht daran halten“. Experten wie Professor Georg Marckmann, Vorstand des Instituts für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin an der Universität München, glauben, dass die gesetzliche Verpflichtung zur Befolgung der Patientenverfügung Wirkung zeigt. „Ich habe schon den Eindruck, dass Ärzte die Verfügung seit Inkrafttreten des Gesetzes eher umsetzen“, sagt Marckmann in der aktuellen Ausgabe der „Apotheken Umschau“. Laut dem Gesundheitsmagazin können auch die Bürger selbst einiges tun, damit die Verfügung angewendet wird. Sie sollten beispielsweise dafür sorgen, dass sie an einem eindeutigen Ort leicht auffindbar ist. Sinnvoll sei auch ein Dokument im Geldbeutel, auf dem vermerkt ist, dass eine Patientenverfügung vorliegt, und wer informiert werden soll. Weitere Ratschläge, worauf zu achten ist, und viele Infos rund um das Thema Patientenverfügung gibt es in der aktuellen Ausgabe des Gesundheitsmagazins „Apotheken Umschau“ (Oktober A/2015). 

    Quelle: Eine repräsentative Umfrage des Gesundheitsmagazins „Apotheken Umschau“, durchgeführt von der GfK Marktforschung Nürnberg bei 1.969 Frauen und Männern ab 14 Jahren, darunter 1.470 Personen, die keine Patientenverfügung haben. 

    Diese Meldung ist nur mit Quellenangabe „Apotheken Umschau“ zur Veröffentlichung frei. 

     

    Pressekontakt: Ruth Pirhalla Tel. 089 / 744 33 123 Fax 089 / 744 33 459 E-Mail: pirhalla@wortundbildverlag.de www.wortundbildverlag.de www.apotheken-umschau.de

    Quelle: http://www.presseportal.de/pm/52678/3136209
  • Blitze im Auge – fast immer harmlos

    Blitze im Auge – fast immer harmlos

    Wie aus dem Nichts tauchen plötzlich Blitze im Auge auf oder es zeigen sich kleine Fusseln im Blickfeld. Auch schwebende Pünktchen und Fäden, die die Betroffenen wie einen Schwarm Mücken wahrnehmen, gehören zu den Phänomenen, die sich besonders dann zeigen, wenn man auf einen weißen Hintergrund wie beispielsweise eine weiße Wand schaut. Diese Blitze im Auge sind störend, aber sie sind in den meisten Fällen völlig harmlos. In der Regel handelt es sich um eine altersbedingte Schrumpfung des Glaskörpers und die Blitze im Auge sind einfach nur Trübungen, die aus Kollagenfäden bestehen und die sich mit zunehmenden Alter verdichten können.

    Welche Störungen müssen behandelt werden?

    Nicht alle Sehstörungen müssen auch behandelt werden, aber es gibt Störungen, die behandelt werden müssen, da sonst eine Gefahr für die Sehkraft besteht. So kann es passieren, dass die Fasern fest an der Oberfläche der Netzhaut kleben, und wenn sie dann schrumpfen, dann reißen sie ein Loch in die Netzhaut. Wenn das in der Nähe von Blutgefäßen geschieht, dann kann es auch zu Blutungen innerhalb des Glaskörpers führen. Die Betroffenen sehen dann plötzlich eine Art Russregen aus kleinen schwarzen Flocken, die vor dem Auge auftauchen. Diese Symptome deuten auf einen Riss oder ein Loch in der Netzhaut hin, und es kann zu einer Ablösung der Netzhaut kommen. Auch wenn sich vor dem Auge ein wandartiger Schatten auftaucht und sich das Blickfeld plötzlich nach oben oder nach unten verschiebt, dann besteht ebenfalls die Gefahr, dass sich die Netzhaut ablöst, was zur Erblindung führen kann.

    Sind Blitze im Auge ein Warnsignal?

    Eine Ablösung der Netzhaut kann sich auch durch Blitze im Auge ankündigen, und zwar immer dann, wenn die Betroffenen vom Dunklen ins Helle kommen. Lichtblitze im Augen deuten darauf hin, dass etwas an der Netzhaut zieht, immer dann, wenn die Augen bewegt werden. Wenn zum Beispiel der Glaskörper an der Netzhaut zieht, dann werden die Sinneszellen auf der Oberfläche der Netzhaut aktiviert und es zeigen sich die typischen Blitze im Auge. Diese Sehstörung kann harmlos sein, was immer dann der Fall ist, wenn es um eine altersbedingte Schrumpfung des Glaskörpers geht. Möglich ist jedoch, dass sich die Netzhaut ablöst, was die Betroffenen nicht spüren, denn die Netzhaut hat kein Schmerzempfinden.

    Ein Anzeichen für Migräne

    Wer Zacken oder ein Flimmern vor dem Auge wahrnimmt, der muss sich in der Regel keine Sorgen machen, denn diese Sehstörungen sind ein Zeichen, dass sich eine Migräne ankündigt. Das Phänomen tritt jedoch auch ohne Kopfschmerzen auf, Augenärzte sprechen in diesem Fall von einer sogenannten Augenmigräne, die harmlos ist und nach wenigen Minuten wieder verschwindet. Wenn sich das Flimmern oder die Fusseln vor dem Auge aber öfter wiederholen, dann sollten die Betroffenen einen Augenarzt aufsuchen und die Augen untersuchen lassen. Blitze im Auge, Rußregen und auch Schattensehen muss sofort behandelt werden und das gilt besonders dann, wenn die Sehstörungen sich verändern oder verstärken.

    Blitze im Auge – Wie sieht die Behandlung aus?

    Der Augenarzt prüft zunächst die Sehschärfe des Patienten und untersucht dann den Glaskörper, indem er die Pupille erweitert, mittels eines Medikaments, das ins Auge geträufelt wird. Das Mittel ist noch zwei bis drei Stunden nach der Untersuchung wirksam, Patienten dürfen deshalb in diesem Zeitraum weder Auto fahren noch Maschinen bedienen. Stellt der Arzt einen Riss oder ein Loch in der Netzhaut fest, dann folgt eine Behandlung mit dem Laser. Wenn sich die Netzhaut aber bereits abgelöst hat, dann ist eine sofortige Operation unumgänglich. Krankhafte Veränderungen, die die Augen betreffen, machen sich jedoch nicht immer bemerkbar, so sollten zum Beispiel Menschen, die unter Diabetes leiden, ihre Augen regelmäßig untersuchen lassen und nicht darauf vertrauen, dass alles in Ordnung ist, nur weil sie gut sehen können.

    Bild: © Depositphotos.com / domencolja

  • Mandelentzündung – die neuen Leitlinien

    Mandelentzündung – die neuen Leitlinien

    Eine Mandelentzündung ist immer unangenehm, vor allem dann, wenn sie gleich mehrmals im Jahr auftritt. In der Regel wird bei einer Mandelentzündung zunächst mit Antibiotika behandelt, aber bekanntlich können Antibiotika nicht unbegrenzt eingesetzt werden. Wann ist der richtige Zeitpunkt, um die Mandeln zu entfernen, oder reicht es aus, einfach weiter mit Antibiotika zu behandeln? Eine Gruppe von HNO-Ärzte hat sich jetzt zusammengesetzt und eine Empfehlung erarbeitet, die als Leitlinie veröffentlicht wurde.

    Mandelentzündung – Nicht mehr als zwei

    Die meisten Mandelentzündungen werden durch Streptokokken ausgelöst und diese lassen sich sehr gut mit Antibiotika bekämpfen, selbst wenn es wiederholt zu einer Infektion kommt. Wenn es innerhalb von zwölf Monaten zu nicht mehr als zwei Mandelentzündungen kommt, dann sollten die Mandeln nach Meinung von Experten nicht entfernt werden. Wenn es in einem Jahr aber drei- bis fünfmal zu einer Mandelentzündung kommt, dann wird die Entfernung der Mandeln zu einer Option, aber erst, wenn die Mandeln sechsmal oder sogar mehr in einem Jahr entzündet sind, dann ist es empfehlenswert, die Mandeln komplett zu entfernen.

    Ärzte sind zurückhaltender

    Es ist noch nicht allzu lange her, da wurde bei einer Mandelentzündung sehr schnell zum Skalpell gegriffen, und die Mandeln wurden entfernt. Heute sind die Ärzte deutlich zurückhaltender, vor allem, um die Komplikation einer Operation so niedrig wie eben möglich zu halten. Besonders starke Nachblutungen und Schmerzen gehören zu den Risiken bei der Entfernung der Mandeln, auch starke Schluckbeschwerden machen vielen Patienten noch Wochen nach der OP schwer zu schaffen. Die neuen Leitlinien empfehlen daher, Risiken und Nutzen einer Mandel-OP sehr genau gegeneinander abzuwägen.

    Wann sollte operiert werden?

    Nicht selten haben Patienten, die unter dem Pfeifferschen Drüsenfieber leiden, auch eine starke Mandelentzündung. In diesem Fall wurde in der Vergangenheit sehr schnell operiert. Jetzt sind Ärzte aber der Ansicht, dass das Entfernen der Mandeln im Rahmen der Viruserkrankung nicht unbedingt zum Standard gehören sollte. Wenn die Mandeln akut jedoch so stark anschwellen, dass der Patient unter Atemnot leidet, dann ist eine Entfernung der Mandeln absolut gerechtfertigt.

    Die ungefährliche Teilentfernung

    Im Vergleich zur kompletten Entfernung der Mandeln ist eine teilweise Entfernung ungefährlich. Allerdings kommt eine solche Tonsillotomie bei einer chronischen Mandelentzündung nicht infrage, sie kann aber gerade dann sehr sinnvoll sein, um dem Patienten das Schlucken und auch das Atmen leichter zu machen. Immer mehr Ärzte entschließen sich vor allem bei Kindern zu dieser Operation, um die Beschwerden zumindest zu lindern. Ob es zu einer teilweisen oder zu einer kompletten Entfernung der Mandeln kommt, das entscheiden die Ärzte nach der sogenannten Brodsky-Skala, auf der die jeweilige Größe der Mandeln angegeben ist. Entscheiden sich Eltern für die Teilentfernung der Mandeln ihrer Kinder, dann müssen sie diesen Eingriff aus der eigenen Tasche bezahlen, die Kassen zahlen nur für die vollständige Entfernung.

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  • Lipödem – die unschönen Reiterhosen

    Lipödem – die unschönen Reiterhosen

    Es gibt Figurprobleme, über die sich Männer keine Gedanken machen müssen. Zu diesen Problemen gehört auch das sogenannte Lipödem, eine Fettablagerung, die nur Frauen betrifft. Vielen kennen das Lipödem unter seinem umgangssprachlichen Namen Reiterhosen oder auch Säulenbeine, denn ein Lipödem betrifft in den meisten Fällen nur die untere Körperhälfte. Wenn die Beine am Abend anschwellen, dann ist das noch kein Grund zur Besorgnis, aber wenn die Schwellung auch nach Tagen nicht zurückgeht, dann kann es sich um ein Lipödem handeln. In diesem Fall ist es immer eine gute Idee, einen Arzt aufzusuchen.

    Was genau ist ein Lipödem?

    Lipödeme entstehen immer dann, wenn es zu einer Störung im Fetthaushalt des Körpers kommt. Das Fett sammelt sich im Unterhautgewebe und bringt die Beine dazu, anzuschwellen. Ist die Krankheit schon in einem fortgeschrittenen Stadium, dann weitet sich das Fettgewebe unter der Haut immer mehr aus und die Schwellungen nehmen zu. In der Regel sind die Oberschenkel, aber auch die Hüften, der Po und auch die Innenseiten der Knie betroffen. Später können auch die Unterschenkel und die Fußgelenke dazu kommen, und die Beine erinnern in ihrer Form an Säulen. Ist ein Lipödem sehr ausgeprägt, dann zeigen sich unschönen Schwellungen auch an den Oberarmen und an den Handrücken. Typisch für ein Lipödem ist ein schlanker Oberkörper, der die Beine optisch noch unförmiger macht.

    Die Ursachen für Lipödeme

    Warum es genau zu Lipödemen kommt, das ist bis heute nicht restlos geklärt. Eine Ursache kann eine genetische Veranlagung sein, aber auch hormonelle Auslöser sind möglich. Die Vermutung, dass es sich um eine Veränderung im Hormonhaushalt handeln könnte, liegt nahe, denn es sind viel Frauen in den Wechseljahren, in der Pubertät oder auch nach einer Schwangerschaft betroffen. Selbst wenn sich die Behauptung hartnäckig hält, dass Lipödeme durch Übergewicht entstehen, Übergewicht gehört definitiv nicht zu den Verursachern. Es stimmt jedoch, dass die Krankheit durch ein zu hohes Gewicht negativ beeinflusst wird. Auch wenn Männer sehr selten mit einem Lipödem zu kämpfen haben, durch eine Hormontherapie oder wenn es zu einer Schädigung der Leber kommt, dann kann es passieren, dass sich Reiterhosen auch bei Männern bilden.

    Die Diagnose Lipödem

    Der Arzt kann die Diagnose Lipödem relativ schnell anhand eines Tast- und Sichtbefundes stellen, auch die Krankengeschichte des Patienten gibt darüber Auskunft. Um festzustellen, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist, kann ein Ultraschall sehr hilfreich sein. Auch wenn die Symptome meist gut sichtbar sind, hinter einem vermeintlichen Lipödem kann auch eine andere Krankheit stecken, zum Beispiel Adipositas (Fettleibigkeit), ein Lymphödem (Wassereinlagerung) oder eine vergleichsweise harmlose Fettansammlung, eine Lipohypertrophie.

    Ist ein Lipödem heilbar?

    Lipödeme sind nicht heilbar, im Verlauf kann die Krankheit sich aber deutlich verschlimmern. Das ist häufig der Fall, wenn das Ödem nicht behandelt wird. Im ersten Stadium bilden sich die Fettpolster besonders an den Hüften, an den Oberschenkeln und auch an der Innenseite des Knies. Die Haut wird dann feinknotig und es entsteht eine Orangenhaut. Im nächsten Stadium wird die Haut dann grobknotig, es bilden sich Dellen und es kommt zum sogenannten „Matratzenphänomen“. Im dritten Stadium zeigen sich schließlich große Hautlappen und Hautwülste. In diesem Stadium kann ein Lipödem auch bis zu den Fußknöcheln reichen und diese sogar überlappen, es entsteht das Säulenbein.

    Wie wird ein Lipödem behandelt?

    Um ein Lipödem behandelt zu können, muss die Krankheit früh erkannt werden. Ein bewährtes Mittel ist die Entstauungstherapie und auch das Tragen von Kompressionsstrümpfen und Verbänden kann eine Erleichterung bringen. Auf diese Weise lässt sich das Ödem reduzieren, ganz verschwinden wird es aber nicht. Gute Erfolge können auch mit einer manuellen Lymphdrainage erzielt werden, denn durch diese gezielte Massage wird das Ödem verkleinert und die überschüssigen Fettzellen werden praktisch abtransportiert.

    Bild: © Depositphotos.com / vschlichting