Schlagwort: Medikament

  • Alzheimer – ein neues Molekül soll Ablagerungen beseitigen

    Alzheimer – ein neues Molekül soll Ablagerungen beseitigen

    1,5 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Demenz und der überwiegende Teil dieser Menschen hat Alzheimer. Bedingt durch den demografischen Wandel schätzt die Deutsche Alzheimer Gesellschaft, dass sich die Zahl der Alzheimer-Patienten bis zum Jahr 2050 verdoppeln wird. Jetzt haben Forscher aus Südkorea ein Molekül gefunden, das allen, die unter Alzheimer leiden, neue Hoffnung macht. Dieses Molekül sorgt dafür, dass sich keine neuen Ablagerungen im Gehirn mehr bilden können, außerdem kann das Molekül bereits bestehende Ablagerungen beseitigen.

    Wie funktioniert das neue Alzheimer Molekül?

    Menschen, die unter Alzheimer leiden, haben Ablagerungen im Gehirn, die sogenannten Plaques. Plaques bestehen aus Eiweißfragmenten, die mit fortschreitender Krankheit die Übertragung der Reize im Gehirn stören oder komplett verhindern, mit der Zeit werden die Zellen im Gehirn dann funktionsunfähig und sterben ab. Den Wissenschaftlern in Südkorea ist es bei Versuchen mit Mäusen nun gelungen, mit dem Molekül EPPS die Gedächtnisleistungen deutlich zu verbessern. Vor allem wenn sich Alzheimer noch in einem frühen Stadium befindet, dann gibt es viele Ablagerungen und die Forschung konzentriert sich jetzt darauf, die Entstehungen dieser Ablagerungen zu verhindern.

    Können die Ablagerungen beseitigt werden?

    Ein Teil der Forschung der südkoreanischen Wissenschaftler beschäftigt sich damit, die bereits bestehenden Ablagerungen aus den Gehirnzellen zu entfernen. Ein weiterer Teil der Arbeit widmet sich jetzt der Aufgabe, mithilfe des Moleküls EPPS zu verhindern, dass sich Plaques überhaupt bilden kann. Die Forscher testeten das Molekül zunächst nur in einem Reagenzglas. Dabei entdeckten sie Erstaunliches, denn das Molekül ist offenbar in der Lage, die Substanz der Plaques zu einem großen Teil komplett aufzulösen. Nach diesem Test begannen die Versuche mit Mäusen, deren Gehirne Ablagerungen aufwiesen, wie sie für Alzheimer typisch sind. Auch hier übertraf das Ergebnis die Erwartungen der Forscher, denn das EPPS verhinderte erfolgreich, dass sich neue Ablagerungen bilden konnten. Zudem beseitigte das Molekül die bereits bestehenden Ablagerungen und auch die geistige Leistungsfähigkeit der kleinen Nagetiere verbesserte sich zusehends.

    Kritik an den Forschungsergebnissen

    Der Neurobiologe Armin Giese, der an der Universität in München forscht, sieht in der Arbeit seiner Kollegen aus Südkorea aber einen Schwachpunkt. Er kritisiert, dass bei den Versuchen, die im Reagenzglas gemacht wurden, die Konzentration des Moleküls EPPS um einiges höher war, als die Menge des Moleküls, die später in den Gehirnen der Mäuse gemessen wurde. Giese stellt daher die Frage, ob sich die von den Forschern vermutete Wirkung aus der Testreihe im Labor und den Versuchen mit Mäusen, später auch auf menschliche Alzheimer-Patienten übertragen lässt.

    Gibt es bald ein effektives Medikament gegen Alzheimer?

    Nach einem wirkungsvollen Medikament gegen Alzheimer wird nicht erst seit gestern geforscht, weltweit sind Wissenschaftler und Forscher auf der Suche nach einem geeigneten Wirkstoff, der die Krankheit besiegen kann. Erschwert wird die Suche nach einem Medikament durch das Fehlen von sogenannten Biomarkern. Bei diesen Biomarkern handelt es sich um Substanzen, die über den Erfolg oder den Misserfolg einer Therapie von entscheidender Bedeutung sind. Cholesterin ist ein solcher Biomarker, er entscheidet darüber, wie hoch die Gefahr einer Herzerkrankung oder eines Schlaganfalls ist. Forscher überall auf der Welt suchen seit vielen Jahren nach einem Biomarker und damit nach der geeigneten Substanz, die die Plaques im Gehirn vernichten kann, aber bisher ist es nur gelungen den Verlauf der Krankheit abzumildern, den Krankheitsverlauf zu stoppen, ist leider noch nicht gelungen. Die Pharmaindustrie ist sehr an einer erfolgreichen Suche nach einem Biomarker interessiert, denn wenn sich dann ein Mittel herstellen lässt, kann mit diesem Medikament ein Vermögen verdient werden. Aber selbst wenn morgen ein Biomarker gefunden werden sollte, bis das neue Medikament auf den Markt kommen kann, vergehen noch viele Jahre. Bislang sahen nur wenige Laborversuche vielversprechend aus, vielleicht ändert sich das mit dem Molekül EPPS.

    Bild: © Depositphotos.com / luckybusiness

  • Demenz bei Kindern – wenn aus Zehnjährigen Pflegefälle werden

    Demenz bei Kindern – wenn aus Zehnjährigen Pflegefälle werden

    Demenz ist eine Krankheit, die nur ältere Menschen betrifft – das ist die landläufige Meinung, die aber so leider nicht stimmt. In Deutschland leiden 400 Kinder unter Demenz, sie leben ohne Hoffnung auf Genesung und mit einem Todesurteil. Therapien gibt es nicht, den verzweifelten Eltern stehen lediglich Selbsthilfegruppen bis zum Tod der Kinder zur Seite. Neuronale Ceroid Lipofuszinose, kurz NCL heißt die Krankheit, die Kinder oft schon noch vor dem zehnten Geburtstag befällt. NCL ist eine vererbte Form der Demenz, deren Erforschung erst ganz am Anfang steht und die unheilbar ist.

    Ganz normale Kinder

    Die 400 Kinder, die zurzeit in Deutschland an dieser seltenen Form der Demenz leiden, kommen als gesunde und unauffällige Kinder zur Welt. Die Kinder entwickeln sich altersgemäß, sie lernen wie andere Kinder auch, mit rund einem Jahr zu laufen, sie lernen zu sprechen, selbstständig zu essen und alles das, was auch gesunde Kinder können. Dann ändert sich von einem auf den anderen Tag alles. Die betroffenen Kinder lernen plötzlich keine neuen Wörter mehr, sie vergessen schon gelernte Begriffe und Tätigkeiten und haben auch Probleme damit, scharf zu sehen. Die Entwicklung kommt schließlich komplett zum Stillstand, und dann beginnen die Kinder sich praktisch rückwärts zu entwickeln. Die betroffenen Kinder können nicht mehr ohne Hilfe gehen, sie fallen mehr und mehr hin, sie schreien stundenlang ohne Grund und es kommt nicht selten sogar zu epileptischen Anfällen.

    Demenz bei Kindern – die Medizin ist ratlos

    Für die Eltern beginnt mit den Rückschritten ihres Kindes ein schrecklicher Weg durch alle medizinischen Instanzen. Der Kinderarzt kann das Krankheitsbild nicht richtig zuordnen und auch in den meisten Kinderkliniken wissen die Ärzte nicht, was sie tun sollen. Der Weg führt die Eltern schließlich zu einem Neurologen. In der ganzen Zeit leben sie praktisch in einem Zustand zwischen vielen Fehldiagnosen und einer Unkenntnis der Lage. Es wird Hoffnung gemacht, die dann sehr schnell einer tiefen Enttäuschung folgt. Für viele betroffene Eltern wird das Virchow-Klinikum in Berlin zur letzten Anlaufstelle, denn dort wurde in den meisten Fällen die richtige Diagnose gestellt: Kindliche Demenz.

    Die Stoffwechselstörung, die zur Demenz führt

    Seit Jahren werden im Berliner Virchow-Klinikum Kinder behandelt, die unter Demenz leiden. Die Krankheit wird vererbt, sie zerstört langsam aber sicher das Gehirn und sie führt immer zum Tod. Die Ärzte in der Berliner Klinik sehen bei den Kindern, die unter NCL leiden, immer wieder die für diese Krankheit typischen Symptome wie Sehstörungen und zunehmend auch immer wieder motorische Ausfälle. Alles, was die Mediziner tun können, ist die Familien an Selbsthilfegruppen zu verweisen, denn es gibt weder Medikamente, die NCL abmildern oder sogar stoppen können, noch Therapien, mit denen der Verlauf der Krankheit beeinflusst werden könnte.

    Wie Selbsthilfegruppen helfen können

    Die betroffenen Eltern stehen nach der Diagnose Demenz vollkommen alleine da. Weder die Medizin noch die Krankenkassen können den Eltern helfen, die einzige Adresse, an die sich Eltern wenden können, sind die Selbsthilfegruppen, die es mittlerweile gibt. Auch die NCL-Stiftung, die 2002 in Hamburg gegründet wurde, ist eine Adresse, an die sich Eltern wenden können, wenn sie Fragen haben oder sich mit anderen betroffenen Familien austauschen möchten. Die Stiftung wurde von Frank Husemann gegründet, dessen Sohn Tim seit sechs Jahren an NCL leidet. Husemann wollte nicht länger tatenlos dabei zusehen, wie der gesundheitliche Zustand seines Sohnes immer schlechter wurde, und begann damit, Forscher und Ärzte an einen Tisch zu bringen. Noch ist kein Durchbruch vonseiten der Forschung in Sicht, aber dank engagierter Mitarbeiter der Stiftung werden jetzt Schritte unternommen, die den Eltern erkrankter Kinder Hoffnung machen. Ob und wann es ein Medikament oder eine Therapie geben wird, das kann zum jetzigen Zeitpunkt aber keiner sagen.

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  • Lohnt sich eine professionelle Zahnreinigung wirklich?

    Lohnt sich eine professionelle Zahnreinigung wirklich?

    Zweimal am Tag die Zähne gründlich putzen, regelmäßig Zahnseide benutzen und alle halbe Jahre zur Kontrolluntersuchung zum Zahnarzt – reicht das alles wirklich aus, um vor Karies und Zahnfleischentzündungen geschützt zu sein? Der Zahnarzt wird Nein antworten und umgehend eine professionelle Zahnreinigung empfehlen. Aber eine Zahnreinigung wird von der Krankenkasse nicht bezahlt und viele fragen sich daher, ob sie das Geld ausgeben sollen oder lieber doch weiterhin auf Zahnbürste, Zahnpasta und Zahnseite vertrauen sollen. Lohnt sie sich, die professionelle Zahnreinigung oder will der Zahnarzt damit nur Geld verdienen?

    Normale Zahnreinigung reicht nicht aus

    Wer zum Zahnarzt geht, um sich professionell die Zähne reinigen zu lassen, der wird mit ziemlicher Sicherheit von seinem Arzt hören, dass die Zähne nicht ausreichend gepflegt sind. Bei einigen Menschen scheint es mit der Mundhygiene nicht so zu klappen, wie es eigentlich sein sollte und es gibt eine Reihe von unterschiedlichen Ursachen, warum die normale Zahnpflege nicht immer ausreicht. Die Zähne können zum Beispiel falsch im Kiefer stehen, die Putztechnik ist nicht richtig, die Zahnbürste passt nicht oder der Konsum von zu vielen Süßigkeiten sorgt dafür, dass Karies entstehen kann. So entstehen sehr hartnäckige Zahnbeläge, die mit normalem Putzen einfach nicht zu entfernen sind. Auf dem Zahnarztstuhl schlägt dann die Stunde der Wahrheit, denn dem Zahnarzt entgeht nichts, und um all diese Probleme zu beseitigen, müssen die Zähne vom Fachmann gründlich gereinigt werden.

    Was passiert bei einer professionellen Zahnreinigung?

    Wenn die Zähne nicht gründlich gereinigt werden, dann kann das unangenehme Folgen haben. Auf den Zahnbelägen leben Bakterien aller Art, die dafür sorgen, dass Plaque, Karies und Zahnstein entstehen können. Auch Mundgeruch und eine Entzündung des Zahnbettes können die Folge einer falschen Zahnreinigung sein. Eine Zahnreinigung beim Zahnarzt kann diesen möglichen Probleme gegensteuern, denn bei einer professionellen Zahnreinigung passiert mehr als einfach nur gründliches Zähneputzen. Der Dentalhygieniker analysiert zunächst die Zähne und entfernt dann mit einer spezielle Bürste die oberflächlichen Beläge. Mit Zahnseide, Zahnschleifpapier oder einem hakenähnlichen Instrument werden anschließend die Zahnzwischenräume gereinigt und die dunklen Verfärbungen mit einem Wasser-Pulver-Strahlgerät entfernt.

    Die Zahnreinigung als Profilaxe

    Sind die Zähne von den gröbsten Verunreinigungen befreit, dann kommen rotierende Bürsten zum Einsatz, die die Zähne mit einer fluoridreichen Zahnpaste polieren. Die fluoridhaltige Paste oder ein spezielles Gel bilden auf den Zähnen eine Art Schutzschicht, und auf diese Weise soll verhindert werden, dass sich neue Bakterien ansiedeln können. Nach dieser Profilaxe bekommt der Patient einige Tipps und Tricks mit auf den Weg, um die Zahnreinigung zu Hause effektiver und gründlicher zu machen. So verrät der Dentalhygieniker, wie man die richtige Zahnbürste findet, wie man Zahnseide korrekt benutzt und welche Ernährung für gesunde Zähne besonders wichtig ist. Eine professionelle Zahnreinigung kann nur kurz- bis mittelfristig gegen Karies und Zahnfleischentzündungen helfen, wer langfristig gesunde Zähne möchte, der muss auch zu Hause auf eine gute Mundhygiene achten.

    Warum im Alter die Zahnhygiene nachlässt

    Eine neue Studie hat herausgefunden, warum besonders ältere Menschen zunehmend Probleme mit den Zähnen haben. Im Alter lässt unter anderem auch die Feinmotorik immer mehr nach, das Zahnfleisch wird schlaffer und weicher, dazu kommen unterschiedliche Krankheiten und auch Medikamente tragen dazu bei, dass die Mundhygiene zu wünschen übrig lässt. Zahnärzte empfehlen ihren älteren Patienten, öfter in die Praxis zu kommen und zuhause eine elektrische Zahnbürste zu benutzen, um die Zähne gesund zu erhalten. Wer viel raucht, Tee, Kaffee und Rotwein trinkt, muss auch mit dunklen Verfärbungen auf den Zähnen rechnen, die durch gründliches Zähneputzen allein nicht mehr verschwinden. Wer raucht, setzt sich zudem der Gefahr von Zahnfleischentzündungen aus, denn das Nikotin und auch die schädlichen Zusatzstoffe in Zigaretten setzen den Zähnen und vor allem dem Zahnfleisch auf Dauer sehr zu.

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  • Die 5. SSW – das Herz beginnt zu schlagen

    Die 5. SSW – das Herz beginnt zu schlagen

    Die 5. Schwangerschaftswoche ist sowohl für die Mutter als auch für das Kind eine sehr spannende Woche. Viele Frauen spüren in der 5. SSW die ersten Anzeichen der Schwangerschaft und machen einen Test um festzustellen, ob sie schwanger sind oder nicht. Es passiert nicht selten, dass in der 5. SSW der Test negativ ist und wenn das der Fall ist, dann heißt das aber noch lange nicht, dass keine Schwangerschaft vorliegt. Die Schwangerschaftstests, die in der Apotheke oder in der Drogerie verkauft werden, sind nicht zu 100 % sicher, erst ein Blut- und Urintest beim Arzt bringt endgültig Gewissheit.

    Wie sieht das Baby in der 5. SSW aus?

    In der 5. SSW macht das Baby einen gewaltigen Sprung in seiner Entwicklung. War das Baby in der vergangenen Woche noch ein Zell-Cluster, so ist es jetzt klar als Embryo zu erkennen. Die Anlagen für die wichtigen Organe bilden sich in der 5. SSW aus und zum ersten Mal sind die Gesichtszüge erkennbar. Am Anfang der 5. SSW war das Kind ein kleiner rundlicher Zell-Cluster, der aus einer Eizelle mit drei zellulär verschiedenen Keimblättern gewachsen ist. In der 5. SSW verändert das Baby seine Form und aus dem rundlichen Kern wird ein länglicher Embryo, der jetzt zwei Millimeter misst.

    Wenn der Arzt in der 5. SSW einen Ultraschall macht, dann kann die Mutter zum ersten Mal den Herzschlag ihres Kindes hören. Die ersten Herzschläge des neuen Lebens sind doppelt so schnell wie die der Mutter, und da der Körper noch sehr klein ist, wirkt das Herz unverhältnismäßig groß. Wenn die Eltern in der 5. SSW Bilder des Embryos sehen, dann wirkt es auf dem Ultraschall so, als würde das riesige Herz außerhalb des kleinen Körpers schlagen. Auf dem Ultraschall kann der Arzt in der 5. SSW sehen, ob es Zwillinge werden, denn wenn zwei schwarze Punkte rhythmisch pulsieren, dann ist klar, dass in der Gebärmutter mehr als ein Kind ein Zuhause auf Zeit gefunden hat.

    Die Leber und die Nieren bilden sich in der 5. SSW aus, ebenso wie das Neuralrohr, aus dem sich später das Rückenmark und das Gehirn entwickeln werden. Auch die Fruchtblase bildet sich in der 5. SSW aus und wird drei Wochen später fertig sein. Der Embryo schwimmt bereits im Fruchtwasser und diese klare und wasserartige Flüssigkeit schützt das Kind vor Lärm, Druck und Stößen.

    Wie fühlt sich die Mutter in der 5. SSW?

    Frauen, die in der 5. SSW ein Ziehen im Unterleib verspüren, denken zunächst, dass sie ihre Periode bekommen, so wie jeden Monat. Die meisten Frauen fühlen sich zudem schlapp und müde, auch die Brüste spannen unangenehm. Das alles hat aber nichts mit den typischen Problemen zu tun, unter denen viele Frauen kurz vor der Monatsblutung leiden, es sind vielmehr die ersten Beschwerden in der 5. SSW. Das Ziehen im Unterleib wird durch die Lockerung des Bindegewebes verursacht, denn die Mutterbänder beginnen sich zu dehnen. Bleibt zu diesem Zeitpunkt die Periode aus, dann ist das ein erstes relativ sicheres Zeichen dafür, dass ein Baby unterwegs ist.

    Die 5. SSW ist für das Baby eine sehr empfindliche Phase, denn wenn es jetzt negativen Einflüssen ausgesetzt wird, dann kann das weitreichende Folgen für seine Entwicklung haben. Frauen, die sich ein Baby wünschen und davon ausgehen müssen, dass sie schwanger sind, sollten bei den ersten Anzeichen auf Alkohol und Nikotin verzichten. Auch Medikamente dürfen nur noch nach Absprache mit dem Arzt eingenommen werden. Besonders Nikotin und jede Art von Alkohol kann beim Baby zu schweren Schäden an den Organen führen. Ausfluss ist in dieser frühen Phase der Schwangerschaft nichts Ungewöhnliches, aber wenn in der 5. SSW gelber Ausfluss zu sehen ist, dann sollte ein Arzt aufgesucht werden, denn dann kann es sein, dass die Mutter eine Infektion hat.

    Worauf muss die Mutter in der 5. SSW achten?

    Wenn bei der ersten Untersuchung das Schwangerschaftshormon HCG nachgewiesen wird, dann ist es amtlich: Ein Baby ist auf dem Weg. Besonders jetzt, im ersten Trimester der Schwangerschaft, ist eine gesunde Lebensweise sehr wichtig. Das Baby braucht in dieser Entwicklungsphase vor allem Nährstoffe und eine ausgewogene vollwertige Ernährung, entsprechend sollte der Speiseplan der Mutter aussehen. Frauen, die in diesem Stadium der Schwangerschaft unter Verstopfung leiden, sollten statt drei großer Mahlzeiten am Tag, fünf kleine Mahlzeiten essen und viel trinken. Ideal sind Mineralwasser, Fruchtschorlen oder auch Tees mit Kamille und Fenchel.

    Wie hoch ist die Gefahr einer Fehlgeburt in der 5. SSW?

    Für die Mutter ist es auch wichtig, sich möglichst viel zu bewegen. Spezielle Yogakurse für Schwangere sind nun eine gute Idee, auch schwimmen stärkt die Muskulatur und macht zudem noch viel Spaß. Körperlich anstrengende Sportarten sind aber nicht zu empfehlen, denn besonders zwischen der vierten und der fünften Schwangerschaftswoche ist das Risiko groß, eine Fehlgeburt zu erleiden. Rund 50 % der Schwangerschaften enden ungewollt in der 5. SSW und Frauen, die noch nicht wissen, dass sie anderen Umständen sind, verlieren ihr Kind ohne es zu bemerken, sie gehen von einer starken Monatsblutung aus.

    Für den Körper ist eine Fehlgeburt in der 5. SSW so etwas wie ein Schutz, denn in der Regel ist das Kind nicht lebensfähig. Auch das Alter der Mutter spielt eine nicht unwichtige Rolle, denn Frauen, die älter als 45 Jahre sind, verlieren ihr Kind in dieser frühen Phase der Schwangerschaft zu 80 %. Frauen, die in der Vergangenheit bereits eine oder auch mehrere Fehlgeburten hatten, müssen ebenfalls mit einem frühen natürlichen Abbruch rechnen. Bei Frauen, die nur eine Fehlgeburt hatten, liegt die Wahrscheinlichkeit bei 21 %, bei Frauen, die schon zweimal ein Kind verloren haben, liegt das Risiko bei 29 % und bei drei Fehlgeburten sind es 33 %.

    Die häufigste Ursache für eine Fehlgeburt in der 5. SSW ist eine Anomalie bei der Anzahl der Chromosomen, aber auch wenn die Struktur der Chromosomen nicht stimmt, dann kommt es zu einem natürlichen Abbruch der Schwangerschaft. Ab der sechsten Schwangerschaftswoche sinkt das Risiko einer Fehlgeburt auf 18 %, und ab der 17 % liegt die Gefahr nur noch bei drei Prozent, dass es zu einer Fehlgeburt kommt.

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  • Die 10. SSW – aus dem Embryo wird ein Fötus

    Die 10. SSW – aus dem Embryo wird ein Fötus

    Das Baby in der 10. SSW ist nicht länger ein Embryo, es wird zu einem Fötus und die Ultraschallbilder in der 10. SSW zeigen zum ersten Mal einen richtigen kleinen Menschen. Die Frühschwangerschaft ist in der Mitte des dritten Monats beendet, die Anlagen für die wichtigen Organe des Kindes sind fertig und der Kopf des Babys ist schon sehr weit entwickelt. Das Baby wächst von oben nach unten und die kritische Phase während der Entwicklung von Gehirn und Herz ist nun abgeschlossen. Auch die Herztöne des Babys kann der Arzt in der 10. SSW für die Mutter zum ersten Mal hörbar machen.

    So geht es dem Baby in der 10. SSW

    In der 10. SSW liegt die Größe des Embryo bei ca. drei Zentimetern und es wiegt rund 4,5 Gramm. Am Anfang der 10. Schwangerschaftswoche hat das Baby noch so etwas wie Schwimmhäute an den Zehen und Fingern, erst wenn diese Woche zu Ende geht, dann werden zuerst der Daumen und der Zeigefinger, später dann auch die anderen Finger voneinander gelöst. Zwischen den Zehen sind die ersten Einkerbungen zu sehen und die Gelenke an den unteren, aber auch an den oberen Extremitäten bereits fertig entwickelt. Der Fötus ist in der 10. SSW schon ziemlich aktiv, er kann die Hände und Füße bewegen und auch die Muskeln anspannen.

    Das äußere Ohr wächst in der 10. SSW ebenso die Nasenspitze, die Körperlänge von drei Zentimetern ist zu diesem Zeitpunkt der Schwangerschaft nur ein durchschnittlicher Wert, denn im Verlauf der Schwangerschaft wird dieser Wert immer wieder individuell vermessen. Mütter, die vielleicht in einem Buch lesen oder von Bekannten hören, dass das Baby in der 10. SSW ungefähr so lang sein muss, sollten sich nicht irritieren lassen, denn jedes Kind hat beim Wachstum einen anderen Rhythmus.

    Wie fühlt sich die Mutter in der 10. SSW?

    Auch wenn der Bauch in der 10. SSW noch nicht allzu deutlich zu sehen ist, viele Frauen haben in dieser Phase der Schwangerschaft mit verschiedenen Beschwerden zu kämpfen. Die Umstellung des Hormonhaushalts sorgt für Übelkeit, Erbrechen und auch Müdigkeit. Dazu können sich Kreislaufbeschwerden durch den vermehrten Blutfluss gesellen, und Frauen mit empfindlichen Brüsten werden ihren vergrößerten Busen in der 10. SSW deutlich spüren können. Für Abhilfe kann ein BH in einer größeren Größe sorgen, der perfekt sitzt.

    Fast jede werdende Mutter bemerkt in der 10. SSW, wie sich die Beschaffenheit von Haut und Haaren langsam verändert. Die Schwangerschaftshormone machen die Haut straffer und da die Haut zudem sehr gut durchblutet wird, bekommt der Teint einen wunderbar rosigen Schimmer. Auch glänzendes und volles Haar, das schneller wächst als das normalerweise der Fall ist, gehören zu den positiven Begleiterscheinungen in der 10. SSW. Leider gibt es in dieser Hinsicht aber auch negative Auswirkungen. Einige Frauen haben mit Hautunreinheiten wie Akne und Pickeln zu kämpfen, die Haare fetten ungewöhnlich schnell und die Haut ist sehr trocken.

    Welche Beschwerden sind in der 10. SSW noch möglich?

    Die Gebärmutter hat in der 10. SSW etwa die Größe einer Pampelmuse und diese Größe beeinträchtigt den Umfang des Bauchs nicht sonderlich. Anders sieht es aus, wenn die werdende Mutter unter Blähungen oder Verstopfungen leidet, denn dann bläht sich der Bauch sichtbar auf. Die Ursache für diese Beschwerden liegt im Schwangerschaftshormon Progesteron, das zwar die Gebärmutter entspannt, dabei aber gleichzeitig die Tätigkeit des Darms verlangsamt. Diese Beschwerden sind zwar ein wenig unangenehm, aber sie verschwinden Anfang der 12. SSW von ganz alleine wieder.

    Neben einer Vergrößerung der Brüste spüren viele Frauen in der 10. SSW ein Gefühl, als würden die Brüste spannen oder kribbeln. Auch wenn sich in der 10. SSW ein Ziehen im Unterleib bemerkbar macht oder es zu leichten Blutungen kommt, dann sind meist hormonelle Faktoren dafür verantwortlich, eine Fehlgeburt in der 10. SSW ist eher selten.

    Wie hoch ist das Risiko einer Fehlgeburt in der 10. SSW?

    Selbst wenn in der 10. SSW das Risiko einer Fehlgeburt relativ gering ist, kann es trotzdem passieren, dass es zu einer Fehlgeburt kommt. Meist handelt es sich dabei um eine sogenannte Missed Abortion in der 10. SSW, eine verhaltene Fehlgeburt. Bei einer verhaltenen Fehlgeburt gibt es keine typischen Anzeichen wie starke Blutungen oder Krämpfe, die Schwangerschaft verläuft bis zu diesem Zeitpunkt vollkommen normal. Anzeichen für eine Missed Abortion sind nur auf dem Ultraschall zu erkennen, denn es gibt keine Kindsbewegungen mehr.

    Die Diagnose erfolgt immer beim Ultraschall. Wenn der Arzt keine Kindsbewegungen mehr feststellt und keine Herztöne mehr hören kann, dann muss die Mutter für eine gründliche Untersuchung in eine Klinik. Dort wird eine Blutuntersuchung gemacht und wenn diese Untersuchung zeigt, dass die Konzentration des Schwangerschaftshormons HCG sinkt, dann wird die Diagnose verhaltene Fehlgeburt untermauert.

    Eine Variante der Missed Abortion ist die sogenannte Molenschwangerschaft. Bei dieser Form der Fehlgeburt handelt sich um die Bildung einer Fruchthöhle, in der aber keine Frucht, also kein Embryo zu finden ist. Besonders groß ist die Gefahr einer verhaltenen Fehlgeburt oder einer Molenschwangerschaft bis zur 12. Schwangerschaftswoche, danach nimmt die Gefahr stetig ab.

    Was geschieht nach einer Fehlgeburt?

    Auch wenn es vielleicht ein wenig komisch klingt, aber so natürlich wie die Schwangerschaft, so natürlich geht der Körper auch mit einer Fehlgeburt um. Vor allem wenn es in den ersten Schwangerschaftswochen zu einer Fehlgeburt kommt, dann regelt das der Körper von ganz alleine. Sollte es Schwierigkeiten geben, dann werden in der Regel Medikamente verabreicht, die einen Abbruch auslösen. Sollten noch Reste der Schwangerschaft in der Gebärmutter sein, dann kann das schlimme Folgen wie etwa eine Infektion haben, im schlimmsten Fall kommt es zur Unfruchtbarkeit.

    Um das zu verhindern, wird nach einer Fehlgeburt eine Kürettage, also eine Ausschabung vorgenommen. Der Arzt schabt dann im Rahmen eines operativen Eingriffs unter Vollnarkose die Gebärmutter aus. Der Gebärmutterhals wird gedehnt und mithilfe einer Kürette oder einer Saugkürette wird dann die Gebärmutter ausgesaugt oder eben ausgeschabt. Dieser Eingriff kann in den meisten Fällen ambulant vorgenommen werden, das heißt, die Patient kann die Klinik noch am gleichen Tag wieder verlassen. Leichte Blutungen nach dem Eingriff sind normal und klingen in den folgenden Tagen wieder ab.

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  • Mittelohrentzündung unbedingt behandeln lassen

    Mittelohrentzündung unbedingt behandeln lassen

    Kalte Luft und eisiger Wind sorgen bei vielen Menschen in den Wintermonaten für unangenehme Ohrenschmerzen. Immer wenn in den Ohren ein ziehender oder stechender Schmerz zu spüren ist, dann sollte man das nicht auf die leichte Schulter nehmen, sondern einen Ohrenarzt aufsuchen. Hinter diesen Schmerzen kann sich eine Mittelohrentzündung verbergen, die im schlimmsten Fall sogar zum Verlust des Hörvermögens führen kann, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt wird.

    Wie entsteht eine Mittelohrentzündung?

    Am Anfang einer Mittelohrentzündung steht in der Regel eine Erkältung oder ein grippaler Infekt. Selbst wenn die Erkältung harmlos ist, kann sich nach ein paar Tagen ein stechender oder ziehender Schmerz bemerkbar machen, oftmals hören die Betroffenen auch nicht mehr so gut wie gewohnt. Ausgelöst wird eine Mittelohrentzündung durch Viren oder Bakterien, die sich eigentlich im Nasen-Rachen-Raum angesiedelt haben und von dort aus ins Mittelohr wandern. Handelt es sich um einen starken Schnupfen, dann kann es auch passieren, dass das Ohr von einer zur anderen Minute plötzlich zu ist. Der Nasen-Rachen-Raum werden durch die sogenannte Eustachischen Röhre und die Ohrtrompete miteinander verbunden. Hat man eine Erkältung, dann schwillt die Schleimhaut in der Ohrtrompete an und das Mittelohr wird nicht mehr ausreichend belüftet, in der Folge kommt es zu einer Mittelohrentzündung.

    Wie wird eine Mittelohrentzündung behandelt?

    Wenn die Schmerzen im Ohr immer schlimmer werden und wenn das Hörvermögen immer mehr nachlässt, dann wird es höchste Zeit zu einem HNO-Arzt zu gehen, denn eine Mittelohrentzündung muss auf jeden Fall behandelt werden. Wie jede andere Infektion, so lässt sich auch eine Mittelohrentzündung mit Schmerzmitteln und mit Medikamenten, die die Entzündung hemmen, gut behandeln, vorausgesetzt die Betroffenen gehen auch rechtzeitig zum Arzt. Wenn eine Infektion durch Bakterien nachgewiesen wird, dann wird der Arzt ein Antibiotikum verschreiben. Das ist auch immer dann der Fall, wenn die Beschwerden nach zwei bis drei Tagen nicht komplett abklingen. Selbst wenn Antibiotika in der Kritik sind, bei einer bakteriellen Infektion können auf diese Weise schwere Komplikationen verhindert werden.

    Welche Folgen kann eine unbehandelte Mittelohrentzündung haben?

    Wird eine Mittelohrentzündung nicht rechtzeitig und mit den richtigen Mitteln behandelt, dann kann das schwerwiegende Folgen haben. So ist es zum Beispiel möglich, dass die Mittelohrentzündung den Gleichgewichtssinn in einem erheblichen Maß beeinträchtigt, und auch ein Gesichtsnerv kann beschädigt werden. Eine Mittelohrentzündung kann zu einem Abszess mit einem Warzenfortsatz, einer sogenannten Mastoiditis führen, und wenn das der Fall ist, dann muss das betroffene Ohr auf jeden Fall operiert werden. Breitet sich die Entzündung des Mittelohrs bis ins Innenohr aus, dann führt das im schlimmsten Fall zu einem vollständigen Verlust des Hörvermögens. Noch schlimmer ist es, wenn die Entzündung bis ins Gehirn durchbricht, denn das kann lebensgefährlich werden.

    Keine Hausmittel verwenden

    Bekanntlich ist in der Natur gegen jede Krankheit das passende Kraut gewachsen, bei einer akuten Mittelohrentzündung raten Ärzte jedoch dringend davon ab, zu alten Hausmitteln wie etwa einem Säckchen zu greifen, das mit Zwiebeln gefüllt ist. Der Betroffene hat zwar starke Schmerzen, aber er weiß nicht, warum ihm das Ohr solche Schmerzen bereitet. Wenn es bei einer Mittelohrentzündung zu einem typischen Krankheitsbild wie zum Beispiel einem vorgewölbten und geröteten Trommelfell kommt und wenn ein eitriges Sekret auf eine bakterielle Ursache schließen lässt, dann kann das nur der Arzt im Rahmen einer gründlichen Untersuchung sehen. Besonders unangenehm ist eine Mittelohrentzündung bei Kindern, die den Schmerz noch nicht lokalisieren können. Eine Mittelohrentzündung macht sich bei kleinen Kindern fast immer durch hohes Fieber und starke Schmerzen bemerkbar. In diesem Fall sollten Eltern sofort einen HNO-Arzt oder einen Kinderarzt aufsuchen, der das Trommelfell untersucht. Kinder unter zwölf Jahren werden aber selten mit Antibiotika behandelt, eine Ausnahme machen nur Säuglinge, denn für sie kann eine Mittelohrentzündung gefährlich werden.

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