Schlagwort: Medikamente

  • Wenn das Augenlid zuckt

    Wenn das Augenlid zuckt

    Es ist ein lästiges Gefühl, wenn das Augenlid zuckt. Doch was sind die Ursachen dafür, wenn Ihr Augenlid zuckt und ist dieses Zucken gefährlich? Auch andere Körperteile können gelegentlich diese zuckenden Bewegungen ausführen, was vielen Menschen Angst macht.

    Oft harmloses Symptom – zuckendes Augenlid

    Zuckt das Augenlid, braucht sich kaum jemand Sorgen machen. Als Ursachen kommen unter anderem

    • ein hoher Fernsehkonsum
    • Übermüdung
    • Stress
    • zu viel Arbeit am Computer

    in Betracht. Auch im Falle von einem Zuviel an Koffein zuckt das Augenlid. Sorgen müssen Sie sich erst dann machen, wenn sich weitere Symptome zum zuckenden Augenlid hinzu gesellen. Dies können Spastiken oder auch Lähmungserscheinungen sein.

    Dann empfiehlt es sich, so schnell wie möglich einen Arzt aufsuchen. Zuckt das Augenlid ohne derartige Begleiterscheinungen, kann in aller Regel davon ausgegangen werden, dass keine Erkrankung von Nerven oder Muskeln vorliegt. Wem es zu sehr stört, dass sein Augenlid zuckt, dem können unter Umständen Entspannungsübungen dabei helfen, das Zucken zu bekämpfen. Medikamente dagegen gibt es keine.

    Derartige Zuckungen können am gesamten menschlichen Körper auftreten. Weshalb ausgerechnet das Augenlid zuckt, konnte bislang noch nicht eindeutig geklärt werden. Eine Theorie zum Thema besteht darin, dass der Augenmuskel recht groß ist, das Augenlid jedoch sehr leicht. Mit seiner extremen Leichtigkeit bietet das Augenlid der Muskulatur nicht genug Widerstand, weshalb es zuckt.

    Wenn das Augenlid zuckt – Worauf deutet dies hin

    Für ein zuckendes Augenlid kommen verschiedene Auslöser in Betracht. Obwohl es keine ernst zu nehmende Gefahr für die Gesundheit des Menschen darstellt, wenn das Augenlid gelegentlich zuckt, existieren Hinweise, bei welchen unbedingt ein Arzt aufgesucht werden sollte.

    Zuckt das Augenlid, so ist in der Fachsprache oft die Rede von einer benignen Faszikulation. Dabei handelt es sich um ein nicht beabsichtigtes Zusammenpressen und schnelles Öffnen des Augenlids. Das Tempo dieses Vorganges ist sehr hoch und geschieht zunächst einmal ohne einen zu erkennenden Anlass. Zahlreiche Menschen akzeptieren diese Erkrankung ihrer Augen, da sie von ihnen nicht als besonders störend empfunden wird. Doch was verbirgt sich dahinter, wenn das Augenlid zuckt?

    Eher harmloser Natur ist es, wenn das Augenlid auf Grund nervlicher Erschöpfung oder Überlastung des Auges zuckt. Handelt es sich hierbei jedoch um einen Tick, so kommen hierfür auch Probleme psychischen oder neurologischen Ursprungs in Betracht. Nicht selten ist Stress einer der Auslöser.

    Das Augenlid zuckt – weitere Ursachen

    Für ein Augenlid, das des Öfteren zuckt, kommen neben Stresssituationen ferner muskuläre Ursachen, bedingt durch einen Mangel an Magnesium, in Betracht. Hier kann es helfen, ein Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen, was den Magnesiumspiegel erhöht. Darüber hinaus zuckt das Augenlid bei stetig andauernden Situationen der Übermüdung, welche nicht mit Stress einhergehen. Insbesondere betrifft dies Personen, die einen Bürojob ausüben und sehr viel am Computerbildschirm arbeiten.

    Wenn Sie bei sich beobachten, dass Ihr Augenlid nur gelegentlich zuckt, können Sie selbst für Abhilfe sorgen. Legen Sie in derartigen Fällen am besten eine Entspannungsphase ein. Als besonders hilfreich hat sich das Durchführen von Augenübungen erwiesen.

    Augenübungen zur Entspannung bei zuckendem Augenlid

    Es muss nicht einfach so hingenommen werden, dass das Augenlid zuckt. Werden in regelmäßigen Abständen Augenübungen durchgeführt, ist ein besseres Sehen möglich. Insbesondere Menschen, die im Büro tätig sind und oft lange Zeiten am Bildschirm arbeiten müssen, können hiervon profitieren.

    Besser sehen mit Augenyoga

    Wenn ein Augenlid zuckt, hilft ein so genanntes Augenyoga, um die Augen wieder zu entspannen und wieder eine bessere Sicht zu erlangen. Es genügt bereits, sich fünf Minuten Zeit für diese Augenübung zu nehmen.

    Durchführung eines Augenyogas:

    • Bequeme Sitzposition ähnlich dem Schneidersitz einnehmen
    • Zum Einstieg bei aufrechter Sitzhaltung schauen
    • Kopf gerade halten
    • Nun die Augen nach links, oben und anschließend nach rechts sowie nach unten drehen
    • Diese Augenübung einige Male wiederholen, um zur Auflockerung der Augen beizutragen.

    Schon bald stellen betroffene Personen fest, dass das Augenlid nicht mehr so stark zuckt.

    Bild: © Depositphotos.com / Croisy

  • Das WPW-Syndrom – wenn das Herz aus dem Takt gerät

    Das WPW-Syndrom – wenn das Herz aus dem Takt gerät

    Das WPW-Syndrom ist eine spezielle Form von Herzrhythmusstörungen, die wie aus heiterem Himmel auftreten und genauso schnell wieder verschwinden. Die Betroffenen registrieren zwar das plötzliche Herzrasen, aber die wenigsten machen sich deshalb auch Sorgen. Das kann ein gefährlicher Fehler sein, denn wenn das Syndrom nicht behandelt wird, kann es zu einem plötzlichen Herztod führen. Schuld am WPW-Syndrom ist ein zusätzliches Bündel an Leitungen im Herzen, das alle elektrischen Impulse zwischen dem Herzvorhof und den Herzkammern überträgt und so ein Herzrasen auslöst.

    Welche Anzeichen für ein WPW-Syndrom gibt es?

    Der vollständige Namen des WPW-Syndroms lautet Wolff-Parkinson-White-Syndrom und es beschreibt streng genommen eine Anomalie. Im Bereich des Vorhofs gibt es zusätzlich zum normalen Reizleitungssystem eine weitere Reizleitung und diese Leitung kann für Probleme sorgen. Ein typisches Zeichen für das WPW-Syndrom ist plötzlich auftretendes Herzrasen, das auch ohne körperliche Aktivitäten auftreten kann. Die Betroffenen haben das Gefühl, als würde ihnen das Herz buchstäblich im Hals klopfen und der Herzschlag steigt auf bis zu 240 Schläge pro Minute. Viele fühlen sich dabei unwohl, sie verspüren eine leichte Übelkeit oder Schwindel, in selten Fällen kommt es auch zu einer kurzzeitigen Ohnmacht. Ein weiteres typisches Anzeichen eines WPW-Syndroms ist, wie bei vielen anderen Herzrhythmusstörungen auch, ein starker Harndrang.

    Wie wird die Diagnose gestellt?

    Patienten, die mit einem WPW-Syndrom zum Arzt gehen oder in ein Krankenhaus eingeliefert werden, müssen zunächst an ein EKG angeschlossen werden. Das Elektrokardiogramm ist die wichtigste Untersuchung, denn so wird die elektrische Erregung durch Kurven sichtbar gemacht. Während eines Anfalls ist das EKG besonders aussagekräftig und um diese Messungen möglichst exakt festzustellen, müssen die Betroffenen ein Langzeit-EKG machen lassen. Eine weitere Möglichkeit, den Umfang eines WPW-Syndroms besser einschätzen zu können, ist die sogenannte elektrophysiologische Untersuchung. Der Arzt führt dabei eine Sonde durch die Vene, zum Beispiel in der Leiste ein und schiebt diese dann bis zum Herzen. Auf diese Weise gibt es sehr genaue Messdaten.

    Wie wird das Syndrom behandelt?

    Das Ziel jeder Behandlung ist es, zum einen das starke Herzrasen zu unterbrechen und zum anderen einen weiteren Anfall zu verhindern. Kommt es zu einem akuten Herzrasen, dann kann das Trinken von kaltem Wasser eine effektive Sofortmaßnahme sein. Auf diese Weise wird der Ruhenerv, der sogenannte Parasympathikus stimuliert und das kann unter Umständen das schnelle Schlagen des Herzens beenden. Beim Arzt oder im Krankenhaus wird dem Patienten ein Medikament gespritzt, zudem wird das Herz mit einer laufenden EKG-Kontrolle untersucht. Wer schon einmal unter einer anderen Form von Herzrhythmusstörungen gelitten hat und dem Medikamente wie Digitalis oder Verapamil verschrieben wurden, sollte diese Präparate während eines Anfalls mit dem WPW-Syndrom nicht einnehmen, denn das kann zu schwerwiegenden Problemen führen.

    Ist eine Katheterablation sinnvoll?

    Ein sehr effektives Mittel, um weitere Anfälle zu vermeiden, ist eine Katheterablation. Ähnlich wie bei einer elektrophysiologischen Untersuchung wird vom Arzt eine Art Schleuse mittels eines Plastikschlauchs durch die Vene in der Leiste gelegt. Durch den Schlauch werden dann verschiedene Sonden in den rechten Herzvorhof geschoben. Das Ziel dieser Behandlung ist es, das zusätzliche Leitungsbündel im linken Vorhof des Herzens, das die Anfälle auslöst, zu veröden. Um vom rechten in den linken Vorhof zu gelangen, durchbricht der Arzt die dazwischen liegende Scheidewand mit einer dünnen Nadel. Liegt die Sonde dann an der richtigen Stelle, beginnt die Verödung, die nur wenige Minuten dauert. Der Patient bekommt eine örtliche Betäubung und kann das Krankenhaus meist schon nach wenigen Tagen wieder verlassen. Das Risiko dieser Behandlung ist gering und die Beschwerden, die das WPW-Syndrom verursacht, verschwinden dauerhaft. Vor allem Patienten, die häufig unter den Anfällen des WPW-Syndroms leiden, können von dieser modernen Behandlungsmethode profitieren und wieder ein normales Leben führen.

    Bild: © Depositphotos.com / Serp77

  • Vorsicht vor gefälschten Medikamenten

    Vorsicht vor gefälschten Medikamenten

    Der Zoll schlägt Alarm, denn immer mehr gefälschte Medikamente kommen auf den deutschen Markt. Der Zollfahndung Essen ist jetzt ein ganz großer Fisch ins Netz gegangen, die Zöllner konnten eine Bande dingfest machen, die mit gefälschten Potenzmitteln, Schmerzmitteln und Antibiotika einen Millionenumsatz gemacht hat. Aber leider ist dieser Fang nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, denn das Geschäft mit gefälschten, gefährlichen Medikamenten boomt.

    Internationale Banden

    Es sind zunehmend international agierende Banden, die dem Zoll zu schaffen machen. Die eigentlichen Drahtzieher sitzen in der Regel im Ausland und sie verkaufen die gefälschten Medikamente über Onlineapotheken, die keine Zulassung haben, aber auch über Webseiten an private Kunden. Für die Banden lohnt sich das Geschäft, denn mit gefälschten Medikamenten wird mittlerweile mehr Geld verdient als im Drogenhandel.

    Nahezu perfekt

    Die meisten gefälschten Medikamente kommen aus Asien oder aus Osteuropa und sie werden dort in Fälscherwerkstätten oftmals in Betonmischern zusammengemischt, und zwar mit Substanzen, die gerade verfügbar sind. Während vor einigen Jahren vor allem mit Potenz- und Haarwuchsmitteln Geld verdient wurde, werden heute Medikamente aller Art hergestellt. Die Auswahl reicht von der Tablette gegen Allergien über Medikamente gegen Herzinfarkte, bis hin zu Impfstoffen. Der 3-D-Drucker macht es zudem möglich, dass die Verpackungen kaum noch von den Originalen zu unterscheiden sind. Der Zoll arbeitet heute sehr eng mit den Pharmaunternehmen zusammen, um Fälschungen besser identifizieren zu können.

    Eine tödliche Gefahr

    Die gefälschten Medikamente sind in jedem Fall lebensgefährlich, in Großbritannien sind bereits sechs Menschen an diesen Fälschungen gestorben. Ob es in Deutschland schon Fälle gab, wo Menschen zu Schaden gekommen sind, ist nicht bekannt, da es sehr schwer ist, einen Nachweis zu erbringen. Wer Medikamente einnimmt und Nebenwirkungen verspürt, der geht selten zum Arzt, sondern setzt das Medikament wieder ab. Wer ganz bewusst gefälschte Medikamente kauft, der macht sich zudem nach dem Arzneimittelgesetz strafbar.

    Bild: © Depositphotos.com / garyphoto

  • Warum es auch weiterhin Tierversuche geben wird

    Warum es auch weiterhin Tierversuche geben wird

    Immer mehr Menschen lehnen Tierversuche ab, trotzdem werden jedes Jahr Millionen von Tieren für unterschiedliche Experimente eingesetzt. Es sind vor allem Mäuse, Ratten und Fische, aber auch Affen, die im Labor der Forschung dienen, und in absehbarer Zeit wird sich daran auch nichts ändern. Warum Giftstoffe und Medikamente immer noch an Tieren getestet werden, hat seine Gründe, aber es gibt mittlerweile auch Alternativen, die Tierversuche überflüssig machen.

    Für Kosmetik verboten

    Tierversuche sind heute nur in der Kosmetikindustrie verboten, für Medikamente allerdings werden noch 2,8 Millionen Tiere eingesetzt. Diese Zahl ist seit Jahren konstant, aber die Tierarten haben sich geändert. In erster Linie sind Mäuse für Versuchsreihen sehr beliebt, dicht gefolgt von Ratten, dann folgen Zebrafische, denn diese Tiere haben einen besonders komplexen Organismus. Mäuse sind besonders gut geeignet, wenn es um die Genforschung geht, Zebrafische hingegen besitzen viele Eigenschaften, die in der Entwicklungsbiologie von Nutzen sind. Die Fische sind durchsichtig, ihre Gene lassen sich einfach verändern und sie sind im Vergleich zu anderen Tieren in der Anschaffung und im Unterhalt sehr kostengünstig. Was den Fisch jedoch interessant macht, ist, dass seine biologischen Funktionen in den Gefäßen und auch im Herz-/Kreislaufsystem dem der Menschen ähneln.

    Gibt es Alternativen?

    Viele Verbraucher fragen sich, warum im hochmodernen Computerzeitalter noch immer Tierversuche notwendig sind. Es sind die biologischen Prozesse, die es einfacher machen, Krankheiten zu verstehen oder die Unbedenklichkeit von Chemikalien zu testen. Die meisten Tierversuche dienen heute jedoch der Grundlagenforschung, denn nicht in allen Bereichen der Medizin kann die Wissenschaft auf Tierversuche verzichten. Zudem können die Tests in diesem Bereich vielfach schon am Computer simuliert werden, um die gewünschten Daten zu bekommen. Hautmodelle bieten ebenfalls eine Alternative und da es heute möglich ist, mit menschlichen Stammzellen zu arbeiten, werden auch auf diesem Gebiet weniger Versuche mit Tieren gemacht.

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  • Sind Querschnittlähmungen bald heilbar?

    Sind Querschnittlähmungen bald heilbar?

    Die Diagnose Querschnittslähmung ist immer ein Schock, da Lähmungen dieser Art in den meisten Fällen nicht heilbar sind. 30 Jahre dauert die Forschung bereits, jetzt hat ein Neurologe ein neues Medikament getestet, das die Nervenfasern im Rückenmark nachwachsen lässt. Ist das der ersehnte Durchbruch, auf den so viele Menschen, die im Rollstuhl sitzen, so lange gewartet haben?

    Eine große Hoffnung

    Martin Schwab ist Neurologe mit einer Professur für Hirnforschung in Zürich und er ist der Mann, der für alle Menschen mit einer Querschnittslähmung als sehr große Hoffnung gilt. Schwab hat nach jahrelanger Forschung einen Wirkstoff entwickelt, der die durch einen Unfall zerstörten Nervenfasern nachwachsen lässt. Mit der Einnahme dieses Medikamentes sollen Unfallopfer die Beine wieder spüren und auch wieder gehen können.

    Sofort nach dem Unfall

    Damit das Mittel seine gewünschte Wirkung erzielen kann, muss es so schnell wie möglich nach einem Unfall verabreicht werden, denn wenn es wirken soll, dann sind die ersten Wochen entscheidend. Menschen, die schon lange im Rollstuhl sitzen, wird das Mittel nicht mehr helfen können, aber es ist für diejenigen eine Hoffnung, die in Zukunft schwer verunglücken. Jedes Jahr gibt es in Deutschland 1800 neue Fälle von Querschnittslähmung. Bei dieser Diagnose sind die Nervenverbindungen zwischen dem Körper und dem Gehirn so schwer geschädigt, dass die Betroffenen vom Bauchnabel abwärts gelähmt sind.

    Erfolgreiche Versuche

    Das von Martin Schwab entwickelte Medikament ist eine sogenannte Antikörper-Substanz, die sich „Anti-Nogo-A“ nennt und die schon an Ratten, Mäusen und Makaken erfolgreich getestet wurde. Im kommenden Herbst soll die zweite Phase der Studie beginnen und es werden schon Vorbereitungen getroffen, um das Mittel an sieben Krankenhäusern in fünf Ländern an Patienten zu testen. Experten sehen in Martin Schwab einen Pionier auf dem Gebiet der Querschnittslähmung und auch Neurologen in Deutschland sind jetzt schon sehr gespannt, wie die Tests ausgehen werden.

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  • Hyposensibilisierung gegen Allergie – effektive Immuntherapie?

    Hyposensibilisierung gegen Allergie – effektive Immuntherapie?

    Wenn die Temperaturen wieder ansteigen, dann fliegen auch wieder die Pollen durch die Luft. Für Millionen Menschen bedeutet das, sie können den Frühling und den Sommer nur eingeschränkt genießen, weil ihnen eine Allergie das Leben schwer macht. Tränende Augen, eine stets laufende Nase und das ständige Gefühl von Müdigkeit sind nicht eben das, was man sich unter Frühlingsgefühlen vorstellt. Um diesem Dilemma zu entgehen, entscheiden sich immer mehr Betroffene für eine Hyposensibilisierung gegen die Allergie. Aber wie sinnvoll und effektiv ist diese „Impfung“ gegen Allergien und kommt sie für jeden Allergiker infrage?

    Wie funktioniert eine Hyposensibilisierung gegen die Allergie?

    Eine Hyposensibilisierung gegen die Allergie ist eine Immuntherapie gegen Allergien, die durch Antikörper der Klasse E hervorgerufen werden. Streng genommen handelt es sich dabei nicht um eine klassische Impfung, denn anders als bei einer Impfung wird nicht sofort ein Schutz aufgebaut, die Immuntherapie dauert länger. In der Regel spritzt der Arzt für die Dauer von drei Jahren jeden Monat ein sogenanntes Allergenextrakt in das Fettgewebe unter die Haut des Oberarms. Zu Beginn der Therapie wird die Dosis des Allergens jede Woche erhöht, denn nur auf diese Weise kann sich das Immunsystem an das Allergen gewöhnen. In der Folge lassen die Reaktionen beim Kontakt mit dem jeweiligen Allergen nach und die Entstehung von Folgeerkrankungen wie zum Beispiel Asthma, werden vermieden.

    Für wenn kommt eine Hyposensibilisierung infrage?

    Eine Hyposensibilisierung gegen die Allergie wird vor allem bei einer Unverträglichkeit gegen Pollen, Hausstaubmilben, Schimmelpilze und auch gegen eine Allergie gegen Insektengifte eingesetzt. Diese Hyposensibilisierung gegen die Allergie ist immer dann sinnvoll, wenn sich der Auslöser der Allergie nicht vermeiden lässt, wie das bei Hausstaubmilben der Fall ist. Auch dann, wenn die Betroffenen besonders schwer unter den allergischen Reaktionen leiden und wenn der Nutzen einer Therapie größer ist als das Risiko, dann kommt eine Hyposensibilisierung gegen die Allergie infrage. Sinnvoll ist eine Immuntherapie ebenfalls, wenn sich die Allergie mit Medikamenten nur sehr schwer oder gar nicht mehr behandeln lässt.

    Die erste Phase der Behandlung

    Bevor der Arzt mit einer Hyposensibilisierung gegen die Allergie beginnt, wird er einen Allergietest machen, um zu erfahren, auf welche Stoffe der Patient besonders heftig reagiert. Handelt es sich um ein Allergen, dem der Betroffene ständig ausgesetzt ist, dann wird die Hyposensibilisierung gegen die Allergie gestartet. Reagiert der Patient jedoch auf ein Allergen, das sich vermeiden lässt, wie beispielsweise Hunde- oder Katzenhaare, dann kommt eine Hyposensibilisierung nicht infrage. Das gilt auch für Patienten, die gegen ein bestimmtes Nahrungsmittel allergisch sind. Eine Hyposensibilisierung wird in zwei Phasen eingeteilt. Sie beginnt mit der Anfangsbehandlung oder Steigerungsphase, bei der der Arzt einmal in der Woche ein Allergenextrakt subkutan, also unter die Haut spritzt. Die Dosis wird von Woche zu Woche bis zur maximalen Dosis gesteigert. Wenn der Patient die Therapie ohne Nebenwirkungen verträgt, dann folgt die zweite Phase der Behandlung.

    Die zweite Phase

    Während der zweiten Phase, der sogenannten Erhaltungstherapie, spritzt der Arzt nur noch einmal im Monat das Allergenextrakt unter die Haut oberhalb des Ellenbogens, um das Immunsystem an den Stoff zu gewöhnen und um das Allergen zu stabilisieren. Die Erhaltungsphase dauert drei Jahre lang, dann sollte der Patient beschwerdefrei sein. Neben der klassischen Immuntherapie gibt es noch die sogenannte präsaisonale Therapie oder Kurzzeittherapie, in der die Patienten nur einige Spritzen bekommen, zum Beispiel während der Pollenflugsaison. Diese Form der Sensibilisierung wird einmal im Jahr über einen Zeitraum von drei Jahren angewandt. Noch relativ neu ist die sublinguale Immuntherapie, kurz SLIT genannt. Bei dieser Therapie muss der Patient selbst jeden Tag Tropfen oder eine Tablette auf der Zunge platzieren, ein paar Minuten warten und sie dann schlucken.

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