Schlagwort: Medikamente

  • Warum eine Pankreatitis gefährlich ist

    Warum eine Pankreatitis gefährlich ist

    Sie kommt relativ selten vor, aber wer davon betroffen ist, der kann schnell in Lebensgefahr schweben – die Pankreatitis, besser bekannt unter dem Namen Bauchspeicheldrüsenentzündung. Eine Pankreatitis kann akut, aber auch chronisch auftreten, oftmals wird sie von Gallensteinen ausgelöst, und wenn andere Organe wie die Leber, der Darm, das Herz, die Lungen oder die Nieren in Mitleidenschaft gezogen werden, dann wird es sehr schnell sehr gefährlich. Aber was löst eine Bauchspeicheldrüsenentzündung aus und was macht eine Pankreatitis gefährlich?

    Die Bauchspeicheldrüse – ein erstaunliches Organ

    Die Bauchspeicheldrüse wiegt nur knapp 100 Gramm, sie ist 15 cm groß und liegt im oberen Bauchbereich gleich hinter der Bauchwand. Jeden Tag gibt die Bauchspeicheldrüse bis zu zwei Liter Verdauungssekret an den Dünndarm ab und in dieser Flüssigkeit sind Stoffe enthalten, die die Nahrung in ihre Bestandteile zerlegen, denn nur so können sie aus dem Dünndarm vom Blut aufgenommen werden. Um zu verhindern, dass sich die Bauchspeicheldrüse selbst verdaut, bilden einige Enzyme eine Art interaktive Vorstufe, sie werden erst dann richtig aktiv, wenn sie im Dünndarm gelandet sind. Die Bauchspeicheldrüse kann aber noch mehr, sie gibt wichtige Hormone wie zum Beispiel Insulin ins Blut ab, um den Blutzuckerspiegel zu senken, auch Glukagon wird abgegeben, was den Blutzuckerspiegel wieder steigen lässt.

    Was macht eine Pankreatitis gefährlich?

    Die Ursachen für eine Pankreatitis sind vielschichtig, in den meisten Fällen ist aber eine Erkrankung der Galle verantwortlich. Wenn ein Stein den Gallengang verstopft und damit einen Gallenstau auslöst, dann sammelt sich im Rückstau das Verdauungssekret in der Bauchspeicheldrüse, was wiederum eine Pankreatitis gefährlich macht. Das Gewebe wird gereizt, es wird geschädigt und schließlich entsteht eine Entzündung. Was eine Pankreatitis gefährlich macht, ist aber die nachfolgende Situation, denn die Drüse wird versuchen, sich selbst zu verdauen. Auch übermäßiger Alkohol- und Nikotingenuss machen eine Pankreatitis gefährlich, weil der Alkohol schnell zu einer Entzündung führen kann. Andere mögliche Ursachen für eine Bauchspeicheldrüsenentzündung sind eine Überfunktion der Nebenschilddrüse, Störungen im Stoffwechsel und bestimmte Medikamente wie beispielsweise Betablocker und ACE-Hemmer, aber auch einige Antibiotika können eine Pankreatitis gefährlich machen.

    Welche Symptome gibt es?

    Eine Pankreatitis tritt plötzlich und ohne jede Vorwarnung auf. Die Betroffenen fühlen heftige Schmerzen im oberen Bauchbereich, die schnell in den Rücken oder in die Brust ausstrahlen. Zusammen mit den starken Schmerzen kommt es zu Übelkeit, Blähungen und Erbrechen, auch Fieber kann bei einer akuten Entzündung auftreten. Die Bauchdecke ist gespannt, aber sie ist nicht hart, der Arzt spricht dann von einem sogenannten Gummibauch und schon der kleinste Druck löst in dieser Situation heftige Schmerzen aus. Ist der Gallengang an der Pankreatitis beteiligt, dann entwickelt sich zudem eine Gelbsucht, der Urin färbt sich dunkel und die Bindehäute in den Augen sind gelb. Kommt es zu einem Kreislaufschock, dann wird die Pankreatitis gefährlich und wenn sich Eiter im Bauchraum sammelt, dann besteht die Gefahr einer Blutvergiftung, in deren Verlauf das Herz, die Lunge oder auch die Nieren versagen können.

    Wie wird eine Pankreatitis behandelt?

    Kommt es zu einer akuten Pankreatitis, dann muss der Betroffene sofort ins Krankenhaus und je nach Schweregrad auch intensivmedizinisch betreut werden. Gegen die starken Schmerzen bekommt der Patient ein Schmerzmittel, zusätzlich wird ein Tropf angehängt, um den Körper mit Flüssigkeit zu versorgen und den Kreislauf aufrecht zu erhalten. Bei einer akuten Erkrankung darf nichts gegessen werden und selbstverständlich sind auch Nikotin und Alkohol tabu. Handelt es sich um eine besonders starke Entzündung, die lange andauert, dann muss der Patient über eine Magensonde mit flüssiger Nahrung versorgt werden. Klingt die Entzündung langsam ab, denn folgt ein vorsichtiger Aufbau mit Speisen, die leicht verdaulich sind.

    Auch wenn eine Pankreatitis gefährlich ist, wenn sie rechtzeitig behandelt wird, dann wird der Patient wieder vollständig gesund.

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  • Zervixschleim und Kinderwunsch – das Sekret richtig deuten

    Zervixschleim und Kinderwunsch – das Sekret richtig deuten

    Cervix uteri ist der medizinische Ausdruck für den Gebärmutterhals, der ein ganz besonderes Sekret absondert, den sogenannten Zervixschleim. Dieser Schleim ist zähflüssig, milchig-weiß und besteht in der Hauptsache aus Wasser, Enzymen, Zucker, diversen Schleimstoffen, Aminosäuren und Elektrolyte. Die Aufgabe des Schleims ist es, eine Art Pfropf zu bilden und dann den Gebärmutterhals zu verschließen, so wird verhindert, dass Krankheitserreger in den Körper eindringen können. Aber der Schleim ist noch aus einem anderen Grund interessant, denn Zervixschleim und Kinderwunsch gehören eng zusammen.

    Welche Aufgabe hat der Zervixschleim?

    Alle vier Wochen reift eine einzige Eizelle im weiblichen Körper heran und diese eine Zelle ist dann in der Mitte des Zyklus, wenn sie sich vom Eierstock gelöst hat, für zwölf bis 24 Stunden befruchtungsfähig. Männliche Samenzellen können rund 72 Stunden im weiblichen Körper überleben und so ist jede Frau im gebärfähigen Alter pro Zyklus für vier bis fünf Jahre fruchtbar. Immer abhängig vom jeweiligen Östrogenspiegel verändert der Zervixschleim im Verlauf des Zyklus seine Konsistenz und genau hier kommen Zervixschleim und Kinderwunsch zusammen. Wenn die fruchtbaren Tage und damit auch der Eisprung näher kommen, dann wird mehr Schleim produziert und er wird dünnflüssiger. Frauen, die ihre fruchtbaren Tage besser bestimmen wollen, müssen den Zervixschleim über einen längeren Zeitraum beobachten, um seine Beschaffenheit richtig deuten zu können.

    Zervixschleim und Kinderwunsch – den Schleim richtig deuten

    Weil Zervixschleim und Kinderwunsch eng zusammengehören, müssen Frauen, wenn sie schwanger werden wollen, wissen, wie die Konsistenz des Schleims zu deuten ist. Dazu wird ein wenig Schleim mit dem Finger am Muttermund entnommen und dann zwischen Daumen und Zeigefinger langsam auseinandergezogen. Liegt die letzte Periode noch nicht allzu lange zurück, dann ist der Zervixschleim zäh und dickflüssig und die Frau ist wenig fruchtbar. Da der Schleim zähflüssig ist, hindert er die Spermien daran, in die Gebärmutter einzudringen. Ist der Schleim eher cremig wie eine Lotion und hat eine perlweiße Farbe, dann heißt das ebenfalls nicht fruchtbar. Optimal lassen sich Zervixschleim und Kinderwunsch kombinieren, wenn der Schleim dünnflüssig bis wässrig ist und vom Finger tropft, dann ist er durchlässig und die Spermien können ohne Mühe ihr Ziel erreichen. Ein weiteres Zeichen für die fruchtbaren Tage ist auch, wenn der Zervixschleim „spinnbar“ ist, das heißt, er kann mehrere Zentimeter in die Länge gezogen werden, ohne zu reißen.

    Wie sicher ist der Zervixschleim als Verhütungsmittel?

    Zervixschleim und Kinderwunsch sind eine Sache, Zervixschleim und Verhütung eine andere, denn für die Empfängnisverhütung ist die Deutung des Zervixschleims nur sehr bedingt geeignet. Nicht bei jeder Frau lässt sich die Konsistenz des Schleims wirklich gut deuten, denn es gibt viele Faktoren, die die Beschaffenheit und auch die Qualität des Schleims beeinflussen können. Hormonelle Schwankungen zählen zu diesen Faktoren, ebenso wie Stress oder die Einnahme von Medikamenten, auch bestimmte Erkrankungen machen die Deutung des Schleims unzuverlässig. Während Frauen die schwanger werden möchten, Zervixschleim und Kinderwunsch kombinieren können, sollten sich Frauen, die nicht schwanger werden möchten, sich auch nicht auf die Beschaffenheit des Schleims verlassen, denn ein sicheres Verhütungsmittel stellt er nicht dar. Laut des sogenannten Pearl-Index liegt die Deutung des Zervixschleims als Verhütungsmethode bei fünf und das heißt, von 100 Frauen, die auf diese Weise verhüten, werden fünf schwanger. Im Vergleich dazu liegt die Temperaturmess-Methode bei 0,3 und ist damit um einiges sicherer.

    Frauen, die mithilfe des Zervixschleims schwanger werden möchten oder verhüten wollen, sollten einen sehr regelmäßigen Zyklus haben und sich mit dieser Methode vertraut machen. Es kann viele Monate dauern, um die Beschaffenheit des Schleims richtig deuten zu können. Für Frauen, die einen unregelmäßigen Zyklus haben, ist die Deutung des Zervixschleims weder für den Kinderwunsch noch als Verhütungsmittel zu empfehlen.

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  • Amenorrhoe mögliche Ursachen – Wenn die Regel ausbleibt

    Amenorrhoe mögliche Ursachen – Wenn die Regel ausbleibt

    Wenn die monatliche Regel ausbleibt, dann denken die meisten Frauen an eine Schwangerschaft, aber es gibt noch andere Ursachen für eine Amenorrhoe, wie das Ausbleiben der Periode medizinisch korrekt genannt wird. Frauen, die in die Wechseljahre kommen, machen Bekanntschaft mit der Amenorrhoe, aber auch Frauen, die eine hormonelle Störung haben oder unter Stress stehen. Die Ursachen für eine Amenorrhoe sind vielseitig, dahinter kann sich eine Erkrankung, aber auch nur eine harmlose Störung verbergen.

    Welche Ursachen für eine Amenorrhoe gibt es?

    Während der Schwangerschaft und der anschließenden Stillzeit ist eine Amenorrhoe vollkommen natürlich, das Gleiche gilt für die Wechseljahre, wenn die Reifung der Eizellen erschöpft ist. Im Klimakterium nimmt die Zyklusfähigkeit langsam aber sicher ab, bis die Periode schließlich ganz ausbleibt. Es gibt aber nicht nur natürliche Ursachen für eine Amenorrhoe, es kann auch eine Krankheit oder eine Störung dahinterstecken. Mediziner unterscheiden zwischen der primären Amenorrhoe, die alle Frauen bis 16 Jahre betrifft, die noch keine Regelblutung haben und der sekundären Amenorrhoe, die nur Frauen betrifft, die zwar eine regelmäßige Regelblutung haben, die aber mehr als drei Monate ausbleibt.

    Die primäre Amenorrhoe

    Die meisten Mädchen bekommen ihre Periode zum ersten Mal zwischen dem 11. und dem 13. Lebensjahr, wenn die Regel aber nach dem 16. Geburtstag ausbleibt, dann handelt es sich um eine primäre Amenorrhoe, die in vielen Fällen angeboren ist. Eine Störung der Chromosomen, die die Eierstöcke blockiert, ist eine der möglichen Ursachen für eine Amenorrhoe, aber auch die unterschiedlichen Formen der Intersexualität lösen das Ausbleiben der Regel aus. In einigen Fällen sorgt auch ein vollständig verschlossenes Jungfernhäutchen dafür, dass das Menstruationsblut nicht abfließen kann und es zu einer primären Amenorrhoe kommt.

    Die sekundäre Amenorrhoe

    Es sind die Hormone, die den monatlichen Zyklus der Frau steuern. Dirigiert wird dieses Zusammenspiel von zwei Regionen im Gehirn, dem Hypothalamus, der im Zwischenhirn zu Hause ist und der Hypophyse, der Hirnanhangdrüse. Die Hormone, die diese beiden Hirnregionen produzieren, bewirken die Reifung der Eizellen in den Eierstöcken und es bildet sich das weibliche Geschlechtshormon Östrogen. Wenn es in diesem komplizierten Prozess der Hormonbildung zu Störungen kommt, dann liegt eine sekundäre Amenorrhoe vor. Zu den Ursachen einer Amenorrhoe in sekundärer Form kann Stress gehören, denn seelische Störungen aller Art beeinflussen die Produktion der Hormone. Leistungssport kann ebenfalls eine der Ursachen für eine Amenorrhoe sein, ebenso wie Magersucht oder eine schwere seelische Erkrankung wie eine Depression. Bestimmte Medikamente sind die Ursache einer Amenorrhoe und auch eine Erkrankung der Nebennieren kann das Ausbleiben der Regel auslösen.

    Wann muss ein Arzt aufgesucht werden?

    Wenn die Regelblutung ausbleibt, dann es immer ratsam einen Arzt aufzusuchen, um mögliche Ursachen für eine Amenorrhoe untersuchen zu lassen. Wann sollten Frauen zum Arzt gehen?

    • Wenn die Möglichkeit einer Schwangerschaft besteht
    • Wenn bis zum 16. Lebensjahr keine Regel eingesetzt hat
    • Wenn ein neues Medikament eingenommen wurde und dann die Regel ausbleibt
    • Wenn die Periode dreimal hintereinander ausgeblieben ist
    • Wenn die Einnahme der Pille ausgesetzt wurde
    • Wenn nach einer Operation die Regelblutung ausbleibt
    • Wenn es nach dem Ausbleiben der Regel zu Unterleibsschmerzen, zu Schmerzen in den Brüsten oder zu einem milchigen Ausfluss aus den Brüsten kommt

    Was können Frauen bei einer Amenorrhoe selbst tun?

    Wenn die Ursachen für eine Amenorrhoe nicht körperlich, sondern seelisch bedingt sind, dann können Frauen sich auch ohne eine ärztliche Therapie helfen. Um Stress abzubauen, können zum Beispiel autogenes Training, gezielte Muskelentspannungen und Meditation sehr hilfreich sein. Sport ist ebenfalls eine gute Idee, um Stress abzubauen. Allerdings sollte beim Sport nicht übertrieben werden, denn exzessives Training kann eine Amenorrhoe auslösen. Frauen, die stark abgenommen haben, sollten ihre Diät unterbrechen, dann setzt die Periode meist von selbst wieder ein.

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  • Die gründliche Anamnese – mehr als ein Gespräch mit dem Arzt

    Die gründliche Anamnese – mehr als ein Gespräch mit dem Arzt

    Bevor ein Arzt einen neuen Patienten behandelt, muss er eine gründliche Anamnese machen, denn nur so erfährt der Arzt alles, was für die weitere Behandlung wichtig ist. Das Wort Anamnese kommt aus der griechischen Sprache und bedeutet so viel wie Erinnerung, und tatsächlich hilft die Anamnese dabei, die Behandlung eines Patienten immer wieder genau anzupassen. Eine Anamnese ist zudem wichtig, um ein Vertrauensverhältnis zwischen einem Arzt und seinen Patienten aufzubauen, denn nur wenn der Patient dem Arzt wirklich vertraut, dann kann eine Behandlung auch gelingen.

    Wozu wird eine gründliche Anamnese gemacht?

    Eine Anamnese verfolgt zwei verschiedene Ziele, zum einen möchte der Arzt erfahren, welche Krankheiten und Beschwerden der Patient in der Vergangenheit hatte. Zum anderen möchte der Arzt auch etwas über den sozialen und beruflichen Hintergrund des Patienten erfahren, denn nur so ergibt sich ein ganzheitliches Bild. Durch die gründliche Anamnese wird ein Vertrauensverhältnis zwischen dem Arzt und seinen Patienten aufgebaut, und wenn der Patient merkt, dass er sich dem Arzt anvertrauen kann, dann hilft das dabei, Erkrankungen besser zu erkennen und effektiv zu behandeln. So individuell wie die Patienten, so individuell ist auch die Anamnese. Zu Beginn des Gesprächs wird der Arzt den Patienten fragen, warum er gekommen ist und der Patient wird dann seine Beschwerden schildern. Der Arzt fragt nach Details und möchte auch etwas über frühere Erkrankungen wissen, um sich genau über die Krankengeschichte zu informieren.

    Die Eigenanamnese

    Der Arzt möchte während der Anamnese wissen, ob der Patient schon einmal operiert worden ist, er fragt, ob es eventuell ein chronisches Leiden gibt, denn diese Informationen können bei der aktuellen Behandlung eine wichtige Rolle spielen. Klagt der Patient zum Beispiel über Probleme im Magen- und Darmbereich, dann wird der Arzt ihn fragen, was er wann gegessen hat. Auf diese Weise erfährt er auch etwas über die Essgewohnheiten seines Patienten. Wenn der Patient ihm aber erzählt, dass er gerade von einem Urlaub im Ausland zurückgekehrt ist, dann wird der Arzt eine sogenannte Reiseanamnese machen und die Reise als einen der möglichen Verursacher der Beschwerden mit einbeziehen. Bei einer vegetativen Anamnese spielen die Körperfunktionen des Patienten eine große Rolle. Der Arzt befragt den Patienten nach dessen Stuhlgang, er möchte wissen, ob zu den Magen- und Darmproblemen auch Fieber aufgetreten ist oder ob es zu Durchfällen gekommen ist.

    Die Familien – und die Medikamentenanamnese

    Eine besonders gründliche Anamnese ist die Familienanamnese, bei der der Arzt nach möglichen genetischen Ursachen forscht. Diese gründliche Anamnese wird immer dann gemacht, wenn der Verdacht auf eine erbliche Krankheit wie Brustkrebs, Bluthochdruck oder Diabetes besteht. Während einer Familienanamnese möchte der Arzt von seinem Patienten wissen, welche Krankheiten es in der Familie gab oder gegeben hat. Eine notwendige und gründliche Anamnese ist die Medikamentenanamnese. In diesem Fall interessiert sich der Arzt für die Medikamente, die der Patient einnimmt und ob es eventuell Nebenwirkungen gibt. Diese gründliche Anamnese ist für den Arzt von Interesse, wenn es beispielsweise eine Allergie gibt oder wenn eine Patientin die Pille einnimmt. Der Arzt muss nämlich genau wissen, welche Präparate der Patient einnimmt, denn nur so kann er die richtige Dosis bestimmen.

    Die Sozialanamnese

    Die soziale und berufliche Anamnese ist ebenfalls von Bedeutung, denn auch diese gründliche Anamnese hilft dabei, den Patienten richtig einschätzen zu können. Ist der Patient großen physischen oder psychischen Belastungen ausgesetzt? Wie stabil ist das soziale Umfeld und gibt es vielleicht Probleme in der Beziehung oder mit der Familie? Alle diese Informationen können für die Behandlung relevant sein. Vor allem bei älteren Menschen ist eine Sozialanamnese wichtig, denn viele ältere Patienten vertrauen sich oft ihrem Arzt an und schütten ihm ihr Herz aus.

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  • Gefährliche Blitzdiäten – schlank sein um jeden Preis?

    Gefährliche Blitzdiäten – schlank sein um jeden Preis?

    Zu wenig Bewegung und zu viel günstiges, ungesundes Essen sorgen dafür, dass Europas Bürger in den vergangenen Jahren stetig in die Breite gegangen sind. Selbst die WHO schlug im vergangenen Jahr Alarm und vermeldete für einige Länder, dass 2030 voraussichtlich kaum noch jemand normalgewichtig sein wird. Demnach werden fast die Hälfte aller Frauen und knapp zwei Drittel der Männer Übergewicht haben, besonders schlimm steht es dabei um Irland. Eine positive Entwicklung ist hingegen in den Niederlanden zu sehen. In Deutschland steigt die Anzahl der Übergewichtigen laut WHO ebenfalls, hierzulande sollen 2030 etwa 47 Prozent der Frauen (2010 waren es 44 Prozent) und 65 Prozent der Männer (2010 waren es 62 Prozent) übergewichtig sein. Weitere Details können beispielsweise bei der Wirtschaftswoche nachgelesen werden.

    Schnell und einfach – klappt das Abnehmen auf diesem Weg wirklich?

    Es überrascht bei diesen Zahlen kaum, dass viele Menschen sich um eine Gewichtsabnahme bemühen, nur selten wird dafür jedoch der gesunde und langfristige Weg gewählt. Viel verlockender sind hingegen die sogenannten Blitzdiäten, die mit schnellen Abnahmen locken und gleichzeitig eine Diät ohne Genusseinbußen versprechen. Wo eigentlich gesunde Ernährung und viel Bewegung auf dem Programm stehen sollten, wird das Essen stattdessen radikal gestrichen oder zu eher fragwürdigen Hilfsmitteln gegriffen. Vorbild sind hierbei oftmals die Hollywood-Stars, die nicht selten zwischen Über- und Untergewicht hin- und herpendeln, je nachdem, ob gerade ein Auftritt auf dem roten Teppich ansteht oder eben nicht. Auch der Einsatz verschreibungspflichtiger Medikamente oder sonstiger „Wunderpillen“, die sich auf dem Markt zahlreich tummeln, werden vielfach genutzt, um das Fett auf den Hüften schmelzen zu lassen.

    Die sogenannten Blitz- oder auch Crashdiäten sorgen in der Regel zwar tatsächlich für Erfolge, diese sind jedoch oft nur von kurzer Dauer und bringen zudem einige nicht zu unterschätzende Gefahren mit sich. Ernährungsberaterin Sonja Mannhard warnt, dass die Magerkuren den Körper unter Stress setzen und das System von Hunger und Sättigung durcheinander bringen. Dementsprechend sei es sehr viel besser, vor und während des Abnehmens seinen Körper und dessen Signale kennenzulernen.

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    Absurde und gefährliche Diäten im Trend

    Neben etlichen mehr oder weniger etablierten Diäten wie der Paleo- oder auch Steinzeit-Diät, der Low-Carb-Diät oder der Atkins-Diät, schaffen es Jahr für Jahr etliche neue Varianten auf den Markt. Viele von ihnen sind Modediäten und als solche nicht medizinisch untersucht. Sie versprechen meist eine ganz neue, bequeme oder besonders schnelle Art des Abnehmens, sind oftmals aber nicht ganz ungefährlich und schaden mehr als dass sie helfen. Der folgende Auszug zeigt, wie unterschiedlich es dabei zugehen kann – gleichzeitig wird aber auch deutlich, dass im Grunde nahezu jede Crashdiät ihre Schattenseite hat.

    • Asthmaspray-Diät

    Angeblich soll Asthmaspray die Fettverbrennung anregen, indem es die Körpertemperatur erhöht. Tatsächlich gelten die enthaltenen Beta-2-Sympathomimetika als Anabolika und werden dementsprechend auch zum Doping genutzt, in hoher Dosierung wirken sie fettabbauend und muskelaufbauend. In den für Asthmatikern üblichen Dosen lässt sich dies in der Regel allerdings nicht erreichen, sodass sie zum Abnehmen nicht geeignet sind. Stattdessen haben sie insbesondere in hoher Dosierung massive Nebenwirkungen wie Muskelzittern und -krämpfe, Kopfschmerzen oder einen unregelmäßigen und schnelleren Herzschlag. Menschen, die ohnehin schon ein vorgeschädigtes Herz haben, begeben sich so mitunter sogar in Lebensgefahr.

    • Abführmittel-Diät

    Die Abführmittel-Diät funktioniert ganz einfach: Ein Mittel wie beispielsweise Glaubersalz wird eingenommen, nach dem automatisch ein abführender Effekt stattfindet. Danach fühlen sich die „Abnehmenden“ leichter und der Bauch ist flacher. Bei dieser Diät verlässt die Nahrung den Körper schneller, als dass dieser Energie herausziehen kann. Beliebt ist diese Form der Diät gerade bei jungen Mädchen, die sich über diese und weitere fragwürdige Tipps in Abnehm-Foren online austauschen. Wer seine Verdauung jedoch vorzeitig beschleunigt, kann auf diesem Weg nicht dauerhaft abnehmen. Allein schon deshalb, weil die betreffende Person nicht lernt, wie eine ausgewogene und richtige Ernährung funktioniert. Nach einem Absetzen des Abführmittels wird es daher schnell wieder zu dem bekannten Jojo-Effekt kommen. Wer darüber hinaus dauerhaft zu Abführmitteln greift, provoziert Störungen des Wasser- und Elektrolythaushalts, vor allem die großen Kaliumverluste sind hierbei zu nennen. Ebenso könnte der Körper früher oder später unter Nährstoffmangel leiden. Zwar wird die Waage zunächst tatsächlich weniger Körpergewicht anzeigen, dies wird aber vor allem am Wasserverlust liegen und spätestens am Ende der Kur folgt eine erneute Gewichtszunahme.

    • Rohkost-Diät

    Generell ist der Genuss von Rohkost nicht unbedingt negativ, immerhin ist rohes Gemüse gesund und sättigt meist besser als die gekochte Variante, da Gemüse viel Wasser enthält und es durch das Kochen viel Volumen einbüßt. Zudem muss rohes Gemüse länger gekaut werden, was ebenfalls für einen Sättigungseffekt sorgt.

    Quelle: Spiegel.de
    Quelle: Spiegel.de

    Dennoch gibt es auch Nachteile dieser Ernährungsform: Denn nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung leiden Rohköstler häufiger unter Nährstoffmangel, insbesondere Protein, Vitamin B12, D, B2, Kalzium und Zink sind davon betroffen. Grund dafür ist die Tatsache, dass auf Milchprodukte und Getreide verzichtet wird und auch kaum fettlösliche Vitamine zu sich genommen werden. Langfristig ist diese Ernährungsweise demnach nicht geeignet – an sich ist der Verzehr von Rohkost aber keineswegs schlimm und kann durchaus in den Alltag eingebaut werden, um hier und da eine Mahlzeit zu ersetzen oder täglich eine gewisse Menge gesundes Obst und Gemüse zu sich zu nehmen.

    • Bockwurst-Wodka-Diät

    Diese absurd klingende Diätvariante war laut Zeitzeugen bereits in der DDR beliebt. Getrunken wird hierbei sowohl morgens als auch abends ein kleines Glas Wodka, mittags ein großes. Dazu wird mittags außerdem eine Bockwurst gegessen. Angeblich werden auf diese Weise weniger Kalorien zu sich genommen als verbraucht werden, dementsprechend entsteht ein Gewichtsverlust. Eine solch unausgewogene Ernährung macht jedoch nicht dauerhaft schlank und schadet zudem noch der Gesundheit, denn der regelmäßige Alkoholkonsum kann abhängig und sogar krank machen – schlimmstenfalls kann das Trinken zu Leberzirrhose und einer Fettleber führen, aber auch Organe wie Bauchspeicheldrüse und Herzmuskel werden geschädigt. Nicht zuletzt könnte durch die einseitige Ernährung außerdem eine Mangelversorgung mit Nährstoffen entstehen.

    • Diäten der Hollywood-Stars

    Gefährliche-Blitzdiäten---schlank-sein-um-jeden-Preis4Gerade die Diven Hollywoods setzen so manches Mal auf gefährliche Diättrends, die zwar sehr effektiv, aber nur selten gesund sind. Laut Woman verlor Beyoncé beispielsweise innerhalb von wenigen Tagen vor dem Dreh des Films „Dreamgirls“ ganze neun Kilo. Dafür setzte sie auf das Master Cleanse System, bei dem 10 bis 45 Tage lang nur ein Getränk aus heißem Wasser mit etwas Zitronensaft, Ahornsirup und Cayennepfeffer getrunken wird. Die Methode ist durchaus gefährlich und provoziert regelrecht einen Jojo-Effekt, denn zwar ist die Flüssigkeitszufuhr hoch, doch der Körper hungert im Grunde. Gefährlich ist hierbei vor allem die Tatsache, dass die Stars als Vorbild herangezogen werden und insbesondere ihre jungen Fans beeinflussen.

    Crashdiät vs. gesunde Ernährung

    Gefährliche-Blitzdiäten---schlank-sein-um-jeden-Preis5Letztendlich ist festzuhalten, dass Crashdiäten zwar einen kurzfristigen Erfolg mit sich bringen, dauerhaft jedoch nur selten sinnvoll sind. Eine Veränderung der Gewohnheiten findet nicht statt, wenngleich eine Diät aber durchaus als kurzfristige Hilfestellung und Unterstützung in der Anfangsphase einer Ernährungsumstellung dienen kann. Hierbei sind es vor allem die schnellen Erfolge, die für Motivation und Durchhaltevermögen sorgen, langfristig betrachtet sollte im Anschluss jedoch eine echte Umstellung des Essverhaltens folgen. Eine solche nachhaltige Diät lebt laut des Fitnessexperten Peak.ag vor allem von drei Säulen – Motivation, Sport und Ernährung. Sie sind voneinander abhängig und bestimmen den Trainings- und Abnehmerfolg enorm. Wer Schwierigkeiten hat, einen ersten Einstieg in eine gesunde Diät zu finden, der kann sich außerdem an folgende Tipps halten:

    • Diättagebuch

    Viele Ernährungsexperten raten zu einem sogenannten Diättagebuch, in dem einfach alles aufgeschrieben wird, was konsumiert wird. So lässt sich die aktuelle Situation abschätzen und verbessern. Idealerweise werden die Aufzeichnungen von einem Experten analysiert, sodass die Basis für eine Ernährungsberatung geschaffen wird. Wichtig ist es im Anschluss, realistische Ziele zu setzen und sich auch über kleine Teilerfolge zu freuen. So steigt letztendlich auch die Motivation.

    • Diät in den Alltag integrieren

    Wer sich an einer Diät versucht, der sollte unbedingt darauf achten, dass sie sich in den Alltag einbinden lässt. Sind die Rezepte einfach umsetzbar? Lassen sich die Zutaten einfach besorgen? Welche Kosten bringt die Diät mit sich? Kann auf bestimmte Lebensmittel wirklich verzichtet werden? Auch hier sollte aber von Anfang an klar sein, dass kein Diätprogramm bei Gewichtsproblemen als dauerhafte Lösung zu betrachten ist. Sie können lediglich dabei helfen, die Ernährungsumstellung einzuleiten.

    • Stoffwechsel ankurbeln

    Nur selten reicht gesundes Essen für eine Abnahme aus, meist mangelt es auch an Bewegung. Hierbei ist aber nicht nur der gewählte Sport wichtig (der in erster Linie vor allem Spaß machen sollte), sondern auch eine gute Mischung aus Ausdauer und Krafttraining. Denn zwar sorgt Ausdauersport für einen besseren Stoffwechsel, ein trainierter Körper verbrennt jedoch mehr und tut dies vor allem auch im Ruhezustand.

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  • Sind Gesundheits-Apps wirklich sinnvoll?

    Sind Gesundheits-Apps wirklich sinnvoll?

    Sie zählen die Schritte, die man Tag geht, sie messen den Puls und den Blutdruck, sie verfolgen die Entwicklung des Gewichts – die Rede ist von den mehr als 100.000 Gesundheits-Apps, die es inzwischen gibt. Viele Menschen verlassen sich auf diese modernen Apps, aber wie sinnvoll sind die Apps und können sie wirklich einen Besuch beim Arzt ersetzen?

    Der moderne Patient

    Der Patient im digitalen Zeitalter muss nicht mehr unbedingt zu einem Arzt gehen, wenn er wissen will, ob mit dem Blutdruck alles in Ordnung ist, er schaut stattdessen auf sein Smartphone mit der entsprechenden Gesundheits-App. Nach Ansicht von vielen Medizinern ist der Trend mit der Gesundheits-App eher positiv zu bewerten, allerdings sollte auch die Qualität der App stimmen. Internisten sind regelrecht begeistert von den Apps, denn auch im Klinikalltag spielt die digitale Medizin eine immer wichtigere Rolle, und mithilfe der App stehen Patient und Arzt auf einfache Art und Weise in Verbindung.

    Per Gesetz verankert

    Auch für den Weg in die digitale Medizin gibt es Gesetze, denn im Dezember des vergangenen Jahres haben der Bundestag und der Bundesrat das „Gesetz für sichere, digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen“, kurz auch das E-Health-Gesetz verabschiedet. Anfang 2016 trat das Gesetz dann in Kraft, und zwar mit dem Ziel, alle Krankenhäuser, Apotheken und Arztpraxen besser als bisher miteinander zu vernetzen. Auf diese Weise werden die relevanten Daten aller Patienten schnell abrufbar gemacht.

    Medikation elektronisch planen

    Viele Versicherte haben heute schon eine elektronische Gesundheitskarte und auf dem Chip, der sich in der Karte befindet, sind unter anderem auch die Blutgruppe, eventuelle Vorerkrankungen und auch eine Medikamentenliste gespeichert. Für Patienten, die mehr als drei Medikamente am Tag einnehmen müssen, soll es in Zukunft auch einen elektronischen Medikationsplan geben, um gefährliche Nebenwirkungen zu verhindern, denn noch immer sterben in Deutschland mehrere Tausend Menschen an einer falschen Medikation.

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