Schlagwort: Medikamente

  • Seltene Krankheiten – die Stiefkinder der Wissenschaft

    Seltene Krankheiten – die Stiefkinder der Wissenschaft

    Geschätzt vier Millionen Menschen in Deutschland leiden unter seltenen Krankheiten. Für die Betroffenen ist es doppelt schlimm, denn sie sind nicht nur krank und verlieren so immer mehr Lebensfreude, es gibt auch kaum Chancen auf Heilung, weil seltene Krankheiten von der medizinischen Wissenschaft wie Stiefkinder behandelt und kaum beachtet werden. Das Problem besteht darin, dass wenn nur wenige Menschen an einer bestimmten Krankheit leiden, es sich nicht lohnt, Geld für die Forschung auszugeben oder Medikamente zu entwickeln, was ebenfalls sehr teuer ist. Viele, die unter einer seltenen Krankheit leiden, fühlen sich daher im Stich gelassen und müssen mit ihrem Leiden irgendwie zurechtkommen.

    Viele Waisenkrankheiten

    Es gibt rund 5.000 Krankheitsbilder, die als selten angesehen werden. Orphan Diseases heißen diese Krankheiten im Fachjargon, was so viel wie Waisenkrankheiten bedeutet. Eine der bekanntesten Krankheiten, die es selten gibt, die aber in der heutigen Zeit schon recht gut erforscht ist, heißt Mukoviszidose, eine Stoffwechselerkrankung, die lebensbedrohlich werden kann. Auch die Fanconi-Anämie oder das Williams-Beuren-Syndrom kennt kaum jemand. Beide Krankheiten haben genetische Ursachen, sie sind chronisch und die Betroffenen können kaum auf medizinische Hilfe hoffen, denn die Zahl derjenigen, die darunter leiden, ist zu klein, um große Forschungen ins Leben zu rufen.

    Wann ist eine Krankheit eine seltene Krankheit?

    Es mag zwar ein bisschen paradox klingen, aber die Zahl der seltenen Krankheiten steigt stetig an. Rund vier Millionen Menschen leiden in Deutschland an einer seltenen Krankheit, in Europa sind es ca. 30 Millionen Menschen, die an einer Krankheit leiden, von der nur rund 2.000 Menschen betroffen sind. Dass die seltenen Krankheiten immer häufiger auftreten, hat auch etwas mit der verbesserten Diagnosetechnik zu tun, denn mit der sogenannten Präzisionsdiagnostik können seltene Krankheiten heute schneller erkannt und definiert werden.

    Auch wenn die Zahl der seltenen Krankheiten weiter ansteigt, für die Betroffenen ändert sich wenig, denn nach wie vor müssen sie oftmals eine wahre Odyssee von Arzt zu Arzt auf sich nehmen, bis sie endlich zu einem Spezialisten kommen, der ihre Krankheit richtig erkennt und auch behandeln kann. Nicht selten müssen sich die Erkrankten anhören, sie seien Simulanten und auch die Diagnose psychische Erkrankung fällt schnell, wenn die Mediziner einfach nicht mehr weiter wissen. Auch falsche Diagnosen sind keine Seltenheit, und durch die falsche Diagnose vergeht oft wertvolle Zeit, bis die eigentliche Krankheit festgestellt und entsprechend behandelt werden kann.

    Hilfe in der Charité

    Die Charité in Berlin hat seit dem Jahr 2011 eine eigene Abteilung für seltene Krankheiten, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Patienten zu helfen, aber auch eine Liste der selten auftretenden Krankheiten zu entwickeln. Anhand dieser Liste soll es in Zukunft einfacher werden, ein Krankheitsbild einer bestimmten Krankheit schneller zuordnen zu können. So werden auch seltene Krankheiten transparent und es wird viel Zeit gespart, die den Kranken zugutekommt.

    Aber die Charité geht noch weiter, denn die Spezialisten und Experten, die dort arbeiten, sind auch bemüht nach neuen Therapien und Medikamenten zu forschen, damit denjenigen umfangreicher helfen zu können, die an einer seltenen Krankheit leiden. Die Idee zu dieser besonderen Abteilung entstand in der Kinderklinik, denn wenn es um seltene Krankheiten geht, dann sind in der Regel davon Kinder betroffen. In der Charité werden Krankheitsbilder gesammelt, das Wissen wird gebündelt und das macht es möglich, Therapiepläne für jeden einzelnen Betroffenen entwickeln zu können. Der Hausarzt sieht seine Patienten selten und wenn ein Patient mit einem „exotischen“ Krankheitsbild in der Praxis auftaucht, dann geben sich die niedergelassenen Ärzte selten die Mühe, nach der Ursache des Krankheitsbildes zu forschen. In diesem Fall ist eine Überweisung an die Berliner Charité eine gute Wahl, denn das Angebot der Spezialisten dort reicht von der Diagnose bis hin zur psychosozialen Betreuung.

    Bild: © Depositphotos.com / shefkate

  • Kinderlähmung – die fast vergessene Krankheit

    Kinderlähmung – die fast vergessene Krankheit

    Schluckimpfung ist süß, Kinderlähmung ist grausam – mit diesem eindringlichen Slogan wurde in den 1960er und 1970er Jahren für die Polio Impfung geworben. Die Werbung hatte Erfolg, denn zumindest in Deutschland ging die Zahl der Polioinfektionen drastisch zurück. Leider ist das nicht überall so, denn trotz einer effektiven Impfung gibt es heute immer noch weltweit viele Fälle von Kinderlähmung, einer Krankheit, die vielfach unterschätzt wird und die doch so gefährlich ist. Besonders in den Entwicklungsländern und den Ländern der Dritten Welt kommt es immer noch zu Massenerkrankungen und die Weltgesundheitsorganisation WHO hat es sich zum Ziel gesetzt, auch diese Länder gänzlich poliofrei zu machen.

    Was ist Kinderlähmung?

    Kinderlähmung oder Polio ist eine hoch ansteckende Virusinfektion, bei der die Viren vor allem Teile des Rückenmarks und damit den Bewegungsapparat befallen. Das führt in ungünstigen Fällen zu einer Lähmung oder sogar zum Tod. Übertragen wird Kinderlähmung entweder durch Fäkalien oder oral, also durch die Nahrung. Die Infizierten scheiden die Krankheitserreger durch den Kot aus und die Viren wandern dann bedingt durch mangelnde Hygiene ins Wasser oder aber in die Nahrung, wo sie aufgenommen werden, was dann zur Erkrankung führt.

    Aber nicht jede Infektion mit dem Erreger führt auch zu einer klassischen Kinderlähmung, in 95 % aller Fälle verläuft die Infektion unbemerkt und ohne Folgen. In den restlichen 5 % entwickelt sich aber eine Erkrankung und es hängt immer vom Verlauf der Erkrankung ab, wie heftig der Ausbruch ist. Zu Beginn einer Polio-Infektion gibt es kaum Beschwerden und auch keine nennenswerten Symptome, der Infizierte fühlt sich nach zwei Wochen wieder gesund. Ärzte sprechen von einer abortiven Phase. Wenn aber das zentrale Nervensystem von den Viren befallen wird, dann entsteht eine sogenannte aseptische Kinderlähmung und hier zeigen sich dann die ersten typischen Symptome.

    Welche Symptome gibt es?

    Plötzlich auftretendes sehr hohes Fieber kann ein erstes Anzeichen für eine Polio-Infektion sein. Rückenschmerzen kommen dazu, aber auch Muskelschmerzen und eine hohe Sensibilität gegenüber äußeren Reizen wie zum Beispiel grellem Licht, das in den Augen schmerzt, gehören ebenfalls zu den klassischen Symptomen einer Kinderlähmung. Ein besonders markantes Zeichen ist aber die Nackensteifigkeit, denn der Betroffene kann seinen Nacken nicht mehr bewegen.

    Ist das zentrale Nervensystem betroffen und haben die Viren das Gehirn und das Rückenmark erreicht, dann hinterlässt die Krankheit in den allermeisten Fällen auch bleibende Schäden wie eine schwere Lähmung und nicht selten führt die Kinderlähmung dann auch zum Tod.

    Welche Therapien gegen Kinderlähmung gibt es?

    Die Kinderlähmung kann im klassischen Sinne nicht behandelt werden, alles was getan werden kann, ist den Krankheitsverlauf und die Krankheit selbst zu lindern. Es gibt keine Medikamente gegen Polio und keine Möglichkeit, den Erreger direkt zu bekämpfen. Für die Betroffenen ist es aber wichtig, dass sie das Bett hüten, auch dann, wenn nur ein Verdacht besteht, dass es sich um eine Polio-Infektion handeln könnte. Die Lagerung spielt eine wichtige Rolle, denn die Kranken sollten möglichst so gelagert werden, dass sich die Muskeln entspannen können, um das Risiko einer Lähmung zu minimieren. Krankengymnastik ist hilfreich, um den Körper beweglich zu halten, in schweren Fällen ist auch eine maschinelle Beatmung und damit eine intensive medizinische Behandlung notwendig.

    Kinderlähmung vorbeugen

    Der beste Schutz gegen die Kinderlähmung ist die Impfung, denn nur die Impfung kann verhindern, dass die Krankheit, die bis heute überwiegend Kinder betrifft, nicht ausbrechen kann. Konsequente Massenimpfungen haben in den letzten Jahren dafür gesorgt, dass Polio weitgehend ausgerottet werden konnte. Aber es gibt bis heute Risikogebiete wie zum Beispiel Nigeria, Pakistan und auch Afghanistan, in denen die Kinderlähmung in regelmäßigen Abständen immer wieder auftritt. Wer in diese Länder reisen will und nicht gegen Polio geimpft ist, der sollte die Impfung unbedingt nachholen.

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  • Behandlungen hinterfragen – so wichtig sind die W-Fragen

    Behandlungen hinterfragen – so wichtig sind die W-Fragen

    Wer sich krank fühlt, der geht zum Arzt, der Arzt macht seine Untersuchungen und sagt dem Patienten, welche Behandlung oder welche Therapie die richtige ist. Der Patient willigt ein, denn schließlich ist der Arzt ja der Fachmann und weiß, was das Richtige ist. Leider ist das nicht immer der Fall, wie jetzt eine Studie herausfand. Viele Ärzte verschreiben die falschen Behandlungen und ordnen sündhaft teure Therapien an, die im Grunde keine Wirkung haben oder schlichtweg falsch sind. Die meisten Patienten wagen es nicht, ihrem Arzt zu widersprechen, aber das kann sinnvoll sein. Wer nicht im Unklaren bleiben will, der sollte die sogenannten W-Fragen stellen.

    Was sollte der Patient den Arzt fragen?

    Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland UPD hat einen kleinen Katalog mit W-Fragen zusammengestellt, die jeder Patient seinem Arzt stellen sollte, wenn es um Behandlungen und Therapien geht:

    • Wie dringend ist die Behandlung?
    • Welche eventuellen Risiken gibt es?
    • Welchen Nutzen hat die Behandlung?

    Diese drei Fragen verhindern, dass der Arzt nur mit Ja oder Nein antworten kann, er muss diese Fragen präzise beantworten. Dem Patienten wird damit die Möglichkeit gegeben, die vorgeschlagene Behandlung noch einmal zu überdenken oder nach einer Alternative zu suchen. Auch die Art der Fragestellung spielt eine wichtige Rolle, denn statt zu fragen „Ist diese Behandlung gut erforscht?“ sollte die Frage stattdessen lauten: „Wie gut ist diese Behandlung erforscht?“. Zudem kann es sehr hilfreich sein, sich während des Gesprächs mit dem Arzt Notizen zu machen oder Stichworte aufzuschreiben, die später sehr hilfreich sein können, wenn es um eine alternative Behandlung oder Therapie geht.

    Nicht nur im Internet forschen

    Immer mehr Menschen vertrauen auf „Dr. Google“ und informieren sich im Internet, welche Krankheit zu ihren Symptomen passt und welche möglichen Therapien, Medikamente und Behandlungsmethoden es gibt. Die Suchmaschinen finden auf alles eine Antwort, ob diese aber richtig ist, das sei dahingestellt. Nicht alle Seiten sind wirklich seriös und nicht alle Aussagen sind auch richtig. Um sich unabhängig zu informieren, ist die Webseite des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen eine gute Wahl, denn hier kann man sich auf die Richtigkeit der Aussagen und die Seriosität verlassen.

    Eine weitere Möglichkeit sich richtig zu informieren, bietet der sogenannte HON-Code, der auf einigen Webseiten zu finden ist. Der HON-Code steht für „Health On The Net“, und dieses Zertifikat bekommen nur die Anbieter von Webseiten, die ganz bestimmte Kriterien für Qualität erfüllen. Zu diesen Kriterien gehört, dass der Verfasser der Seite eine Qualifikation nachweisen kann, und es spielt auch eine Rolle, wie und von wem die Seite finanziert wird. Die Hinweise auf Risiken und Nutzen von bestimmten Behandlungen müssen zudem belegt werden können.

    Mehrere Meinungen einholen

    Alle, die dem Internet nicht so richtig vertrauen, haben noch eine andere Möglichkeit um herauszufinden, ob eine Behandlung wirklich gut ist, sie müssen nur einen anderen Arzt um seine Meinung bitten. In Deutschland gibt es die freie Arztwahl, und wer meint, ein anderes Gutachten einholen zu müssen, der kann das ohne Probleme tun. Immer dann, wenn es sich um eine umfangreiche oder auch um eine sehr langwierige Therapie oder Behandlung handelt, dann macht es durchaus Sinn, eine zweite oder wenn nötig auch eine dritte und vierte Meinung einzuholen.

    Wer zum Beispiel vor einer schwierigen Operation steht und sich nicht ganz so sicher ist, ob diese OP nach einem bestimmten Verfahren durchgeführt werden soll, der ist gut beraten, einen zweiten Arzt zu fragen. Wenn dieser Arzt anderer Meinung ist, dann kann auch ein dritter Kollege befragt werden, die Kosten für die mehrfachen Konsultationen zahlt die Krankenkasse. Sind aber zwei Ärzte der Meinung, dass nur diese Behandlung oder Therapie infrage kommen, dann sollte der Patient zustimmen.

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  • Krätze – eine fast vergessene Krankheit

    Krätze – eine fast vergessene Krankheit

    Krätze ist eine Krankheit, die die meisten Menschen mit Armut und Schmutz in Verbindung bringen, also etwas, was es in der heutigen Zeit eigentlich gar nicht mehr geben dürfte. Krätze gibt es aber noch und sogar häufiger, als viele vielleicht annehmen. Scabies, wie die Krätze mit medizinischen Namen heißt, gehört zu den Geschlechtskrankheiten, da sie auch durch Geschlechtsverkehr übertragen werden kann. Aber auch in Alten- und Pflegeheimen ist die Krätze keine Seltenheit. Überall wo Menschen in engem Kontakt zueinander leben, kann auch Krätze auftreten, denn die Krankheit ist ansteckend, aber sie kann relativ einfach bekämpft werden.

    Welche Symptome gibt es?

    Bei der Krätze treten die typischen Symptome auf, die man von vielen anderen entzündlichen Hautkrankheiten kennt. Da die Milben die die Krätze auslösen, sich auf der Haut ansiedeln und dort Gänge bohren, wird immer die obere Hautschicht in Mitleidenschaft gezogen. Es sind die weiblichen Milben, die millimeterlange Gänge bohren, um dort ihre Eier abzulegen, die männlichen Tiere bleiben auf der Hautoberfläche. Die Milben bevorzugen Körperstellen, an denen es angenehm warm und wo die Haut besonders dünn ist, und deshalb treten die ersten Symptome auch an den Handgelenken, zwischen den Zehen und Fingern, am Bauchnabel, im Brustbereich, unter den Achseln und im Genitalbereich auf. Nur bei Kindern ist die Krätze auch im Gesicht und an den Handflächen zu sehen.

    Sind die Symptome sichtbar, dann kommt es zu einem starken Juckreiz, vor allen Dingen in der Nacht, wenn der Körper im warmen Bett liegt. Die Haut beginnt schuppig zu werden und es bilden sich kleine Knötchen und Krusten, besonders dort, wo gekratzt wird. In der Folge ist die Haut mit Kratzspuren übersät und es zeigen sich die sogenannten Milbenhügel, die eine rötliche Farbe haben. Die ersten Symptome zeigen sich erst drei bis sechs Wochen nach der Ansteckung.

    Welche Ursachen hat die Krätze?

    Krätze entsteht nur bei engem Körperkontakt und es reicht schon ein trächtiges Weibchen aus, um die Krankheit auszulösen. Auch Menschen mit einem geschwächten Immunsystem sind gefährdet, wenn es um eine Ansteckung mit Krätze geht. Menschen, deren Säure-Basenhaushalt nicht im Gleichgewicht ist, gehören ebenso zu den Risikopatienten und wer es mit der Hygiene nicht so genau nimmt, der riskiert einen Milbenbefall, denn Schmutz und Wärme ziehen die Milben praktisch magisch an. Deshalb wird Krätze auch die Krankheit der Armen genannt, denn in früheren Zeiten lebten die Armen eng zusammen und Körperhygiene spielte keine große Rolle.

    Wie wird Krätze behandelt?

    Um die Krätze erfolgreich zu behandeln, kommen spezielle Medikamente zum Einsatz. Zum einen müssen die Milben, die auf und unter der Haut leben, komplett vernichtet werden und zum anderen soll der Juckreiz verschwinden. Ein bewährtes Mittel ist Permethrin, ein künstlich hergestelltes Insektizid, das auf die Haut aufgetragen wird. Es gibt das Mittel in Form von Cremes und Lotionen, und wer die Krätze wieder loswerden möchte, der muss die Creme auf die Haut auftragen und dann acht bis zwölf Stunden einwirken lassen, anschließend wird die Creme gründlich abgewaschen.

    Sollten sich zwei Wochen nach der Behandlung keine Verbesserungen des Hautbildes einstellen oder wenn der Juckreiz in diesem Zeitraum nicht nachlässt, dann muss die Behandlung wiederholt werden. Bei Kindern und schwangeren Frauen darf das Mittel nur in einer begrenzten Dosis zum Einsatz kommen. Eine Alternative stellen Mittel mit den Wirkstoffen Allethrin und Benzylbenzoat dar. Cremes mit diesen Wirkstoffen werden meist dann eingesetzt, wenn eine Behandlung mit Permethrin nicht angeschlagen hat. Die Lotionen mit Allethrin und Benzylbenzoat müssen an drei Tagen nacheinander aufgetragen werden und die Behandlung muss nach einigen Tagen wiederholt werden. Da es zu starken Nebenwirkungen kommen kann, verschreiben die Ärzte Mittel mit den beiden Wirkstoffen nur ungern und auch nur dann, wenn es sich um einen starken Milbenbefall handelt.

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  • Scharlach – die etwas andere Kinderkrankheit

    Scharlach – die etwas andere Kinderkrankheit

    Noch vor 50 Jahren galt Scharlach als eine sehr gefährliche Infektionskrankheit und wer an Scharlach erkrankte, der musste auf die Isolierstation eines Krankenhauses. Heute ist Scharlach eine Kinderkrankheit, die dank entsprechender Medikamente sehr gut behandelt werden kann, trotzdem haftet Scharlach noch immer der Ruf einer gefährlichen Krankheit an. Scharlach betrifft vor allem Kinder zwischen vier und sieben Jahren, und da die Krankheitserreger per Tröpfchen übertragen werden, also durch anhusten oder niesen, ist eine Ansteckung sehr einfach. Was Scharlach von anderen typischen Kinderkrankheiten unterscheidet, ist die Tatsache, dass es nach einer Erkrankung keine Immunität gibt, denn wer bereits Scharlach gehabt hat, kann im Laufe seines Lebens immer wieder an Scharlach erkranken.

    Woran erkennt man Scharlach?

    Hat ein Kind sich mit Scharlach infiziert, dann sind die Symptome unverkennbar. Scharlach hat eine relativ kurze Inkubationszeit, denn schon zwei bis drei Tage nach der Ansteckung kommt es zu hohem Fieber, Kopf- und Halsschmerzen und auch Schluckbeschwerden stellen sich ein. Ein typisches Anzeichen ist ein weißer pelziger Belag auf der Zunge. Nach ca. vier Tagen kommt dann der für Scharlach charakteristische Ausschlag dazu, der sich zuerst in den Achselhöhlen zeigt. Die Lymphdrüsen am Hals schwellen an und an den Kuppen der Finger bilden sich Schuppen, im Verlauf der Krankheit löst sich dann an den Fingern die Haut ab.

    Wie wird Scharlach behandelt?

    Im Unterschied zu vielen anderen Kinderkrankheiten gibt es gegen Scharlach keine Schutzimpfung. Ist die Krankheit ausgebrochen, dann kann sie allerdings sehr schnell und auch effektiv mit Antibiotika wie Penicillin behandelt werden. In der Regel müssen die Betroffenen eine Penicillin Kur für die Dauer von zehn Tagen machen. Diese Kur sollte konsequent eingehalten werden, denn sonst kann es passieren, dass es zu Komplikationen kommt. Nach der Antibiotika Kur sollten sich die Betroffenen ausruhen und dem Körper Zeit geben, das Penicillin wieder abzubauen.

    Scharlach bei Erwachsenen

    Auch wenn Scharlach eine klassische Kinderkrankheit ist, können sich auch Erwachsene anstecken. Wenn Erwachsene sich mit Scharlach infizieren, dann sind immer Streptokokken-Bakterien daran schuld, die sich bevorzugt im Rachenraum einnisten. Einer Studie zufolge können bei jedem zehnten Erwachsenen diese Bakterien nachgewiesen werden, aber ohne dass die Krankheit auch tatsächlich zum Ausbruch kommt. Bricht der Scharlach aber aus, dann kann das für erwachsene Menschen schwerwiegende Folgen haben.

    Auch bei Erwachsenen zeigen sich Symptome, die sich aber von den Symptomen bei Kindern unterscheiden. Auf der Zunge zeigt sich zunächst ein weißer Belag, der sich dann aber himbeerrot färbt. Der Ausschlag im Gesicht ist deutlich ausgeprägter als bei Kindern und da das Dreieck zwischen Mund und Kinn nicht vom Ausschlag befallen ist, spricht man von einem sogenannten Milchbart. Fieber, starke Kopfschmerzen und auch Schüttelfrost und Erbrechen gehören bei Erwachsenen die an Scharlach erkranken, ebenfalls zum Krankheitsbild.

    Welche Komplikationen und mögliche Spätfolgen gibt es?

    Erkranken Erwachsene an Scharlach, dann ist das Risiko für Komplikationen und Spätfolgen besonders groß. So kann unter anderem nach vier bis fünf Wochen ein rheumatisches Fieber auftreten und es besteht die Gefahr einer Nierenentzündung. Besonders riskant wird es, wenn schwangere Frauen an Scharlach erkranken, denn dann besteht Gefahr für Mutter und Kind. Gegen Scharlach gibt es auch Hausmittel, die allerdings nicht helfen, sondern im Gegenteil, die Krankheit noch gefährlicher machen. Wenn sich die ersten eindeutigen Symptome zeigen, dann sollte man sofort zu einem Arzt gehen, der einen Schnelltest macht und dann Antibiotika verschreiben wird.

    Theoretisch sind Erwachsene nach einer überstandenen Scharlachinfektion immun gegen die Krankheit, aber das ist immer nur dann der Fall, wenn es sich um den Streptokokken Erreger handelt, der den Scharlach ausgelöst hat. Kommt ein anderer Bakterienstamm ins Spiel, dann ist die Immunität hinfällig und es kann passieren, dass man ein zweites oder sogar ein drittes Mal an Scharlach erkrankt.

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  • Gehirn-Doping – Aufputschen für mehr Leistung

    Gehirn-Doping – Aufputschen für mehr Leistung

    Aufputschen, das ist etwas für Nachtschwärmer, die länger durchhalten wollen oder für Sportler, die mehr Ausdauer brauchen. Das war einmal, denn Aufputschmittel sind längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen und immer mehr Menschen greifen zu Wachmachern, Antidepressiva, zu Betablockern oder auch zu Medikamenten gegen ADHS. Die Krankenkassen schlagen Alarm, weil immer mehr Arbeitnehmer aufgrund psychischer Leiden krankgeschrieben werden, und eine Studie beweist, dass fast 20.000 Menschen alleine im Bundesland Brandenburg zu leistungssteigernden Medikamenten gegriffen haben, die Dunkelziffer dürfte aber noch um einiges höher sein.

    Die Zahlen steigen

    Die DAK hat anhand einer Studie festgestellt, dass zwei Drittel aller Berufstätigen in Brandenburg schon das sogenannte Gehirn-Doping kennengelernt haben, wobei Medikamente gegen ADHS besonders häufig zum Einsatz kommen. ADHS Medikamente, wie zum Beispiel Ritalin, gelten als Wachmacher und sie sollen gleichzeitig auch die Konzentration stärken. Entwickelt wurde Ritalin für verhaltensauffällige Kinder, die unter dem Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom kurz ADHS leiden, aber auch immer mehr Erwachsene nehmen Ritalin ein. Zwischen 2011 und 2013 stieg die Verschreibung und damit auch die Einnahme des Medikaments rasant an, und zwar um 94 %. Bei den meisten Verschreibungen gibt es jedoch keine nachvollziehbare Diagnose.

    Die Krankenkassen schätzen, dass sich in Deutschland bis zu fünf Millionen Arbeitnehmer mit verschreibungspflichtigen Medikamenten aufputschen und rund eine Million nimmt die Medikamente sogar regelmäßig ein. Entgegen der landläufigen Meinung, dass es nur Führungskräfte und kreativ Menschen sind, die sich mit bestimmten Medikamenten dopen, sind es heute immer mehr ganz „normale“ Arbeitnehmer, aber auch vermehrt Menschen, die um ihren Arbeitsplatz fürchten, die ihrem Leistungsvermögen mit den entsprechenden Pillen auf die Sprünge helfen.

    Die Krankschreibungen steigen

    Nicht nur die Zahlen derer, die leistungssteigernden Medikamente einnehmen, steigen in bedenkliche Höhen, auch die Zahl der Krankschreibungen nimmt immer mehr zu. Gegenüber 2013 stieg die Zahl der Krankschreibungen aufgrund psychischer Erkrankungen im vergangenen Jahr um 11 % und damit waren psychische Krankheiten die zweithäufigsten Erkrankungen nach den Rückenproblemen.

    Übermüdet, ausgelaugt und nicht mehr fähig, einen normalen Acht Stunden Arbeitstag durchzustehen – so fühlen sich immer mehr Arbeitnehmer, quer durch alle Berufsgruppen. Anstreicher und Ärzte, Angestellte und Freiberufler, Krankenschwestern und Putzfrauen, es spielt keine Rolle, in welchem Beruf gearbeitet wird, der Stress und auch die Angst um den Arbeitsplatz sind immer da. Aber nicht nur die gesteigerte Leistung steht im Vordergrund, wenn Arbeitnehmer zu Tabletten greifen, viele fürchten sich davor, nicht mehr wie gewohnt zu funktionieren, dass ihre Konzentration nachlässt und sie deshalb Fehler machen. Erstaunlich ist auch, dass es nicht nur junge Arbeitnehmer sind, die zu Medikamenten greifen, auch ältere Arbeitnehmer, die die 50 schon überschritten haben, nehmen entsprechende Medikamente wie Antidepressiva und Ritalin.

    Das Gespenst Burnout

    Burnout – das, was vor einigen Jahren noch eine Managerkrankheit war, ist heute ein Leiden, das immer häufiger von Ärzten diagnostiziert wird. Viele erkennen die Alarmzeichen des Burnout nicht rechtzeitig oder nehmen die Symptome auf die leichte Schulter. In der Folge nehmen die Symptome der Krankheit immer mehr zu und nicht selten führt das dann zu einem totalen Zusammenbruch. Wer sich öfter müde, grundlos traurig und wie ausgebrannt fühlt, der sollte diese Symptome ernst nehmen und auch hinterfragen, wie es dazu kommen konnte.

    Es bringt nicht viel, einfach wahllos Tabletten einzunehmen, um die Symptome zu bekämpfen, handelt es sich um ein echtes Burnout dann kann nur eine gezielte Therapie helfen. Wer befürchtet, an einem Burnout-Syndrom zu leiden, der sollte die Notbremse ziehen und zu einem Arzt gehen. Mit der richtigen Medikation und einer Therapie kann das Burnout besiegt werden, aber das braucht Zeit. Jeder, der an einem Burnout leidet, muss eine Auszeit nehmen, um sich zu regenerieren, denn nur dann können sich Körper und Seele wieder vollkommen erholen.

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