Schlagwort: Medizin

  • Die ketogene Diät – eine neue Wunderdiät?

    Die ketogene Diät – eine neue Wunderdiät?

    Jede Diät beansprucht für sich, die einzig wahre Diät zu sein, aber nicht alle Diäten sind wirklich gesund. Vor allem eine Diät, die komplett auf Kohlehydrate verzichtet, hat einen eher schlechten Ruf, denn schließlich sind Kohlehydrate Energielieferanten. Sie sind die Einzigen, die das Gehirn mit der nötigen Energie versorgen und sie liefern die wohl wichtigsten Bausteine für eine gesunde Ernährung in Form von Gemüse, Getreide und Obst. Wie soll der Körper ohne Energie auskommen? Dass das funktionieren kann, das zeigt die ketogene Diät, eine Diät, die sogar eine Waffe gegen den Krebs sein kann.

    Der Körper muss sich umstellen

    Streng genommen ist die ketogene Diät eine Form der beliebten Low-Carb-Diät. Wer sich für diese Diät entscheidet, der muss fast vollständig auf Kohlehydrate verzichten. Stattdessen gibt es Proteine und Fette in Form von Milchprodukten, Fleisch, Nüssen und Eiern. Durch diese Ernährung wird der Körper gezwungen, seinen Stoffwechsel umzustellen, und wird dabei in den Zustand der Ketose versetzt. Das heißt, da die Kohlehydrate fehlen, bezieht der Organismus die Energie, die er benötigt, um zu funktionieren, aus Fetten. Es werden sogenannte Ketone gebildet, die die Zellen mit der nötigen Energie versorgen und das führt schließlich zur Gewichtsabnahme.

    Die ketogene Diät – ein Mittel gegen Epilepsie?

    In der Medizin gilt die ketogene Diät schon seit einigen Jahren als bewährtes Mittel gegen Epilepsie. Menschen, die unter dieser Krankheit leiden und eine ketogene Diät machen, haben weniger Anfälle, da die Ketone, die während der Diät gebildet werden, die Energie an den Körper und das Gehirn liefern. Eine Langzeitstudie, für die über einen Zeitraum von 15 Jahren 100 Patienten mit Epilepsie beobachtet wurden, kam zu dem Schluss, dass bei 80 % der Studienteilnehmer, die zwei Jahre lang eine ketogene Diät gemacht haben, keine Anfälle mehr auftraten.

    Positiv auch bei Krebs

    Über einen direkten Zusammenhang zwischen der ketogenen Diät und Krebs gibt es bislang zwar noch keine Studien, trotzdem gehen viele Mediziner davon aus, dass sich die Diät positiv auf die Erkrankung auswirken kann. Da die Diät fast ohne Zucker auskommt, kann das Wachstum der Krebszellen zumindest verringert werden. Besonders interessant ist dieser Effekt für bestimmte Krebsformen wie zum Beispiel Gehirntumore, die sich nur schwer behandeln lassen. Zwar konnte hier ein vermindertes Wachstum beobachtet werden, für exakte Aussagen ist es allerdings noch viel zu früh. Die ketogene Diät kann nach Ansicht von Medizinern aber nicht nur bei Krebs, sondern auch bei Multipler Sklerose, bei Parkinson und bei Alzheimer helfen. Diese Krankheiten haben ihre Ursache in einem Defekt, der auf einem Energiestoffwechsel beruht, und hier kann die Diät effektiv ansetzen.

    Welche Nachteile hat die Diät?

    Auch wenn die ketogene Diät viele Vorteile hat, es gibt auch einige gravierende Nachteile. Besonders in der Anfangsphase kann es vermehrt zu Verstopfung, zu Müdigkeit und auch zu Übelkeit kommen. Wenn der Körper sich umgestellt hat, dann verschwinden die Beschwerden wieder, allerdings kann diese Umstellung einige Wochen dauern. Wer länger nach der kohlehydratarmen Diät lebt, der muss mit Nierensteinen und einer reduzierten Knochenmasse rechnen, auch erhöhte Blutfettwerte sind nicht selten, da die Kohlehydrate durch Fett ersetzt werden. Zwar normalisieren sich die Werte meist im Laufe der Jahre wieder, aber ein Arzt sollte trotzdem die Diät überwachen und regelmäßig die Cholesterinwerte messen.

    Schnelle Erfolge

    Einer der größten Vorteile der ketogenen Diät ist, dass sich bei der Gewichtsabnahme schnelle Erfolge erzielt werden. Vor allem in den ersten drei Wochen schmelzen die Pfunde flott und durch den hohen Gehalt an Eiweiß stellt sich schnell ein Sättigungsgefühl ein. Eine ketogene Diät setzt viel Disziplin voraus, denn früher oder später kommt der Heißhunger auf Nahrungsmittel wie Brot, Nudeln oder Kartoffeln, die während der Diät streng verboten sind, da sie Kohlehydrate enthalten.

    Bild: © Depositphotos.com / Paul_Cowan

  • Chronisches Erschöpfungssyndrom – Krankheit und viele Rätsel

    Chronisches Erschöpfungssyndrom – Krankheit und viele Rätsel

    Bleierne Müdigkeit schon am frühen Morgen, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Probleme mit der Konzentration, zuweilen sogar Gedächtnislücken – bei diesen Symptomen handelt es sich meist um ein chronisches Erschöpfungssyndrom oder um ein chronisches Fatigue-Syndrom, kurz CFS genannt. CFS ist eine rätselhafte Krankheit, die sich nicht richtig zuordnen lässt, sie kann den Betroffenen aber so sehr zusetzen, dass sie kein normales Leben mehr führen können. Was aber hinter dieser Krankheit steckt, darüber sind sich Mediziner bis heute nicht einig, fest steht bislang nur, dass davon rund eine Viertelmillion Deutsche betroffen sind.

    Chronisches Erschöpfungssyndrom – ist ein Infekt schuld?

    Auch wenn noch nicht restlos geklärt ist, was dieses Syndrom auslöst, es tritt sehr häufig nach einer Infektionskrankheit wie zum Beispiel dem Pfeifferschen Drüsenfieber auf. Die eigentliche Krankheit geht, was aber bleibt, das ist eine schwere Erschöpfung, die schon leichte Dinge wie das Aufstehen am Morgen, fast unmöglich macht. Die Betroffenen fühlen sich ständig müde und ganz gleich, wie viele Pausen auch eingelegt werden, die Müdigkeit und die Erschöpfung wollen einfach nicht mehr weichen. Dazu kommen noch Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren, auch das Gedächtnis lässt nach und viele fühlen undefinierbare Glieder- und Muskelschmerzen, die Lymphdrüsen schwellen an, zudem kommt es zu Appetitlosigkeit und Schwindelanfällen. Nicht selten dauern diese Symptome mehrere Monate an, bei einigen führen sie sogar zu Invalidität.

    Andere mögliche Auslöser

    Einige Wissenschaftler gehen davon aus, dass ein chronisches Erschöpfungssyndrom eine Autoimmunerkrankung ist. Bei dieser Art von Erkrankung geht das körpereigene Immunsystem gegen das Körpergewebe vor und versucht, es zu zerstören. Ganz bestimmte Erreger, wie zum Beispiel das Epstein-Barr-Virus, geben dem Körper den Befehl, ständig Krankheitssymptome zu zeigen, wie das bei einem chronischen Erschöpfungssyndrom der Fall ist. Da jeder, der von CFS betroffen ist, ein anderes Krankheitsbild hat, ist es unmöglich, ein einheitliches Konzept zu finden. Vor allem wenn es keinen eindeutigen organischen Befund gibt, dann liegt häufig die Diagnose Depression nahe, da sich die Symptome ähneln. Um die Diagnose differenzieren zu können, versuchen die Mediziner etwas über den psychischen Antrieb des Patienten zu erfahren, denn anhand des psychischen Antriebs lässt sich die Diagnose chronisches Erschöpfungssyndrom ausschließen oder bestätigen. Es besteht aber immer die große Gefahr, dass Patienten, bei denen die Diagnose CFS gestellt wird, auch depressiv werden.

    Wie stellt der Arzt seine Diagnose?

    Ein chronisches Erschöpfungssyndrom wird in der Regel durch eine sogenannte Ausschlussdiagnose festgestellt. Der Arzt muss alle anderen Ursachen ausschließen können, die infrage kommen könnten. Erst wenn das der Fall ist, dann kann die Diagnose chronisches Erschöpfungssyndrom gestellt werden. Die Ausschlussdiagnose hat zwei Gründe, denn zum einen wird so verhindert, dass mögliche andere Erkrankungen wie zum Beispiel Krebs, eine Depression oder auch Hepatitis übersehen werden, und zum anderen gibt es bis heute keine Befunde wie beispielsweise Blutwerte, die auf ein chronisches Erschöpfungssyndrom hinweisen. Ärzte, die sich mit der Krankheit befasst haben, können aber die typischen Symptome erkennen.

    Wie wird CFS behandelt?

    Da die genauen Ursachen für ein chronisches Erschöpfungssyndrom nach wie vor noch nicht bekannt sind, gibt es auch keine wirksame Therapie. Was es allerdings gibt, das sind Behandlungsansätze. So werden zum Beispiel einige Patienten mit Immunglobulinen behandelt, aber auch künstliche Antikörper und spezielle Krebsmedikamente sind im Gespräch und werden zum Teil versuchsweise auch schon eingesetzt. Zwar kommt es bei diesen Therapien zu einer deutlichen Verbesserung der Symptome, einige Medikamente sind jedoch nicht in Deutschland zugelassen, da sie gravierende Nebenwirkungen haben. Was den Betroffenen bleibt, das sind im Grunde nur Verhaltenstherapien wie das Führen eines Tagebuchs, in dem festgehalten wird, wann die Symptome besonders stark sind. Aufgrund dieser Tagebuchaufzeichnungen kann der Arzt dann erkennen, wie und bei welchen Gelegenheiten der Patient mit seinen Kräften besonders schonend umgehen muss.

    Bild: © Depositphotos.com / tashatuvango

  • Elektroschocks – schnelle Hilfe bei Herzrhythmusstörungen

    Elektroschocks – schnelle Hilfe bei Herzrhythmusstörungen

    Wenn das Herz rast, das Atmen immer schwerer fällt und der Schwindel den Boden unter den Füßen wegzieht, dann sind das Anzeichen dafür, dass das Herz aus dem Takt geraten ist. Herzrhythmusstörungen lautet die Diagnose, und wenn es um eine schnelle Hilfe bei Herzrhythmusstörungen geht, dann sind Elektroschocks eine effektive Maßnahme. Mit einem Defibrillator wird das Herz wieder in den richtigen Takt gebracht, und da sich diese modernen Geräte sehr einfach bedienen lassen, kann jeder zum Lebensretter werden.

    Nicht immer lebensgefährlich

    Das Herz ist mit einem gut funktionierenden Motor zu vergleichen, der läuft und läuft und läuft. Das Herz macht nie eine Pause, immer wieder zieht es sich zusammen, erschlafft wieder und pumpt auf diese Weise Tag für Tag rund 7000 Liter Blut durch den Körper. Normalerweise schlägt das Herz in einem immer gleichbleibenden Rhythmus mit einer Frequenz von 60 bis 100 Schlägen in der Minute. Wenn das Herz aber aus dem Rhythmus gerät, dann liegt die Zahl entweder unter 60 oder über 100, aber nicht immer ist eine Abweichung der Norm auch gefährlich. Zu schnelle, zu langsame oder zu unregelmäßige Herzschläge werden zwar auch als Herzrhythmusstörungen bezeichnet, aber sie führen nur sehr selten zu einer lebensgefährlichen Situation. Das Gleiche gilt auch, wenn das Herz plötzlich stolpert, denn das ist bis zu einem bestimmten Grad sogar normal.

    Gezielte Stromschläge – die schnelle Hilfe bei Herzrhythmusstörungen

    Jeder weiß wahrscheinlich, was ein Defibrillator ist, aber kaum jemand weiß, wie dieser Elektroschocker eigentlich funktioniert. Defibrillatoren, die schnelle Hilfe bei Herzrhythmusstörungen, waren vor ein paar Jahren nur in den Notaufnahmen der Krankenhäuser und in Rettungswagen zu finden. Heute gibt es in jedem großen Einkaufszentrum mindestens einen dieser Elektroschockgeräte, in kleineren Ortschaften sind sie in der Bank oder im Gemeindehaus zu finden. Bei schweren Herzrhythmusstörungen verlieren die Betroffenen meist sofort das Bewusstsein und haben keinen Puls mehr. In dieser Situation kommt es auf jede Minute an, denn innerhalb von nur zehn Minuten sinkt die Chance zu überleben, um 50 %, auch Schädigungen des Gehirns aufgrund des hohen Sauerstoffmangels sind möglich.

    Effektive Erste Hilfe

    Wenn die Betroffenen ohne Bewusstsein sind und schnelle Hilfe bei Herzrhythmusstörungen gefragt ist, dann sollten die Helfer vor Ort zunächst die Atmung prüfen und dann mit der Herzdruckmassage beginnen. Perfekt sind 100 Druckbewegungen pro Minute, denn nur so kann der Blutfluss durch den Körper aufrechterhalten werden. Wenn das Herz flimmert, dann kann dieses lebensgefährliche Flimmern nur mit einem gezielten Elektroschock unterbrochen werden. Nach dem Stromstoß steht das Herz zwar kurz still, findet aber dann sofort wieder in den richtigen Rhythmus. Moderne Defibrillatoren, diese schnelle Hilfe bei Herzrhythmusstörungen, sind einfach zu bedienen und haben meist eine akustische Bedienungsanweisung. So wird es auch medizinische Laien möglich, im Ernstfall Leben zu retten.

    Große Hilfe durch kleine Elektroschocks

    Eine schnelle Hilfe bei Herzrhythmusstörungen ist auch der Defibrillator, der in die Brust eingepflanzt wird. Menschen, die häufig mit Rhythmusstörungen zu kämpfen haben, bekommen einen kleinen Defibrillator implantiert. Das kleine Gerät ist mit einem Kabel direkt mit dem Herzen verbunden und ist in der Lage, jeden einzelnen Herzschlag zu analysieren. Kommt es zu einem Herzflimmern, dann sendet diese kleine schnelle Hilfe bei Herzrhythmusstörungen einen elektrischen Impuls und das Herz schlägt sofort wieder im normalen Rhythmus. Wenn die Betroffenen wach sind, dann ist das zwar ein schmerzhafter Vorgang, aber er rettet das Leben. Eine andere Möglichkeit, das Herz wieder im normalen Rhythmus schlagen zu lassen, sind Medikamente, die das Blut verdünnen oder sogenannte Antiarrythmika, wie zum Beispiel Betablocker. Geeignet sind diese Medikamente besonders für Patienten mit nur geringen Beschwerden. Der Herzrhythmus wird auf diese Weise ständig kontrolliert und eine zu hohe oder zu niedrige Herzfrequenz wird vermieden.

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  • Schwanger trotz Krebs – wie gut sind die Chancen?

    Schwanger trotz Krebs – wie gut sind die Chancen?

    Wenn junge Menschen an Krebs erkranken, dann ist das immer eine Katastrophe. Besonders schlimm ist es aber, wenn die Betroffenen schwanger sind oder für die Zukunft die Gründung einer Familie planen. Schwanger trotz Krebs – geht das überhaupt? Wie können eine aggressive Chemotherapie, eine Strahlentherapie oder Medikamente mit einer Schwangerschaft oder einer Familienplanung vereinbart werden? Grundsätzlich gilt, wenn Krebs diagnostiziert wird, dann führt das nicht zwangsläufig zu Unfruchtbarkeit und nicht in jedem Fall muss eine Schwangerschaft abgebrochen werden.

    Schwanger trotz Krebs – die Therapie steht im Vordergrund

    Wird Krebs festgestellt, dann steht immer die Therapie im Vordergrund, denn je eher eine bestimmte Therapie eingeleitet wird, umso höher sind die Chancen, den Krebs erfolgreich zu bekämpfen. Schwanger trotz Krebs heißt in der akuten Situation, die Behandlung hat Vorrang, aber jeder Fall ist anders gelagert und nicht in jedem Fall muss die Schwangerschaft abgebrochen werden. Es kommt auch darauf an, wie weit die Schwangerschaft fortgeschritten ist. Steht der Geburtstermin kurz bevor, dann entscheiden sich die oft für einen Kaiserschnitt, um zeitnah mit der Chemo- oder Strahlentherapie beginnen zu können. Ist die Schwangerschaft allerdings noch in einem frühen Stadium, dann wird in der Regel zu einem Abbruch geraten, um mit der Therapie beginnen zu können.

    Chancen für die Familienplanung

    Schwanger trotz Krebs betrifft auch Menschen, die eine Familie planen. Auch in diesem Fall gibt es verschiedene Verfahren und Möglichkeiten, den Traum vom Kind doch noch zu verwirklichen. So können Männer, bei denen Krebs festgestellt wird, entweder ihr Sperma oder ihr Hodengewebe einfrieren lassen. Möglich wird das durch reproduktionsmedizinische Zentren, wo das Sperma gespendet und anschließend eingefroren wird. Um Hodengewebe zu entnehmen, müssen sich die betroffenen Männer einer Operation unterziehen, anschließend wird das Gewebe eingefroren und kann dann zu einem späteren Zeitpunkt aufgetaut und für eine künstliche Befruchtung genutzt werden.

    Die Möglichkeiten für Frauen

    Auch Frauen haben die Möglichkeit, sich den Kinderwunsch zu erfüllen, so einfach wie bei den Herren ist es hier allerdings nicht. Schwanger trotz Krebs heißt für Frauen, sie können ihre Eizellen einfrieren und die Eierstöcke verpflanzen lassen, beide Methoden sind aber sehr aufwendig. Bevor die Eizellen eingefroren werden können, muss sich die betroffene Frau zunächst einer Hormonbehandlung unterziehen, um die Eizellen reifen zu lassen. Die Behandlung, bei der zwei Wochen lang Hormone gespritzt werden müssen, sind jedoch kein Garant, dass es mit der Schwangerschaft auch wirklich klappt, die Rate liegt zwischen 40 und 60 %. Die Eierstöcke zu verpflanzen, ist kein Routineverfahren und bei dieser Methode wird nach jetziger Erkenntnis nur jede fünfte Frau schwanger. Bei Frauen, die älter als 35 Jahre sind, liegt die Quote deutlich tiefer. Eine weitere Methode ist die Gabe von bestimmten Hormonen, die für die Zeit der Krebserkrankung die Funktion der Eierstöcke unterbrechen.

    Was kostet die Fruchtbarkeit?

    Schwanger trotz Krebs – das ist auch immer eine Preisfrage, denn die Krankenkassen kommen in der Regel nicht für die Kosten auf. So kostet das Einfrieren von befruchteten oder unbefruchteten Eizellen ca. 4000 Euro, pro Jahr kommen dann noch einmal rund 250,- Euro für die Lagerung dazu. Wird Gewebe aus den Eierstöcken entnommen, dann kostet das ca. 550,- Euro plus Lagerkosten und die Kosten für die Operation. Spermien werden für rund 350,- Euro eingefroren, und die gleiche Summe muss für die Lagerung gezahlt werden. Trotzdem lohnt es sich, mit der Kasse über das Einfrieren von Eizellen, Gewebe und Spermien zu sprechen, denn einige Kassen übernehmen die Kosten für das Einfrieren, nicht aber die Kosten für die Lagerung. Frauen, die schwanger trotz Krebs sind und die Schwangerschaft abbrechen möchten, müssen sich um die Kosten für den Abbruch keine Sorgen machen, denn die werden von den Krankenkassen bezahlt.

    Bild: © Depositphotos.com / icsnaps

  • Das Zika-Virus – ein neuer Schrecken für die Welt?

    Das Zika-Virus – ein neuer Schrecken für die Welt?

    Reisen auch in die entferntesten Länder dieser Welt stellen kein Problem mehr da, aber mit den unbegrenzten Reisemöglichkeiten steigt auch die Gefahr, dass sich neue Krankheiten immer schneller ausbreiten können. Aktuell ist es das Zika-Virus, was die Welt in Atem hält, denn es werden auch in Europa die ersten Infektionen mit dem Virus gemeldet. Urlauber haben das Virus aus Brasilien mit nach Deutschland gebracht und das in Hamburg ansässige Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin hat bereits zehn Infektionen festgestellt.

    Noch nicht meldepflichtig

    Wie groß die Gefahr durch das Zika-Virus in Europa tatsächlich ist, das weiß momentan noch keiner so genau, denn die Infektionskrankheit, die das Virus auslösen kann, ist nicht meldepflichtig. Daher fällt es Medizinern schwer, sich ein genaues Bild der Lage zu machen. Bekannt sind bisher vier Fälle in Großbritannien sowie jeweils zwei Fälle in Spanien und Italien, in Dänemark gab es einen Infizierten. Aber nicht nur die fehlende Meldepflicht macht es schwer, konkrete Zahlen zu bekommen, es gibt auch zu wenige Referenzzentren, in denen die richtige Diagnose gestellt werden kann. In Deutschland kommt nur das Bernhard-Nocht-Institut infrage, in Paris ist es das Pasteur-Institut und auch zwei Zentren in Großbritannien und den Niederlanden sind in der Lage, das Zika-Virus einwandfrei nachweisen zu können.

    Das Zika-Virus – vor allem für Schwangere eine große Gefahr

    Wer von einer Mücke gestochen wird, die das Zika-Virus überträgt, der muss in der Regel nicht mit einer schweren Krankheit rechnen, bei schwangeren Frauen hingegen stellt ein Mückenstich eine sehr große Gefahr dar. Viele Kinder kommen mit einem viel zu kleinen Kopf auf die Welt, sie haben Missbildungen im Gehirn und sind geistig behindert. In Brasilien wurden bereits 4000 Kinder mit der sogenannten Mikrozephalie geboren, und damit ist das südamerikanische Land das Land mit den meisten Infizierten. Bei Kindern, die kurz nach der Geburt gestorben sind, konnte das Zika-Virus ohne Zweifel im Fruchtwasser nachgewiesen werden, für fundierte Studien müssen aber noch weitaus mehr schwangere Frauen untersucht werden.

    Keine Infektion in Deutschland

    Es ist die asiatische Tigermücke, die das Zika-Virus mit einem Stich auf den Menschen übertragen kann. Diese Mückenart ist vor allem in Südostasien, in Südamerika und auch in Teilen von Afrika beheimatet, gesichtet wurde die Tigermücke aber auch schon in einigen Gebieten in Süddeutschland und im Süden von Europa. Bislang hat sich jedoch noch niemand mit dem Virus in Deutschland oder in Südeuropa infiziert, alle, die das Virus von einer Reise mitgebracht haben, waren in Südamerika oder auch auf einer der karibischen Inseln. Mediziner sprechen sich jetzt für eine Reisewarnung vor allem für schwangere Frauen aus, die in den nächsten Zeit zum Beispiel nach Brasilien reisen möchten. Die brasilianische Regierung ihrerseits hat bereits in Hinblick auf den Karneval und die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro den Gesundheitsnotstand ausgerufen.

    Was sollten Reisende beachten?

    Alle, die eine Reise nach Brasilien, Kolumbien, nach Afrika, Südostasien oder in die Karibik planen, sollten sich während des Aufenthalts sowohl draußen als auch in geschlossenen Räumen vor Stechmücken schützen. Empfohlen werden Insektenschutzmittel, Moskitonetze und helle Kleidung, die möglichst viel Haut bedeckt. Menschen, die unter einen chronischen Krankheit oder an einer Störung des Immunsystems leiden, sollten sich vor Antritt der Reise von ihrem Arzt oder von einem erfahrenen Tropenmediziner untersuchen lassen. Die WHO rät Familien mit kleinen Kindern und besonders schwangeren Frauen von einer Reise in die gefährdeten Gebiete komplett ab. Wer trotzdem reist und innerhalb von drei Wochen nach der Rückkehr aus dem Urlaub Fieber und Kopfschmerzen bekommt sowie Rötungen auf der Haut feststellt, der ist gut beraten zu einem Arzt zu gehen und eine Blutuntersuchung machen zu lassen. Das Zika-Virus lässt sich im Blut einfach und schnell nachweisen.

    Bild: © Depositphotos.com / nickylarson

  • Welt-Lepra-Tag – Erinnerung an eine vergessene Krankheit

    Am 31. Januar ist der Welt-Lepra-Tag, ein Tag, der an eine Krankheit erinnern soll, die zwar uralt ist, aber noch nichts von ihrem Schrecken verloren hat. Jedes Jahr infizieren sich weltweit noch immer 200.000 Menschen mit Lepra, eine Zahl die zeigt, dass man Lepra nicht aus dem Gedächtnis streichen sollte. Obwohl Lepra nur sehr schwach ansteckend ist, sind es die Ärmsten der Armen, die immer noch an Lepra erkranken und vor allem ihnen ist der Welt-Lepra-Tag gewidmet.

    Welt-Lepra-Tag – der Tag der Aussätzigen

    Das Wort Lepra kommt aus der griechischen Sprache und bedeutet so viel wie aussätzig. Bis heute müssen die Menschen, die sich mit Lepra infiziert haben, wie Aussätzige leben und sind kein Teil der menschlichen Gemeinschaft mehr. Lepra ist eine Krankheit mit einer sehr langen Geschichte, die schon in der Bibel erwähnt wird und in ägyptischen Mumien nachgewiesen wurde. Erst 1873 wurde vom norwegischen Arzt Armauer Hansen die Ursache der Krankheit entdeckt, und zwar das Bakterium, das die Krankheit auslöst. Im Mittelalter wütete die Lepra auch in Deutschland und die Erkrankten mussten in über 1000 sogenannten Leprosenhäusern leben, die über das ganze Land verteilt waren. Einen an Lepra erkrankten Menschen zu berühren, galt damals als todbringend und die Menschen glaubten, dass man dafür von Gott in Form von Geschwüren bestraft wird.

    Wie wird Lepra übertragen?

    Wie bei vielen anderen Infektionen, so wird auch Lepra durch Tröpfchen übertragen und ist bis heute immer dort zu finden, wo die hygienischen Bedingungen mehr als schlecht sind. Am Welt-Lepra-Tag will die WHO auf die geschätzt 126.000 Kranken in Indien ebenso aufmerksam machen, wie auch auf die 30.000 Leprakranken, die heute in Brasilien leben. Das sind allerdings nur die offiziellen Zahlen, die Dunkelziffer dürfte nach Auskunft der Weltgesundheitsorganisation deutlich höher liegen. Mit dem Welt-Lepra-Tag will die WHO die Leprakranken aus dem Schatten holen und die Aufmerksamkeit auf die Menschen richten, die immer noch von der Gesellschaft ausgeschlossen werden.

    Keiner will darüber reden

    Es scheint, als sei die Lepra eine Krankheit, die zwar existiert, aber von der keiner etwas wissen möchte. Mit dem Welt-Lepra-Tag sollen die Regierungen der betroffenen Länder aufgefordert werden, die Zahl der Kranken nicht weiter zu beschönigen, sondern offen zu diesem Problem zu stehen. Um die Lepra wirklich ausrotten zu können, müssen Ärzte in den Ländern, in denen die Krankheit noch immer grassiert, deutlich besser ausgebildet werden, denn in vielen Fällen wird die Krankheit immer noch nicht richtig diagnostiziert. Der Welt-Lepra-Tag soll das Schweigen brechen und die Welt auf die Krankheit aufmerksam machen.

    In Afrika funktioniert es

    Der Welt-Lepra-Tag zeigt aber auch, dass der Kampf gegen die Krankheit durchaus erfolgreich sein kann. In vielen afrikanischen Ländern, wie zum Beispiel in Nigeria, dem Senegal, in Tansania und auch in Uganda ist Lepra immer noch ein Thema. Im Gegensatz zu den Staaten in Asien und Südamerika wird in Afrika das medizinische Personal im Gesundheitswesen jedoch besser und intensiver geschult, um Lepra schneller und besser diagnostizieren zu können. Entsprechend gut ist die Therapie, denn die Patienten werden vor, während und vor allen Dingen auch nach der Behandlung immer wieder untersucht und kontrolliert. Es gibt keine Leprahäuser oder Leprainseln, auf denen die Kranken wie Aussätzige leben müssen, die Pfleger, Ärzte und viele freiwillige Helfer sind im ganzen Land ständig unterwegs und besuchen die Kranken zu Hause. In Afrika gibt es heute weniger als einen Leprakranken auf 10.000 Einwohner und damit gilt die Krankheit aus Sicht der WHO als ausgerottet. Gemessen an der Einwohnerzahl wäre Deutschland mit 8000 Kranken offiziell ein leprafreies Land, in den letzten drei Jahren wurden aber insgesamt nur sechs Fälle gemeldet. Alle Infizierten hatten einen Migrationshintergrund und hatten sich schon in ihrer Heimat angesteckt.